Montag, 27. Februar 2012

Ansgar Martins praktiziert "das leidige Differenzieren" in Bezug auf Anthroposophie und Faschismus

Ansgar Martins setzt sich in einem neuen Artikel im Waldorfblog- "Lichte, Steiner, Mussolini – Anthroposophie, Faschismus und das leidige “Differenzieren""- erneut, aber auf einem sehr hohen Niveau, was Recherche und eben Differenziertheit betrifft- mit dem Thema Anthroposophie und Faschismus auseinander. Anlass war ein neuer Rundumschlag des Dauerkritikers Andreas Lichte bei den Ruhrbaronen. Darin wird u.a. - was mich selbst betrifft- behauptet:

"Vollends privat wird die Verehrung Rudolf Steiners und Massimo Scaligeros bei Michael Eggert, der meines Wissens keine offizielle Funktion in der Anthroposophie hat, und auch nicht in einer anthroposophischen Einrichtung arbeitet. Eggert soll hier für die Haltung des normalen Durchschnittsanthroposophen stehen.
Michael Eggert wurde von Peter Staudenmaier – dem dieser Artikel zu verdanken ist, siehe „Credits“, unten – und mir über Massimo Scaligeros Faschismus, Rassismus und Antisemitismus umfassend informiert. Michael Eggert hatte also nicht mehr die deutsche Standardausrede „Aber ich hab’ doch nichts davon gewusst!“, als er Massimo Scaligero auf seinem Blog „Egoisten“ als spirituellen Lehrer vorstellte, siehe: „Die Kraft des Lebens“. Kein bedauerlicher Einzelfall, zuletzt gab es im Januar 2012 einen weiteren Blogeintrag Eggerts zu Scaligero: „Unbewegt“
Eggert preist die „Spiritualität“ Massimo Scaligeros an, eine „Spiritualität“, die Scaligero als Legitimation der Judenverfolgung diente. Warum tut Eggert das? Fragen Sie ihn selber nach seinen privaten Motiven. Ich kann nur vermuten, dass es für Eggert und viele andere Anthroposophen einfach zu spät ist, sich von ihrem anthroposophischen Glauben zu befreien. (..)"

Martins ist in seinem umfassenden Artikel bemüht, die ideologischen Kurzschlüsse Lichtes aufzulösen. Die Behauptung, ich hätte Scaligeros faschistische Vergangenheit und seine frühe, lebenslängliche Anhängerschaft gegenüber dem faschistischen "Magier" Evola geleugnet oder relativiert, ist ja leicht durch voran gehende Artikel von mir oder in meinem Blog referierte Arbeiten des Historikers Peter Staudenmaier zu widerlegen. In Bezug auf den Werdegang Scaligeros ist nichts zu beschönigen- ein Umgang mit seinen späteren anthroposophischen Texten scheint mir aber bei gehöriger Distanzierung und vorsichtiger Annäherung möglich. Ich bin mir auch bewusst, dass Scaligero selbst diese Distanzierung nicht betrieben hat- die späten Erklärungsversuche erscheinen- so weit sie mir in Übersetzung vorliegen- allenfalls beschwichtigend. Von einer "Verehrung" Scaligeros bei mir kann also keine Rede sein. Aber Martins geht umfassender und grundsätzlicher an das Thema heran. Er spricht von einer "Polyvalenz der weltanschaulichen Diskurse, die nur durch differenzierte Betrachtung erfasst werden kann", wobei er Kocku von Stuckrad zitiert:

"Traditionen lassen sich nicht auf bestimmte Diskurse begrenzen. Vielmehr entwickeln sie sich aus gemeinsamen Fragestellungen und zeitgenössischen Interessenlagen. Mehr noch: Diskursfelder verändern religiöse Identitäten und führen mitunter zu erstaunlichen Allianzen und Parallelen zwischen vermeintlich getrennten religiösen Traditionen … Die Forschungen zur religiösen Sozialisation haben ergeben, dass im 20. Jahrhundert von einer geschlossenen religiösen Identität, die nach dem Motto verfährt ‘Eine Person = eine Religion’, keine Rede sein kann."

Auch Staudenmaier spricht von einer Nichteindeutigkeit politischer Präferenzen in Bezug auf Anthroposophie, von einem "left-right crossover that has marked anthroposophical politics from the beginning".

Das Dilemma, sich mit einem derart diskreditierten Autor (dessen faschistische Vergangenheit in vielen anthroposophischen Stellungnahmen bis heute verschwiegen wird) zu beschäftigen, war mir von Anfang an klar. Da seine Idealisierung in italienischen anthroposophischen Kreisen (u.a. bei Facebook) bis heute weiter getrieben wird, setzt man sich in der Auseinandersetzung mit Scaligero naturgemäß zwischen alle Stühle. Martins ist so freundlich, diese meine Positionierung zu akzeptieren:

"Man muss schon sehr überzeugt von Scaligeros Meditationstexten sein, damit sie einem durch dessen faschistisches Engagement nicht ungenießbar werden. Nichtsdestominder hat Eggert sich von diesem Faschismus glaubhaft distanziert, “diszipliniert kritische Distanz” gefordert und überdies (mehrfach) einschlägige Texte von Staudenmaier publiziert (darunter btw. auch ein sehr guter zu Martiloni und Waldorf im NS). Warum – könnte man die Frage umdrehen – verschweigt Andreas das?"

Er ist auch so nett, die Belege aus meiner Website gleich mitzuliefern. Nun bin ich trotz aller Bemühungen von Andreas Lichte vielleicht nicht vollkommen diskreditiert, aber eine Schmach, die Lichte mir antut, bleibt natürlich weiter im Raum: "Eggert soll hier für die Haltung des normalen Durchschnittsanthroposophen stehen." Das könnte ein neuer Untertitel für meine Websites und Artikel werden: Der normale Durchschnittsanthroposoph. Da muss ich durch.


Kommentare:

  1. "Vollends privat wird die Verehrung Rudolf Steiners und Massimo Scaligeros bei Michael Eggert, der meines Wissens keine offizielle Funktion in der Anthroposophie hat, und auch nicht in einer anthroposophischen Einrichtung arbeitet. Eggert soll hier für die Haltung des normalen Durchschnittsanthroposophen stehen.“ (Lichte)

    Also eine Schmach, lieber Michael, ist das mit Sicherheit nicht! Dazu Wiki: Im allgemeinen Sprachgebrauch wird privat meist als Gegensatz von "öffentlich" gebraucht. Privat steht dabei stellvertretend für den Begriff "persönlich" oder wird im Sinne von "im vertrauten Kreise" verwendet. Dieser Wortstamm wird auch häufig in Kombination mit anderen Begriffen verwendet, um deutlich zu machen, dass es sich nicht um eine öffentliche Angelegenheit handelt.

    „Meine Sachen können nicht populär werden! Wer daran denkt und dafür strebt, ist in einem Irrtum. Sie sind nicht für die Masse geschrieben, sondern nur für einzelne Menschen, die etwas ähnliches wollen und suchen und die in ähnlichen Richtungen begriffen sind.“(Goethe zu Eckermann, 11. Okt. 1828)

    Nun, damit ist gesagt, die Sache steht auf dem Kopf. Denn, zum „Durchschnitt“ gehört allenfalls das, was öffentlich wird! Es gibt keine durchschnittlichere Durchschnittlichkeit, als die derjenigen, die meinen, es ginge in „Sachen Anthroposophie“ um eine Angelegenheit von allgemeinem Interesse.

    Hätten heutige „Zeitgenossen“, auch nur annähernd, durch selbst ausgebildeten Kunstsinn, sich ihrer Zeitgenossenschaft zu entheben verstanden, es wäre überflüssig, hier noch weiterhin Steiner zu strapazieren.

    „Die Antriebe für unser Handeln müssen daher immer in Form individueller Intentionen auftreten. Alles, was der Mensch Fruchtbringendes vollführt, verdankt solchen individuellen Impulsen seine Entstehung. Völlig wertlos erweisen sich allgemeine Sittengesetze, ethische Normen usw., die für alle Menschen Gültigkeit haben sollen. ( Steiner, aus: „Einleitungen zu Goethes naturw. Schriften“ - Kapitel X, Punkt 5 )

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  2. Lieber Burghard, das sehe ich zwar auch so (dass Anthroposophie individuell ergriffen werden muss)- aber andererseits steht Anthroposophie eben voll in der Öffentlichkeit. Heute gibt es nicht einmal mehr den Filter der Print- Medien, die vielleicht im Monatsrhythmus Diskussionen pflegen, sondern die Sache geht im Internet "live" durch den Fleischwolf, wobei grobe und gröbste Meinungsmache zum Standard gehört. Mit Unterstellungen und Suggestion muss man wohl oder übel zurecht kommen. Andererseits wird nur dort drauf gehauen, wo etwas *sichtbar* wird und ein gewisser Grad von Popularität erreicht ist. Ich darf mich also nicht beschweren. Die Sache mit dem Durchschnitt fand ich auch eher erheiternd.

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  3. Was genau ist bitte ein Anthroposoph? Der Begriff erschliesst sich mir nicht. Kann man das festnageln?
    Wer genau ist bitte ein Durchschnittsmensch? Damit ist es dasselbe.

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  4. Durchschnitt ist wohl das neue Un-Wort, um s-ich zu treffen in der Mitte ...
    Interesse verfolgt niemanden. Wer die Saat zermahlt findet nichts mehr zum Pflanzen. SaatGut besteht ohne Hörner und geht mit Körnern vom Winde verweht. Der Name wurzelt standhaft.

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  5. der artikel heisst nicht "Lichte, Steiner, Mussolini – Anthroposophie, Faschismus und das leidige “Differenzieren"" sondern: "Hitler, Steiner, Mussolini – Andreas Lichte, Faschismus und das leidige “Differenzieren”"

    es gibt in michaels beitrag noch mehr sachliche fehler, leicht zu finden

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  6. Oh, verdammt. Da habe ich Lichte mit Hitler verwechselt. Das ist wirklich sehr ungenau.

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  7. Diese Total-Genaunehmer sind mir das eigentliche Problem, diese Begriffsjongleure, vergessenhabend - häufig - wie selbige entstehen und zu bilden sind. Und wenn man sich einen "Durchschnittsanthroposophen " anschaut ist es immer noch sehr wichtig von welcher Seite aus man dies tut. Bewegt er sich in Richtung Definator und Analyst oder dem Leben und dem Schöpferischen entgegen. Der Rest ist selbsterklärend. Und wenn man da reinbläst, inspirativ, dann scheiden sich die Geister von ganz allein. Ich hab da keine Sorge :-)

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  8. Ich habe aus gegebenen Anlass ausführlicher bei Peter Staudenmaier nachgelesen:
    www.openwaldorf.com/antroposophyandecofascism.pdf . Erst jetzt wird mir das volle Ausmaß von Faschismus und Anthroposophie bewußt. Das geht bis in die Knochen hinein. Diese Information hatte ich bisher nicht. Ich lese Steiner ja nicht wegen Faschismus oder esoterischem Rassismus, sondern mich interessieren Themen wie Denken, Fühlen, Wollen, die Wesensglieder, Elementarwesen, das Wesen des Ich`s, physische Prozesse, Meditation, etc.
    Ich teile nicht die, wie mir scheint, einseitige Meinung Staudenmaier`s über Steiner, ich sehe Steiner vielschichtiger: zum Großteil als den Seher auf sehr hohem moralischen Niveau, als den Schatten und als denjenigen, bei dem sich beides mischt. Um so bedauerlicher finde ich die Irrtümer und die unglückselige Saat, die er gelegt hat.
    Einiges aus dem Dokument von Staudenmaier: Steiner leugnet die Verantwortung der Deutschen am 1. Weltkrieg, Deutschland sei „Opfer“ des Westens,
    Bewunderung und Sympathieerweisungen führender Anthroposophen für den Nationalsozialismus,
    1934 schickt die anthroposophische Gesellschaft D einen Brief an Hitler persönlich um Kompatibilität und Gemeinsamkeit der Anthroposophie mit dem Nationalsozialismus zu unterstreichen. Große Unterstützung durch Hitlerstellvertreter Hess. Weleda schickte Naturheilmittel für medizinische Experimente nach Dachau. Weledas Chefgärtner, Franz Lippert, SS Mitglied, zieht nach Dachau, um dort die angelegten biodynamischen Pflanzungen zu beaufsichtigen. Sympathien zw. Nationalsozialismus u Anthroposophie blühen nach dem Krieg weiter. Haverbeck u.a., Anthroposophen, die den Holocaust verleugnen,der Sumpf modert weiter, bitte selbst nachlesen.
    Über die faschistischen Gründungsmitglieder der anthrop.Gesellschaft in Italien informiert obiger Artikel u. der waldorfblog – welches Glück, dass es diesen gibt!
    In Italien ist es mucksmäuschenstill was kritische Aufarbeitung anbelangt. Unter der Decke flüstert manchmal jemand, dass da irgendwie etwas war mit den Nationalsozialisten. Ansonsten hält die anthrop.Welt ziemlich dicht und Aufklärung unter Verschluß, trotz bester Kontakte mit Deutschland.

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    1. Wie sollte denn deiner Meinung eine Entschuldigung "DER ANTHROPOSOPHEN" aussehen

      Als Beispiel:
      In den Jahren 1933-1945 gibt es in der evangelischen Kirche zwei Flügel, die "Deutschen Christen" und die "Bekennende Kirche". In beiden Gruppen wurde der Treue- und Gehorsams-Eid gegenüber Adolf Hitler geschworen. Und Verantwortliche und Anhänger beider Flügel forderten oder befürworteten auch die Judendiskriminierung und -verfolgung, von wenigen Ausnahmen abgesehen.

      - So lautet der beeindruckende Schlüsselsatz des sogenannten „Stuttgarter Schuldbekenntnis“, das der Rat der Evangelischen Kirche Deutschlands am 18. Oktober 1945 gegenüber Vertretern des Ökumenischen Rates abgab.
      „Wohl haben wir lange Jahre hindurch im Namen Jesu Christi gegen den Geist gekämpft, der im nationalsozialistischen Gewaltregiment seinen furchtbaren Ausdruck gefunden hat: aber wir klagen uns an, dass wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben.“

      Noch 60 Jahre danach teilen sich die Geister über der Erklärung.
      So wird heute meist angemerkt, dass die bekannte Schuld sehr unkonkret bleibt und vor allem der Völkermord am europäischen Judentum nicht benannt wird geschweige denn die kirchliche Beteiligung an der Diskriminierung und Ausgrenzung des Judentums. Als Erklärung der Schuld der evangelischen Kirche nach zwölf Jahren NS-Herrschaft, nach Völkermord und Zweitem Weltkrieg hätte die eigene Unterstützung und Mittäterschaft benannt werden müssen, so die heute gängige Kritik.....

      Das alles hinderte Lichte nicht daran, zu versuchen, mit dem Sektenbeauftragten der evangelischen Kirche gemeinsam Front gegen die Anthroposophie zu machen. Lichte ist sich zu diesem Zweck keiner Bigotterie zu schade. Andererseits kann man durchaus auch dankbar für seinen letzten Artikel bei den Ruhrbaronen " Lichte, Steiner und Mussolini" sein.

      Die von Lichte dargestellten Entgleisungen Scaligeros sind mir nicht bekannt gewesen und haben mich daher ziemlich schockiert. Allerdings vertraue ich nicht allzu sehr auf die journalistischen Fähigkeiten Lichtes, so dass ich darauf gespannt bin, was dazu noch von anderer Seite recherchiert wird. Der von Lichte vorgenommene Versuch, die Spirtualität Rudolf Steiners ursächlich für die Entgleisungen und folgenschweren Fehlhandlungen Massimo Scaligeros verantwortlich zu machen ist unredlich und so polemisch wie durchschaubar.
      Ich kann an dieser Stelle als "Anthroposophie- Sympathisant" nur sagen, dass ich mich dafür schäme, dass Scaligero, der angeblich auch im Vorstand der italienischen anthroposophischen Gesellschaft war, sich anscheinend noch weniger als die evangelische Kirche für seine Untaten entschuldigt und sich nicht ausreichend von seiner rassistischen Ideenwelt distanziert hat.
      Als Mitglied der Spezies Mensch schäme ich mich für Lichte, der lediglich aus persönlichen Gründen kein gutes Haar an der Anthroposophie lassen kann. Das wird der engagierten guten Arbeit vieler Anthroposophen nicht gerecht.

      Ich gehe davon aus, dass Lichte es nicht erleben wird, dass sich von "offizieller Stelle" bei IHM ( Lichte) entschuldigt wird, denn das genau ist es, was er im Grunde fordert und erzwingen will. Meines Wissens liegt eine solche Forderung zur Entschuldigung weder von der jüdischen Gemeinde noch von einer anderen diskriminierten Minderheit vor, sondern ist von Lichte kreiert. Diese können aber durchweg für sich sprechen und benötigen dafür keinen Durchschnittsartikelschreiber ( im wohlwollenden Sinne ) Andreas Lichte.
      Im Übrigen überschätzt sich Lichte nach meinem Dafürhalten erneut maßlos. Man gehe nur zum entsprechenden Artikel bei den Ruhrbaronen und schaue sich einmal Qualität und Quantität der dort abgegebenen Kommentare an!

      Unter dem Strich gebührt ihm (Lichte) jedoch Dank, denn man kann sich ja nicht oft genug von rassistischen Gedankengut distanzieren und hierfür hat Lichte in diesem Fall die Grundlage geschaffen! :-)

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    2. Ich würde mich nicht länger mit Lichte aufhalten, aber Staudenmaier ist brillant und belesen. Man kann von sehr guten Recherchen bei ihm ausgehen.

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    3. "Um so bedauerlicher finde ich die Irrtümer und die unglückselige Saat, die er gelegt hat."

      Und wer wird das hier eines guten Tages aufarbeiten müssen, was Du hier von Dir gibst? Nur weil Du nicht mitbekommst und es augenscheinlich auch gar nicht mitbekommen willst, was da in Dir so drängelt!?

      UND, aufarbeiten, die "Taten" anderer, wie soll das gehen oder was verstehst Du darunter? Ich bleibe immer bei Selbsterkenntnis "hängen".

      Ich wäre gern dabei, falls Du eines Tages erkennen kannst, was Du hier wie Flugblätter an die Wände klebst und wie Deine Entschuldigung sich dann zeigen wird. Peinlich, peinigend, wenn man das bemerkt.

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    4. Manroe, was drängelt denn, Deiner Meinung nach, da in mir?

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    5. Liebe freudean, zunächst einmal möchte ich Dir sagen, dass ich durchaus verstehe was Du sagst und gerne aufgearbeitet sehen möchtest. Und in diesem Sinne gebe ich Dir ebenfalls Recht und finde es auch gut und richtig, dass Du Dich dafür so vehement einsetzt.

      Und zu drängeln in Dir scheint mir jene Empörung darüber, was Dir vor Deinem inneren Auge steht und Du in einem moralischen Sinne anschaust. Bis hierher finde ich alles ok.

      Eine Empörung (ich habe JETZT mal dieses Wort gewählt...) kommt doch zustande, wenn Inhalte Dich in Deiner geistigen Haltung erreichen und dann etwas auslösen in Dir und sie möchte es ab hier dann geklärt wissen. Dem, was von Aussen Dich innerlich errreicht, gesellt sich von Dir etwas hinzu bis dahin, dass es "verfärbt", was man wahrgenommen hat.

      "Fakten" (jaja...) und Verstand sind die Begleit"personen" und Zuflüsterer, wenn sie merken, dass in Dir Fragen auftauchen und in Bewegung sind. Und der Verstand ist ein sehr eifriges und sehr schnelles "Wesen" und DIR gegenüber hellsichtig, er sieht schneller als Du in der Regel zu denken vermagst und leuchtet Dir ein, ganz wortwörtlich.

      Und jetzt ist es absolut wichtig, auf wen man hört! Oder zumindest erweiternde Fragen stellt, im Wissen darum dass DU entscheidest und nicht Deine "Ratgeber". Deine "Ratgeber", die drängeln, weil es in ihrer Natur liegt sich so zu verhalten, wie sie es tun, sie haben praktisch keine "Zeit" und müssen partout möglichst direkt sich betätigen. Und dass Dich was drängelt müsstest Du doch bemerken. Und bevor ich zum Sprachrohr der Drängler in mir werde, würde ich selbige aufs Korn nehmen und deren Wesen studieren, die verlieren augenblicklich ihre Begeisterung, wenn DU sie anschaust und befragst. Und ab hier beginnt es doch erst, insbesondere dann, wenn man "meint" "Um so bedauerlicher finde ich die Irrtümer und die unglückselige Saat, die er gelegt hat." sagen zu müssen.

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  9. Ja, die Aufarbeitung ist mühselig, um es gelinde auszudrücken. Ich denke immer, dass diese Sachverhalte schon in den 60ern hätten thematisiert werden müssen- aber die, die es versuchten (bis in die 90er hinein), wie z.B. Arfst Wagner, sind ausgebremst oder ignoriert worden. Wie mühsam ein solcher Versuch der Aufklärung ist, habe ich bei den Egoisten beim Thema Benesch gemerkt.

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    1. Wie dumm und kurzsichtig von den Leuten. Wie wollen die den mit diesem Schatten weiter leben. Augen zu - und geht schon irgendwie?

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    2. Es ist auch für mich schwer vorstellbar, wie man spirituell arbeiten möchte und gleichzeitig offensichtliche Sachverhalte aktiv leugnet oder verschweigt. In meinen Augen ist das eine Art Bremsschuh oder führt ganz und gar auf falsche Gleise.

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    3. Vielleicht gibt es ja mehr Gemeinsamkeiten mit der Sekte Scientology, als ich dachte. Das wäre dann die Sekte Anthroposophie, bei der sich die dunklen Mächte gut eingenistet haben. Aber so ist das auf dem spirituellen Weg: die Konfrontation mit diesen Mächten bleibt nicht aus, sie gehört dazu.

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    4. So ganz am Anfang der Aufarbeitung stehen wir ja nun auch nicht. Über Anthroposophie und Rassismus gibt es jede Menge Literatur auch von anthroposophischer Seite (angestoßen vor allem durch die niederländische Untersuchung "Anthroposophie und die Frage der Rassen", und zum Verhalten von Anthroposophen im Nationalsozialismus gibt es die Studie von Uwe Werner, die wirklich breit rezipiert wurde. Dass das Thema, seine Aufarbeitung und differenzierte Betrachtung (allerdings ohne Einbeziehung Italiens) auch in der Mainstream-Anthroposophie angekommen ist, zeigte eine wirklich gelungene Podiumsdiskussion letztes Jahr in Weimar - leider ist die Dokumentation nur umständlich zugänglich über www.anthroposophische-gesellschaft.org auf der Startseite ganz unten (aber vielleicht ist sie doch auch irgendwo im Internet zu finden).
      Zumindest was Deutschland betrifft gibt es im Mainstream, bei den 'Durchschnittsanthroposophen' (ob man sie nun altersmäßig konstitutiert, irgendwo zwischen Dogmatismus und Individualismus ansiedelt, zwischen Steiner-Über-Ich und Revoluzzertum oder zwischen Dogmatismus und Konstruktivismus - Du bist da tatsächlich gar kein so schlechtes Beispiel, Michael ;-) ) kein Leugnen, Verschweigen, Wegschauen im größeren Stil. Ein paar Idioten gibt es immer, und manche Verstehens-Versuche stehen vielleicht auch auf etwas sehr affirmativer Grundlage. Aber es gibt auch immer wieder Leute, die sich in die Thematik einarbeiten und dann noch was entdecken, oder eben die ganze Sache nochmal auf ein höheres Niveau heben.
      Das alles ist doch Aufarbeitung. Was fehlt denn noch?

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    5. Mal klar und deutlich: Schau mal bei den anthroposophischen Biografien - Kulturimpuls http://biographien.kulturimpuls.org/detail.php?&id=1363
      unter Scaligero. Da steht derartig beschönigendes Zeug, obwohl ich denen meinen Artikel über Evola und die Arbeiten Staudenmaiers vor etwa 3 Jahren geschickt habe. Es ist rein gar nichts passiert; es wird wahrheitswidrig weiter behauptet, Scaligero sei kein Faschist gewesen. Die wissen definitiv, was sie tun.

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    6. Hier die Antwort -immerhin- von Robin Schmidt: "Sehr geehrter Herr Eggert,

      vielen Dank für Ihren ausserordentlich wichtigen Hinweis.

      Wir werden dem nachgehen und die Autorin der Biographie bitten, sich dieses Zusammenhanges anzunehmen, und sie fragen, sofern sie es für angemessen hält, ihn zu ändern.

      Mit bestem Dank für diese Wachheit in diesen Dingen
      und freundlichen Grüssen,

      Robin Schmidt



      Am 05.08.2009 um 13:57 schrieb Michael Eggert:"

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  10. Hat sich die Anthroposophische Gesellschaft für ihre Verfehlungen je bei dem jüdischen Volk entschuldigt?

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  11. Frag doch ein Vorstandsmitglied (zB Bodo von Plato)- ich bin nur eine Privatperson ohne jede Funktion und Amt.

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    1. Ich meine ja keinen privaten Schulterklopfer im Sinne von: "Tut mir leid, Samuel, da sind wir etwas zu weit gegangen." sondern im Sinne eines öffentlichen Bedauerns, wie es selbst Politiker zustande bringen. Aber ich merk schon .... da kann ich nur mehr den Kopf schütteln.

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  12. @freudean, der sagte:
    Hat sich die Anthroposophische Gesellschaft für ihre Verfehlungen je bei dem jüdischen Volk entschuldigt?

    Lieber Freudean, - für was bitte soll sich die AAG entschuldigen? Welche Verfehlungen? Ich habe - ganz ehrlich - keine Ahnung davon. Hat die AAG den Holocaust in der Nazizeit unterstützt? Das einzige, was ich von R.Steiner weiß, ist, daß er ausschließlich gegen den Antisemitismus gekämpft hat, (wenn man von dem einen Zitat absieht, das alle ständig - wohl aus Mangel an sonstigem - verwenden, das R.Steiner als junger Bursche in seinen zwanzigern machte...- also vor 1890

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  13. @Michael: "...aber eine Schmach, die Lichte mir antut, bleibt natürlich weiter im Raum: "Eggert soll hier für die Haltung des normalen Durchschnittsanthroposophen stehen." Das könnte ein neuer Untertitel für meine Websites und Artikel werden: Der normale Durchschnittsanthroposoph. Da muss ich durch."
    Michael: ich wäre stolz an Deiner Stelle!!! Du bist nämlich der einzige Durchschnittsanthroposoph, den ich kenne. Jawoll: Du bist damit das absolute Unikum - eine Besonderheit. Ich kenne nämlich nur - wirklich! - "Anthroposophen", die sich vom durchschnittlichen Anthroposophen distanzieren - oder überhaupt nicht "Anthroposophen" sein wollen. Ich denke, daß das das eigentliche durchschnittliche und spießige eines Anthroposophen ist, daß er sich davon distanziert, ein Anthroposoph - zumindest ein "durchschnittlicher" zu sein. Ich gratuliere Dir dazu! Du bist einfach einen großen Schritt weiter als alle Durchschnitts-Anthros!!!

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  14. Kann mir jemand erklären, was Peter Staudenmaier manchmal für einen Schwachsinn daherredet? Er sagt z.B. hier:
    (www.egoisten.de/autoren/staudenmaier/page407/page407.html)

    "Steiner blamed the Jews for Christ's death, for example; see Steiner, "Die Völkerseelen und das Mysterium von Golgatha" (1918), in Rudolf Steiner, Erdensterben und Weltenleben (Dornach 1967), pp. 158/159."
    Dann hab ich nachgeschlagen - und da steht was ganz anderes! Steiner hat eben auf genau diesen Seiten den Juden NICHT vorgeworfen für den Tod Christi verantwortlich zu sein! Man muß wirklich bei jedem alles nachschlagen. Die Leute - auch Staudenmaier - lügen oder kapieren nix! Man kann sich auf niemandes Interpretationen verlassen - nicht einmal auf das Kapieren der Zitate im Zusammenhang - auf Wahrheit und Wahrhaftigkeit sowieso nicht!
    Hier steht - S.159 - Folgendes von R.Steiner:
    „Denn weder hat dieses Ereignis es zu tun mit dem jüdischen Volkscharakter, noch mit dem auf dem gleichen Gebiete wirkenden römischen Volkscharakter; denn die Juden rufen: Kreuzige ihn! - und der Römer kann keine Schuld an ihm finden, das heißt, er weiß nichts mit dem anzufangen, was da vor sich geht. Es hebt sich das ganze heraus aus dem, was durch den Volkscharakter geschehen kann. Dadurch wird das Mysterium von Golgatha ein solches Ereignis, das Sie, wenn Sie es genau studieren, mit keinem andern vergleichen können. Märtyrer hat es selbstverständlich auch anderswo gegeben; aber nicht aus diesen Gründen, die für das Mysterium von Golgatha gelten, sind Märtyrer erstanden. Je mehr Sie das Mysterium von Golgatha studieren, desto mehr werden Sie finden, daß es gerade deshalb eintrat, weil es nichts zu tun hat mit einem einzelnen Volkscharakter, sondern weil es in Verbindung steht mit der ganzen Menschheit.“

    Lest die Seiten nach! Wie strunzdumm muß denn ein Staudenmaier sein, daß er nix kapiert! Ich bin zornig! Wieso verteidigst Du so jemanden, Michael Eggert???

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  15. Hier übertrifft sich Staudenmaier selbst am Lügen - und macht sich lächerlich:

    "Steiner also entertained a variety of conspiracy theories about Jews, including the standard antisemitic notions that Jews are to blame for wars and that Jews are striving for world supremacy. On occasion Steiner's fantasies along these lines essentially attributed genocidal intentions to the Jews. According to Steiner, for example, the ancient Hebrews believed "that the earth could only become happy if everything else would die off and only the members of this people would fill the whole world." Rudolf Steiner, Der innere Aspekt des sozialen Rätsels (Dornach 1972), p. 56.

    Das ist doch ein Scherzchen, gell, Michael. Du stellst das hier rein, um uns zu zeigen, daß manche den Gipfel der Absurdität erreichen, in dem was sie an Unsinnigkeiten über R.Steiner verkünden - richtig???

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  16. Alles, was ich bei Staudenmaier nachlese - alle von ihm erwähnten Zitate von R.Steiner - sind nicht antisemitsch. Wenn man lesen kann. Wenn man Rudolf Steiner lesen kann!

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    1. Lieber anonym (Wolfgang?),

      vielen herzlichen Dank fürs Nachlesen der Staudenmaier’schen Steiner-Zitate.
      Ich staune (denn ich muß sagen, daß ich von Staudenmaier eigentlich schon erwartet hätte, daß er Steiner mit Verständnis zu lesen imstand ist) und werde das alles natürlich bald selber nachlesen.
      Herzlichen Gruß,
      Ingrid

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    2. "vielen herzlichen Dank fürs Nachlesen der Staudenmaier’schen Steiner-Zitate"

      Das ist auch nicht schlecht, sich für jemand dafür zu bedanken, dass er Zitate gelesen hat...

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    3. :-) --- Sollte Dir wirklich nicht klargeworden sein, wie ich's meine?
      Wolfgang hat die von Staudenmaier zitierten Stellen bei Steiner im Zusammenhang nachgelesen und kommt zu ganz anderen Schlüssen als Staudenmaier. Das ist eine ziemliche Arbeit, für die ich mich bei ihm bedanke – die ich allerdings selber noch vor mir habe (denn natürlich glaube ich ihm zunächst mal nicht mehr als Staudenmaier... also muß ich schon selber nachschauen).

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  17. ( Dies)erschien 1888 in der Deutschen Wochenschrift und ist heute in Gesammelte Aufsätze zur Literatur 1884 bis 1902 (GA 32) abgedruckt.

    Hier finden sich Sätze wie die folgenden:

    Es ist gewiss nicht zu leugnen, dass heute das Judentum noch immer als geschlossenes Ganzes auftritt und als solches in die Entwicklung unserer gegenwärtigen Zustände vielfach eingegriffen hat, und das in einer Weise, die den abendländischen Kulturideen nichts weniger als günstig war. Das Judentum als solches hat sich aber längst ausgelebt, hat keine Berechtigung innerhalb des modernen Völkerlebens, und dass es sich dennoch erhalten hat, ist ein Fehler der Weltgeschichte, dessen Folgen nicht ausbleiben konnten. Wir meinen hier nicht die Formen der jüdischen Religion allein, wir meinen vorzüglich den Geist des Judentums, die jüdische Denkweise. Juden, die sich in den abendländischen Kulturprozeß eingelebt haben, sollten doch am besten die Fehler einsehen, die ein aus dem grauen Altertum in die Neuzeit hereinverpflanztes und hier ganz unbrauchbares sittliches Ideal hat.

    Liebes Anonym ist diese Stelle nicht Antisemitisch. Wenn ich heute oder damals gesagt hätte Kauft nicht " Made in Germany" wäre das doch Antideutsch, also ist dieser Ausspruch antisemitisch. Ja man muss wirklich strunzdumm sein das alles schön zu reden.
    ÜBRIGENS: Don Michele Du bist einfach ein klasse Durchschnittsanthro :)
    Herrmann Finkelsteen

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    1. ...und was machen wir jetzt mit den Worten "Kraft durch Freude", sind sie antisprachlich oder verweisen eher auf das Motiv des/derjenigen, die etwas in deren Sinne missbraucht haben?

      Wie strunzdumm muss man eigentlich sein, wenn man einerseits Anthroposophen und Anthroposophie nicht auseinanderhalten kann, oder bei Steiner eine Schilderung von Inhalten nicht erkennen will, in welchem Zusamenhang sie zu sehen sind und geschildert waren.

      Auch hier wieder, im Geiste sich umdrehen bitte, um eine Möglichkeit zumindest zu bekommen erkennen zu können, welche Instanz von meinem Ich "geführt" oder womöglich mein Ich bereits unterjocht hat, die in diesen Fragen hier sich betätigt.

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  18. Lieber Hermann,

    das, was Du hier zitierst, ist genau dieses einzige auffindbare Zitat, von dem auch anonym weiter oben gesprochen hat.
    Es ist meiner Ansicht nach nicht „antisemitisch“ in dem Sinne, daß es die einzelnen Angehörigen der „jüdischen Rasse“ als „minderwertig“ oder „zurückgeblieben“ darstellen würde. Es richtet sich ausschließlich gegen das Auftreten des „Judentums“ als „geschlossenes Ganzes“ – in einer Zeit, für die Rudolf Steiner separatistisch-nationalistische Tendenzen (welcher „Nation“ auch immer!) eben als Fehler empfindet.

    Ich wiederhole mich ungern - aber da ja auch die „Angriffe“ sich immer gleich wiederholen, scheint es mir berechtigt zu sein, Teile des Kommentars, in dem ich mich vor einiger Zeit ausführlicher mit dieser Stelle auseinandergesetzt habe, nochmal hereinzustellen:

    ---

    Sehen wir uns an, was Rudolf Steiner wirklich geschrieben hat:
    Er erzählt von der Familie, bei der er als Hauslehrer wirkte: „Die Familie war eine jüdische. Sie war in den Anschauungen völlig frei von jeder konfessionellen und Rassenbeschränktheit.“ (Lebensgang, Kap XIII)
    Und er schreibt in dem die Kritik an Robert Hamerling betreffenden Aufsatz:
    „Es ist gewiß nicht zu leugnen, daß heute das Judentum noch immer als geschlossenes Ganzes auftritt und als solches in die Entwickelung unserer gegenwärtigen Zustände vielfach eingegriffen hat, und das in einer Weise, die den abendländischen Kulturideen nichts weniger als günstig war.“

    Nun – also, worauf genau Steiner sich mit den behaupteten „Eingriffen“ des „Judentums“ in die „Entwickelung unserer gegenwärtigen [d.h. natürlich der damaligen, I.H.] Zustände“ bezieht, das kann ich nicht sagen, davon habe ich keine Ahnung.

    Aber kurz darauf spricht er von einem „sittlichen Ideal“, das „aus dem grauen Altertum in die Neuzeit hereinverpflanzt[...] und hier ganz unbrauchbar“ sei, was eigentlich am allerbesten die Juden selbst einsehen müßten, nämlich diejenigen unter ihnen, die „sich in den abendländischen Kulturprozeß eingelebt haben“.
    Denn: „Den Juden selbst muß ja zuallererst die Erkenntnis aufleuchten, daß alle ihre Sonderbestrebungen aufgesogen werden müssen durch den Geist der modernen Zeit.“

    Es geht Rudolf Steiner hier also um das, was er die „Rassenbeschränktheit“, die „konfessionelle Beschränktheit“, die „Sonderbestrebungen“ des jüdischen Volkes nennt.

    Und er hat allerdings sehr recht damit, daß die Juden selbst die allerbesten Kenner sowohl ihres möglicherweise nicht mehr ganz zeitgemäßen „sittlichen Ideals“ als auch ihrer „Sonderbestrebungen“ sind.
    Es ist der jüdische Witz, der diese Dinge immer wieder meisterhaft aufs Korn nimmt - sei es nun der starke Familien-, Sippen- und Volkszusammenhalt, die uneingeschränkte Herrschaft der „yiddishen Mame“, die jüdischen Speisegesetze oder sogar auch der Zionismus... - ich erinnere mich mit Vergnügen an den gemeinsamen Vortrag „Tränen gelacht. Eine Einführung in den jüdischen Humor“ von Oberrabbiner Chaim Eisenberg und Doron Rabinovici auf der (von mir hier wiederholt erwähnten) heurigen GlobArt-Academy in Krems.

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    1. vor kurzem wurden hier links zu sehr grenzwertigen Steineräußerungen gepostet (u.a. von Sonnenberg), die sogar aus den 1920er Jahren stammten...

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    2. Lieber anonym,

      das interessiert mich natürlich.
      Allerdings habe ich gerade keine Zeit (und auch keine Lust), mir solche Zitate aus langen Artikeln herauszusuchen, die irgendjemand vor Jahren geschrieben hat.
      Aber wenn Du mir ein konkretes Steiner-Zitat nennst, das Du für antisemitisch hältst, werde ich mich ernsthaft damit auseinandersetzen – versprochen.

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    3. Ralf Sonneberg: http://www.hagalil.com/antisemitismus/deutschland/steiner-5.htm

      "Von der Konnotation des "jüdischen Geistes" mit einer materialistischen Denkweise nahm Steiner offensichtlich zeit seines Lebens keinen Abstand. Noch 1924, also ein Jahr vor seinem Tod, bekräftigte er in Fragenbeantwortungen gegenüber Arbeitern des Dornacher Goetheanum-Baus seine Ansicht, derzufolge das Judentum zu einem abstrakten Monotheismus neige. In der zeitgenössischen Medizin und manchen Bereichen der Kunst spiegle sich der naturalistische und bilderfeindliche Geist der semitischen Religion wider. (73) Der Redner beklagte eine Überrepräsentanz von jüdischen Ärzten in der europäischen Gesellschaft, die in seinen Augen als Träger und Multiplikatoren einer "abstrakten Jehova-Medizin" fungierten. Eine gesetzliche Beschränkung für Juden in bestimmten Berufszweigen, wie dies damals von den Antisemiten gefordert wurde, wies Steiner jedoch ausdrücklich zurück. (74)

      Seine Ansicht, vornehmlich jüdische Ärzte neigten aufgrund ihrer besonderen Seelenkonfiguration zu einem materialistischen Denken, gab einem in den zwanziger und dreißiger Jahren häufig zu vernehmenden Topos Ausdruck. Dieser entstand zwischen 1890 und 1920 und wurde in der Folgezeit von dem antisemitischen Diskurs der Nachkriegsjahre aufgegriffen und zur Speerspitze der antijüdischen Agitation zubereitet. In seinem berüchtigten "Handbuch der Judenfrage", das immerhin bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges 49 Auflagen erleben sollte, hielt der antisemitische Publizist Theodor Fritsch den zeitgenössischen jüdischen Medizinern entgegen, "ihre kalte Nüchternheit und mechanistische Denkweise" führten zu einer Aufspaltung der Heilbehandlung, "die im kranken Körper eine maschinenartige Zusammengesetztheit, nicht die lebendig Einheit sieht und ihn demgemäß behandelt." (75)

      Jüdischen Künstlern sprach Steiner aufgrund ihrer "monotheistischen" Denk- und Seelenart die Fähigkeit ab, Plastisches darzustellen. Juden könnten demzufolge auch keine Porträts malen: "Wenn ein Jude Bildhauer wird, dann kommt eigentlich nichts Besonderes dabei heraus, weil er dazu noch nicht veranlagt ist. Er hat nicht diese bildhafte Veranlagung; die geht ihm nicht ein. Wenn ein Jude Musiker wird, so wird er meistens ein ausgezeichneter Musiker, weil das nicht bildhaft ist; das stellt man nicht äußerlich dar. So können Sie unter den Juden große Musiker finden, aber Sie werden kaum in der Zeit, in der die Künste geblüht haben, unter ihnen große Bildhauer finden, nicht einmal Maler." (76)

      Die Kolportage, Juden seien für bestimmte künstlerische Arbeiten unbegabt, da es ihnen an der Fähigkeit zur bildhaften Gestaltung ermangele, war in den zwanziger und dreißiger Jahren allerdings ein Gemeinplatz, der keinesfalls nur von Judengegnern verteidigt wurde. "Israel ist fraglos ein denkendes Volk gewesen, kein gestaltendes, war literarisch und musisch stärker begabt als in anderen künstlerischen Gefilden", befand etwa der Kunsthistoriker Ernst Cohn-Wiener in dem 1929 erschienenen Standardwerk "Die jüdische Kunst. Ihre Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart".(77) Die zeitgenössische Vorstellung von der Abwesenheit figürlicher und anthropomorpher Darstellungen in der jüdischen Malerei basierte auf einer Überschätzung des strikten Bilderverbots der Thorah. Das mosaische Gesetz wurde jedoch im Verlauf der jüdischen Geschichte immer wieder durchbrochen, wie Bildszenen in hebräischen Manuskripten des Mittelalters sowie figürliche Darstellungen in den Bodenmosaiken antiker Synagogen belegen. Letztere wurden erst Ende der zwanziger Jahre bei Ausgrabungen in Beth Alpha entdeckt und revolutionierten in der Folgezeit die bis dahin vorherrschende Auffassung über die jüdische Malerei grundlegend.(78)

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    4. Lieber anonym,

      bitte: Steiner-Zitate, wörtlich und mit GA-Angabe.
      Wie gesagt: den Nacherzählungen eines anderen nachzugehen, hab ich im Augenblick wirklich keine Zeit – wer es auch sei und wie redlich er es auch meint.

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    5. Nein, Ralf Sonnenberg ist - kompetent wie er ist- hier immer willkommen. GA- Angaben und weitere Nachweise sind in seinen Artikeln nachzulesen. Sein Resümee finde ich treffend: "Als "rassistisch" muss jedoch aus heutiger Sicht Steiners sporadisches Bemühen gewertet werden, biologische "Rassen" mit dem Grad der mentalen "Entwicklungsreife" ihrer Angehörigen zu korrelieren und somit eine Hierarchisierung von Menschengruppen spirituell zu begründen.." http://www.hagalil.com/antisemitismus/deutschland/steiner-7.htm

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    6. Lieber Michael,
      ich wollte nicht das geringste gegen Ralf Sonnenberg sagen.
      Ich hab halt nur im Augenblick keine Zeit, das alles in seinen Artikeln nachzulesen, mir die Quellenangaben herauszusuchen und dann in dem jeweiligen Band die betreffenden Stellen ausfindig zu machen.
      Wer mich dazu veranlassen möchte, mich mit einzelnen Zitaten auseinanderzusetzen, müßte mir also diese Arbeit abnehmen und mir den Wortlaut und die GA-Nummer mit Seitenangabe nennen.
      Herzich,
      Ingrid

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    7. GA's

      (73) Rudolf Steiner: Vom Wesen des Judentums, Vortrag vom 8. Mai 1924, in: ders.: Die Geschichte der Menschheit und die Weltanschauung der Kulturvölker (GA 353), S. 179-196, hier S. 185 ff.
      (74) "Es wäre zum Beispiel sehr natürlich, dass in den verschiedenen Ländern Europas nicht mehr Juden Ärzte wären, als sie prozentual zu der Bevölkerung sind. Ich will nicht sagen – bitte, mich nicht misszuverstehen! –, dass man das durch ein Gesetz festsetzen sollte; das fällt mir durchaus nicht ein." Aus: Steiner: Wesen des Judentums, S. 187.
      (75) Theodor Fritsch: Handbuch der Judenfrage, 1919, S. 368.
      (76) Steiner: Wesen des Judentums, S. 186.
      (77) Ernst Cohn-Wiener: Die jüdische Kunst. Ihre Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, Berlin 1929, S. 11.
      (78) Hannelore Künzl: Jüdische Kunst. Von der biblischen Zeit bis in die Gegenwart, München 1992, S. 7 ff.

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    8. Danke!
      Ich werde sobald wie möglich in den angegebenen Steiner-Bänden nachlesen (die angegebenen Bücher von anderen stehen mir nicht zur Verfügung).

      Zum zweiten Zitat allerdings vorweg:
      "Es wäre zum Beispiel sehr natürlich, dass in den verschiedenen Ländern Europas nicht mehr Juden Ärzte wären, als sie prozentual zu der Bevölkerung sind. Ich will nicht sagen – bitte, mich nicht misszuverstehen! –, dass man das durch ein Gesetz festsetzen sollte; das fällt mir durchaus nicht ein.“

      Mir wird nicht klar, was daran eigentlich „antisemitisch“ sein soll.

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    9. Gesetze zu machen zu diesem absurden Gedanken, war ihm Gott sei Dank und ohnehin nicht möglich, aber dass man so überhaupt denkt...Ansonsten - es ist genau diese unreflektierte Arroganz und der Mangel an Mitgefühl und Differenziertheit bzw. auch das Fehlen präziser Äußerungen bzw. das Interesse bezügl. jüdischer Geschichts -und Kulturhintergründe, z.B. was Kunst betrifft...denn nur durch Verständnis kann man weiterkommen...und übrigens, es gab ja auch jüdische Bildhauer und Maler zu der Zeit Steiners, z.B. in Frankreich ...

      Mal was anderes aus dem wirklichen Leben: In einem Spiegel-Sonderheft (Spiegel für Kinder) wurde vor kurzem eine Biografie von Joachim Fuchsberger veröffentlicht...er schildert da u.a. wie nach und nach die jüdischen Ärzte verschwanden aus seiner Umgebung...auch sein jüdischer Kinderarzt, den er so sehr liebte und schätzte, wurde abgeholt und ermordet...stattdessen wurde ihm ein deutscher Nazi-Arzt vorgesetzt, der alles andere als einfühlsam und nett war ...

      Frage: Wie tickte also DEUTSCHE Mentalität (und diesmal nicht die JÜDISCHE) zu der Zeit, so ganz allgemein gesehen? Und warum folgten so viele Leute einem strengen, kalten und mörderischen Naziregiment?

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    10. Ja nun - eben deshalb, weil er sich einer solchen Mentalität, wie Du sie verständlicherweise assoziierst, NICHT anschließen wollte, hat Steiner ja diesen Zusatz gemacht:
      „Ich will nicht sagen – bitte, mich nicht misszuverstehen! –, dass man das durch ein Gesetz festsetzen sollte; das fällt mir durchaus nicht ein.“

      Lieber anonym, gerade weil ich Deine Frage „Wie tickte also DEUTSCHE Mentalität (und diesmal nicht die JÜDISCHE) zu der Zeit, so ganz allgemein gesehen? Und warum folgten so viele Leute einem strengen, kalten und mörderischen Naziregiment?“ für eine in unserer heutigen Zeit ganz immens wichtige halte, plädiere ich immer wieder dafür, Rudolf Steiner im Zusammenhang und „sine ira, aber nicht sine studio“ zu lesen, statt ihm vorschnell mit griffigen Schlagwörtern etwas zu unterstellen, was er in seinem ganzen Leben niemals gemeint hat.

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  19. (Fortsetzung)

    Offensichtlich unterschied Rudolf Steiner hier also zwischen den individuellen Juden, die sich freigemacht hatten von jeder „rassischen Beschränktheit“, und dem Judentum, das weiterhin als „geschlossenes Ganzes“ auftrat. Und offensichtlich hielt er damals (wie auch Hamerling in seinem „Homunkulus“) den Zionismus für eine Fehlentwicklung.
    (Übrigens bin ich überrascht davon, daß Hamerling schon 1888 in dieser Weise auf den Zionismus Bezug nahm - Theodor Herzls Schrift „Der Judenstaat“ erschien erst 1895...)

    Nun - es wäre heute natürlich vollkommen abwegig, darüber zu streiten, ob die „Sonderbestrebungen“ des jüdischen Volkes, die schließlich zur Gründung des Staates Israel geführt haben, ein „Fehler“ waren – schon allein deshalb, weil etwas, das einmal geschehen ist, selbstverständlich kein „Fehler in der Weltgeschichte“ sein kann, sondern zu einem Teil dieser Weltgeschichte geworden ist.
    Das aber war damals, als Robert Hamerling seinen „Homunkulus“ und Rudolf Steiner diese vielzitierten Worte schrieb (und: lange vor dem Zweiten Weltkrieg!), noch nicht so.
    Damals hätte es auch ganz anders kommen können - und Rudolf Steiner war offenbar der Meinung, es wäre „richtiger“, sowohl für die Juden als auch für die Weltgeschichte, wenn die Juden sich „in den abendländischen Kulturprozeß“ eingelebt hätten, statt ihren „Sonderbestrebungen“ nachzugehen.

    Bei alledem aber scheint Rudolf Steiner damals, 1888/89 (mit 27/28 Jahren), etwas ganz Wichtiges nicht ausreichend beachtet zu haben – etwas, worauf sowohl Eisenberg als auch Rabinovici in ihrem Vortrag ausdrücklich hinwiesen: Es macht einen großen Unterschied, wer es ist, der einen jüdischen Witz erzählt – oder, setze ich jetzt hinzu: wer es ist, der auf sonstige Art und Weise „Fehler und Schwächen“ des jüdischen Volkes aufs Korn nimmt.

    Und so konnte es nicht ausbleiben, daß der jüdische Familienvater, in dessen Haus Rudolf Steiner damals wohnte, sich durch seine Äußerungen tief verletzt und gekränkt fühlen mußte.

    Erst in seiner Rückschau in seinem Todesjahr, 1924, hat Rudolf Steiner erkannt, was ihm wohl 1888/89 noch nicht so deutlich bewußt war:
    „Aber es war bei dem Hausherrn, dem ich sehr zugetan war, eine gewisse Empfindlichkeit vorhanden gegen alle Äußerungen, die von einem Nicht-Juden über Juden getan wurden.“
    Und jetzt nennt er auch die Ursache dafür:
    „Der damals aufflammende Antisemitismus hatte das bewirkt.“

    Ja.
    Und nun komme ich - endlich ;-) – zu meinem Schlußwort für heute:

    Ob Rudolf Steiner recht hatte damit, daß die zionistischen „Sonderbestrebungen“ des jüdischen Volkes damals, 1888/89, eine Fehlentwicklung darstellten, das kann ich nicht beurteilen – denn dazu fehlt mir die „geistig-historische Überschau“.
    Daß aber diese „Sonderbestrebungen“ des jüdischen Volkes Hand in Hand gingen mit dem Antisemitismus, den dieses Volk damals überall in Europa zu spüren bekam und der sich in den folgenden Jahrzehnten ins Unermeßliche steigerte; daß diese „Sonderbestrebungen“ durch den Antisemitismus, wenn nicht verursacht, so doch außerordentlich verstärkt wurden – das sollte heutzutage wirklich jedermann klar sein.

    Herzlichen Gruß in die Runde,
    Ingrid

    P.S.:

    Und hier noch diese wunderbare 94jährige „jiddische Mame“ .

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  20. Ich finde es ist antisemitisch, nicht nur die Religion, sondern auch die Denkweise sind unangebracht und oben drauf haben sie kein Platz im damaligen modernen Völkerleben. Da spricht eine klare Abneigung gegen eine gruppe. Das ist doch nicht schlimm ich mag auch nicht den FC Bayern, da bin ich richtig antibayerisch oder ich mag keine Chinesen. Ich bin Antichinesisch oder ich finde dass dieser ganze Integrale Anthro Chic von Info 3 keine Berechtigung im modernen Anthro Kulturbetrieb hat. Sie haben sich abendländischen Kulturprozess der Anthroposophie eingelebt und sollten einsehen, dass sie fehler gemacht haben. Die haben aus grauer Vorzeit irgendetwas in die heutige Zeit verpflanzt, was hier ein ganz unbrauchbares sittliches Ideal hat. Deswegen bin ich Anti Info 3.
    Steiner war ein kleiner österreichischer Provinzler, der sich den Juden in seinem abendländischen Geiste irgendwie zusammengebastelt hatte. Selbst Bonnhofer und Niemöller reden von einem Judenproblem.Das war halt dmals so.
    Steiner kann besser über den Astralleib sprechen als über das Judentum, kann er ja ist aber für die Weltentwicklung nicht relevant, genauso wenig wie es ein Sack Reis in China ist, der jetzt in diesem Moment umfällt.
    Gruss
    herrmann Finkelsteen

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  21. Lieber Hermann,

    und findest Du es auch „anti-deutsch“, wenn heute jemand den deutschen Nationalismus, oder „anti-ungarisch“, wenn jemand den ungarischen Nationalismus (bitte analog nach Belieben mit anderen Völkern und ihren Nationalismen fortsetzen) ablehnt und für einen nicht zeitgemäßen „Fehler“ hält?
    Spräche Deiner Ansicht nach aus einer solchen „anti-nationalistischen“ Anschauung »eine klare Abneigung gegen eine gruppe«?

    (So argumentiert im übrigen häufig eine gewisse nationalistische Gruppe „österreichischer Provinzler“...)

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  22. Die Judenfrage besteht. Es wäre töricht, sie zu leugnen. Sie ist ein verschlepptes Stück Mittelalter, mit dem die Kulturvölker auch heute beim besten Willen noch nicht fertig werden.
    Wer wars? Von wem ist das Zitat?
    Also von den National Deutschen würde diese Ablehnung als Anti Deutsch empfunden werden.
    Herrmann Finkelsteen

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    1. Lieber Hermann,

      :-)
      Danke für diesen Ausspruch des jüdischen "österreichischen Provinzlers" ;-) Theodor Herzl.

      Wie ich weiter oben schon angedeutet habe: es kommt halt immer darauf an, wer etwas sagt. Von dem einen ausgesprochen, wird ein Satz, der einem anderen als "rassistisch" angelastet würde, als in gewisser Hinsicht berechtigte Kritik empfunden...

      Und damit nun nicht etwa jemand Theodor Herzl für einen Antisemiten hält, hier eine Stelle aus dem wikipedia-Artikel:

      »Hechler, Kaplan der britischen Botschaft in Wien, übermittelte Herzls Abschiedsworte der zionistischen Bewegung: „Grüßen Sie Alle von mir, und sagen Sie Ihnen, ich habe mein Herz-Blut für mein Volk gegeben.“ Gegenüber seinem behandelnden Arzt sagte Herzl: „Es sind prächtige, gute Leute, meine Volksgenossen! Sie werden sehen, sie ziehen in ihre Heimat ein!“«

      Und Du sagst auch noch:
      "Also von den National Deutschen würde diese Ablehnung als Anti Deutsch empfunden werden."
      Darauf genau wollte ich hinaus: ein nationalistischer Angehöriger eines Volkes (und zwar ganz gleich, welchen Volkes!) empfindet nunmal anders als einer, der sich von jeglichem Nationalismus freigemacht hat.

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  23. Übrigens darf man nie vergessen – egal was R.Steiner sagte – daß das Folgende die lebenslange Grundhaltung R.Steiners war:

    »Ich habe den Menschen nie nach etwas anderem beurteilen können als nach den individuellen, persönlichen Charaktereigenschaften, die ich an ihm kennenlerne... Und ich habe im Antisemitismus nie etwas anderes sehen können als eine Anschauung, die bei ihren Trägern auf Inferiorität des Geistes, auf mangelndes ethisches Urteilsvermögen und auf Abgeschmacktheit deutet.«

    Vieles, was man bei Steiner ohne diesem Hintergrund (und andern grundlegenden Bemerkungen Steiners) liest, kann zu großen Mißverständnissen führen. Man könnte dann auch – wie Michael Eggert oder wie Sonnenberg – glauben, daß es eine Art „Hierarchie“ gäbe…- also kein biologischer Rassismus, sondern eine Art „spiritueller“ Rassismus. Allerdings kann man den nur haben, wenn man auch extrem naive Vorstellungen bezüglich der karmischen Entwicklung entwickelt hat…- und auch vieles von R.Steiner nicht gelesen hat (z.B. als er davon erzählte, wie viele Indianer in seiner Zeit sich in Mitteleuropa als „Weiße“ inkarniert hatten – wo man sich ja dann die Frage stellen müßte, wieso ausgerechnet diese „Zurückgebliebenen“ plötzlich zu den „Fortgeschrittensten“ gehören…)
    .
    Wer – außer Staudenmaier – findet denn noch, daß Staudenmaier hier recht hat? (Vielleicht Freudean…?):
    „Steiner also entertained a variety of conspiracy theories about Jews, including the standard antisemitic notions that Jews are to blame for wars and that Jews are striving for world supremacy. On occasion Steiner's fantasies along these lines essentially attributed genocidal intentions to the Jews.”

    Das ist doch ein Geschreibsel der modernen Enkel von Joseph Goebbels, die nur eine Absicht haben: Manipulation! - wie auch das hier:

    "Steiner blamed the Jews for Christ's death, for example; see Steiner, "Die Völkerseelen und das Mysterium von Golgatha" (1918), in Rudolf Steiner, Erdensterben und Weltenleben (Dornach 1967), pp. 158/159."
    Hier steht in Wirklichkeit - S.159 - Folgendes von R.Steiner:
    „Denn weder hat dieses Ereignis es zu tun mit dem jüdischen Volkscharakter, noch mit dem auf dem gleichen Gebiete wirkenden römischen Volkscharakter; denn die Juden rufen: Kreuzige ihn! - und der Römer kann keine Schuld an ihm finden, das heißt, er weiß nichts mit dem anzufangen, was da vor sich geht. Es hebt sich das ganze heraus aus dem, was durch den Volkscharakter geschehen kann. Dadurch wird das Mysterium von Golgatha ein solches Ereignis, das Sie, wenn Sie es genau studieren, mit keinem andern vergleichen können. Märtyrer hat es selbstverständlich auch anderswo gegeben; aber nicht aus diesen Gründen, die für das Mysterium von Golgatha gelten, sind Märtyrer erstanden. Je mehr Sie das Mysterium von Golgatha studieren, desto mehr werden Sie finden, daß es gerade deshalb eintrat, weil es nichts zu tun hat mit einem einzelnen Volkscharakter, sondern weil es in Verbindung steht mit der ganzen Menschheit.“
    .
    Schade, daß auch Hermann Finkelsteen wieder mit dem seit vielen Jahren ewig-gleichen Zitat kommt - weil die Leute sonst nichts überzeugendes finden – was R.Steiner in seinen zwanzigern sagte – und nicht mit 40 oder als er 50 oder 60 war! Ansonsten scheint es mir so, daß die meisten nicht wirklich dazu in der Lage sind sich in eine Zeit weit vor dem zweiten Weltkrieg sich zurückversetzen zu können – und auch nicht in die wirklichen Anliegen von R.Steiner – die Ingrid wohl noch am ehsten versteht…
    Herzliche Grüsse
    Wolfgang

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  24. Übrigens, Ingrid, apropos "Nationalismus":
    R.Steiner:
    "Es sind durchaus zwei verschiedene Quellen in der menschlichen Natur, die zugrunde liegen dem Nationalismus und dem Internationalismus. Der Nationalismus ist die höchste Ausbildung des Egoismus. Der Internationalismus ist dasjenige, was in uns immer mehr und mehr hereindringt, wenn wir uns verständnisvoller Menschenauffassung hingeben können. Man wird in diesem Lichte das menschliche Zusammenleben ansehen müssen über die zivilisierte Erde hin, namentlich wenn man zu einem richtigen Verständnis desjenigen kommen will, was im Internationalismus und Nationalismus aufeinanderstößt." (GA 332a, S.190)

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  25. Das wahrhaft beängstigende spielt sich in Wirklichkeit auf einem völlig andern Schauplatz ab: Leute wie Andreas Lichte arbeiten mit allen Mitteln gegen die Anthroposophie. Wie kann man sie denn besser zerstören als mit Vorwürfen wie Antisemitismus und Rassismus...? Das ist Absicht. Dahinter steckt nicht die übergroße Liebe zur Wahrheit von diesen Leuten - sondern ihre übergroße Angst vor dem Geiste - und davor, daß die Inhalte der Anthroposophie (bzw dem geistigen Urgrund der Welt und des Lebens überhaupt)wahr sein könnten. Und sie arbeiten für eine Richtung. Und sie würden auch genauso intensiv für diese Richtung arbeiten, wenn es keinen Anlass für einen "Rassismusvorwurf" gäbe. Es geht darum, die Anthroposophie klein zu halten. Wie gesagt: nicht aus Angst davor, daß in Deutschland wieder ein Rassismus oder gar Antisemitismus hochkommt - ausgerechnet noch von Anthroposophen.Nein: Andreas Lichte weiß sehr genau, daß die gegenwärtigen Anthroposophen weder Antisemiten noch Rassisten sind. Aber: sie sind Freunde der Anthroposophie. Das ist es, was ihn stört!!! Deshalb muß die Anthroposophie zerstört werden - doch nicht Antisemitismus oder Rassismus.Der Mann hat eine Mission - und dahinter steckt eine teuflische Furcht vor der Wahrheit des Geistes. Die eigentliche Gefahr, die von Lichte und andern "Kämpfern gegen die Anthroposophie" ausgeht, liegt hier:
    Rudolf Steiner:

    "Ja, die wollen mit dem Gehirn denken; aber diese Gedanken der Geisteswissenschaft sind mit dem Geistig-Seelischen gedacht, das sich erst losgerissen hat vom Gehirn. Daher müssen die Menschen streben, daß sie durch die Gedanken, die so entstanden sind, selber wieder losreißen ihr Geistig-Seelisches vom Gehirn, indem sie diese Gedanken nachdenken. Die Menschen müssen sich bemühen, die Gedanken nachzudenken, die heute noch bestehende Möglichkeit zu benützen, das Geistig-Seelische loszureißen von dem Materiellen des Gehirns. Denn es ist auf dem Wege, sich an das Materielle des Gehirns zu ketten. Die Menschen müssen sich davon losreißen.

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  26. (Fortsetzung Zitat Steiner:)Also wir haben es nicht mit einer falschen und richtigen Anschauung zu tun [nämlich dem Materialismus] sondern mit einem Vorgang. Indem die Gedanken der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft der Welt übergeben werden, rechnet man darauf, daß die Menschen, die noch fähig sind, die alten Möglichkeiten des Losreißens in sich zu handhaben, sie wirklich handhaben und die leibfreien Gedanken zu verstehen suchen, damit ihre Seelen leibfrei werden. Also es ist eine Willenssache, Anthroposophie zu verstehen; es ist etwas, was losreißen soll das Geistig-Seelische von dem Physisch-Leiblichen. Daher stehen wir nicht bloß vor der Aufgabe, eine falsche Weltanschauung zu widerlegen, sondern vor der Tatsache, daß ein großer Teil der Menschheit hineinsegeln will, bloß Materie zu werden und aus ihr heraus zu denken, zu wollen und zu empfinden, und daß wir der Welt als Realität übergeben wollen die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft, damit Geist und Seele losgerissen werden von der Materie. Die Menschen sollen vor der Möglichkeit bewahrt werden, ihr Geistig-Seelisches zu verlieren, denn dieses Geistig-Seelische steht vor der Gefahr, ganz und gar in das Ahrimanische hineinzusegeln. Die Menschen stehen vor der Gefahr, das Geistig-Seelische zu verlieren und mit dem Materiellen sich zu verlieren als Menschen, wie ich es Ihnen früher schon geschildert habe, daß das Materielle verschwindet. Also es handelt sich nicht um die Ersetzung einer alten Erkenntnis durch eine neue, sondern darum, Taterkenntnis zu gewinnen, durch welche die Seele bewahrt wird vor dem Hineinsegeln in die bloße Materialität, vor dem Hineinsegeln des Geistig-Seelischen - wodurch das Ich aufgehoben würde - in das Ahrimanische. Also nicht darum handelt es sich, den Materialismus zu widerlegen, sondern darum, die Menschheit zu bewahren davor, daß der Materialismus richtig werde; denn er ist auf dem Wege, eine Richtigkeit, nicht eine Falschheit zu sein. Wenn man von falschem Materialismus spricht, so spricht man heute gar nicht von dem, worauf es ankommt, sondern man muß sprechen davon, daß der Materialismus richtig und richtiger wird und heute in der Kultur mit jedem Tag immer richtiger und richtiger wird. Wir können es schon mit dem Beginn des 3. Jahrtausends erleben, daß die Menschheit sich so entwickelt haben wird, daß der Materialismus die richtige Anschauung ist. Nicht darum handelt es sich, den Materialismus zu widerlegen; denn er ist auf dem Marsche, richtig zu werden, sondern darum, ihn unrichtig zu machen, weil er auf dem Wege ist, eine Tatsache zu werden, weil er nicht eine falsche Theorie bloß ist."

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  27. Unsere Arbeit ist nicht, daß wir beweisen müssen, daß wir keine Rassisten oder Antisemiten sind (weil wir das nicht nötig haben, weil wir es nicht sind!), sondern hier liegt unsere Aufgabe:

    "...So muß der Mensch neuerdings die Christus-Worte fühlen: «Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.» Wer diesen Ausspruch versteht, der weiß, daß er ein echter und ursprünglich christlicher ist, denn das Christentum geht aus von der Vernichtbarkeit des Stofflichen und der äußeren Kraft, und die neuere naturwissenschaftliche Weltanschauung spottet des Christentums, indem sie die Erhaltung des Stoffes und der Kraft lehrt. Denn Himmel und Erde, das heißt, aller Stoff wird vergehen, und alle Kraft wird vergehen, aber dasjenige, was in des Menschen Seele sich formt und in dem Worte lebt, das wird Welt der Zukunft sein. Das ist Christentum. Dieses Christentum, neu begriffen, das muß ausrotten das Widerchristentum, das Antichristentum der modernen materialistischen Weltanschauung, die von der Erhaltung des Vergänglichen, des Stoffes und der Kraft phantasiert. Und so weit ist es gekommen, daß dasjenige, was Christentum ist: die Ewigkeit des Geistes, die Vergänglichkeit des Stoffes, zu bekennen, daß das heute als ein Wahnsinn gilt gegenüber dem festbegründeten Phantasmus von der Erhaltung des Stoffes und der Kraft. Und so weit ist es gekommen, daß wir lügen, indem wir vorgeben, noch Christen zu sein, während wir die Hand bieten zur Verbreitung einer Weltanschauung, die widerchristlich, antichristlich ist. Wer festhält an den Stoffgrundlagen der neueren Naturwissenschaft, der würde nur wahr und ehrlich sein, wenn er das Christentum abschwören würde. Und gar Vertreter der christlichen Konfessionen, Pfarrer, Pastoren, welche mit der neueren Naturwissenschaft ihre Kompromisse schließen, sie sind ganz gewiß in Wirklichkeit innerlich die schärfsten Feinde des Christentums. Es geht nicht anders, als daß in diesen Dingen begonnen wird, klar und ehrlich zu sehen. [...]Erneuerung ist allein zu hoffen von dem Erfassen des lebendigen Geistes, jenes lebendigen Geistes, der seinen Quell finden muß in dem, was schaffender Mensch ist, und was die Grundlage ist für die Realität der Zukunft, nicht nur irgendeiner ideellen Zukunft, sondern der kosmischen Zukunft."
    :-) Wolfgang

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  28. Und was Leute wie A.Lichte (er müßte eigentlich "Finsternis" heißen...) - und alle andern Kritiker der Anthroposophie oder R.Steiners (egal in welchem Bereich) - normalerweise überhaupt nicht verstehen,- und was bei vielen dieser verständnislosen Leser deshalb viele Aggressionen gegen Anthroposophie verursacht - ist das Folgende:

    "Und auch daran muß man erkennen, wie man nicht nur anderes empfindet und denkt auf anthroposophischem Felde als auf andern heute gebräuchlichen Gebieten, sondern wie man anders denken muß, anders empfinden, anders fühlen, anders gestimmt sein muß als auf andern Gebieten. In diesem Anders-Gestimmtsein liegt das Wesentliche des Verständnisses für Anthroposophie, und von diesem Gestimmtsein aus kann Anthroposophie, ich möchte sagen, ihre Kreise ziehen in die verschiedensten Gebiete des Lebens. R.Steiner, GA 257, zweiter Vortrag

    Lassen wir uns dieses "Anders-Gestimmtsein" nicht kaputtmachen - egal warum und egal von wem! Ohne diesem "Anders-Gestimmtsein" wird es nur noch das geben, was R.Steiner den "Krieg aller gegen alle" nannte...

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    1. "Lassen wir uns dieses "Anders-Gestimmtsein" nicht kaputtmachen - egal warum und egal von wem! Ohne diesem "Anders-Gestimmtsein" wird es nur noch das geben, was R.Steiner den "Krieg aller gegen alle" nannte... " Würg. Mit dem Anders-Gestimmtsein meint Steiner eine bestimmte konzentrierte Gefühlsklarheit- aber sicher nicht die Harmonie- Sülze, die die individuelle Auseinandersetzung wie einen süßen Brei überklebt. Aber der Anthro- Spießer fühlt sich so sicher wohl und innig- nichts stört die "erhabenen Gefühle", die er für sich selber hegt. Schlafe süß und fest, mein Anthroposoph. Bei den Blümchen und Zicklein auf der Weide.

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    2. Lieber Michael,
      hast Du tatsächlich den Eindruck, Wolfgang ginge es um „Harmonie-Sülze“?
      Ich ganz und gar nicht.

      Und lieber Wolfgang,
      »Unsere Arbeit ist nicht, daß wir beweisen müssen, daß wir keine Rassisten oder Antisemiten sind (weil wir das nicht nötig haben, weil wir es nicht sind!), sondern ...«
      Ich gebe Dir im Grunde recht.
      Allerdings: solange wir’s nicht für jedermann (bei einigem guten Willen, aber auch ohne die gesamte GA gelesen zu haben) nachvollziehbar bewiesen haben, wenigstens, daß Steiner kein Rassist und Antisemit war --- solange wird es immer wieder geschehen, daß AL uns von der eigentlichen Aufgabe ablenken. Und das mit Erfolg, auch bei den vielen redlichen Menschen, die zunächst keineswegs ausgezogen sind, gegen die Anthroposophie zu arbeiten, sich aber dann abschrecken lassen von so vielem, was sie zu hören kriegen – denn es ist nunmal eines der heikelsten Themen, auch heute noch.

      Deshalb möchte ich Dich fragen, ob Du eine Publikation zu diesem Thema kennst, die Dich zufriedenstellt.
      Und falls nicht, so frage ich Dich, ob Du nicht meinst, daß die Zeit reif wäre für eine solche Publikation...

      Herzlichen Gruß,
      Ingrid

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    3. oh Gott Michael, von wo aus redest Du solche Worte??

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    4. Vom Wohnzimmer. Aber, zugegeben, etwas verärgert.

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  29. Wie kommst Du darauf, daß ich mit dem "Anders-Gestimmtsein" eine Harmonie-Sülze gemeint habe? So ein Quark...- Aber selbstverständlich muß ich dabei bleiben (und meine damit nicht das, was Du da ausdrückst..) - daß ich Anthroposophisches anders lese...- sonst hab ich Anthroposophie getötet - und das Leben ausgehaucht. Wie R.Steiner oben sagt: auf das "Anders-Gestimmt-Sein" kommt es an. (Und ich glaube nicht, daß R.Steiner Harmonie-Sülze meinte...)
    (Und ich rede auch nicht von den Stellen, die manche als "rassistisch" bezeichnen...) Aber es gibt eine Gefahr, Anthroposophie - ja, auch durch die ständige kritische Auseinandersetzung - bloß noch "ahrimanisch" zu lesen, zu verstehen - und ihr das Leben auszuhauchen - und alles das beiseite zu lassen, was R.Steiner als "Anders-Gestimmt-Sein" bezeichnet. Dann brauchen wir z.B. auch keine Waldorfschulen mehr - dann sind sie identisch mit staatlichen Schulen...

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    1. Ja, dieses Zurückschrecken vor dem "Ahrimanischen" halte ich in der Tat für fatal. Heute ist Diskurs angesagt, kein ängstliches Bewahrenwollen von "heiligen Gefühlen". Man kann nicht in die warmen Arme Luzifers flüchten, weil man Angst hat vor dem kalten Atem der Gegenwart- so zieht man Anthroposophie aufs tote Gleis. Das ist die Krankheit der "Alten" in der Anthroposophie. Für mich ist es Sülze, sonst nichts. Man lähmt sich selbst damit und wärmt sich an elitären Gefühligkeiten. Ich denke auch nicht, wie Manfred es tut, dass es angemessen ist, Gesprächspartnern (egal welcher Art), "Einflüsterungen" unterzuschieben. Das ist etwas für Stämme am Amazonas. Die pflegen meinetwegen Geisterbeschwörungen. Offenes Visier, ehrliches Diskutieren- das ist die Basis für meine Haltung.

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    2. Das hier (Zitat unten) gehört z.B. zu einem andern Lesen - womit Du sicher einverstanden bist - denn ohne diesem besonderen "Erleben" ist es das tote abstrakte "Ahrimanische", das R.Steiner nicht will - zurecht nicht will! - und was m.E. die Diskussionen mit andern (die Steiner nicht kennen) schwierig macht, da sie anders lesen und damit auch anders auffassen...aber ich versteh schon, was Du meinst! (Allerdings würde ich nie mit Leuten wie Lichte diskutieren - es gibt sehr viele, wo das nur verlorene Zeit ist)

      «Ein richtig verfasstes anthroposophisches Buch soll ein Aufwecker des Geistlebens im Leser sein, nicht eine Summe von Mitteilungen.(!) Sein Lesen soll nicht bloß ein Lesen, es soll ein Erleben (!) mit inneren Erschütterungen, Spannungen und Lösungen sein.» Mein Lebensgang. (GA 28), S. 436.

      Und:

      Es wird eben doch [...] viel zu wenig darauf gesehen, daß Anthroposophie nicht graue Theorie, sondern wahres Leben sein soll. Wahres Leben, das ist ihr Wesen; und wird sie zur grauen Theorie gemacht, dann ist sie oft gar nicht eine bessere, sondern eine schlechtere Theorie als andere. Aber sie wird eben erst Theorie, wenn man sie dazu macht, wenn man sie tötet. Das wird noch viel zu wenig gesehen, daß Anthroposophie nicht nur eine andere Weltanschauung ist als andere, sondern daß sie auch anders aufgenommen werden muß. Man erkennt und erlebt ihr Wesen erst in dieser anderen Art des Aufnehmens." Rudolf Steiner, GA 26

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    3. "Das ist etwas für Stämme am Amazonas" ... war leider auch mein erster Gedanke, Manfred...von wo aus redest und urteilst du das?

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    4. "Man erkennt und erlebt ihr Wesen erst in dieser anderen Art des Aufnehmens." Rudolf Steiner, GA 26

      Das ist mein Erleben und meine Erfahrung, Michael! Und ich werde mir das auch nicht nehmen lassen - weil sonst "eine schlechtere Theorie als andere" übrigbleibt. Der Kern der eigentlichen Anthroposophie ist ja gerade, daß sie "ahrimanfrei" ist, - darin sind keine ahrimanischen Gedanken.
      Und das ist keine "Krankheit der Alten" - (das meint vermutlich auch Andreas Lichte, daß Anthroposophie eine "Krankheit von Alten" ist...) und es hat mit Sicherheit nichts mit "elitären Gefühligkeiten" zu tun.

      Ansonsten gibt es massenhaft esoterische Inhalte in der Anthroposophie - über die kann man nicht diskutieren! Lies mal ein Buch über das Leben zwischen Tod und Wiedergeburt: du brauchst eine völlig andere Haltung als bei andern Büchern - und es ist unmöglich darüber zu diskutieren. Esoterik ist nix zum diskutieren - sonst ist sie tot! Mausetot! - Du kannst höchstens über die Vorschläge zu Steiners Dreigliederung diskutieren - oder auch über Inhalte der Waldorfpädagogik. Aber nicht über esoterische Inhalte. Natürlich auch über Steiners "Rassismus"...- aber wenn man nun anfängt über alle esoterischen Inhalte "mit offenem Visier" zu diskutieren - dann ist das keine Diskussion über Anthroposophie, sondern - wie das R.Steiner nennt - über "eine schlechtere Theorie".

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    5. Lieber Wolfgang, "Der Kern der eigentlichen Anthroposophie ist ja gerade, daß sie "ahrimanfrei" ist, - darin sind keine ahrimanischen Gedanken." Du diskutierst ja auch mit mir, hast Du immer getan, und das ist doch wunderbar. Aber dennoch habe ich eine andere Haltung zur Anthroposophie. Du schreibst etwas, was in meinen Ohren so klingt, als wärest Du einer dieser amerikanischen Bibelgläubigen, die meinen, jedes Wort der Bibel sei wortwörtlich gemeint. Ich dagegen bin der Auffassung, dass man immer interpretiert- "die Anthroposophie" ist ein Abstraktum- etwas, was man erst erreichen, verstehen, verarbeiten muss. Schon deshalb ist sie keineswegs ahriman-frei, denn es hängt davon ab, wie wir sie auffassen. Wir können uns immer nur annähern- nichts ist gegeben. Steiner hat ein Werk hinterlassen, das verarbeitet sein will. Dazu gehört auch, dass wir das, was "aus der Zeit gefallen" ist, für uns entsprechend bewerten. Wer behauptet, ganz persönlich umfassender Repräsentant der Anthroposophie zu sein, hat ein Problem und schafft Probleme. Wir sind Interpreten, sonst nichts.

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    6. @Michael und Steffen

      ..das meint ihr?

      "Fakten" (jaja...) und Verstand sind die Begleit"personen" und Zuflüsterer, wenn sie merken, dass in Dir Fragen auftauchen und in Bewegung sind."

      Ich rede das aus meiner inneren Anschauung ins Bild gesetzt. Sieht ziemlich genau so aus und sind keine Unterstellungen sondern Beschreibungen und hat nichts mit Geisterbeschwörungen zu tun, das täte man anders.

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    7. Tja, Michael, ich erlebe es ähnlich wie Wolfgang und würde sogar sagen, das kann man einem gar nicht mehr nehmen, wenn man das einmal erfasst hat. Und Interpreten sind wir ohne jene Haltung, durchwebt sie einen, wird man zum Beschreiber und Stauner und beginnt zu verstehen dies "werdet wie die Kindlein". Ich würde Dein obiges Bekenntnis zumindest offen halten, man kann ja nie wissen :-) -- Und Steiners Werk sollte nicht verarbeitet werden, man kann da auch hineinschlüpfen und dann bemerkt man etwas ...

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    8. @Michael: Wenn ich ein Buch - oder einen Vortrag (mit esoterischem Inhalt) von R.Steiner lese, dann stellt sich (da ich das nur in Ruhe und Konzentration kann) schon fast von selbst ein anderes "Gefühl" ein, als beim Lesen z.B. des Spiegels. Wenn ich z.B. in Eile versuche, einen Steiner-Artikel zu lesen (wie einen Spiegelartikel), dann nehme ich ihn nicht so auf, wie ich ihn aufnehmen sollte. Das spüre ich eben - dann habe ich nicht diese Art des Aufnehmens, wie sie R.Steiner in den versch. Zitaten oben erklärt. Und ich nehme das ernst!
      Und ich lese Steiner immer sehr genau! Viel genauer als vor Jahren, als ich die ersten Steiner-Bücher verschlungen habe. Und diese Tatsachen interpretierst Du als ein wörtlich-nehmen wie bei amerikanischen Bibelgläubigen...- Nun: vielleicht habe ich mir ja dieses "Genau-nehmen" bei R.Steiner erst im Laufe der Jahre angewöhnt, weil ich immer mehr gemerkt habe, auf welche Dinge R.Steiner einen großen Wert legte - und warum er das tat! Vielleicht sind ja solche Zitate Dinge, die von den meisten wirklich "wörtlicher" genommen werden sollten...- weil das heilsam ist.
      Aber dennoch bin ich nicht das, was Du in mir siehst: Ich bin - selbstverständlich - wie Du - jemand, der sich der Anthroposophie annähern will, der sie immer besser und richtiger verstehen will - und der deshalb so manchen Tipp von Steiner mit zunehmendem Alter ernster nimmt.
      Was das Diskutieren - z.B. mit Dir - betrifft: da hast Du natürlich recht. Aber wir diskutieren ja erstens nicht über esoterische Inhalte - und zweitens können wir beide davon ausgehen, daß der andere mit bestimmten Inhalten der Anthroposophie vertraut ist. Wozu soll ich z.B. mit jemandem, der nichts von Anthroposophie hält und sie sowieso nur oberflächlich kennt, diskutieren? Wozu jemanden mit festeingefahrenen Überzeugungen bezüglich Anthroposophie (wie z.B. A. Lichte) von etwas überzeugen? -
      Und wenn ich hier ständig neue Zitate anbringe: die sind für mich sehr anregend - und nachdenkenswert. Und ich glaube auch oft, daß der andere dann besser versteht, was ich eigentlich sagen will - ich such damit also ab und zu auch "Verstärkung" für meine Ansichten...
      Nehme ich Steiner wirklich "zu wörtlich", wenn ich daran glaube, daß Anthroposophie tatsächlich eine Weltanschauung ist, die man anders aufnehmen muß als andere? Und daß das Lesen viel mehr noch verbunden ist mit einem "Erleben"? Daß das "Anders-Gestimmtsein" Voraussetzung für ein richtigeres Erkennen und Erleben ist? Für mich ist es das einzige Weltbild, das das Potential hat, daß ich mich damit auch selbst verändern kann, indem ich mich damit beschäftige - und das funktioniert nur, wenn ich es ernstnehme. Dazu gehört auch, daß ich das was R.Steiner sagt, ernst nehme. Nicht wie ein buchstabengetreuer Bibelgläubiger - aber schon zunächst wie jemand, der R.Steiner in vielem eine Art "Vorschußvertrauen" schenkt...- anders geht es nicht. Deshalb vertraue ich vollständig auch auf solche Dinge, wie ich sie gleich in meinem abschließenden Zitat hier reinstelle...- wenn ich das nicht ernstnehme, dann nehme ich Anthroposphie nicht ernst. Und das hat nix mit "Wort-Wörtlichkeit" zu tun, wie Du das siehst - obwohl ich es tatsächlich in bestimmter Hinsicht wort-wörtlich glaube - weil ich meine, daß ich solche Dinge von R.Steiner richtig verstehe! (so wie R.Steiner auch nichts hielt von der von Dir "amerikanisch" bezeichneten Bibellesart nix hielt - aber in anderer Hinsicht sehr viel vom wirlich "buchstabengetreuen" Lesen und Verstehen der Bibel.

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    9. "Es unterscheiden sich diese Veröffentlichungen der Geisteswissenschaft von anderen, sagen wir wissenschaftlichen oder literarischen Mitteilungen ganz prinzipiell. Während andere Mitteilungen einfach auf unseren Intellekt und vielleicht mittelbar durch unseren Intellekt auf unsere Gemütskräfte wirken, hat nur der in richtiger Art etwas Geistiges oder Geheimwissenschaftliches auf sich wirken lassen, der da fühlt, daß das innerste Leben seiner Seele durchrüttelt wird, daß es in gewisser Weise umgekehrt wird durch das, was ausfließt nicht an abstraktem Gehalt, sondern an lebendigem Leben von aller Geisteswissenschaft. [...]

      Ein Schatz ruht da unten in den tiefen Schächten unserer Seele. Wir bergen etwas in uns, was in diesen tiefen Seelenschächten zunächst für das normale Bewußtsein unerkennbar ist, und wir lernen, wenn wir uns der Gesinnung und der wahren Bedeutung der Geisteswissenschaft nach in diese letztere vertiefen, daß es nicht nur eine egoistische Sehnsucht ist, sondern daß es die tiefste menschliche Pflicht gegenüber den Kräften des Makrokosmos ist, den Schatz, der in unserer Seele ruht, nicht verkommen zu lassen. Man lernt, meine lieben Freunde, daß bei jedem Menschen, der in der Welt vorhanden ist, da unten in den Seelengründen etwas liegt, was einstmals die Götter aus ihrem eigenen Leib, aus ihrer eigenen Substanz in uns hineingelegt haben. Man lernt fühlen, die Götter haben auf ein Stück ihres eigenen Daseins verzichtet, haben sich das gleichsam aus ihrem Fleische gerissen, es von sich weggenommen und es in unsere Seelen hineingelegt. Wir können nun als Menschen ein Zweifaches tun mit diesem Seelenschatze, der ein göttliches Erbteil ist. Wir können aus einer gewissen menschlichen Bequemlichkeit heraus sagen: Ach, was brauche ich Erkenntnis, die Götter werden mich schon selber zu den Zielen führen. - Das tun sie aber nicht, denn sie haben solchen Schatz in unser Inneres gesenkt, damit wir ihn durch unsere Freiheit herausheben. Wir können also diesen Seelenschatz in uns verkommen lassen. Das ist der eine Weg, den die Menschenseele einschlagen kann. Der zweite Weg ist der, daß wir uns unserer höchsten Pflicht bewußt werden gegenüber den himmlischen Mächten und uns sagen: Wir müssen ihn heben, wir müssen ihn heraufbringen aus den verborgenen Tiefen in unser Bewußtsein herein. — Was tun wir denn, wenn wir diesen Seelenschatz heraufholen aus den Tiefen unseres Bewußtseins? Dann geben wir diesem Seelenschatz eine andere Form, als er früher im Leibe der Götter gehabt hat, aber in dieser Form, die er durch uns angenommen hat, geben wir ihn wiederum auf geheimnisvolle Weise den Göttern zurück. Mit unserer Erkenntnis betreiben wir keine persönliche Angelegenheit, mit unserer Erkenntnis tun wir nicht etwas, was bloß unserem Egoismus dienen soll, wir tun nichts Geringeres, als daß wir das Gut, das edle Erbgut, das uns die Götter gegeben haben, ihnen wiederum in der veränderten Form, die es durch uns bekommen soll, zurückbringen in die höheren Welten, damit sie es mit uns wieder haben. Wenn wir aber den Seelenschatz verfallen lassen in uns, dann treiben wir im wahrsten Sinne Egoismus, denn alsdann bleibt dieser Seelenschatz unwiederbringlich für den Weltenprozeß verloren: der Götter Erbteil lassen wir verwesen, wenn wir nicht erkennen wollen in uns." (GA 129, S.160 ff.)

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    10. Lieber Wolfgang, "Aber dennoch bin ich nicht das, was Du in mir siehst: Ich bin - selbstverständlich - wie Du - jemand, der sich der Anthroposophie annähern will, der sie immer besser und richtiger verstehen will.."
      Dann ist die Rage wohl mit mir durchgegangen und ich habe Dich falsch verstanden. Pardon.

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  30. Hier noch eine interessante Stelle:

    "Die richtige Erkenntnis, die Jahvereligion ist eine Mondenreligion, ließ [..] ein wenig die Empfindung aufkommen, als ob damit irgend etwas Minderwertiges in dieser alten Jahvereligion gegeben wäre. Das ist aber nicht der Fall. Wenn man weiß, daß die Jahvereligion des alten hebräischen Volkes ihren Ursprung hat im alten Hellsehen und gleichsam nur das Gedächtnis an dieses alte Hellsehen bewahrt, dann wird man den heiligen Ernst dieser Jahvereligion sehr wohl durchschauen können. So sehen Sie, wie der Zusammenhang ist zwischen wichtigen Erlebnissen der okkultistischen Aspiranten, welche in einem höheren Bewußtsein den Zusammenhang des Menschen mit der ganzen Welt, die Zugehörigkeit des Menschen zur ganzen Welt erlebten, indem sie erkannten, daß der mittlere Mensch ein Sonnenmensch, der obere Mensch ein Sternenmensch ist. So sehen Sie auch den Zusammenhang dessen, was der Okkultismus erkennt in den äußeren Religionen, die eigentlich in vieler Beziehung als alte Religionen, wie sie den Menschen gegeben worden sind, auch alte Theosophien waren. Denn in dem Augenblicke, wo die alten Menschen andächtig geworden sind, regte sich in ihnen mehr oder weniger etwas von dem alten Hellsehen, und da brauchten sie nicht bloß zu glauben, sondern konnten begreifen und verstehen, was ihnen die alten Eingeweihten sagten, wenn sie es auch nicht schauen konnten. So sind die alten Religionen vielfach Theosophien. Sie sind theosophische Lehren, welche die Okkultisten den Menschen gaben, je nachdem die Menschen auf dem betreffenden Teil der Erde so oder so veranlagt waren." Rudolf Steiner in (Kristiania=) Oslo, 09. Juni 1912

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  31. "Ja, die wollen mit dem Gehirn denken; aber diese Gedanken der Geisteswissenschaft sind mit dem Geistig-Seelischen gedacht, das sich erst losgerissen hat vom Gehirn. Daher müssen die Menschen streben, daß sie durch die Gedanken, die so entstanden sind, selber wieder losreißen ihr Geistig-Seelisches vom Gehirn, indem sie diese Gedanken nachdenken. Die Menschen müssen sich bemühen, die Gedanken nachzudenken, die heute noch bestehende Möglichkeit zu benützen, das Geistig-Seelische loszureißen von dem Materiellen des Gehirns. Denn es ist auf dem Wege, sich an das Materielle des Gehirns zu ketten. Die Menschen müssen sich davon losreißen."

    Lieber Wolfgang, ich danke Dir für die ganzen letzten Zitate und möchte dieses hier nochmals stellvertretend für alle anderen hierher stellen, das scheint mir doch den eigentlichen Kern zu beschreiben, um den es gehen sollte.

    Liebe freudean, so in etwa das wollte ich Dir auch sagen und mein(t)e es immer, wenn ich von innerlichem Umdrehen schreibe. Das wirklich des Merkens Würdige ist ja auch, dass so die Inhalte eines Lichte in sich stimmig und - SO betrachtet, betrachtend wie er - vielleicht sogar richtig sind, wenn man sie mit seinem Lichte bohrend beschreibt. Aber sein Einflüsterer ist der Falsche!! und hat von ihm etwas in Besitz genommen und leitet es an ihm vorbei → → und auch an denen, die im Denken ähnlich sich bewegen.

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    1. Lieber Manroe, ich bemerke schon auch Deine wohlwollende Haltung, auch wenn Du Dich manchmal über mich ärgerst und dem auch Luft gibst.
      Ich stimme bei vielem mit Dir überein, ich spüre auch die Liebe zu Steiner.
      Ich habe schon über Deine Frage - "was drängt dich da?" - nachgedacht.
      Es ist das unchristliche an manchen Darstellungen Steiners. Auch ich distanziere mich von Dogmen, seien es christliche, islamistische, jüdische oder anthroposophische. Ich mache Dogma und überholtes Denken nicht an einem Volk fest, schon gar nicht NACH Christus, sondern Dogmen und überholtes Denken sehe ich menschlich, nicht völkisch.

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  32. Das Zitat oben vollständig:
    "Derjenige, welcher Anthroposophie kennenlernt, wird bemerken, wie die einzelne Wahrheit, die vertreten wird, sich in den Zusammenhang der ganzen Anthroposophie hineinstellt. Und er wird einfach in demjenigen, das er im Zusammenhang kennengelernt hat, eine Bekräftigung einer neuen Wahrheit finden, die er hört. Und wiederum: die neue Wahrheit wird zurückwirken auf dasjenige, was er schon gehört hat. Und so ist mit Anthroposophie bekannt werden ein fortwährendes Wachsen in der Überzeugung von der Wahrheit der Anthroposophie. Von einer mathematischen Wahrheit kann man im Augenblick überzeugt sein, aber sie hat deshalb auch kein Leben. Das Anthroposophische ist Leben, daher ist auch die Überzeugung nicht in einem Augenblick abgeschlossen, das heißt, sie lebt, sie vergrößert sich fortwährend. Ich möchte sagen, die anthroposophische Überzeugung ist zunächst ein Baby, wo man noch ganz unsicher ist, wo man fast nur einen Glauben hat oder nur einen Glauben hat; dann wächst sich diese Überzeugung, indem man immer mehr und mehr kennenlernt, allmählich auch immer sicherer und sicherer aus. Dieses Auswachsen der anthroposophischen Überzeugung ist eben ein Zeuge von ihrer inneren Lebendigkeit. Und auch daran muß man erkennen, wie man nicht nur anderes empfindet und denkt auf anthroposophischem Felde als auf andern heute gebräuchlichen Gebieten, sondern wie man anders denken muß, anders empfinden, anders fühlen, anders gestimmt sein muß als auf andern Gebieten. In diesem Anders-Gestimmtsein liegt das Wesentliche des Verständnisses für Anthroposophie, und von diesem Gestimmtsein aus kann Anthroposophie, ich möchte sagen, ihre Kreise ziehen in die verschiedensten Gebiete des Lebens." R.Steiner, GA 257, zweiter Vortrag

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  33. "Lassen wir uns dieses "Anders-Gestimmtsein" nicht kaputtmachen - egal warum und egal von wem! Ohne diesem "Anders-Gestimmtsein" wird es nur noch das geben, was R.Steiner den "Krieg aller gegen alle" nannte..."

    Genau, der Krieg Aller gegen Alle, wenn man wirklich sich hineinzudenken vermag, dann kann man zu keinem anderen Urteil gelangen.

    Treffen sich drei Egoisten --- der Rest ist doch selbsterklärend!!

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  34. Liebe Ingrid H.,

    ich kenne keine Publikation zu diesem Thema, die mich zufriedenstellt! Es gibt natürlich viele Publikationen - aber keine ist m.E. wirklich vollständig. Und ich bin mir auch nicht sicher, ob es eine solche geben kann - denn jeder hat ja doch andere Ansprüche an "Vollständigkeit". Manche denken vielleicht, Zander hätte alles vollständig zu diesem Thema gesagt - manchen genügt das Büchlein von Pietro Archiati "Die Überwindung des Rassismus durch die Geisteswissenschaft". Aber das ist nicht befriedigend!Ich fürchte, man wird sich selber durchschlagen müssen...- und wenn ich nun sage, daß die Zeit dafür reif wäre, daß nun DAS vollständige Werk erscheinen sollte - dann kann es erscheinen und ist schon nach einem Jahr nicht mehr auf dem neusten Stand...
    Wer sollte denn das Buch schreiben, nachdem Du Dich sehnst? Der nichts ausläßt und auf alles dir richtige Antwort weiß? Hm...

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    1. Lieber Wolfgang,

      »Wer sollte denn das Buch schreiben, nach dem Du Dich sehnst?«
      :-) Naja - vielleicht werde ich es selber schreiben müssen, wenn sich sonst niemand findet...

      Ich habe übrigens nicht den Eindruck, ein solches Buch wäre „schon nach einem Jahr nicht mehr auf dem neusten Stand“. Schließlich schreibt Rudolf Steiner ja schon seit bald hundert Jahren nichts Neues mehr... und ich würde mir natürlich nur sein Werk vornehmen wollen und nicht gleich alle jemals existiert habenden Anthroposophen – das wäre tatsächlich uferlos.
      Und als „vollständig“ würde ich es nicht erst dann ansehen, wenn es sich mit alllllen nur denkbaren Aussprüchen Rudolf Steiners auseinandersetzt, die irgendjemand bei oberflächlichem Lesen „rassistisch“ finden könnte, sondern schon dann, wenn es gelänge, ein (meinem Dafürhalten nach; und ich habe bisher den Eindruck, das würde mit dem Deinen übereinstimmen) zutreffendes Bild zu malen von dem Zusammenhang, in den sich diese einzelnen Stellen (jedenfalls mindestens alle „gängigen“) dann einfügen lassen.

      Mir geht es dabei nicht darum, mit den „Lichtes“ dieser Welt zu diskutieren. Wenn jemand nicht begreifen WILL, dann werde auch ich ihn nicht dazu bringen können – das ist mir klar, und darin gebe ich Dir natürlich recht.

      Aber es gibt sehr viele Menschen, die zunächst offen auf die Anthroposophie zugehen und sich dann abgeschreckt fühlen. Sie lesen dann einiges an Sekundärliteratur und bilden sich ein Urteil, ohne jedem einzelnen der dort angeführten Steiner-Zitate im GA-Zusammenhang nachzugehen... wie gesagt, Rassismus ist bis heute ein sehr heikles Thema, ich kann gut verstehen, wenn jemand sicherheitshalber einen möglichst großen Bogen darum machen will.
      Und es gibt auch - leider! - Anthroposophen, die hier seltsame und noch weiter abschreckende Antworten zu bieten haben (wie zum Beispiel, daß alles, was Steiner dazu jemals gesagt oder geschrieben hat, erstens „nicht so schlimm“ sei und zweitens WAHR sein müsse, WEIL er eben Steiner war und nicht irren konnte; dies im Verein mit Mißverstandenem kann ja wirklich zu katastrophalen Ergebnissen führen!).

      Ich fände es wünschenswert, solchen ehrlich suchenden Menschen etwas ohne „Kurzschlüsse“ anbieten zu können, statt sie ausschließlich auf die GA zu verweisen.
      Denn ich finde es nur allzu verständlich, wenn jemand sich ein Bild machen will, bevor er sich „tiefer hineinkniet“...
      Und ich gebe auch Michael recht, daß wir im Zeitalter des Diskurses leben. Und auch ich halte ein „Zurückschrecken vor dem Ahrimanischen“ für fatal. Es erinnert mich im übrigen an das, was Steiner über die Essäer sagt...

      Danke jedenfalls für den Hinweis auf Archiati - dieses Büchlein kenne ich bisher noch nicht.

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  35. Lange ists her - dennoch bemerkenswert, was Rudolf Steiner vor etwa 90 Jahren sagte:

    "Wünschen möchte man nur ..., daß die Zahl der naiven Leute immer geringer und geringer würde, die noch immer glauben, daß es, wenn man solche Dinge widerlegt, den Leuten etwas hülfe, die heute aus den trüben Quellen heraus, um die es sich hier handelt, arbeiten. Die interessieren Widerlegungen außerordentlich wenig; denn ihnen geht es nicht darum, die Wahrheit irgendwie auch nur zu berühren, sondern sie kämpfen gegen alles dasjenige, was als ein neuer Geist in die Menschheit einziehen soll, mit jedem Mittel. Sie folgen den Kräften, von denen sie besessen sind.
    11.1.1920, GA 196, S. 52.

    oder:

    Ich habe letzten Sonntag hier ... auf mancherlei Be­strebungen, die sich gerade gegen unsere Geisteswissenschaft geltend machen, hingewiesen. Es ist aber gar nicht so selten, daß gerade in unse­ren Reihen ein entschiedenes, dezidiertes Denken darüber übelgenom­men wird, könnte man sagen. Das muß scharf ausgesprochen werden aus dem Grunde, weil ja jene Art von Verleumdungsfeldzügen, die gegen die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft und was sie sozial als Konsequenz nach sich zieht, erst im Anfange sind. Wie tritt doch immer wieder und wiederum aus unseren Reihen einem das Verderbliche entgegen, daß verlangt wird, man solle, wenn jemand ver­leumdet, den alten Herrn oder wer es ist, manchmal auch einen jungen Herrn, eine alte Frau, manchmal auch eine junge, möglichst schonend behandeln. Da wird gesagt: Wer verleumdet, soll vor allen Dingen in unseren Reihen auch möglichst schonend behandelt werden; man soll sich mit Leuten, die Verleumdungen in die Welt setzen, erst anfreun­den! – Darauf kommt es nicht an heute! Wer die Zeit versteht, sollte das einsehen. Es kommt heute nicht darauf an, daß man sich auseinandersetzt mit den Menschen, die Verleumdungen über die Welt streuen, sondern darauf kommt es an, daß man bei andern Menschen diese Menschen charakterisiert, daß man sich mit ihnen nichts zu schaffen macht, daß man sie als Menschen, die man an sich nicht herankommen lassen will, behandelt und die andern Menschen in entsprechender Weise aufklärt, was das für Individuen sind, die da in der Welt stehen. Das ist es, wor­auf es ankommt heute!
    16.1.1920, GA 196, S. 68f.

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  36. Huch, was ist hier bloß los bei Euch, solch ein herrlich nervöses Durcheinander. Fast man meint, dass es (Hilfe!) "emotional" zugehen könnte. Aber es ist schön, dass wir in Wolfgang/Anonym endlich einen würdigen Nachfolger (Inkorporation?) von Holger Niederhausen haben. Weiter so!

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    1. Hallo Uschi - bist Du die Ururenkelin von Rudolf Steiner? (vielleicht hatte er ja ein uneheliches Kind...)

      Natürlich bin ich kein Nachfolger von Niederhausen in irgendeiner Form - denn der lebt ja noch. Aber ich hab mit dem auch schon "gestritten", - vielleicht ja an ihm meine "Streiaxt" geschärft...
      :-) Wolfgang

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    2. Lieber Wolfgang, ja, es ist so: Es gibt eine entfernte Verwandtschaft zwischen mir und R.S. Noch darf (aus okkulten Gründen) darüber nicht gesprochen werden, zuviel Wirbel in der A.A.G. würde z.Zt. entstehen. Vielleicht später, ich bekomme dann eine entsprechende Mitteilung.

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    3. Ah, verstehe. Schickst Du mir dann ein Autogramm? Danke... :-)

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  37. auch bemerkenswert:

    "Die Gegnerschaft wird gerade innerhalb unserer Bewegung unberück­sichtigt gelassen von den meisten auch unserer Mitglieder. Sie küm­mern sich nicht gern darum, und das ist eben Mangel an Interesse an der Zeitgeschichte. Aber aus Interesse an der Zeitgeschichte heraus müssen wir reden und müssen wir handeln. Nur dadurch bekom­men unsre Worte ein wirkliches Gewicht, daß wir daraus handeln. Wir dürfen diese Gegnerschaft nicht leicht nehmen. Es ist ja manch­mal gerade innerhalb unsrer Bewegung geradezu zum Verzweifeln, wenn man sieht, wie gegenüber den furchtbaren Anklagen, die erho­ben werden gegen Anthroposophie ... die Leute in­nerhalb unsrer Bewegung ganz phlegmatisch bleiben. Da sind wirk­lich die Gegner, wenn man so sagen darf, andere Kerle."
    14.2.1921, GA 338, S. 96.

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  38. Gibt es hier eigentlich einen Einzigen, der die ellenlangen Steiner-Zitate liest?

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    1. Auch ich lese diese Zitate (von denen ich viele schon kannte) mit Interesse.

      :-) Liebe Uschi, es ist nicht zu leugnen, und ich stehe dazu: Wir sind halt seltsame Vögel... vielleicht ist es ja das, was den "Durchschnittsanthroposophen" ausmacht? :-)

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    2. Alle klugen Leute.
      Auch alle interessierten Leute.
      Und manroe und Ingrid H.
      Und ich. Und hoffentlich auch Michael.
      Und hoffentlich noch andere.

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    3. Mittlerweile hat sich Peter Staudenmaier offenbar zu Ansgar Martins Artikel geäußert. Wie zu erwarten war grenzt er sich in einigen Punkten deutlich von Lichte ab, u.a.:


      "Martins also accurately describes my position regarding anthroposophist Michael Eggert; Lichte and I flatly d i s a g r e e on that score, and have for years."

      http://groups.yahoo.com/group/waldorf-critics/message/23248

      Lichte selbst hat sachlich nichts mehr den Argumenten Martins entgegen zu setzten und schweigt!
      Persönlich möchte ich ergänzen, dass ich Lichtes angebliche Intention, sich gegen Faschismus und Rassismus einzusetzen, anzweifle. In mir besteht seit geraumer Zeit der Eindruck, dass er diese Intention nur vorgibt und aus persönlichen Gründen die "Anthroposophie" (resp. alle ihr zugewandeten Menschen) als wertlos oder schlecht darstellen möchte und dieser Bewegung ausschließlich schaden möchte. Gott sei Dank, gelingt ihm dieses aber nicht!!!
      Daher verwundert es mich auch nicht, dass sich Staudenmaier von ihm abgrenzt!

      So sagt Martins nach meiner Meinung zu Recht:
      "Andreas’ Urteil über Scaligero ist und bleibt aber bei aller Kritik und allen suggestiven Lücken seiner Darstellung ein richtiges Urteil.
      Als Argument gegen die heutige Anthroposophie taugt es m i t n i c h t e n, da das Beispiel falsch gewählt ist: Michael Eggerts Vorschlag zu einer Scaligero-Rezeption aus “disziplinierter kritischer Distanz” (a.a.O.) ist völlig richtig, solange er diese Distanz auch wirklich durchhält.
      Kritische Distanz ist aber nichtsdestominder das Wort der Stunde. Solange der anthroposophische Alltag unreflektiert mit diesen Figuren umgeht und das rassistische Potential nicht klar verneint wird, braucht es weiter kritische Aufmerksamkeit von außen."

      Sich den Artikel Martins' zu "erarbeiten", hat sich gelohnt! Und ja, das ist für wenig Geübte auf diesem Gebiet schwierig - aber wer hat behauptet, dass alles leicht ist?

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  39. Das betrachte ich schon als meinen Weg - ohne daß ich den Eindruck habe, daß das "Sülze" oder "elitäre Gefühligkeit" ist:
    "Wenn Sie aber die anthroposophischen Erkenntnisse sich aneignen in ihrer Fülle, dann sehen Sie hinein in Tiefen des Menschenwesens,
    der Menschenentwickelung, der Menschenschicksale, und Ihr Herz
    ist immer beteiligt an den Erkenntnissen. Da lädt sich die Summe der Erkenntnisse im Gefühls-, im Empfindungsleben ab. Da wird man mit der ganzen Welt mitfühlend und dann wohl auch mitwollend. Das ist das Wesenhafte der Anthroposophie, daß sie nicht bloß den menschlichen Kopf ergreift, sondern daß sie den ganzen Menschen ergreift und daß sie dadurch auch hineinleuchtend wird, aber gemüts- und gefühlskräftig hineinleuchtend wird in die Kultur- und Zivilisationsschicksale wie
    in die Schicksale des einzelnen Menschen."

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  40. Es steht für mich außer Frage, dass die Anthroposophie eine große Bereicherung für die Welt darstellt. Neben den physischen, seelischen und geistigen Prozessen über die Steiner berichtet, hat er auch das Christenstum wieder in seine ursprüngliche, universelle Dimension zurückgebracht um es dann aber wieder für seine Evolutionstheorie zu vereinnahmen.
    Die Betonung der Individualität des Einzelnen ist der rote Faden, der sich durch sein umfangreiches Werk zieht und daher ist es umso unverständlicher, solch generalisierende Ausagen wie z.B.: vornehmlich jüdische Ärzte neigten aufgrund ihrer besonderen Seelenkonfiguration zu einem materialistischen Denken – zu finden. Ich bin verwundert über diese materialistische, typologisierende Aussage. Ich denke, dass die Persönlichkeit Steiner in diesem Falle keine Verbindung zum Zeit-Geist gehabt hat, ansonsten hätte er die Dimension und Konsequenz derartiger, fundamental unchristlicher Aussagen erkannt.

    Die ersten Spuren des Judenhasses finde ich bei Paulus, bei dem die Beschimpfungen der Juden beginnen. Er hat auch das Konzept der Erbsünde in die Welt gesetzt; von dieser konnten, nach ihm, nur die Getauften und Die-sich -zu-Christus Bekennenden erlöst werden.Der Rest bliebe verdammt. Damit begann die Missionierung. Zur blühenden Reife kam der Judenhass bei Augustinus, der das Wesen Jesus/Christus bis zur Unkenntlichkeit entstellt hat. Die übelsten Beschimpfungen der Juden können bei ihm gefunden werden. Mit ihm wurde der Antisemitismus kirchlich verankert.

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  41. Lieber Wolfgang, "Da lädt sich die Summe der Erkenntnisse im Gefühls-, im Empfindungsleben ab. Da wird man mit der ganzen Welt mitfühlend und dann wohl auch mitwollend." (Steiner) Ich stimme da vollkommen zu. Es ist die vollendete Beschreibung eines Einweihungsprozesses. Auf uns schlichte Naturen bezogen, ist das aber nun wirklich nichts, was gegeben ist, sondern vielleicht das Ende einer langen, aufmerksamen, konzentrierten Entwicklung. Aber im Grunde immer ein Ziel- wir sind da immer Anfänger und blutige Laien. Wir können uns auch kaum sicher sein, ob wir uns etwas vormachen, etwas anmassen oder einen persönlichen Mangel damit kompensieren. Das "Wesenhafte der Anthroposophie" ist nicht ein Ding oder Zustand- das sind wir selbst, in der Entwicklung. Aber wir -jetzt- stehen voll in unseren Illusionen, unseren Wünschen und Selbstbildern. Unseren Kritikern dürfen wir dankbar sein, dass sie die von uns nicht bemerkten Selbstbilder nicht selten anstossen und damit zum Vorschein bringen. Ohne Diskurs geht da gar nichts, wenn man nicht die Wagenburg errichten und sich verstecken möchte.

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    1. Natürlich: es ist ein Entwicklungsprozeß. Und ich hoffe durchaus, daß ich Schritt für Schritt - auch von Inkarnation zu Inkarnation - mitfühlender, spirituell empfindender - und auch "Geisterkennender" werde. Bis ich irgendwann mal nur noch aus Liebe heraus "weisheitsvoll agieren" kann...- und auch dann gehts noch weiter...
      Sicherlich ist man auch immer Anfänger - so wie ein Erstklässler, ein 14-jähiger Gymnasiast oder ein Abiturient immer Mathe-Anfänger sind, z.B. im Vergleich zum Mathematik-Studenten.
      Meine "Kritiker" erlebe ich täglich bei der Arbeit, bei Freunden und Bekannten, meinen "Lesetreffen". Wobei ich ich sagen muß, daß die ersten 2 Jahre meiner stillen Beschäftigung mit Anthroposophie, als ich noch niemanden kannte, der sich auch dafür interessierte, auch eine gute und lehrreiche Zeit hatte...
      :-)

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  42. Ich denke auch nicht, wie Manfred es tut, dass es angemessen ist, Gesprächspartnern (egal welcher Art), "Einflüsterungen" unterzuschieben.

    Naja, Michael, dann müsste man sich allerdings fragen, wie sogar ein Mensch wie Nietzsche, der ja nicht gerade als Traumtänzer bezeichnet werden kann, zu einem solchen Ausspruch kommen kann: „Auch beim Geringsten, was wir absichtlich tun, ist das allermeiste unabsichtlich.“
    Übrigens, dein Kommentare hier und deine daraus zu schließende Haltung, die erscheinen mir ganz und gar nicht als durchschnittlich anthroposophisch, denn du scheinst ja von dem, was Wolfgang hier an durchaus passenden und für einen Durchschnitts-Anthroposophen leicht nachvollziehbaren Steiner-Zitaten gepostet hat, nicht das allergeringste inhaltlich zur Kenntnis genommen zu haben.

    anonym1

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    1. Gut, dann muss ich bekennen, doch vielleicht ein wenig abnormal zu sein.

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    2. Lieber anonym1,

      naja - der von Dir zitierte Nietzsche-Satz: „Auch beim Geringsten, was wir absichtlich tun, ist das allermeiste unabsichtlich.“ unterstellt solche "Unabsichtlichkeit" aber nicht anderen, sondern spricht immerhin von einem "wir".
      Ich finde, das macht einen ganz erheblichen Unterschied.

      Bei der Gelegenheit möchte ich nicht versäumen, die Frage, die Wolfgang mir weiter oben im Grunde mit "Nein" beantwortet hat, auch Dir zu stellen:

      Gibt es eine Publikation zum Thema "Rudolf Steiner und Rassismus/Antisemitismus", die Dich zufriedenstellt?

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    3. „Das leidige Differenzieren“ gehört zur Überschrift dieses thread`s und das gelingt recht schlecht.
      Ausgangsthema waren die braunen Flecken an den Paprika und es werden jetzt kiloweise die gelungensten Tomaten herangetragen, um darauf hinzuweisen, dass doch alles bestens gedeiht, im Garten, in stetem Wechselwirken mit den Gestirnen. Die Tomaten und anderes Gemüse sind aus fruchtbarstem Boden heraus, in optimaler biodynamischer Qualität herangereift.
      Wenn in diesem wunderbaren Garten wieder der Wurm im Paprika erwähnt wird, es geht hier ja um die Flecken an den Paprika – auch diese stehen in steter Wechselwirkung mit den Gestirnen - dann bringt jemand gleich noch mehr Tomaten daher.
      Es gibt viele, die rasten aus, wenn sie hören, dass ihre Paprikas mit den Wechselwirkungen nicht ganz perfekt sind, andere holen weiter unermüdlich, in steter Liebe die Tomaten hervor.
      Wieder andere wissen inzwischen, oho es geht ja um den Wurm im Paprika! Und wenden sich dem zu, mit einem Schönmalstift wird der Fleck ausgebessert, manche meinen, phantasievoll oder dumm? wie Ingrid, wie tolerant es doch sei, kein Gesetz zu machen, wieviel jüdische Ärzte mit „materialistischem Denken“ tätig sein dürfen.
      Das von Dir angedachte Buch, Ingrid, halte ich eher für ein Malbüchlein mit lieblichen Sfumaturen,
      jetzt ist das Thema jedoch Differnzierung.

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    4. Liebe freudean,

      sehr schöner Vergleich aus dem Gemüsegarten, danke!

      Sollte es ein solches Buch, wie ich es mir wünsche, tatsächlich einmal geben und ich bis dahin Deine Adresse wissen, schicke ich Dir selbstverständlich ein Freiexemplar zur Rezension.

      :-)
      Herzlichen Gruß!
      Ingrid

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    5. P.S.: Übrigens würde es mich sehr interessieren, was Du, liebe freudean, zu diesem Artikel von Junko Althaus sagst.

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    6. Liebe Ingrid,
      ob ich das lesen werde, weiß ich nicht.Trotzdem danke. Ich erinnere mich noch an unser Gespräch, bei dem es um das, nach Steiner, verdorbene Blut der Franzosen und deren Leichnahmsprache ging. Du hast da seitenlang versucht zu untersuchen, bzw. einen Grund für die Behauptung Steiners, es sei eine kulturelle Untat, dass Schwarze nach Europ kämen, auszumachen.
      Auf das verdorbene Blut und die Leichnahmsprache bist Du leider nicht eingegangen. Die Frage würde ich gerne nachholen. Stimmst Du mit dieser Einschätzung Steiners - nach ihm Wahrheit, die sich aus der Beobachtung der spirituellen Welten ergibt, überein?

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    7. PS: Ja, ich bin auch zutiefst davon überzeugt, dass wir eine einzige und zusammengehörige Menschheit sind. Ich sehe die orientalischen Werte und ich sehe die westlichen Werte. Ich sehe die Saat der Freiheit, die die Buddhisten gesät haben und ich sehe die Saat des Ich-Bewußtseins im Westen.
      Ganz besonders berührt mich ein Text von Steiner, in dem er über den Weltenmenschheitskörper spricht.

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    8. Liebe freudean,

      Du hast recht, auf diese Frage bin ich damals nicht eingegangen. Das liegt vor allem daran, daß mir das Französische leider bisher nicht so vertraut ist, daß ich hier zu einem verläßlichen eigenen Urteil kommen könnte. Vielleicht wird das noch einmal anders, dann werde ich Dir davon berichten.

      Obwohl ich ja schon sagen muß, daß ich es ziemlich enttäuschend finde, wenn Du das, was ich aufgrund Deiner Fragen recherchiere, dann nicht recht zur Kenntnis zu nehmen scheinst bzw als "Schönfärberei" umdeutest...

      Der Artikel von Junko Althaus befaßt sich übrigens unter anderem mit dem Überlegenheitsgefühl der weißen Menschheit gegenüber den "zurückgebliebenen" Asiaten – ich dachte mir, das müßte Dich eigentlich interessieren.

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    9. Liebe Ingrid, jetzt haben wir zugleich gepostet. Ich danke Dir für den Artikel von Althaus. Ich nehme Dein Recherchieren ernst und schätze auch die Arbeit, die Du Dir dadurch machst. Ich habe Dir auch schon gedankt für Recherchen, Informationen und Mitteilungen. Das heißt aber nicht, dass ich deshalb mit dem, was Du mitteilst, einverstanden bin. Deine beschönigenden Schlußfolgerungen bei so ganz offensichtlichen Tatsachen lassen mich manchmal sprachlos.

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    10. Liebe freudean,

      ich nehme an, Du beziehst Dich jetzt konkret darauf, daß ich dieses Zitat aus „Das Wesen des Judentums“ so isoliert, ohne Zusammenhang, nicht antisemitisch finden kann:
      »Es wäre zum Beispiel sehr natürlich, dass in den verschiedenen Ländern Europas nicht mehr Juden Ärzte wären, als sie prozentual zu der Bevölkerung sind. Ich will nicht sagen – bitte, mich nicht misszuverstehen! –, dass man das durch ein Gesetz festsetzen sollte; das fällt mir durchaus nicht ein.«

      Ich habe den Zusammenhang noch nicht nachgelesen (ich werde es bald tun) – ich möchte hier nur sagen, daß ich diese Stelle meinem Mann (der überhaupt nichts mit Rudolf Steiner am Hut hat, der im Gegenteil eher allergisch auf diesen Namen reagiert, dessen gelegentliche Erwähnungen durch mich er dennoch mit großer Ruhe erträgt :-) ) vorgelesen und ihn gefragt habe, was er ganz spontan dazu sagt.
      Er meinte „Na - daraus läßt sich vor allem schließen, daß die Juden halt intelligenter gewesen sein werden als alle anderen...“ - - - und das, ohne daß er dieses von mir weiter oben Erwähnte kannte:
      »Beispielsweise bedeutet Er hot a jidischen Kopp („Er hat einen jüdischen Kopf“) „Er ist intelligent“, wobei im Gegensatz Er hot a gojischen Kopp („Er hat einen gojischen Kopf“) für „Er ist dumm“ steht.« (aus dem wikipedia-Artikel Goi)

      Nun bin ich wirklich gespannt, worauf Rudolf Steiner mit dieser Äußerung eigentlich hinauswollte bzw wer recht hat in seinem Verständnis dieser Stelle – Du oder mein Mann...

      P.S.: Ich freu mich, daß Du mit dem Artikel von Junko Althaus etwas anfangen kannst!

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    11. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  43. Nun, man muss ja nicht gleich das Schlimmste annehmen, sondern es reicht ja schon, zu erkennen, dass es eben nur zu einem unterdurchschnittlichen Anthroposophen reicht ;-)

    anonym1

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  44. Auch Karl Ballmer spricht (in einem Brief an Hedwig Kleiner vom 16.3.1927) von den „Durchschnittsanthroposophen“ – und die Bemerkung im Anschluß daran erhellt, warum Michael tatsächlich keiner sein kann:

    »In Paranthese bemerke ich, daß meine Sachen ganz und gar nicht "anthroposophisch" sind. Ich werde vermutlich überall mehr Gegenliebe finden für meine Bilder als bei Durchschnittsanthroposophen. Das ist aber nicht schlimm. Die Anthroposophen entgehen ja nicht immer ganz leicht der Gefahr, fertige Regeln haben zu wollen für Dinge, die nur ganz aus einer Individualität verstanden werden können. Ein Künstler ist schließlich eine Welt für sich, die nur ganz aus sich selber heraus erbaut werden kann.«

    :-) Herzlichen Gruß,
    Ingrid

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  45. Liebe Ingrid,

    Gibt es eine Publikation zum Thema "Rudolf Steiner und Rassismus/Antisemitismus", die Dich zufriedenstellt?

    dieses Thema ödet mich mittlerweile dermaßen an, dass ich mich jedes Mal einigermaßen überwinden muss, überhaupt einen Kommentar zu schreiben.
    Was deine Frage angeht, so habe ich dergleichen noch nicht gefunden, allerdings habe ich auch nicht danach gesucht, denn, Steiner als Rassisten oder Antisemiten zu bezeichnen ist meiner Ansicht nach entweder ein Ausdruck von ziemlicher Unkenntnis im Hinblick auf Steiner und seine Anthroposophie, gepaart mit einer guten Portion an (materialistisch induzierter) Dummheit (diese Leute sind ja wie vernagelt, sie nehmen einfach die offensichtlichsten inhaltlichen Zusammenhänge und Aussagen nicht zur Kenntnis oder schwafeln allen möglichen Mist nach, den sie nicht begriffen zu haben scheinen) oder es ist der Ausdruck für reinste Bosheit mit dem Ziel, Steiner und seine Anthroposophie zu zerstören (was allerdings ein vergebliches Unterfangen bleiben wird, solange es noch durchschnittliche Anthroposophen geben wird, die nicht (im Sinne Swassjans) luziferisch oder ahrimanisch infiziert sind :-).

    anonym1

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  46. Hallo Ingrid, schau Dich mal auf diesen Seiten hier um...
    Vielleicht gibts ja Interessantes zu lesen -
    http://zanders-zitate-zauber.de/publikationen/anthroposophische-rassentheorie.html

    und:

    www.themen-der-zeit.de/content/Zanders_Zitate_Zauber.1555.0.html
    10.01.2012

    Seit einigen Tagen ist eine neue Website zum Thema Helmut Zander online. Zanders-Zitate-Zauber will das "Standardwerk" zum Thema Anthroposophie des Religionswissenschaftlers Helmut Zander genauer unter die Lupe nehmen und dessen Untersuchungsmethoden und -ergebnisse näher beleuchten.
    von Michael Mentzel

    Wie lange mag es wohl dauern, so dachte ich, bis der Waldorfblogger und Info3-Autor Ansgar Martins sich des Themas Zander und hier speziell der Webseite "Zanders-Zitate-Zauber" zuwenden wird? Die Frage scheint berechtigt, denn immer wieder finden die LeserInnen in den Blogbeiträgen von Martins recht heftige Angriffe gegen Lorenzo Ravagli, den im Impressum ausgewiesenen Redakteur dieses jetzt neuen Web-Angebots. Derselbe Ansgar Martins, einer der vier Autoren des jüngst erschienenen Buches "Endstation Dornach", bestätigt dem notorischen Anthroposophie-Hasser Andreas Lichte noch 2009 in einer Antwort auf einen Kommentar: "Lieber Andreas, ich bin vollkommen überzeugt, das Steiner einen an der Waffel hatte. Das hat nicht nur Fritz Beckmannshagen sehr schön herausgestellt, es fällt auch bei der Lektüre von 'Mein Lebensgang' auf."

    Dass jemand, der aus der Lektüre von Steiners "Lebensgang" schließt, dass Rudolf Steiner nicht ganz richtig im Kopf gewesen sei, an einem Angebot wie "Zanders-Zitate-Zauber" ganze Haarbüschel in der Suppe finden wird, liegt auf der Hand. Und richtig, unter dem Titel "Was hat man dir, Du armes Kind getan" - ironischerweise die Überschrift eines unserer (TdZ) Beiträge, es geht darin um Gunnar Schedel vom "hpd" (Humanistischen Pressedienst), der sich mit Lorenzo Ravagli befasst hatte - nutzt Martins die Gelegenheit, einmal mehr einen Rundumschlag gegen Ravagli zu starten und Helmut Zander, den er offensichtlich zu seinem Lieblingsautor erkoren hat, damit zu Hilfe zu eilen.

    Was aber will "Zanders-Zitate-Zauber"? Auf der Startseite heißt es: "zanders-zitate-zauber.de ist der kritischen Auseinandersetzung mit dem Werk Helmut Zanders gewidmet. Angesichts der Tatsache, dass dessen Hauptwerk »Anthroposophie in Deutschland« derzeit mit Unterstützung durch eine namhafte deutsche Stiftung ins Englische übersetzt wird, ist damit zu rechnen, dass der Autor bald auch im englischen Sprachraum als »unabhängiger Experte« für Anthroposophie gelten wird. Damit wird einer Art Monopolstellung Zanders als Autorität der akademischen Steinerinterpretation Vorschub geleistet."

    Die Auseinandersetzung mit den Werken des inzwischen an der Universität Fribourg in der Schweiz lehrenden katholischen Religionswissenschaftlers Zander geht also in eine neue und durchaus spannende Runde. Zander stehe in der "Tradition der aufklärerischen Bibel- und Religionskritik, deren ideologische Voraussetzungen und Methoden er auf einen modernen Esoteriker anwendet.", heißt es auf der Startseite und er versuche, durch "Argumente ad hominem die Unmöglichkeit einer Wissenschaft des Geistes, einer rationalen Mystik, einer wissenschaftlichen Spiritualität zu erweisen."

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  47. (Fortsetzg.)Auf Nachfrage erfahren wir, dass die Idee zu dieser Webseite in der Arbeitsgruppe der Autoren enstanden ist, die sich mit ihren Beiträgen an dem vor einiger Zeit von Rahel Uhlenhoff herausgegebenen Sammelband "Anthroposophie in Geschichte und Gegenwart" beteiligt haben.

    Anthroposophische Autoren haben in der Vergangenheit immer wieder darauf hingewiesen, dass sowohl das opus-magnum (Anthroposophie in Deutschland) von Zander als auch seine Steiner-Biographie (Die Biographie) mit vielen Fehlern und Entstellungen behaftet seien. So schreibt Prof. Michael Opielka im Rundbrief "Dreigliederung des sozialen Organismus" (März 2011), dass er zwar auch vor Zanders Hauptwerk (Anthroposophie in Deutschland) respektvoll "den Hut" zöge, allerdings nur "ein wenig". Es sei dieses aber nicht einfach, denn "gerade Zander (...) geht in weiten Teilen nicht respektvoll mit seinem Untersuchungsgegenstand um." Zwar hätte er, so Opielka, "noch nie eine derart klare und wissenschaftlich um Objektivität bemühte Untersuchung der anthroposophischen 'Dreigliederung' als Soziallehre und ihrer Praxis" gelesen, andererseits sei der "um Objektivität bemühte Ansatz" immer wieder durch "negative Bewertungen, teils mit verleumderischem Charakter durchsetzt" und konterkariere damit das "eigene Normativ". Wenn auch etwas freundlicher ausgedrückt, unterstreichen diese Worte letztendlich die Berechtigung, sich nicht nur oberflächlich mit Zanders Werk auseinander zu setzen. Denn es geht offensichtlich nicht nur um die, wie Ansgar Martins schreibt, "paar dutzend für die Sache eher unbedeutende Zitatfehler des Historikers (...) und auch einige Quellen (...), die Zander in seinem ‘Mammutwerk’ übersehen hatte", sondern um etwas mehr.

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  48. (Fortsetzg)Rahel Uhlenhoff merkt im Vorwort zu dem von ihr herausgegebenen Sammelband "Anthroposophie in Geschichte und Gegenwart" an, Zander verstünde sich als "philologischer Detektiv, der eine 'biographische Kriminalgeschichte' über Rudolf Steiner nach dem scheinbaren Auftragsprofil verfasst: Wühlen Sie nur genug in den Details seiner Vergangenheit und den Fußnoten seiner Werke herum, Sie werden schon einen dunklen Fleck finden, und falls nicht, so werden Sie ihm schon genügend Dreck zur öffentlichen Denunziation andichten (aus der alten Trickkiste: Lügen, Plagiate, Machtmissbrauch bis Frauengeschichten; aus der neuen Trickkiste: Scharlatanerie, allgemein Rassismus, speziell Antisemitismus); irgendein Vorwurf bleibt immer hängen."
    Es ist bekannt, dass der verantwortliche Redakteur von "Zanders-Zitate-Zauber", Lorenzo Ravagli - er beschäftigt sich im Rahmen seiner Internetpräsenz "anthroweb.info" mit dem Thema Esoterikforschung - eine gewisse Kompromisslosigkeit in Sachen Zander an den Tag legt, mit der er Rudolf Steiners Werk - nach Auffassung vieler Anthroposophen - vor der Inanspruchnahme einer Wissenschaft zu schützen versucht, deren Vertreter offensichtlich glauben, sich ihrem Forschungsgegenstand ohne ein wirkliches Interesse nähern zu können. Immer wieder wird gerade Lorenzo Ravagli der Vorwurf einer apologetischen Steiner-Verteidigung gemacht, vielleicht aber auch nur, weil diese so gar nicht mehr zur inzwischen gelebten Unverbindlichkeit gegenüber Steiner passen will, die heute einen nicht unbeträchtlichen Teil der Anthroposophenschaft umtreibt. Dabei wird gerne vergessen, dass Ravagli als Herausgeber des »Jahrbuchs für anthroposophische Kritik« selbst einmal an der vordersten Front des Anthroposophenbashing stand und seine heutigen Kritiker schon vor zwei Jahrzehnten manchmal deutlich überholt hat.

    Das Web-Portal "Zanders-Zitate-Zauber" lädt zum Mitmachen ein. Interessierte Besucher werden aufgefordert, sich an der Auseinandersetzung zu beteiligen: "Kommt Ihnen »bei Zander« etwas komisch vor? Haben Sie ein falsches Zitat in einem seiner Werke gefunden? Haben Sie Auslassungen bei Steiner-Zitaten entdeckt, durch die sich gravierende Änderungen des ursprünglichen Sinns ergeben? Haben Sie Zitate gefunden, deren Fundstellen nicht nachgewiesen werden? Dann teilen Sie Ihre Entdeckungen der Redaktion mit!" Es dürfte wohl kaum damit zu rechnen sein, dass sich Waldorfblogger Ansgar Martins an einer - wie auch immer gearteten Entdeckungsreise - durch das Werk Zanders beteiligen wird.

    Zanders-Zitate-Zauber
    A. Martins Waldorfblog
    Ravaglis Anthro-Web

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    1. Vielen Dank - diese Seiten kenne ich schon.
      Ich suche nicht nach weiterer Sekundärliteratur, die ich lesen könnte – denn ich persönlich halte es für wesentlich ergiebiger, zu der Frage, wie Steiner etwas gemeint haben könnte, bei ihm selber in der GA nachzulesen.

      Meine Frage nach einer Publikation richtete ich bewußt ganz konkret an Wolfgang und anonym1 - es ging mir dabei ausschließlich darum, zu erfahren, ob es eine Veröffentlichung zu diesem Thema gibt, die diese beiden Menschen zufriedenzustellen vermag.

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  49. (...) Zitat von Rudolf Steiner GA XY
    Ich finde die vielen Punkte die Steiner in seinem Werk gemacht hat sehr beeindruckend.
    hardcore Anonym

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    1. Das habe ich doch schon lange vermutet: Gewisse Leute scheinen, was Steiners Werk angeht, nur die Punkte in seinen Texten wahrnehmen zu können :-))

      anonym1

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  50. Lieber anonym1,

    »dieses Thema ödet mich mittlerweile dermaßen an ...
    Steiner als Rassisten oder Antisemiten zu bezeichnen ist meiner Ansicht nach entweder ein Ausdruck von ziemlicher Unkenntnis im Hinblick auf Steiner und seine Anthroposophie, gepaart mit einer guten Portion an (materialistisch induzierter) Dummheit ... oder es ist der Ausdruck für reinste Bosheit ...
    «
    Ich begreife Dich zwar gut - aber eine solche Antwort ist mir dennoch einfach nicht genug.

    Lieber Wolfgang,
    ebenso geht es mir mit dem, was Du weiter oben gesagt hast:
    »Unsere Arbeit ist nicht, daß wir beweisen müssen, daß wir keine Rassisten oder Antisemiten sind (weil wir das nicht nötig haben, weil wir es nicht sind!), sondern ...«

    Ich selbst bin erst vor gut fünf Jahren mit der Anthroposophie in Berührung gekommen. Ich war längst erwachsen und hatte (und habe noch!), wie zum Glück sehr viele urteilsfähige Menschen heutzutage, eine sehr gefestigte Einstellung gegen jegliche Diskriminierung anderer Menschen aufgrund ihrer Volks- oder Rassenzugehörigkeit.
    Wenn ich damals auf solche Steiner-Zitate gestoßen wäre, ohne Zusammenhang, aber mit viel Blaming und sich daran anschließenden ellenlangen ekelhaften Diskussionen – ich hätte aller Wahrscheinlichkeit nach einen riesengroßen Bogen gemacht um alles, was mit Rudolf Steiner auch nur am Rande zu tun hat.
    Erst recht dann, muß ich leider sagen, wenn mir auf mein Nachfragen so geantwortet worden wäre, wie Ihr beide es tut (daß ich das, was Ihr sagt, heute gut begreifen kann, ja, daß ich Euch alle beide nach dem, wie Ihr bisher hier aufgetreten seid, sehr schätze – das ändert daran nicht das geringste).

    Ich hatte das Glück, von diesen unerquicklichen Diskussionen erst zu erfahren, als ich Steiner schon ein wenig näher kennengelernt hatte. Ich hatte nochmal Glück, denn ich habe diese Vorwürfe hier auf Michaels Egoistenseite kennengelernt – und daher gleichzeitig den für mich wirklich vertrauenerweckenden Umgang eines deklarierten Anthroposophen mit diesem Thema erlebt.
    Nun hatte ich natürlich keine Scheu mehr, sondern im Gegenteil großes Interesse, vieles im Zusammenhang nachzulesen... denn diese Vorwürfe wollten einfach nicht zusammenpassen mit allem, was ich bisher gelesen hatte. Es war mir jetzt also ein Anliegen, herauszufinden, wie sich die Sache in Wirklichkeit verhält.

    Aber wirklich: ich begreife jeden Menschen, der seine Zeit lieber anders zubringt als damit, sich näher mit dem Werk eines Mannes zu beschäftigen, der ihm in solch „schlechtem Geruch“ zu stehen scheint.
    Da kann es einfach nicht genügen, einem solchen Menschen zu sagen „Wenn Du die Anthroposophie erst näher kennst, wirst Du anders urteilen“ --- denn warum sollte dieser Mensch die Anthroposophie dann überhaupt näher kennenlernen wollen? Ich könnte es ihm nicht verdenken, wenn er sich mit Grausen wendet...
    (Fortsetzung folgt)

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    1. Liebe Ingrid,

      es werden also in Zukunft nur noch die ins Schloß von Dornröschen eindringen können, die sich nicht davon abhalten lassen, daß das Schloß zugewachsen ist, daß man sich durch die Dornen schlagen muß, um die Prinzessin zu finden...

      Das hat auch etwas für sich! Ja- vielleicht soll das so sein. Nur die wirklich sich danach Sehnenden werden ins Schloß hineinkommen. Vielleicht muß das ja so sein. -
      Ansonsten interessiert mich das alles hier (R.St. und Rassen etc.) nur sehr selten mal - wie gestern halt und vorgestern. Es ist ja auch genaugenommen eine reine Zeitverschwendung. Du könntest dich in der Zeit mit Anthroposophie befassen, meditieren - o.ä. Das Thema wird vollständig aufgebauscht, steht nicht im wirklichen Zusammenhang mit dem eigentlichen Kern der Anthroposophie - und ich stoß nie drauf in den (vielen!) Büchern, die ich von Steiner oder Peter Selg (den ich nur empfehlen kann!!!) lese bzw. da erscheint alles so im Zusammenhang, daß ich gut damit zurechtkomme. Nur wenn man anfängt aus verschiedenem Zeugs des Gesamtwerks alles mögliche zusammenklaubt, kann man - und nur sehr mutwillig!- aus Steiner einen Rassisten machen - oder gar einen der irgendetwas vorbereitet hätte für die Nazizeit! Ich bin nach wie vor davon überzeugt, wenn mehr Leute auf Steiner gehört hätten, wenn das erste Goetheanum fertiggebaut worden wäre (das Steiner als Einweihungsstätte geplant hatte), wenn er mehr Erfolge mit der sozialen Dreigliederung gehabt hätte: dann wäre es nie zum dritten Reich gekommen. Und Steiner hat sich auch an einer Stelle eindeutig dazu geäußert, daß der Antisemitismus in einer Barbarei endet, wenn man antisemitisch denkt...- ich find leider das zitat nicht mehr...
      Und er sagte privat voraus, daß es zum nächsten großen krieg kommen werde, der von 1939/1940 bis 1945 gehen werde. Er wollte die Haltung der Menschen verändern mittels "Aufklärung" über die geistige Natur der Welt und des Menschen - u.v.a. - und die Menschen waren nicht reif dazu. Daß er dagegen kämpfte, daß Deutschland die Alleinschuld am 1.WK. tragen soll, ist sehr verständlich, daß er gegen die Versailler Verträge gekämpft hat, ist nur zu verständlich. Die legten auch einen Sockel für das Aufkommen der Nazis!) Aber man hörte nicht auf ihn. Also hat Karma gewaltet - die finsteren Kräfte gewannen die Überhand - und es kam zum nächsten Weltkrieg. Leute, die R.Steiner in eine Naziecke stellen wollen - wie z.B. Lichte - das sind für mich die eigentlichen modernen "Göbbels". Die verdrehen alles - und stellen die Wahrheit und viele Zusammenhänge auf den Kopf. Der schmutzigste moralische Bodensatz, den es gibt, das sind für mich: perverse Sadisten, Faschisten, Nazis, Rassisten, Kinderschänder und die Zerstörer der Anthroposophie. - Und mir fällt nichts Schöneres ein, als z.B. die Art, wie man mittels Anthroposophie (bzw.R.Steiner) Zugang zu Christus finden kann. Wenn das häßlichste das schönste zerstören will - dann sehe ich mich dazu genötigt, ich auf die Seite des Schönen zu stellen. Ansonsten gibt es nirgends - nirgends! - so viel zu finden zum Thema Reinkarnation - überhaupt zu so vielem, wo es um Geist und Wahrheiten geht - und was für uns heutzutage von Relevanz ist. Wer sich reinsteigern will - oder das mit sich machen lassen will - daß man sich von R.Steiner abschrecken läßt, der darf das. Es wird sein eigener Schaden sein. Die Menschen sind frei.

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    2. Lieber Wolfgang (nehme ich an),

      ich stimme Dir von Herzen zu in fast allem, was Du sagst.

      Allerdings diese Ansicht:

      »es werden also in Zukunft nur noch die ins Schloß von Dornröschen eindringen können, die sich nicht davon abhalten lassen, daß das Schloß zugewachsen ist, daß man sich durch die Dornen schlagen muß, um die Prinzessin zu finden...
      Das hat auch etwas für sich! Ja- vielleicht soll das so sein. Nur die wirklich sich danach Sehnenden werden ins Schloß hineinkommen. Vielleicht muß das ja so sein. -
      «

      – diese Ansicht kann ich wirklich nicht teilen.

      Ich finde, es gibt genug „Dornen“ in Rudolf Steiners Werk selbst, um sicherzustellen, daß nur diejenigen ins „Schloß“ gelangen können, die sich wirklich danach sehnen. Dafür hat er selbst gesorgt, ganz bewußt, siehe GA 173:
      »Deshalb betone ich immer wieder: Ich werde mir nie einfallen lassen, anders als in gewissermaßen schwierigen, an den Intellekt appellierenden Begriffen zu sprechen, sodaß jeder gezwungen ist, mitzudenken, dasjenige in Begriffen mitzumachen, um was es sich handelt.«

      Mit der Überwindung solcher „Dornen“ wachsen die eigenen Kräfte, daran können wir lernen...

      Ich halte es für ganz unangebracht, noch zusätzliche, von anderen gepflanzte stachlige Gewächse darum herum zu dulden.

      Und ich empfinde es auch keineswegs als „Zeitverschwendung“, mich damit zu befassen – schließlich lerne ich auf diese Weise nicht nur viel über die Geschichte des jüngst vergangenen Jahrhunderts, das mir vorher nicht so detailliert bekannt war, sondern lerne auch Bände der GA kennen, nach denen ich sonst wohl kaum gegriffen hätte, die gelesen zu haben mir aber im Nachhinein viel bedeutet.

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    3. Und noch:

      »Ich bin nach wie vor davon überzeugt, wenn mehr Leute auf Steiner gehört hätten, wenn das erste Goetheanum fertiggebaut worden wäre (das Steiner als Einweihungsstätte geplant hatte), wenn er mehr Erfolge mit der sozialen Dreigliederung gehabt hätte: dann wäre es nie zum dritten Reich gekommen.«
      Ja - auch ich halte das für durchaus wahrscheinlich.

      Umso wichtiger ist es mir, heute, so gut ich es eben vermag, dafür zu sorgen, daß genug Leute, wie Du es nennst, „auf Rudolf Steiner hören“ (und zwar ohne ihn in grotesker Weise mißzuverstehen!!!) --- damit wir in einigen Jahrzehnten nicht Ähnliches werden sagen müssen.

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  51. (Fortsetzung)
    Dazu hier nochmal die Stelle aus GA 338, die Wolfgang weiter oben gepostet hat:
    »Die Gegnerschaft wird gerade innerhalb unserer Bewegung unberück­sichtigt gelassen von den meisten auch unserer Mitglieder. Sie küm­mern sich nicht gern darum, und das ist eben Mangel an Interesse an der Zeitgeschichte. Aber aus Interesse an der Zeitgeschichte heraus müssen wir reden und müssen wir handeln. Nur dadurch bekom­men unsre Worte ein wirkliches Gewicht, daß wir daraus handeln. Wir dürfen diese Gegnerschaft nicht leicht nehmen. Es ist ja manch­mal gerade innerhalb unsrer Bewegung geradezu zum Verzweifeln, wenn man sieht, wie gegenüber den furchtbaren Anklagen, die erho­ben werden gegen Anthroposophie ... die Leute in­nerhalb unsrer Bewegung ganz phlegmatisch bleiben. Da sind wirk­lich die Gegner, wenn man so sagen darf, andere Kerle.«

    Ich begreife diesen Aufruf Rudolf Steiners heute – und hier unterscheide ich mich wohl von anderen „Durchschnittsanthroposophen“ ;-) – nicht als „Schlachtruf“; ich bin nicht der Ansicht, wir sollten diejenigen, die solche Vorwürfe erheben, „schlagen“, indem wir sie nun unsererseits diffamieren, ihnen Unredlichkeit vorwerfen oder zumindest „Strunzdummheit“ ;-), sei sie nun „materialistisch“, ahrimanisch, luziferisch oder durch sonstige „Einflüsterer“ induziert --- ich persönlich halte einen solchen Weg für falsch.

    Ich halte es im Gegenteil für außerordentlich wichtig, neu Fragenden jedesmal wieder ordentlich und nach bestem Wissen und Gewissen sachgemäß zu antworten und es dann ihnen zu überlassen, zu einem Urteil zu kommen.

    Obendrein finde ich es wichtig (wenn auch, zugegeben, manchmal wirklich schwierig ;-)), auch den altbekannten „Fanatisierten“ in größtmöglicher Ruhe entgegenzutreten – und damit zu versuchen, den eifrigen Verbreitern solch „schlechten Geruchs“ etwas entgegenzusetzen, das nicht auch selbst in irgendeiner Weise (wenn auch nur „angeödet“ ;-) ) „stinkt“.

    Herzlichen Gruß in die Runde,

    Ingrid

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  52. Es gibt eine ähnliche Polemik rund Heidegger, Die Anklage ist: für eine weile hatte er eine gute Meinung über die Nazis und später hat er sich nicht von diesen Standpunkt öffentlich distanziert. Für Philosophen, die ihre Arbeit ernst nehmen, kann das keine Grund sein, Heideggers lebenswerk nicht als Bedeutend zu erkennen.

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  53. Steiner hatte NIE - zu keinem Zeitpunkt! - eine gute Meinung von den Nazis gehabt. Also erst recht kein Grund, sich mit seinem Werk (dem mit großem Abstand bedeutendsten dieses Zeitalters!)nicht zu beschäftigen!

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  54. Es gibt einen neuen Film über Anthroposophie - von einem bekannten Dokumentarfilmer. Hier der "Vorfilm":

    http://vimeo.com/36636191

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  55. „The Challenge of Rudolf Steiner“
    29.02.2012
    Von: Projektbüro 150 Jahre Rudolf Steiner

    Ein Dokumentarfilm des britischen Filmemachers und Produzenten Jonathan Stedall erscheint am 1. März 2012 bei CUPOLA Produtions als Doppel-DVD

    Gedreht im Jahr 2011 – dem 150-jährigen Jubiläum von Rudolf Steiners Geburt – erzählt die zweiteilige Dokumentation des renommierten britischen Filmemachers und ehemaligen BBC-Produzenten Jonathan Stedall die bemerkenswerte Lebensgeschichte Rudolf Steiners (1861-1925) und erkundet den Einfluss seiner Ideen und Impulse auf eine Vielzahl zeitgenössischer Aktivitäten in Bereichen der Bildung, der Landwirtschaft, der Medizin und der Künste sowie sozialer und finanzieller Betätigungsfelder auf allen Kontinenten.

    Teil 1 des umfassenden Dokumentarfilms beschäftigt sich in 90 Minuten mit Steiners Biographie sowie Beispielen seines Vermächtnisses u.a. in Großbritannien, Indien und den USA, darunter etwa der Waldorfpädagogik, der biologisch-dynamischen Landwirtschaft, der Camphill-Bewegung für Menschen mit besonderen Bedürfnissen, der Eurythmie sowie der anthroposophischen Sozialtherapie und Kunst.

    Teil 2 (105 min.) geht auf das Thema Reinkarnation und Karma ein (gefilmt wurde u.a. in einem Gefängnis in South Wales, in einem College für benachteiligte Jugendliche bei Ruskin Mill in Gloucestershire sowie einem Kurs für Biographie-Berater am Emerson College in Sussex) und berichtet über die US-Waldorfschulen in Hawthorn Valley und Washington DC, ein bio-dynamisches Weingut in Kalifornien und die Copake Camphill-Gemeinschaft.
    Der Film schließt mit Beispielen von Steiners Einfluss auf die Medizin in der Schweiz und England und gipfelt in einer Sequenz einer internationalen medizinischen Konferenz am Goetheanum in der Schweiz.

    Der offizielle Trailer zum Film wurde binnen weniger Tage von 10.000 Menschen angeklickt und ist auf vimeo.com abrufbar: vimeo.com/36636191


    Jonathan Stedall war über 27 Jahre lang als Produzent bei der BBC tätig und drehte in den letzten 50 Jahren 150 Dokumentarfilme. Für seinen Film „In Need of Special Care“ über eine Camphill-Schule in Schottland erhielt er einen British Film Academy Award.

    Zu seinen weiteren vielbeachteten Filmproduktionen gehören Biografien über Tolstoi, Gandhi und C.G. Jung sowie drei Filme für die BBC-Serie „The Long Search“. Sein Buch „Where on Earth is Heaven?“ wurde 2009 bei Hawthorn Press veröffentlicht.
    ***
    The Challenge of Rudolf Steiner:
    A documentary film by acclaimed film-maker J. Stedall

    Erstverkaufstag: 01.03.2012 |
    http://rudolfsteinerfilm.squarespace.com/order-dvd/

    http://rudolfsteinerfilm.squarespace.com/order-dvd/

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    1. Danke fürs nochmalige Aufmerksammachen auf diesen Film, dem Michael ja auch schon einen Eintrag gewidmet hat!

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  56. Liebe Ingrid,

    »Das ist ja etwas ganz Furchtbares, wie heute die Menschen hineinstreben in Rassen und Völker und wie sie allen Kosmopolitismus im Grunde begraben wollen.«

    Rudolf Steiner, 18. September 1924, Apokalypse und Priesterwirken, GA 346, S. 206.
    (Also kurz vor seinem Tod)

    Ich finde es sehr ärgerlich, was man aus R.Steiner machen will. Die o.g. Haltung hatte R.Steiner sein Leben lang - wie auch seine Ablehnung des Antisemitismus.
    Und - egal was er sagte, was man kritisch sehen kann - er hatte zeit seines Lebens jüdische Freunde - und nie eine Antipathie gegenüber einem Menschen! Wenn jemand Judentum kritisiert ist er noch lange kein Antisemit. Ich kritisiere auch die Kirche, - und das aktuelle Christentum, und deshalb will ich doch keine Christen verfolgen. Es ist sogar meine geistige freiheit, daß ich das darf! R.Steiner hat auch kritisches zu Mohammed gesagt - wer deshalb anfängt gegen Moscheen in Deutschland zu kämpfen, der muß eine Meise haben!

    Ansonsten, Ingrid, habe ich selbstverständlich einen großen Respekt davor, wenn Du Dich damit beschäftigst. Das soll ruhig auch jeder mal machen, der sich mit Anthroposophie beschäftigt. Und es ist richtig, wenn man sich davor schon ein paar Jahre lang mit anderem aus der Anthroposophie befaßt hat! ich selber hab mich schon mit dem Bericht der niederländischen Untersuchungskommision befaßt - und das ist schon viele Jahre her. Eigentlich hätte mir das, was damals gemacht wurde, genügt: Eine unabhängige Kommission hatte das Gesamtwerk R.Steiners durchforscht auf Zitate oder Äußerungen, die evtl. rassistisch sind. Das Ergebnis wurde veröffentlicht. Und das hätte eigentlich genügt. Aber die, die jahrein jahraus den Kampf gegen Anthroposophie betreiben, die haben nun ein Mittel in der Hand, womit sie viel zerstören können - und auch tun. Für mich persönlich ist das Thema eigentlich schon abgehakt - da kommt nix mehr neues raus. Deshalb bin ich von den ganzen Diskussionen, die Jahre und Jahre und Jahre gehen - und im grundegenommen immer dieselben in Variation sind - genervt. Und die Anthroposophen, die (wie millionen anderer) mit dem Regime 1933 - 45 Kompromisse geschlossen haben - die interessieren mich doch gar nicht. Mich interessiert nur die Anthroposophie und Rudolf Steiner.

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  57. http://www.rudolf-steiner.com/uploads/media/medieninfo_rstnv_okt07.pdf

    MEDIENMITTEILUNG
    Edition Rudolf Steiner Gesamtausgabe und die Rassismus-Vorwürfe

    Angesichts aktueller Rechtsfragen und zahlreicher Medienberichte zur Frage von rassendiskriminierenden Äusserungen im Werk Rudolf Steiners sieht sich die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung als verantwortliche Herausgeberin veranlasst, über ihre diesbezügliche Editionspraxis zu informieren.
    Seit den 90er Jahren werden einzelne Aussagen im umfangreichen Gesamtwerk von Rudolf Steiner (1861–1925) als möglicherweise rassendiskriminierend diskutiert. Solche Äusserungen wurden seither von verschiedenen
    Seiten ausführlicher untersucht. Eine ausserordentlich gründliche und umfassende Analyse in sachlicher und rechtlicher Hinsicht wurde von der niederländischen Untersuchungskommission „Anthroposophie und die Rassenfrage“
    (1998/2000) erarbeitet.
    Die Kommission kam dabei unter anderem zu folgenden Ergebnissen:
    • Rudolf Steiners Werk enthält keine rassistische Lehre. Aussagen über Rassen sind sowohl inhaltlich wie
    quantitativ ein geringfügiger Teil des Gesamtwerks. Sie sind auf dem grundsätzlichen Hintergrund zu sehen,
    dass Rudolf Steiner, wie er an zahlreichen Stellen in seinem Werk systematisch ausgeführt hat, von einer weitreichenden Auffassung des menschlichen Individuums ausgeht, für das Gruppenzugehörigkeiten nach Rasse, Volk, Geschlecht, Religion, Stand etc. äusserliche Erscheinungsformen sind. Differenzierungen nach
    Rassen betreffen gemäss den Begriffen der Anthroposophie Rudolf Steiners vergangene Zustände der Menschheit, die in der Gegenwart und Zukunft bedeutungslos werden.
    • Gesellschaftspolitisch hat sich Rudolf Steiner, vornehmlich in seiner Initiative zur sozialen Dreigliederung,radikal für die Freiheit und Gleichwertigkeit der menschlichen Individuen eingesetzt. Er hat sich häufig und
    unmissverständlich gegen Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus und ähnliche Bestrebungen erklärt.
    • Es gibt jedoch eine Anzahl von Aussagen über Rassen im veröffentlichten Gesamtwerk, die nach den Kriterien heutiger Diskriminierungsbestimmungen, wie sie in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt
    wurden, dann problematisch wirken können, wenn sie heute in zu Hass aufrufender, feindseliger und diskriminierender Art verwendet oder nicht in ihren Kontext gestellt würden.
    • Der Vollständigkeit halber wurde festgestellt, dass Steiners Äusserungen über Rassen in seiner Zeit in jedem Fall unbedenklich waren. Bestimmungen zur Diskriminierung fehlten in der damaligen Gesetzgebung.
    Die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung gibt das Werk Rudolf Steiners als wissenschaftliche Gesamtausgabe eines historischen Autors heraus, der die anthroposophische Geisteswissenschaft begründete. Sämtliche Werke werden nach den Richtlinien der Edition veröffentlicht. Der Empfehlung der oben genannten Kommission folgend, werden seit 2005 Textstellen in Bänden der Gesamtausgabe, die Äusserungen enthalten, welche möglicherweise aus heutiger Sicht als rassendiskriminierend angesehen werden können, bei Neuauflagen oder Neuerscheinungen
    mit Sonderhinweisen kommentiert. Diese Herausgabepraxis ist für alle künftigen Neuauflagen und Neuerscheinungen betroffener Bände vorgesehen. Die Kommentierungen müssen im Einzelfall erarbeitet werden und dienen dem Zweck, sachliche Hinweise zum Kontext der jeweiligen Aussagen zu geben, mögliche
    Missverständnisse zu erläutern und ihre kritische Einordnung zu ermöglichen.
    Die Vorstandsmitglieder erklären hiermit im Namen der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung, dass sie sich von einer Verwendung von Äusserungen Rudolf Steiners, die zum Hass gegen Menschengruppen aufriefe oder sich
    in feindseliger und diskriminierender Art gegen Menschengruppen aufgrund von Rasse, Volk, Geschlecht, Religion etc. richtete, in aller Deutlichkeit distanzieren. Sie sähen darin nicht nur einen Verstoss gegen elementare
    Prinzipien der Menschenwürde, sondern auch einen Missbrauch der Intentionen Rudolf Steiners.
    Oktober 2007
    Der Vorstand der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung

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  58. Indianer besaßen hohe Spiritualität

    „Man wird, was ich zu sagen habe, nur verstehen, wenn man diese von den Europäern ausgerotteten Indianer in der richtigen Weise beurteilt. Gewiß, in dem Sinne waren das nicht gebildete Leute, in dem man jetzt unter uns Bildung auffaßt, aber es war etwas in diesen Seelen, was ich bezeichnen möchte als eine universelle pantheistische religiöse Empfindung. Gerade bei diesen Indianern ... die dort das tonangebende Element bildeten, hat man angetroffen ein religiöses Gefühl, das sich richtete auf eine geistige Wesenheit, monotheistisch sogar, das einen einheitlichen Geist in den Naturerscheinungen und auch in den Taten der Menschen lebendig und intensiv empfand. Diese Seelenstimmung muß man ins Auge fassen und muß durch manches Vorurteil wie durch Gestrüpp hindurch begreifen, daß man in diesen Seelen doch etwas anderes zu sehen hat als das, was man nur dann im Indianer sieht, wenn man ihn nach äußerlicher, naturalistischer Methode gewissermaßen wie ein halbes Tier ansieht.”

    (GA 203, Die Verantwortung des Menschen für die Weltentwicklung ..., 6.1.1921, S. 37)

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  59. Nationaler Chauvinismus ist Opposition gegen den Geist

    „Dieses Pochen auf die Nationalität, dieses nur leben wollen in der Nationalität. Das ist die Opposition gegen das Geistig-Seelische, denn dieses Geistig-Seelische, das kümmert sich nicht um die Nationalität.”

    (GA 202, 14.12.1920, S. 154)

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  60. Liebe Ingrid,
    dieser in meinen Augen toteste aller toten Hunde wird ja hier bei den Egoisten nicht zum ersten Male ausgiebig durchs Dorf geschleift, und du weißt ja selber, was schon Goethe von getretenem Quark hielt. Insofern kann ich hier jedenfalls nur genervt abwinken. Was natürlich nicht bedeutet, dass ich, wenn mich andernorts ein ernstzunehmender Mitmensch auf das Thema ansprechen sollte, ebenso genervt reagieren würde.

    anonym1

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  61. Wenn man nur mit ethischen, mit moralischen Impulsen an den einzelnen appllieren will, dann kann man nicht aus allgemeinen Abstraktionen heraus organisieren wollen, dann kann man nicht Gruppen von Menschen wie Herdentiere zusammenfassen, um ihnen irgendeinde gemeinsame Direktive zu geben, sondern dann kann man sich eben nur an den einzelnen wenden [...]

    Auf ein anderes Prinzip als auf dieses Prinzip des allgemeinen Menschenverhaltens kann die Sozialmoral der Zukunft gar nicht begründet werden ... Sie führt nur dann in einen Anarchismus hinein, wenn es nicht gelingen sollte, die Menschen zu wirklichen Menschen zu machen, das heißt, wenn die Menschen durchaus Untermenschen sein wollen, wenn sie durchaus unter solchen Gesichtspunkten zusammengehalten sein wollen, wie die Glieder einer Tiergruppe zusammengehalten sind. Löwen sind schon durch ihre Löwenform als Löwen zusammengehalten, Hyänen auch, Hunde auch; aber die Entwicklung der Menschheit geht dahin, daß nicht Menschengruppen, weder unter Blutsorganisastionsbanden noch auch unter ideellen Organisationsbanden in der Zukunft organisiert werden sollen wie Hammelherden, sondern daß tatsächlich das, was im Zusammenwirken der Menschen entsteht, aus der Kraft der Individualitäten heraus geschieht.”

    (GA 196, Geistige und soziale Wandlungen in der Menschheitsentwickelung, 17.1.1920, S. 73-74.)

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  62. Wer Rassismus und Nationalismus bekämpft, kämpft für den wahren Zeitgeist

    „Diese geistigen Wesenheiten, die von diesem, zum Zeitgeist werdenden Erzengel Michael bekämpft werden mußten, sie haben immer eingegriffen in das Leben, in die Evolution der Menschheit. Sie haben nämlich in den letzten Jahrtausenden vor der Mitte des 19. Jahrhunderts die Aufgabe gehabt, die Menschen von der geistigen Welt aus zu differenzieren. [...]

    Diese geistigen Wesenheiten, die das michaelische Prinzip zu bekämpfen hatte, sind die, welche die Aufgabe hatten, Differenzierung in die Menschheit hineinzubringen, das einheitliche Menschengeschlecht zu spalten in Rassen, in Völker, in alle diejenigen Unterschiede, welche mit dem Blute, mit den Nerven, dem Temperament zusamenhängen. ... Man mag diese geistigen Wesenheiten, die solche Differenzierung in die Menschheit hineinzubringen hatten, ahrimanische Wesenheiten nennen. [...]

    Es kam die Zeit heran, von den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts angefangen, in welcher die alten Differenzierungen verschwinden sollten, die Zeit, in welcher zusammengefaßt werden sollte das differenzierte Menschengeschlecht in eine Menschheitseinheit. [...]

    Es tendiert schon die Menschheit dahin, auszulöschen die verschiedenen Unterschiede, welche das Blut, das Nerventemperament beförderte. Es ist tatsächlich nicht eine Tendenz der geistigen Welten, die Menschheit weiter zu differenzieren, sondern es ist eine Tendenz in den geistigen Welten, Kosmopolitisches über die Menschheit auszugießen. So wenig Verständnis auch heute dafür da ist unter dem Eindruck unserer katastrophalen Zeit, so ist es eben doch so, daß man der Wahrheit gemäß dies gestehen muß. Und diese in den irdischen Ereignissen sich spiegelnde Tatsache, die führt dazu, wenn man sie in ihren geistigen Hintergründen beobachtet, zu schauen, wie die Rassengeister, jene die Menschheit differenzierenden Volksgeister, von den vierziger Jahren ab bekämpft worden sind gerade von dem Geiste, der Zeitgeist werden sollte in der neueren Zeit. [...]

    Und so haben wir seit dem Ende der siebziger Jahre ein Zwiefaches. Wir haben auf der einen Seite für diejenigen, von denen man sagen könnte, daß sie guten Willens sind – wenn man den Ausdruck im bedingten Sinne versteht –, wir haben seit dem Jahre 1879 auf der Erde die Herrschaft des Zeitgeistes Michael, der einen befähigt, spiritualisierte Begriffe, ein spiritualisiertes Geistesleben zu bekommen. Und wir haben auf der Erde die widerstrebenden Geister, die einen dazu verführen, die Geistigkeit der Gegenwart abzuleugnen. [...]

    Denn es sind im wesentlichen Lügengeister, welche vom Himmel auf die Erde gestoßen worden sind, jene Geister, welche vorläufig auch als Geister der Hindernisse verhindern, daß gerade in dem Erfassen des naturgemäßen Daseins das Spirituelle gesucht wird. [...]

    Und im wesentlichen ist es ein Mitkämpfen mit dem Erzengel Michael, wenn man sich gegen diese Geister auflehnt, wenn man sucht, sie aus dem Felde zu schlagen. [...]

    Michael ist der Geist, der mit der Freiheit der Menschen im eminentesten Sinne arbeitet.”

    (GA 174 a, Mitteleuropa zwischen Ost und West, 17.2.1918, S. 224-240.)

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  63. Es war schon der Teufel, der den Menschen die Versuchung eingegeben hat, als Nietzsche-Anhänger selbst »blonde Bestien« zu sein.

    (GA 177, Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt, 1´6.10.1917, S. 74)

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  64. „Ich habe es betont, stark betont: Der Christus ist für die individuellen Menschen gestorben. Das müssen wir als etwas ganz wesentlich zum Mysterium von Golgatha Gehöriges betrachten. Der Christus hat eine wichtige Tat im fünften – davon wollen wir zunächst absehen–, aber auch im sechsten nachatlantischen Zeitraum zu tun: nämlich hier für die Erde ein Helfer zu werden zur Überwindung, zur letztlichen Überwindung alles desjenigen, was aus dem Nationalprinzip kommt.”

    (GA 174, Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit, 2. Teil, 22.1.1917, S. 233.)

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  65. „Der Deutsche wird durch Geisteswissenschaft erkennen – er hat nötig, das in aller Objektivität und Demut aufzufassen –, daß er durch das, was die Volksseele zu seinem Ich spricht, dazu prädestiniert ist, das Allgemein-Menschliche durch seine Nationalität zu suchen. Daß er mitbekommt, was ihn über die Nationalität hinausführt, das ist das Nationale deutschen Wesens. Darin besteht das konkret Nationale deutschen Wesens, daß es durch das Nationale über die Nation hinausgetrieben wird in das allgemeine Menschentum hinein.”

    (GA 174 a, Mitteleuropa zwischen Ost und West, 23.3.1915, S. 72)

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  66. „Die fünfte Kulturepoche [1413 n. Chr.-3573 n. Chr.] war gerade durch ihre Eigentümlichkeit dazu geeignet, daß die ihr angehörigen Persönlichkeiten in einer gewissen Weise aufgingen in dem nationalen Empfinden und sich wiederum persönlich aus ihm hinausrangen. Die sechste und siebente Kulturepoche werden so sein, daß diejenigen, die bloß national sein wollen, zurückbleiben hinter den Aufgaben der Menschheit. Aber dies ist ja der Grund, warum wir geisteswissenschaftliche Weltanschauung treiben: daß die Menschheit sich herausringe aus dem bloß nationalen Empfinden, aus demjenigen Empfinden, das nicht allgemein menschliches Empfinden ist. ... Geisteswissenschaft, wir treiben sie, damit gerade etwas sich ausbreite über die ganze Erde, was über alle Differenzierungen hinausgeht ...”

    (GA 174 b, Die geistigen Hintergründe des Ersten Weltkriegs, 14.2.1915, S. 56-57)

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  67. „Verspüren wir, daß der Grundsatz, den wir haben innerhalb unserer Geistesbewegung, von einem gewissen Wirken, ohne Unterschied der Rasse, Farbe, Nationalität und so weiter, im Grunde genommen so eng zusammenhängt mit dem tieferen Wesen dieser unserer Bewegung, daß es ja eigentlich für den, der den tiefen Ernst der geisteswissenschaftlichen Wahrheiten einsieht, ein Unsinn ist, diesen ersten Grundsatz nicht zu vertreten.”

    (GA 174 a, Mitteleuropa zwischen Ost und West, 3.12.1914, S. 36)

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  68. „Wenn einmal nicht nur der Brahmine den Brahminen, der Paria den Paria, der Jude den Juden, der Christ den Christen lieben und verstehen wird, sondern wenn der Jude den Christen, der Paria den Brahminen, der Amerikaner den Asiaten als Mensch zu verstehen und sich in ihn zu versetzen vermag, dann wird man auch wissen, wie tief christlich empfunden es ist, wenn wir sagen: Ohne Unterschied eines jeglichen äußeren Bekenntnisses muß Brüderlichkeit unter den Menschen sein.”

    (GA 155, Theosophische Moral, 29.5.1912, S. 103-104)

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  69. „Aber jetzt schon hört der Rassenbegriff auf, in bezug auf die Entwicklung der Menschheit einen rechten Sinn zu haben. Nicht wird es so sein, wie es zum Beispiel in früheren Zeiten war, daß für das, was als sechster Kulturzeitraum auf den unserigen folgt, von irgendeinem räumlichen Zentrum aus die Verbreitung dieser Kultur im wesentlichen geschieht, sondern, was wichtig ist, das ist, daß Theosophie sich verbreitet unter der Menschheit, daß sie - wie man bei ihrem Ursprunge sagte, als man noch mehr ein dunkles Bewußtsein von dem gehabt hat, was als theosophische Bewegung notwendig ist - eine Lehre sein muß ohne Unterschied von Rasse, Nation und Geschlecht. Aus allen Rassen heraus werden diejenigen, die durch die Geisteswissenschaft gegangen sind, für die sechste Kulturepoche kommen und über die Erde hin eine neue Kulturepoche begründen, welche nicht mehr auf einen Rassenbegriff gegründet ist, gegenüber welcher der Rassenbegriff nicht mehr seine Bedeutung hat. Kurz, das, was in der Welt Maja, der äußeren Räumlichkeit, eine Bedeutung hat, schwindet dahin. Das müssen wir allmählich verstehen lernen, indem wir uns weiter entwickeln mit der geisteswissenschaftlichen Bewegung. Das wurde im Anfange noch nicht verstanden. Deshalb sehen wir, wie das sonst so verdienstvolle Buch «Der buddhistische Katechismus» von Olcott, wenn wir es durchlesen, etwas hervorruft, als wenn sich Rassen immer gleichartig abwickeln wie Räder. Aber diese Begriffe verlieren ihre Bedeutung für die nächste Zeit, und wir müssen uns klar sein, daß diese Anfangsstadien der theosophischen Bewegung überholt sind und daß wir für die sechste Kulturepoche dem Rassenbegriff keinen rechten Sinn mehr beilegen können.”

    (GA 130, Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menschheit, 2.12.1911, S. 169/170)

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  70. Allerdings will ich doch noch ergänzen, dass ich es sehr zu schätzen weiß, dass Wolfgang sich die Mühe macht und die ganzen Steiner-Zitate hier postet, so dass eigentlich mittlerweile dem Dümmsten klar werden müsste, wie es sich tatsächlich mit dieser Steiner betreffenden üblen Nachrede verhält.

    Das erleichtert außerdem künftige Auseinandersetzungen zu diesem Thema. Man braucht dann als Antwort auf diese immer gleichen und sich stets wiederholenden Behauptungen nur noch einen Link zu diesem Thread zu setzen und gut ist's.

    anonym1

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  71. Lieber Wolfgang,

    »Ansonsten, Ingrid, habe ich selbstverständlich einen großen Respekt davor, wenn Du Dich damit beschäftigst. Das soll ruhig auch jeder mal machen, der sich mit Anthroposophie beschäftigt. Und es ist richtig, wenn man sich davor schon ein paar Jahre lang mit anderem aus der Anthroposophie befaßt hat!«
    :-) Ich freu mich, daß Du das respektierst (und hatte es natürlich auch nicht anders erwartet).
    Allerdings bin ich weiterhin davon überzeugt, daß es sehr berechtigt ist, es umgekehrt zu machen und sich erst dann „ein paar Jahre lang mit anderem aus der Anthroposophie“ zu befassen, wenn man sich ganz sicher sein kann, daß man damit nicht irgendwo hineingerät, wo man auf gar keinen Fall hineingeraten will.
    Gerade, weil Steiner an vielen Stellen davon spricht, wie wichtig es sei, das, was die Geisteswissenschaft zu sagen hat, zunächst einmal unvoreingenommen „aufzunehmen“... wirklich, ich begreife es sehr gut, wenn jemand, bevor er etwas in dieser Weise „aufnimmt“, sich davon überzeugen will, daß es nicht etwa „giftig“ ist!


    Deshalb auch von mir herzlichen Dank für die vielen Zitate, auf die Du hier aufmerksam machst. Ich begrüße es wirklich sehr, daß sie nun hier an diesem Ort im Netz mit genauer Quellenangabe gesammelt aufscheinen – für alle, denen es nicht um Flaming und Zerstörung geht, sondern die sich ein fundiertes Urteil bilden wollen.
    Danke.

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  72. Ich befürchte, dass alle Zitate jemanden, der Vorurteile hat und verurteilen will, nicht daran hindern wird. Befürchten ist eigentlich das falsche Wort, ich rechne mit weiteren Angriffen :-)

    Es bleibt immer noch die Frage: wie konnten sich führende Anthroposophen in der Hauptzeit des Nationalsozialismus trotz der vielen eindeutigen Passagen Steiners, die vom Nationalismus und Antisemitismus wegweisen, zu solchem Fehlverhalten hinreissen lassen? Und warum haben die, die "geführt wurden" nichts davon gewusst? Mir ist bewusst, dass diese Frage auch auf andere z.B. kirchliche Institutionen ausgeweitet werden kann. Das ist ein alter Hut.

    Martins hat hier zumindest im Falle Scaligeros einen Gegenentwurf und eine These entwickelt, die sehr interessant ist. Ansonsten kann man Martins Arbeit nicht hoch genug einschätzten. Es ist imponierend mit welch denkerischen Fähigkeiten er den erneuten Angriff auf die Anthroposophie pariert hat. Trotzdem fordert er weitere Aufklärung- zu Recht, wie ich finde.
    ... - Mensch, der Kerl ist etwas über 20 - großartig!

    Anonym Nr. ? ... ferner liefen oder Durchschnittsanonym

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  73. @ Anonym Nr. ?

    Ansonsten kann man Martins Arbeit nicht hoch genug einschätzten.

    Das ist hoffentlich hochironisch gemeint!

    Sonst müsste ich ja annehmen, dass du glaubst, dass man A. Martins Verbal-Injurie, dass Steiner einen an der Waffel habe, ebenfalls nicht hoch genug einschätzen kann. Was mich wiederum auch nicht überraschen würde, hier sind ja die merkwürdigsten Dinge möglich.

    anonym1

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    1. @ Namensvetter

      Ein wenig Gnade für einen jungen sehr begabten Anthroposophen, bei dem sich die Devotionskräfte noch nicht so stark wie bei dir ausgebildet haben. ;-)

      Nach dem Motto " ich bin du" erinnere ich mich an die Zeit als ich 21 oder so war. Da habe ich die Bücher Steiners wegen ihrer Komliziertheit und vor allen wegen ihrer Nicht -Nachvollziehbarkeit und Nicht- Überprüfbarkeit wütend in die Ecke gepfeffert und für Jahre nicht mehr angefasst.
      Gott sei Dank geht mir das heute nicht mehr so, aber wenn ich die Zitate vom "Neger und seinem ungezügelten im Innern kochenden Triebleben" und ähnliches höre, könnte ich auch zu einer ähnlichen Verbalinjurien wie Martins kommen, zumindest finde ich die Formulierungen Rudolf Steiners doch sehr gewagt und zu Missverständnissen einladend.

      Was ich an Martins schätze ist, dass er sich fachlich auf sehr hohem Niveau ( so weit ich das beurteilen kann) und zugleich unprätentiös für die Anthroposophie einsetzt, aber trotzdem auf die Kritiker eingeht und diese widerlegt oder zumindest versucht, einen historischen Kontext zu verdeutlichen.

      Anonyminus

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  74. Lieber ferne laufender Durchschnittsanthroposoph,

    »Es bleibt immer noch die Frage: wie konnten sich führende Anthroposophen in der Hauptzeit des Nationalsozialismus trotz der vielen eindeutigen Passagen Steiners, die vom Nationalismus und Antisemitismus wegweisen, zu solchem Fehlverhalten hinreissen lassen?«

    Ja - das ist natürlich die eigentliche Frage.
    Auf die ich bisher keine andere Antwort habe als den Nietzsche-Satz, den anonym1 weiter oben zitiert hat:
    »Auch beim Geringsten, was wir absichtlich tun, ist das allermeiste unabsichtlich.«

    Solange wir uns unserer eigenen Motivationen nicht bewußt sind, werden sie (diese Motivationen nämlich) dafür sorgen, daß wir einfach alles, was wir zu hören oder lesen kriegen, in einer Weise interpretieren, daß es diese Motivationen bestätigt und ihnen immer größere Kraft verleiht.
    (:-) @ Manfred - siehst Du, jetzt bin ich schon fast bei Deinen „Einflüsterern“... aber ich nenne es anders, und ich spreche von „WIR“, nicht nur von ANDEREN! Denn mir ist sehr bewußt, daß wir diesbezüglich alle mehr oder weniger im selben Boot sitzen...)

    Deshalb ist es mir nach wie vor so unendlich wichtig, mit Bewußtsein und im Zusammenhang zu lesen, was wirklich dasteht und sich nicht vorschnell etwas zurechzuinterpretieren, das uns aus irgendeinem Grund grad in den Kram paßt.

    Und danke, daß Du an dieser Stelle an Ansgar Martins erinnerst.
    „Sine ira, aber nicht sine studio“ - dieses von Rudolf Steiner vorgeschlagene Motto scheint mir gut auf diesen jungen Mann zu passen.
    Auch ich schätze seine Arbeit wirklich sehr. Ich kenne ihn nicht persönlich, sondern nur von gelegentlichen Besuchen auf seinem Blog (und natürlich als einen der Autoren von „Endstation Dornach“). Aber bei sehr vielem, was ich bisher von ihm gelesen habe, freu ich mich über sein klares Denken und seine Weigerung, von anderen Vorgekautes hinzunehmen (:-) @ anonym1: JA. Ich freu mich über ihn. Selbst wenn er in so manchem zu ganz anderen Ergebnissen kommt als ich --- und selbst wenn er Freude hat an etwas despektierlichen Formulierungen! :-) ).

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    1. Liebe Ingrid H.

      In diesem Zusammenhang fällt mir als Durchschnittsanthroposoph folgendes Zitat ein:

      "Du musst dich der Idee erlebend gegenüberstellen können, sonst gelangst du unter ihre Knechtschaft. "

      Ich habe das für mich immer so interpretiert, dass ich meine Gedanken, mein Urteile, usw. auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfe, aber selbstverständlich auch die Gedanken, Urteile und Meinungen die mir von anderen entgegenkommen. Das Problem zur Zeit des Nationalsozialismus war, dass die falschen Gedanken eine sehr große "fesselnde" Kraft hatten, stelle ich mir zumindest vor.

      Wenn ich also zum Beispiel folgendendes Zitat anschaue:

      "ich musste heute in ausführlicher Weise zeigen, wie im Inneren des Menschen Luzifer zur Illusion führt und wie Ahriman sich in die äußeren Wahrnehmungen mischt und dort zur Maja führt; wie es eine Wirkung Luzifers ist, wenn sich der Mensch ein falsches Motiv vortäuscht, und wie die falsche Annahme gegenüber der Welt der Erscheinungen - die Täuschung durch Ahriman- uns zu der Annahme eines Zufalls bringt. Diesem Grund musste ich schaffen, bevor ich zeigen kann, wie die karmischen Ereignisse, die Ergebnisse des früheren Lebens, beim Menschen auch da wirken und auch da die Erscheinungen erklären, wo scheinbar zufällige äußere Veranlassungen zur Erzeugung von Krankheiten wirken. (aus: Die Offenbarung des Karma, S.112)"

      dann kann ich erstmal nur glauben, vertrauen, hoffen, dass das wahr ist. Ich befinde mich damit in einem Bereich, der zunächst einmal für mich nicht nachvollziehbar und beweisbar ist. (Nebenbei bemerkt hat mir vor vielen Jahren einmal ein Anthroposoph gesagt, dass er keinen Menschen Dornach kenne, der wirklich Erkenntnisse auf diesem Gebiet hat?!)
      Ich kann mich zunächst einmal also nur dieser Idee vertrauensvoll und was ganz wichtig ist freiwillig hingeben. Diese freiwillige Hingabe macht es dann letztendlich zu einem erlebenden Gegenüberstellen obwohl es am Anfang wie eine Unterordnung oder Knechtschaft gegenüber der Idee aussieht.

      Aber es ist auch offensichtlich, dass viele Menschen vor diesem "geschlossenen System" Anthroposophie zurückschrecken und nicht bereit sind, vertrauensvoll zunächst einmal zu glauben oder zumindest für möglich zu halten.

      Tatsache ist, dass die Anthroposophie für viele Menschen kein gehbarer Weg ist. Gerade deswegen finde ich die Bemühungen zum Beispiel von Info 3 oder früher auch Georg Kühlewind, Berührungen, Gemeinsamkeiten Schnittmengen, Parallelen zu/mit anderen spirituellen Tradition herzustellen lobenswert nach der chauvinistischen Devise: "Andere Mütter haben auch hübsche Töchter" - Die Wahrheit ist noch unbeschreibbar und nicht von einer " Richtung" zu vereinnahmen.

      Genug geredet, schönen Abend!


      Anonyminus

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    2. Lieber Anonyminus ;-),

      ich mach es im Grunde ähnlich wie Du - mit einem (für mich!) ganz unverzichtbaren Unterschied.

      Wo Du sagst:
      »...dann kann ich erstmal nur glauben, vertrauen, hoffen, dass das wahr ist.«

      da sage ich:
      ...dann kann ich das erstmal nur für möglich halten.
      (Und ich freu mich wirklich, daß Du etwas später selber sagst »vertrauensvoll zunächst einmal zu glauben oder zumindest für möglich zu halten« :-))

      Dann allerdings geht es bei mir ganz genauso weiter wie bei Dir, mit „vertrauensvoller freiwilliger Hingabe“ an das, was ich da lese.

      Mein Vertrauen gewinne ich nicht etwa durch die Autorität Rudolf Steiners, sondern dadurch, daß ich eben nicht „glaube oder erhoffe“, daß das wahr ist, sondern es solange „nur“ für möglich halte, bis etwas aus meinem eigenen Erleben (meist in ganz anderem Zusammenhang) sich meldet und „es“ in mir spricht: „Ja. Das trifft sich mit meiner eigenen Erfahrung“. Den (manchmal nur ganz winzigen) Teil, für den das einmal geschehen ist, den brauche ich dann nicht mehr zu „glauben“. Denn nun weiß ich ihn.

      Diese meine Haltung beschränkt sich im übrigen nicht etwa auf anthroposophische Literatur. Ich habe beschrieben, wie ich es eigentlich immer mache, wenn ich etwas lese, sei es nun Steiner, Einstein, Irving Stones Michelangelo-Roman (seeehr zu empfehlen :-)), einen Blog-Kommentar oder - horribile dictu? - auch den „Spiegel“ (wobei ich hinzufüge, daß ich schon seeeeeeehr lange keinen „Spiegel“ mehr gelesen habe).

      Bei den Werken Rudolf Steiners (und ganz wenigen anderen Autoren) ergibt sich für mich noch die Besonderheit, daß ich Inhalte, die in meinem Leben bisher nicht „dran“ waren, in manchen Fällen offenbar gar nicht lesen kann. Es geschieht immer wieder, daß ich ein Buch aus unerfindlichen Gründen weglege (manchmal: weglegen muß, weil etwas in meinem Inneren mich ganz unüberhörbar „warnt“) – um es irgendwann später wieder zur Hand zu nehmen und festzustellen, daß ich in der Zwischenzeit in meinem Leben eine Erfahrung gemacht habe, die mir nun das Weiterlesen nicht nur ermöglicht, sondern auch (wie oben beschrieben) aus eigenem sozusagen „erhellt“.

      Ich habe irgendwo in diesem Blog schon früher davon erzählt – und möchte jetzt nur noch hinzufügen, daß ich diese Besonderheit, die sich mir persönlich, aus welchen Gründen auch immer, ergibt, keineswegs etwa als „die einzig richtige Art, Steiner zu lesen“ propagieren möchte.

      Aber wenn ich nun Dein Zitat (das ich bisher nicht kannte) nochmal lese:
      »Du mußt dich der Idee erlebend gegenüberstellen können, sonst gelangst du unter ihre Knechtschaft.« – dann freu ich mich. Danke!

      Herzlichen Gruß,
      Ingrid

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    3. Liebe Ingrid,

      ... du schreibst sehr schön!

      Ach, das oben genannte Zitat stammt vom Buchrücken der Philosophie der Freiheit.

      Herzlichen Gruß


      Anonyminus alias Matthias

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    4. Lieber anonyminer Matthias ;-),

      :-) danke für die Blumen.

      Ah, tatsächlich - aus dem „Zweiten Anhang“:

      »Man muß sich der Idee erlebend gegenüberstellen können; sonst gerät man unter ihre Knechtschaft.«

      Das habe ich lange nicht mehr gelesen – immerhin, ich bin erstaunt, daß sich mir gerade dieser Satz damals offenbar nicht dauerhaft eingeprägt hat.

      Herzlichen Gruß zurück!
      Ingrid

      P.S.: Übrigens hab ich mir schon vor längerer Zeit, nur, um hier bequem kommentieren zu können, ein „google-Konto“ zugelegt. Es hat weiter keine Funktion, in mein Profil hab ich nix anderes hineingeschrieben als den Standort Österreich (und wahrscheinlich müßte nicht mal das sein), und es scheint auch sonst keinerlei Konsequenzen zu haben – jedenfalls keine, die ich in irgendeiner Weise bemerke.
      Ich sage das nicht, um es zu „propagieren“ – nur als Information.
      Den Sprung in sonstige „social media“ hab ich bisher noch nicht gemacht – da hab ich irgendwie eine Abneigung.

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  75. Liebe Ingrid,

    als freier Publizist, der AM wohl sein will, muss er wohl eine seitenfüllende Aktivität entfalten, um auf sich aufmerksam zu machen und letztlich in Brot und Arbeit zu kommen, was nachvollziehbar ist. Darüber kann man sich freuen oder auch nicht, je nachdem, was einem gerade von ihm in die Hände fällt.
    Mit dem klaren Denken scheint es jedenfalls bei AM im Hinblick auf Steiner nicht so recht zu klappen, wie sonst könnte es zu so einer oberdümmlichen, eines Spät-Pubertierenden würdigen Behauptung kommen, Steiner habe einen an der Waffel.

    Von so jemandem kann ich nur annehmen, dass er versucht nach außen den gelackten Publizisten zu mimen, nach innen aber den schnodderigen Oberschlauberger gibt.
    Obwohl, letzterer scheint durchaus auch an vielen Stellen seiner Texte durch, wenn er in selbigen seine des öfteren recht fragwürdigen persönlichen Wertungen und Urteile gleich en gros mitliefert.

    anonym1

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    1. Lieber anonym1,

      danke für Deine „Analyse“, die ja manches für sich haben mag...

      In mir überwiegt beim Lesen in seinem Blog allerdings eine andere Empfindung – gekrönt von dem Wunsch, es möge sehr viel mehr Menschen geben, deren „spätpubertäre Anteile“ nicht größer sind als die des erst 20jährigen Ansgar Martins...

      Herzlichen Gruß,
      Ingrid

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  76. Lieber Wolfgang, jetzt hast Du viele von den wunderbarsten Früchten Steiners aufgetischt. Ich sag jetzt auch danke. Ich habe all die Texte, die Du gepostet hast gelesen. Ich sehe darin Steiners Hauptwirken.
    Es ist gerade wegen dieser Gedanken und dieser Gestimmtheit, warum ich bei der Anthroposophie angekommen bin und auch bleiben möchte. Steiner ist für mich ein ganz wichtiger Lehrer.

    Alle mir bekannte Esoterik hat auch einen rechtslastigen Unterton, westliche Esoterik kommt nicht ohne Überlegenheitsdenken aus. Darin sehe ich einen Punkt, der absolut zu überwinden ist.
    Das ist ganz anders im Buddhismus.
    Ich denke, dass auf Grund dieser Konnotation, Esoterik sehr gut geeignet ist, für faschistische Ziele mißbraucht zu werden.
    Ich denke auch, ohne Respekt vor Steiner zu verlieren, dass dieser antisemitische Gemeinplätze benützt hat. Was erwartest Du und auch andere von ihm, Steiner, so großartig er war, hatte noch nicht alles verwirklicht. Das ist doch menschlich.
    Ansgar Martins waldorfblog schätze ich sehr und ich glaube, dass er eine wirkliche Hilfe darstellt und sehr um Aufklärung und Dialog bemüht ist. Ich bin ganz verblüfft zu hören, dass er erst kanpp über 2oist. Alle Achtung.

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    1. Liebe freudean, es gibt natürlich auch Autoren, die die östlichen Traditionen als faschistoid einschätzen: Vor allem die Trimondis. "Anhand zahlreichen Quellen aus Archiven, aus der Sekundärliteratur und aus NS-Schriften konnten wir nachweisen, dass in diese Restauration einer arischen Urreligion vor allem Ideen, Philosophien, Mythologien, Visionen, Dogmen und sakrale Praktiken aus den traditionellen Glaubensrichtungen des Ostens eingeflossen sind. Es bildete sich ein Milieu faschistischer Kulturwissenschaftler heraus, die den Buddhismus, die Veden, die Puranas, die Upanishaden, die Bhagavadgita, den Yoga, ja sogar den Tantrismus zu geistigen Überbleibseln einer verschollenen globalen indo-arischen und antisemitischen Urreligion erklärten. Hinzukamen Anleihen aus dem tibetischen Kulturkreis, insbesondere aber aus der japanischen Zen- und Samurai-Tradition." http://www.trimondi.de/H-B-K/inhalt.hi.htm

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  77. Liebe Ingrid, ich kann mich in unser obiges Gespräch nicht mehr einfügen - klappt nicht. Deshalb sag ich Dir hier, dass ich mich mit Deinem Mann bestens verstehen würde.
    Ich bin ganz seiner Meinung.

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    1. Liebe freudean,

      Nanu? Ich konnte mich grad problemlos einfügen (und habe mein Test-posting wieder gelöscht).

      Nun bin ich neugierig geworden - ich habe zwar noch immer nicht die Zeit gefunden, den betreffenden Vortrag zu lesen, aber ich blättere jetzt mal vor bis zu dieser inkriminierten Stelle und finde kurz davor das folgende:

      »Die Menschen neigen sehr leicht dazu, das Äußerliche anzubeten. Und so ist es eigentlich wirklich geschehen, daß im Verlaufe der Jahrhunderte sich das Christentum sehr heidnisch gebildet hat. Dagegen hat immer das Judentum eine Gegenwirkung entfaltet.
      Nehmen Sie das nur einmal auf einem ganz bestimmten Gebiete an, wo es am leichtesten einleuchten kann: Die Christen des Abendlandes, also die Christen, die aus Griechenland, Rom und Mitteldeutschland kamen, die waren eigentlich ziemlich unfähig, die alte Medizin fortzupflanzen, weil sie in den Heilkräutern nicht mehr das Geistige sehen konnten. Es war ihnen unmöglich, in den Heilkräutern noch das Geistige zu sehen. Aber überall haben das Geistige ... gesehen diejenigen Juden, die aus dem Morgenland, von Persien und so weiter gekommen sind. Wenn Sie die Entwickelung der Medizin im Mittelalter betrachten, dann haben die Juden einen ungeheuer starken Anteil daran. Die Araber haben gerade an der Entwickelung der anderen Wissenschaften, die Juden an der Entwickelung der Medizin einen starken Anteil. Und was die Araber an Medizin gebracht haben, haben sie auch wieder mithilfe der Juden ausgearbeitet.
      «

      Findest Du nicht auch: die von Ralf Sonnenberg so isoliert zitierte "antisemitische" Stelle hört sich in solchem Zusammenhang ganz anders an – ich habe auch noch die unmittelbar darauffolgenden Sätze abgeschrieben:

      »Es wäre zum Beispiel sehr natürlich, daß in den verschiedenen Ländern Europas nicht mehr Juden Ärzte wären, als sie prozentual zu der Bevölkerung sind. Ich will nicht sagen – bitte, mich nicht mißzuverstehen! –, daß man das durch ein Gesetz festsetzen sollte; das fällt mir durchaus nicht ein. Aber die natürliche Anschauung müßte das ergeben, daß entsprechend der Anzahl der Juden auch jüdische Ärzte da wären. Aber das ist gar nicht der Fall. In den meisten Ländern sind eine viel größere Anzahl Juden Ärzte. Das stammt noch aus dem Mittelalter;«

      Zu dem, was Sonnenberg sonst noch schreibt, vermag ich einstweilen noch nichts zu sagen. Dazu möchte ich wirklich zuerst – mindestens! – den gesamten Vortrag lesen.

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  78. Lieber Michael,
    Faschismus ist menschlich und deshalb auch international. Ihn mit Buddha in Verbindung zu bringen, halt ich für ganz abwegig.
    Ich hab doch einige Jahre buddhistische Praxis hinter mir und hab nie faschistoides Gelände vorgefunden.
    Ich möchte nur kurz darauf antworten:
    „Anhand zahlreichen Quellen aus Archiven, aus der Sekundärliteratur und aus NS-Schriften …“
    Ausgang für die Prüfung dieser These kann nur Primärliteratur sein. Derartige hab ich nie kennengelernt. Sollte es solche buddh.Primärliteratur geben, was ich sehr bezweifle, würde sich mein Weltbild ändern. NS-Schriften als Quelle für eine sachliche Forschung zu betrachten, startet schon von den falschen Voraussetzungen; die haben zusammengepantscht, was sie für ihre Schwarz-Magie brauchten.
    Ich beziehe mich auf Buddhismus, im Hinduismus kann ich schon Faschistoides sehen, andere indische Urreligionen sind mir nicht bekannt.
    Beim Buddhismus bedarf es wieder der leidigen Unterscheidung. In Tibet hat sich Buddhimus mit der Naturreligion Bön verbunden und der Tantrismus ist eine sehr machtvolle Praxis. Wenn die in die Hände eines nicht-geläuterten Ich`s fällt, kann sie sehr gefährlich werden. In Japan gibt es Verbindung von Buddhismus mit Shinto.

    Hier ist es notwendig, aufmerksam zu sein, denn ansonsten kommt es z.B.zu ähnlichen Annahmen wie der Faschismus Scaligeros habe seinen Ursprung bei Steiner. Man kann alles umdrehen.
    Es stimmt, Herriegel und Graf Dürckheim hatten NS-Verbindungen. Das sind auch Schatten in deren Biographie.

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  79. PS: Faschismus mit Buddha in Verbindung zu bringen ist wie Jesus-Christus mit Faschismus in Verbindung zu bringen.

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    1. Ich habe ein paar Bücher der Trimondis hier liegen- es geht vor allem gegen den tibetischen Buddhismus und gegen Zen. In sich wirkt das geschlossen, es sind auch wirklich umfängliche Belege und Bücher. Vieles kann ich aber auch nicht im geringsten überprüfen, wie die geheimen Aspekte des Kalashakras. Ich will das Fass jetzt auch gar nicht aufmachen, schon aus Zeitgründen nicht.

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  80. Hier noch sehr viele wunderbare Zitate von R.Steiner:

    www.dreigliederung.de/essays/2003-07-003.html

    Dennoch möchte ich sagen, daß ich (der ich ansonsten überhaupt kein Freund von Helmut Zander bin) ihm im Folgenden in zunehmendm Maße zustimmen muß:

    „Steiners Œuvre ist letztlich von einer nicht systematisierten oder hermeneutisch integrierten Ambivalenz gekennzeichnet, in der Unvereinbares und Widersprechendes stehengeblieben ist. Es hängt dabei von den Interessen der Leser ab, ob die Anthroposophie rassistisch interpretiert wird oder nicht. Die Rezeptionsgeschichte bietet Belege für beides.“

    stellt Helmut Zander, Historiker und Theologe an der Humboldt-Universität Berlin, völlig zurecht zu Steiners Rassentheorie fest. In meinen Augen sind die antirassistischen Äußerungen Steiners schön, gut und wichtig, sie ändern aber nicht viel an der Aussage und Wirkung seiner "rassistischen Stereotype".

    2007 veröffentlichte Zander sein monumentales Werk „Anthroposophie in Deutschland“, in dem er den KritikerInnen und VerteidigerInnen der Anthroposophie zur Besonnenheit aufruft:

    „Es wäre hilfreich, wenn Anthroposophen zugestehen würden, dass dies [die Behauptung, Steiner sei rassistisch gewesen] keine schlicht polemische Aussage ist, sondern in der kontextualisierenden Deutung des historischen Materials gründet. (… ) Es gibt meines Erachtens nur einen Weg, Steiners "Rassentheorie" zu entschärfen: Indem man sie als zeitgebundene Vorstellungswelt historisiert, sich insowiet davon distanziert und in normativer Hinsicht als Irrtum verwirft. So führt ein Weg von Steiners evolutionär hierarchisierter Rassentheorie zu einer egalitären Philanthropie. Aber vor einer solchen Revision schrecken viele Anthroposophen weiterhin zurück, weil dies den Einstieg in die Kritik von Steiners ‚höherer Einsicht‘ bedeuten würde.“

    ( Zander, Anthroposophie in Deutschland, Vandenhoeck & Ruprecht, 20007, I, 636f. – eine wirklich gute Rezension zu dem vieldiskutierten Buch lieferte die “Zeit“. )

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    1. Welcher anonym hat denn jetzt dieses "Schlusswort" hier reingesetzt??

      "Es gibt meines Erachtens nur einen Weg, Steiners "Rassentheorie" zu entschärfen:..."

      "So führt ein Weg von Steiners evolutionär hierarchisierter Rassentheorie..."

      Welche Rassentheorien??

      Ich verstehe ja jetzt wie faschistoide Gedankengänge entstehen, in einem aufkeimen, wenn man nämlich zusehen muss, wie direkt vor den eigenen Augen (")mutwillig(") oder aus purer Dummpfffheit etwas zerschlagen wird. Das tut echt weh und man sucht nach Wegen die Ursachen derartiger Schmerzen zu unterbinden oder ihnen zuvorzukommen.

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    2. "Welcher anonym hat denn jetzt dieses "Schlusswort" hier reingesetzt??"

      Also ich war das nicht!

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    3. Lieber Manfred,

      :-) – na, dann hat es ja immerhin sein Gutes, wenn wir dadurch die Gelegenheit bekommen, mit unserer eigenen unwillkürlich aufsteigenden Wut oder zumindest exasperation umzugehen... ;-)

      Und: ob so etwas hier das Schlußwort bleibt, das liegt ja schließlich nicht an diesem Anonymen, sondern an uns...

      O.T.: Ihr lieben immer zahlreicher werdenden Anonymen. Wär es denn wirklich so schlimm, sich wenigstens für den Verlauf dieses Gespräches hier identifizierbar zu machen, indem man sich einen nickname zulegt?
      Eine Anmeldung hätte überdies den Vorteil, daß man sich von weiteren Kommentaren benachrichtigen lassen kann (falls zur Wahrung der Anonymität erwünscht, auch an eine extra dafür erstellte mail-Adresse)...
      Also, ich jedenfalls würde mich darüber freuen!

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    4. Um mich von dem Anonym abzugrenzen, der den Beitrag hinsichtlich Helmut Zander und der angeblichen steinerschen Rassentheorien verfasst hat abzugrenzen, nenne ich mich jetzt einfach mal Matthias. Da ich aber über keines der unten zur Auswahl stehenden Profile verfüge, werde ich als Anonym erscheinen.

      Zitat:
      "Es hängt dabei von den Interessen der Leser ab, ob die Anthroposophie rassistisch interpretiert wird oder nicht. Die Rezeptionsgeschichte bietet Belege für beides.“
      Ok, was gerne verschwiegen wird ist allerdings, dass bisher keine angeblichen Opfer dieser Rassentheorien, des angeblichen Antisemitismus Steiners sich zu Wort gemeldet haben.
      Einige der Kläger, die derzeit auftreten, spielen sich als Opfer, Kläger und Richter in einer Person auf. Sehr schön ist das an Andreas Lichte festzustellen. Und besonders diese Kritiker verlangen das Zugeben einer Kollektivschuld durch die Anthroposophie. Diese ist vollständig unangemessen und wird so nicht erfolgen.
      Im Einzelfall muss man sich bestimmt über die Äußerungen Steiners und auch einzelne Anthroposophen kritisch Auseinandersetzung, dieses allerdings detailliert und differenziert und in einem Kontext mit anderen Personen wie Kant, Voltair, Heidegger, usw etc
      Mit der Übernahme einer Kollektivschuld ist keinem geholfen- ganz einfach aus dem Grund, weil sie nicht der Wahrheit entspricht!
      Es ist nicht genug zu betonen, dass misanthropische Autoren verschiedener Artikel und Kommentare sich in ihren "Keller" zurückziehen, sobald es um eine faktische Auseinandersetzung geht. Auch hier ist Lichte wieder ein besonders schönes Beispiel: Er setzt einen schlecht recherchierten polemischen Artikel bei den Ruhrbaronen rein, darauf folgend werden kritische Antworten zensiert und gelöscht. Wenn dann noch die in diesem Artikel veröffentlichen polemischen Äußerungen fachlich z.B. von A. Martins widerlegt werden und infrage gestellt werden, kommt von Lichte nichts mehr. Distanzierungen seines "Mentors" von ihm, lässt er selektiv unter den Tisch fallen.
      Von daher ist mein Urteil: er war schwach und er ist weiterhin schwach. :-)
      Ich warte nur darauf, dass er sich mal auf "neutralen Boden" stellt.

      Sobald er aufhört sich als Opfer, Kläger und Richter in einer Person aufzuspüren, und sich selbst einmal infrage gestellt, wäre ich bereit mit ihm zu reden ;-)

      Anonym / Matthias

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  81. Na, irgendwie wird hier auf dieser Seite nur noch zitiert; endlose Passagen aus der GA und jetzt muss auf einmal der ansonsten ja eher nicht so beliebte Zander herhalten. Besonders glaubwürdig ist das nicht.

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    1. Was wäre denn glaubwürdig?

      Anonym / Matthias

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  82. Wäre das folgende Steiner-Zitat ein passendes Schlußwort?

    Anthroposophie und sein polarisch entgegengesetzes Gift: der Rassismus

    Rudolf Steiner: „Überall, wo man sich in höhere Gebiete erhebt, muß man mit lebendiger, nicht mit toter Wahrheit rechnen, und die lebendige Wahrheit trägt ihr eigenes Gegenbild in sich, so wie im physischen Dasein das Leben den Tod in sich trägt. Nehmen Sie das als etwas, das ich heute gerne in Ihre Seele senken möchte, weil sich daraus vieles begreifen läßt. Es muß die Möglichkeit bestehen, neben dem Spirituellen das polarisch entgegengesetzte Gift abzusetzen. Dann kann es aber, wenn es abgesetzt werden kann, auch benützt werden, und auf allen Gebieten kann es benützt werden. An das Gesagte können sich viele Fragen angliedern. Aber wir wollen vorerst für heute nur diese Frage berühren: Wie kommt man da zurecht? Wie kommt man da zurecht? Ist man nicht der großen Gefahr ausgesetzt, daß, wenn man an irgend etwas in der Welt herantritt, das Entgegengesetzte, das Giftmäßige darin enthalten ist, oder wenigstens, daß es irgend jemand zum Giftmäßigen ausbilden könnte? Diese Möglichkeit ist natürlich immer vorhanden. Alles das, was sehr gut sein kann in der Welt, kann in sein Gegenteil verkehrt werden. Aber das muß so sein, damit die Menschheitsentwickelung sich in Freiheit vollziehen kann gemäß unserem Kulturzeitalter. Und gerade die schönsten Entwickelungsimpulse unseres Zeitalters können am meisten Veranlassung geben, in ihr Gegenteil verkehrt zu werden. R.St., GA 174, S. 18

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  83. Ach so: das letzte Zitat war von mir, Wolfgang...

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    1. In einem Punkt muß ich übrigens Zander verteidigen: Er hat ja recht mit der Äußerung:

      "Es hängt dabei von den Interessen der Leser ab, ob die Anthroposophie rassistisch interpretiert wird oder nicht."

      Und das wird noch eine ganze Weile so bleiben! Und genau das war der Grund für mich,liebe Ingrid, weshalb ich nicht dran glaube, daß es "das umfassende Buch" zu diesem Thema in nächster Zeit geben kann! Es hängt vom Interesse des Autors ab. Natürlich gibt es schon Literatur, z.B. von Raviagli...- aber das ist nicht DAS umfassende Werk, nach welchem Du Dich sehnst.
      Und Zanders Satz gegen Ende des Zitates oben würde ich umändern in "So führt ein Weg des Glaubens mancher Leute, daß es sich bei Steiner um eine "evolutionär hierarchisierte Rassentheorie" handelt, zu einer egalitären Philanthropie." Denn so wie Zander das schreibt, könnte man meinen, es handele sich faktisch um eine "hierarchisierte Rassentheorie" - und die Sprache verrät sofort, daß er selbst dem unterliegt, was er davor sagt: Zanders eigenes Interesse ist es, das die Anthroposophie auf diese Art verunglimpft.
      Herzliche Grüsse an alle, Wolfgang

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    2. „Nach der geschichtlichen Entwicklung der Anthroposophischen Gesellschaft ist diese international eingestellt und unterhält auch heute noch enge Beziehungen zu ausländischen Freimaurern, Juden und Pazifisten. Die auf der Pädagogik des Gründers Steiner aufgebauten und in den heute noch bestehenden anthroposophischen Schulen angewandten Unterrichtsmethoden verfolgen eine individualistische, nach dem Einzelmenschen ausgerichtete Erziehung, die nichts mit den nationalsozialistischen Erziehungsgrundsätzen gemein hat. Infolge der Gegensätze zwischen den Anschauungen der Anthroposophischen Gesellschaft und den vom Nationalsozialismus vertretenen völkischen Gedanken bestand die Gefahr, dass durch eine weitere Tätigkeit der Anthroposophischen Gesellschaft die Belange des nationalsozialistischen Staates geschädigt werden. Die Organisation ist daher wegen ihres staatsfeindlichen und staatsgefährdenden Charakters aufzulösen.“

      – Reinhard Heydrich[15]

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    3. @Wolfgang

      Ja, auch ein passendes Zitat von Rudolf Steiner. Warum aber als Schlusswort?

      Für mich ist es ein großes Mysterium, welches Rudolf Steiner hier anspricht. Wäre das Mysterium von Golgatha möglich gewesen, ohne das Judas aufgetreten wäre?
      Ohne "Gut" kein "Böse" und umgekehrt auch? ?

      Helmut Zander kommt zu dem Schluss:
      "Es gibt meines Erachtens nur einen Weg, Steiners "Rassentheorie" zu entschärfen: Indem man sie als zeitgebundene Vorstellungswelt historisiert, sich insowiet davon distanziert und in normativer Hinsicht als Irrtum verwirft. So führt ein Weg von Steiners evolutionär hierarchisierter Rassentheorie zu einer egalitären Philanthropie aber vor einer solchen Revision schrecken viele Anthroposophen weiterhin zurück, weil dies den Einstieg in die Kritik von Steiners ‚höherer Einsicht‘ bedeuten würde.“

      Das ist doch lediglich konstruiert und unterstellt. Die Wahrheit ist, so behaupte ich zumindest, dass es niemals eine "steinersche Rassentheorie" gab, die den international anerkannten Rassismusdefinitionen entspricht!
      Wohl eine der am meisten akzeptierten Definitionen von Rassismus lieferte der Wissenschaftler Albert Memmi. Seit ihrer Aufnahme in die Encyclopaedia Universalis ist diese Rassismus-Definition von Albert Memmi grundlegend für Forschung und Lehre. Er selbst hat sie in zahlreichen Publikationen präzisiert. In dem Buch "Rassismus" (Erstausgabe Athenaeum, Frankfurt 1987) beschäftigt sich Memmi ausschließlich mit dem Phänomen Rassismus: dem biologisch, oder besser biologistisch argumentierendem, dem Antisemitismus, dem auf Rassismus gründenden Kolonialismus und dem Fremdenhaß.

      „ .... Und schließlich erscheint der Rassismus als der Sonderfall eines allgemeineren Verhaltens: Die Verwendung tatsächlicher oder fiktiver biologischer Unterschiede, die aber auch psychologischer oder kultureller Art sein können. Der Rassismus erfüllt demnach eine bestimmte Funktion. Aus dem Gesagten ergibt sich, daß der Rassismus die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver biologischer Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers ist, mit der eine Aggression gerechtfertigt werden soll.
      aus: Memmi: "Rassismus", Hamburg 1992, S. 151“

      Es sind in Steiners Fall weder Opfer eines angeblichen steinerchen Rassismus oder Antisemitismus bekannt, noch hat der Schaden irgendeines angeblichen „Opfers“ in der Intention Steiners gelegen. Aber vor allen sind keine Aggressionen (Taten, Handlungen) Steiners bekannt, die er hätte rechtfertigen müssen.

      Die ganze Diskussion ist einfach eine Farce und konstruiert – Vorsicht!!!

      Weiter schreibt Memmi ( interessanter Gedankengang):

      „Antisemitismus ist ein durch sein Objekt näher definierter Rassismus; der Antisemitismus ist ein Rassismus, der sich gegen die Juden richtet. Als solcher weist er besondere Merkmale auf, die mit seinem besonderen Opfer und den eigentümlichen Beziehungen zwischen diesem und seinem Angreifer zusammenhängen.“; Albert Memmi, Rassismus, Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 1992“

      Konsequent weiter gedacht kann man diese Definition auch ??? ausweiten.

      Von einem Gelehrten und Lehrstuhlinhaber wie Helmut Zander erwarte ich als Laie auf diesem Gebiet, dass er internationale Rassismusdefinitionen „drauf hat“ und nicht unterschlägt . Da könnte man doch bei einen (katholischen) Intellektuellen wie ihm Absicht unterstellen.....

      Herzliche Grüße

      Anonyminus -Matthias

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    4. Lieber Wolfgang,

      ja, klar hat Zander recht damit, daß es vom Leser abhängt, wie er die Anthroposophie interpretiert.

      Aber:
      »Und genau das war der Grund für mich,liebe Ingrid, weshalb ich nicht dran glaube, daß es "das umfassende Buch" zu diesem Thema in nächster Zeit geben kann! Es hängt vom Interesse des Autors ab.«

      Ja - vom Interesse des Autors (und nicht des Lesers) hängt es ab, was für eine Art Buch er schreibt.

      Das Buch, das es meiner Ansicht nach geben sollte, würde nicht ein „Verteidigungsbuch“ sein. Sondern es würde das, was Rudolf Steiner über die Entwickelung (inklusive „Zurückgebliebenheit“) der Menschheit und die Aufgaben der unterschiedlichen „Rassen“ in dieser Gesamtentwickelung sagt, umfassend darstellen.

      So wie es ja auch möglich ist, beispielsweise die Welt der griechischen oder römischen Götter so darzustellen, daß niemand an sie glauben muß, daß aber dennoch klar wird, wer in dieser Welt wessen Sohn ist, wer gegen wen gekämpft hat und warum, wer für wie lange in der Unterwelt bleiben muß und was das für Auswirkungen hat... und so weiter.

      Dann könnte zwar immer noch jeder Leser nach seinen Vorlieben entscheiden, ob er das für wahr oder falsch hält, was Steiner da alles erzählt... aber er würde, selbst wenn er’s für falsch hielte, immerhin erkennen können, welchen Stellenwert einzelne inkriminierte Aussagen im Gesamtzusammenhang haben.

      Ein solches Buch scheint mir bisher zu fehlen.
      Aber vielleicht wird ja das von Dir erwähnte Buch Archiatis diesem Anspruch gerecht? Ich bezweifle es ein wenig, denn es hat nur 86 Seiten... aber ich werde es mir bald beschaffen.


      :-) Und danke für das Erinnern an die schönen Gleichnisse...



      Ein freundliches Lächeln in die Runde...

      Gute Nacht!

      Ingrid

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    5. Liebe Ingrid, vielleicht bist Du ja auch nur ein wenig zu buchorientiert und überschätzt dieses Medium?

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    6. Lieber Manfred,

      :-) naja, jedes Buch richtet sich natürlich vor allem an jene, die (wie ich) immer noch gern Bücher lesen. Ich habe den Eindruck, das sind immer noch sehr viele Menschen.
      Aber selbst falls ich mich hier täuschen sollte und es in Wirklichkeit nur eine Handvoll wäre – für diese Handvoll wär's gut, wenn es ein solches Buch gäbe. Und solange es keins gibt, finde ich, daß es fehlt – mir und ihnen.

      Du kannst es ja gern in einem anderen Medium versuchen...

      Herzlichen Gruß,
      Ingrid

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  84. Anthroposophie ist das eigentliche Christentum der Zukunft. In diesem Lichte erscheinen mir auch so manche Christus-Zitate wieder lebendiger zu werden:

    Das Gleichnis von der Aussaat
    Jesus sagte: »Ein Bauer ging aufs Feld, um zu säen. Als er die Körner ausstreute, fiel ein Teil von ihnen auf den Weg. Die Vögel kamen und pickten sie auf.
    Andere Körner fielen auf felsigen Grund, der nur mit einer dünnen Erdschicht bedeckt war. Sie gingen rasch auf, weil sie sich nicht in der Erde verwurzeln konnten; als aber die Sonne hochstieg, vertrockneten die jungen Pflanzen, und weil sie keine Wurzeln hatten, verdorrten sie.
    Wieder andere Körner fielen in Dornengestrüpp, das bald das Getreide überwucherte und erstickte.
    Andere Körner schließlich fielen auf guten Boden und brachten Frucht. Manche brachten hundert Körner, andere sechzig und wieder andere dreißig.«
    (Matthäus 13:3-8)

    Das Unkraut im Weizen
    Dann erzählte Jesus der Volksmenge ein anderes Gleichnis: »Mit der neuen Welt Gottes ist es wie mit dem Mann, der guten Samen auf seinen Acker gesät hatte:
    Eines Nachts, als alles schlief, kam sein Feind, säte Unkraut zwischen den Weizen und verschwand. Als nun der Weizen wuchs und Ähren ansetzte, schoss auch das Unkraut auf.
    Da kamen die Arbeiter zum Gutsherrn und fragten: Herr, du hast doch guten Samen auf deinen Acker gesät, woher kommt das ganze Unkraut? Der Gutsherr antwortete ihnen: Das hat einer getan, der mir schaden will.
    Die Arbeiter fragten: Sollen wir hingehen und das Unkraut ausreißen? Nein, sagte der Gutsherr, wenn ihr es ausreißt, könntet ihr zugleich den Weizen mit ausreißen. Lasst beides wachsen bis zur Ernte!
    Wenn es so weit ist, will ich den Erntearbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut ein und bündelt es, damit es verbrannt wird. Aber den Weizen schafft in meine Scheune.«
    (Matthäus 13:24-30)


    Das Gleichnis von der selbstwachsenden Saat
    Zu den versammelten Menschen sagte Jesus: »Mit der neuen Welt Gottes ist es wie mit dem Bauern und seiner Saat: Hat er gesät, so geht er nach Hause, legt sich nachts schlafen, steht morgens wieder auf - und das viele Tage lang.
    Inzwischen geht die Saat auf und wächst; der Bauer weiß nicht wie. Ganz von selbst lässt der Boden die Pflanzen wachsen und Frucht bringen. Zuerst kommen die Halme, dann bilden sich die Ähren und schließlich füllen sie sich mit Körnern.
    Sobald das Korn reif ist, schickt der Bauer die Schnitter, denn es ist Zeit zum Ernten.«
    (Markus 4:26-29)

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  85. Außer den Texten, die hier von Zander erscheinen, lese ich nichts bei ihm nach, weil mir dessen vielfach ätzende Sprache nicht gefällt.
    Trotzdem kann ich bei Zander auch einige wichtige Beobachtungen finden. Vor allem die historische Einordnung Steiners bringt für mich schon Licht in diese Rassismusdebatte. Steiner bediente sich der Esoterik und wie ich weiter oben schon sagte, kommt diese nicht ohne Überlegenheitsdenken aus, bietet daher Raum für esoterischen Rassismus.
    Diese Art des Denkens war normale Luft um die Jahrhundertwende, der Zeit-Geist heute ist ein wesentlich anderer und Steiner würde sich heute sicher nicht mehr da aufhalten .
    Positiverweise gibt es Anthroposophen, die dieses Denken weiterentwickeln.
    Andere Menschen, auch Anthroposophen, die sich von diesen überholten Keimen, auch bei Steiner noch nicht ganz transformiert waren, nicht lösen können, wollen, projizieren „Zurückgebliebenes“ nach außen und machen es an Bevölkerungsgruppen fest, übersehen dabei dass ihr eigenes Denken zurückgeblieben ist.

    Bitte auch zur Kenntnis nehmen, Steiner ist weder Buddha noch Christus. Weder Buddha noch Christus haben je von höher- oder niedrig entwickelten Menschen gesprochen,beide weisen darüber hinaus. Auch Steiner weist meist darüber hinaus, fällt aber manchmal wieder in eine esoterische Sichtweise zurück.Christus hat mit geöffneten Armen Menschen umarmt, die gesellschaftlich ausgegrenzt waren. Bei Steiner gibt es jede Menge „Zurückgebliebener“, die ausgearmt werden. Da sind zum einen diejenigen, denen man auf Grund ihres negativen physischen Einflusses den Zugang zu Europa verwehren möge. Und zum anderen habe ein „schädigendes, materialistische“ Denken, das einem bestimmten Volk anhaften soll und das dafür gesellschaftlich geächtet wird, keine Existenzberechtigung mehr.
    Das sind halt auch die Grenzen von Steiner. Sie werden gerade erweitert. Ich bin überzeugt, dass er das heute selbst machen würde – insofern glaube ich, entwickelt sich die Anthroposophie gut.

    Das Beispiel vom Unkraut und vom Weizen halte ich für sehr schön. Das Unkraut bleibt im Acker stehen. Deshalb wird die Anthroposophie ja auch mit dem Unkraut publiziert. Von den Flensburger Heften weiß ich, dass es Überlegungen gab, die peinlichen Bauarbeitervorträge nicht mehr zu veröffentlichen. Das hat man gelassen, um das Werk Steiners nicht zu verfälschen. So bleibt das Unkraut auch weiter im Acker und das Differenzieren wird gestärkt.

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    1. Liebe freudean

      "Von den Flensburger Heften weiß ich, dass es Überlegungen gab, die peinlichen Bauarbeitervorträge nicht mehr zu veröffentlichen."

      Also DAS fände ich nun wirklich "rassistisch"!! Die peinlichen Bauarbeitervorträge. Wundert mich, dass Du hier nicht (auch) die Hand hebst. Gerade bei den Bauarbeitervorträgen kann man gut erleben, wie Steiner sich einstellt auf Menschen, sich einfühlt. Mal ganz davon abgesehen, dass die "peinlichen Bauarbeiter" mal wirklich gute Fragen gestellt haben die ins Wesen so etlicher Wunder blicken anstatt immer nur diese hirnigen Welten der (ein)gebildeten Intelligenzen zu bedienen.

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  86. Hallo Freudean,

    " Diese Art des Denkens war normale Luft um die Jahrhundertwende, der Zeit-Geist heute ist ein wesentlich anderer und Steiner würde sich heute sicher nicht mehr da aufhalten .
    Positiverweise gibt es Anthroposophen, die dieses Denken weiterentwickeln."

    International gesehen hat sich der Zeitgeist nicht so grundlegend verändert. Es wird aus Gründen politischer Korrektheit nur sehr wenig darüber gesprochen: Die Occupie- Bewegung prangert jüdisches Großkapital an, beinahe die gesamte Islamische Welt ist antisemitisch eingestellt...
    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/listen_fuer_juedisches_grosskapital/


    Ich bin mir sicher, dass Steiner, der bereits für damalige Verhältnisse sehr "antinational" plädiert hat, seine Fehleinschätzungen revidiert hätte und sich noch mehr für den Ausbau von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit in den menschlichen Beziehungen "einsetzten" würde.

    Das obliegt uns Anthros ( Menschen) heute.
    Es liegt in unserer Freiheit, diese Aufgabe anzunehmen oder eben nicht. Wir können heutzutage nicht mehr sagen, davon haben wir nichts gewusst, auch ein Andreas Lichte nicht!

    Dazu fällt mir ein Gedicht ein:

    Nicht müde werden,


    sondern dem Wunder


    leise, wie einem Vogel, die Hand hinhalten ...

    Hilde Domin


    Anonyminus- Matthias

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  87. ich geh jetzt mal bei euch beiden auf imaginären:

    Gefällt-Button ;-)

    l.Gr.

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  88. Hallo Matthias,
    "Nicht müde werden, sondern dem Wunder
    leise, wie einem Vogel, die Hand hinhalten ..."
    Danke für die Poesie.
    Gerade vor kurzem hab ich gedacht, es wäre doch schön auch mal ein paar freundliche Worte zu hören.
    Ich war ja so ziemlich allein auf weite Strecken.
    Danke

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  89. Stellungnahme von Peter Staudenmaier zu dieser Diskussion:

    http://groups.yahoo.com/group/waldorf-critics/message/23276

    "Part of the thread consists of angry denials that Steiner said the various things he said about Jews. This is very common among Steiner's followers, who often have a hard time believing that Steiner's texts actually contain passages like this -- even after they've read the passages. Every once in a while I get an indignant message from an anthroposophist insisting that Steiner couldn't possibly have said those things about Jews (or about 'Negroes' or Asians or indigenous peoples and so forth). In the thread above, another outraged anthroposophist named Wolfgang expresses considerable consternation about two passages in particular, where Steiner says that the Jews killed Christ and where Steiner attributes to the Jews a wish that all other peoples would die out.

    Steiner did in fact make both of these claims. According to Steiner, the ancient Hebrews believed "that the earth could only become happy if everything else would die off and only the members of this people would fill the whole world." (Rudolf Steiner, Der innere Aspekt des sozialen Rätsels, 56) Here is how the sentence reads in the original: ..."

    für den Rest der Stellungnahme: http://groups.yahoo.com/group/waldorf-critics/message/23276

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  90. Zu Rudolf Steiners Sätzen:

    »Denn weder nimmt das Volk, aus dem heraus das Mysterium von Golgatha sich abspielt, dieses in sein Bekenntnis auf, noch bekennt es sich zu dem Christus Jesus persönlich, individuell, sondern es tötet ihn, es ruft: Kreuzige ihn! Kreuzige ihn! – Es geschieht etwas, was nicht für ein Volk bestimmt sein kann; es geschieht etwas, was nur einen Sinn hat, wenn es in Widerspruch gedacht wird mit dem, was aus den Volkscharakteren heraus erfolgen kann...
    Denn weder hat dieses Ereignis es zu tun mit dem jüdischen Volkscharakter, noch mit dem auf dem gleichen Gebiete wirkenden römischen Volkscharakter; denn die Juden rufen: Kreuzige ihn! – und der Römer kann keine Schuld an ihm finden...
    «

    möchte ich nun doch anmerken, daß es sich ja hier nicht um eine Behauptung oder Erfindung Rudolf Steiners handelt, sondern daß die Bibel das so überliefert: alle vier Evangelisten sind sich einig darin, daß der Römer Pilatus keine Schuld an Jesus finden konnte und es den Juden selbst überließ, zu entscheiden, was mit ihm geschehen sollte. Diese aber schrieen, auf seine wiederholte Frage: „Kreuzige ihn!“
    Nachzulesen bei Matthäus (27, 15-26), Markus (15, 6-15), Lukas (23, 13-25), Johannes (18, 38 - 19, 16).

    Zu der anderen von Peter Staudenmaier inkriminierten „Behauptung Steiners“, die Juden hätten sich als „auserwähltes Volk“ betrachtet, kann man im Alten Testament nachlesen – ich habe im Augenblick allerdings keine Zeit, hierzu einzelne Stellen herauszusuchen.

    Man kann Rudolf Steiner also wohl in beiden Fällen höchstens vorwerfen, daß er nicht ausgezogen ist, die Bibel zu widerlegen, statt sie, wie er es tut, auszulegen.

    :-)
    Und nun bin ich gespannt, ob Sie, lieber Herr Staudenmaier (der Sie ja offensichtlich hier mitlesen), auch diesen meinen Kommentar als „outraged“ empfinden werden...

    Herzlichen Gruß,
    Ingrid

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    1. Zur weiteren Verdeutlichung dessen, worauf Rudolf Steiner hinauswollte:

      Jesus war ein Jude. Es wäre also, wenn man vom „Volks-Mäßigen“ ausgeht, nur natürlich gewesen, wenn die Juden Jesus als einen der Ihren verteidigt hätten, während die Römer ihn verurteilten. Nun berichtet die Bibel aber, daß es gerade umgekehrt war.
      Das ist für Rudolf Steiner ein Beleg dafür, daß das, was er das „Mysterium von Golgatha“ nennt, ein Ereignis ist, das eben nichts mit dem „Volkscharakter“ zu tun hat, sondern weit über ihn hinausweist.

      Daraus zu entnehmen, Steiner wolle den Juden ihre Mitwirkung an der Kreuzigung Jesu „vorwerfen“, halte ich für ein wirklich sehr verkürztes Verständnis dieser Stelle.

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  91. Lieber Herr Staudenmaier,

    Sie schrieben:

    "Steiner blamed the Jews for Christ's death, for example; see Steiner, "Die Völkerseelen und das Mysterium von Golgatha" (1918), in Rudolf Steiner, Erdensterben und Weltenleben (Dornach 1967), pp. 158/159."

    Dann hab ich nachgeschlagen - und da steht etwas anderes: Steiner hat eben auf genau diesen Seiten den Juden NICHT vorgeworfen für den Tod Christi verantwortlich zu sein!
    Hier steht - S.159 - Folgendes von R.Steiner:

    „Denn weder hat dieses Ereignis es zu tun mit dem jüdischen Volkscharakter, noch mit dem auf dem gleichen Gebiete wirkenden römischen Volkscharakter; denn die Juden rufen: Kreuzige ihn! - und der Römer kann keine Schuld an ihm finden, das heißt, er weiß nichts mit dem anzufangen, was da vor sich geht. Es hebt sich das ganze heraus aus dem, was durch den Volkscharakter geschehen kann. Dadurch wird das Mysterium von Golgatha ein solches Ereignis, das Sie, wenn Sie es genau studieren, mit keinem andern vergleichen können. Märtyrer hat es selbstverständlich auch anderswo gegeben; aber nicht aus diesen Gründen, die für das Mysterium von Golgatha gelten, sind Märtyrer erstanden. Je mehr Sie das Mysterium von Golgatha studieren, desto mehr werden Sie finden, daß es gerade deshalb eintrat, weil es nichts zu tun hat mit einem einzelnen Volkscharakter, sondern weil es in Verbindung steht mit der ganzen Menschheit.“

    Das Ereignis von Golatha hat also NICHTS zu tun mit einem Volkscharakter - weder dem jüdischen, noch dem römischen. Es sind also nicht die Juden "verantwortlich" -Steiner hat sie dafür eben NICHT angeklagt! Es hat eben NICHTS mit dem Volkscharakter zu tun - sondern mit der Menschheit.
    Jesus Christus würde von der Menschheit ans Kreuz genagelt - sie ist dafür verantwortlich - und nicht "das Volk der Juden". DAS ist das Fazit des Textes - das Fazit: "die Juden sind die verantwortlichen für den Tod des Jesus Christus" wäre das allergrößte Mißverstehen dieses Textes!

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  92. Lieber Herr Staudenmaier,

    sie meinen auch:

    "Steiner also entertained a variety of conspiracy theories about Jews, including the standard antisemitic notions that Jews are to blame for wars and that Jews are striving for world supremacy."

    Bitte können Sie mir dafür Literaturangaben aus dem Gesamtwerk von R.Steiner machen? Vielen Dank und viele Grüsse
    Wolfgang

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  93. WIR BRAUCHEN die ANTHROPOSOPHIE bitternötig, allein DESHALB:

    "Die Menschheit als solche erlebt heute die Begegnung mit dem Hüter der Schwelle, und das Überschreiten der Schwelle hat schon in den letzten Jahren seinen Anfang genommen. Das ist auch der Anfang der Spaltung der Menschheit, und das bedeutet eben der kritische Zeitpunkt, an dem wir jetzt angelangt sind. Die Kräfte, die früher aus den geistigen Wesen in die Menschheit strömten, sind jetzt verbraucht; wir sind auf uns selbst gestellt und müssen diese Kräfte jetzt aus unserem Unterbewußtsein heraufholen. Das Mysterium von Golgatha wäre umsonst geschehen, wenn die Menschen diese inneren Kräfte nicht anwenden, sondern sie abweisen würden. Das würde die ganze Zerstörung der Erdenentwicklung nach sich ziehen. Die Seelen würden zwar noch in die Leiber herabsteigen, aber sie würden sie nach dem dreiunddreißigsten Jahre verlassen, wenn sie nicht in früheren Jahren durch ihre Leiber den Strom des Geistigen aufgenommen haben. Solche Dreiunddreißigjährigen - die den Strom aufgenommen haben - sollen die Jüngeren unterrichten, damit in der Jugend schon der Keim für das Begreifen des Mysteriums von Golgatha gelegt werde. Und was diejenigen betrifft, die vor dem dreiunddreißigsten Jahre sterben werden, für diese wird auch gesorgt werden. Wenn dieses sich nicht erfüllen sollte, dann würden auf der Erde seelenlose Leiber herumgehen, die nur mit einem automatischen Verstände arbeiten können. Während der Kriegskatastrophe haben sich schon seelenlose Menschen gezeigt, und es werden immer mehr kommen, wenn nicht der Geist aufgenommen wird, der jetzt herunterdrängt. Diese seelenlosen Menschen sind eine willkommene Beute für dämonische Wesen, die diesen automatisch wirkenden Verstand für ihre Ziele anwenden werden. - Wenn nicht eine kleine Anzahl Menschen sich durchdringen läßt von der Bedeutung des Furchtbaren, das jetzt gesagt worden ist, wenn nicht der nötige Ernst aufgebracht werden kann, dann ist die weitere Entwicklung der Menschheit unmöglich."
    Rudolf Steiner, GA 266_3, 09.Februar 1920, S.355

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  94. Liebe AUI,

    „Was genau ist bitte ein Anthroposoph? Der Begriff erschliesst sich mir nicht. Kann man das festnageln?“

    ja, man kann…:):):)

    1. Anthroposophie ist ein Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zum Geistigen im Weltenall führen möchte. Sie tritt im Menschen als Herzens- und Gefühlsbedürfnis auf. Sie muß ihre Rechtfertigung dadurch finden, daß sie diesem Bedürfnisse Befriedigung gewähren kann. Anerkennen kann Anthroposophie nur derjenige, der in ihr findet, was er aus seinem Gemüte heraus suchen muß.
    Anthroposophen können daher nur Menschen sein, die gewisse Fragen über das Wesen des Menschen und die Welt so als Lebensnotwendigkeit empfinden, wie man Hunger und Durst empfindet.

    Aus „Anthroposophische Leitsätze“

    Herzliche Grüße aus Hamburg

    Belinda

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    1. Wenn ich mit Sinn, die nationalistisch gestimmten bedeutenden Geister des 19/20. Jahrunderts verstehend umgreifen will, benötige ich ein breiteres Betrachtungs - und Beurteilungsumfeld


      Man könnte zum Beispiel , um Massimo Scaligero zu erfassen, zusätzlich Martin Heidegger und Moses Hess in die Perspektive einbeziehen , deren Äußerungen und wiederum deren diesbezügliche nachträgliche Entwicklungen/Auswirkungen

      Als nichtreligiöser Denker stand Hess vor dem Problem, wie er das „Wesen“ der jüdischen Nation unabhängig von wandelbaren subjektiven Auffassungen wie Religion und Nationalismus fassen sollte. Dem Geist seiner Zeit folgend versuchte er dies mit der „modernen“ Kategorie der „Rasse“, die eine unverbrüchliche „objektive" – quasi naturwissenschaftlich abgesicherte – Grundlage des nachreligiösen Judentums bilden sollte. Im Unterschied zu den im Bestehen begriffenen sonstigen Rassentheorien ging es jedoch nicht um höher- und minderwertige Rassen, sondern um die Selbstbehauptung einer Minderheit, die sich als „Rasse“ ihrer unverlierbaren Identität bewusst werden und sich zwischen den anderen „Rassen“ behaupten soll.

      Er unterschied hierbei zwischen „jüdischer“ und „germanischer Rasse“ und hielt einen Rassenekampf für unvermeidlich. Hierbei trennte er in seiner Terminologie jedoch nicht konsequent zwischen „Rasse“ und „Nation“.



      Die Kapitulation der "deutschen Rassisten" liegt offen vor Augen ist Geschichte, in den Auswirkungen des jüdischen Rassismus sind wir noch mitten drin und wissen noch nicht, wie das ausgehen wird.


      Jüdische Autoren wie Zuckermann und Shahak beschreiben der anktuellen Status als verheerend.

      Der renommierte israelische Schriftsteller (irakischer Provenienz) Sami Michael sagte jüngst auf einer Konferenz der Universität Haifa, die israelische Kultur sei nicht weniger vergiftet als die extremistischen Strömungen im Islam, mithin den in Israel herrschenden ethnischen Rassismus und die israelische Linke, »die die rassistische Politik (…) fortgesetzt hat und zur elitistischen Sekte in der israelischen Gesellschaft« verkommen sei", verurteilte, zudem noch hinzufügte, Israel könne mit Recht als »rassistischster Staat in der entwickelten Welt« gelten,



      Massimo Scaligero hat seine Jugenauffasungen bereut und korrigiert, obwohl Italiener, tat er dies nicht mit jesuitisch - römischen Bußspektakel, sondern erkenntnistheoretisch - nachhaltig.


      Ich weise nur auf einen Passus seines Werkes "La Luce" von 1964. Daraus ein entscheidender Satz:


      " Wer seinen animalischen Grund - das, was er durch seine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Rasse ist - ganz zum Schweigen bringen möchte, wer mehr als nur sein eigener psycho - physischer Organismus sein und sich der wahren Erfahrung des Geistes öffnen will, muß sich vom Gehirn lösen, in dem das Leben des Bewusstseins in subtlier Weise wurzelt. Sonst läßt er zu, daß in die innere Erfahrung des Rassenmäßige hineinwirkt, das eigene Instinktwesen, die eigene Animalität: etwas, was sich auch in beglückenden, aber trügerischen Visionen vor ihn hinstellen kann"



      Das spricht für sich , wenn es für andere und zu anderen auch sprechen soll, müssen die bereit sein, das zu lesen, lesen zu können, also eigentlich fähig sein, das zu lesen. Das ist das Problem, daß man Rassist bleiben kann, indem und obwohl man ideologisch-rassistische Frühsünden bereut, oder anderer kritisert, aber diese Reue & Kritik nicht erkenntnismäßig - nachhaltig artikulieren kann.

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    2. Wenn ich mit Sinn, die nationalistisch gestimmten bedeutenden Geister des 19/20. Jahrunderts verstehend umgreifen will, benötige ich ein breiteres Betrachtungs - und Beurteilungsumfeld


      Man könnte zum Beispiel , um Massimo Scaligero zu erfassen, zusätzlich Martin Heidegger und Moses Hess in die Perspektive einbeziehen , deren Äußerungen und wiederum deren diesbezügliche nachträgliche Entwicklungen/Auswirkungen

      Als nichtreligiöser Denker stand Hess vor dem Problem, wie er das „Wesen“ der jüdischen Nation unabhängig von wandelbaren subjektiven Auffassungen wie Religion und Nationalismus fassen sollte. Dem Geist seiner Zeit folgend versuchte er dies mit der „modernen“ Kategorie der „Rasse“, die eine unverbrüchliche „objektive" – quasi naturwissenschaftlich abgesicherte – Grundlage des nachreligiösen Judentums bilden sollte. Im Unterschied zu den im Bestehen begriffenen sonstigen Rassentheorien ging es jedoch nicht um höher- und minderwertige Rassen, sondern um die Selbstbehauptung einer Minderheit, die sich als „Rasse“ ihrer unverlierbaren Identität bewusst werden und sich zwischen den anderen „Rassen“ behaupten soll.

      Er unterschied hierbei zwischen „jüdischer“ und „germanischer Rasse“ und hielt einen Rassenekampf für unvermeidlich. Hierbei trennte er in seiner Terminologie jedoch nicht konsequent zwischen „Rasse“ und „Nation“.



      Die Kapitulation der "deutschen Rassisten" liegt offen vor Augen ist Geschichte, in den Auswirkungen des jüdischen Rassismus sind wir noch mitten drin und wissen noch nicht, wie das ausgehen wird.


      Jüdische Autoren wie Zuckermann und Shahak beschreiben der anktuellen Status als verheerend.

      Der renommierte israelische Schriftsteller (irakischer Provenienz) Sami Michael sagte jüngst auf einer Konferenz der Universität Haifa, die israelische Kultur sei nicht weniger vergiftet als die extremistischen Strömungen im Islam, mithin den in Israel herrschenden ethnischen Rassismus und die israelische Linke, »die die rassistische Politik (…) fortgesetzt hat und zur elitistischen Sekte in der israelischen Gesellschaft« verkommen sei", verurteilte, zudem noch hinzufügte, Israel könne mit Recht als »rassistischster Staat in der entwickelten Welt« gelten,



      Massimo Scaligero hat seine Jugenauffasungen bereut und korrigiert, obwohl Italiener, tat er dies nicht mit jesuitisch - römischen Bußspektakel, sondern erkenntnistheoretisch - nachhaltig.


      Ich weise nur auf einen Passus seines Werkes "La Luce" von 1964. Daraus ein entscheidender Satz:


      " Wer seinen animalischen Grund - das, was er durch seine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Rasse ist - ganz zum Schweigen bringen möchte, wer mehr als nur sein eigener psycho - physischer Organismus sein und sich der wahren Erfahrung des Geistes öffnen will, muß sich vom Gehirn lösen, in dem das Leben des Bewusstseins in subtlier Weise wurzelt. Sonst läßt er zu, daß in die innere Erfahrung des Rassenmäßige hineinwirkt, das eigene Instinktwesen, die eigene Animalität: etwas, was sich auch in beglückenden, aber trügerischen Visionen vor ihn hinstellen kann"



      Das spricht für sich , wenn es für andere und zu anderen auch sprechen soll, müssen die bereit sein, das zu lesen, lesen zu können, also eigentlich fähig sein, das zu lesen. Das ist das Problem, daß man Rassist bleiben kann, indem und obwohl man ideologisch-rassistische Frühsünden bereut, oder anderer kritisert, aber diese Reue & Kritik nicht erkenntnismäßig - nachhaltig artikulieren kann.


      Wolfgang Schumacher

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  95. Was Angar Martins mit Zander gemein hat: beide bringen eine Fülle von nicht widerlegbaren Tatsachen. Aber es kommt bei vielem drauf an, wie man die Dinge interpretiert und zusammenstellt. Und ob man eine "rein irdische" Wahrnehmung und Erkenntnis hat - oder ob man aus dem geistigen oder aus der geistigen Welt heraus beobachtet. Wenn man - wie Zander - (und so macht das auch A. Martins) vor den Toren der geistigen Welt stehen bleibt, dann ist es klar, daß seine Betrachtung der Anthroposophie in ein völlig falsches Licht gestellt wird. Deshalb würde ich auch das Buch von Ansgar Martins so betrachten: (Zitat von Valentin Tomberg):
    “Was ein solches intellektuelles Trugbild umso gefährlicher macht,
    ist die Tatsache, daß es im allgemeinen nicht einfach eine Lüge oder
    eine reine Illusion ist. Es ist eine Mischung von Wahrheit und Lüge auf
    unentwirrbare Art. Dabei dient das Wahre dazu, das Falsche zu stützen,
    und das Falsche scheint dem Wahren einen neuen Glanz zu verleihen. Es
    ist also eine Luftspiegelung, ein Trugbild und nicht einfach eine Lüge.
    die leichter erkennbar wäre. Und da es sich um eine Verschmelzung von
    Wahrem und Falschem handelt, erscheint das Wahre im Lichte des Falschen.
    Ideen, die in sich selbst wahr sind, enthalten dabei infolge ihrer
    Verbindung mit falschen Ideen eine entstellte Bedeutung. Es ist ein aus
    Wahrem und Falschem gesponnenes Gewebe, das sich der benebelten Seele
    ermächtigt.” (Valentin Tomberg)

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