"Faulbett des guten Glauben"

"Die Menschen verlieren den Beistand der Welt der Angeloi, indem sie sich aufs Faulbett des guten Glaubens legen für dasjenige, was sie nicht geprüft haben und was sie dann trotzdem behaupten."
(GA Band 205, Seite 240)

Zunächst denkt man, wenn man so eine Textstelle bei Rudolf Steiner liest: Was drückt er sich kompliziert aus für die einfache Tatsache, dass man nicht schwätzen sollte. Dann aber begleitet einen dieser Satz durch die Tage und man erwischt sich hier und dort, dass man Dinge sagt, weil man sie immer so gesagt hat, weil es die Anderen erwarten, weil es doch "klar" ist. Wie viel man so sagt, was man gar nicht hinterfragt. Man nahm es bislang als Tatsache hin. Der Satz R. Steiners erweist sich als unerwartet sperrig, er juckt und kratzt bisweilen, er geht einem nach. Woher habe ich das jetzt noch mal, was ich eben gesagt habe? Ach die und die hat es mir erzählt. Woher sie es wohl hat? Wieso verlasse ich mich darauf? Weil es mir in den Kram passt und gerade bequem ist.

Kommentare

  1. lieber michael,
    ohne beistand, angeloi und statt welt universum ist das inhatlich mckenna;-)

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  2. Liebe Barbara, ich habe von Jed McKenna bisher nur "Verflixte Erleuchtung" gelesen. Vor Geschwätz und Eso- Gelaber ist er garantiert gefeit. Ich werde bisher dennoch nicht richtig warm mit ihm. Ich finde das Ganze etwas konstruiert und etwas oberlehrerhaft. Das kann sich noch ändern.

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  3. Ich denke dass zumeist eine falsche Vorstellung darüber besteht, was Denken wohl in Wahrheit ist, bzw. was da so alles mitspricht bei dem, was sich in unserem "Kopf" alles abspielt. Insbesondere von da ab, wo wir meinen selbst die "Weichen" stellen zu wollen. Wäre nicht wirklich eigenes Denken das auch wirklich zuhören in mir?

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  4. lieber michael,
    du musst mit mckenna ja nicht warm werden. wie man sieht, reicht es, rudi zu lesen, da habe ich ann noch hierarchien und wesenheiten aber im kern kein unterschied, wenn man es entkleidet. dann wird es aber genauso unwarm wie mckenna

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  5. @Michael: Der von Dir hier ausgestellte „Steinersatz“, der besagt für mich das: Hallo Leser, werde Aufmerksamer dafür, das, …. (!)sonst (!). Dieses sonst, das denke ich jedenfalls mit, indem ich den Satz lese. Und. Dieses sonst ist es dann auch, indem ich es denn mitdenke, das, so ich will, mich in die Gänge bringt. Also „wegen“ dem „sonst“. Wenn nicht, dann! Ursache-Wirkung. Wenn - Dann. Ja, was dann? Dann verliere ich den Beistand der Welt der Angeloi. Die Ursache, die mich also in die Gänge bringen täte, sie läge für mich exakt in dem Wort „sonst“. Das macht mich stutzig! Warum?

    Es geht, meiner Sicht nach, bei Steiner, als Autor der P. d. F., nie darum, in einem Leser solche Motive anzusprechen, die als Ursache von etwas, das „außerhalb“ eines Lesers liegt, in Kraft treten. Und, von daher, einen Leser dann fremdbestimmen täten. Steiner geht’s um Selbstbestimmung. Also im Hinblick auf Ursache – Wirkung, wenn – dann, dann um die Selbstverursachung des Lesers.

    Das wäre ein Erleben „zweier“ Vorgänge, in „einer“ Handlung. Das Erkennen der Welt der Angeloi, also deren handeln, das wäre zugleich ein sich selbst erkennen. Warum erkennen? Weil ich die Angeloi, ver – kenne, indem ich mich aufs Faulbett des guten Glaubens lege für dasjenige, was ich nicht geprüft habe und was ich dann trotzdem behaupte.

    Prüfen kann allein derjenige, der das zu prüfende, aus sich selbst heraus, setzen kann. Das besagt, im erweiterten Sinne, indem ich autonom handle. Nachdem es draußen ist, kann es geprüft werden.

    Da Boten, „an und für sich“, eine reine Angelegenheit im "Faulbett des guten Glaubens" sind und bleiben, ist mein „texten“ hier ein Tun, bei dem ich, dem Steinersatz nachgehend, erfrage und erprobe, wozu er mich anregt. Das „Tun“ von Boten hingegen, das kann ich dabei in mir vollziehen. Ganz einfach, indem ich den von Dir angebotenen „Steinersatz“ und dessen Botschaft, in einer, durch den Satz gebotenen Weise, weiterhin in mir so bewege, dass ich in Folge diesen Text hier, der nun gleich seinen Abschluss findet, als Leseangebot, einer weiteren Nachfrage anheim stellen kann.

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  6. Worauf schaue ich, indem ich weiter oben sage:..in einer, durch den Satz gebotenen Weise, weiterhin in mir so bewege, dass ich in Folge...
    Was ist das durch den "Steinersatz" gebotene?

    Dazu äußert sich Steiner in seiner "Geheimwissen- schaft im Umriß" so:

    "Es ist dabei kein Widerspruch, das man doch den Inhalt seiner Gedanken aus den Mitteilungen der Geistesforscher schöpft. Die Gedanken sind dann zwar bereits da, wenn man sich ihnen hingibt, aber man kann sie nicht denken,wenn man sie nicht in """jedem""" Falle in der Seele wieder neu erschafft. Darauf eben kommt es an,
    daß der Geistesforscher soloche Gedanken in seinem Zuhörer und Leser wachruft,die diese aus sich selbst erst holen müssen...

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  7. Lieber Burghard, "Das Erkennen der Welt der Angeloi, also deren handeln, das wäre zugleich ein sich selbst erkennen." Ich denke, das trifft den Kern der Sache. Es ist nicht "Äusseres", nichts außer mir Stehendes. Es ist mein eigener Quell, aus dem ich mich schwätzend abschnüre. Nur dass mir weder der Quell noch die Tatsache des Abschmnürens bekannt war. Ich müsste erst Bekanntschaft mit mir selbst schließen, um das zu bemerken. Das ist das von Steiner Gebotene: Es verweist mich auf mich selbst.

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