Sicherlich hätte -meiner Meinung nach- Frau von Halle eine Nische (und mehr nicht) in der anthroposophischen Gesellschaft gefunden. Aber nun macht es keinen Sinn mehr, sich von dieser Seite als Opfer zu geben. Der Druck der - sagen wir mal- enthusiastischen Anhänger auch auf den Vorstand war schon groß, aber jetzt ist der Vorstand darüber zerbrochen. Nicht genug damit, wird in einer Weise hinterher gekartet, die einen sehr unangenehmen Beigeschmack hat. Dieser Offene Brief mit seinen Forderungen, Herrn Prokofieffs zugegeben überaus scharfe Kritik faktisch aus dem Weg zu räumen ("Die
Verfasser fordern eine Entschuldigung bei Judith von Halle und
ein Zurückziehen des Buches") und immer weiter Salz in die Wunden zu streuen, hat etwas von sektiererischem Verhalten. Da kann man noch so viel von Christus sprechen, die Art des Handelns ist eine andere. Ich stimme auch Junko Althaus zu, dass sich Frau von Halle nun mal klar positionieren müsste. Sie müsste Initiative zeigen, die in irgend einer Weise konstruktiv ist. Wir wollen nicht die Verhältnisse wie in den 30er Jahren- also einen zerstörerischen internen Kriegszustand. Ich finde, der Bogen ist überspannt.
Es wäre höchste Zeit, sich an das Pfingstfest und die Idee einer zukünftigen gemeinsamen Arbeit zu erinnern, anstatt immer weiter aggressiv in einen Stellungskrieg zu treiben.

