Michael Mentzel, der in der anthroposophischen Szene ausgezeichnet vernetzt ist, schreibt in "Themen der Zeit" über die bittere Trennung des Archivs der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung von Walter Kugler und Vera Koppehel- "Trennung" ist dabei ein euphemistischer Begriff, da es sich um einen Herauswurf der innovativsten Mitarbeiter handelt, die beispiellose, international beachtete Projekte auf die Beine gestellt hatten- nicht zuletzt die Ausstellungen der Tafelzeichnungen Rudolf Steiners und des Rudolf-Steiner-Zugs durch halb Europa:
"Insbesondere im Zusammenhang mit den von der Öffentlichkeit und den Medien vielbeachteten Ausstellungen und Aktionen zum 150. Geburtstag Steiners war Walter Kugler - oft gemeinsam mit Vera Koppehel - immer wieder Ansprechpartner bei Fragen zur und über die Anthroposophie und Rudolf Steiner. Mit Walter Kugler verlässt eine Persönlichkeit das Archiv der Nachlassverwaltung, dessen Integrität bis heute unbestritten ist, und nach wie vor ist in der anthroposophischen Szene Unverständnis und auch ein gewisser Unmut darüber zu verspüren, wie die Leitung des Nachlassvereins in den vergangenen Monaten mit einigen seiner Mitarbeiter umgegangen ist."
Anlass zu dem Artikel und den damit verbundenen Recherchen war eine "Medienerklärung" der Nachlassverwaltung, in der sie sich gegen den Unmut und allerlei Spekulationen zur Wehr setzen wollte- allerdings nur halbherzig: "Mit Unterstützung durch die Mitgliederversammlung der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung gibt der Vorstand keine näheren Einzelheiten zu Personalveränderungen bekannt und verfasst zu personalpolitischen Spekulationen von anderer Seite weder Kommentare noch Gegendarstellungen."
Stephan Stockmar hatte schon Ende letzten Jahres in Die Drei deutlich Stellung zu den Vorgängen bezogen und dabei von "Machtkampf" gesprochen. Dabei deutete er auch den Spagat an, den Kugler, Koppehel und mit ihnen verbundene Menschen zwischen Archivarbeit und innovativen künstlerischen Projekten gewagt hatten; offenbar ist ihnen gerade der langjährige Erfolg zum Verhängnis geworden. Die Erklärung der Nachlassverwaltung lässt ahnen, dass es mit den Initiativen und der Selbständigkeit, der Publicity und den Podiumsdiskussionen nun vorbei sein soll- eine Selbstdemontage und Blamage ohnegleichen. In solcher Situation derart vernebelnd auf die angeblichen "personalpolitischen Spekulationen" zu reagieren, ist von Seiten des Vorstands der Nachlassverwaltung schon ausgesprochen arrogant. Die Empörung der Mitglieder und Freunde, die von den Vorgängen wissen, spricht für sich.
Freitag, 30. März 2012
OM C. Parkin: Erleuchtung ohne alles
Nun habe ich ein ganzes Stück und einige weitere Fragmente von OM C. Parkins "Die Geburt des Löwen" gelesen, aber jetzt geht es nicht mehr, jedenfalls nicht am Stück. Bis Seite 64 erzählt Parkin in aller Offenheit die Geschichte einer schweren Krise - vor allem in psychischer und depressiver Ausprägung-, eines Autounfalls und einer Suchbewegung. Dabei ist vieles anregend und interessant- ähnliche Erfahrungen haben sicher Viele gemacht, die sich je mit spirituellen Problemen beschäftigt haben.
Leider findet Parkin in der Folge aber einen indischen Guru, der in den 90ern das Auffangbecken für frustrierte Osho- Anhänger geworden war und allen Erleuchtung versprach, und danach geht die Suchbewegung über in das Finden eines All-Eins, das vor allem durch Beziehungslosigkeit gekennzeichnet ist. Die Menschen um ihn herum empfindet er - ebenso wie sich selbst- als schattenhaft, als reine Scheinexistenzen. Das "Brennen im Nichts", das er erlebt, erlaubt keine Wärme mehr außer zu den verehrten Guru- Persönlichkeiten. Die Details von Umgebung und menschlichen Schicksalen entfallen ihm ebenso wie die Liebe zu den Fragen, die Menschen bewegen, zu den Gefechten, die sie austragen, zur Natur, die sie und ihn umgeben. Es gibt nun auch keine Informationen mehr zur Lebenspraxis, die ihn bis dahin doch umgetrieben hat; z.B. die Frage, woher der Unterhalt für das tägliche Leben herkommen soll. Irgendwoher wird es kommen, ebenso das Brot, die Butter und die Fahrkarte, die Schuhe und die Kosten für den Schornsteinfeger. Das Buch wird immer mehr zu purem Papier, zu etwas, was mit der umgebenden Welt nichts mehr zu tun haben will, aber eben deshalb immer bleierner wird.
In Parkins Erleuchtetheit treibt ihn von nun an ein ununterbrochener Monolog über Fragen der Schuld an- eine existentielle Schuld, jemand zu sein. Da in diesem Satsang Glück und Unglück, Leben oder Nichtleben, Ich oder Du scheinbar überwunden sind, gibt sich Parkins dem einsamen Monolog eines mittelalterlichen Bußpredigers hin, der sich des biblischen Sündenfalls schuldig gemacht hat. In seinem Konzept vom Sein, das nichts mehr mit Konzept und nichts mehr mit dem Sein zu tun haben will, gibt es allerdings auch keinen Gott mehr. Auf dem Weg bis in diese einsame Eisprinzessinnen- Attitüde, die sich als tiefe Erleuchtung gibt, ist natürlich keine Rede mehr von dem, was ihn an Problemen bis dahin umgetrieben hat- Dämonen, Ängste, Depressionen, ja, Visionen von schwarzmagischen Exerzitien. Ein, möchte man als Betrachter sagen, hoch-neurotisches Bedingungsfeld. Die Eisprinzessin entzieht sich diesen Bedrängnissen. Wie es nicht selten der Fall zu sein scheint, wird die Rolle des predigenden Gurus, die Parkin nun selbst einnimmt, zum Ausweg aus den Kümmernissen der täglichen Existenz. Immer wieder beklagt er das christliche Umfeld, die Kultur, in der er aufgewachsen ist. Aber er ist es, der ständig von "Urschuld" und "Ursünde" predigt. Die Attitüde des Unberührbaren ist die eines Menschen, der sich der Liebe entzieht, dem Konkreten, dem Bezogenen, um damit auch die quälende eigene Unausgeglichenheit wegzuwischen. Wird er in seinen Retreats mit Schülern mit kritischen Fragen konfrontiert, wird er pampig und apodiktisch: "Ein wahrer Lehrer lehrt nichts. Punkt." Und erzählt wieder seltsam empfindungslose Zengeschichten von Menschen, deren Frau und Kinder sterben und die danach von ihrem Guru belehrt werden, dass das eben alles Illusion gewesen sei.
Ich für meinen Teil kann auf eine solche Art von Positionierung, die sich per Deklaration zur eisigen Beziehungslosigkeit verklärt, gern verzichten. Parkin vermeidet "eine Prägung in Zeit und Raum". Das Unkonkrete, geistig Unberührbare, das angeblich über jeder Moral, über jedem Gut und Böse steht, ist aber auch eine Entscheidung, ein Konzept. Es ist ein Rückzug in ein "No-Mind", bei dem einem fröstelt. Selbst die "Ausstrahlung von Liebe" bei manchen anderen Lehrern hält Parkin für den Ausdruck von deren Blindheit und Festhalten am "Ego". Wenn ihn ein Schüler fragt, wie er sich als Vater verhalten solle, antwortet er: "Die radikale Aussage, die ich treffe, ist: In Wahrheit braucht das Kind keinen "Vater" und keine "Mutter", die das Kind "erziehen". Was bedeuten Erziehungskonzepte? (..) Das Kind ist selbst immer in Beziehung zum göttlichen Selbst, und diese Beziehung wird nie unterbrochen." Abgesehen davon, dass ihm nun doch wieder Götter unterlaufen, die er vorher geleugnet hat, wird dieses Kind, das nicht in seine Beziehung zu den Eltern und seine angebliche Rolle als Kind kommen soll, später entweder selbst unberührbar werden oder dringend einer Therapie bedürfen. In meinen Augen sollte man um Parkin einen Bogen machen, wenn man nicht einen Drang zu sich selbst widersprechenden kalten Konzepten, einer abstrakten Bußprediger- Attitüde und einem neurotischen Guru- Komplex hat.
Leider findet Parkin in der Folge aber einen indischen Guru, der in den 90ern das Auffangbecken für frustrierte Osho- Anhänger geworden war und allen Erleuchtung versprach, und danach geht die Suchbewegung über in das Finden eines All-Eins, das vor allem durch Beziehungslosigkeit gekennzeichnet ist. Die Menschen um ihn herum empfindet er - ebenso wie sich selbst- als schattenhaft, als reine Scheinexistenzen. Das "Brennen im Nichts", das er erlebt, erlaubt keine Wärme mehr außer zu den verehrten Guru- Persönlichkeiten. Die Details von Umgebung und menschlichen Schicksalen entfallen ihm ebenso wie die Liebe zu den Fragen, die Menschen bewegen, zu den Gefechten, die sie austragen, zur Natur, die sie und ihn umgeben. Es gibt nun auch keine Informationen mehr zur Lebenspraxis, die ihn bis dahin doch umgetrieben hat; z.B. die Frage, woher der Unterhalt für das tägliche Leben herkommen soll. Irgendwoher wird es kommen, ebenso das Brot, die Butter und die Fahrkarte, die Schuhe und die Kosten für den Schornsteinfeger. Das Buch wird immer mehr zu purem Papier, zu etwas, was mit der umgebenden Welt nichts mehr zu tun haben will, aber eben deshalb immer bleierner wird.
In Parkins Erleuchtetheit treibt ihn von nun an ein ununterbrochener Monolog über Fragen der Schuld an- eine existentielle Schuld, jemand zu sein. Da in diesem Satsang Glück und Unglück, Leben oder Nichtleben, Ich oder Du scheinbar überwunden sind, gibt sich Parkins dem einsamen Monolog eines mittelalterlichen Bußpredigers hin, der sich des biblischen Sündenfalls schuldig gemacht hat. In seinem Konzept vom Sein, das nichts mehr mit Konzept und nichts mehr mit dem Sein zu tun haben will, gibt es allerdings auch keinen Gott mehr. Auf dem Weg bis in diese einsame Eisprinzessinnen- Attitüde, die sich als tiefe Erleuchtung gibt, ist natürlich keine Rede mehr von dem, was ihn an Problemen bis dahin umgetrieben hat- Dämonen, Ängste, Depressionen, ja, Visionen von schwarzmagischen Exerzitien. Ein, möchte man als Betrachter sagen, hoch-neurotisches Bedingungsfeld. Die Eisprinzessin entzieht sich diesen Bedrängnissen. Wie es nicht selten der Fall zu sein scheint, wird die Rolle des predigenden Gurus, die Parkin nun selbst einnimmt, zum Ausweg aus den Kümmernissen der täglichen Existenz. Immer wieder beklagt er das christliche Umfeld, die Kultur, in der er aufgewachsen ist. Aber er ist es, der ständig von "Urschuld" und "Ursünde" predigt. Die Attitüde des Unberührbaren ist die eines Menschen, der sich der Liebe entzieht, dem Konkreten, dem Bezogenen, um damit auch die quälende eigene Unausgeglichenheit wegzuwischen. Wird er in seinen Retreats mit Schülern mit kritischen Fragen konfrontiert, wird er pampig und apodiktisch: "Ein wahrer Lehrer lehrt nichts. Punkt." Und erzählt wieder seltsam empfindungslose Zengeschichten von Menschen, deren Frau und Kinder sterben und die danach von ihrem Guru belehrt werden, dass das eben alles Illusion gewesen sei.
Ich für meinen Teil kann auf eine solche Art von Positionierung, die sich per Deklaration zur eisigen Beziehungslosigkeit verklärt, gern verzichten. Parkin vermeidet "eine Prägung in Zeit und Raum". Das Unkonkrete, geistig Unberührbare, das angeblich über jeder Moral, über jedem Gut und Böse steht, ist aber auch eine Entscheidung, ein Konzept. Es ist ein Rückzug in ein "No-Mind", bei dem einem fröstelt. Selbst die "Ausstrahlung von Liebe" bei manchen anderen Lehrern hält Parkin für den Ausdruck von deren Blindheit und Festhalten am "Ego". Wenn ihn ein Schüler fragt, wie er sich als Vater verhalten solle, antwortet er: "Die radikale Aussage, die ich treffe, ist: In Wahrheit braucht das Kind keinen "Vater" und keine "Mutter", die das Kind "erziehen". Was bedeuten Erziehungskonzepte? (..) Das Kind ist selbst immer in Beziehung zum göttlichen Selbst, und diese Beziehung wird nie unterbrochen." Abgesehen davon, dass ihm nun doch wieder Götter unterlaufen, die er vorher geleugnet hat, wird dieses Kind, das nicht in seine Beziehung zu den Eltern und seine angebliche Rolle als Kind kommen soll, später entweder selbst unberührbar werden oder dringend einer Therapie bedürfen. In meinen Augen sollte man um Parkin einen Bogen machen, wenn man nicht einen Drang zu sich selbst widersprechenden kalten Konzepten, einer abstrakten Bußprediger- Attitüde und einem neurotischen Guru- Komplex hat.
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Windmap & anthroposophische Strömungsforschung
Auf der hier vorgestellten Seite wird in Echtzeit die aktuelle Strömung von Winden in den USA dargestellt. Auch diese Strömungen sind ein Produkt von berückender Schönheit, aber auch von dem, was als Lebendiges in allen Naturformen wieder zu finden ist. Natürlich denkt man an das anthroposophische Institut für Strömungswissenschaften (Schwenk und Mitarbeiter in Herrischried), das sich vor allem der Aufgabe verschrieben hat, "Wasser verstehen zu lernen". Praktisch gesehen, ist mit diesen Forschungen und Visualisierungen die Idee verbunden, Wasser, Seen, Flüsse und Bäche zu renaturieren, aber letztendlich auch Lebensmittel mit renaturiertem Wasser vital wachsen zu lassen.
Hier ein "Standbild" der Windströme:
Hier ein "Standbild" der Windströme:
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Montag, 26. März 2012
Kochbücher
"Wenn Sie ein anthroposophisches Buch lesen, meinetwillen sogar wenn Sie einen Zyklus lesen, und Sie lesen ihn so, daß Ihr Lesen gleicht dem Lesen eines andern Buches, daß Ihr Lesen so abstrakt vor sich geht wie das Lesen eines andern Buches, dann haben Sie eigentlich gar nicht nötig, anthroposophische Literatur zu lesen. Da rate ich lieber, lesen Sie Kochbücher oder technische Lehrbücher oder dergleichen, denn das ist dann nützlicher, oder eine Anleitung, wie man am besten Geschäfte macht."
Rudolf Steiner, Die Anthroposophie und das menschliche Gemüt , Vier Vorträge
Wien, 27. September bis 1. Oktober 1923
—-- Artikel wurde auf meinem iPad erstellt
Rudolf Steiner, Die Anthroposophie und das menschliche Gemüt , Vier Vorträge
Wien, 27. September bis 1. Oktober 1923
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Im Traumbaum
Von Sternstaub genährt, von Licht geformt- ein Abdruck dessen, was uns im weitesten Sinn umgibt. Wir hinterlassen die Spur im Sternenstaub - eine Schrift, in der nur wir selbst uns ausdrücken, für jeden lesbar, aber unverwechselbar. Wir drücken das weiteste Rund in uns aus - vielleicht den Rand einer Galaxie-, aber wir schreiben uns zugleich bis in die DNS selbst hinein in diese unsere Leiblichkeit. Wir waren auf einem Auge blind, vielleicht beschäftigte uns ein rotierender Zwillingsstern, vielleicht lenkte uns der Mutterkuchen eines Sternennebels ab; wir waren nicht auf der Hut. Hier, an diesem Punkt war immer unsere Schwachstelle. Und im Untergrund strömen die drängenden Strukturen unseres Erbes- der ewigen Schwächen, die eine Familie durchziehen.
Von Sternenstaub genährt, von Licht geformt- ein Produkt, ein Resultat, eine Persönlichkeit. Selbstreflektiert nur im oberen Geschoss, in dem die Fenster weit offen sind und die klare Frühlingssonne herein scheint. In den Keller, in dem vielleicht in den losen Untergrund getriebene Stelzen und Stämme das ganze Gebäude halten, dringt kein Blick. Man konzentriert sich lieber auf die äußere Fassade, stellt Blumenkästen in die Fenster und frischt den Vorgarten auf.
Manche sagen, für eine Exkursion in den Keller bräuchte man ausgesuchte Experten. Aber wer würde sich besser auskennen in diesem windschiefen Haus als ich selbst, der Bewohner?
Von Sternenstaub genährt, von Licht geformt, eingesperrt in dieses Haus, auf diesem Grundstück, in dieser Gegend- ein Heim, das mir Halt gibt, obwohl es einem strengen Sturm vielleicht nicht stand hielte. Hier bin ich, und dort ist alles andere.
Als die Knospen ausschlagen, klettere ich im Garten auf den alten Nussbaum, in dem die Eichhörnchen überwintert haben. Von hier oben hat man einen weiten Blick. Hausdach reiht sich an Hausdach, eine endlose Reihe in jeder Richtung. Träumend steige ich höher, ein funkelndes Etwas im dunkelnden Blau. Ein Lichtermeer geht an- eines dort am Boden, verteilt über einen nächtlichen Kontinent, und eines über mir. Es fühlt sich an, als sei mein Brustraum geweitet, als zögen hohe Winde hindurch, als schiene der Mond in meiner Achsel, und Jupiter stünde mir mitten auf der Stirn. Es wird kalt- Zeit, herab zu steigen und den Ofen zu entzünden. Die Nacht ist kurz, im Osten flammt die Sonne allmählich auf. Ich bin im Haus, aber ich fühle mich nicht mehr allein.
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Eckhart Tolle: Sich selbst finden
Eckhart Tolle verwirklicht das, was man ohne Umschweife auch Geistselbst nennen kann, ist gleichzeitig Vor- Läufer für wirklich relevante Zwänge unseres Lebens.
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Cedric Parkin: Die große Stille
Große Stille, kleine Stille- schön und gut, das fand ich authentisch und es entspricht eigenen Erfahrungen. Die Struktur von Parkins selbst gegründeter "Mysterienschule" ist aber in archaischer Art autoritär- das alte Schema des "Meister"- Verhältnisses zu Schülern, gekrönt von einem Ring, den Schüler bei ihm tragen müssen. Ansonsten wird westliche und östliche Mystik mit allerlei gemixt, in einer Sprache, die ganz konventionell daher kommt. Hat mich auf den ersten Blick angesprochen, aber wenn man Parkin liest, geht jegliche Inspiration schnell verloren. Er wirkt als Person stark, aber Stärke ist nicht alles, wenn die Strukturen vorsintflutlich sind. Das Übliche halt, was man heute an jeder Ecke angepriesen bekommt. Ich werde noch etwas von ihm lesen, bin aber nicht sehr optimistisch, doch noch auf etwas Originelles zu stoßen.
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Freitag, 23. März 2012
Donnerstag, 22. März 2012
Rudolf Steiner: Das Ei des Kolumbus oder: Der sinnlose Kampf gegen den Materialismus
»Und hat ein Anthroposoph Sinn dafür, so wird er überall bis in die intensivsten Impulse seines Willens hinein durch den theoretischen und praktischen Materialismus beirrt, zurückgestoßen. (...) Und daraus muss dann das allgemeine Gefühl entstehen: Wie beweise ich theoretisch und praktisch dem Materialismus seine Falschheit? - Und das ist ja der Drang, der nun in sehr vielen Anthroposophengemütern ist, irgendwie dem Materialismus die Falschheit zu beweisen. Das ist das Lebensrätsel, das vielen von uns theoretisch und praktisch aufgegeben ist: Wie kommt man damit zurecht, dem Materialismus die Falschheit zu beweisen?
Der eine, der eine Schule durchgemacht hat, ein Gelehrter geworden ist - exempla sind in der Anthroposophischen Gesellschaft durchaus da -, fühlt, wenn er dann anthroposophisch aufgewacht ist, ungeheuer den Drang, den Materialismus zu widerlegen, den Materialismus zu bekämpfen, alles mögliche gegen den Materialismus zu sagen. Nun fängt er an, den Materialismus zu bekämpfen, zu widerlegen, glaubt vielleicht gerade dadurch, so recht in der Michaelischen Strömung drinnen zu sein.
Ja, meistens gelingt das schlecht, und man kann schon sagen: Diejenigen Dinge, die gesagt werden gegen den Materialismus, sie werden ja sehr häufig aus sehr gutem Willen heraus gesagt, aber sie gelingen eigentlich nicht; sie machen keinen Eindruck auf diejenigen, die eben Materialisten in theoretischer oder praktischer Beziehung sind. Warum das? Das ist gerade dasjenige, was Klarheit des Urteils verhindert.
Da steht nun der Anthroposoph und will, um nicht stecken zu bleiben mit seiner Initiative, Klarheit haben über das, was ihm an den Materialisten entgegentritt. Er will die Unrichtigkeit des Materialismus in allen Hintergründen finden, und er findet in der Regel nicht viel. Er glaubt, den Materialismus zu widerlegen - aber der steht immer wieder auf. Woher kommt das?
Jetzt kommt eben das, was, ich möchte sagen, das Ei des Kolumbus ist. Woher kommt das, meine lieben Freunde?
Sehen Sie, es kommt daher, dass der Materialismus eben wahr ist - was ich schon öfter gesagt habe -, dass der Materialismus nicht unrecht hat, sondern recht hat! Davon kommt es. Und der Anthroposoph sollte auf eine besondere Art lernen, dass der Materialismus recht hat. Er sollte es nämlich auf die Weise lernen: dass der Materialismus recht hat, aber nur für die physische Leiblichkeit gilt. Die anderen Menschen, die Materialisten sind, die kennen nur die physische Leiblichkeit, oder glauben sie wenigstens zu kennen. Das ist der Irrtum, nicht im Materialismus liegt der Irrtum. Wenn man auf materialistische Art Anatomie, Physiologie oder das praktische Leben kennenlernt, so lernt man die Wahrheit kennen, aber sie gilt nur für das Physische. Und dieses Geständnis muss ganz aus dem Innersten des Menschenwesens heraus gemacht werden: dass der Materialismus recht hat auf seinem Gebiete, und dass es gerade das Glänzende der neueren Zeit ist, das Richtige auf dem Gebiete des Materialismus gefunden zu haben. Aber die Sache hat eben ihre praktische Seite, ihre praktisch- karmische Seite.«
GA 237, Esoterische Betrachtungen Karmischer Zusammenhänge Band 3, S 155f
(Dank an Ingrid)
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Mittwoch, 21. März 2012
Filterbubble
"Sie kennen das Problem der Filterbubble und der sozialen Homophilie, diese Gefahr immer nur denjenigen zuzuhören, die einem ähnlich sind. Zum Glück sind das Verhaltensmuster, die man ändern kann. Wir müssen nur aufpassen, nicht in die Falle zu tappen, und dagegen ankämpfen." -
..meint der Internet- Experte Ethan Zuckerman in einem Gespräch in The European. Er meint damit nicht nur die Probleme, die Facebook und Twitter hervor rufen. Diese Netzwerke filtern ja die Informationen je nachdem, welche Follower und Friends man wählt und hat. Dabei kann eine Art selektive Selbstbezüglichkeit heraus kommen- man bewegt sich im ewig gleichen semantischen Umfeld, durch das man in Meinungen bestätigt und verstärkt wird. Wer zu sehr heraus fällt, wird aus dem Informationsstream schnell heraus geklickt und ausgeschlossen. Aber Zuckerman zielt darüber hinaus auch auf die kulturellen und sprachlichen Barrieren. Wir kommen nicht einmal auf die Idee, gezielt nach Bloggern in Burma und Somalia zu suchen, und befinden uns in radikalen Vorurteilen, wenn wir meinen, so etwas gäbe es gar nicht. Gerade Afrika ist in dieser Hinsicht ausgezeichnet vernetzt- selbst dort, wo es an Straßen, Wasserversorgung und sonstiger Infrastruktur mangelt.
Die soziale Homophilie ist natürlich ein Phänomen, das es auch schon vor der Informationsgesellschaft gegeben hat. Heute sind die Möglichkeiten einer globalen Informationskultur technisch vorhanden. Die Schere im Kopf, die das Zulassen von Meinungsvielfalt, von kultur- und sprachüberschreitenden Diskursen verhindert, haben wir uns selbst zuzuschreiben.
..meint der Internet- Experte Ethan Zuckerman in einem Gespräch in The European. Er meint damit nicht nur die Probleme, die Facebook und Twitter hervor rufen. Diese Netzwerke filtern ja die Informationen je nachdem, welche Follower und Friends man wählt und hat. Dabei kann eine Art selektive Selbstbezüglichkeit heraus kommen- man bewegt sich im ewig gleichen semantischen Umfeld, durch das man in Meinungen bestätigt und verstärkt wird. Wer zu sehr heraus fällt, wird aus dem Informationsstream schnell heraus geklickt und ausgeschlossen. Aber Zuckerman zielt darüber hinaus auch auf die kulturellen und sprachlichen Barrieren. Wir kommen nicht einmal auf die Idee, gezielt nach Bloggern in Burma und Somalia zu suchen, und befinden uns in radikalen Vorurteilen, wenn wir meinen, so etwas gäbe es gar nicht. Gerade Afrika ist in dieser Hinsicht ausgezeichnet vernetzt- selbst dort, wo es an Straßen, Wasserversorgung und sonstiger Infrastruktur mangelt.
Die soziale Homophilie ist natürlich ein Phänomen, das es auch schon vor der Informationsgesellschaft gegeben hat. Heute sind die Möglichkeiten einer globalen Informationskultur technisch vorhanden. Die Schere im Kopf, die das Zulassen von Meinungsvielfalt, von kultur- und sprachüberschreitenden Diskursen verhindert, haben wir uns selbst zuzuschreiben.
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Montag, 19. März 2012
Rudolf Steiners "Gegenwärtigkeit"
"Niemals wäre ich imstande, einen Vortrag wiederum in derselben Weise zu halten über dasselbe Thema. Jeder ist anders, weil ich es eigentlich nicht so durchmachen will, dass ich mir etwas merke (außer Anfang und Schluss), sondern dass in dem Momente, wo ich die Dinge ausspreche, sie sich wirklich auch gegenwärtig erzeugen. Also auch da kein Reflektieren auf dasjenige, was gedächtnismäßig bleiben kann."
Rudolf Steiner in Zitaten aus dem Gesamtwerk, die ausschließlich autobiografisch sind, zusammen gestellt von Urs Schwendener (*28.2.1939 +19.5.2010) .
Rudolf Steiner in Zitaten aus dem Gesamtwerk, die ausschließlich autobiografisch sind, zusammen gestellt von Urs Schwendener (*28.2.1939 +19.5.2010) .
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Eine Reise bis an den Rand des Kosmos
Dieser Beitrag vom American Museum of Natural History ist einer von vielen faszinierenden Ein- und Ausblicken, die man momentan bestaunen kann- manchmal visualisiert durch Reihungen von Fotos des Hubble- Teleskops (s.u.), manchmal, wie hier, durch Animation. Den Hubble- Film konnte ich bei Bekannten in HD auf einem exzellenten und extrem großen Fernseher betrachten- ein außergewöhnliches Vergnügen, eine atemberaubende Schönheit. Ich erlaube mir jetzt, mich dieser Tage etwas zu wiederholen und einige dieser exquisiten Filme von YouTube zu posten.
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Donnerstag, 15. März 2012
Solche & solche
Zweifellos, die gibt es, nicht nur im zwischenmenschlichen Umgang, sondern auch im aktiven Umgang mit Büchern: Solche und solche. Abgesehen von denen, die nur unterhalten oder belehren, ist mein Umgang gegliedert zwischen denen, die mir liegen, in denen ich gleich "drinnen" bin (aber auch schnell wieder draußen), und solchen, die mich Mühe kosten, dann aber gleich etwas anstossen, dass ich weiter denken möchte. Ich trage sie mit mir herum, ich gehe schwanger mit ihnen, sie treffen einen Punkt in mir. Dann gibt es solche, die ich ganz gut verstehe, die mich aber kalt lassen- es geht mich einfach nichts an. Es ist gut, es war vielleicht sogar informativ, aber nach ein, zwei Tagen habe ich keine Ahnung, in welchem Regal sie wohl stehen mögen. Dann gibt es solche, die mir etwas sagen, die etwas anstossen könnten, aber ich kriege sie begrifflich nie ganz genau zu fassen- sie sind Fische in meinen Händen, sie entwinden sich. Neue Anläufe, die neue Fragen ergeben. Ja, das ist etwas, aber was genau? Und wie ist dieser Begriff hier gemeint? So geht es mir mit Emmanuel Lévinas. Immer wieder wirft er mir etwas hin (momentan in: "Zwischen uns. Versuche über das Denken des Anderen"), etwas wie: "Das Antlitz, das mich ansieht, bestätigt mich."
Das ist zweifellos mein Thema, aber gleich darauf entgleitet mir der Fisch wieder, wenn Lévinas erklärt: "der numinale Glanz des Anderen macht allein das Aug-in-Aug möglich." Manchmal sind schwimmende Begriffe Anlass zum Anstoss, sie machen Platz für mich, ich kann in ihnen spazieren gehen und den Mond betrachten. Aber manchmal lassen schwimmende Begriffe einen auch in fischigem Nebel stehen, und man fragt sich, liegt es an mir, am Philosophen oder an der Übersetzerin?
Für Jelle van der Meulen, den stillen und tiefsinnigen anthroposophischen Blogger, ist Lévinas das Maß aller Dinge. Er schreibt:
"Und dann Emmanuel Lévinas, der sensitive Phänomenologe aus Paris, der Philosoph, dessen Wesen mit einer Birke im Frühling zu vergleichen ist: Alles zitterte in seinen Worten und Gesten, vibrierte innig und liebevoll, bewegte sich wie schüchterne Fingerspitzen zwischen einem Ich und einem Du. (Versuche dich mal in eine Birke im Frühling zu versetzen, und du wirst merken, wie Licht und Luft miteinander einen zarten Reigen tanzen. Na ja, über Lévinas zu schreiben, ohne nebenbei eine Liebeserklärung abzugeben, kriege ich nicht hin.)"
Vielleicht bin ich ja auch zu grob gestrickt. Ich bemühe mich. Das Zittern der Begriffe spüre ich, aber den "zarten Reigen" sehe ich noch nicht.
Das ist zweifellos mein Thema, aber gleich darauf entgleitet mir der Fisch wieder, wenn Lévinas erklärt: "der numinale Glanz des Anderen macht allein das Aug-in-Aug möglich." Manchmal sind schwimmende Begriffe Anlass zum Anstoss, sie machen Platz für mich, ich kann in ihnen spazieren gehen und den Mond betrachten. Aber manchmal lassen schwimmende Begriffe einen auch in fischigem Nebel stehen, und man fragt sich, liegt es an mir, am Philosophen oder an der Übersetzerin?
Für Jelle van der Meulen, den stillen und tiefsinnigen anthroposophischen Blogger, ist Lévinas das Maß aller Dinge. Er schreibt:
"Und dann Emmanuel Lévinas, der sensitive Phänomenologe aus Paris, der Philosoph, dessen Wesen mit einer Birke im Frühling zu vergleichen ist: Alles zitterte in seinen Worten und Gesten, vibrierte innig und liebevoll, bewegte sich wie schüchterne Fingerspitzen zwischen einem Ich und einem Du. (Versuche dich mal in eine Birke im Frühling zu versetzen, und du wirst merken, wie Licht und Luft miteinander einen zarten Reigen tanzen. Na ja, über Lévinas zu schreiben, ohne nebenbei eine Liebeserklärung abzugeben, kriege ich nicht hin.)"
Vielleicht bin ich ja auch zu grob gestrickt. Ich bemühe mich. Das Zittern der Begriffe spüre ich, aber den "zarten Reigen" sehe ich noch nicht.
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Freitag, 9. März 2012
Steiners "negative Energie"
In der heutigen Astronomie, in der es von dunkler Materie und schwarzen Löchern als Erklärungsmodellen nur so wimmelt, sind Rudolf Steiners Ausführungen zur Physik, die er in folgendem Text allerdings zunächst auf die menschliche Physis bezieht, nicht mehr besonders fantastisch:
"Über ätherische Saugkräfte sowie negative Energie sprach Steiner ausführlich während des zweiten naturwissenschaftlichen Kurses am 10.3.1920 in Stuttgart im Zusammenhang mit Wärmephänomenen. Dort wurde auf die Existenz von Saugwirkungen als dem Negativ der für die materielle Welt kennzeichnenden Druckwirkungen hingewiesen; als Fazit längerer Überlegungen zum physikalischen Wärmebegriff (...), sagte Steiner:
"Wir sind genötigt, durch die Kraft der Tatsachen selber, uns Menschen durchaus nicht materiell vorzustellen, sondern in uns Menschen vorauszusetzen etwas, was nicht nur keine Materie ist, sondern was in all seinen Wirkungen sich zu der Materie so verhält wie die Saugwirkung zur Druckwirkung. Und stellen Sie in Reinheit unser menschliches Wesens vor, so müssen Sie es sich vorstellen als dasjenige, was die Materie fortwährend vernichtet, aufsaugt. Dass die moderne Physik diesen Begriff gar nicht entwickelt, diesen Begriff der negativen Materie, die sich zu der äußeren Materie so verhält wie die Saugwirkung zu einer Druckwirkung, das ist das Unglück dieser modernen Physik." (GA 321, S. 161)"
Da der menschliche Ätherleib nach Steiner eine individuelle Abschnürung einer Umkreiskraft ist, ist die Analogie vielleicht nicht zu weit hergeholt: "Also von allen Seiten der Weltperipherie, des Umkreises, werden die Gesetze wirksam, wenn der menschliche Ätherleib gebildet wird." (GA 224, S. 94)
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Zitate aus: Peter Selg, Vom Logos menschlicher Physis Bd II, Dornach 2000, S. 464 ff
"Über ätherische Saugkräfte sowie negative Energie sprach Steiner ausführlich während des zweiten naturwissenschaftlichen Kurses am 10.3.1920 in Stuttgart im Zusammenhang mit Wärmephänomenen. Dort wurde auf die Existenz von Saugwirkungen als dem Negativ der für die materielle Welt kennzeichnenden Druckwirkungen hingewiesen; als Fazit längerer Überlegungen zum physikalischen Wärmebegriff (...), sagte Steiner:
"Wir sind genötigt, durch die Kraft der Tatsachen selber, uns Menschen durchaus nicht materiell vorzustellen, sondern in uns Menschen vorauszusetzen etwas, was nicht nur keine Materie ist, sondern was in all seinen Wirkungen sich zu der Materie so verhält wie die Saugwirkung zur Druckwirkung. Und stellen Sie in Reinheit unser menschliches Wesens vor, so müssen Sie es sich vorstellen als dasjenige, was die Materie fortwährend vernichtet, aufsaugt. Dass die moderne Physik diesen Begriff gar nicht entwickelt, diesen Begriff der negativen Materie, die sich zu der äußeren Materie so verhält wie die Saugwirkung zu einer Druckwirkung, das ist das Unglück dieser modernen Physik." (GA 321, S. 161)"
Da der menschliche Ätherleib nach Steiner eine individuelle Abschnürung einer Umkreiskraft ist, ist die Analogie vielleicht nicht zu weit hergeholt: "Also von allen Seiten der Weltperipherie, des Umkreises, werden die Gesetze wirksam, wenn der menschliche Ätherleib gebildet wird." (GA 224, S. 94)
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Zitate aus: Peter Selg, Vom Logos menschlicher Physis Bd II, Dornach 2000, S. 464 ff
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Paul Schatz und die "Randbedingungen einer spirituellen Technik"
Ein rund 30 Jahre altes Heft der Paul-Schatz-Vereinigung mit interessanten Perspektiven zwischen Windenergie, Kaaba- Würfel und der "synthetischen Geometrie. In jedem Fall eine Denkanregung.
"Das war die Frage, die ich an Dr. Rudolf Steiner stellte, ob es eine solche Energie gäbe, die man dann vom Goetheanum aus in die Welt tragen könnte als die Antwort, als ein Aufbauen, als eine Gegenantwort zu dem Abbauen. Dr. Rudolf Steiner wies darauf hin, dass diese Energien in gewissen Stoffumsetzungen im menschlichen Körper studiert werden können. Er wies darauf hin, dass diese Energie im allgemeinen das ist, was wir die ätherischen Bildekräfte, den Ätherleib, Wärmeäther, Lichtäther usw. nennen.
Ich beziehe mich nun nicht auf die Kurse und Vorträge, sondern auf die direkte Antwort auf diese problematische Frage. Es war mein Gedanke, die Frage, ob nicht durch eine Entdeckung und Anwendung solcher Energien es möglich wäre, eine soziale Technik und soziale Ordnung zu schaffen.
Die Antwort Dr. Rudolf Steiners war, dass er ein paar ganz einfache Experimente vorschlug, die ich dann für ihn durch führte und er aus deren Verlauf sagte, er habe durch die Experimente die Antwort der geistigen Welt bekommen und die Antwort war: es ist noch nicht an der Zeit, dass diese ätherische Energie bekanntgemacht und eingeführt werden kann. Ich war dann verpflichtet, über das ganze Gebiet absolutes Schweigen walten zu lassen und bin auch heute noch gemäss den Instruktionen Rudolf Steiners dazu verpflichtet.
Aber ich fragte dann: Was sind die Bedingungen, dass die geistige Welt zustimmt, dass die Kunde dieser neuen Energie erforscht, bekannt und eventuell angewandt werden kann? Da sagte Rudolf Steiner - und das ist der Grund, weshalb ich wenigstens diesen Teil der Antwort vorbringen möchte auch mit dem Gedanken, dass man das vielleicht ein anderes Mal noch mehr tun kann - eine Bedingung, damit diese Energie nicht missbraucht wird ist, dass eine soziale Ordnung im Sinne der Dreigliederungs- Idee aufgerichtet werden müsste. Wenigstens auf einem kleinen Gebiet auf der Erde müsste eine konsequente soziale Ordnung im Sinne des Geistigen durchgeführt sein. Es würde die geistige Welt nicht die Zustimmung geben, dass diese ätherischen Energien auch nur entdeckt würden- es sei denn, dass dies geschähe."
"Das war die Frage, die ich an Dr. Rudolf Steiner stellte, ob es eine solche Energie gäbe, die man dann vom Goetheanum aus in die Welt tragen könnte als die Antwort, als ein Aufbauen, als eine Gegenantwort zu dem Abbauen. Dr. Rudolf Steiner wies darauf hin, dass diese Energien in gewissen Stoffumsetzungen im menschlichen Körper studiert werden können. Er wies darauf hin, dass diese Energie im allgemeinen das ist, was wir die ätherischen Bildekräfte, den Ätherleib, Wärmeäther, Lichtäther usw. nennen.
Ich beziehe mich nun nicht auf die Kurse und Vorträge, sondern auf die direkte Antwort auf diese problematische Frage. Es war mein Gedanke, die Frage, ob nicht durch eine Entdeckung und Anwendung solcher Energien es möglich wäre, eine soziale Technik und soziale Ordnung zu schaffen.
Die Antwort Dr. Rudolf Steiners war, dass er ein paar ganz einfache Experimente vorschlug, die ich dann für ihn durch führte und er aus deren Verlauf sagte, er habe durch die Experimente die Antwort der geistigen Welt bekommen und die Antwort war: es ist noch nicht an der Zeit, dass diese ätherische Energie bekanntgemacht und eingeführt werden kann. Ich war dann verpflichtet, über das ganze Gebiet absolutes Schweigen walten zu lassen und bin auch heute noch gemäss den Instruktionen Rudolf Steiners dazu verpflichtet.
Aber ich fragte dann: Was sind die Bedingungen, dass die geistige Welt zustimmt, dass die Kunde dieser neuen Energie erforscht, bekannt und eventuell angewandt werden kann? Da sagte Rudolf Steiner - und das ist der Grund, weshalb ich wenigstens diesen Teil der Antwort vorbringen möchte auch mit dem Gedanken, dass man das vielleicht ein anderes Mal noch mehr tun kann - eine Bedingung, damit diese Energie nicht missbraucht wird ist, dass eine soziale Ordnung im Sinne der Dreigliederungs- Idee aufgerichtet werden müsste. Wenigstens auf einem kleinen Gebiet auf der Erde müsste eine konsequente soziale Ordnung im Sinne des Geistigen durchgeführt sein. Es würde die geistige Welt nicht die Zustimmung geben, dass diese ätherischen Energien auch nur entdeckt würden- es sei denn, dass dies geschähe."
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Donnerstag, 8. März 2012
Abschied von einem Bundespräsidenten- "The wizard of OZ"
So hat er es sich gewünscht- ein Träumer und begnadeter Schnäppchenjäger. Kitschig wie Bonbonpapierchen und vergünstigte Leasingverträge. Kitschig wie ein Sonnenuntergang auf Maschmeyers Terrasse mit Aussicht aufs Meer. Kitschig wie ein Hannoveraner Bingoabend, wenn im Hintergrund die Bundeswehrkapelle dröhnt. Geschmacklos wie dieser Mann eben als Politiker war. Ja, es war alles nur ein Traum:
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Mittwoch, 7. März 2012
Dienstag, 6. März 2012
Junko Althaus über die aktuelle Rassismus- Diskussion
In ihrem Blog "Die Philosophie der Freiheit" schreibt Juno Althaus im Beitrag "Die Reformation der Anthroposophie in der Herstellung Eines Menschheitsbewusstseins durch den Christus - Teil 1":
"Wo sehen wir konkret, dass dieser bedeutsame Einschlag der Wiederkunft Christi noch nicht zu Lebzeiten Steiners geschehen war und erst nach seinem Tod um die Mitte des 20. Jahrhunderts voll zu einer Wirklichkeit wurde?
Das sieht man z.B. in der Problematik, die öfters von der Aussenseite angesprochen wurde - der Umgang der Anthroposophen mit den Ausdrücken Steiners in Bezug auf die Rassen und Völker. Darin begegnen wir einem Problem, das noch auf eine wirkliche Heilung wartet. Es hilft allerdings nicht, wenn man Steiner als Rassist hinstellt. Bei ihm ist es kein Rassismus vorhanden, sondern er besass ein hierarchisches Denken, das mit einem Überlegenheitsgefühl gegenüber den bestimmten Völkern verbunden war. Es hat keinen Sinn Steiner Rassismus vorzuwerfen.
Aber es hilft auch nicht, wenn man sich verhält - so wie viele Anthroposophen - besonders in Dornach aber auch woanders genauso -, als ob ein solches Problem gar nicht vorhanden wäre und bloss sich und die Ausdrücke Steiners einseitig zu rechtfertigen. Damit werden die Menschen nie aufhören, das Problem anzusprechen, denn das Problem wird durch eine solche intellektuelle Rechtfertigung nie aufgelöst. Eine starre und einseitige Rechtfertigung führt die Menschen, die es tun, zu einer moralischen Gleichgültigkeit. So entfernt man sich von dem Impuls des ätherischen Christus. Man muss heute jedenfalls an die Problematik mancher Ausdrücke Steiners in entschiedener Klarheit herangehen."
"Wo sehen wir konkret, dass dieser bedeutsame Einschlag der Wiederkunft Christi noch nicht zu Lebzeiten Steiners geschehen war und erst nach seinem Tod um die Mitte des 20. Jahrhunderts voll zu einer Wirklichkeit wurde?
Das sieht man z.B. in der Problematik, die öfters von der Aussenseite angesprochen wurde - der Umgang der Anthroposophen mit den Ausdrücken Steiners in Bezug auf die Rassen und Völker. Darin begegnen wir einem Problem, das noch auf eine wirkliche Heilung wartet. Es hilft allerdings nicht, wenn man Steiner als Rassist hinstellt. Bei ihm ist es kein Rassismus vorhanden, sondern er besass ein hierarchisches Denken, das mit einem Überlegenheitsgefühl gegenüber den bestimmten Völkern verbunden war. Es hat keinen Sinn Steiner Rassismus vorzuwerfen.
Aber es hilft auch nicht, wenn man sich verhält - so wie viele Anthroposophen - besonders in Dornach aber auch woanders genauso -, als ob ein solches Problem gar nicht vorhanden wäre und bloss sich und die Ausdrücke Steiners einseitig zu rechtfertigen. Damit werden die Menschen nie aufhören, das Problem anzusprechen, denn das Problem wird durch eine solche intellektuelle Rechtfertigung nie aufgelöst. Eine starre und einseitige Rechtfertigung führt die Menschen, die es tun, zu einer moralischen Gleichgültigkeit. So entfernt man sich von dem Impuls des ätherischen Christus. Man muss heute jedenfalls an die Problematik mancher Ausdrücke Steiners in entschiedener Klarheit herangehen."
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Sonntag, 4. März 2012
Der träumende Doktor Steiner (Zustandsbeschreibung 2012)
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Freitag, 2. März 2012
Die anthroposophische Phrasendreschmaschine
In den "Mitteilungen aus der anthroposophischen Arbeit in Deutschland" lässt Andreas Neider unter "Ätherisches Erwachen?" auf der Frontseite wieder die anthroposophische Phrasendreschmaschine los. Es geht um eine Untersuchung (allerdings nur vage gestreift), die die Gedächtnisbildung im Schlaf bestätigt- ein allerdings schon älterer Hut der Hirnforschung; schon lange von Manfred Spitzer dokumentiert. Aber das Thema ist ja nur der Aufhänger für Andreas Neider, der im Anschluss wild zusammen assoziiert:
"Gleichzeitig wird heute sichtbar, dass der Bereich elektronischer Gedächtnisbildung durch digitale Speichermedien massiv im Vormarsch ist. Die Nutzung dieser Geräte erscheint mithin als Gegenbild ätherischer Gedächtniskräfte. Der mit ihrer Nutzung einhergehende Verlust ätherischer Kräfte führt
wiederum zu einer immer stärkeren Präsenz rein materialistischer Vorstellungen und Wünsche, wie sie durch die Medien erzeugt werden.
Besonders die junge Generation, die mit diesen Medien aufwächst, muss auf pädagogischem Gebiet daher zu einer Verstärkung von Willenskräften angeregt werden, damit ein Erwachen für die im Ätherischen wirksamen Kräfte erreicht werden kann. Nachlassendes Interesse der jüngeren Generation an Anthroposophie hat möglicherweise auch in diesen Zusammenhängen seine Ursache."
Die Analogie von digitalen Speichermedien und Gedächtnis kenne ich von Geschäftsleuten in den 80ern, die sich gerne an die Stirn klopften und dabei sprachen: Habe alles im Computer. Es ist eine Analogie, mehr nicht. Es gibt keine elektronische "Gedächtnisbildung". Speicher "bilden" nichts. Sie speichern. Der Mensch bildet dagegen schon. Er kontextualisiert die Dinge, die er später erinnern kann, bildet Zusammenhänge und hängt Assoziationen daran- auch vage Stimmungen und sogar Gerüche. Er unterdrückt auch Vieles, was er einfach auszusondern gezwungen ist, aus welchen Gründen auch immer.
Welche "Geräte" Neider wohl meint? Monitore, Mäuse und Tastaturen speichern allenfalls Fingerabdrücke. Die Verbindung zum "Ätherischen" besteht erst mal im Text nur darin, dass Neider sie behauptet und durch die Wahl des Fantasiebegriffs "elektronische Gedächtnisbildung" suggeriert. Die ebenso behauptete "Präsenz rein materialistischer Vorstellungen und Wünsche" belegt er natürlich auch nicht. Aber dafür passt diese Behauptung in die Erwartungshaltung mancher anthroposophischer Omis, die den Computer nur von den Enkeln kennen, und die ein vager Verdacht beschleicht, das sei deshalb ein Hort ahrimanischer Umtriebe, weil sie selbst nichts davon verstehen.
Dann, selbstverständlich, die Phrase vom "Erwachen". Die mögen alle gerne, selbst die Zeugen Jehovas, allerdings nicht in Zusammenhang mit "Ätherischem". Ansonsten erscheinen die Unterschiede marginal. Das "nachlassende Interesse der jüngeren Generation an Anthroposophie"wird nun auch noch an die Kette von Mutmassungen und Suggestionen heran gehängt. So hat man eine Erklärung für die Verkalkung der Anthroposophischen Gesellschaft, und die Schuldfrage ist auch geklärt: Die Jungen sind es selber schuld. Wir stehen hier, wir Anthroposophen, haben Phrasenberge bis zum Horizont, und die wollen sie nicht mit uns teilen! Das Weltbild fest geschnürt, stehen wir und warten, bis wir ausgestorben sind. Sich selber bewegen? Die Medien nutzen?
Jein. Immerhin steht der Artikel im verfemten Internet.
"Gleichzeitig wird heute sichtbar, dass der Bereich elektronischer Gedächtnisbildung durch digitale Speichermedien massiv im Vormarsch ist. Die Nutzung dieser Geräte erscheint mithin als Gegenbild ätherischer Gedächtniskräfte. Der mit ihrer Nutzung einhergehende Verlust ätherischer Kräfte führt
wiederum zu einer immer stärkeren Präsenz rein materialistischer Vorstellungen und Wünsche, wie sie durch die Medien erzeugt werden.
Besonders die junge Generation, die mit diesen Medien aufwächst, muss auf pädagogischem Gebiet daher zu einer Verstärkung von Willenskräften angeregt werden, damit ein Erwachen für die im Ätherischen wirksamen Kräfte erreicht werden kann. Nachlassendes Interesse der jüngeren Generation an Anthroposophie hat möglicherweise auch in diesen Zusammenhängen seine Ursache."
Die Analogie von digitalen Speichermedien und Gedächtnis kenne ich von Geschäftsleuten in den 80ern, die sich gerne an die Stirn klopften und dabei sprachen: Habe alles im Computer. Es ist eine Analogie, mehr nicht. Es gibt keine elektronische "Gedächtnisbildung". Speicher "bilden" nichts. Sie speichern. Der Mensch bildet dagegen schon. Er kontextualisiert die Dinge, die er später erinnern kann, bildet Zusammenhänge und hängt Assoziationen daran- auch vage Stimmungen und sogar Gerüche. Er unterdrückt auch Vieles, was er einfach auszusondern gezwungen ist, aus welchen Gründen auch immer.
Welche "Geräte" Neider wohl meint? Monitore, Mäuse und Tastaturen speichern allenfalls Fingerabdrücke. Die Verbindung zum "Ätherischen" besteht erst mal im Text nur darin, dass Neider sie behauptet und durch die Wahl des Fantasiebegriffs "elektronische Gedächtnisbildung" suggeriert. Die ebenso behauptete "Präsenz rein materialistischer Vorstellungen und Wünsche" belegt er natürlich auch nicht. Aber dafür passt diese Behauptung in die Erwartungshaltung mancher anthroposophischer Omis, die den Computer nur von den Enkeln kennen, und die ein vager Verdacht beschleicht, das sei deshalb ein Hort ahrimanischer Umtriebe, weil sie selbst nichts davon verstehen.
Dann, selbstverständlich, die Phrase vom "Erwachen". Die mögen alle gerne, selbst die Zeugen Jehovas, allerdings nicht in Zusammenhang mit "Ätherischem". Ansonsten erscheinen die Unterschiede marginal. Das "nachlassende Interesse der jüngeren Generation an Anthroposophie"wird nun auch noch an die Kette von Mutmassungen und Suggestionen heran gehängt. So hat man eine Erklärung für die Verkalkung der Anthroposophischen Gesellschaft, und die Schuldfrage ist auch geklärt: Die Jungen sind es selber schuld. Wir stehen hier, wir Anthroposophen, haben Phrasenberge bis zum Horizont, und die wollen sie nicht mit uns teilen! Das Weltbild fest geschnürt, stehen wir und warten, bis wir ausgestorben sind. Sich selber bewegen? Die Medien nutzen?
Jein. Immerhin steht der Artikel im verfemten Internet.
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Donnerstag, 1. März 2012
Jens Heisterkamp zum "Faschismusalarm" Lichtes
Auch Jens Heisterkamp nimmt in einem Beitrag bei Info3 zum Artikel von Andreas Lichte bei den Ruhrbaronen (und weiteren) und der ausführlichen Stellungnahme dazu von Ansgar Martins Stellung:
"Wieder mal: Andreas Lichte bläst zum Faschismus-Alarm".
Ich erlaube mir, den letzten Teil, der mich selbst betrifft, zu zitieren:
"Ins leicht Perfide geht es dann bei Lichte, wenn er in seinem Text ausgerechnet dem anthroposophischen Blogger Michael Eggert vorwirft, er verleugne die rassistische Seite Scaligeros. Vielmehr war Eggert im deutschsprachigen Raum nachweisbar der erste, der selbst auf den Rassismus bei Scaligero aufmerksam machte und seine Plattform für die Kritik des deutsch-amerikanischen Historikers Peter Staudenmaier an Scaligeros Rassismus anbot – jetzt behauptet Lichte entgegen offensichtlichen Tatsachen, Eggert habe das „ignoriert“. Dass auf Eggerts anthroposophischer Website bereits Monate zuvor jene Fakten Staudenmaiers zu Scaligero präsentiert wurde, aus denen er sich nun selbst bedient – das würde zu Lichtes Konzept von der anthro-faschistischen Verschwörung auch gar nicht gut passen…
Bei allen Vorbehalten kann man den Ruhrbaronen und Andreas Lichte für eines dankbar sein: Sie schärfen das Bewusstsein dafür, dass sich Anthroposophen heute kritisch mit manchen Schatten in ihrem Erbe auseinandersetzen müssen. Genau das funktioniert aber nicht ohne das „leidige Differenzieren“, zu dem Ansgar Martins beide Seiten, sowohl Anthroposophen wie ihre Kritiker bzw. Gegner, augenzwinkernd ermahnt."
"Wieder mal: Andreas Lichte bläst zum Faschismus-Alarm".
Ich erlaube mir, den letzten Teil, der mich selbst betrifft, zu zitieren:
"Ins leicht Perfide geht es dann bei Lichte, wenn er in seinem Text ausgerechnet dem anthroposophischen Blogger Michael Eggert vorwirft, er verleugne die rassistische Seite Scaligeros. Vielmehr war Eggert im deutschsprachigen Raum nachweisbar der erste, der selbst auf den Rassismus bei Scaligero aufmerksam machte und seine Plattform für die Kritik des deutsch-amerikanischen Historikers Peter Staudenmaier an Scaligeros Rassismus anbot – jetzt behauptet Lichte entgegen offensichtlichen Tatsachen, Eggert habe das „ignoriert“. Dass auf Eggerts anthroposophischer Website bereits Monate zuvor jene Fakten Staudenmaiers zu Scaligero präsentiert wurde, aus denen er sich nun selbst bedient – das würde zu Lichtes Konzept von der anthro-faschistischen Verschwörung auch gar nicht gut passen…
Bei allen Vorbehalten kann man den Ruhrbaronen und Andreas Lichte für eines dankbar sein: Sie schärfen das Bewusstsein dafür, dass sich Anthroposophen heute kritisch mit manchen Schatten in ihrem Erbe auseinandersetzen müssen. Genau das funktioniert aber nicht ohne das „leidige Differenzieren“, zu dem Ansgar Martins beide Seiten, sowohl Anthroposophen wie ihre Kritiker bzw. Gegner, augenzwinkernd ermahnt."
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