Larmoyanz

Die langwierigen Erklärungen, die begründen sollen, warum du so oder so handelst:
Deine Gefühle am Ende der Woche, der billige Trost, die wuchernde Larmoyanz in den Eingeweiden:
Die immer gleiche Art, auf Kritik zu reagieren:

Dieses mürbe Reich, dass du Jahrzehnte aufgebaut hast, erfindet sich neu
in einem Augenblick. Zieh
das weiße Kleid an, wenn du gehst.

Kommentare

  1. Das hängt in der luft - gerade auch so etwas gedacht...

    liebe grüße, Joseph canaillo

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  2. Wenn ich in der Lage bin das weisse Kleid anzuziehen, fällt mein Blick auf all die Unvollkommenheiten, die durch mein liebendes Auge erlöst werden wollen. Meine alten Hüllen hängen wie Schatten an mir und zeigen mir, was ich bislang vergessen habe.

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  3. Manchmal ziehe ich das weiße Kleid an und bin einfach nur glücklich. Es ist leicht und schön, es ist wie die Blüten der Obstbäume.

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  4. Es geht auch nicht immer. Aber wenn es so schön ist, wie in den letzten Tagen - alles rundherum weiß erblüht, die Luft sich lau erwärmt hat, der Himmel so wunderbar blau strahlt und einige Dinge (mit denen ich mich schon so lange abgemüht habe) auf einmal ganz leicht gelingen, dann ist das wie im weißen Kleid zu gehen. Es ist ein geschenktes weißes Kleid. Das kommt sicherlich von dort, woher auch die Obstblüten kommen.

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  5. Das kann man auch anders erleben. Plötzlich ist die Welt wieder bunt, satt, voll- in gewisser Weise (im Vergleich zum Winter) real geworden. Im selben Augenblick fühle ich mich aber auch mit mir selbst konfrontiert- mit meinen realen, aber nicht unbedingt angenehmen Außenseiten und Konfrontationen, Frustrationen, usw.

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  6. Michael, Du tauchst ja in letzter Zeit in dem quadratischen Schrankmännchen auf. Da kriegst Du ganz sicherlich nicht so ein weißes Kleid drüber - selbst, wenn jemand es Dir schenken wollte. Und falls ja, dann säh es wohl eher wie ein Gespenst aus.

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  7. Ja, aber so ein Avatar ist nichts, womit ich mich identifizieren würde. Das war mehr ein Symbol dafür, bestimmte technische Möglichkeiten auszuloten, sonst nichts.

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  8. Da wo ich bin hat es geblüht, dass man/frau glaubte, die ganze Welt hätte ein weißes Kleid angezogen. Das war so wunderbar - das rundet dann die Ecken. Irgendwie hat das Blühen einen Klang,einen ganz weiten, weißen - der hallt nach im Innern.
    Blüht es auch bei Dir?

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  9. Ja, das natürliche Kleid ist sicherlich aus demselben Stoff gemacht wie das, von dem ich ausging. Es gibt da zwei Türen, die Eine führt zum Anderen. Ich halte es aber auch gern mit dem Frühlingsmond, der mit der Sichel unten das erwartet, was da kommen mag. Eine Verheißung.

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  10. Frühlingsmond und Klang der Blüten.

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  11. Die Welt muß romantisiert werden. So findet man den ursprünglichen Sinn wieder. Romantisieren ist nichts, als eine qualitative Potenzierung. Das niedre Selbst wird mit einem bessern Selbst in dieser Operation identifiziert. So wie wir selbst eine solche qualitative Potenzreihe sind. ... Indem ich dem Gemeinen einen hohen Sinn, dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehen, dem Bekannten die Würde des Unbekannten, dem Endlichen einen unendlichen Schein gebe so romantisiere ich es - Umgekehrt ist die Operation für das Höhere, Unbekannte, Mystische, Unendliche - dies wird durch diese Verknüpfung logarithmisiert - Es bekommt einen geläufigen Ausdruck.

    Novalis (Friedrich v. Hardenberg): Logologische Fragmente,

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  12. Aber es gibt doch nur echte "weisse Kleider", die natürlichen haben doch gar kein Leben.

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