"Endstation Dornach" meets Ahriman

Nun wird also wahr, was die anthroposophischen Betonköpfe schon immer ahnten: Die vier Autoren des kommenden Machwerks sind willige Werkzeuge in der Hand des ahrimanischen Obermaterialisten.

Mögen Ansgars Auslassungen über Steiners frühe politische Ansichten noch dadurch davon kommen, dass sie manchen Leser intellektuell überfordern ("Steiners Aussagen über Wodrow Wilson waren nicht die über ein Kind, sondern über “Ahrimanismus, das ist Geist der Finsternis”, wie er formulierte. Seine antiamerikanischen Ressentiments beinhalten freilich berechtigte politische Kritik, das zu leugnen, wäre falsch. Aber die begründet er eben durch eine Völkerpsychologie, die recht abstruse Wertungen vornimmt, und die teilweise mit extrem rechten Positionen vereinbar war. Anthroposophie gehört keinesfalls zur rechten oder völkischen Esoterik, wenn sie auch nicht so “links” war, wie die Tingley-Theosophie, aber Steiner hat sich immerhin 1918 für ein Vorwort in dem judeophoben, antifreimaurerischen und von Völkerstereotypen durchsetzten Buch “Entente-Freimaurerei und Erster Weltkrieg” von Karl Heise hergegeben, das positive Beurteilungen vom “Völkischen Beobachter” oder Himmler bekam. Lange Rede, kurzer Sinn: Bei Steiner finden sich teils kluge Einschätzungen tagespolitischer Ereignisse und Standpunkte, engagierte, wenn auch nicht unproblematische Entwürfe, wie die Soziale Dreigliederung, aber neben und in diesen Vorstellungen und Einschätzungen auch unsägliche Stereotypen und sozialdarwinistische Entwicklungsgedanken."),  wagt Christian die ahrimanische Blutgrätsche, die dem klassischen Anthroposophen die Haare im Nacken kräuseln lässt:

"Was hast du eigentlich für Vorbehalte gegen Finsternis? Und was gegen Ahrimanismus? Das sind tolle Dinge, ohne die unsere Welt völlig für den Arsch wäre! Ich stimme Felix’ Position deutlich zu, die meisten Missverständnisse – in beide Richtungen, wohlgemerkt – kommen dadurch zustande, dass man Steiners Ansagen moralisch und wertend liest. Das ist aber unreflektierter Quatsch und erst recht zurechtlegende Interpretation, weil in der Regel nur die eigenen Moralvorstellungen Steiner übergestülpt und in sein Werk hineininterpretiert werden. Ahriman und Luzifer haben zwar mythologisch denselben Ursprung wie Satan und der Teufel, aber in Steiners Systematik nehmen sie einen völlig anderen Platz ein. Sie sind nicht die Opposition zu irgend einem überheblichen Gott und das absolute Böse, sondern sie sind zwei Grundprinzipien der sich als Sinnlichkeit entfaltenden Welt. Sonst hätte Steiner wohl kaum Medikamente entwickelt, die ahirmanische und luziferische Wirkungen haben. Wer mit kindlich-naiven Moralvorstellungen und Gottes- und Teufelsbegriffen an Steiners Werk herangeht, muss sich nicht wundern, wenn Unsinn dabei herauskommt."

Die, deren Blutdruck an diesem Punkt noch nicht den Siedepunkt erreicht hat, mögen in dem neuen Teaser- Kapitel von "Endstation Dornach" weiter lesen.

Wem das immer noch nicht reicht, um aus der Haut zu fahren, kann diese Woche exklusiv bei den Egoisten sogar noch etwas weiter lesen, auf einer eigens dafür eingerichteten Seite.

Kommentare

  1. Schön, dass es hier weitergeht mit "Endstation Dornach". Werden jetzt wieder 270 wirre und lustige Kommentare folgen? Wird es wieder um die letzten Wahrheitsfragen der Anthroposophie gehen? Und was wird Holger Niederhausen zu dem Umstand sagen, dass er es endlich geschafft hat, in dem Buch namentlich erwähnt zu werden?

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  2. Ich möchte darauf lieber nachdenklich reagieren. Auch das Ahrimanische hat wohl seine Berechtigung. Wer aber konkrete Erfahrung gemacht hat im Leben sieht, dass es Orte gibt, wo ein Medikament wirken kann, und andere, wo es überhaupt nicht hingehört. Es kommt eben ganz darauf an, ob durch eine bestimmte Wirkung Blockaden errichtet, oder vielmehr niedergebracht werden. Ist es gut für den Menschen, was hier wirkt? darauf kommt es an.

    Ich bin auch immer wieder erstaunt und fasziniert von den Eindrücken, die Ansgar, Christoph, Felix und Christian mitbringen. Sie unterscheiden sich oft vollkommen von meinen eingenen Eindrücken. Es ist sehr interessant.

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  3. Herr Niederhausen sollte es im eigenen Interesse lieber lassen- er pflegt ja jetzt schon eine Art Anti-Egoisten-Seite. Zu versuchen, andere Seiten und Personen (also mich) derart an den Pranger zu stellen, wirft kein besonders gutes Licht auf den Schreiber. Aber mir solls egal sein.

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  4. Lieber Michael,
    Jetzt wird es ja nachträglich sehr interessant. Anfänglich dachte ich, dass dieser Projekt insgesamt ein grosser Witz war. Dass es gar nicht existierte. Und auch jetzt kann ich nicht umhin, dass, vor allem betriffs die Form, ich an ‘Der unverbrüchliche Vertrag’ von Thomas Meyer denken muss. Aber dann komme ich trotzdem in diesen quasi-platonischen Dialogen mit, und bin überrascht wie vielgestaltig, um nicht zu sagen lebensnah, diese individuellen Ausführungen sind. Es hat etwas von Nietzsche’s Geist; und die Rolle von Felix Hau bleibt, im Text, mir eine ganz andere Eindruck von ihm vermitteln als bisher alle seine gesamten Aufsätzen beisammen – naja, so viele habe ich auch nicht gelesen, aber einen bestimmten Eindruck habe ich allerdings. Und jetzt, mittendrin, ist es ziemlich einleuchtend, wie die Vieren sich benehmen. Wie gesagt, sehr interessant! Bin gespannt wie es weiter geht. Möglicherweise werde ich mir nachher das Buch bestellen...

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  5. Ja, an diese Gesprächsform muss man sich erst gewöhnen, aber dann hat es was. Es hält das Thema sehr lebendig.

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  6. Gibt es eigentlich einen anthroposophischen Seismometer, der auf Begriffe wie "Ahrimanische Blutgrätsche" anspringt? Der fast augenblich einsetzende Zustrom von Lesern ist mir ein Rätsel.

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  7. Blutgrätsche ist halt ein beliebtes Wort und den Ahriman kennt man ja auch mittlerweile ein wenig näher.

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  8. Ich möchte schon darauf hinweisen, dass die 1. Dornachseite so umfangreich ausgefallen ist, weil Herr Niederhausen live zu Gast war. Meiner Meinung nach war er ein entscheidender Motor, dass wir alle so angeregt über verschiedenste Themen diskutiert haben.
    Auch wenn ich mich dann zum Schluss so ziemlich mit ihm zerstritten habe, möchte ich den Anteil, den er bei dem nicht nur interessanten sondern auch hitzigen Austausch hatte, würdigen.
    Wenn er Negativartikel über Michael schreibt, finde ich das nicht sehr erbaulich. Immerhin haben wir ihm Gastfreundschaft gewährt. Ich vielleicht nicht sosehr, aber immerhin…

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  9. Liebe ZuL,

    danke - Du sprichst mir aus dem Herzen.
    Auch ich möchte Holgers Anwesenheit hier im Blog nicht missen, diese Diskussion war (und ist) mir sehr wertvoll.
    Ich bin auch wirklich immer wieder verwundert, wenn sich jemand über ein solches Gespräch lustig macht oder sich gar darüber zu ärgern scheint - in einem Gespräch, das andere führen und das einem nicht gefällt, dennoch mitzulesen, scheint mir persönlich eine ziemliche Zeitverschwendung zu sein.

    Auf die neue Leseprobe bin ich gespannt - ich hatte bisher noch keine Zeit, sie zu lesen.

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  10. Lieber Michael,
    danke für's Aufmerksammachen und auch für's Zurverfügungstellen des "Fortsetzungstextes".

    Und liebes Evangelisten-Kleeblatt,
    das liest sich zwar nicht im Stil, aber doch inhaltlich tatsächlich ganz anders als Eure erste Leseprobe.
    Ich bin mir zwar nicht gaaanz sicher, ob ich Euer Buch schließlich "mögen" werde - aber das spielt für mich keine Rolle, ich besitze etliche Bücher, die ich nicht "mag" und dennoch interessant finde.
    Jedenfalls habt Ihr mich nun tatsächlich als "Subskribentin" gewonnen - und ich wage es sogar, das hier zu verkünden (in der Hoffnung, daß nun niemand deswegen über mich "herfällt". Ich will es ja schließlich nur lesen... und stelle überrascht fest, daß ich in gewisser Weise aus demselben "Dorf" stamme wie Felix ;-)).

    Und so wünsche auch ich nun diesem Buch "alles Gute", was auch immer dieses "Gute" sein mag (ist der Text eigentlich fix und fertig oder noch in statu nascendi?).

    Herzlichen Gruß,
    Ingrid

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  11. Nachdem einige Zeit vergangen ist:
    die Alkoholszenen wirken künstlich aufgesetzt, sollen wohl auch provozieren, erklären aber auch, warum letztlich nur an der Oberfläche diskutiert wird, Zitate hin und her geschoben werden, um letztlich Steiner..., ja was eigentlich?!
    Denn es tauchen sogar Verteidigungsgedanken auf, wenn es (noch) offen bleibt, was wollen die Diskutanten.
    Vielleicht ergibt dies erst der gesamte Text.

    Sicherlich können Steiners Ideen und Gedanken auch öffentlich diskutiert werden, auch mit Hinweisen auf Zitate.
    Innerhalb eines Buches Zitate aus dem Zusammenhang "hinschmeißen", das wirkt - neben dem Alkohol - irgendwie strategisch ohne Strategie.
    Die Problematik des Zitierens gilt ja auch für die Bibel.
    Steiner weist darauf hin, die Katholische Kirche hatte zu Recht das Lesen der Bibel verboten, für die Laien.
    Die Widersprüche der Evangelien würden verwirren, so Steiner. Er geht aber noch weiter und spricht von Einseitigkeiten der einzelnen Evangelien, welche sich als Menschenströmungen auch niederschlagen. Wer hätte gedacht, Steiner bringt sogar Verständnis dafür auf, daß die Katholische Kirche die Sekten verfolgte, denn es ginge ihr ja um die Einheit und was hätte sie denn tun können.
    Tatsächlich ist mit Aufkommen des Buchdruckes die Bibel in viele Hände gekommen, so manche Bewegung ist nur aus dem persönlichen Verständnis der Bibel erwachsen, bis hin zu den Wachturmleuten und wir kennen Steiners Hinweis, Menschen werden in der nächsten Inkarnation gerade Ahriman verfallen, welche die Bibel nur nach dem Worte wörtlich nehmen.
    Ist es nicht genauso, wenn nicht sogar stärker, wenn Menschen ihr Bewußtsein nach Aussagen Rudolf Steiners formen. Also nicht das sich Beschäftigen mit den Vorträgen ist das Problem, sondern wenn das Leben sich direkt wörtlich ausrichtet, in sturer Wortgläubigkeit der Vorträge. Vielleicht ist das Anliegen der Schreiber, soweit sie in anthroposophische Elternhäuser hineinwuchsen, die langen Regale der "GA" im übertragenen Sinne umzustürzen, weil sie persönlich als Gefängnis empfunden werden, deswegen auch provokant der Alkoholkonsum als Text.
    Die Problematik der Vorträge Steiners zeigt sich mit seinen erklärenden Hinweisen zu "Heuschrecken" in der Bibel. Da öffentlicher Raum hier, keine Einzelheiten. Aber ist die Bibel, die ja die "Heuschrecken" benennt, ohne Erklärung, nicht die Quelle allen Übels, der Angst, ja des religiösen Wahnsinns der Höllenbilder. Stimmen nun die Erkenntnisse Steiners zu "Heuschrecken"?! Wenn ja, gelten die Erklärungen für die Hinweise der Bibel hierzu. Steiner betont, die Bibeltexte waren ja mehr Hilfsmittel für den meditativen Einstieg. Werden die Bilder für sich genommen, kann und muß religiöser Wahn entstehen, wenn keine Bewußtseinsentwicklung am Text reift, bis hin zu Bewußtseinserweiterungen.
    Wir können Steiner mit Steiner erschlagen und Christus genauso als "Brandstifter" sehen, wenn er dazu aufruft, wer nicht verläßt Vater und Mutter. Christus als Aufrührer, der das Blut mit seinem Blut überwindet und zum Opfermahl aufruft, sein Fleisch zu essen, sein Blut zu trinken.

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  12. Fortsetzung:
    Insofern ist "Endstation" letztlich auch ein Aufbruch der bloßen Bilderbetrachtung im Sinne der Vorträge Steiners. Konsequent gedacht, muß aber auch das bisherige exoterische Christentum in Frage gestellt, ja überwunden werden, weil es genauso nicht tragfähig in der Gegenwart ist, wie das bloße Lesen der Vorträge Steiners.
    Vielleicht geben die Schreiber von "Endstation" eine Gebrauchsanweisung, eine Idee. Es gibt einen Anthroposophen, der die Haarpracht eines Schreibers als Anlaß nimmt, ihn mit "Tier" in Verbindung zu bringen. Er wird weder dem Tier, noch dem Menschen gerecht und meint wohl das apokalyptische Tier mit Hörnern.
    Steiner hat mit "Ahriman" irgendwie "gespielt", auch als Drohgebilde, um an einer Stelle zu sagen, die Anthroposophen werden schon noch das Geistige an Ahriman erkennen.
    Wie sagte Aurobindo: "da gibt es im Westen Einen, der versucht die Welt mit Ahriman und Luzifer zu erklären."
    Aurobindo erwähnt nicht Christus in dem Bild, was im Menschheitsrepräsentanten zum Ausdruck kommt. Die Plastik zeigt aber mehr das "Höllische" von Luzifer und Ahriman, damit eine Einseitigkeit, vor der Aurobindo warnt.
    Die Dorfgötter, -götzen hatten früher ihre Berechtigung, später nicht mehr. Es mag sogar dem Christus widerfahren, daß er als Götze weichen muß, so wie Steiner vielleicht seine TAT bereut, weil zur Unzeit, nur Unverständnis, oder wie er selbst spricht, es wird eine Zeit kommen, da die Anthroposophie als Wahn bezeichnet wird (und ist). Wirkt der Ätherische Christus in uns, dann brauchen wir keine Vorträge, keine Götterbilder... ... wir sind der (W)-Ahn... .

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  13. Liebe Ingrid,
    „….in der Hoffnung, daß nun niemand deswegen über mich "herfällt". Ich hoffe, Du meinst damit nicht mich, den Impuls hatte ich schon – aber sag mal:
    „….und stelle überrascht fest, daß ich in gewisser Weise aus demselben "Dorf" stamme wie Felix“
    willst Du damit sagen, dass er auch Mittagsjournal hört, Standard liest und gelegentlich ins Cafe` Tirolerhof auf ne Melange geht?

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  14. Liebe ZuL,

    :-) neinnein, also davon weiß ich nix, und das glaube ich auch wirklich nicht (kann man etwa Dich ab und zu im Tirolerhof treffen?).
    Ich bezog mich nur auf seinen Satz:
    "Meine geistig-seelische Heimat nämlich ist Antihysteriedorf bei Ruhigbluthausen."

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  15. >Ein Schaufensterbummel<

    Danke! Für dasjenige, das derzeit, als, einem jeden der vier Autoren, zugehöriger Arbeitsfaden, erscheint. Manche Arbeitsfäden, die werden gerade gesponnen. Andere sind bereits verknüpft. Für wiederum andere wird ein Anknüpfungspunkt erwogen. Ich selbst erwäge, ob sie, jedenfalls dem Anscheine nach, gemeinsam an einem Bildteppich knüpfen.
    Aber, wozu das noch erwägen? Treten Bildmotive doch offenkundig im Blick auf!

    Die Motive anschauend, erlebe ich freie Malerei. Was sich dabei ereignet, das kann allein in Anschauung der Motive geschehen.

    So das gut geht, folgt, indem ich mich von dem, sich im Werden befindlichen, Bildteppich abwende, ein sich auswirken der Bildanschauung in mir. So eine Auswirkung, die dauert an. Länger als das unmittelbare Anschauen. Ich erlebe, das Bild, genauer, die bei der Bildentstehung mitspielenden Bildekräfte, die betätigen sich, nun mich bildend, in mir.

    Ich empfinde mich dabei "wie" selbstbestimmt. Sind es doch Bildekräfte, die keinem anderen Zwecke folgen, als sich in freier Weise auszuwirken. Dabei ändert sich manches. In mir.

    So ein mich anders erleben, das wirkt sich wiederum aus. Auf mein übriges „Empfindungsleben“. Seelensubtanz erfährt dabei eine andere Ordnung.

    So eine andere Ordnung lässt mich, ein und dasselbe „Gemälde“, so ich es wiederholt anschaue, anders anschauen. Das „Gemälde“ ist dasselbe. Ich bin inzwischen ein anderer. Als der sehe ich dasselbe Gemälde anders als zuvor. Ich sehe, das Bild, es bildet sich seinen Betrachter. In derselben Weise, wie sich das „Buch“ seine „Käufer“ bildet. Und ich mir, hier schreibend, meine Leser bilde.

    Hallo Leser! Da du gerade hier bist, will ich die Gelegenheit auch voll ausnutzen.

    Vor einigen Tagen, da gab ich im Blog eine Anregung. In einem meiner Kommentare zu: „Das kreative Universum“.

    > Hiesige Kommentare, die könnten noch mehr dahin streben, sich in Folge mit weiteren wie anderen Gedankengängen in so einem Gedankenstrom zu finden, der fließend die Bewegung bezeugt, die aus Menschenbewegungen entspringt. <

    +

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  16. Ich ergänze dazu: Also aus Freiheit. Da, jedenfalls hier im Blog, kein Bezug darauf auftauchte, könnte ich es dabei beruhen lassen. Könnte? Ja, doch, das könnte ich. Aber, ich will das nicht. Aus welchem Grunde? Aus demselben Grunde, aus dem heraus ich, zum Wiederholten male und immer wieder anders, folgende Schrift von Steiner lese: „Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung“.

    Ich sehe gerade, ich lese die Schrift seit dem 8.12.1978. Aus welchem Grunde? Die Schrift, sie ist mir das Grundlagenwerk dafür, will ich ergründen, woraus die Anthroposophie Rudolf Steiners entspringt. Die „Anthroposophie“ Rudolf Steiners? Ja, genau!

    Im Vorwort zur Neuauflage von (!) 1923, also als ein Anthroposoph, da schrieb Steiner das hier:“ Ich würde, schriebe ich sie heute, manches anders sagen. Aber ich würde als Wesen der Erkenntnis nichts anderes angeben können. Aber, was ich heute schriebe, würde nicht so treulich die „Keime“ der von mir vertretenen geistgemäßen Weltanschauung in sich tragen können. Indem ich sie heute (Nov.1923 ) wieder vor mich hinstelle, erscheint sie mir auch als die erkenntnistheoretische Grundlegung und Rechtfertigung von alle dem, was ich später gesagt und veröffentlicht habe.“

    Das sagt mir, es ist das Erkenntniswesen in Rudolf Steiner, das die geisteswissen-
    schaftlichen Erkenntnisse Steiners begründet.

    Das Erkenntniswesen selbst, das beschreibt sich in der Schrift so:

    „Eine Erkenntniswissenschaft, welche das Erkennen in seiner weltbedeutsamen Rolle erfassen will, muss: erstens den idealen Zweck desselben angeben. Er besteht darinnen, der unabgeschlossenen Erfahrung durch das Enthüllen ihres Kernes ihren Abschluss zu geben. Sie muss, zweitens, bestimmen, was dieser Kern, inhaltlich genommen, ist. Er ist Gedanke, Idee. Endlich, drittens, muss sie zeigen, wie dieses Enthüllen geschieht. Unser Kapitel: «Denken und Wahrnehmung» gibt darüber Aufschluss. Unsere Erkenntnistheorie führt zu dem positiven Ergebnis, dass das Denken das Wesen der Welt ist und dass das individuelle menschliche Denken die einzelne Erscheinungsform dieses Wesens ist.“

    Und, aus den Anmerkungen zur Neuauflage, das noch: „Deshalb gilt, was in dieser Schrift über das Wesen der Erkenntnis gesagt wird, auch für das Erkennen der geistigen Welten, auf das sich meine später erschienenen Schriften beziehen.“
    +

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  17. So, damit kann ersichtlich werden, mir geht’s nicht um eine, auch hier im Blog immer wieder stark umkämpfte, Anthroposophie. Ich bin mir treu. Darin, das ich mich selbst mehr und mehr befreien und aus Freiheit tätig sein will.

    Steiner selbst, er bezeichnete sich einmal als Begriffskünstler. Das Kunstwerk „Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung“, indem ich mich ihm zuwende, dabei sind wiederum, ebenso wie in Betrachtung eines schönen Bildes, Bildekräfte in freier Wirksamkeit. Es ist also zugleich ein Beitrag zur Selbstbefreiung des Menschen. Steiners Grundschrift ist Freiheitswissenschaft.

    Meine Anregung, unsere Kommentare noch mehr dahin auszurichten, das sie noch mehr dahin streben, sich in Folge mit weiteren wie anderen Gedankengängen in so einem Gedankenstrom zu finden, der fließend die Bewegung bezeugt, die aus Menschenbewegungen entspringt, die bezog sich auch auf eine Anfrage von Ingrid.

    @Ingrid: „Nun - und ich frage mich (und Dich): wie viele andere Möglichkeiten zur "anthroposophischen Bewegung" hat man denn auf einer Plattform wie dieser, als ÜBER Anthroposophie zu REDEN? Könnte denn nicht gerade auch ein Reden, wenn es denn gelingt, ein "Spielen" im Sinn Deines zweiten Schiller-Zitates sein? 17.1.11

    Dazu hier noch einmal Steiner in seinen „Grundlinien“: „Die Geisteswissenschaften sind im eminenten Sinne daher Freiheitswissenschaften. Die Idee der Freiheit muss ihr Mittelpunkt, die sie beherrschende Idee sein. Deshalb stehen Schillers ästhetische Briefe so hoch, weil sie das Wesen der Schönheit in der Idee der Freiheit finden wollen, weil die Freiheit das Prinzip ist, das sie durchdringt.“

    Mit schönem Gruß, Burghard

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  18. Sag mal, Burghard, liest du heimlich und hellsehend in den noch unveröffentlichten Teilen des Buches mit? ;-)

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  19. @"Die Idee der Freiheit muss ihr Mittelpunkt, die sie beherrschende Idee sein."

    Das Wort "beherrschende" Idee zeigt den ringenden Steiner, der sich noch in Gedanken beengt, denn eine "beherrschende" Idee wird letzten Endes zum Gefängnis.
    Es kann dieses manchmal beengende Sprechen von Steiner auch in der Sprachsituation seiner Zeit liegen.
    Mir entstehen bei den drei Beiträgen von Burghard Schildt neue Gedanken: Freiheit im Komasaufen als qäulendes Bemühen den Sinn des Lebens zu finden. Nun trinken sie mehr die Vier und signalisieren für manchen Anthroposophen abstoßend, sie wollen zur Freiheit und sei es mit Alkohol. Vielleicht gelingt es bis zu einer gewissen Ebene und mit Glück darüber hinaus. So wird das Trinken zum "gesoffenen Symbol" der Freiheit, Metapher im Bild.
    Natürlich muß befremden, wenn in "Endstation" steht, wie die Weißen mit den Farbigen irgendwie kämpfen, man/frau ahnt, es geht um Leben und Tod und die "Vier" sich fragen und über Steiner, diese Aussage urteilen.
    Die Katholische Kirche veröffentlichte dieser Tage einen Beitrag über einen der ersten Märtyrer, der auf den öffentlichen Platz ging und 12 Götzenbilder umstieß, mit flammenden Reden und dann hingerichtet wurde. Ist also das Christentum eine blutmissionierende Religion, die auf Krawall aus ist, wenn auch in "Liebe" daherkommend. Erklärt das den "individuellen Anarchisten" Steiner, der seine Ideale verriet, um am Ende sich des christlichen Mantels zu bedienen?! Oder hat Steiner innere Erlebnisse, die ihn vom Saulus zum Paulus wandeln ließen sprichwörtlich. Ist sein für manche "monströses" Werk der innere Versuch, die Zerrissenheit beider Erkenntnisse zusammenzubringen, den Individuellen Anarchisten mit dem Christenmenschen. Er fürchtete ja, wie die Christen, "seiner" gestifteten "Religion", der Christengemeinschaft, den für ihn wichtigeren Teil, der Philosophie der Freiheit schaden wird, wenn sie zu Nahe sind, beieinander siedeln, also Christengemeinschaft neben "Zweig", das sah Steiner als zerstörerisch an. Sich gedanklich versuchen um am Sonntag die Gefühle spielen zu lassen, im Ritus des Priesters, doch mehr katholisch, in der Wirkung auf den "Zweig", wenn Vermischung eintritt. So konnten beide Pflanzen sich nicht entfalten..... .

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  20. Lieber Ernst Seler,

    ich bin jetzt mal frech, wage aber zu glauben, dass Sie mich verstehen:
    Das ganze Unterfangen ist eine Stufenfolge. Anders, als nach wie vor einige Adepten der Christengemeinschaft meinen, ist sie nicht etwa die Krönung, sondern die Eintrittspforte zur Anthroposophie.
    Oft schon gehört? Ja. Aber es geht noch weiter, denn auch die Anthroposophie ist keineswegs "die Wahrheit", sondern das Angebot eines Weges in christlichem Gewande - und zwar eines solchen, bei dem man sich aus dem ganzen vermittelten Kuddelmuddel gefälligst selbst zu befreien hat.

    Herzlich grüßt
    Felix Hau

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  21. Liebe Ingrid,
    Tirolerhof - ich in letzter Zeit nicht, weil ich aus bestimmten Gründen nicht kann - Du?

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  22. Freiheit hin, Freiheit her -- ...und Grundlinien sollten schon mit der Freiheit beginnen, als eine Voraussetzung dafür, was dann folgt. Freiheit kann immer nur der Beginn sein, aber hier werden auch Keime gelegt und die dünken mir die wichtigsten Bestandteile im Land der Freiheit. Denn was nützt sie mir im Chaos der folgenden Jahre, wenn ich den Wert der Werte nicht erfasse. Sie muss sicherlich erprobt und auch getestet werden, aber mit weniger teils verächtlichem Gebrüll wäre angemessener, würde man wirklich hinschauen durch die offene Tür. Allerdings dann auch wirklich nur hinschauen, an der Tür, ohne Inhalte und Prägungen aus vergangenen Zeiten, Wünsche können sehr heimtückisch sein. Vielleicht kichern sie bereits?

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  23. Lieber Felix Hau,

    wir sind uns ja von "info3" "herzlich" verbunden, als ich mich erdreistete, noch vollkommen unerfahren mit Internet, unter dem Namen "Rudolf Steiner" einen persönlichen Senf hinzuzugeben, Sie mich einluden...ich im Forum blieb... ...bis zum verlöschenden Ende.

    Es sind die drei Kommentare von Burghardt Schild, welche "Ihrem" Werk erst die "Gebrauchsanweisung" liefern, damit auch zu erwartende Mißverständnisse, Frontstellungen auflösen. Im Durchlesen der Leseprobe ist "Ihre" Vorgehensweise erkennbar, wenn es auch noch offen bleibt, was das Ziel ist. Denn erkennbar ist auch, es werden für Dritte durchaus auch "niederträchtige" Wertungen Rudolf Steiners vorgenommen, die so erst durch die Kommentare von Herrn Schildt sich auflösen. In "Endstation" ist dies leider nicht, bisher, so erkennbar.
    Sie wissen ja, wie schnell "Urteile" gefällt werden, die dann in der Welt herumgeistern, so wie die ehem. Generalsekretärin Deutschlands, die uns im Bayerischen Fernsehen der Böswilligkeit bezichtigte, welche sie aus Medienberichten entnommen habe. Das zeigt, wie "gut" die Medien berichteten, ein Bild entwarfen. Bedenklich war, Niemand von der AAG nahm Kontakt auf, da erst eine persönliche Begegnung ein "annäherndes" Urteil erlaubt. Meiner Meinung nach sind Positionen zwischen Menschen zu sehr eingefahren, verfestigt. "Endstation" mag diese Positionen verfestigen, wenn man/frau sich vom "Ton" abschrecken lässt. Ja, ich habe Ihre persönliche Intention erkannt, welche Sie mit Ihrem letzten Satz zum Ausdruck bringen. Wir kennen uns ja nicht persönlich, um festzustellen was "unser" Anliegen sein könnte, doch Ihrem letzten Satz stimme ich voll zu. Nur, wo ist das "Werkzeug", bleiben ev. nur "anthroposophische Trümmer" übrig. Sie erinnern sich vielleicht, meinem inneren Erleben nach lebt der Geistige Impuls, der hinter Rudolf Steiner stand, nicht mehr in der AAG und zwischenzeitlich mußte ich schmerzlich erkennen, Steiner war sich irgendwie nicht treu, sonst hätte er schon viel früher sprichwörtlich den Bettel hingeschmissen..... .
    Mich erreichte heute Morgen ein link, der uns Zeitgenossen aufhorchen lässt. Immerhin hatte damals ein amerikanischer Anthroposoph dasselbe gesagt und ich selbst kenne es aus meiner zeitweiligen Hellsicht, ja es waren amerikansiche Quellen, die dahinter standen, nun auch von einem Berichterstatter der UNO:
    http://www.20min.ch/news/ausland/story/UNO-Beamter-zweifelt-an-9-11-Version-24010676

    Danke für Ihre kleine Brücke,
    auf die auch Dritte sich aufschwingen mögen

    Ernst Seler

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  24. Liebe ZuL,

    Tirolerhof eher selten. Aber ich würde mich wirklich sehr freuen, Dir und Deinem Animus auch im "real life" einmal irgendwo in unserem "Dorf" zu begegnen…

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  25. Lieber Ernst,

    ich danke Dir vor allem für diesen Satz, dem ich voll und ganz zustimme:

    "Meiner Meinung nach sind Positionen zwischen Menschen zu sehr eingefahren, verfestigt. "Endstation" mag diese Positionen verfestigen, wenn man/frau sich vom "Ton" abschrecken lässt."

    Nun - es liegt natürlich an uns, ob wir uns "abschrecken" lassen oder nicht.
    Das "Kleeblatt" scheint seinen Lesern da entweder (hoffentlich nicht zu Unrecht) einiges zuzutrauen oder es für unerheblich zu halten, ob es an solchen "Verfestigungen" verstärkend weiter mitwirkt.
    Das allerdings wage ich nicht zu beurteilen, bevor ich das Buch gelesen habe.

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  26. Und lieber Burghardt,

    nun kann ich mir (da ich nicht "hellsehen" kann) natürlich nicht vollkommen sicher sein, ob der Gedanke, den ich hier beitragen möchte, sich in Deinen Augen "noch mehr" dazu eignet, "sich in Folge mit weiteren wie anderen Gedankengängen in so einem Gedankenstrom zu finden, der fließend die Bewegung bezeugt, die aus Menschenbewegungen entspringt" - ich hoffe es jedenfalls.
    Und ich möchte, um solches "sich Finden in einem Gedankenstrom" mit "weiteren wie anderen" Gedankengängen nicht zu erschweren, diesen meinen Gedanken auch nicht bis ins kleinste ausführen, sondern nur andeuten.

    Es ist der Gedanke der Unterscheidung zwischen "Freiheit von etwas" und "Freiheit für etwas".

    Herzlichen Gruß,
    Ingrid

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  27. Liebe Ingrid, das "für" finde ich am Spannendsten.

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  28. Lieber Felix, "Aber es geht noch weiter, denn auch die Anthroposophie ist keineswegs "die Wahrheit", sondern das Angebot eines Weges in christlichem Gewande - und zwar eines solchen, bei dem man sich aus dem ganzen vermittelten Kuddelmuddel gefälligst selbst zu befreien hat." Das "Kuddelmuddel" bezieht sich meines Wissens allerdings auf jede beliebige spirituelle Bewegung. Vielleicht bekommt man ein Ruderboot zur Verfügung gestellt (die Methodik), aber damit aufbrechen, rudern, den Hafen verlassen und navigieren muss man schon selbst.

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  29. "Und liebes Evangelisten-Kleeblatt,
    das liest sich zwar nicht im Stil, aber doch inhaltlich tatsächlich ganz anders als Eure erste Leseprobe."

    Es ist davon auszugehen, die Inhalte sind noch nicht abgeschlossen, es gibt eine Wechselwirkung.
    (Liebe Ingrid, auch ich bemerkte die "Umkehr"!!!)

    Zu den "Farbigen" usw..
    Es ist schon erstaunlich, wie Obama nun die Amerikaner anstachelt, nicht hinter den Chinesen zurückzufallen und wie nun der "westliche Lebensstil" von den Chinesen als gescheitert angesehen wird.
    Ob wohl die Hinweise Steiners die Chinesen befeuern, da er betonte, wenn es Europa nicht schafft, ein eigenes geistiges Leben zu gestalten, dann wird aus asiatischen Kulturen etwas Neues für die Menschheit geboren werden (wobei das ganze Christentum als äußere Form wegbrechen wird)?

    Nun, aus Verzweiflung und Not, die hier nicht weiter ausgeführt wird, hatte ich vor einiger Zeit der chinesischen Botschaft Hintergründe übermittelt, auch den Text, "Das Kosmische Kreuz", der im Internet zu finden ist und den bestehenden Konflikt mit Rom aufzeigt. Ich gehe davon aus, die "Chinesen" haben das Material eingehend studiert, so wie schon ein Journalist der größten japanischen Zeitung vor einigen Jahren die im Internet zu findenden Worte Steiners (welche ich veröffentlichte) während des persönlichen Interviews hervorhob. Vielleicht bequemen sich die politischen Führer des Westens endlich, die Menschen ernst zu nehmen und ich habe noch etwas die Hoffnung, die Menschen hier erwachen aus ihrer Lethargie. Vielleicht schafft "Endstation" einen Beitrag, ungewollt oder gewollt.....
    auch dank des "blogs" hier.
    Hatte nach einem Beitrag von Michael gezielt die webadresse von egoisten gegoogelt, vielleicht gab es deswegen später den "run" von dem er berichtete.....:-)

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  30. @gegoogelt
    gemeint ist, per mail verbreitet,

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  31. :-) Ingrid: Auf NDR 3 lauschte ich gerade noch einem Gespräch, das Ulrich Wickert und Bernd Eichinger, im Sommer 2010, miteinander führten. Eichinger starb, am 24.1. 11, im Alter von 61 Jahren.

    Er arbeitete als Filmproduzent, Drehbuchautor und Regisseur. Zwei seiner bekannteren Filmproduktionen sind: "Die unendliche Geschichte", "Der Name der Rose".

    Kurz vor Schluss, da kam das Gespräch auf die aktuelle Neuübersetzung des Buches:
    „Anna Karenina“ von Leo Tolstoi. Dazu Eichinger, den Sinne nach: Ich werde das lesen, gerade daher, das mich die, mir bisher bekannten, Übersetzungen des Buches verärgern.
    Obwohl ich kein Russisch kann, ich merke, dass es nicht so doll übersetzt ist, wie es sein sollte.

    Wie es sein „sollte“! Woher so eine, seine Aussage? Meiner Erfahrung nach allein daher, er hat zuvor von anderen Tolstoi- Texten „gute“ Übersetzungen gelesen. Und, im Hinblick auf die angesprochenen Übersetzungen, der Aussage seines „Riechers“ trauend, sagt er, ne, so geht’s nicht.

    Mit „Riecher“ will ich sagen, sich in die Güte solcher Übersetzungen einfühlend, erlangte er dabei ein Empfinden davon, wie Tolstoi sich bewegt, welche Bewegungsformen er dichtend in seine Werke einfließen lässt.

    Dafür bedarf es einer „freien“ Nase. Jetzt siehst Du, ich sehe das als einen Vorgang. Was?
    Frei von etwas und frei für etwas. Zurück! Also, dafür bedarf es eines freien „Riechers“ und so einer Seelensubstanz, die mitgeht. Also den Gerüchen folgt. Spuren nachgeht, also liest. Eichinger ist da ein Spurenleser.

    Also jemand, der Kunde davon geben kann, wovon eine Spur herrührt. Wieso kann er das?
    Heißt es doch, künden, das sei Engeln vorbehalten.

    Er kann es von daher, weil er einmal Zeuge eines ganzen Vorganges war. So eines Vorganges, bei welchem das sonst, bei einer hinterlassenen Spur Abwesende, anwesend tätig ist, indem es im Werden der Welt handelnd, dieser Welt eine Tat eingliedert.

    Solche Vorgänge, die kann jedoch allein immer bloß derjenige bezeugen, der zugleich der Erzeuger von, im Nachherein zu bezeugenden, Vorgängen ist.

    In letzter Instanz ist Eichingers freies Empfinden für die Güte einer „Übersetzung“, Selbstaussage! Also ist er als Spurenleser ebenso ein Fährmann. Ein Über- Setzer.
    Über den Fluss „Oder“, den Zweifelstrom, der dahinfließt zwischen den Ufern der Länder, die Flüsse ohne Ufer durchströmen.

    Bevor ich zu tippen begann, da dachte ich, der Text wird einen ganz anderen Verlauf nehmen.
    Das, mein „ich dachte“, das habe ich dann aber meinem Schnupftuch übergeben. Danach hab ich meinem „Riecher“ freien Lauf gelassen.

    Es grüßt von der „Waterkant“, Burghard

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  32. Lieber Ernst,

    "(Liebe Ingrid, auch ich bemerkte die "Umkehr"!!!)"
    Ja, dasd ist mir klar - ich bin mir zwar nicht ganz sicher, ob es eine "Umkehr" ist (dazu müßte ich die "vorige Richtung" mit der "jetzigen" vergleichen, das kann ich wohl selbst dann nicht, wenn ich das Buch gelesen habe - schließlich: wann ist "vorher"? :-) ); aber ich habe Deinen ersten Kommentar hier mit Interesse und viel Zustimmung gelesen.

    Michael hat vor kurzem auf ein Buch aufmerksam gemacht, das ich Dir in diesem Zusammenhang ans Herz legen möchte.

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  33. @Burgahrd - ich mal mit kurzer Einmischung ins werdende Gespräch:

    "Es grüßt von der „Waterkant“, Burghard"

    Hier an der Waterkant ist naturgemäß der Riecher frei und Wasser bringt zum Fließen, denn frische Luft und Meer sind ja immer reichlich vorhanden :-))
    Habe leider N3 nicht gesehen, nur gestern abend dann woanders etwas über Eichinger..verpasst schade..
    Von Tolstoi habe ich nun mehr 'gesehen' (und ich musste aufpassen ihn dabei nicht zu verschlingen ;-))) -
    Und nach Jahren frage ich hier nun erneut auch dich einmal: Kennst du vielleicht das wohl recht unbekannte Büchlein Tostois "Vom Glück des Nichttun"? Hier klingt Fernöstliches an, Lao Tse, WUWEI usw...Steiner hatte es Anfang des 20ten gelesen und auch wärmstens empfohlen...habe es jedoch nirgends gefunden...;-))...

    fast möchte man sagen: So ist das eben mit dem Tun und Nichttun ;-) bzw. Finden und Nichtfinden..

    LG

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  34. Lieber Burghard, es ist einfach zu schade, dass Deine Vorstellungen im Fluss der Facebook- und Kommentarwirbel so schnell davon treiben. Ich habe ja schon ein paar auf einer Website "gerettet". Mach doch ein eigenes Blog, da steht es länger und es können sich vielleicht die Gespräche anschließen, die Du suchst.

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  35. :-)Michael: Ach wat,als'n Bruder der Lukasgilde kennste dat doch, vom Pinseln...isn Bildchen mal fettich, schlummern darunter 2o andre....

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  36. Irgend jemand muss es ja machen, also mach es doch selbst. Wenn drunter immer mehr schimmert, sich abschält und zum Bild (oder Wort) wird, um so besser.

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  37. Lieber Burghard,

    "Heißt es doch, künden, das sei Engeln vorbehalten."

    Ich
    glaub',
    es gibt
    vielleicht
    Augenblik-
    ke im Leben,
    wo ein rein Verhältnis
    zwischen Gottheit und Menschheit ist,
    so daß die Menschennatur
    sich dazu eignet,
    das zu übernehmen,
    was die Menschen
    Botschaft Gottes
    nennen, also
    das Amt der
    E n g e l
    verrich-
    ten.


    (Bettine von Arnim, "Die Günderode")

    :-)
    Ingrid

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  38. Liebe Ingrid,
    "Michael hat vor kurzem auf ein Buch aufmerksam gemacht, das ich Dir in diesem Zusammenhang ans Herz legen möchte."

    Es ist ja mehr als der Inhalt, da Du das "Herz" erwähnst, also eine beabsichtigte mögliche Wirkung, bzw. Erkenntnis?!
    Interessanter Buchtitel, habe die Buchbesprechungen gelesen, zuletzt das Problem gesehen, welches die deutsche Übersetzung mit sich bringt.
    Natürlich kann das "online" -Sein das Gehirn verändern, weil zuvor das Bewußtsein sich verändert.
    Ich selbst hatte jahrelang nur ab und zu bei meinem Bruder über Anthroposophie etc. gegoogelt. Erst als nächtens aus den Christuswelten der Hinweis, die Anregung erfolgte, solle ins Internet, wurde entsprechender Computer angeschafft.
    Nun ergab sich, das versenden von mails erbrachte Bilder von Personen, welche direkt angeschrieben wurden. Machte das Experiment, tatsächlich antworteten mehrere Personen, die Bilder entstammten ihren Lebensläufen, Lebenserfahrungen. Fragte ja im vorigen blog einmal, welche Erfahrungen Dritte haben und sie werden sie wohl auch haben.
    Was mir auffiel in den Buchbesprechungen, die Befürchtungen Sokrates vor der Schriftsprache. Hier fällt ein, wie Rudolf Steiner davon spricht, wir werden wieder von der Schriftsprache zur Bildersprache reifen und damit individuell wohl in Urbilder eintauchen.
    Das bildhafte Internet trägt vielleicht hierzu bei.

    Eine andere starke Erfahrung: ein Rundschreiben einer Person ermöglicht die Wahrnehmung von Bildern. Das letzte Mal die "Zündkapsel", das Bild war stark. Als "Ich" die Zündkapsel in der Hand. Das Bild löste sich: Moskau, wo wirklich viele Menschen "zusammenklappten".

    Vielleicht erlebe ich Dein Anliegen (Herz) in der Nacht,
    Gute Nacht
    Ernst

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  39. Liebe Ingrid,
    es ist für mich nun doch nicht notwendig, mit der Angelegenheit in die Nacht zu gehen.
    Klickte noch den link zu dem Hinweis von Michael an, las auch Deinen Beitrag und erkannte Dein Anliegen.
    Bin da irgendwie der Gegenwart voraus, da zu der Schrift Bilder entstehen, wobei mir bewußt ist, dieser Vorgang liegt in der Verantwortung Dritter, manche mögen Engel, Schutzengel usw. dies nennen. Hier habe ich absolutes Vertrauen, was mit Menschen so nicht möglich ist. Erspürte nicht Dein Anliegen im Tagesbewußtsein, kann es jetzt verstehen.
    Passt ja zu den Hinweisen zu Steiner, zur Schrift, danke.

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  40. Lieber Ernst,

    nun bin ich allerdings doch nicht ganz sicher, ob Du "mein Anliegen" nach meinem damaligen Kommentar ganz richtig erkannt hast.

    Ich möchte daher hinzufügen: in "The Shallows" geht es Nicholas Carr keineswegs etwa um eine "Klage", daß die Entwicklung so verläuft, wie sie nunmal verläuft. Er erkennt immer auch das "Gute" daran, das wir alle nicht mehr missen wollen - aber dieser (wie jeder) "Fortschritt" comes at a cost, hat seinen Preis.
    Es geht einfach darum, diesen "Preis", also das, was man aufgibt, nicht aus dem Bewußtsein zu verlieren.
    Der "Zufall" wollte es, daß ich dieses Buch las, kurz nachdem ich mich mit den letzten "Leitsatzbriefen" über das "Michaelzeitalter" aus GA 26 beschäftigt hatte - und auch das fand ich sehr interessant.

    Gute Nacht!
    Ingrid

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  41. Guten Morgen Ingrid,

    "mein Anliegen",
    würde sich ja auch nicht erschließen, wenn ich GA 26 lesen würde, zusammen mit dem Buche.

    Denn "Dein Anliegen" ist ja ganz Deine Erkenntnis, die Du mir erst übermitteln müsstest. Das vage mit dem "Herz" kann erst einmal Dein Anliegen nicht erschließen.

    Und doch hat sich dazwischen nun Erkenntnis gebildet, ohne durch die Nacht gehen zu müssen.

    Heute Morgen der intensive Gedanke, wie Gott Außen zu Gott Innen werden muß.
    (bevor ich Deine letzte Mitteilung las)

    Ich machte mich nun daran, Deinen Hinweis zu studieren, hinsichtlich GA 26 und finde dieses Gedankenerlebnis dort ausgedrückt. Die Sonne von Außen entsteht im Inneren. Schaue noch mal nach: "sonnengeführt". Es ist ein heilsamer Satz und verdeutlicht, warum die Anbetung des Allerheiligsten zu einer inneren Erleuchtung führen muß, um fruchtbar zu werden. Las vor Jahren von einem Manne, der von Katholiken erzogen wurde. Er erzählte, wie er in einen Raum geführt wurde, der ganz schwarz ausgekleidet war, zur Anbetung des Allerheiligsten. Er hatte dann dieses innere Sonnenerlebnis und blieb der Katholischen Kirche als Institution doch fern, obwohl er dankbar blieb für dieses innere Erlebnis.
    Es fehlte innerhalb der AAG-Bewegung an diesen inneren Sonnenerlebnissen.
    Es mag überheblich klingen,
    meine Ehefrau hatte letzte Nacht das Erlebnis, wie Nichts auf der Erde, kein Wesen, kein Ding, kein Ereignis meine Person erschüttern kann. Es hilft ihr (und gerade "klopfte" -morsemäßig aus einem anderen Stockwerk- meine Ehefrau, damit ich den Deutschlandfunk einschalte; es wird zum Kruzifixurteil erkenntnismäßig berichtet, von einer Tagung, da dies alles besprochen wird, Experten den Beschluß verteidigen; möglicherweise als Vorgebärde zum EGMR-Urteil demnächst.)
    Dieses Außen-Innen es wirkt auch hier.
    Ich wußte erst nicht, ist Dein "Anliegen" mit dem "Herz" ein moralischer Prozeß, da meine Person erst einmal von Dritten stets "angepißt" wird, so wie Herr Gronbach mich für einen Schwarzmagier hält :-)

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  42. Lieber Ernst,

    ich möchte sicherheitshalber ganz ausdrücklich festhalten:

    Weder habe ich im Sinn, Dich oder sonstjemanden "anzupissen". So etwas liegt mir nicht.

    Noch auch habe ich ein spezielles "Anliegen" in Bezug auf Dich, indem ich Dir etwa eine eigene Erkenntnis "übermitteln" wollte - dazu müßte ich glauben, daß meine "Erkenntnisse" für Dich irgendwie besonders wichtig seien - das tu ich aber nicht.

    Ich habe nur eine Buchempfehlung ausgesprochen; ich dachte, nach dem, was Du in Deinen ersten Kommentar hier über die "Problematik des Zitierens" (aus dem Zusammenhang gerissener Stücke) geschrieben hast, daß es Dich interessieren könnte.
    Und mit "ans Herz legen" meinte ich, daß man dieses Buch (trotz des scheinbar so "verstandesmäßigen" Themas) auch mit dem Herzen lesen kann, nicht nur mit dem intellektuellen Verstand.
    Wenn ich mich getäuscht habe und es Dich doch nicht interessiert, ist das natürlich auch kein Problem für mich!

    Herzlichen Gruß,
    Ingrid

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  43. Liebe Ingrid,
    "Michael hat vor kurzem auf ein Buch aufmerksam gemacht, das ich Dir in diesem Zusammenhang ans Herz legen möchte."

    "das ich Dir in diesem Zusammenhang ans Herz..."
    das ist schon "mein Herz", welches Du ansprichst und so blieb offen, warum Du etwas Unbekanntes mir ans Herz (und es ist mein Herz) legen wolltest. Natürlich ging ich davon aus, daß Du nicht wie Viele meine Person als Reizfläche nimmst.
    Ist Dir entgangen, wie zwar nicht durch die Nacht, also in der Nacht, sondern am Morgen, das was Du in GA 26 erwähnst, sich als Gedanke bildete, insofern sich Dein Hinweis gedanklich realisierte

    @Endstation

    es ist doch so, da werden Erkenntnisse Steiners hinsichtlich der Völkerentwicklung als Irrtum benannt, also der Samen des Zweifels genährt, was für sich ja erst einmal in Ordnung ist.
    Schwieriger wird nun ein Umstand:
    Steiner spricht einmal davon, er wolle nicht, Menschen erfahren davon, manchmal spricht gar nicht er, sondern Geistige Wesen durch ihn.
    Das erinnert an "Daskalos", der beschreibt, wie er manchmal aus seinem Körper heraustritt und Johannan hält einen "Vortrag" in der "Stoa".

    Es würde erklären, warum solch doch schwierige Zusammenhänge der Welt, der Entstehung der Menschheit berichtet werden, die "so" gar nicht aus einem menschlichen Bewußtsein stammen können.

    Insofern kann menschliches Bewußtsein im konkreten Falle gar nicht urteilen, sondern es bedarf einer ganz anderen Bewußtseinssphäre, die der Engel usw..

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  44. :-) Ingrid: Ja, die Bettine, tolle Frau! Noch toller als sie ist ihre "Gründer-Ode", die sie da für uns singt. Danke! Burghard

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  45. Liebe Ingrid,

    zum Verständnis:
    es gibt das Sprichwort, Jemanden etwas ans Herz legen.
    Intention des Sprichwortes ist, Jemanden liebevoll (Herz) auf etwas aufmerksam machen, was notwendig ist.
    Mir war nun nicht klar, was Du konkret mir ans Herz legen wolltest. Deine Erklärung, mit dem Herz lesen, hat mit dem Sprichwort nichts zu tun. Tatsächlich rätselte ich ziemlich lange.... . Es ist möglicherweise schon ein verschiedenes Denken bei Mann und Frau vorhanden, was als Quelle von Mißverständnissen hinzukommt.... ..Friede.....

    Ernst

    Verständnis für die "Vorsicht" meiner Seele kann dadurch entstehen, wenn in Bewußtsein genommen wird, im Hintergrund ringen gewaltige Kräfte Roms, am heutigen Tage.
    Hierzu zwei links von heute, die dies verdeutlichen

    http://kath.net/detail.php?id=29893

    Heute Morgen im DLF

    http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/01/27/dlf_20110127_0941_d39ef221.mp3

    Da hätte ein Herr Mackay, Frau Glöckler, Bodo von Plato in die Schatzkiste Rudolf Steiners greifen können, um die notwendigen Gedanken mitzubilden, welche notwendig sind, damit die Fronten sich klar bilden. Es wird keinen Wischi-Waschi-Frieden geben, sondern eine Geistige Auseinandersetzung um das "Ich-Bin" geben, wie Steiner dies prophezeite. Aber vielleicht finden sich die notwendigen Impulse hierzu in "Endstation"?! :-)

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  46. Ich freue mich immer, wenn Burghard zum Dichten kommt. Oft schon hat es verknöcherte Fronten wieder gelockert, hat Humor, Bewegung, Rhytmus und Luft zugelassen, sodass wieder freiere Gedanken fließen konnten.
    Und wie Manroe eben schrieb:
    "Kann etwas wirklich Eigentum sein im Sinne von Besitz, wenn es wahrhaftig ist(?)"

    In seinem Dichten sprudelt oft etwas Wahrhaftiges - das behält er nicht für sich, das schenkt er her.
    Danke Burghard

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  47. Ich habe mir mit Verspätung die zweite Leseprobe angesehen. Leider hatte die erste einen solch bescheidenen Eindruck auf mich gemacht, dass ich kaum Interesse auf eine Fortsetzung hatte.
    Gegen meine Erwartungen finde ich diesen Auszug inhaltlich viel interessanter. Stilistisch gefällt mir das Buch weiterhin nicht besonders. Das kontinuierliche Erwähnen von Alkohol wirkt auf mich wie an den Haaren herbeigezogen. Ich möchte bei jeder Wiederholung den Autoren raten, sich doch mal eine Ekstase zu gönnen, damit sie aufhören können, immer wieder darüber zu reden.
    Für mich war diese 2.Leseprobe informativ, lehrreich und sehr ernüchternd. Ich kenne bisher nur das memorandum, dessen Inhalt ich als Neuankömmling i.d.Anthroposophie, nach ersten Schwierigkeiten, dann doch verdaut habe. Das vorgestellte Buch stellt für mich irgendwie eine Fortsetzung der im memorandums angesprochenen Themen dar. Dass es weitgehend auf verächtliche Aussagen verzichtet, ist für mich als Leser sehr wichtig. Aus dem Grunde, weil ich mich selbst noch nicht frei davon gemacht habe und ich Sprache, die Verachtung transportiert als zerstörerisch empfinde.
    Der Auszug aus GA 174b/S36 stellt für mich ein enormes Problem dar. Ich finde diese Äußerungen derart dumm, dass es mich sprachlos macht. Es ist für mich in diesem Moment nicht klar, wie ich mit dem Werk Steiners weiter umgehen kann. Ingrid meinte einmal auf meine Frage, ob in Steiners Denken ein Mandela oder ein Yunus Platz gehabt hätten, sie denke, dass Steiner sicherlich niemanden auf Grund seiner Hautfarbe diskriminiert hätte.
    Das war eine große Fehleinschätzung.
    Auch wenn die Autoren meinen, dass es sich bei diesen Äußerungen weniger um Rassismus, sondern vielmehr um Tipologisierungen handle, so macht das für mich keinen Unterschied, denn das sind zwei Seiten der gleichen Medaille.

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  48. Liebe ZuL, schön dass du wieder da bist:-)

    Ich kenne das sehr gut was du schreibst...Eine Frage aber: Glaubst Du nicht, dass Du, wenn Du Dich einen Moment frei machst von dem Frust mit Steiner, etwas in Dir findest, was auch unabhängig von Steiner wunderbar existieren und glücksverheißend sein könnte? Etwas ganz Eigenes?

    Erinnerst Du Dich noch an die "Blockhütte" vor der Du saßest an einem warmen Sommerabend, um dort dem Burghard beim *Malen und Dichten* zu lauschen? .. Du hieltest die Augen geschlossen und wärst fast eingeschlummert, friedvoll...
    Jemand brachte ein Glas mit frischem Wasser, welches nie leer zu werden schien...aus einer Quelle stammend, die nimmer aufhört zu sprudeln... - Dieser Jemand bist auch Du ... ok, manchmal auch jemand anderes, vielleicht ein Freund, ein Wirt und Wasserträger oder jemand, der den Stab auf den Felsen geschlagen hatte...

    Dann noch eine Frage: Könntest Du Steiner verzeihen? Ich versuche es, da er mich auch zu mir selbst geführt hat, auch im Frust, hat Eigenes geweckt!...Er war ein Mensch seiner Zeit und trotz diverser Grenzüberschreitungen, hat er viel Wertvolles gebracht, so wie Tausende vor ihm (die auch ihre Macken hatten).

    Wir sind nun Menschen UNSERER Zeit - vielleicht und Gott sei Dank - ganz Eigen-Sinn-Menschen so im Sinne Hermann Hesse's und nicht mit Verbohrtheit zu verwechseln :-)
    Inkarnationen, die vielleicht sogar in der Tendenz und Zeitqualität viel universeller und mit schöner Weite begabt sind, aber natürlich AUCH mit Fehlern...Dennoch mit gutem Willen ausgestattet -teils völlig Neues bringend und auch suchend, frisch und unverbraucht...

    Und ich sage jetzt wiedermal ganz naiv - auch wenn Du am liebsten gleich wieder ins Erwachsenen-Landia flüchten würdest:

    Man könnte uns auch Glückskinder nennen :-)

    Herzliche Grüße

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  49. Lieber Steffen,
    auch ich freue mich, Dich wieder zu treffen! Sehr gut erinnere ich mich an unsere geglückte Zeit in der „Blockhütte“ - nicht zu vergessen den Pergola-Zubau!
    Meine erste Reaktion auf Deinen herzlichen Brief war – welch lieber Mensch! Es sind ja auch Menschen wie Du und Andere, die ich hier kennen gelernt habe, die ich als wahrhaft empfinde.
    Ich flüchte nicht ins Erwachsenen-Landia, sondern erwache ins ErwachsenLandia. Nicht einfach während ich in meinem Umfeld anthrop.Menschen kenne und sehr schätze, die aber noch im Volltraum sind.
    Nun ist die anthrop.Welt ja nicht mein Halt im Leben, sondern stellt unter Anderem und unter Gewordenem einen weiteren, relativ neuen und sehr faszinierenden Zugang in die spirituelle Welt dar. Etwas, das ich sehr zu schätzen gelernt habe.
    Das Verdauen solcher Neuigkeiten braucht Zeit. Ich dachte, mit dem memorandum wären alle kritischen Punkte angesprochen worden. 14 sehr problematische und 76 weniger problematische Äußerungen, insgesamt weniger als 1% des Gesamtwerkes.
    Unabhängig von den Hinweisen des memorandums waren mir aber auch schon andere Verzerrungen aufgefallen. So etwas ist fast in jedem Buch, das ich bisher gelesen habe, zu finden. Wenn es so offen daherkommt, wie bei o. B., ist es ja leicht als solches erkennbar. Sehr oft erscheinen solche Verzerrungen aber viel subtiler.
    Ich glaube, dass das memorandum nur ein Beginn war, und dass man ganz gezielt dosiert hat, weil es ansonsten nicht annehmbar gewesen wäre - und dass jetzt Bücher wie Endstation Dornach mit der Aufklärungsarbeit fortsetzen.
    Michael hat einmal gesagt: „Die Perlen muss man sich schon suchen“ und ich erkenne, wie wahr das ist.
    Dass ich auch schon einige gefunden habe hilft natürlich beim Verdauen.
    Liebe Grüße

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  50. Ich stelle mir ein Weltenkonzert vor.
    Jedes Instrument repräsentiert eine bestimmte Kultur und all die unterschiedlichen Töne schaffen ein Konzert der Weltenklänge.
    Steiner spielt dabei die 1.Geige und so wie die 1. Geige eine wichtige Aufgabe hat, ist ihr Spieler auch ganz überzeugt davon, dass sein Instrument von ganz besondrer Bedeutung sei. So denkt auch jeder andere Spieler, denn er hat ja sein Instrument gewählt, weil ihm dieses als das Wertvollste und Geeignetste erschien und siehe da - so ist es - und es entsteht ein wunderbarer Weltenklang.
    Nun beginnt die 1. Geige zu denken, ich bin doch die Beste von Allen, mein Holz ist besser, als das des Violoncellos, außerdem ist mein Körperbau doch soviel raffinierter, meine Töne viel höher - ich übernehme auch das Spiel des Cellos, das mit seinem alten Körperbau, mir scheint, ja schon sehr überholt ist. Es war zwar mal für etwas gut – um den Körperbau meiner Geige vorzubereiten, man sieht wie geglückt ich bin - denkt sie weiter, heute gipfelt alle Schönheit in meiner Geige.
    Und so beginnt die 1.Geige hineinzuspielen in die Melodie des Cellos und auch so manche Klarinette übertönt es, und, ach dann, auch das Klavier ist ja schon ganz verstimmt – so denkt die 1. Geige, ich übernehme auch diesen Teil, denn meine Geige ist nun mal eine 1. Geige.
    So übertönt sie alles, spielt hinein in des Andren Raum und macht zunichte
    was einmal hätte sein können - ein Konzert der Weltenklänge.

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  51. Lieber Steffen,
    danke für Deine Zeilen an zuhörerundleser.
    //////////

    Natürlich dient "Endstation" keineswegs der Aufklärung. Impuls bleibt (noch) im Dunkeln.
    Da wo "sie" über Steiner herfallen, in ungehobelter, burschikoser Art und Frechheit (Alkoholsaufen), zeigen sie eine gewisse, möglicherweise gezielt, nicht angewandte Bildung.

    Sri Aurobindo bezeichnete ebenfalls die verschiedenen Charaktere von Volksseelen und da fällt manches nicht schmeichelhaft aus, etwa über das türkische Volk (nicht Individuum).

    Wird nach Seite GA 174b/S36 weiter gelesen, wird verständlich, warum die "Weißen" so missionarisch über die Völker der Erde hergefallen sind, die "Farbigen" zu bekehren.

    Erst die zahlreichen, intimen esoterischen Hinweise Steiners ermöglichen es, Christus zu verstehen. Nach äußerer Geschichte muß Christus abgelehnt, verneint werden, da "ER" letztlich nur ein scheinheiliges Moralgebäude für die Gegenwart "zimmerte".

    Wer bei den Vorträgen Steiners stehen bleibt, wird Steiner verneinen müssen. Wer die Schwelle von Tag/Nacht und Geburt/Tod eigenständig überschreiten lernt, etwa die vielen Hinweise Steiners als wahr erlebt, wo er über das Wesen der Träume Hinweise gibt, als Stufenleiter Geistigen Erlebens, wird Widersprüche und auch reale Irrtümer im Werke Steiners umschiffen.

    Es gilt aber: Steiners Werk kann Grundlage für schlimmste seelische Verstimmungen werden.

    Gerade dieser Tage sagte mir ein Freund, der vor vielen Jahren selbst die "Geheimwissenschaft" Steiners fand, wie ihn über viele Jahre die Hinweise Steiners zu den Schwarzmagiern in Mexiko belasteten. Es handelte sich um Schilderungen Steiners, welche zeitgleich mit dem sog. Mysterium von Golgatha in Mexiko stattfanden.

    Da der Mann aus einem katholischen Elternhaus stammte, hatten die Schilderungen Steiners besondere Wirkung auf seine Seele.

    Meiner Ansicht nach dient die christliche Religion in Europa gegenwärtig dazu, um Menschenmassen regieren zu können. Wir brauchen ein freies Christentum und insofern dient "Endstation" nicht so sehr der Aufklärung, als der Impulsgebung, ein Impuls den sogar Herr Niederhausen auf seiner website für Herrn Grauer und CO ausdrücklich anerkennt.

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  52. Lieber Ernst,
    für mich hatte obige Leseprobe schon etwas aufgeklärt. In dieser scheinen die Autoren auch nicht so über Steiner herzufallen. Wie schon erwähnt, empfinde ich deren Sprachstil nicht geglückt. Ich denke, es ist eine hohe Kunst kritisch/sachlich zu sein, nicht in die emotionale Falle zu gehen und doch lebendig zu bleiben.
    Es braucht natürlich die not-wendige Tiefe, um herauszudestillieren, was Un-Sinn und was tatsächlich Spirituelles ist. Ob die Autoren über die entsprechende Tiefe und auch über eine not-wendige Würdigung des Werkes Steiners verfügen, kann ich nicht beurteilen.
    Vielleicht ist es wirklich stimmiger von Impulsgebung zu sprechen.
    Das scheint mir auch ein wichtiger Beitrag zu sein.

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  53. Hallo Zul und Ernst, will jetzt gar nicht mehr so viel schreiben bzw. antworten, außer - danke für Eure offenen und interessanten Gedanken!
    (-: und Weltenkonzert - sehr schön :-)

    P.S: Also, so ein Realo-Treffen mit den Egoisten könnte ich mir mittlerweile auch sehr gut vorstellen...wäre bestimmt sehr interessant, locker und nett...Vielleicht ja wirklich in irgendeinem netten Blockhaus-Lokal, so mit Terasse und duftenden Lindenbäumen im Hof..(und ruhig auch mit gutem Wein und etwas Essen, nicht nur mit frischem Quellwasser)

    Gute Nacht!

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  54. Hallo ZuL :-)
    Will noch sagen: Michaels Äüßerung mit dem Perlen-suchen bei Steiner, das sehe ich auch so....es klingt fast so wie bei Paulus: "Prüfet alles und das Beste behaltet" (wiederum, viele wenden das ja auch bei dem Paulus selbst an ;-))

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  55. Liebe ZuL,

    ich habe leider im Moment nur sehr sehr wenig Zeit für die "Egoisten" - aber darauf möchte ich Dir dennoch endlich antworten:
    "Ingrid meinte einmal auf meine Frage, ob in Steiners Denken ein Mandela oder ein Yunus Platz gehabt hätten, sie denke, dass Steiner sicherlich niemanden auf Grund seiner Hautfarbe diskriminiert hätte.
    Das war eine große Fehleinschätzung."


    Nein. Ich bin mir noch immer vollkommen sicher, daß das keine Fehleinschätzung war.

    Als Beleg hier zunächst ein Zitat aus der "Philosophie der Freiheit", Hervorhebungen fett von mir:

    "XIV. Individualität und Gattung

    Der Ansicht, daß der Mensch zu einer vollständigen in sich geschlossenen, freien Individualität veranlagt ist, stehen scheinbar die Tatsachen entgegen, daß er als Glied innerhalb eines natürlichen Ganzen auftritt (Rasse, Stamm, Volk, Familie, männliches und weibliches Geschlecht), und daß er innerhalb eines Ganzen wirkt (Staat, Kirche und so weiter). Er trägt die allgemeinen Charaktereigentümlichkeiten der Gemeinschaft, der er angehört, und gibt seinem Handeln einen Inhalt, der durch den Platz, den er innerhalb einer Mehrheit einnimmt, bestimmt ist.
    Ist dabei überhaupt noch Individualität möglich? Kann man den Menschen selbst als ein Ganzes für sich ansehen, wenn er aus einem Ganzen herauswächst, und in ein Ganzes sich eingliedert?
    Das Glied eines Ganzen wird seinen Eigenschaften und Funktionen nach durch das Ganze bestimmt. Ein Volksstamm ist ein Ganzes, und alle zu ihm gehörigen Menschen tragen die Eigentümlichkeiten an sich, die im Wesen des Stammes bedingt sind. Wie der einzelne beschaffen ist und wie er sich betätigt, ist durch den Stammescharakter bedingt. Dadurch erhält die Physiognomie und das Tun des einzelnen etwas Gattungsmäßiges. Wenn wir nach dem Grunde fragen, warum dies und jenes an dem Menschen so oder so ist, so werden wir aus dem Einzelwesen hinaus auf die Gattung verwiesen. Diese erklärt es uns, warum etwas an ihm in der von uns beobachteten Form auftritt.
    Von diesem Gattungsmäßigen macht sich aber der Mensch frei. Denn das menschlich Gattungsmäßige ist, vom Menschen richtig erlebt, nichts seine Freiheit Einschränkendes, und soll es auch nicht durch künstliche Veranstaltungen sein. Der Mensch entwickelt Eigenschaften und Funktionen an sich, deren Bestimmungsgrund wir nur in ihm selbst suchen können. Das Gattungsmäßige dient ihm dabei nur als Mittel, um seine besondere Wesenheit in ihm auszudrücken. Er gebraucht die ihm von der Natur mitgegebenen Eigentümlichkeiten als Grundlage und gibt ihm die seinem eigenen Wesen gemäße Form. Wir suchen nun vergebens den Grund für eine Äußerung dieses Wesens in den Gesetzen der Gattung. Wir haben es mit einem Individuum zu tun, das nur durch sich selbst erklärt werden kann. Ist ein Mensch bis zu dieser Loslösung von dem Gattungsmäßigen durchgedrungen, und wir wollen alles, was an ihm ist, auch dann noch aus dem Charakter der Gattung erklären, so haben wir für das Individuelle kein Organ.
    Es ist unmöglich, einen Menschen ganz zu verstehen, wenn man seiner Beurteilung einen Gattungsbegriff zugrunde legt.
    "

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  56. Fortsetzung aus der PdF:
    "Am hartnäckigsten im Beurteilen nach der Gattung ist man da, wo es sich um das Geschlecht des Menschen handelt. … Wer eine Erschütterung unserer sozialen Zustände davon befürchtet, daß die Frauen nicht als Gattungsmenschen, sondern als Individuen genommen werden, dem muß entgegnet werden, daß soziale Zustände, innerhalb welcher die Hälfte der Menschheit ein menschenunwürdiges Dasein hat, eben der Verbesserung gar sehr bedürftig sind.
    Wer die Menschen nach Gattungscharakteren beurteilt, der kommt eben gerade bis zu der Grenze, über welcher sie anfangen, Wesen zu sein, deren Betätigung auf freier Selbstbestimmung beruht. Was unterhalb dieser Grenze liegt, das kann natürlich Gegenstand wissenschaftlicher Betrachtung sein. Die Rassen, Stammes, Volks, und Geschlechtseigentümlichkeiten sind der Inhalt besonderer Wissenschaften. Nur Menschen, die allein als Exemplare der Gattung leben wollten, könnten sich mit einem allgemeinen Bilde decken, das durch solche wissenschaftliche Betrachtung zustande kommt. Aber alle diese Wissenschaften können nicht vordringen bis zu dem besonderen Inhalt des einzelnen Individuums. Da, wo das Gebiet der Freiheit (des Denkens und Handelns) beginnt, hört das Bestimmen des Individuums nach Gesetzen der Gattung auf.
    Nur in dem Grade, in dem der Mensch sich in der gekennzeichneten Weise frei gemacht hat vom Gattungsmäßigen, kommt er als freier Geist innerhalb eines menschlichen Gemeinwesens in Betracht. Kein Mensch ist vollständig Gattung, keiner ganz Individualität. Aber eine größere oder geringere Sphäre seines Wesens löst jeder Mensch allmählich ab, ebenso von dem Gattungsmäßigen des animalischen Lebens, wie von den ihn beherrschenden Geboten menschlicher Autoritäten.
    Für den Teil, für den sich der Mensch aber eine solche Freiheit nicht erobern kann, bildet er ein Glied innerhalb des Natur- und Geistesorganismus. Er lebt in dieser Hinsicht, wie er es andern abguckt, oder wie sie es ihm befehlen. Einen im wahren Sinne ethischen Wert hat nur der Teil seines Handelns, der aus seinen Intuitionen entspringt. Und was er an moralischen Instinkten durch Vererbung sozialer Instinkte an sich hat, wird ein Ethisches dadurch, daß er es in seine Intuitionen aufnimmt. Aus individuellen ethischen Intuitionen und deren Aufnahme in Menschengemeinschaften entspringt alle sittliche Betätigung der Menschheit. Man kann auch sagen: das sittliche Leben der Menschheit ist die Gesamtsumme der moralischen Phantasieerzeugnisse der freien menschlichen Individuen. Dies ist das Ergebnis des Monismus.“

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  57. Als ich diese Stelle vor längerer Zeit bei den "alten Egoisten" schon einmal anführte (aber damals warst Du noch nicht dabei, und diese Kommentare sind längst weg, also darf ich es hier wohl wiederholen), schrieb ich auch noch etwa das:

    In seinem Buch "Dreams from My Father", erstmals erschienen 1995, schildert Barack Obama die Schwierigkeiten bei der Suche nach seiner eigenen Identität zwischen den unterschiedlichen Rassen und die Überzeugung, zu der er schließlich kommt - es ist ein ganz ähnliches Ergebnis wie das oben dargestellte, und ich "sehe" geradezu, wie Rudolf Steiner allermindestens bekräftigend nickt:

    "Only a lack of imagination, a failure of nerve, had made me think that I had to choose between them. They all asked the same thing of me, these grandmothers of mine.
    My identity might begin with the fact of my race, but it didn't, couldn't, end there.
    At least that's what I would choose to believe."


    Liebe ZuL, ich finde, es ist ein sehr problematisches Unternehmen, einzelne Sätze aus einem Gesamtzusammenhang zu reißen und dann anhand dieser Sätze zu beurteilen, was damit gemeint sein könnte.

    Wenn Du Dir darüber ein fundierteres Urteil bilden möchtest, würde ich Dir zunächst den Vortrag Die geistigen und sittlichen Kräfte der gegenwärtigen Völker im Lichte der Geisteswissenschaft (vom 6. Mai 1920) empfehlen, denn er enthält so etwas wie eine "Einführung" in dieses Thema.

    Ich möchte hier keineswegs behaupten, daß alles, was Rudolf Steiner jemals zum Thema "Volk" oder "Rasse" oder "Kultur" gesagt hat, vollkommen wahr und richtig und "gut" war… ich kann das bisher einfach nicht beurteilen.
    Aber ich finde schon, daß er es sich verdient hat, im Zusammenhang gelesen zu werden, statt daß man sich über einzelne "Schnipsel" empört, die möglicherweise ein falsches, ganz sicher aber ein unvollständiges Bild geben.

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  58. Vor einigen Tagen, genau in der Zeit, als ich die rassistischen Kommentare Steiners las, habe ich mit einer Jüdin gesprochen, die das KZ Birkenau überlebt hat. 20 Jahre lang war es ihr nicht möglich über ihre Erfahrungen zu sprechen. Heute spricht sie darüber. Nach 40 Jahren besuchte sie zum 1. Mal wieder das KZ und durchwanderte all die Räume und Gebäude, in denen sie 5 Jahre lang die Hölle überlebte. Sie erkannte alles wieder, nur ein Gebäude erkannte sie nicht. Sie fragte die Führerin und diese erklärte, dass es sich um das Krematorium handle. Sie brach in einer Welle von Schmerz, Ohnmacht und Weinen zusammen - die auch lösend für sie war - als sie erkannte , dass ihr Bewusstsein die Existenz dieses Gebäudes gelöscht hatte, weil ein derartiges Grauen einfach nicht bewältigbar war. Der Mechanismus Nicht-sehen-zu-wollen hatte eine lebenserhaltende Funktion.
    Diesen Mechanismus gibt es auch in weniger existenzbedrohenden Situationen.
    Ich finde wenn jemand sich entscheidet, die rassistischen Bemerkungen in Steiners Werk nicht sehen zu wollen, dann handelt es sich nicht nur um eine Privatangelegenheit, sondern um eine politische Angelegenheit. Wenn derartige Verirrungen nicht klar benannt und aussortiert werden, wirken sie in der Gesellschaft weiter, da sie unbewusst von den entsprechenden Menschen getragen werden.
    Niemand steht heute gedemütigt, nackt, mit geschorenen Haaren und herausgerissenen Zähnen vor einer menschlichen Vernichtungsanlage und ist gezwungen nicht zu sehen, um nicht verrückt zu werden, sondern er/sie steht vor einem Ideal, das sie jetzt von seiner Höhe herabholen und an den rechten Platz stellen kann. Das mag schmerzhaft sein, es hat mir auch weh getan – es ist aber das Mindeste, was ich tun kann.
    Es steht für mich außer Frage, dass Steiner Nationalsozialismus abgelehnt hat, es steht außer Frage, dass er da nicht hinwollte – jedoch rassistische Abwege führen dahin.
    Viele unserer Eltern wollten nicht sehen, heute riskiert man/frau nicht ihr Leben, wenn sie hinschaut, sondern höchstens ein Ideal.
    Einmal das Ideal von seinem Podest heruntergeholt, kann man unter erweiterten Gesichtspunkten betrachten. Da ich aus einer Tradition komme, die alte Meister würdigt, möchte auch ich Steiners Werk die entsprechende Würdigung zukommen lassen. Vieles hat sich weiterentwickelt.

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  59. Liebe Ingrid,
    danke für Deine Antwort und die geposteten Ausführungen Steiners zu diesem Thema. Damit bin ich ganz mit Dir einverstanden. Hierbei ist ganz klar zu erkennen, dass sich der spirituelle Steiner ausdrückt.
    Es gibt noch einen anderen Steiner, den Steiner mit den Banal-Sagern in Bezug auf Afrikaner und deren unterentwickelten Gehirnen, in Bezug auf die Asiaten, die auch auf Grund ihrer Zurückgebliebenheit weder zu einer spirituellen, noch zu einer technischen Entwicklung fähig sein würden und jetzt das krisengeschüttelte Europa überholen – technisch u. spirituell. Das betrifft antisemitische Aussagen über den „schädlichen“ Einfluss eines Volkes auf eine angeblich moderne Gesellschaft, dessen Existenz man eigentlich als Fehler der Geschichte betrachten muss, weil es ja seinen Zyklus schon beendet hat. etc.etc.etc.
    Das kannst Du nicht beurteilen???

    Ich fühle mich nicht von Schnipseln verstört, sondern von Menschen, die trotz Tatsachen vor Augen nicht sehen wollen.

    „Ich möchte hier keineswegs behaupten, daß alles, was Rudolf Steiner jemals zum Thema "Volk" oder "Rasse" oder "Kultur" gesagt hat, vollkommen wahr und richtig und "gut" war… ich kann das bisher einfach nicht beurteilen.“

    Ingrid, ich finde bei ganz vielen Themen große Übereinstimmung mit Dir und schätze sehr Deine Ausgeglichenheit und Dein weites Wissen – in diesem Falle jedoch ermuntere ich Dich zu mehr radikalem Mut.
    Du drückst Dich so vorsichtig aus, wobei es sehr klar erkennbar ist, dass Steiner einigen absoluten Schwachsinn gesagt hat. Bodo v.Plato weist darauf hin, dass es an der Zeit ist, Steiners Schatten anzuerkennen. Hast Du Dich denn mit diesem Thema noch nicht auseinander gesetzt? Das memorandum noch nicht gelesen? Dir keine eigenen Gedanken gemacht?

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  60. Wenn man sich mit Anthroposophie beschäftigt, empfinde ich es als notwendig zu unterscheiden, wo sich der spirituelle Steiner und wo sich der durch Persönliches bedingte Steiner mitteilt. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe, die eigentlich gar nicht so schwer von einander zu unterscheiden sind.

    Die große Herausforderung für mich ist die 3. Variante von Steiners Mitteilungen: da wo sich spirituelle Mitteilungen mit subtilen Absolutheitsansprüchen und subtilem Rassismus durchmischen.
    Ich beziehe mich hier nicht auf „Schnipsel“, ich habe einige Bücher im Zusammenhang gelesen und dabei gelernt, wie wichtig es ist, aufmerksam auf solche Vermischungen zu achten.
    Das zumindest steht für mich fest. Welchen Umfang die jeweilige Variante einnimmt, kann ich nicht sagen,
    ich bin jedoch optimistisch und glaube, dass der größere Anteil an Steiners Mitteilungen spiritueller Natur ist.

    Sich über Steiner oder die Anthroposophie lächerlich zu machen, ist mir zu seicht und hat für mich auch nichts mit Humor zu tun. Ich suche eine differenziertere Betrachtungsweise, die Dekadentes aus seinem Werk herausfiltert und dabei Wertschätzung erhalten lässt.

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  61. Liebe ZuL,

    ich habe das "Memorandum" gelesen. Ich finde darin halt schon wieder nur "Schnipsel", über die gesprochen wird, noch dazu mit automatischer Bewertung - beispielsweise scheinen die Unterzeichner des Memorandums selber davon auszugehen, daß das "Triebleben" oder das "Instinktleben" etwas "Negativeres" seien als das "Denkleben" (denn in dem diesbezüglichen Steiner-Zitat findet sich eine solche Bewertung nicht!), als würde es sich dabei nicht um eine Bewertung durch die Unterzeichnenden handeln, sondern um eine ganz unumstrittene Tatsache. Und so ist es auch mit der Beurteilung der übrigen "Schnipsel".
    Ich sage damit nicht, daß es "wahr" sei, was in diesen Steiner-Zitaten gesagt wird. Ich habe die betreffenden Bücher bisher nicht gelesen. In dem Vortrag, den ich Dir angegeben habe, finde ich wohl Unterscheidungen, aber nichts im negativen Sinne "Diskriminierendes".

    Und ich weigere mich einfach, aufgrund von "automatisch bewerteten Schnipseln" ein Urteil zu fällen.
    Wie gesagt - ich habe bisher nicht alle Bücher, aus denen da zitiert wird, im Zusammenhang gelesen. Und ich hätte sogar erst dann das Gefühl, den Gesamtzusammenhang wirklich zu sehen, wenn ich die betreffenden Vorträge in ihrem Zyklenzusammenhang gelesen hätte. Für mich ist es weder richtig noch auch wichtig, ein Urteil zu fällen, bevor ich diesen Gesamtzusammenhang vollständig erkennen kann.
    Das hat nichts mit einem Mangel an "radikalem Mut" zu tun: ich bin einfach sicher, daß mein Urteil erst dann ein richtiges sein könnte.
    Und es hat auch nichts mit "Heiligenverehrung" zu tun - das würde ja ebenfalls ein Urteil bedeuten, wenn auch eines mit gegenteiligem Inhalt.
    Ich habe überhaupt nichts dagegen, mich auch mit den "Schattenseiten" Rudolf Steiners auseinanderzusetzen. Aber dann bitte wirklich "Schatten" im Gesamtzusammenhang.

    Du sagst: "Ich beziehe mich hier nicht auf „Schnipsel“, ich habe einige Bücher im Zusammenhang gelesen und dabei gelernt, wie wichtig es ist, aufmerksam auf solche Vermischungen zu achten."

    Würdest Du mir bitte die Titel dieser Bücher nennen? Ich würde dann versuchen, Zeit zum Lesen zu finden (denn das Thema ist mir wirklich wichtig! Und auch das, was Du Dir dazu bisher an Meinung gebildet hast, ist mir wichtig.), und wir könnten konkreter darüber sprechen. Eventuell auch abseits der "Egoisten" per mail, wenn Du magst.

    Im übrigen ist vor kurzem ein Buch zu diesem Thema erschienen - das ich zwar auch noch nicht gelesen habe, es könnte aber interessant sein: Uwe Werner, Rudolf Steiner zu Individuum und Rasse

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  62. Hallo Ihr,

    ich möcht hier erneut und gern das Buch "Anthroposophie und Rassismus" (Flensburger Hefte-Verlag) empfehlen...sehr gut aufgearbeitet wie ich finde und es hilft einem schon irgendwie weiter...Aber dennoch, es stehen einem schon die Haare zu Berge, wenn man so einige Äußerungen Steiners liest...
    Und ich kann ZuL's Bedenken und Empörung verstehen (dem Anthroposophen und Autor in FL/Hefte - Dr. Weihrauch - gings genauso)und es ist notwendig, eine Kultur des Hinschauens und Hinfühlens zu entwickeln (von 'Schnipseln' kann hier überhaupt nicht die Rede sein).

    Auch unter diesem Aspekt: Gerade die Deutschen haben so eine merkwürdige Veranlagung blind zu folgen und wehzuschauen...warum nur?...hat das was mit Bequemlichkeit oder Abstumpfung oder Pflicht-und-Gehorsam zu tun? - oder mit der Angst ent-täuscht zu werden, um sich ja nicht auf eigene Füße stellen zu müssen...I don't know...
    Steiner hat doch selbst immer Wahrheitssinn (und Moral) sehr hochgehalten und außerdem dazu ermuntert, seine Äußerungen stets zu prüfen und nicht einfach nur zu glauben.

    Der schreckliche Mord und das Diffamieren von Afrikanern (ich selbst habe zwei liebe afrikanische Freunde) und Indianern etc. ist eiskalt, unhaltbar und mit nichts zu rechtfertigen. Z.B. Indianer heruntergekommen und dreckig zu nennen (mit Blavatsky in einem Bunde), verknöchert, degeneriert und aussterbend (siehe Buch) - sie in einer Rassenkurve (Wandtafelzeichnung) gleich hinter die Affen zu setzen und die sogen. Rasse der Arier an oberster Stelle, das alles ist unhaltbar...(aber klar, sie dürfen natürlich gerne mal hier bei uns Ariern inkarnieren, um unsere sauberen Wohnstuben kennenzulernen..)

    In dem Buch kommen übrigens u.a. auch Anthropologen zu Wort, die mitteilen, dass dieses Klima der Völker-Verachtung in Deutschland weit verbreitet war zu der Zeit (sowie weit davor). Aber es wurden auch damals schon sehr kritische Stimmen laut an den Unis (siehe Buch), bezügl. dieses fürchterlichen Strebertums und Herren-Kolonialisten-Gehabe...(u.a. ein damaliger Professor an der anthropol. Uni-Berlin bezeichnete die Europäer als die grausamen und dummen Wilden und nicht umgekehrt).

    Auch mir fällt es immer wieder schwer, dem Steiner hier zu verzeihen bzw. noch weiter Vertrauen zu schenken, das gebe ich gerne zu..

    Zitat/FL-Hefte (ganz unten dann der Link zum Verlag):

    Dieses Buch hat zwei Schwerpunkte: zum einen die historische und naturwissenschaftlich-anthropologische Darstellung der realen Hintergründe und Grundlagen des Rassismus und der Vielfalt der Menschheit, zum anderen die Aussagen Rudolf Steiners zu Menschenrassen und ihrer Bedeutung sowie zum Nationalismus. - Ein besonderes Anliegen ist es, die problematischen Äußerungen Steiners, die in letzter Zeit verstärkt von Gegnern herangezogen werden, zu untersuchen und Möglichkeiten und Wege einer Stellungnahme und Bewertung aufzuzeigen.

    Bei aller Vorsicht im Urteil, die ein gewissenhafter Umgang mit dem Werk Steiners erfordert, mußten wir feststellen, daß einige
    Hallo Ihr, habe vorgestern erneut in dem Buch "Anthroposophie und Rassismus" (Flensburger Hefte) gelesen. Es ist schon be-denklich (und tut auch weh), wenn ein so bedeutender, spiritueller Mann der Öffentlichkeit, so etwas mitteilt...(und vieles wurde auch nur von H. Blavatsky übernommen, z. T. fortgeführt ins Absurde teils, so scheint es)
    Die 'Flensburger' haben sich auf jeden Fall sehr viel Mühe gemacht, wirklich von allen Seiten, mit den verschiedensten Fachleuten auch, sehr gut informiert, an die Sache heranzugehen, das ist sehr lobenswert.

    http://www.flensburgerhefte.de/titel/fh/fh41.html

    Aussagen Steiners aus heutiger Sicht und für die heutige Zeit keine Berechtigung mehr haben und abgelehnt werden müssen.

    Auf der anderen Seite wird dargelegt, daß Steiner alles andere als ein Rassist ist und in allen nationalistischen Impulsen rein zerstörerische Kräfte ansieht und die Kriege allgemein nicht mehr für zeitgemäß hält.

    http://www.flensburgerhefte.de/titel/fh/fh41.html

    LG

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  63. Oh-Sorry!! Im lezten Drittel des Kommentars ist mir leider eine Vorschrift dazwischen gekommen! Hier nur der vollständige bzw. zusammenhängende Text aus dem Buch:

    "Dieses Buch hat zwei Schwerpunkte: zum einen die historische und naturwissenschaftlich-anthropologische Darstellung der realen Hintergründe und Grundlagen des Rassismus und der Vielfalt der Menschheit, zum anderen die Aussagen Rudolf Steiners zu Menschenrassen und ihrer Bedeutung sowie zum Nationalismus. - Ein besonderes Anliegen ist es, die problematischen Äußerungen Steiners, die in letzter Zeit verstärkt von Gegnern herangezogen werden, zu untersuchen und Möglichkeiten und Wege einer Stellungnahme und Bewertung aufzuzeigen.

    Bei aller Vorsicht im Urteil, die ein gewissenhafter Umgang mit dem Werk Steiners erfordert, mußten wir feststellen, daß einige Aussagen Steiners aus heutiger Sicht und für die heutige Zeit keine Berechtigung mehr haben und abgelehnt werden müssen.

    Auf der anderen Seite wird dargelegt, daß Steiner alles andere als ein Rassist ist und in allen nationalistischen Impulsen rein zerstörerische Kräfte ansieht und die Kriege allgemein nicht mehr für zeitgemäß hält."

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  64. Lieber Steffen,

    danke - ich werde mir dieses Buch bestellen.

    Und selbstverständlich kann auch ich ZuLs Bedenken und Empörung sehr gut begreifen.
    Aber - das hatten wir schon, nicht wahr! - "Empörung", noch dazu "aus heutiger Sicht", bedeutet meiner Meinung nach noch nicht "wirklichkeitsgemäßes Urteilen". Deshalb will ich mit dem Urteilen warten, bis sich meine unmittelbare Empörung gelegt hat und mir die Haare nicht mehr zu Berge stehen...

    Ich möchte nochmal ganz ausdrücklich sagen, daß ich nicht im Sinn habe, Rudolf Steiner auf ein "Heiligenpodest" zu stellen, das ihm nicht zukommt, und seine "Schattenseiten" zu verleugnen. Ich hoffe, nach dem, wie Ihr alle mich bisher kennengelernt habt, werdet Ihr mir das glauben.

    Aber es geht mir sehr darum, zu erkennen, weshalb Rudolf Steiner geschrieben oder gesagt hat, was er geschrieben oder gesagt hat. Und das wird man wohl nicht allein "aus heutiger Sicht" beurteilen können.

    Herzlichen Gruß
    Ingrid

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  65. Liebe Ingrid, ja, das hatten wir schon und natürlich glaube ich gerade Dir das. Ich will auch gar nicht überzeugen, sondern irgendwie auch durchblicken lassen meine Ent-täuschung..

    Und die Haare stehen ja nicht ständig zu Berge ;-)).. aber ich habe u.a. aus unserer deutschen Geschichte heraus, einigermaßen einsehen können
    (glücklicherweise als Nicht-Direkt-Betroffener), dass man bedeutenden oder pseudo-bedeutenden Menschen gerne nachfolgt, ungeprüft bzw. ihnen uneingeschränktes Vertrauen schenkt. Man sollte als öffentlicher, meinetwegen auch charismatischer Mensch, schon auch darauf achten, was man so sagt. Die teils okkulten Nazis haben ja später auch vieles einfach radikal umgesetzt und in die Tat umgesetzt was im Volke ab dem 20. Jahrhundert so lebte und was ihnen an Infos zugeführt wurde. Das war allerorts bekannt und es herrschte teils ein sehr radikales Klima in dieser Hinsicht.

    Bei Steiner habe ich tatsächlich die Vermutung, dass einiges einfach unwahr dargestellt wurde oder gar von anderen nur übernommen wurde (z.B von Blavatsky) - oder aus unbewußten Persönlichkleitsstrukturen floss (mit großer Überzeugungs-Kraft und Ausstrahlung, das darf man nicht vergessen) - jedenfalls auch nicht ausschlißlich aus einer zuverlässigen, geistigen Schau stammen konnte..

    Das mit den Asiaten übrigens und den Maschinen bzw. Schiffen, über welche er sich ordentlich lustigt gamacht hat - was sich heute eher andersherunm darstellt, steht ebenfalls in dem FL-Heft.

    Erstmal dann und nun sollen sich die Haare auch wieder legen :-)

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  66. Lieber Steffen,

    ja - ich begreife Deine Ent-täuschung nur zu gut, auch wenn ich keine Deutsche bin; aber "Blind-Gläubiges" gegenüber "Bedeutenden" und (vor allem eigentlich ;-) ) "Pseudo-Bedeutenden" gibt es ja auch hier in Österreich immer wieder (und genau zu diesem Thema hab ich ja mal einen kleinen Aufsatz bei den "alten Egoisten" geschrieben).
    Und nein - in eine solche Schar habe ich mich noch nie eingereiht, und das werde ich auch in Zukunft nicht tun.
    Aber genau hinschauen, das möchte ich doch.
    Und dabei sogar nicht automatisch bei jedem "Schatten", der sich zu zeigen scheint, sofort annehmen, daß er "aus unbewußten Persönlichkeitsstrukturen floß" - denn das wäre ja auch sowas wie eine "Entschuldigung". Und darum geht es mir überhaupt gar nicht.
    Mit "Von 'Schnipseln' kann hier überhaupt nicht die Rede sein" meinst Du wohl, daß in dem von Dir empfohlenen Buch größere Zusammenhänge dargestellt werden - da bin ich wirklich gespannt.
    Und nun muß ich mich für einige Zeit verabschieden...
    Herzlichen Gruß,
    Ingrid

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  67. Aber - das hatten wir schon, nicht wahr! -"Empörung", noch dazu "aus heutiger Sicht", bedeutet meiner Meinung nach noch nicht "wirklichkeitsgemäßes Urteilen". Deshalb will ich mit dem Urteilen warten, bis sich meine unmittelbare Empörung gelegt hat und mir die Haare nicht mehr zu Berge stehen..."
    Liebe Ingrid, darauf fällt mir spontan eine radikale Antwort ein: Ich hoffe, wenn Du Dir dann ein “wirklichkeitsgemäßes Urteil“ gebildet hast, dass noch nicht alle vergast oder sonst wie ermordet wurden.
    Aus heutiger Sicht schaue ich auf ein Österreich mit seinem bekanntem rechtsradikalen Potential, einen international fortbestehenden Antismitismus und ein Wiedererstarken von rassistischem Gedankengut.
    Ich bin froh, dass mir die Haare zu Berge stehen! Vergangenes ist geschehen, bei Gegenwärtigem und Zukünftigem verfüge ich über einen hervorragenden Haar-Sensor, auf den ich mich verlassen kann.
    Was jeder von uns zu einer Klärung beitragen kann, auch innerhalb seiner limits, ist wertvoll und ist immer im Prozess begriffen. Wir entwickeln uns gestaltend und denkend und müssen nicht abwarten, bis wir „fertig“ sind.

    Du möchtest wissen, warum Steiner Schwarze für Idioten und Juden für überflüssig hielt. Ich nehme an, dass er davon überzeugt war.

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  68. Haar-Sensor :-) nicht schlecht :-)

    LG an Euch, der Östereich-Fraktion!
    Meine Frau will ja unbedingt Urlaub machen im Salzburger Land, hört sich romantisch irgendwie an, mal schauen :-)

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  69. Liebe ZuL,

    also, wir wollen doch mal die Kirche im Dorf lassen.
    Ich sehe wirklich nicht (und ich glaube auch nicht, daß Du so etwas siehst!), daß irgendjemand ermordet wird, nur weil ich mit meinem Urteil über "Steiner und die Rassenfrage" warte, bis ich mehr gelesen habe.
    Es ist ja keineswegs so, daß ich das "Noch-nicht-Beurteilte" mir auf irgendeine Weise zur "Richtschnur" mache oder gar, daß ich so etwas jemand anderem empfehle. Das wäre absurd. Es ist auch nicht so, daß ich nicht, nach meinen Möglichkeiten, "einschreite", wenn ich die allgemeinen Menschenrechte verletzt sehe, gleich, aus welchem Grund.

    In meinem Handeln halte ich mich an ebendiese Menschenrechte, an meine eigene Intuition - die ich ziemlich genau ausgedrückt finde in dem, was ich Dir aus der PdF zitiert habe - , und natürlich auch an meinen eigenen "Haar-Sensor" (der hier in Österreich, da muß ich Dir leider recht geben, viel zu oft Gelegenheit zum "Ausschlagen" bekommt…).

    Ich bin mir ganz sicher, damit würdest auch Du, trotz aller Empörungen und momentaner "Windsbraut-Frisur", zufrieden sein.

    So - herzlichen Gruß in die Runde nochmal, und nun ade für einige Zeit.
    Ingrid

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  70. Liebe Ingrid,
    "Lieber Steffen, ja - ich begreife Deine Ent-täuschung nur zu gut, auch wenn ich keine Deutsche bin;"
    Wie meinst Du das?
    Was hat - von Steiners rassistischen Texten enttäuscht zu sein - mit Österreich-Sein oder Deutsch-Sein zu tun???

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  71. Liebe ZuL,

    Ich habe zwar grad private Turbulenzen zu bewältigen und muß daher wirklich im Moment hier Pause machen, ich bin auch jetzt gar nicht richtig "da", sondern lese nur zwischendurch - aber dies ist mir zu wichtig, um es unbeantwortet zu lassen.

    Ich bezog mich auf Steffen, der gesagt hatte:
    "Gerade die Deutschen haben so eine merkwürdige Veranlagung blind zu folgen und wehzuschauen...warum nur?...hat das was mit Bequemlichkeit oder Abstumpfung oder Pflicht-und-Gehorsam zu tun? - oder mit der Angst ent-täuscht zu werden, um sich ja nicht auf eigene Füße stellen zu müssen...I don't know..."
    Ich hatte seine "Ent-täuschung" nicht nur auf Rudolf Steiner bezogen, sondern auch (vielleicht sogar vor allem) auf die (deutschen) Menschen mit dieser "merkwürdigen Veranlagung". Ich wollte mein Verständnis dafür ausdrücken und anmerken, daß man solche Menschen nicht nur unter den Deutschen findet, sondern (mindestens!) auch unter den Österreichern.

    Auch wenn Du mich nun für einen dieser Menschen halten solltest - ich bin es nicht.

    Ich würde mir sehr wünschen, daß immer mehr Menschen begreifen: Rassistische Diskriminierung mit all ihren schrecklichen Folgen hat ihre Wurzel in einem Erkenntnisirrtum.
    Wenn wir jedesmal, wenn wir dem begegnen, nur "Pfui! Weg damit! Wie konnte er nur! Die Haare stehen mir zu Berge! Damit will ich nix zu tun haben!" schreien, dann werden wir niemals an die Ursachen dieses Irrtums gelangen, und es wird immer so weitergehen... und wenn wir Glück haben, wird nicht sobald wieder eine Mehrheit diesem Irrtum erliegen; aber das ist dann wohl wirklich reine Glückssache (ich lebe in Österreich. Ich weiß, wovon ich hier spreche!).
    Darauf möchte ich mich nicht gern verlassen.

    Deshalb ist es mir auch weiterhin eine ganz wesentliche Frage, wie Rudolf Steiner dazu kam, das zu sagen und zu schreiben, was er dazu gesagt und geschrieben hat.

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  72. Liebe Ingrid,
    "Rassistische Diskriminierung mit all ihren schrecklichen Folgen hat ihre Wurzel in einem Erkenntnisirrtum."
    Mit diesem Satz hier bin ich mit Dir einverstanden und ich freue mich auch, dass wir bei ziemlichen Differenzen diesen gemeinsamen Punkt gefunden haben.
    Ich kann auch verstehen, dass Du die Ursachen dieses Erkenntnisirrtums ausfinding machen möchtest.

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