Der Niederhauser Geißelprediger

Ich habe es überprüft. Während von anderen Blogs - allen voran Canaillo- wöchentlich eine stattliche Anzahl von Besuchern per Link zu unseren Blogs finden- kommt von Niederhausens Geißelprediger- Seite - niemand. Und dies, obwohl wir dort als Sünder vor dem Herrn regelmäßig gescholten werden. So auch dieses Mal. Ich habe nämlich in einem Kommentar gewagt, dem schrillen Heruntermachen des bisher nur geplanten, aber offensichtlich teuflischen Buchs "Endstation Dornach" etwas zu begegnen:

"Ach ja, die Dämonen Anderer! Nichts für ungut, aber derlei Ver-Urteilungen Anderer zementieren stets den eigenen, überlegen vorgestellten eigenen Standpunkt. Das ist - ob gerechtfertigt oder nicht - überheblich und entspricht der Beschreibung dessen, was R. Steiner als "luziferisch" beschrieb. Dämonen, die man zu sehen meint, verdecken oft die eigene Schwäche. Ich finde, man sollte bei sich selbst anfangen und das Sturmgewehr lieber zurück halten.

So etwas kann Niederhausen - egal, ob es jemanden interessiert oder nicht- so nicht stehen lassen und ergeht sich in einer seiner üblich sonderbaren Kritiken meiner Kritik einer Kritik. Vor allem ist ihm das "Dogma der Konsens- und Diskursgesellschaft" ein Dorn im Auge. Die "Dialogfähigkeit" ist selbst ernannten Scharfrichtern und Inquisitoren schon immer verdächtig gewesen, vor allem die mit diabolischen Gegenspielern. Da Niederhausen außer einer einzigen Autorin Alles nieder zu machen geneigt ist, was sich bewegt, verwundert einen seine Antipathie gegenüber Verbindlichkeit kaum. Andererseits lebt er von der Provokation. Unsere Replik hier wird ihm mehr Leser zuführen als er von sich aus erreichen könnte. Daher kommen einem Zweifel, ob es sinnvoll ist, dergleichen noch zu erwähnen und damit zu fördern. Aber sei es drum. Niederhausen nimmt niemand ernst, außer denen, die nach unfreiwilligem anthroposophischem Humor hungern.

Kommentare

  1. Aber Michael, habs mir grad mal durchgelesen, was der Herr Niederhausen da so anführt. Einfach nur begleitend mitdenken und anschauen was er da (be)schreibt. Und auch wenn Du mich jetzt als Spam verschwinden lässt, das sind doch keine Geisselpredigten, es ist einfach nur sehr präzise von lebendiger Moral getragen beschrieben, was ein solch erlebendes Denken bemerkt!

    Und auch wenn man dialogfähig bleiben möchte sollte man doch darauf achten mit wem, oder etwa nicht? Dialog um des Dialogs willen? Wie wirkt denn Erkenntnis in Deinem Sinne?

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  2. "Erkenntnis" in meinem Sinne lässt das Brett vor dem Kopf verschwinden!

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  3. " 'Erkenntnis' in meinem Sinne lässt das Brett vor dem Kopf verschwinden!“

    Sagen wir doch so, Michael: Erkenntnis sollte einen selber mehr und mehr befähigen, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden. Sie sollte einen in die Lage versetzen, z. B. besagtes Buch diesbezüglich einzuordnen. In dieser Hinsicht hat Holger Niederhausen klare Worte gefunden, die für mich gut nachvollziehbar sind.
    Das Problem aber, das all diejenigen haben, die H.N. meist sehr emotional ablehnen, liegt wohl in der zwangsläufigen Konsequenz für sie selber, wenn sie Holger Niederhausens Beiträgen zustimmen würden. Mit dieser Zustimmung würden sie indirekt auch zugeben müssen, dass die unbedingte (anthroposophisch orientierte) Moralität, die letztlich das Fundament bildet, auf dem all seine Beiträge ruhen, berechtigt ist. Und der Grad der Ablehnung eines H. N. zeigt ziemlich genau den Grad der Ablehnung eben dieser Moralität.

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  4. Hallo Horst, "Mit dieser Zustimmung würden sie indirekt auch zugeben müssen, dass die unbedingte (anthroposophisch orientierte) Moralität, die letztlich das Fundament bildet, auf dem all seine Beiträge ruhen, berechtigt ist. Und der Grad der Ablehnung eines H. N. zeigt ziemlich genau den Grad der Ablehnung eben dieser Moralität."
    Ich kenne keine anthroposophische Moral-Lehre. Das überlasse ich auch gern den Katholiken. Ich kenne dagegen Nebenübungen Steiners- etwa in Bezug auf die "Unbefangenheit". Vielleicht empfiehlt es sich, diese nicht nur zu erproben, wenn es bequem ist, sondern damit auch zu vermeiden, "besagtes Buch diesbezüglich einzuordnen."

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  5. „Ich kenne keine anthroposophische Moral-Lehre.“

    Hallo Michael, davon habe ich ja auch nichts gesagt. „Anthroposophisch orientiert“ sagte ich. Das ist doch etwas ganz anderes, oder nicht? Denn mit dem Verstehen der anthroposophischen Inhalte sollte der unbefangene Mensch laut Steiner eigentlich kein ernsthaftes Problem haben (vielleicht deswegen diese von ihm empfohlene Nebenübung). Aus dem Verstehen und Erkennen von etwas folgt aber wiederum ganz notwendig eine innere Haltung zu diesem Etwas, weil man es dann nämlich in ein klares Verhältnis zu sich selbst und der Welt setzen kann. Aus diesem erkannten Verhältnis geht dann notwendig hervor, ob dieses Etwas förderlich (gut) für mich und die Welt ist, oder ob es das nicht ist (im moralischen Sinne also: böse ist). Insofern kann man sagen: es wohnt allem und jedem immer auch eine moralische Komponente inne.
    Holger Niederhausen sucht meiner Ansicht nach immer auch diese moralische Komponente auf, ohne die sowieso nur leeres Gerede um Äußerlichkeiten stattfinden kann.

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  6. Lieber Horst, pardon, ich verliere die Geduld. "Holger Niederhausen sucht meiner Ansicht nach immer auch diese moralische Komponente auf, ohne die sowieso nur leeres Gerede um Äußerlichkeiten stattfinden kann." Es ist nicht Ihre oder Herrn Niederhausens Aufgabe, darüber zu urteilen. Anthroposophie ist keine Loge und kein Orden. Sie sind nicht der "Wächter der Schwelle". Das macht Jeder mit sich selbst aus. Es sind viele Jahre seit der Weihnachtstagung vergangen. Da sollte die freie Beziehung jedes Menschen, der das wünscht, zur anthroposophischen Sache allmählich verstanden worden sein. Es gibt Grenzen, die mit Fragen der Menschlichkeit und der Jurisprudenz zu tun haben. Menschenverachtende Fanatiker und faschistische Theoretiker dürfen sicherlich nicht im Namen der Anthroposophischen Bewegung sprechen. Da ist die Grenze. Alles andere möge man sich entwickeln lassen.

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  7. „Alles andere möge man sich entwickeln lassen.“

    Nun ja, Michael, wir alle haben uns ja wohl dahin entwickelt, wo wir momentan stehen und wie wir momentan handeln, auch Holger Niederhausen. Mit dem bist du aber nicht sehr gnädig, was dein Urteil angeht. Wenn du mit „entwickeln lassen“ tolerierendes gewähren lassen meinst, dann sollte das (von den Ausnahmen abgesehen, die du erwähnt hast) auch für Holger Niederhausen gelten dürfen, was das Beurteilen seiner Beiträge und seiner Person angeht, meine ich. Schließlich dürfte er seine Entwicklung noch nicht abgeschlossen haben.

    Im Übrigen, wie verträgt sich deine obige These hinsichtlich des „Alles“ mit Ovids Worten:

    „Wehre den Anfängen! zu spät wird die Medizin bereitet, wenn die Übel durch langes Zögern erstarkt sind.“

    Was ja auch Antoine de Saint-Exupéry ganz nebenbei in „Der kleine Prinz“ zum Ausdruck hat bringen wollen.

    Sorry, wenn ich deine Geduld strapaziere.

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  8. Lieber Horst, ich würde mich über das Belehren-Wollen, das Beurteilen der geistigen Entwicklung Anderer, die Exklusivitätsansprüche nicht aufregen, wenn ich nicht eben dies 1000mal in "diesen Zusammenhängen" erlebt hätte. Das ist in meinen Augen gewöhnlich, aber es ist auch Pest und Cholera dieser Bewegung- eben das, was sie zurecht in den Augen der Öffentlichkeit zur sektiererischen Nische verkommen lässt. Herr Niederhausen ist in dieser Hinsicht ja nur das Sprachrohr von Frau Mosmuller, die trotz ihrer Möglichkeiten sich in diese Falle begeben hat. Die fehlende Offenherzigkeit, die fehlende Freude und Toleranz, das Sich-Erleben am vorgestellten Versagen Anderer schnürt einen geistig ab. Mit so einer Haltung fällt man aus der Zeit, die die individuellen Wege sucht und braucht. Vielleicht auch Fehler und Verirrungen. Ich behaupte auch nicht, dass ich das immer beherzige und durchhalte. Aber wenn ich es tue, weiß ich, dass es ein Fehler von mir ist. Es gibt überhaupt keinen Grund, darauf stolz zu sein, eine exklusive Position zu wahren und Andere demgegenüber herab zu setzen. Die Beurteilungen in dieser Hinsicht - um es "anthroposophisch" zu formulieren - mögen wir ganz dem Herrn des Karma überlassen. Wir dürfen uns nicht anmassen, dessen Rolle einnehmen zu können. Im übrigen bin ich sicher, dass dieser individuelle "Herr des Karma" kein Scharfrichter ist, sondern die Güte selbst.

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  9. Die Anthroposophie schafft sich selber ab.

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  10. Lieber Michael, den letzten Kommentar bitte einrahmen und an mich verschicken oder irgendwo an die Pinnwand hängen, ich hols später ab :-)

    Vielleicht hälst Du mich ja für ein wenig blöde und einfältig, ich weiss es nicht. Aber diese letzten Sätze sprechen mir zutiefst aus der Seele und aus dem allerletzten Winkel meines einfältigen Hirnes. Genau das ist es, was Dich und diese verrückte Egoistengemeinde ausmacht und für mich so überaus symphatisch sein läßt...diese Offenbarungen..

    Und der MENSCH sollte sich nie abschaffen. Es sei denn er will es so - oder läßt es zu.

    good night, good sleep

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  11. Lieber Michael, was du mit deinen Worten zum Ausdruck bringen willst, das kann ich genau wie Steffen auch nur bejahen. Keine Frage, dass man die ureigene geistige Entwicklung seiner um (Selbst-) Erkenntnis ringenden Mitmenschen nicht (ab-)wertend oder verurteilend kommentieren sollte.

    Allerdings ist es eine ganz andere Geschichte, wenn Menschen sich öffentlich an ihre Mitmenschen wenden, um sie seelisch-geistig auf eine mehr oder weniger subversive Art so einzunorden, wie man es gerne hätte. Wer öffentlich Einfluss auf andere nehmen will, der muss zwangsläufig mit jeder Art von Gegenwind leben, und wenn dieser Gegenwind aus aufrichtigen und klaren Worten besteht, dann um so besser.

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  12. Meine Lieben,
    ich kann jeden ein wenig verstehen. Allein - ob Anthroposophie sich durch diese oder eine andere Haltung zu ihr abschafft, die sie angeblich einfordert. Es hängt eben vom betreffenden Menschen und seinen Bedürfnissen ab. Geist lässt sich nicht vom physischen Plan ablösen, bildet immer eine Einheit damit. Und genau das heisst es hier.

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  13. Meinen Abschlusstext an H.Niederhausen ist mir wichtig zu veröffentlichen:
    „Man braucht alle anthrop.Begriffe und sie müssen in einem lebendig werden, um zur Quelle zu kommen. R.Steiners Worte sind nicht die Quelle, aber seine Begriffe strömen aus dieser Quelle – und deswegen weisen sie den Weg dahin.“
    Es gibt verschiedene Wege, um an die Quelle zu gelangen. Die Anthroposophie stellt EINEN dieser Wege dar. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn man sich für einen Weg entschieden hat, dann stimme ich mit Ihnen überein, dass es unerlässlich ist, die Landkarte mit der nötigen Ernsthaftigkeit bis ins tiefste Detail hinein zu studieren, dass es unerlässlich ist, sich die Technik zu erarbeiten und zu vervollkommnen.
    Wenn ich eine Cellosonate von Bach spielen wollte, dann reicht es nicht zu sagen: „Ich verbinde mich einfach mit der Quelle - wozu soll ich mich lange mit dem Erlernen der Noten herumplagen.“ Ich nehme an, das leuchtet jedem ein.

    „Und man glaube doch nur nicht, dass man „Anschluss“ daran findet, wenn man den modernen Schulungsweg nicht geht und die geisteswissenschaftlichen Begriffe nicht zu Hilfe hat.“
    Wenn man den anthrop.Schulungsweg geht, bedarf es der geisteswissenschaftlichen Begriffe, so wie es der Noten und des jahrelangen Übens bedarf, um die Bachsonate zu spielen. Das Üben und der Ausdruck des Cellos nähern sich immer mehr der Quelle an. Irgendwann öffnet sich die Quelle und strömt. Nach Jahren der Zuwendung, der Liebe zum Spiel, legt der Musizierende die Noten weg, er braucht sie nicht mehr, er hat sie verinnerlicht. Er hat den Klang der Quelle kennen gelernt, er kommuniziert mit ihr und wird diesen Klang nun an JEDEM anderen Musikinstrument wieder erkennen.

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  14. „Steiner hat nicht gesagt macht meinetwegen auch Zen, dann habt ihr`s auch.“ Das hat Steiner sicherlich nicht gesagt, denn zum einen hatte er eine respektvollere Sprache und zum anderen bin ich der Meinung, dass Steiner die Essenz des Buddhismus nicht in seiner Tiefe erfasst hat.
    Wenn Steiner von Indien spricht, wirft er Brahamismus und Buddhismus meist in einen Topf . Man weiß nie genau, worauf er sich nun eigentlich bezieht, er behandelt das Thema zu undifferenziert, meist jedoch nimmt er Bezug auf den Brahamismus.
    Bei der Aufzählung der Kulturepochen springt er vom Brahamismus beginnend, meist direkt in die vorderasiatische Kulturepoche, ohne der revolutionären buddhistischen Geistesepoche ihren entsprechenden Raum einzuräumen. Revolutionär, weil diese universelle Geisteswissenschaft die vertikale Struktur des Brahamismus zugunsten einer weitgehend horizontalen Auslegung abgeschafft.hat. Steiners Interpretation des Buddhismus ist beliebig, er versucht ein eigenständiges Geistgebäude seiner Geisteswissenschaft unterzuordnen. Mit Buddha hat sich ein Bewusstseinssprung in der Menschheitsentwicklung vollzogen, den Steiner m.E. nicht in seiner Essenz nachvollzogen hat. Ich möchte ausdrücklich sagen, dass ich dazu keine Antwort von Ihnen möchte, weil ich Ihnen dazu die entsprechende Kompetenz abspreche.

    Was wir alle gemeinsam in den letzten Tagen gemacht haben, war, einen Boden aufzubereiten, auf dem fruchtbare Verständigung gelingen kann. Das ist uns auch teilweise gelungen. Es war für viele spürbar, dass ein kleines Pflänzchen begonnen hat Wurzeln zu fassen. Sie scheinen diese zarten Momente nicht aushalten zu wollen oder zu können, sondern treten mit Ihren intellektuellen Hausmeisterstiefeln auf dieses Pflanzchen. Ich kann Platten, die im Kreis bleiben und sich nicht zu einer Spirale öffnen, nichts abgewinnen. Auch Ihre Platte hat wieder begonnen sich im Kreis zu drehen und läuft sich dabei tot, anstatt das Neue, das entstanden ist zu wahren. Das ist der Punkt wo ich Sie nicht mehr in Ihrem Erkenntnisstreben wahrnehme, sondern wo ich bemerke, dass Sie beginnen zu zerstören. Es ist längst Ihr Widersacher, der spricht und der jetzt die Regie übernommen hat und Sie merken das nicht einmal. Sie verfügen über ein tiefes Erkenntnisstreben und haben gleichzeitig einen großen Widersacher in sich, jedoch nicht die Fähigkeit - das Eine vom Anderen zu unterscheiden – entwickelt.
    Wenn Michael dann so einen Widersacher am Kragen packt und ihn mit einem Wutanfall hinauswirft kann ich das nur begrüßen - aus dem ganz einfachen Grunde, weil wir hier begonnen haben fruchtbares Land aufzubereiten.
    Sie haben sicherlich einige fruchtbare Samen hinterlassen, ich schlage Ihnen vor jetzt aufzuhören, denn sonst werden die auch noch sauer.
    Ich werde auf keinen Ihrer Kommentare mehr antworten.

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  15. Das zweimal posten ist dadurch zustande gekommen, dass es beim ersten Mal auf der Dornachseite nicht geklappt hat (dann doch) und ich dachte, Michael hätte die Seite endgültig geschlossen.

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