Fett schwimmt oben

Das Merkelsche "Moratorium", das sie sicher aus guten Gründen nicht gesetzlich verankern will, um nach den Wahlen nach Gutsherrenart (und je nach Wahlausgang) wieder zu entscheiden, ob man die betroffenen AKWs alle oder zum Teil wieder hochfährt, bereitet den Managern der Stromkonzerne keine Sorgen.

Bereits Dienstag hat RWE- Chef Großmann vollmundig den Bau weiterer AKWs angekündigt: "RWE werde sich trotz der Katastrophe in Japan nicht von sich aus aus der Atomenergie zurückziehen, hob Grossmann hervor. Beim Bau neuer Kraftwerke bleibe die Atomenergie "auch für uns eine Option, wie für viele andere Unternehmen auch"." So ist es. Fett schwimmt oben, Geld auch. Die blödsinnige Parole, bei uns gebe es nun einmal keine Tsunamis, wird gebetsmühlenartig wiederholt. Dabei sollte einem schon das Wort "Restrisiko" die Zornröte ins Gesicht treiben. Großmann hat auch angesichts der japanischen Katastrophe mit den unabsehbaren auch wirtschaftlichen und finanziellen Folgen die Chuzpe, wieder zu behaupten, der Ausstieg sei die teure Option:

"Die Gesellschaft müsse anerkennen, dass in einem Industrieland nicht einfach so auf Kohle und Atomenergie verzichten werden könne, wenn Wohlstand und Versorgungssicherheit erhalten bleiben sollten, sagte Großmann der Wochenzeitung "Zeit" nach einer Vorabmeldung vom Dienstag. Es sei zwar richtig, auf erneuerbare Energien zu setzen und diese auszubauen, "aber man muss wissen, welchen Preis man dafür bezahlen will".

Darauf muss man klar antworten, dass Japan jedem, der seinen Verstand beisammen hat, zeigt, dass der Preis, den man für die Atomkraft zahlen muss, nicht nur hoch, sondern mörderisch und unverantwortlich ist.

Kommentare

  1. Wenn wir unsere Atomkraftwerke abschalten, dann müssen wir Strom aus Russland beziehen, der aus - na was wohl - Atomkraftwerken stammt. Merkel wäre ehrlicher, wenn sie an ihreren bisherigen Entscheidungen festhalten würde. Das sie das nicht tut, ist wohl den anstehenden Landtagswahlen geschuldet - und einem hysterischen Volk, dass nicht bis drei zählen kann.

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  2. Lieber Michel, hier: http://egoistenblog.blogspot.com/2011/03/sphinx.html
    und http://egoistenblog.blogspot.com/2011/03/in-der-zone.html

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  3. Ach so, ich habe diese Beiträge ja gar nicht wiedererkannt! Ja, das ist schön etwas so zu machen. Eine neue Umgebung kann einen neuen Sinn geben...

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  4. @Michael:
    Verpacken oder verpassen, das ist die Frage...
    Übrigens, die Verpackung ist bei Dir in guten Händen. Sehr wechselreich!

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  5. ...und einem hysterischen Volk, dass nicht bis drei zählen kann." Wir Uribier können sogar die Finger unserer Hände zählen. Die Mär von wenn wir keinen Atomstrom haben gehts gleich zurück in die Steinzeit stimmt energiepolitisch gar nicht. Atomstrom ist auf die Schnelle billig und effizient, aber Deutschland hat ja auch die Atomkraftwerke um Strom zu exportieren also Geld zu machen. Lieber Robert das Fürderband von Daimler bleibt deswegen nicht stehen und wenn Djermanistan dazu Hamsterräder nehmen müsste und Strom aus Russland. Die Russen trinken doch auch Cola aus den USA und benutzen Waschmaschinen von Djermanistan. Der Globus ist ein grosser Bazar! Handel und Business geht über Ländergrenzen Radioaktivität auch, brauchts aber nicht als Völkerverbuindendes Element.
    Lieber Robbie!
    Dein Mannie

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  6. „….dass Japan jedem, der seinen Verstand beisammen hat, zeigt, dass der Preis, den man für die Atomkraft zahlen muss, nicht nur hoch, sondern mörderisch und unverantwortlich ist.“

    Nun haben aber die Pro-Atomiker ihren Verstand nicht beisammen, sie benützen ihn nicht einmal. Ich beobachte eine Argumentation die fast ausschließlich auf Emotionen basiert: der Angst, nicht genug zu haben, zu wenig aus der Wirtschaft „heraus-zu-kriegen“, der Gier für das eigene Wohl und die eigene Bequemlichkeit den Lebensraum von -zig Generationen zu verstrahlen oder gar komplett zu zerstören.
    Bei den Pro-Atomikern geht es nicht um Verstand. Ich glaube, das sind Menschen mit ganz großen seelischen Löchern.
    Es wundert mich nicht, wenn es zwischen einem Anti-Atomiker, der seinen Verstand beisammen hat und realitätsbezogen mit einem Atombefürworter argumentiert, zu keinem Verständnis kommt. Eher noch weitet sich die Kluft zwischen ihnen. Das sind nämlich 2 ganz verschiedene Ebenen.
    Zu guter Letzt projiziert dann noch der Pro-Atomiker eine eigene unrealistische, emotionsgetragene Haltung auf den Atomgegner und wirft diesem emotionale Argumentation vor.

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