Was kostet ein Atomunglück und wie hoch wären die Versicherungsprämien?

Keine Ahnung, hieß es bislang und vor allem: AKWs sind nicht zu versichern. Deshalb braucht man die Prämien ja auch nicht in die Kosten- Kalkulation einbeziehen. Sowohl die (euphemistisch so genannten) "Entsorgungs"- Kosten wie die Versicherung als auch die Zuschüsse für die Grundstoffe der Produktion werden so einfach nicht einbezogen in die Kosten- Nutzen- Kalkulation. Nach Fukushima ändert sich das zumindest in der Versicherungsbranche:

"Ein vierköpfiges Wissenschaftlerteam aus Rosenbaums Unternehmen hat versucht, die Gesamtkosten zu beziffern, die ein Versicherer einkalkulieren müsste, um ein Atomkraftwerk zu versichern. Sie stützen sich dabei auf rund zehn Erhebungen, die in den vergangenen Jahrzehnten zu diesem Thema angefertigt wurden. Deren Berechnungen haben sie miteinander abgeglichen, in Beziehung gesetzt und zudem eigene Berechnungen angestellt.
Insgesamt kommen die Versicherungsprofis auf einen zu erwartenden Maximalschaden von rund 6000 Milliarden Euro. Um einen Super-GAU zu versichern, müsste dieser Betrag zunächst einmal vorhanden sein. Das Geld müsste also erst angesammelt werden, beispielsweise über Umlagen auf den Strompreis."
(Quelle: Spon)

Auftraggeber ist, um das nochmals zu betonen, keinesfalls die Bundesregierung, sondern ein Dienstleister der Versicherungsbranche. Tatsächlich versichern möchte die Dinger niemand. Die ersten Kostenkalkulationen für Fukushima liegen auch bereits vor: "Analysten taxieren die fälligen Entschädigungszahlungen für das Reaktorunglück mittlerweile auf 86 Milliarden Euro. Spätfolgen noch nicht eingerechnet." (dito)
Die Heimat für immer zu verlieren und ganze Landstriche unbewohnbar zu hinterlassen, Zehntausende kurz- und langfristig um ihre Gesundheit zu bringen sind Tatsachen, die sich im spröden Begriff "Spätfolgen" subsumieren.

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