Die TAZ über Hammerschmidt, den BND, Klaus Barbie und (ein wenig) die EGOISTEN

In einem umfangreichen Artikel geht die TAZ der Geschichte von Peter Hammerschmidt nach: "Weil er nicht lockerlässt, erreicht Peter Hammerschmidt als erster Historiker überhaupt beim BND Akteneinsicht - im Fall des Exgestapochefs Klaus Barbie. Und stößt auf Unglaubliches. Jetzt müssen sich Parlament und Kanzleramt mit dem Fall beschäftigen."



Die Geschichte von Peter Hammerschmidts Recherchen wurde früh bei den Egoisten dokumentiert. Auch die erste Publikation der Ergebnisse der Arbeit  erschien hier. Dies wird auch im Artikel gewürdigt: "Was Hammerschmidt sieht, raubt ihm fast den Atem. "Tut mir leid", sagt er zu seinen Aufpassern nach einem ersten Blick in die Akten, "ich muss erst mal eine rauchen gehen." Die Akten beweisen, dass der deutsche Steuerzahler Barbie über den BND ein gutes halbes Jahr lang monatlich 500 Mark für seine Spitzeldienste zahlte, Leistungsprämien und ein Abschlussbonus von 1.000 Mark kamen noch dazu. Barbie wurde erst abgeschaltet, als dem BND offenbar klar wurde, dass dessen wahre Identität bald auffliegen würde. Hammerschmidt glaubt keine Sekunde, dass die BND-Leute damals nicht genau wussten, wen sie vor sich hatten - Barbie gab sich in La Paz kaum Mühe, seine wahre Identität zu verbergen.
Nach Hammerschmidts Recherche in Pullach gibt der BND seine Barbie-Akten an das Koblenzer Bundesarchiv weiter - es ist klar, dass es nun nur noch eine Frage der Zeit ist, ehe auch andere Historiker auf den heißen Stoff stoßen. Als der junge Student Wind davon bekommt, dass auch der Spiegel an der Geschichte dran ist, veröffentlicht er seine Erkenntnisse Anfang Januar auf zwei kaum bekannten Internet-Seiten (etwa: www.egoisten.de/files/barbie_2011.html).
Er tut das, um deutlich zu machen: Ich habe das zuerst herausgefunden! Das ist wichtig auch für seine Examensarbeit und eine geplante Dissertation über Barbie. Mitte Januar kommt der Spiegel dann mit seiner Geschichte heraus. Das Nachrichtenmagazin profitierte von der Pionierarbeit Hammerschmidts beim BND."

"Kaum bekannt" ist natürlich eher geschmeichelt, vor allem im Vergleich mit den großen Magazinen, die Hammerschmidts Geschichte und Arbeit in der Folge aufgriffen. Aber erstens liegt mir das Thema selbst am Herzen, und zweitens haben auch kleine Blogs, wie man sieht, schon eine Funktion und Aufgabe auf den Märkten der Nachrichten.

Kommentare

  1. Passender wäre: der in der anthroposophischen Szene weltberühmte Blog egoisten.de berichtete als erster über Hammerachmidts Recherche.

    AntwortenLöschen
  2. Michael, ich finde die cooperation zwischen Dir und Hammerschmidt super!

    AntwortenLöschen
  3. Ich schließe mich ZuL an.
    Ja - it's a small world; umso wichtiger, daß der einzelne die Chance, seinen Beitrag zu leisten, auch wirklich ergreift, wenn er "an der Reihe" ist...
    Gratulation und Dank.
    Herzlichen Gruß,
    Ingrid

    AntwortenLöschen
  4. Ich schließe mich ZuL ebenfalls an. Good work in a 'small world'.

    AntwortenLöschen
  5. offensichtlich recherchieren einzelne Journalisten "gegen" den Strom.
    Sah heute in arte "Gladio".
    Schon merkwürdig, wie wichtige Zeugen vor ihrer angekündigten Aussage Selbstmord begehen oder in jungen Jahren plötzlich sterben. Es ging hauptsächlich um das Attentat am Oktoberfest. Mir fiel nun auf, wie Strauß zehn Tage später zum Kanzler sich wählen lassen wollte und erinnere mich, wie vor einer Bayerischen Wahl "zufällig" die Bayerischen Geheimdienste Plutonium in einem Flugzeug von Moskau in München fanden.
    Vorgestern fand sich zufällig, google scannt auch diesen blog, fand Texte von mir, heute nicht mehr.
    Vielleicht erforscht Herr Hammerschmidt das Schicksal der kath. Priester, die nach 1950 auf Betreiben ihrer Oberen in Psychiatrien landeten, mit Hilfe einer willfährigen Polizei und Psychiatrie. Es beichtete dies 1995 ein pensionierter Polizeioffizier, der mich 1989 nach einem stern-Artikel zu meiner Person anrief.
    Es ist zu hoffen den Geheimdienstlern graust es selbst vor ihren Machenschaften. Die Priester wollten nur ihr Priesteramt niederlegen. Es ist anzunehmen sie "verreckten" in den Unheilanstalten, wenn/man frau bedenkt, damals wurde noch kräftig das Gehirn durchstromt, was jetzt wieder Mode wird. Mein Polizeiinformant sprach davon, er selbst habe mehrere Dutzend Priester eingeliefert.... ...eine lohnende Aufgabe für einen Historiker... ...er muß aber die Rache der Kirche fürchten?! :-)

    Dank für unsere Geduld....

    AntwortenLöschen
  6. "Es beichtete dies 1995 ein pensionierter Polizeioffizier, der mich 1989 nach einem stern-Artikel zu meiner Person anrief."

    Lautet korrekt:

    Es beichtete dies ein pensionierter Polizeioffizier, der mich 1989 nach einem stern-Artikel zu meiner Person anrief.

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Danke für Ihre Mitarbeit im Blog.

Egoistisch am meisten gelesen: