Endstation Dornach

Ja, endlich ist "Endstation Dornach" da- oder vielmehr in Aussicht, das heitere Gemeinschaftsprojekt von Felix Hau, Ansgar Martins, Christoph Kühn und Christian Grauer. In Aussicht deshalb, weil sich erst ein paar Hundert Subskribenten finden müssen, bevor die In-Druck-Legung finanziell möglich ist.

Das Buch beschäftigt sich laut Website damit: "Was kommt heraus, wenn sich vier in ganz unterschiedlicher Weise mit der Anthroposophie verbundene Menschen auf eine Reise begeben, die nur einem Zweck dient: persönlich und gleichermaßen distanziert, so leidenschaftlich wie abgebrüht, aber immer mit großem Spaß und tiefem Ernst über Rudolf Steiner und die von ihm begründete Weltanschauung zu reflektieren und zu streiten?". Da es hier auch eine Leseprobe gibt, - zum Thema Klischee vom typisch anthroposophischen Wohnambiente- kann man einigermaßen abschätzen, was einen erwartet bezüglich des Buches.

Ich finde es witzig, aber nun nicht gerade in der dreckigen englischen Art. Hier herrscht kein anarchischer Monty-Python- Humor, kein Pinscher, der einem ans Bein pinkelt, hier ist der Witz wohl portioniert und meist ein wenig vorhersehbar. Es ist eher so, wie man sich wohl als Sohn milde über sein anthroposophisches Elternhaus mokiert, einschließlich der Schrullen von Mutti. Die Anthroposophie erscheint hier gewissermaßen im Gewande einer neurotischen Anthromutti. Auch die Illustrationen zum Buch sind milde, in sanftem Stil. Vielleicht wird das das eine Problem des Buches sein: Es ist zu brav, um wirklich zu ärgern. Aber erst wenns juckt, kratzt man sich.

Aber warten wirs ab. Es ist ehrenwert, einen ernsthaften Beitrag zum anthroposophischen Humor beigetragen zu haben, denn der ist echt rar gesät. Wir wünschen dem Projekt alles Gute!