Wie gesagt, die implizit in den Artikeln enthaltenen Wertungen und Stellungnahmen könnten vielfach positiver kaum sein. Hier, im Tagesspiegel, endet der Autor sogar mit der Hoffnung: "Rudolf Steiner gehört nicht den Anthroposophen allein. Anthroposophie ist heute als Kulturimpuls von Interesse – auch für Nicht-Anthroposophen."
Dem Wunsch kann man sich als Anthroposoph nur anschliessen. Der Autor wünscht sich auch, dass auch der Philosoph Steiner endlich Gehör finden möge: "Jedenfalls sollte es heute, 150 Jahre nach Steiners Geburt, möglich sein, noch ganz andere Seiten an dem Anthroposophen zu entdecken. Sein Frühwerk „Philosophie der Freiheit“ ist in der Philosophie des 20. Jahrhunderts zu Unrecht kaum beachtet worden."
Sonntag, 27. Februar 2011
"Evangelisch.de" über Anthroposophie
Die Zeiten ändern sich. Der kalte Krieg ist beendet, der Islam reformiert sich von innen und in den USA ist das Gespenst der Bush- Administration zumindest vorüber gehend gebannt. Die Entspannung zeigt sich auch im Kleinen. Nun hat sogar ein evangelischer Theologe (Dr. Andreas Fincke) - trotz selbstredend schwerster Bedenken- immerhin einiges Entwicklungspotential in der Anthroposophie entdeckt: "Es gibt gute Anregungen in der Anthroposophie – und seltsame Engführungen. In unserer lauten, schrillen und rücksichtslosen Welt stellen jedoch Steiners Bemühungen um eine bessere Landwirtschaft oder um eine kindgemäße Pädagogik besondere Inseln dar. Steiner hat den Menschen als geistiges und entwicklungsfähiges Wesen gesehen. Auch dies ist ein kluger Hinweis. Aber wer sich entwickelt, der kann den Meister auch kritisch sehen. Selbst wenn dieser gerade Geburtstag hat."
Wir bemühen uns, Herr Dr. Fincke. Wer sich entwickelt und aus der moralinsauren theologischen Ecke krabbelt, kann aber auch in der Anthroposophie zumindest einige positive Aspekte entdecken, wie man an Ihrem Beispiel sieht.
Wir bemühen uns, Herr Dr. Fincke. Wer sich entwickelt und aus der moralinsauren theologischen Ecke krabbelt, kann aber auch in der Anthroposophie zumindest einige positive Aspekte entdecken, wie man an Ihrem Beispiel sieht.
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Elektronische Rudolf Steiner Gesamtausgabe
Da die Frage hier im Blog aufkam, verweisen wir gerne an die originale (und aktuelle) elektronische Gesamtausgabe. Ist momentan nicht lieferbar, kostet ansonsten 900 Euro. Auf die Hardware (Festplatte) wird nur ein Jahr Garantie gegeben. Ob man die Daten bei einem Plattencrash ersetzt bekommt, ist mir nicht klar. Vielleicht habe ich es aber überlesen.
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Samstag, 26. Februar 2011
Fossil oder Avantgarde?
"Mit ihrer Emanzipation von ihren romantischen Wurzeln begann man die Moderne als ein großes rationalistisches Projekt zu sehen, dass zwangsläufig auf eine immer rationalere Durchdringung von Kunst und Technik hinauslaufen sollte. Rudolf Steiner hatte in einem solchen Bild der Moderne keinen Platz mehr und bekam jenen haut gout des Außenseiters, den wir bis heute wahrnehmen. Während die Anthroposophen Steiners Ideen fast unverändert fortschrieben und damit ein Fossil einer bestimmten historischen Epoche schufen, nahm der Rest der Gesellschaft diese Abkapselung dankbar auf – denn sie entband sie davon, sich weiter mit der eigentlichen Substanz Steiners auseinandersetzen zu müssen."
Die Welt: Rudolf Steiner beeinflusst wieder die Avantgarde
Die Welt: Rudolf Steiner beeinflusst wieder die Avantgarde
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Steiner- Datenbank online
Die Datenbank aus dem Gesamtwerk Rudolf Steiners - mit Begriffssuche, aber auch zahlreichen weiteren Recherche- Möglichkeiten ist nun wieder online verfügbar. Das ist eine einmalige Recherche-Möglichkeit, wenn man nicht die Gesamt- Ausgabe auf externer Festplatte zur Verfügung hat. Hoffen wir mal, dass nicht auch hier Hackerangriffe oder ähnliche Attacken diesen Service unterminieren.
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Donnerstag, 24. Februar 2011
Etwas Richtiges
"‘Haben Sie den Steiner gelesen?
Was?
Haben Sie den Steiner gelesen?
Kaum – ich war Waldorfschülerin.
Ohje!
Wie?
Die... Die müssen ja am Ende auch das Abitur machen!
Ja, hat auch ganz gut geklappt bei mir. Einsnull.
Wie?
Einsnull.
Sind Sie jetzt Medizinstudentin?
Nein.
Wieso nicht?
Will ich nicht.
Aber Sie studieren etwas Richtiges, Mathematik, Physik...
Mathematik, ja. Ich will Lehrerin werden – Waldorflehrerin.
Noch schlimmer! Montessori geht ja noch... Haben Sie den Steiner gelesen?
Kaum. Aber die Schule war gut!
Haben Sie den Steiner gelesen?
Ich bin ein ganz normaler Mensch.
Das seh ich, aber haben Sie ihn gelesen?
Wieso, was ist denn?
Ach..!
Wenn aus dem, was er da geschrieben hat, gute Sachen rauskommen...
Haben Sie ihn gelesen?
Kaum, wieso?
Ich diskutiere nicht!’"
____
rs150 on air- Gespräch am Rande
Was?
Haben Sie den Steiner gelesen?
Kaum – ich war Waldorfschülerin.
Ohje!
Wie?
Die... Die müssen ja am Ende auch das Abitur machen!
Ja, hat auch ganz gut geklappt bei mir. Einsnull.
Wie?
Einsnull.
Sind Sie jetzt Medizinstudentin?
Nein.
Wieso nicht?
Will ich nicht.
Aber Sie studieren etwas Richtiges, Mathematik, Physik...
Mathematik, ja. Ich will Lehrerin werden – Waldorflehrerin.
Noch schlimmer! Montessori geht ja noch... Haben Sie den Steiner gelesen?
Kaum. Aber die Schule war gut!
Haben Sie den Steiner gelesen?
Ich bin ein ganz normaler Mensch.
Das seh ich, aber haben Sie ihn gelesen?
Wieso, was ist denn?
Ach..!
Wenn aus dem, was er da geschrieben hat, gute Sachen rauskommen...
Haben Sie ihn gelesen?
Kaum, wieso?
Ich diskutiere nicht!’"
____
rs150 on air- Gespräch am Rande
Mittwoch, 23. Februar 2011
Albert Steffen erinnert sich an Rudolf Steiner- ein Tondokument
Auf DRS2 kann man ein Original- Tondokument hören: "Zum 100. Geburtstag von Rudolf Steiner 1961 sprach der Schweizer Schriftsteller und Anthroposoph Albert Steffen am Radio über seinen Freund.
Steffen hatte Steiner in den 1910er-Jahren kennengelernt. Er wurde Redaktor der antroposophischen Zeitschrift «Das Goetheanum» und nach Steiners Tod dessen Nachfolger als Vorsitzender der Anthroposophischen Gesellschaft."
Steffen hatte Steiner in den 1910er-Jahren kennengelernt. Er wurde Redaktor der antroposophischen Zeitschrift «Das Goetheanum» und nach Steiners Tod dessen Nachfolger als Vorsitzender der Anthroposophischen Gesellschaft."
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Dienstag, 22. Februar 2011
Westerwelle über Mubarak
"Bis zur letzten Minute war in Kairo nicht sicher, ob Westerwelle den gesundheitlich angeschlagenen Präsidenten Hosni Mubarak überhaupt treffen würde. Erst kurz vor Abflug wurde Westerwelle von Mubarak empfangen. Erfreut pries er ihn danach als "Mann mit enormer Erfahrung, großer Weisheit und die Zukunft fest im Blick"." (Quelle)
Das war im Mai 2010. Es schwingt die Dankbarkeit dafür mit, von Mubarak überhaupt empfangen worden zu sein. Aber große Erfahrung, Weisheit und Weitblick wohl kaum.
Das war im Mai 2010. Es schwingt die Dankbarkeit dafür mit, von Mubarak überhaupt empfangen worden zu sein. Aber große Erfahrung, Weisheit und Weitblick wohl kaum.
KT: Eine Simulation von "Werten" und "Verantwortung"
"Die Lüge ist ministrabel geworden", schreibt der SPIEGEL. "Mit dem versäumten Rücktritt Karl-Theodor zu Guttenbergs, mit der Rückendeckung der Kanzlerin für ihre so dringend benötigte Lichtgestalt ist es jetzt amtlich: Wenn ein Politiker von Werten redet und von Verantwortung, dann handelt es sich dabei nur um eine Simulation."
Die politische Selbstinszenierung ist nach wie vor auf zu Guttenbergs Website zu bewundern:
Die politische Selbstinszenierung ist nach wie vor auf zu Guttenbergs Website zu bewundern:
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Libysche Botschaft
Offizieller Link. Da andere Links von Unterseiten nicht mehr erreichbar sind, darf man wohl davon ausgehen, dass die Seite gehackt worden ist.
“I AM THE VERY MODEL OF A MODERN ANTHROPOSOPHIST.”
Music composed by A.S. Sullivan, original lyrics by W.S. Gilbert,
Parodied lyrics of deepest WHS by Tom Mellett
===================================
MODERN ANTHROPOSOPHIST:
I am the very model of a modern Anthroposophist,
I’ve information mineral, etheric, astral, egoist.
Atlantis and Lemuria, the Mystery of Golgotha,
With Ahriman and Lucifer, the science of the spiritual.
CHORUS:
Atlantis and Lemuria, the Mystery of Golgotha,
With Ahriman and Lucifer, the science of the spiritual.
MODERN ANTHROPOSOPHIST:
I visit Dornach every year as if it were the Vatican
The Goetheanum is my temple though I am American
I don’t know that much German but I want to keep on learnin’
And my heart is really yearnin’ knowin’ Steiner is returnin’.
CHORUS:
He doesn’t know much German but he wants to keep on learnin’
And his heart is really yearnin’ knowin’ Steiner is returnin’.
MODERN ANTHROPOSOPHIST:
I want to save the world from Ahriman and his materialism
But then I get so caught up in my Luciferic egotism
I never know what I should do, the feelings that I should imbue
What Steiner says, it must be true. The Christ Impulse? I have no clue!
CHORUS:
He never knows what he should do, the feelings that he should imbue
What Steiner says, it must be true. The Christ Impulse? He has no clue!
In short, in matters mineral, etheric, astral, egoist
He is the very model of a modern Anthroposophist.
MODERN ANTHROPOSOPHIST:
I see the elementals in the forest when I meditate
The gnomes and sylphs and undines, salamanders in the aggregate.
I don’t know what they want of me, this might be just be insanity
But Steiner teaches me to see behind the veil of reality.
CHORUS:
I don’t know what they want of me, this might be just be insanity
But Steiner teaches me to see behind the veil of reality.
MODERN ANTHROPOSOPHIST:
I’ve done the exercises to attain my equanimity
But when a critic comes around in any close proximity
I hesitate and vacillate, I complicate and obfuscate
Deny that Steiner said it --- hey, that’s all I can communicate.
CHORUS:
He hesitates and vacillates, he complicates and obfuscates
Denies that Steiner said it --- hey, that’s all he can communicate.
In short, in matters mineral, etheric, astral, egoist,
He is the very model of a modern Anthroposophist.
MODERN ANTHROPOSOPHIST:
Philosophy of Freedom is a book I’ve never, ever read
To think about my thinking makes me sick and achy in the head.
I’d rather reincarnate as a woman or a refugee
Than ever have to read a book about epistemology.
CHORUS:
He’d rather reincarnate as a woman or a refugee
Than ever have to read a book about epistemology.
MODERN ANTHROPOSOPHIST:
[slower tempo here, getting wistful]
The three-fold nature of the human being is a mystery
And so are all the moves and gestures that I make eurythmically. . . .
The critics tell me Steiner is a madman and a racist, too.
His medicine is quackery, his claims of science just woo woo. . . .
But all I care about is finding which of four’s my temperament,
So I can know my destiny and finally reach enlightenment . . .
[back to quick tempo for finale]
I don’t know if I’m sanguine or choleric, melancholic
So I must be a phlegmatic ‘cause I am a chocoholic.
CHORUS:
He doesn’t know if sanguine or choleric, melancholic
So he must be a phlegmatic ‘cause he is a chocoholic.
MODERN ANTHROPOSOPHIST:
In short in matters mineral, etheric, astral, egoist
I am the very model of a modern Anthroposophist.
_______
Erläuterungen zum Mitsingen in den Kommentaren
Parodied lyrics of deepest WHS by Tom Mellett
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MODERN ANTHROPOSOPHIST:
I am the very model of a modern Anthroposophist,
I’ve information mineral, etheric, astral, egoist.
Atlantis and Lemuria, the Mystery of Golgotha,
With Ahriman and Lucifer, the science of the spiritual.
CHORUS:
Atlantis and Lemuria, the Mystery of Golgotha,
With Ahriman and Lucifer, the science of the spiritual.
MODERN ANTHROPOSOPHIST:
I visit Dornach every year as if it were the Vatican
The Goetheanum is my temple though I am American
I don’t know that much German but I want to keep on learnin’
And my heart is really yearnin’ knowin’ Steiner is returnin’.
CHORUS:
He doesn’t know much German but he wants to keep on learnin’
And his heart is really yearnin’ knowin’ Steiner is returnin’.
MODERN ANTHROPOSOPHIST:
I want to save the world from Ahriman and his materialism
But then I get so caught up in my Luciferic egotism
I never know what I should do, the feelings that I should imbue
What Steiner says, it must be true. The Christ Impulse? I have no clue!
CHORUS:
He never knows what he should do, the feelings that he should imbue
What Steiner says, it must be true. The Christ Impulse? He has no clue!
In short, in matters mineral, etheric, astral, egoist
He is the very model of a modern Anthroposophist.
MODERN ANTHROPOSOPHIST:
I see the elementals in the forest when I meditate
The gnomes and sylphs and undines, salamanders in the aggregate.
I don’t know what they want of me, this might be just be insanity
But Steiner teaches me to see behind the veil of reality.
CHORUS:
I don’t know what they want of me, this might be just be insanity
But Steiner teaches me to see behind the veil of reality.
MODERN ANTHROPOSOPHIST:
I’ve done the exercises to attain my equanimity
But when a critic comes around in any close proximity
I hesitate and vacillate, I complicate and obfuscate
Deny that Steiner said it --- hey, that’s all I can communicate.
CHORUS:
He hesitates and vacillates, he complicates and obfuscates
Denies that Steiner said it --- hey, that’s all he can communicate.
In short, in matters mineral, etheric, astral, egoist,
He is the very model of a modern Anthroposophist.
MODERN ANTHROPOSOPHIST:
Philosophy of Freedom is a book I’ve never, ever read
To think about my thinking makes me sick and achy in the head.
I’d rather reincarnate as a woman or a refugee
Than ever have to read a book about epistemology.
CHORUS:
He’d rather reincarnate as a woman or a refugee
Than ever have to read a book about epistemology.
MODERN ANTHROPOSOPHIST:
[slower tempo here, getting wistful]
The three-fold nature of the human being is a mystery
And so are all the moves and gestures that I make eurythmically. . . .
The critics tell me Steiner is a madman and a racist, too.
His medicine is quackery, his claims of science just woo woo. . . .
But all I care about is finding which of four’s my temperament,
So I can know my destiny and finally reach enlightenment . . .
[back to quick tempo for finale]
I don’t know if I’m sanguine or choleric, melancholic
So I must be a phlegmatic ‘cause I am a chocoholic.
CHORUS:
He doesn’t know if sanguine or choleric, melancholic
So he must be a phlegmatic ‘cause he is a chocoholic.
MODERN ANTHROPOSOPHIST:
In short in matters mineral, etheric, astral, egoist
I am the very model of a modern Anthroposophist.
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Montag, 21. Februar 2011
Anthroposophische Paranoiker
Ja, das gibt es nicht so selten. Seit Jahren dürfen sich Insider darüber lustig machen- Kritiker allerdings bedienen sich im Sumpf gern, um Material zu sammeln. Das ist nicht so schwierig, betrachtet man z.B. mal ein aktuelles Blog wie Raphael Santi. Dort wird nicht nur der Caspar-Hauser- Kult gepflegt, sondern auch auf völlig verdrehte Art und Weise der Vorstand der Anthroposophischen Gesellschaft - ja, was?- "angegriffen" kann man kaum sagen. "Absurd angepöbelt" passt vielleicht:
"Es muss als Verrat bezeichnet werden, was von den Vorständen der Allgemeinen Anthroposophische Gesellschaft (AAG) betrieben wird, um das Lebenswerk Rudolf Steiners seit dessen Tode 1925 zu zerstören.
Zutiefst erschütternd ist die Verschwörung, welche von diesen Vorständen betrieben wird, um die anthroposophische Bewegung zu verwässern und zu spalten. Die Hauptakteure dieses Treibens sind diejenigen Vorstände der AAG mit jesuitischen Hintergrund. Vordergründig geht es um Politik: Macht, Einfluß, Geld und Jobs. Spirituell gesehen wollen sich die Vorstände der AAG an Rudolf Steiner rächen, weil er die Mysterien für die gesamte Menschheit zu enthüllen wagte. Diese Vorstände setzen alles daran, das von Steiner mitgeteilte Mysterienwissen ausschließlich für sich alleine zu beanspruchen und dessen Verbreitung zu unterbinden. Wie konnten sie das am effektivsten erreichen? Indem die Vorstände, die auch Prokofieff holten und momentan Judith von Halle aufbauen, die anthroposophische Bewegung gezielt in das Gewand einer abstrusen exoterischen Sektiererei hüllen."
Pöbeleien dieser Art behaupten in diesem Kontext meist einen entweder jesuitischen oder freimaurerischen "Hintergrund". Daher erscheint der verständliche Vorbehalt gegen Erscheinungen wie die der Judith von Halle als vorgeschoben: Offenbar geht es einigen Sektierern darum, ihre sekteriererische Position zu untermauern und ihre Rechthaberei zu rechtfertigen.
"Es muss als Verrat bezeichnet werden, was von den Vorständen der Allgemeinen Anthroposophische Gesellschaft (AAG) betrieben wird, um das Lebenswerk Rudolf Steiners seit dessen Tode 1925 zu zerstören.
Zutiefst erschütternd ist die Verschwörung, welche von diesen Vorständen betrieben wird, um die anthroposophische Bewegung zu verwässern und zu spalten. Die Hauptakteure dieses Treibens sind diejenigen Vorstände der AAG mit jesuitischen Hintergrund. Vordergründig geht es um Politik: Macht, Einfluß, Geld und Jobs. Spirituell gesehen wollen sich die Vorstände der AAG an Rudolf Steiner rächen, weil er die Mysterien für die gesamte Menschheit zu enthüllen wagte. Diese Vorstände setzen alles daran, das von Steiner mitgeteilte Mysterienwissen ausschließlich für sich alleine zu beanspruchen und dessen Verbreitung zu unterbinden. Wie konnten sie das am effektivsten erreichen? Indem die Vorstände, die auch Prokofieff holten und momentan Judith von Halle aufbauen, die anthroposophische Bewegung gezielt in das Gewand einer abstrusen exoterischen Sektiererei hüllen."
Pöbeleien dieser Art behaupten in diesem Kontext meist einen entweder jesuitischen oder freimaurerischen "Hintergrund". Daher erscheint der verständliche Vorbehalt gegen Erscheinungen wie die der Judith von Halle als vorgeschoben: Offenbar geht es einigen Sektierern darum, ihre sekteriererische Position zu untermauern und ihre Rechthaberei zu rechtfertigen.
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Berechenbar & Unberechenbar
"Der Mensch vollbringt sein Leben zwischen Geburt und Tod so, dass ihm im Berechenbaren die leibliche Grundlage zur Entfaltung des innerlichen geistig- seelischen freien Unberechenbaren geschaffen wird.
Sein Leben zwischen Tod und neuer Geburt durchläuft er im Unberechenbaren, doch so, dass ihm da als in dem "Inneren" des geistig- seelischen Seins das Berechenbare sich gedanklich entfaltet. Er wird dadurch - aus diesem Berechenbaren heraus- der Aufbauer seines kommenden Erdenlebens."
______
Rudolf Steiner, Anthroposophische Leitsätze, S. 173
Sein Leben zwischen Tod und neuer Geburt durchläuft er im Unberechenbaren, doch so, dass ihm da als in dem "Inneren" des geistig- seelischen Seins das Berechenbare sich gedanklich entfaltet. Er wird dadurch - aus diesem Berechenbaren heraus- der Aufbauer seines kommenden Erdenlebens."
______
Rudolf Steiner, Anthroposophische Leitsätze, S. 173
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Sonntag, 20. Februar 2011
Eckhart Tolle: Wie wir unser Leben verpassen
Wie immer mit dieser Haartolle, diesem sagenhaften Pullunder und dem nasalen Lachen: Eckhard Tolle spricht auf deutsch, bedächtig, fast pastoral und doch immer originell und ehrlich.
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Aspekte der Anthroposophie
Ein gutes, solides Radio- Feature "Aspekte der Anthroposophie" beim Hessischen Rundfunk- ausnahmsweise fast frei von Polemik. Hier der erste Teil vom 20.2.2011. Momentan hagelt es ja Berichte und Stellungnahmen zu diesem Thema. Es fällt im Vergleich auf, wie selten das ruhige, gute alte journalistische Arbeiten geworden ist. Gegenüber den plakativen, polemischen, aber häufig wenig informativen Beiträgen ragt dieser hinaus: er ist hörbar "vom alten Schlag". Das muss wirklich nicht schlecht sein.
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Freitag, 18. Februar 2011
Steiner typisch für unser psychologisches Zeitalter
"Die Historikerin Miriam Gebhard, die als Privat-Dozentin an der Universität Konstanz lehrt, zeigte sich vor allem überrascht von Steiners Modernität: „Das betrifft nicht nur sein Denken und die daraus abgeleiteten Praxisfelder, die bis heute wachsenden Zuspruch erhalten. Das betrifft auch sein eigenes Leben. Er verweigerte einen klassisch-bürgerlichen Lebenszuschnitt und ‚erfand‘ sich immer wieder neu.“ Sie sieht Steiner als einen „wahrhaftig modernen Propheten – einen Propheten nicht nur für ganzheitliches Leben und spirituelle Sinnfindung, sondern auch für die Arbeit am eigenen Selbst, die so typisch ist für unser psychologisches Zeitalter.“"
Zitat Medienstelle Anthroposophie: Happy Birthday, Rudolf Steiner
Zitat Medienstelle Anthroposophie: Happy Birthday, Rudolf Steiner
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Mittwoch, 16. Februar 2011
Aufs Mittelmaß gestutzt
Dass auch schicke Glanzgestalten irgendwann zu blättern beginnen, ist eine Lebenstatsache. Dass es bei geradezu hysterisch gehypten, medial aufgeblasenen Politikergestalten um so schneller und radikaler bergab gehen kann, war zu erwarten. Nun hat es den beliebtesten deutschen Politiker erwischt. Nein, er wird nicht stürzen, er wird einfach Luft ablassen. Die Medien, deren Liebling er gerade noch war, machen ihn nun zu ihrem Buhmann. Smart ist diese Affäre nun wirklich nicht, nicht einmal mittelmäßig. Ein Plagiator, wie arm.
Ergänzend dazu die Überlegungen bei Meedia vom heutigen Tag: "Worum geht es bei der aktuellen Debatte, die sämtliche Medien heißlaufen lässt? Zu Guttenberg soll für seine Doktorarbeit wesentliche Teile wörtlich aus anderen Texten übernommen haben, ohne dies zu kennzeichnen. Besonders die FAZ war in einer Art heiligem Zorn erregt, als man in der Redaktion feststellte, dass zu Guttenberg seine Doktorarbeits-Einleitung offenbar aus der FAZ abgeschrieben hat. Sofort wurde eine “Eilmeldung” fabriziert, die gewissen Stellen wurden mit Textmarkern bearbeitet und Dokumentationen angefertigt. Zeitweise konnte man den Eindruck gewinnen, die Hitler-Tagebücher seien wieder aufgetaucht und der Dritte Weltkrieg ausgebrochen. Gleichzeitig."
Auch TITANIC kann natürlich das Witzeln nicht lassen: "Neuer Verdacht: Guttenberg hat alle seine Vornamen aus der Wikipedia abgeschrieben! +++"
Ergänzend dazu die Überlegungen bei Meedia vom heutigen Tag: "Worum geht es bei der aktuellen Debatte, die sämtliche Medien heißlaufen lässt? Zu Guttenberg soll für seine Doktorarbeit wesentliche Teile wörtlich aus anderen Texten übernommen haben, ohne dies zu kennzeichnen. Besonders die FAZ war in einer Art heiligem Zorn erregt, als man in der Redaktion feststellte, dass zu Guttenberg seine Doktorarbeits-Einleitung offenbar aus der FAZ abgeschrieben hat. Sofort wurde eine “Eilmeldung” fabriziert, die gewissen Stellen wurden mit Textmarkern bearbeitet und Dokumentationen angefertigt. Zeitweise konnte man den Eindruck gewinnen, die Hitler-Tagebücher seien wieder aufgetaucht und der Dritte Weltkrieg ausgebrochen. Gleichzeitig."
Auch TITANIC kann natürlich das Witzeln nicht lassen: "Neuer Verdacht: Guttenberg hat alle seine Vornamen aus der Wikipedia abgeschrieben! +++"
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Dienstag, 15. Februar 2011
Die Maske
Maske: "Der Begriff Maske (v. arab. maskharat‚ Narr, Posse, Hänselei, Scherz) bezeichnet eine Gesichtsbedeckung. Masken werden in Theater und Kunst, aber auch zu religiösen und rituellen Zwecken eingesetzt. Häufig werden sie ergänzt durch Verkleidung bzw. Kostüme. Des Weiteren gibt es Masken, die dem Schutz des Gesichtes oder eines Teils davon dienen.
Ihrem Ursprung nach war die Maske ein vor dem Gesicht getragenes plastisches Gebilde (Larve) aus Holz, Leder, Ton, Tuch, heute auch Kunststoff – oder der Begriff wurde generell für eine Verhüllung des Körpers verwendet, von der Halbmaske bis zur Ganzkörpermaske. Im weiteren Sinne überträgt sich die Ausdruck im Theater auch auf Schminke und anderes, was als Maskenbildnerei bezeichnet wird.
Masken erfüllen sehr unterschiedliche Aufgaben in unterschiedlichen Kontexten. Sie verbergen das (wahre) Gesicht, sie schützen das Gesicht, mit Hilfe der Maske verwandelt sich der Träger in die sie darstellende Figur, sie ermöglichen neue (übernommene) soziale Rollen einzuüben, etc."
___
Quelle: Wikipedia, Bildquelle: Spiegel online
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Die TAZ über Hammerschmidt, den BND, Klaus Barbie und (ein wenig) die EGOISTEN
In einem umfangreichen Artikel geht die TAZ der Geschichte von Peter Hammerschmidt nach: "Weil er nicht lockerlässt, erreicht Peter Hammerschmidt als erster Historiker überhaupt beim BND Akteneinsicht - im Fall des Exgestapochefs Klaus Barbie. Und stößt auf Unglaubliches. Jetzt müssen sich Parlament und Kanzleramt mit dem Fall beschäftigen."
Die Geschichte von Peter Hammerschmidts Recherchen wurde früh bei den Egoisten dokumentiert. Auch die erste Publikation der Ergebnisse der Arbeit erschien hier. Dies wird auch im Artikel gewürdigt: "Was Hammerschmidt sieht, raubt ihm fast den Atem. "Tut mir leid", sagt er zu seinen Aufpassern nach einem ersten Blick in die Akten, "ich muss erst mal eine rauchen gehen." Die Akten beweisen, dass der deutsche Steuerzahler Barbie über den BND ein gutes halbes Jahr lang monatlich 500 Mark für seine Spitzeldienste zahlte, Leistungsprämien und ein Abschlussbonus von 1.000 Mark kamen noch dazu. Barbie wurde erst abgeschaltet, als dem BND offenbar klar wurde, dass dessen wahre Identität bald auffliegen würde. Hammerschmidt glaubt keine Sekunde, dass die BND-Leute damals nicht genau wussten, wen sie vor sich hatten - Barbie gab sich in La Paz kaum Mühe, seine wahre Identität zu verbergen.
Nach Hammerschmidts Recherche in Pullach gibt der BND seine Barbie-Akten an das Koblenzer Bundesarchiv weiter - es ist klar, dass es nun nur noch eine Frage der Zeit ist, ehe auch andere Historiker auf den heißen Stoff stoßen. Als der junge Student Wind davon bekommt, dass auch der Spiegel an der Geschichte dran ist, veröffentlicht er seine Erkenntnisse Anfang Januar auf zwei kaum bekannten Internet-Seiten (etwa: www.egoisten.de/files/barbie_2011.html).
Er tut das, um deutlich zu machen: Ich habe das zuerst herausgefunden! Das ist wichtig auch für seine Examensarbeit und eine geplante Dissertation über Barbie. Mitte Januar kommt der Spiegel dann mit seiner Geschichte heraus. Das Nachrichtenmagazin profitierte von der Pionierarbeit Hammerschmidts beim BND."
"Kaum bekannt" ist natürlich eher geschmeichelt, vor allem im Vergleich mit den großen Magazinen, die Hammerschmidts Geschichte und Arbeit in der Folge aufgriffen. Aber erstens liegt mir das Thema selbst am Herzen, und zweitens haben auch kleine Blogs, wie man sieht, schon eine Funktion und Aufgabe auf den Märkten der Nachrichten.
Die Geschichte von Peter Hammerschmidts Recherchen wurde früh bei den Egoisten dokumentiert. Auch die erste Publikation der Ergebnisse der Arbeit erschien hier. Dies wird auch im Artikel gewürdigt: "Was Hammerschmidt sieht, raubt ihm fast den Atem. "Tut mir leid", sagt er zu seinen Aufpassern nach einem ersten Blick in die Akten, "ich muss erst mal eine rauchen gehen." Die Akten beweisen, dass der deutsche Steuerzahler Barbie über den BND ein gutes halbes Jahr lang monatlich 500 Mark für seine Spitzeldienste zahlte, Leistungsprämien und ein Abschlussbonus von 1.000 Mark kamen noch dazu. Barbie wurde erst abgeschaltet, als dem BND offenbar klar wurde, dass dessen wahre Identität bald auffliegen würde. Hammerschmidt glaubt keine Sekunde, dass die BND-Leute damals nicht genau wussten, wen sie vor sich hatten - Barbie gab sich in La Paz kaum Mühe, seine wahre Identität zu verbergen.
Nach Hammerschmidts Recherche in Pullach gibt der BND seine Barbie-Akten an das Koblenzer Bundesarchiv weiter - es ist klar, dass es nun nur noch eine Frage der Zeit ist, ehe auch andere Historiker auf den heißen Stoff stoßen. Als der junge Student Wind davon bekommt, dass auch der Spiegel an der Geschichte dran ist, veröffentlicht er seine Erkenntnisse Anfang Januar auf zwei kaum bekannten Internet-Seiten (etwa: www.egoisten.de/files/barbie_2011.html).
Er tut das, um deutlich zu machen: Ich habe das zuerst herausgefunden! Das ist wichtig auch für seine Examensarbeit und eine geplante Dissertation über Barbie. Mitte Januar kommt der Spiegel dann mit seiner Geschichte heraus. Das Nachrichtenmagazin profitierte von der Pionierarbeit Hammerschmidts beim BND."
"Kaum bekannt" ist natürlich eher geschmeichelt, vor allem im Vergleich mit den großen Magazinen, die Hammerschmidts Geschichte und Arbeit in der Folge aufgriffen. Aber erstens liegt mir das Thema selbst am Herzen, und zweitens haben auch kleine Blogs, wie man sieht, schon eine Funktion und Aufgabe auf den Märkten der Nachrichten.
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Montag, 14. Februar 2011
Samstag, 12. Februar 2011
Reinigung
"Das muß der erste Schritt der Einweihung sein: den Menschen während des Tageslebens etwas tun zu lassen, in seiner Seele sich etwas abspielen zu lassen, was fortwirkt, wenn der astralische Leib in der Nacht herausgezogen wird aus dem physischen Leib und Ätherleib.
Also denken Sie sich, bildlich gesprochen, es würde, während der Mensch bei vollem Bewußtsein ist, ihm etwas gegeben, was er zu tun hätte, was er abspielen lassen sollte und was so gewählt wäre, so gegliedert, dass es nicht aufhörte zu wirken, wenn der Tag vorüber ist. Denken Sie sich diese Wirkung als einen Ton, der fortklingt, wenn der Astralleib heraus ist; dieses Fortklingen wären dann die Kräfte, die nun an dem astralischen Leib so wirkten, so plastisch arbeiteten, wie einstmals die äußeren Kräfte am physischen Körper gearbeitet haben.
Alles das, was man genannt hat Meditation, Konzentration und die sonstigen Übungen, die der Mensch vorgenommen hat während seines Tageslebens, sie sind nichts anderes als Verrichtungen der Seele, die nicht in ihren Wirkungen ersterben, wenn der Astralleib herausgeht, sondern die nachklingen und in der Nacht zu bildenden Kräften werden im astralischen Leib. Das nennt man die Reinigung des Astralleibes, die Reinigung von dem, was dem Astralleib nicht angemessen ist.
Das war der erste Schritt, der auch die Katharsis (bei den Griechen) genannt wurde, die Reinigung. Sie war noch keine Arbeit in übersinnlichen Welten. Sie bestand in Übungen der Seele, die der Mensch tagsüber machte, wie eine Trainierung der Seele. Sie bestand in der Aneignung gewisser Lebensformen, gewisser Lebensgesinnungen, einer gewissen Art, das Leben zu behandeln, so daß es nachklingen konnte, und das arbeitete am astralischen Leib, bis er sich umgewandelt hatte, bis sich Organe in ihm entwickelt hatten."
________________
Rudolf Steiner, GA 104, Seite 46f
Also denken Sie sich, bildlich gesprochen, es würde, während der Mensch bei vollem Bewußtsein ist, ihm etwas gegeben, was er zu tun hätte, was er abspielen lassen sollte und was so gewählt wäre, so gegliedert, dass es nicht aufhörte zu wirken, wenn der Tag vorüber ist. Denken Sie sich diese Wirkung als einen Ton, der fortklingt, wenn der Astralleib heraus ist; dieses Fortklingen wären dann die Kräfte, die nun an dem astralischen Leib so wirkten, so plastisch arbeiteten, wie einstmals die äußeren Kräfte am physischen Körper gearbeitet haben.
Alles das, was man genannt hat Meditation, Konzentration und die sonstigen Übungen, die der Mensch vorgenommen hat während seines Tageslebens, sie sind nichts anderes als Verrichtungen der Seele, die nicht in ihren Wirkungen ersterben, wenn der Astralleib herausgeht, sondern die nachklingen und in der Nacht zu bildenden Kräften werden im astralischen Leib. Das nennt man die Reinigung des Astralleibes, die Reinigung von dem, was dem Astralleib nicht angemessen ist.
Das war der erste Schritt, der auch die Katharsis (bei den Griechen) genannt wurde, die Reinigung. Sie war noch keine Arbeit in übersinnlichen Welten. Sie bestand in Übungen der Seele, die der Mensch tagsüber machte, wie eine Trainierung der Seele. Sie bestand in der Aneignung gewisser Lebensformen, gewisser Lebensgesinnungen, einer gewissen Art, das Leben zu behandeln, so daß es nachklingen konnte, und das arbeitete am astralischen Leib, bis er sich umgewandelt hatte, bis sich Organe in ihm entwickelt hatten."
________________
Rudolf Steiner, GA 104, Seite 46f
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Am Nektar der Welt
"Er denkt über diesen Ausdruck nach: den Verstand verlieren. Was bleibe übrig, wenn man den Verstand gleichsam verlegte? Er erinnert sich an die Parabel, weiß, dass zur Erkenntnis des Ich ein anderes Ich notwendig ist, ein Auge, das die Vögel des Selbst betrachtet, während sie sich am Nektar der Welt gütlich tun. Aber gibt es noch einen Betrachter, wenn man die Strukturen des Verstandes wegnimmt, die Fassaden der Sprache, die Grundmauern der Logik, den Zusammenhang von Ursache und Wirkung? Was bleibt, wenn das alles in sich zusammenfällt? Glückseligkeit oder Betäubung? Präsenz oder Abwesenheit?"
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Vikram Chandra, Der Gott von Bombay, S. 445
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Vikram Chandra, Der Gott von Bombay, S. 445
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Freitag, 11. Februar 2011
Natur als Konstrukt & Macht
In seinen „Anthroposophischen Leitsätzen“ schreibt Rudolf Steiner: „Und in demselben Maße, in dem die Menschenseele das Mit- Erleben mit den göttlich- geistigen Wesenheiten verliert, taucht um sie herum das auf, was man heute „Natur“ nennt.“ (S. 157)
Natur ist demnach ein zeitgenössisches Konstrukt, das sich in dem Maß bildete, in dem eine ursprüngliche symbiotische Beziehung zum Natürlichen, Elementaren verloren ging. Erst der Zeitgenosse erlebt Natur „um sich herum“. Das Wahrnehmen der Natur ist ein modernes Bewusstseinsphänomen. Erst in der jüngeren Kunstgeschichte ist ja auch die reine Landschaftsmalerei entstanden - in Reinkultur vielleicht erst durch William Turner. Davor war der porträtierte Mensch stets in die natürliche Umgebung, die häufig in der Gestaltung allegorische Züge annahm, eingebettet; er war ein Teil von ihr und sie war ein Ausdruck von ihm.
In der Landschaftspflege kam in derselben Zeit, in der die Landschaftsmalerei entstand, die Anlage des Parks und Gartens auf. Heute steht die Renaturierung im Mittelpunkt der Interessen. Landschaft soll „natürlich“ wirken. Die ursprüngliche Flora und Fauna soll wieder hergestellt werden. Empfindliche Monokulturen sollen schon aus pragmatischen Gründen zurück gebaut werden. Dennoch soll die renaturierte Natur pflegeleicht und beherrschbar bleiben.
Dies allerdings bleibt ein frommer Wunsch. Die Natur greift ständig schmerzhaft in die menschlichen Belange ein- vor allem in Form von Erdbeben, Überschwemmungen, Hitzephasen, Erdrutschen und den viel diskutierten Folgen des „Klimawandels“. In dieselbe Schublade gehören auch Befürchtungen vor weltweiten Pandemien wie Schweine- oder Hühnergrippe.
So scheint es legitim, Rudolf Steiners Ansatz weiter zu denken: Nach einer symbiotisch empfundenen, ursprünglichen Kultur, in der in der Einigkeit mit dem Natürlichen auch das Göttliche wahrgenommen wurde, emanzipierte sich das menschliche Bewusstsein zunehmend aus dem als Natur Wahrgenommenen. Die kultivierte, aber auch extrem materiell ausgebeutete Natur wird heute zwar einerseits in eine gewisse Ursprünglichkeit zurück versetzt, zugleich aber auch als nicht beherrschbare, bedrohliche Gefahr wahrgenommen. Die atavistische Gefahr, die frühe animistische Kulturen in der Natur auch empfanden, kehrt so im modernen Gewand wieder zurück: Die Natur entzieht sich zwar nicht der Nutzung, bleibt aber auch unbeherrschbar. Ihre Macht ist wieder zurück gekehrt. Das Konstrukt Natur entzieht sich den Grenzen, die ihm der Mensch zuweisen wollte. Auch wenn die Götter verschwunden sind, die Macht ist es nicht.
Natur ist demnach ein zeitgenössisches Konstrukt, das sich in dem Maß bildete, in dem eine ursprüngliche symbiotische Beziehung zum Natürlichen, Elementaren verloren ging. Erst der Zeitgenosse erlebt Natur „um sich herum“. Das Wahrnehmen der Natur ist ein modernes Bewusstseinsphänomen. Erst in der jüngeren Kunstgeschichte ist ja auch die reine Landschaftsmalerei entstanden - in Reinkultur vielleicht erst durch William Turner. Davor war der porträtierte Mensch stets in die natürliche Umgebung, die häufig in der Gestaltung allegorische Züge annahm, eingebettet; er war ein Teil von ihr und sie war ein Ausdruck von ihm.
In der Landschaftspflege kam in derselben Zeit, in der die Landschaftsmalerei entstand, die Anlage des Parks und Gartens auf. Heute steht die Renaturierung im Mittelpunkt der Interessen. Landschaft soll „natürlich“ wirken. Die ursprüngliche Flora und Fauna soll wieder hergestellt werden. Empfindliche Monokulturen sollen schon aus pragmatischen Gründen zurück gebaut werden. Dennoch soll die renaturierte Natur pflegeleicht und beherrschbar bleiben.
Dies allerdings bleibt ein frommer Wunsch. Die Natur greift ständig schmerzhaft in die menschlichen Belange ein- vor allem in Form von Erdbeben, Überschwemmungen, Hitzephasen, Erdrutschen und den viel diskutierten Folgen des „Klimawandels“. In dieselbe Schublade gehören auch Befürchtungen vor weltweiten Pandemien wie Schweine- oder Hühnergrippe.
So scheint es legitim, Rudolf Steiners Ansatz weiter zu denken: Nach einer symbiotisch empfundenen, ursprünglichen Kultur, in der in der Einigkeit mit dem Natürlichen auch das Göttliche wahrgenommen wurde, emanzipierte sich das menschliche Bewusstsein zunehmend aus dem als Natur Wahrgenommenen. Die kultivierte, aber auch extrem materiell ausgebeutete Natur wird heute zwar einerseits in eine gewisse Ursprünglichkeit zurück versetzt, zugleich aber auch als nicht beherrschbare, bedrohliche Gefahr wahrgenommen. Die atavistische Gefahr, die frühe animistische Kulturen in der Natur auch empfanden, kehrt so im modernen Gewand wieder zurück: Die Natur entzieht sich zwar nicht der Nutzung, bleibt aber auch unbeherrschbar. Ihre Macht ist wieder zurück gekehrt. Das Konstrukt Natur entzieht sich den Grenzen, die ihm der Mensch zuweisen wollte. Auch wenn die Götter verschwunden sind, die Macht ist es nicht.
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Donnerstag, 10. Februar 2011
"Today, Mubarak. Tomorrow, Prokofieff!"
So jedenfalls eine Bemerkung zu einem Post von Tom Mellett. In dem Beitrag, auf den er verweist, wird nichts weniger als - angesichts von sinkenden Mitgliederzahlen und zunehmenden finanziellen Problemen- eine Revolution innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft gefordert: "Petition for the 'forced' resignation of the Entire Executive Council of the Anthroposophical Society at the Next AGM meeting in Dornarch". Gut, Dornach hat man nicht einmal richtig geschrieben, dafür aber eine sehr lange Erklärung zur revolutionären Forderung angehängt.
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Mittwoch, 9. Februar 2011
Andreas Lichte irrlichtert wieder
Herr Lichte beehrt mich mal wieder in diesem Blog (mit 30- 40 40-50 Spam- Kommentaren pro Abend) und bedroht meine Leser, während er mich andernorts als "Faschistenfreund" apostrophiert- in penetranter Regelmäßigkeit und dumpfer Monotonie. Bei tatsächlichen Anthroposophie- Kritikern wie Alicia, Peter Staudenmaier oder Ansgar Martins biedert er sich stets eine Weile an, bis sein spezielles Temperament wieder durchbricht und dann auch diese Arbeitsbeziehungen jäh beendet werden. Ich bilde ihn daher gern in einer hoffnungsvolleren Pose ab- ich meine, hoffnungsvoll für ihn.
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Dienstag, 8. Februar 2011
Immer noch eines meiner Lieblingsbilder von Steiner
..vielleicht weil ich es selbst mit Mosaikbausteinchen gelegt habe- wenn auch in digitaler Form. Es ist später noch farbig behandelt worden, klar.
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Montag, 7. Februar 2011
Vera Koppehel: Steiner heute begegnen
"Auch hier begegne ich Rudolf Steiner. Oft. Er predigt nicht vom Opfer. Es ist einverwoben in seine Biographie. Man kann es lesen, herauslesen und etwas daraus lernen. Ich meine nichts im alten Sinne Moralisches oder die Mär vom »einfach Weitermachen«, sondern etwas »Über«lebenswichtiges: Zu sich stehen zu können. Im Irrsinn, im Absurden, im Unfassbaren, im Gnadenlosen, aber auch vor und in einer wesenhaften, substanziellen Welt – bestehen können. Das Kostbarste in sich bewahren lernen. Seine Einsichten nicht mit dem Wind zu drehen, sein Konsumverhalten nicht am »must have« und seine Taten nicht nach Lob und Tadel der anderen auszurichten. Die Steigerung: keine Angst mehr vor dem Sterben zu haben. Keine Furcht davor, etwas oder jemanden zu verlassen, Mut, das Liebste loslassen zu können."
aus: Die Alchemie des Alltags als Kunst der Gegenwart
Erwähnt auch im Newsletter des Rudolf-Steiner-Archivs
aus: Die Alchemie des Alltags als Kunst der Gegenwart
Erwähnt auch im Newsletter des Rudolf-Steiner-Archivs
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Sonntag, 6. Februar 2011
"Verbrechertisch" mit Rudolf Steiner
Wolfgang G. Vögele und einige Mitstreiter laden ein zum "Verbrechertisch" und präsentieren den Rudolf Steiner, von dem sonst wenig zu hören und zu lesen ist - außer in vergriffenen biografischen Notizen von Emil Bock. Der frühe Steiner hing mit Künstlern nächtelang in Kneipen herum, zwischen Boheme, Dichtern, Sozialisten und Frauenrechtlerinnen. Die Geschichten von ihm und seinen Freunden sind tatsächlich immer wieder erstaunlich und erheiternd. Sie passen auch so überhaupt nicht in das Bild, das die meisten Anhänger wie Gegner vom feinsinnigen Esoteriker Steiner so pflegen. Viel Vergnügen also bei zwei Veranstaltungen in Berlin und Leipzig.
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Samstag, 5. Februar 2011
International verfolgte Blogger
Threatened Voices ist eine Plattform, auf der gefangen genommene, "verschwundene" und schikanierte Blogger aus aller Welt vorgestellt werden.
Dabei entsteht auch eine Art Anti- Hitparade, auf der die Anzahl der bekannten Verfolgten Ländern zugeordnet wird. China, Iran und Ägypten stehen an der Spitze.
Dabei entsteht auch eine Art Anti- Hitparade, auf der die Anzahl der bekannten Verfolgten Ländern zugeordnet wird. China, Iran und Ägypten stehen an der Spitze.
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Donnerstag, 3. Februar 2011
The Doctor is Now a Negro
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Heuchlerische Deutsche
"Bundesaußenminister Guido Westerwelle erklärte, „der Weg zur Stabilität führt über die Wahrung der Menschen- und Bürgerrechte“. Erklärungen wie diese „wirken heuchlerisch angesichts der Tatsache, dass Deutschland zu den Hauptwaffenlieferanten der diktatorischen Machthaber in Ägypten zählt“, sagte Jürgen Grässlin, Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) und Vorsitzender des RüstungsInformationsBüros (RIB e.V.). Der Freiburger Rüstungsexperte warf der Bundesregierung vor, dass sie 2009 gegenüber dem Vorjahr „mehr als eine Verdoppelung der Lieferungen von Waffen und Rüstungsgütern an Ägypten genehmigt“ habe. "
Weiter bei RüstungsInformationsBüro.
Westerwelle wird für seine windelweichen Appelle inzwischen von allen Seiten kritisiert- er ist eben in diesem Amt vollkommen überfordert. DIE ZEIT zitiert in diesem Zusammenhang Claudia Roth, die stellvertretend meint: "So fordert Claudia Roth, die Parteichefin der Grünen, dass Westerwelle "in Richtung Ägypten endlich eindeutig Stellung beziehen" müsse: Und zwar "für die Protestierenden auf den Straßen Kairos und gegen das Mubarak-Regime, das auch von Deutschland jahrzehntelang hofiert wurde". Merkel und Westerwelle würden "täglich windelweiche Erklärungen verlesen und sich dabei um eine Abkehr von Mubarak herum drücken", sagt Roth ZEIT ONLINE. Die Bundesregierung müsse den Druck "gegenüber Mubarak deutlich erhöhen und ihn zur Aufgabe drängen"."
Weiter bei RüstungsInformationsBüro.
Westerwelle wird für seine windelweichen Appelle inzwischen von allen Seiten kritisiert- er ist eben in diesem Amt vollkommen überfordert. DIE ZEIT zitiert in diesem Zusammenhang Claudia Roth, die stellvertretend meint: "So fordert Claudia Roth, die Parteichefin der Grünen, dass Westerwelle "in Richtung Ägypten endlich eindeutig Stellung beziehen" müsse: Und zwar "für die Protestierenden auf den Straßen Kairos und gegen das Mubarak-Regime, das auch von Deutschland jahrzehntelang hofiert wurde". Merkel und Westerwelle würden "täglich windelweiche Erklärungen verlesen und sich dabei um eine Abkehr von Mubarak herum drücken", sagt Roth ZEIT ONLINE. Die Bundesregierung müsse den Druck "gegenüber Mubarak deutlich erhöhen und ihn zur Aufgabe drängen"."
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Mittwoch, 2. Februar 2011
Dienstag, 1. Februar 2011
Ruth Bamberg/ Vera Koppehel: Hommage an die Eurythmie
Könnten Sie das tanzen…? - Hommage an die Eurythmie 1 from ruth bamberg on Vimeo.
Website zu diesem und zu folgenden Filmprojekten.
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Die Macht und der Zweifel
„Selbstbewusstseinsseele“ nannte Georg Kühlewind den dominanten Aspekt menschlicher Binnenkultur- eine janusköpfige innere Struktur. Der Zwiespalt entsteht dadurch, dass der bewusste Zeitgenosse ohne weiteres auf sich selbst- auf das „Gewordene“ in ihm- seine Gestimmtheiten, seine Determinationen, seine seelischen Strukturen schauen kann. Psychologie, Soziologie, Hirnforschung und Medizin tragen dazu bei, dass der Blick schärfer und unbestechlicher wird. Was aber nicht immer bemerkt wird, ist, dass sich dabei eine unabhängige Instanz, der „innere Zeuge“ heraus bildet - eben der, der der Schauende ist. Die objektive Instanz in uns besteht nur in der Gegenwärtigkeit, im Akt des Schauens. Es ist ein nicht greifbares Ich, das nur in Tätigkeit, in Aktivität, in innerer Souveränität präsent ist- man kann es nicht umreissen, nicht beschreiben, nicht definieren. Genau diese Gegenwärtigkeit, die Zeugenschaft, ist das Tor zum spirituellen Erleben. Der Zeuge ist das sich selbst vergegenwärtigende Geistige im Menschen.
Gleichzeitig bestehen archaische seelische Strukturen im Menschen fort. Die von Rudolf Steiner so genannte Empfindungsseele ist noch gänzlich ungebrochen. Hier erlebt sich der Mensch noch in einer Naivität des Nicht- Hinterfragbaren. Der Despot, der in seinen Augen das natürliche Recht darauf hat, sich auszuleben und keinen Widerspruch duldet, ist so ein Typus. Er sieht sich als Mittelpunkt der Welt- zumindest als der Mittelpunkt seiner eigenen kleinen Umwelt. Ob er nun lediglich Familien oder ganze Landstriche terrorisiert, bleibt sekundär. Sein Recht auf die Rolle wird nicht hinterfragt und schon gar nicht in Zweifel gezogen. Dieser Despot wird eher seine kleine Welt in den Abgrund reissen als zulassen, dass seine Rolle unterminiert wird.
Die Verstandesseele ist eine weitere archaische Positionierung. Diese Struktur macht sich aus Vernunftgründen das untertan, was ihr zur Verfügung steht. Sie wird getrieben vom Machbaren. Andererseits braucht diese Struktur den Erfolg, den Fortschritt, die Überwindung als Lebenselixier. Sie lebt nicht fraglos aus sich selbst heraus, sondern lehnt sich stets an etwas an. Dass dabei ganze Lebensräume zerstört werden, interessiert die Anhänger des Machbaren nicht. Natürlich entspringen dieser seelischen Struktur auch andere Aspekte; sie fühlt sich auch in kulturellen Erzeugnissen, sie geht im Sprachklang auf und kann sich an der eigenen Intelligenz delektieren. Sie braucht etwas, an das sie anstösst; sie erlebt sich daran. Die von ihr verfolgte Struktur hat daher eine existentielle Dimension; sie ist getrieben von der Selbstverwirklichung. Unter diesen Maximen lauert ein unbestimmtes Grauen, ein Nichts, das nicht hinnehmbar ist.
Die Selbstbewusstseinsseele dagegen hat, nach all den Zweifeln, der Selbsthinterfragung, der Fragmentierung, der existentialistischen Krise, der Hinterfragung der sozialen, gesellschaftlichen und geschlechtlichen Rollen, das Zeug dazu, ohne an etwas anzulehnen, ohne Zweckdienlichkeit und Despotie, aus sich heraus zu bestehen. Denn der „Zeuge“ ist der Beginn geistiger Autonomie- eine Chance und Möglichkeit. Er kann aus der Rolle des Betrachters heraus treten und lebendig, flexibel und ohne Ängste vor Neuem, frei von Rollen und Definitionen sozial und gesellschaftlich gestalten. Er tut dies in Gelassenheit und mit Umsicht. Er kann die Intentionen Anderer wahrnehmen und berücksichtigen, denn sein Lebenselixier ist die empathische Grundhaltung. Daher ist die Zeit der Selbstbewusstseinsseele eine Zeit des Umbruchs. Alte Werte verdämmern und verschwinden- aber zugleich beginnt die Möglichkeit der Gestaltung aus innerer Verantwortung heraus.
Alle genannten Strukturen existieren nebeneinander im zeitgenössischen Individuum, in der globalisierten und medienorientierten Weltkultur zunehmend unabhängig von Status, Geschlecht und nationaler Zugehörigkeit. Zugleich entstehen dabei Ängste und Gegenbewegungen, die völlig archaische Strukturen wieder an die Oberfläche spülen. Die Despoten greifen weltweit wieder nach den Rudern- aber auch in uns selbst. Autonomie ist nichts Gegebenes, weder im individuellen noch im gesellschaftlichen Rahmen.
Gleichzeitig bestehen archaische seelische Strukturen im Menschen fort. Die von Rudolf Steiner so genannte Empfindungsseele ist noch gänzlich ungebrochen. Hier erlebt sich der Mensch noch in einer Naivität des Nicht- Hinterfragbaren. Der Despot, der in seinen Augen das natürliche Recht darauf hat, sich auszuleben und keinen Widerspruch duldet, ist so ein Typus. Er sieht sich als Mittelpunkt der Welt- zumindest als der Mittelpunkt seiner eigenen kleinen Umwelt. Ob er nun lediglich Familien oder ganze Landstriche terrorisiert, bleibt sekundär. Sein Recht auf die Rolle wird nicht hinterfragt und schon gar nicht in Zweifel gezogen. Dieser Despot wird eher seine kleine Welt in den Abgrund reissen als zulassen, dass seine Rolle unterminiert wird.
Die Verstandesseele ist eine weitere archaische Positionierung. Diese Struktur macht sich aus Vernunftgründen das untertan, was ihr zur Verfügung steht. Sie wird getrieben vom Machbaren. Andererseits braucht diese Struktur den Erfolg, den Fortschritt, die Überwindung als Lebenselixier. Sie lebt nicht fraglos aus sich selbst heraus, sondern lehnt sich stets an etwas an. Dass dabei ganze Lebensräume zerstört werden, interessiert die Anhänger des Machbaren nicht. Natürlich entspringen dieser seelischen Struktur auch andere Aspekte; sie fühlt sich auch in kulturellen Erzeugnissen, sie geht im Sprachklang auf und kann sich an der eigenen Intelligenz delektieren. Sie braucht etwas, an das sie anstösst; sie erlebt sich daran. Die von ihr verfolgte Struktur hat daher eine existentielle Dimension; sie ist getrieben von der Selbstverwirklichung. Unter diesen Maximen lauert ein unbestimmtes Grauen, ein Nichts, das nicht hinnehmbar ist.
Die Selbstbewusstseinsseele dagegen hat, nach all den Zweifeln, der Selbsthinterfragung, der Fragmentierung, der existentialistischen Krise, der Hinterfragung der sozialen, gesellschaftlichen und geschlechtlichen Rollen, das Zeug dazu, ohne an etwas anzulehnen, ohne Zweckdienlichkeit und Despotie, aus sich heraus zu bestehen. Denn der „Zeuge“ ist der Beginn geistiger Autonomie- eine Chance und Möglichkeit. Er kann aus der Rolle des Betrachters heraus treten und lebendig, flexibel und ohne Ängste vor Neuem, frei von Rollen und Definitionen sozial und gesellschaftlich gestalten. Er tut dies in Gelassenheit und mit Umsicht. Er kann die Intentionen Anderer wahrnehmen und berücksichtigen, denn sein Lebenselixier ist die empathische Grundhaltung. Daher ist die Zeit der Selbstbewusstseinsseele eine Zeit des Umbruchs. Alte Werte verdämmern und verschwinden- aber zugleich beginnt die Möglichkeit der Gestaltung aus innerer Verantwortung heraus.
Alle genannten Strukturen existieren nebeneinander im zeitgenössischen Individuum, in der globalisierten und medienorientierten Weltkultur zunehmend unabhängig von Status, Geschlecht und nationaler Zugehörigkeit. Zugleich entstehen dabei Ängste und Gegenbewegungen, die völlig archaische Strukturen wieder an die Oberfläche spülen. Die Despoten greifen weltweit wieder nach den Rudern- aber auch in uns selbst. Autonomie ist nichts Gegebenes, weder im individuellen noch im gesellschaftlichen Rahmen.
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