In der Zone




























Kinderzeichnung auf dem iPad (Zen Brush App)

Auch wenn Beuys gesagt hat, er kenne die Gegend, kann ich das nicht behaupten. Ich war allerdings früher dort zu Besuch, gar nicht so selten, aber es waren immer Besuche in der Zonengrenze, mit wenig Gepäck und ohne Proviant. Du bist dort, wie Du weißt, wohin der Mensch gehört, hast aber schon wieder vergessen, wo in der ganzen Ortlosigkeit das wohl war.

Du hast Anläufe genommen, später, viele Anläufe. Du hattest Motten im Kopf und Ameisen unter der Haut.

Aber du hattest auch Bleiplatten unter den Füßen, Tonnen voller Teer ums Herz gestellt, du hattest den Kehlkopf voll von ungesagten Worten.

Es gibt hier keine Orientierung, die man kennen könnte, keinen Lageplan, keinen Kompass. Aber es gibt den Wind, der aus der Zone strömt. Neulich, nach einer Zeit wie mit dem Kopf unter einem Sauerstoffzelt, hast du den Strom wieder gefunden. Du spürtest ihn unter den Füßen.

Sein Strömen, seine Kraft, seine Lieblichkeit. Du warst bemüht, ganz in ihn einzutauchen. Das Geheimnis ist, ihn nicht zu suchen. Man muss ihn nicht suchen, sondern ihn zulassen. Man glaubt, er sei unter den Füßen, außerhalb des Blickfeldes, aber er fliesst nicht irgendwo anders, sondern mitten durch dich hindurch.

Der Goldene, der Strom des Menschseins. Er entspringt unserer Mitte. In ihm sind wir „wesentlich“. Es ist der Strom, der einst in der Sonne verehrt wurde- in Form sakraler Erwartung. In den alten Mysterien wurde er verortet, war noch „dort“ und „das“ und „dann“. Heute ist er der Geist der Erde. Die Mysterien finden dann statt, wenn wir uns entscheiden, sie zu betreten. Es gibt kein Irgendwas, Irgendwo oder Irgendwann. Es gibt nicht einmal die Zone.

Kommentare

  1. Schöner text, der vorher nicht da ist und entsteht in
    dem kurzen moment, in der ich von Terra C. hinüberhüpfe zu den Egoisten, auf Swami to Go. Ein kleiner geburt miterlebt - aber aufpassen: jetzt nicht von manchem Swami-kommentator hier unten doch noch als Guru entdeckt zu werden..

    PS: und inzwischen steigt die radioaktivität in Fuck You Shima.

    Joseph C.

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  2. Ja, bei laufen auch den ganzen Tag die Nachrichten- sehr bedrohlich, wenn es in die Nähe des Worst-Case kommt.
    Kommst Du übrigens zur Insel Hombroich am übernächsten Sonntag? Es gibt Kaffee und Schnittchen. Gurus werden nicht anwesend sein, so viel ich weiß.

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  3. Ich bin an dem tag schon unterwegs - aber es ist eine überlegung wert. Mit Hombroich verbinden mir noch ein paar sachen.

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  4. Wenn Du mal Zeit hast, sag Bescheid, ich wohne auf dem Land, aber nah an der Autobahn, und eine Espressomaschine gibt es auch.

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  5. Michael, mich würde interessieren, wieviel gig Du beim Pad empfehlen würdest, möchte mir nämlich den neuen zulegen und hatte noch keinen.
    ---

    "Es ist der Strom, der einst in der Sonne verehrt wurde - "

    "In der Zeitenwende trat das Weltengeisteslicht in den irdischen Wesensstrom..." -- und jetzt ist die Sonne in uns und mit den Mysterien ist es wohl ebenso, echtes Selbst-Vertrauen ist das Tor, das dünne Häutchen, das uns trennt. "Was siehst Du?" Das Licht dazu ist bereits da.

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  6. Kennt ihr den Film "Stalker" von Tarkovski? Die Beschreibung stimmt überein damit. Besonders die letzten drei Absätze. Das würde ich gerne mal eurythmisiert erleben...

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  7. iPad: Je mehr Speicher, desto besser. Hörbücher, Bilder, Filme, Musik, Navigation.. das frisst ohne Ende. Mein Geldbeutel sagte mir allerdings auch: Nimm das kleinste. Geht man dann halt ökonomisch damit um.

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  8. @Plus, der "Stalker" schwingt immer bei mir mit.

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  9. iPad: Je mehr Speicher, desto besser.

    Ich dachte es mir, jaja. Aber dank Dir.

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  10. Sehr schöner Text, konnt ihn jetzt erst lesen :-) - Aber nein, nicht Text, Text klingt so trocken, zu 'texnokratisch' - eine schöne Sonnenstromgeschichte ist's ..

    Zu 'Zone und Strom', fällt mir ganz spontan ein kleines 'Stromlied' von Kl. Hoffmann ein...wer möchte..
    Schönen Sonntag allen :-)

    Da ist ein Strom

    Mit den Füßen im Fluß
    bei Tagesanbruch
    mit einem großen Mut im Herzen
    mit der allerersten Flut
    wirst du sehen, was für dich sonst
    nicht sichtbar war
    im Licht, das tief in dir verborgen war,
    sagte der Vater zum Sohn -
    da ist ein Strom

    Und die, die mit dir gehen
    die Gesichter, die du triffst
    es ist nicht einfach einzusehen
    was an denen wahrhaft ist
    der eine gibt sich ehrlich, ein andrer kollossal
    für manchen ist der Weg nur ein Jammertal
    wie wir doch ähnlich sind
    da ist ein Strom -

    Der wird niemals enden
    den grenzt man vielleicht ein
    gelenkt von tausend Händen
    kann er auch Rinnsal sein
    doch staut man ihn, reißt er die Dämme ein
    der läßt sich niemals halten
    und nur auf Zeit verwalten

    Mit den Füßen im Fluß
    bei Tagesanbruch
    wirst du mit denen gehen
    für allesamt die gleiche Flut
    doch es gibt einige, die wollen gleicher sein
    hüte dich vor denen, die mauern Leben ein
    schau ihnen in die Augen Sohn
    da ist ein Strom

    Der wird niemals enden
    den grenzt man vielleicht ein
    gelenkt von tausend Händen
    kann er gewaltig sein
    doch staut man ihn, reißt er ganze Länder ein
    der läßt sich niemals halten
    und nur auf Zeit verwalten

    Mit den Füßen im Fluß
    bei Tagesanbruch
    mit einem großen Mut im Herzen
    mit der allerersten Flut
    siehst du, was für dich sonst nicht sichtbar war
    im Licht, das tief in dir verborgen war
    sagte der Vater zum Sohn da ist ein Strom

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  11. Das Dings auf dem Bild sieht aus wie ne Qualle auf Urlaub.

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