Vertuschte Zone

Nun gibt es wieder einmal auch ganz andere Arten von (unbetretbaren) Zonen, hier allerdings solche lebensfeindlicher Art. Reiner Metzger schreibt in der TAZ ("Dieses Vertuschen und Verzögern"): "Wir müssen uns nur Sprüche anhören, dass es schon nicht so schlimm kommen wird. Vor allem nicht in Deutschland." Nein, die Zonen werden sich nicht ausbreiten, und wenn, dann werden sie einen Bogen um Deutschland machen. Außerdem sind deutsche Atomkraftwerke sicher. Frau Merkel beruft schnell einen Propagandagipfel ein, Herr Röttgen nutzt die Gelegenheit, den Bildungsgrad der Bevölkerung zu erweitern: Japan, erklärt er, ist weit weg. Außerdem stehe der Wind günstig, für uns. So etwas schreibt die FAS (FAZ am Sonntag) heute auch auf ihrem Titelblatt. Selbst hier ist der sarkastische Unterton allerdings nicht zu überhören. In der TAZ gehen Redakteur Metzger die Nerven durch, er spricht in der URL von "Dreckschweinen" - von atomaren Trüffelsuchern, gewissermaßen. Der Grund für die zynischen Versuche der deutschen Regierung, sich wieder zur Propagandazentrale der Strom- und Atomwirtschaft zu machen, ist der, vor den kommenden Wahlen zu retten, was zu retten ist. "Kein Vergleich zu Tschernobyl, heißt es." (TAZ) Wer getröstet werden möchte, wende sich vertrauensvoll an den Berliner Krisengipfel. Wer sich allerdings ungern für dumm verkaufen lässt, sollte diese Regierung vergessen.

Kommentare

  1. "für dumm verkaufen lässt, sollte diese Regierung vergessen."

    ... und vorher das Gehirn ausblasen, damit sie nie wieder zu Wirtschaftsnutten werden können.

    Ich wünsche mir inständig, daß Redakteuren öfter mal die Nerven durchgehen, damit die dahinter im Zaum gehaltenen Wahrheiten mal zu ihrem leben- und Zukunft rettenden Recht durchdringen und unauslöschlich formuliert werden.

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  2. Daß die ARD den Musikantenstadel ausfallen ließ, und stattdessen eine Dokumentation über Tschernobyl brachte, war, finde ich, sehr anständig! (Es stand an.)
    Da war u.a. zu sehen, wie sich Mütter nach etlichen Tagen sehr ärgerten, weil sie "gesagt bekamen", alles sei sicher "draußen im Freien, zum Spielen für die Kinder", usw.
    Und nun fühlten sie sich verunmündigt und verschaukelt durch die Abwiegelei.
    Da dachte ich mir, etwas bitter..:
    Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen sie Ihren Arzt oder Apotheker! ? ? ?
    DEN FRAGE ICH DOCH GENAU NICHT.
    Muß ich nachher auch nicht auf ihn schimpfen.
    m.butty

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  3. Besteht da ein Zusammenhang?

    Am 6. August 1945 (Tag der Verklärung Christi)wurde das atomare Feuer über Hiroshima gezündet. 66 Jahre später steht Japan, das Land der aufgehenden Sonne, wieder im Schatten der ahrimanischen Gegensonne, ausgelöst durch das Beben der Erde und dem Wogen des Meeres.

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  4. ..Land der Aufegehenden Sonne..Beben der Erde.. Wogen des Määres! Hey, wie romantisch! :-) :-) :-) Es Feiffen die Winde im rauhen Gesicht!
    LG, butty

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  5. Ein Zusammenhang zwischen Mär und Ver-klärung besteht sicherlich. Zwar nicht bei den Japanern, sondern eher bei dem obigen posting.

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  6. Es Feiffen die Winde

    butty, den Humor verstehe ich nicht, ich glaube, den will ich auch nicht verstehen.

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  7. Um Mißverständnisse vorzubeugen, mit "obigem posting" meinte ich Klaus-Maria.
    butty stimme ich zu

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  8. War es nicht Wiglaf Droste, der den Dylantext übersetzte, und, dann Släng imitierend im Refrain schrieb: "Antwort, mein Freund, musse feiffe inne Wind!" ??
    Bob Dylans Lied ist Poesie. Es geht um die Jahre, die es braucht, bis ein Mann weise worden ist, und um die Jahrhunderte, die es braucht, bis das Menschengeschlecht ..

    Nein, so konkrete Ereignisse, wie sie augenblicklich in Japan geschehen, vertragen keine wagnerianischen Wogen und Bilder von Schatten arimanischer Gegensonnen, und "brausende Wogen, und eiskalter Winde rauhes Gesicht!" Das meinte ich.
    Dylan ist da schon passender.

    Mein Kommentar kam auch nicht aus dem Kopf.
    Nachdenkliche Poesie und romantisch esoterische Pathetik sind zweierlei.

    Die Winde pfeifen..

    Beim einen, Dylan, ist es sogar noch ergreifend, wenn man den Text wegen seines nasalisch singenden Dichters verballhornt.
    Beim esoterisch/geschwullnem Pathos ist es auch kommisch, wenn es in vollendeter Sprachgestaltung vorgetragen wird.

    Ich seh schon, mein .. Humor war etwas kompliziert. Entschuldingung bitte!
    butty

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  9. zu KlausMaria,

    "Am 6. August 1945 (Tag der Verklärung Christi)wurde das atomare Feuer über Hiroshima gezündet. 66 Jahre später steht Japan, das Land der aufgehenden Sonne, wieder im Schatten der ahrimanischen Gegensonne, ausgelöst durch das Beben der Erde und dem Wogen des Meeres."
    ja, da besteht ein Zusammenhang. Danke für den Hinweis. Ich bin auf die erstaunlichen historischen Tatsachen gestossen. Bald werde ich in meinem Blog in der P. der F. darüber schreiben.
    Junko Althaus

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  10. Um es auf arabisch zu sagen: "Game over, Merkel!"

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  11. ..ich wollte niemanden kränken.
    Es tut mir leid. (Ich bin -auch- wütend über die ganze Geschichte mit der Kernkraft, ..)
    herzlich
    butty

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  12. ... außerdem ist diese Zone ziemlich genau 66 Tage nach der letzten Sonnenfinsternis entstanden, die von den merkwürdigen Vogelsterben begleitet wurde...

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  13. ... ein butty macht einen menschlichen, intelligenten und feinfühligen Kommentar und entschuldigt sich dann noch, dass Andere mit okkultem Hokuspokus die Gegend verstrahlen!

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  14. Hallo butty, ist bei mir angekommen :), wollte auch nur verweisen ...

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  15. Hallo butty, auch ich verstehe überhaupt nicht, warum DU dich entschuldigst, welche Schuld hast Du denn auf Dich geladen??? Ich habe Deinen Kommentar als sehr empathisch und realistisch in Bezug auf diese grauenhafte Kathastrophe in Japan erlebt. Menschlich.

    „Nein, so konkrete Ereignisse, wie sie augenblicklich in Japan geschehen, vertragen keine wagnerianischen Wogen und Bilder von Schatten arimanischer Gegensonnen“ - auch ich halte das für eine okkulte Sülze.
    Vermutlich ist dies das Letzte das diese Menschen unterstützt, ihre schwierige Situation zu bewältigen. Diese Interpretationen von oben herab – ich interpretiere dich und was dir gerade passiert, getragen von meinem „okkulten Wissen“ – sind m.E. arrogant und gefühllos. Da wird der weise Wind zu einem harten Wind.
    Die Menschheit ist EIN Organismus, was jetzt verletzt ist und um sein Überleben kämpft, ist ein Teil von uns selbst.

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  16. butty.
    herzlichen Gruß

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  17. Äh. Leute! Das da oben mit dem "da macht ein butty einen sensiblen Komm.." ist nicht von mir gewesen! Ihr alle müßt wissen, daß ich meine Kommentare immer unbedingt unterzeichne, und hier auf Anonymfunktion gehe, weil ich mich nicht bei Google melden wollte.
    Mir gings ja nur darum, daß ich Angst hatte, hier würde jemand ein wortgewaltiges Pathos, so etwa wie wenn man statt Araber"Die stolzen Wüstensöhne!", und eben so "Land der Aufgehenden Sonne!" und "Wogen", nunja..
    - eine Wortgewalt als Krücke für unerlebtes Mitempfinden herbei-zitieren.
    Ich entschuldigte mich deshalb, weil da ja möglicherweise Menschen, die Bekannte sogar in Japan haben, eben darüber nachdenken, was die Katastrophe okkult bedeuten könnte.
    Und, wir wissen ja nicht, ob nicht tatsächlich jetzt - ganz vehement das 21. Jahrhundert beginnt. So, wie ja auch erst 1914 eigentlich das 19. Jahrhundert aufhörte..
    Nur große Oper daraus machen, will ich nicht..
    Alles Liebe! ..dann mal.. auf bald.
    mischa butty

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