Swami-to-go

War gerade noch der Vorwurf der unten genannten katholischen Autoren an die Anthroposophie, diese betreibe für den Menschen "Selbsterlösung", so sieht man die Modernität dieses Gedankens spätestens dann, wenn man die Werbetexte der auch von der Zeitschrift Info3 gehypten EnlightenNext- Bewegung liest:

"We find true sources of inspiration in all areas of life, but spiritual heroes are in a class of their own. Many of us have had the good fortune to meet genuine spiritual masters and teachers as we’ve pursued the path to higher development—extraordinary men and women who have the ability to awaken us to the Absolute, open our eyes to eternity, or reveal possibilities that were previously unimaginable."

Willkommen also im Guruismus des 21. Jahrhunderts. Das Marketing ist super-chic und up-to-date, aber der Inhalt der Botschaft scheint mehr als antiquiert. Wir Deutschen haben es aus guten Gründen sowieso nicht so mit Heroen. Falls man sich bei EnlightenNext registriert, erhält man Stunden und Stunden von Hörmaterial von allerlei Swamis und anderen Weisen. Man darf auch spenden. Dafür nimmt man teil an einem Event, das ein "Geschenk an den Kosmos" darstellt ("our gift to the cosmos"). Außerdem huldigt es Andrew Cohens Dienstjubiläum als Erleuchteter. Wo bleibt die IPhone- App "Swami-to-go"?

Kommentare

  1. Es gibt nur einen einzigen richtigen guru: HH Murat Joy Tchundyk

    AntwortenLöschen
  2. Der persönliche Guru, das passt doch in unsere Zeit. Neben dem Finanzberater, dem Therapeuten und dem Homöopathen braucht der postmoderne Mensch auch noch einen spirituellen Lehrmeister.
    Warum auch nicht, das schafft Arbeitsplätze in unserer Dienstleistungsgesellschaft.

    AntwortenLöschen
  3. Der wahre Guru sitzt in mir selbst und wartet darauf, dass ich mich zu ihm umdrehe, damit wir endlich einmal uns anlächeln können, um gute Fragen zu bewegen.

    Diese Fraktion da oben nutzt die Abhängigkeit seiner Mitmenschen schamlos aus, Dienstleister ala Gronbach und Co. Wahrscheinlich haben sie sich nur deshalb in der Jetztzeit inkarneren lassen, um sich mal in "geistiger Potenz" zu aalen. Habt ihr mal einem Pfau mit gespreizten Federn in die Augen geschaut? Die sitzen nämlich genau im Zentrum dieser Federpracht und wollen Deinen Blick einfangen -- "schau mich aaann, schau mir in diee Auuugen, Kleines, schau mich aannnn!" Kommt mir irgendwie so vor wie ein "befreiter" Katholozismus.

    AntwortenLöschen
  4. Eggert ist doch nur neidisch, daß ihm die offizielle Anerkennung als "Guru" verwehrt bleibt

    AntwortenLöschen
  5. Wenn ich Guru wäre, wären die armen Jünger sehr zu bedauern, da ich bis hin zu Schuh- und Jeansgröße in jeder Hinsicht durchschnittlich und langweilig bin. Da gibt es nichts zu "lehren" und nichts zu lernen.

    AntwortenLöschen
  6. Bei mir wäre das anders: Ich würde vollständig in weiß gekleidet interessante esoterisch-anthroposophische Weisheiten verbreiten, manchmal auch einfach nur bedeutungsvoll und tief schweigen. Meine Jünger würden mich lieben und um meine Aufmerksamkeit kämpfen.

    AntwortenLöschen
  7. @Rainer -
    "Meine Jünger würden mich lieben und um meine Aufmerksamkeit kämpfen"
    Und nicht vergessen Rainer - Stelle ein Spendendöschen vor dein Ashram oder Mediraum mit dem Hinweis: "Freiwillige Spenden für Instandhaltung des Ashrams und andere Unkosten" Dann wirste schnell wohlhabend, brauchst keine Miete mehr bezahlen, endlich ein schönes Auto, endlich Muße um noch mehr Bücher zu schreiben (zum verkaufen) und deine Ernährung ist auch wesentlich besser und abwechslungsreicher geworden ;-))

    AntwortenLöschen
  8. @ Steffen
    Ich müsste auch keinen Müll mehr runter tragen und bei so einem Wetter wie heute vor die Tür; allerdings dürfte ich dann wohl leider auch (wg. meinem Image) nicht mehr Radau-Filme wie "Bourne Identität" gucken.lg

    AntwortenLöschen
  9. Und noch zwei bemerkungen zum mega-erleuchtungs event: 1)mit den portraits der erleuchteten könnte man ein erleuchtungs-memoryspiel machen
    2)es wird schon im voraus geschummelt: dass es nur 24 portraits sind, obwohl über 25 erleuchtete persönlichkeiten gesprochen wird, ist noch damit zu begründen, dass Cohen Nr. 25 ist. Aber: Sri Ramana Maharshi wird gleich zweimal portraitiert, ebenso der magersüchtige ältere bruder von Obama, also haben wir doch nur 23. Es fehlen HH Murat Joy Tchundyk und Green Lida River.
    Gruß, Joseph Canaillo

    AntwortenLöschen
  10. "Da gibt es nichts zu "lehren" und nichts zu lernen."
    Genau. Und wer das kapiert, geht direkt ins Nirvana ein.

    AntwortenLöschen
  11. @Rainer - "allerdings dürfte ich dann wohl leider auch (wg. meinem Image) nicht mehr Radau-Filme wie "Bourne Identität" gucken"

    Wenn du gut bist, dann darfste alles ;-)

    LG

    AntwortenLöschen
  12. @terra canaillo und Alle!
    Das klingt ja schon mal sehr pragmatisch! Gestalten wir diesen Gedanken des Memory aus! Denn man kann gut von Gurus leben, ohne selber eine/r zu werden (weibl. Form: "Gureuse"?).
    Ein Quartett, mit unterschiedlichen Daten:
    -------------------
    Name
    Erreichtes Alter
    Zeitpunkt erster Berufung
    Datum der Erleuchtigung
    Geschätzte Anhängerzahl zu Lebzeiten
    Anzahl vollbrachter Wunder
    Anzahl gegründeter Zentren bzw. Ashrams
    Anzahl der Skandale (Sexuell oder Finanziell, oder Führungs- und Nachfolgetechnisch..)
    Anzahl offizieller Geliebter (weibl. und männl.)
    Geschätzter Erleuchtigungs-Grad (Skala von eins bis sieben)
    Geschätztes Vereins/Stiftungs -bzw. Privatvermögen
    ----------------
    Auch ein Bettspiel "Die Reise des Suchenden" bzw. "Guru-Odysee", wo man je nach dem Meister, dem man gerade Gehorsam zollt, verschiedene Berufungs/ Schicksals/ oder Ereigniskarten ziehen muß, bis schließlich, frei nach "HANS IM GLÜCK" der letzte Guru abgearbeitet ist, und man im "Zenrum der Unabhängigkeit" angelangt ist.
    LG, Seine Urgroß-Heiligkeit Mischail von butty

    AntwortenLöschen
  13. Auch ein, hrm, Brrrrettspiel.. wollte ich oben natürlich schreiben, aber man kann's dann auch vor dem Aufstehn im Bett spielen, ja.., sorry
    m.butty

    AntwortenLöschen
  14. Jetzt war ich für eine kurze Zeit weg und ihr seid inzwischen alle zum Guru-Grad aufgestiegen!
    Wer bei den egoisten verkehrt, scheint ja gute chancen zu haben. Wenn ich weiter nach oben schaue und nachlese, dann sind darunter ja schon 90% erfolgreiche Erleuchtungen zu finden; nur Michael hat es nicht geschafft, weil er die falsche Schuhgröße hat.
    @Rainer, mein erster Guru, in den ich mich dann auch noch total verliebt hatte, war weiß gekleidet und hatte dieses bedeutungsvolle Schweigen......
    In dieser Zeit fehlte mir was, etwas, das sich schon seit Jahren hinzog. Vor lauter Verliebtsein bin ich dann gesund geworden. Aus dem Guru und mir ist nichts geworden, das gesundheitliche Problem hat sich jedoch für den Rest meines Lebens aufgelöst.
    Ich möchte kein Guru werden, das wäre mir viel zu anstrengend, andauernd die Anhänger überall, ….und man wird sie nicht mehr los, keine Stille mehr...... eigentlich schrecklich.

    AntwortenLöschen
  15. "eigentlich schrecklich.." Finde ich auch. Und anstrengend, dauernd "bedeutsam" erscheinen zu müssen. Noch schlimmer, wenn man auch noch selbst daran glaubt.

    AntwortenLöschen
  16. Was macht eigentlich unser Gronbach so, es ist so still um ihn geworden?

    AntwortenLöschen
  17. Lieber Plus,

    Vielleicht wenn du das Evangelium von Sebastian auswendig aufsagen würdest, dann würde der Gronbach magisch hier wieder auftauchen.

    http://www.egoisten.de/files/apokryph.html

    1 Im Anfang war der Kahlkopf, und der Kahlkopf war bei Ken Wilber, und Ken Wilber war der Kahlkopf.
    2 Dieser war im Anfang bei Ken Wilber.
    3 Alles wird durch denselben gespiegelt, und ohne denselben wird auch nicht eines, das gespiegelt ist. . . .

    15 Sebastian zeugt von ihm und rief und sprach: Dieser war es, von dem ich sagte: Der nach mir kommt, ist vor mir, denn seiner Kopf war glaenzender als meiner. . . .

    AntwortenLöschen
  18. Vielleicht hat seine Erleuchtung auch nachgelassen? Die Anthroszene mit dem Spirit, der durch Ken Wilber channelt, knacken zu wollen hat wohl nicht geklappt. Aber ganz in weiß läuft er noch rum auf seinen Selbstdarstellungsvideos.

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Danke für Ihre Mitarbeit im Blog.

Egoistisch am meisten gelesen: