Deutsche Unternehmenskultur

"Laut "Handelsblatt" waren die Frauen farblich markiert. "Die Damen trugen rote und gelbe Bändchen", wird ein Gast zitiert. "Die einen waren als Hostessen anwesend, die anderen würden sämtliche Wünsche erfüllen. Es gab auch Damen mit weißen Bändchen. Die waren aber reserviert für die Vorstände und die allerbesten Vertriebler."
Sogar mit Tüchern verhängte Himmelbetten wurden laut "Handelsblatt" in der Therme aufgestellt. "Jeder konnte mit einer der Damen auf eines der Betten gehen und tun, was er wollte", habe ein Teilnehmer berichtet. "Die Damen wurden nach jedem solcher Treffen mit einem Stempel auf ihrem Unterarm abgestempelt. So wurde festgehalten, welche Dame wie oft frequentiert wurde."" (Quelle: Spon)

So weit aus den Feierlichkeiten für die besten Versicherungsvertreter der Hamburg-Mannheimer/ Ergo. So weit, so gut. Aber wo ist ein Pasolini, der das verfilmen könnte und wollte? Der Kontrast zwischen den Werbebildchen, dem öden Versicherungsalltag, dem Druck, der auf den Drückern liegt und der spätrömischen Dekadenz in solchen Eskapaden könnte nicht grösser sein. Das Detail mit den Bändchen und den Stempelchen z.B. schreit geradezu nach einem opulenten Film- es ist so praktisch gedacht und widerlich zugleich.

Kommentare

  1. Was ich mich nach dieser Lektüre frage ist, wie verdorben man eigentlich sein muß, um sich in solchen beruflichen Gemeinschaften und Verbänden wohl zu fühlen? Denn ein gutes Betriebsklima ist ja Voraussetzung für Hochleistung! Die "Chemie" muß stimmen!?
    butty

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  2. Noch bessere, menschenverachtende und potenziell tötende deutsche unternehmenskultur findet man auch hier:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,762973,00.html

    Wenn es hier demnächst nicht mehr geht, machen wir es über die grenze.

    JC

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  3. "gruselig" ist auch, wenn in Zukunft normale Trauer als psychiatrisch bewertet wird:

    http://www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/psychiatrie-fuer-alle/

    Im ernst, GA 102 war nicht auf der gekauften Festplatte der ganzen Werke von Steiner. Mir scheint auch aktuell zu dem Thema der Hinweis Steiners Verständnis aufzubringen: Endlich eine Freiheit im Sexuellen (wenn alle freudig, freiwillig mitmachen - mit Ehefrauen ist es vielleicht noch echter - ). Steiner zeigt ( gehe davon aus, er übernahm die Darstellungen aus dem theosophischen Fundus) auf, wie gerade auch die geschlechtliche Liebe der Beginn der Liebe ist, wie sie dann auf dem Jupiter als Ergebnis der Erdenmission aus all der Umgebung und auch in uns sich darbietet.
    Habe nun bis zum achten Vortrag gelesen, begreife jetzt erst richtig den Willen von Steiner, der von der Christus-Religion zur Christus-Erkenntnis schreitet, wie letztlich alle Religion ihr Ende findet, durch unser individuelles Erleben des Geistigen. Die Warnung von Steiner: wenn wir den Christus-Impuls verschlafen, das Geistige Erleben als Phantasie nur erachten, oder eben wie oben aus Amerika die Gefahr, alles Geistige Erleben als Krankheit "bearbeitet" wird, dann verlieren wir den Christus-Impuls (so Steiner).
    Aus meinem Erleben, Miterleben mit der AAG und dem Werk Steiners, führt die "Gefahr" lediglich zu dem was Steiner prophezeit, was nicht gerne gehört wird: es kommt zu einer Teilung der Menschheit. Aber warum soll dies uns schrecken, wir haben die Wahl.
    Wären die Vorträge GA 102 gezielt in der Anthroposophenschaft gekonnt gelehrt worden, so mancher Umweg, Verzettelung, Ohnmacht der AAG als Gefäß hätte es nicht gegeben.
    Wenn ich bedenke, wie "naiv" ich war, als im Info3-Forum ich so freigiebig Internas preisgab, Werdegang in der AAG und der Mann, der mir gleich zu Beginn sagte, im nächsten Leben werden wir wieder als Anthroposophen karmisch verbunden sein, ich dachte, "der" ist schon längst tot, er aber über 100 Jahre alt wurde... ein Schauspiel des Lebens.
    Im ernst: gruselig, das war gestern eine Vorschau zu Schicksalen, Gesichter verändert durch Folgen des Krieges (denke Chemmie-Vietnam, verstrickt Familie Weizäcker). Ich schaffe es nicht, diesen Film zu sehen. Wären solche Bilder früher veröffentlicht worden, die Menschen hätten vielleicht aufbegehrt, gegen Atom-Wirtschaft usw..
    Vielleicht sollte ein Aufruf erfolgen, wie in Spanien und Menschen ergreifen - die Politik staunt - wie in Ägypten die Kraft ihres Bewußstseins. Wer startet den Aufruf?!

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  4. ...habe grad im Fernsehen auf EinsFestival den Film Blueprint gesehen - mir ist bewußt, daß es hier deplatziert ist aber wo hätte ich es anfragen sollen? - der erste Mensch wurde geklont, die story des Films mit Franka Potente...

    Ich denke, würde man einen Menschen wirklich klonen, würde man erkennen, daß man einen Menschen gar nicht klonen könnte --- was meint ihr?

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  5. ..ich manroe, hahaha, ich will das gar nicht erst wissen.. unvergessen ist mir auch die Präsidentenklonung aus den John Difool-Comics des französischen Zeichner Moebius..kennst Du? :-)
    mischa butty

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  6. hallo butty, ne, kenne ich nicht.

    Ich fragte mich gestern nach dem Film, ob das Karma ebenfalls mitgeclont werden würde/könnte und ich glaube eben nicht. Mich beschäftigt daher grad die Frage wie "tief" es mit der Physis verbunden oder davon abhängig ist. Und der nicht Physis-Anteil, ich meine, der lässt sich eben NICHT clonen. Da klafft dann dort eine Lücke auf zwischen Karma-"Substanz" und Körperlichkeit, dem Austragungsort des Karma, weil durchs Clonen nichts wirklich Neues entstehen kann. Aber vielleicht ergäbe sich dadurch, daß man in einer Kopie stecken würde, so etwas wie eine zweite Chance(?), wenn man das in sich unterscheiden täte, Original und Kopie und es seelisch verkraften könnte, so als hätte der Tag dann 48 Stunden --- Es könnte auch sein, daß man in einem körperlichen Clone steckend, mit all seinen Veranlagungen, selbige erheblich bewusster erleben würde und sich dadurch schneller "verbrennen" würde(?)

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  7. (sorry: werbung) Der insider-bericht über die sexparty der versicherungsjungs jetzt auf Terra Canaillo.

    Gruss, JC

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