Fossil oder Avantgarde?

"Mit ihrer Emanzipation von ihren romantischen Wurzeln begann man die Moderne als ein großes rationalistisches Projekt zu sehen, dass zwangsläufig auf eine immer rationalere Durchdringung von Kunst und Technik hinauslaufen sollte. Rudolf Steiner hatte in einem solchen Bild der Moderne keinen Platz mehr und bekam jenen haut gout des Außenseiters, den wir bis heute wahrnehmen. Während die Anthroposophen Steiners Ideen fast unverändert fortschrieben und damit ein Fossil einer bestimmten historischen Epoche schufen, nahm der Rest der Gesellschaft diese Abkapselung dankbar auf – denn sie entband sie davon, sich weiter mit der eigentlichen Substanz Steiners auseinandersetzen zu müssen."

Die Welt: Rudolf Steiner beeinflusst wieder die Avantgarde

Kommentare

  1. Ich finde die Substanz Steiners als sehr modern. Ob Avantgarde oder Fossil hängt meiner Meinung nach davon ab, WIE sich der Mensch heute auf sie bezieht.

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  2. "Die Anthroposophie beginnt da, wo der eigene Steinerianismus endet. Man könnte sich sogar eine Art Übung denken, die darin besteht, zu beobachten, wann man sich in problematischer Weise auf Rudolf Steiner stützt, anstatt auf eigene Bemühung. Eine solche Übung ist wahrscheinlich notwendiger, als man denkt.
    ...Jedes Mal, wenn ich Rudolf Steiner bemühe, statt mich selbst, schwäche ich sowohl mich selbst, wie auch das Bild Rudolf Steiners"

    Roland Wiese in der Februarausgabe von "Die Drei"

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  3. OFF
    Eine shöne Forum für Rilkes Gedichte:

    http://www.youtube.com/user/RilkeForum

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  4. In dem Beitrag von Herrn Zander sind einige interessante Details zum Leben von Herrn Steiner, die mir bis jetzt unbekannt waren

    http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/literatur_und_kunst/autoritaet_und_erloesung_1.9687832.html

    Natürlich ist für manchen "Anthroposophen" die Feststellung, Steiner war im "Freudenhaus", erst einmal gewöhnungsbedürftig, so wie Christen sich nicht vorstellen können, Jesus hat sich sexuell mit Frauen vereinigt. Aber als "Mensch" hat Jesus sicherlich das gesamte Leben kennengelernt.

    Zander bleibt Theologe und hat seinen Text gezielt so gestaltet.

    Haben Grauer, Felix Hau usw. doch Recht: nicht nur Steiner beeinflußt uns zu Unrecht, sondern die große Christusgestalt erschlägt uns?!
    Nein, ohne die esoterischen Hinweise Steiners zum Christentum, ist es schwer die objektiven Widersprüche der Bibel zu verstehen. Die Widersprüche im Leben Steiners, sind keine solchen, nur für das "bürgerliche" Leben, stellen sie eine Gefahr dar.
    Zander irrt auch, Steiner hat keine Kirche gestiftet, sondern evangelische Christen haben um eine Erneuerung gebeten, Steiner war lediglich Mittler der Kultustexte, das verschweigt Herr Zander.

    Daß Steiner "soff" ist lange bekannt. Bloß, wann hörte er damit auf?!

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  5. Ich finde die Darstellung R.Steiners in dem Beitrag von Zander - auch wenn er (Zander) vielleicht woanders hinwollte - sehr interessant. Das sind Facetten von R.Steiner, die ich ausgesprochen sympathisch finde. Man kann einen Steiner kennenlernen, der das Leben durchwandert hat. Nicht nur vom geistigen Turm herab mitteilt, sondern mit seiner spirituellen Dimension mitten im Leben drinnen stand.
    Absolut Avantgarde!

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