Blinder Fleck

"Mach Dir keinen Kopf wegen Deiner Schwächen. Die Stärken sind das Problem."

Das bedeutet: Unsere Schwächen haben wir einigermaßen im Auge, sofern es uns überhaupt möglich ist, uns selbst ins Auge zu fassen. Wir pendeln unsere Schwächen einigermaßen aus, gehen milde, aber nicht idiotisch mit ihnen um. Mehr ist eigentlich nicht zu wollen. Die Schwächen sind dort zu finden, wo wir zu leicht oder zu schwer sind, zu eng oder zu weit.

Die Stärken dagegen sind das, was wir aufs Innigste mit unserer Person verbinden. Wir kneteten unsere Fähigkeiten so lange, bis sie wie eine Galionsfigur vor unserem Bug aus der schweren See ragten: Sie sind offensichtlich. Dafür haben wir gesorgt. Nie haben wir sie hinterfragt, nie darüber nach gedacht, in wie weit sie uns vor uns hintreiben. Plötzlich leicht aus der Balance gekommen, merken wir, wie sich unsere Stärken gegen uns wenden. Wir haben sie nie als Problem gesehen, sie sind unser blinder Fleck.

Kommentare

  1. Hey Mr. Fresh,
    hast du deine Familie geändert?
    ;-D

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  2. Guten Tag meine Lieben,
    kann mir mal jemand bitte sagen welches meine Stärken sind?
    Danke.

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  3. Ne, Frank, den Spruch habe ich selbst verbrochen. Ist auch ganz rational gemeint.

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  4. Alles, was sich durch einen gewissen "Eigenwillen" dem rechten Mass entzieht, sind entweder Schwächen oder Stärken.

    Kommt jetzt halt nur noch darauf an, wie oder woran Ich das rechte Mass erkenne, um es eingreifen lassen zu können.

    Es kann daher durchaus sein, dass eine vermeintliche Schwäche durchaus mal zum "Tagessieger" wird und umgekehrt, eine Stärke ihre Schwächen zeigt.

    Stärken an sich gleiten besser in den Tag hinein und können daher leichter mal als "blinder Fleck" agieren, sprich, die "Trefferquote" der Stärke, schiesst u.U. über das rechte Ziel hinaus.

    Die der "Stärke" mitgegebene Energie wird in der Regel stärker sein, denn jene der Schwäche, -- wenngleich eine "ausgerutschte" Schwäche sehr wohl sehr energetisch sich darleben kann.

    Fähigkeiten oder irgendwelche Anlagen müssen nicht unbedingt Schwächen oder Stärken sein, weil es "immer darauf ankommt" -- und das, das bestimmt der "Meister" und der "Meister" ist der jeweilige Augenblick, der von mir in Handlung gesetzt werden muss, will, sollte..., graduell unterschiedlich, nach Massgabe der jeweiligen Situation.

    An der Art, vielleicht auch am Stil jener "Trefferquoten" lassen sich dann die sogenannten Stärken und Schwächen ablesen, identifizieren -- hinterher. Der "Abstand" jener Erkenntnissicht allerdings kann/wird durch Übung und Erfahrung immer kleiner, bis hin zu einem Gegenwartserleben in der Handlung.

    Die "Schwächen" und "Stärken" zeigen sich als "Diener" des "Meisters". Schwächen und Stärken wandeln sich so, nähern sich an und werden zum ausführenden Ausführer, zum realisierenden Realisierer, zum Lebensfaden, gesponnen aus meinem Karmaknäuel auf dem Wege zum persönlichen "Meister".

    Mein Karmaknäuel und Ich, den Lebensfaden suchend, probierend, realisiernd, verwerfend... --- LEBEN, der Trieb, der mich inkarnieren lässt, wünscht, will, um eines Erkenntnisertrages willen.

    An Deinen Taten wirst Du Dich erkennen.

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  5. Hallo und schönen guten Morgen.
    Also ich finde Stärken gehören unbedingt zum Leben bzw. Menschen dazu, es sei denn sie schwappen ins Starkegozentrische und Unangenehme...Viele Menschen leiden ja geradezu an einem Mangel von Stärken und Selbstwert, aus den verschiedensten Gründen..

    Nimmt man mal ein anderes Wort dafür, z.B. Talente, dann wirds für mich noch deutlicher. Ohne Stärken (im ausgewogenen Sinne) komme weder ich noch z.B. meine Kinder in dieser Welt zurecht, noch habe ich eine Motivation, positiv im Leben wirken und leben zu können, noch habe ich einen Basis zur Selbsterkenntnis. Aus Talenten entsteht auch Freude und Zufriedenheit im und übers Dasein und es kommt immer etwas zurück, ein Geben und Nehmen quasi...Die sogen. Schwächen werden für mich dadurch nicht ausgeklammert, im Gegenteil! - Durch Tun in der Welt komme ich gerade auf sie und sie können sowohl erkannt (gerade auch die etwas unangenehmeren Egoanteile) - als auch angenommen oder auch gefördert werden :-)

    Aber was ist Schwäche denn genau, ein Felöd für sich...Viele Männer z.B. halten sich für schwach, wenn sie weniger leistungsfähig werden oder geworden sind (ja, einige stürzen dann sogar in eine tiefe Depression usw.).
    Der Leistungsgedanke birgt eben Tücken, z.B. wenn man sich sein Leben lang einseitig darüber definiert hat und nicht vermeintliche 'Schwächen' zugelassen hat - wie z.B. Nichtstun, Zärtlichkeit, soziale Kompetenz bzw. wirkliches Interesse am Nächsten (und nicht nur opportunes) und vor allem auch Weichheit und Güte usw. Hier könnte man doch vermeintliche Schwächen in Tugenden verwandeln oder diese integrieren ...Man verwandelt z.B. einen übertriebenen Ehrgeiz in Güte und Zurückhaltung oder Maßhalten - bzw. man nutzt eine Auszeit, um ANDERES in sich zu entdecken, um eben der Welt und vor allem erstmal sich selbst, etwas völlig Neues und Wertvolles zu schenken...

    Die spirituelle Ansicht, man müsse ja das höhere Selbst um jeden Preis entdecken und das Ego ständig entlarven, halte ich zunächst für eine Gefahr, ja, sehe eher eine beiderseitige Unterstützung oder gar Verschmelzung vieler Anteile (und wenn man denn überhaupt in der Lage IST, ein getrenntes Etwas oder höheres Ich wahrzunehmen, viele gehen daran auch zugrunde und verlieren die Basis der Welt)...

    Ich bin da eher auf der Basis eines Novalis, Goethes oder auch Schopenhauers, die erstmal 'ganz einfach' eine starke und inspirierte Persönlichkeit bevorzugten, aus der schon alle Geheimnisse, alle Tatkraft und Schönheiten der Welt, des Menschen und des Kosmos zu entlocken wären oder eben darin inbegriffen sind als Gesamtes als Einheit...Selbst Steiner hat ja in seinen Darstellungen - Vom Persönlichen zum Überpersönlichen (in - "Die drei Aspekte der Persönlichkeit") genau diesen Weg beschrieben - als gemäßigte Verwandlung und Umwandlung und vor allem ohne Selbst-Verdammung - und an anderer Stelle wiederum betont, wie wenig echte Persönlichkeiten es noch auf der Welt gibt...(ich kann obigen Vortrag über 'Persönlichkeit' gerne noch mal raussuchen, irgendwo steckt er noch)..

    LG

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  6. Um mit blinden Flecken leben zu können, würde ich mich eher an Schillers "Spieltrieb" halten. Ja, wenn ich meine Persönlichkeit allein aus meinen Stärken identifiziere, wenden diese sich irgendwann gegen mich - einfach weil das Leben dann langweilig wird:

    Wenn ich Seilchenspringen kann und dann nur noch Seilchenspringe, um damit zu glänzen - wie langweilig. Wenn ich aber Gummitwist nicht kann, und Schwierigkeiten auftauchen, das zu tun - wie spannend! Da wird das Leben iteressant! Wie lerne ich Gummitwist? Wie lernst Du das? Wie lernt sie das?

    Und dann kann ich auch meine Stärken sPeilerisch nutzen: Willst Du Seilchenspringen lernen? Komm, ich zeig dir wie ich das mache...

    Und alle Flecken gehören dann zum jauchzenden Leben.

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  7. "Vergebung ist das erste Anzeichen von Altersschwäche"
    sizilianisches Sprichwort

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  8. Hallo Manfred

    Ich ziehe innerlich meinen Hut vor Dir (einen Hut den ich im Übrigen im Alltag nie trage)!
    Ja alles, was ich vor meiner inneren Beobachtung im Augenblick nicht wirklich ins Gleichgewicht bringen kann, das weist in der einen oder anderen Art auf blinde Flecken hin.
    Blinde Flecken: Die stillen Quellen eigener selbst schöpferischer Entwicklung!
    Wie ich es sehe, Zeichen einer unscheinbar nach innen gewendeten Zivilcourage, wenn Du lernst diese blinden Flecken zu umarmen!
    Ja wenn ... dann gäbe es nämlich immer weniger Schattenboxen um das "höhere Treppchen" im Verweis auf die vermeintlich umfassender erkannte und zu verteidigende Wahrheit (z.B.: Diskurs um Mieke Mosmuller).

    Bernhard Albrecht

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  9. Lieber Bernhard, es geht ja insgesamt um Gleichgewicht. Immer wenn man meint, eine neue Balance gefunden zu haben, wird man schmerzlich auf ein neues Ungleichgewicht geworfen, an dem es dann halt zu arbeiten gilt. Und immer sind die Ursache dafür "blinde Flecken"; das Ungleichgewicht entspringt meist dort, wo man es am wenigsten vermutet hätte. Es ist nicht abzusehen, dass dieser Prozess zu einem Ende kommen könnte. Ich bin nicht einmal sicher, ob man unbedingt von "Fortschritten" sprechen könnte. Eine lebendige, gebirgige Landschaft ist ja auch kein "Fortschritt" gegenüber dem Flachland. Aber immer neue Perspektiven gibt es, ja. Schließlich lernt man auch das Abgründige kennen.

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  10. Lieber Michael

    Der Fortschritt liegt in der Erkraftung des Ich, in der immer weiter gehenden Annäherung und Verdichtung eines Ausnahmezustandes im Denken(siehe auch meinen neuesten Eintrag auf meinem Blog). Diese Erkraftung verleiht Gelassenheit und befreit von dem unterschwelligen Zwang seinen Anzug da oder dort von sogenannten "blinden Flecken" reinigen zu müssen, um vermeintlich besser dazustehen.
    Der blinde Fleck als Einstiegstor in den Angelpunkt dynamischen sich Bewegens aus dem Ich!
    Darauf deutet aus meiner Sicht Rudolf Steiner, wenn er davon spricht Anthroposophie müsse praktisch werden. Weg vom Man - Gehabe zum Ich - Tun.
    Immer wieder nicht leicht, aber möglich und vor allem innerlich befreiend von Verantwortlichkeiten, die es zumeist so nicht gibt.
    Nur dieses gilt aus meiner Sicht: Wie repräsentiere ich in meinen nächsten Schritten mehr Ich - Kraft! Daraus kann sich ein Feuer für weitere Entwicklungen ohne den Gebrauch eines wie auch immer gearteten "moralischen Hammers" entfalten. Es zündet, weil der Einzelne das Feuer in sich als schon vorhanden entdeckt, das er individuell von da an nur selber weiter anfachen kann.
    Verantwortlich für sich allein. Leben!

    Bernhard Albrecht

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  11. Liebe Bernhard, ich habe leider keine Ahnung, wen Du mit denen meinst, die Mieke M. dieses oder jenes absprechen und den moralischen Hammer schwingen. Ich jedenfalls nicht.

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  12. Ich habe den „Blinden Fleck“ in Michaels Text nicht als eine Art „Schmutzfleck“ begriffen, von dem der „Anzug gereinigt“ werden sollte: denn das wäre doch wohl eher die Art, wie wir mit unseren Schwächen umzugehen versucht sind.

    Ich möchte daher nochmal auf Michaels Text zurückkommen, der, wie ich finde, in großer Dichte und obendrein poetischer Sprache auf etwas aufmerksam macht, auf das wir normalerweise nicht achten:

    Vorausgesetzt, daß man über einen solchen vordergründigen „Putzfimmel“ einmal hinaus ist, also nicht mehr um jeden Preis „rein“ sein will von allem, was nach „Schwäche“ oder „Fehler“ riecht; vorausgesetzt, man hat im Laufe seines Lebens gelernt, die eigenen Schwächen „einigermaßen auszupendeln“.
    Was ist das nächste „Hindernis“, mit dem wir möglicherweise zu rechnen haben?
    Was macht es uns, selbst dann, wenn wir gelernt haben, „milde, aber nicht idiotisch“ mit unseren Schwächen umzugehen, immer noch schwierig, weiterzuschreiten auf unserem Weg?

    Es sind gerade diejenigen unserer Eigenschaften, die wir (und wohl auch unsere Umwelt) immer am meisten an uns geschätzt haben. Unsere Stärken. Über sie definieren wir uns, sie sind das, was wir „aufs Innigste mit unserer Person verbinden“.

    Und Michael findet ein starkes und wunderbar treffendes Bild:
    „Wir kneteten unsere Fähigkeiten so lange, bis sie wie eine Galionsfigur vor unserem Bug aus der schweren See ragten: Sie sind offensichtlich.“

    Die Gefahr unserer Stärken liegt darin, daß sie dafür sorgen, daß wir Erfolg haben, daß uns etwas gelingt. Das ist angenehm - und wir wollen bei der nächsten Gelegenheit dieses „Angenehme“ wiederholen... wir üben also unsere Stärken, und wir verbinden sie so immer inniger mit unserer Person.

    In gewisser Weise ist es aber ebenso „abwegig“, wenn wir uns über unsere Stärken definieren, wie es „abwegig“ wäre, uns über unsere Schwächen zu definieren.

    Denn wie schnell gewöhnen wir uns daran, uns auf unsere Stärken zu verlassen... und am liebsten ist es uns dann, wenn wir immer aufs Neue Gelegenheit erhalten, sie zu betätigen.

    Und Wiederholung ist nunmal das Prinzip des Ätherleibes.
    Wenn wir aber, wie Bernhard es ausdrückt, in unseren "nächsten Schritten mehr Ich-Kraft repräsentieren“ wollen, wenn wir unser Ich also mehr und mehr frei betätigen wollen ---, dann sind es wirklich unsere Stärken, die sich gegen uns wenden - wie alles, an das wir uns im Laufe der Zeit gewöhnt haben.

    Vielen Dank für diesen Text!
    Herzlichen Gruß,
    Ingrid

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  13. Die Stärken sind aus meiner Sicht nur dann und dadurch hinderlich, weil/wenn ich sie anderen voraushabe, wirklich davon ausgehend, dass es Stärken sind, denn sie machen einsam und man kann leicht als "Narr" dastehen oder nervt die anderen, betätige ich sie in ihrer Kraft und Möglichkeit (ein wenig zu blind).

    In diesem Sinne stärken Stärken echte Demut, wahre Gelassenheit, Großmut, Übersicht, Stille, Ruhe.

    Echte Stärken befinden sich jenseits meiner Psyche, betätige ich sie psychisch, bin ich irgendwie durch sie gefangen. Meine Psyche greift auf sie zu, wie auf ein Werkzeug und Psyche ist hier für mich das "Gewand", das mein Ich sich nehmen muss um Handlung "nach draussen" zu schicken.

    Ich würde in diesem Sinne bestrebt sein "Stärken" eben nicht mit meiner Person zu verbinden, sondern sie in sie, durch sie einfliessen zu lassen hinaus in das, worum es gerade geht und schon gar nicht mich über sie zu identifizieren, denn dann würde ich mir Fesseln anlegen. Ich selbst bin derjenige, der sich im wachen Tun identifiziert, sprich bemerkt, über meine Werkzeuge, meine werkenden Zeugen.

    Ein blinder Fleck kann doch niemals eine Stärke sein!?! Der blinde Fleck sitzt immer vor Mir, aus Gewohnheit, aus Nachlässigkeit oder Unfähigkeit. Blinder Fleck ist doch immer das Gegenstück zu einer Wachheit, oder "schlimmstenfalls" Ausdruck von Unbelichtetheit. Und das Licht zur Belichtung strahlt aus der Einsicht herein und einsehen tue und kann nur Ich, betätigt sagt man Ichgeführt.

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  14. Ich verstehe irgendwie nicht, was Blinde Flecken mit Fähigkeiten und Unfähigkeiten zu tun haben sollen. Ich komme da nur auf folgenden Gedanken:

    Blinde Flecken haben wohl etwas mit Wahrnehmungsfähigkeit zu tun. Oder besser mit Nicht-Wahrnehmung. Also haben wir alle, die nicht Hellseher, sind gewaltige blinde Flecken bezüglich der Geistigen Welt z.B.

    Wenn das nun eine Schwäche sein sollte - wieso soll es da "nichts zu wollen" geben? Und andersherum: Wenn ich sehr wenig Blinde Flecken hätte, würde ich dies dan in meinem momentanen moralischen Entwicklungsstand überhaupt ertragen, verantworten können?

    Es geht dann also darum, wann und wie diese Flecken als Wahrnehmungsorgane geweckt werden können.

    Aber ob ich mich dann ganz schlau austricksen kann, indem ich meine Stärken als Blinde Flecken bezeichne, scheint mir zweifelhaft. Ich würde mich bei dem Spruch nur auf den Anfang konzentrieren und den mal gut durchmeditieren:

    "Mach Dir keinen Kopf"

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  15. Ingrid
    Das Ich zeichnet sich gerade dadurch aus, dass es überhaupt erst durch sein dynamisch schöpferisches Tätig Sein und Werden in Erscheinung tritt.
    Insofern unterliegt es nicht in die Wiederholung drängenden Tendenzen des Ätherleibes, während dies für das Ego zweifellos gilt. Dieses drängt geradezu danach sich in einer Stärke erneut "zeigen" zu können und daraus Selbstbestätigung und anderes zu ziehen, die Fehler aber vor sich selber klein zu reden.
    Das Ich hingegen agiert frei zwischen Stärken und Schwächen. Es zeichnet sich in jedweder Weise als ungebunden aus.
    Freiheitserfahrung ist immer zugleich auch eine innere oder auch im Tun nach aussen sich manifestierende Ich - Erfahrung, während das Ego sich gewissermassen auf nebliger Strasse heranschleicht und darauf bedacht ist mit seinen tieferen manipulierenden Absichten nicht bemerkt zu werden.

    Bernhard Albrecht

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  16. Anders ausgedrückt geht es um den Hüter unserer Schwellen. Es geht auch darum, wie viel wir tatsächlich in unseren Alltag umsetzen können und an welchen Stellen uns der Alltag wieder einholt. Das, was unerledigt ist, holt uns immer wieder ein; das kommt wie "von außen" und kann wie eine Prüfung erlebt werden, die wieder und wieder, die Entwicklung begleitend, uns selbst hinterfragt. Es sind nun gerade die Punkte, die uns wichtig und heilig, ja unantastbar erscheinen, die sich auf grellste Art und Weise quer stellen. Und man muss eben auch das Scheitern lernen.

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  17. Übrigens ist das Thema eine Variante von Markus 10, 17-31: Das Kamel, das eher durch ein Nadelöhr passt, als dass der Reiche in die Himmel käme. In der Tat kommt das, was an uns "reich" ist - die ego- bezogene Begabung, unsere "gegebenen" Talente- tatsächlich nicht in die geistige Welt. Es ist etwas, was in uns frisch entspringt, das eigentlich Schöpferische, etwas, was völlig "arm" ist, was bereit ist für höhere Erkenntnis. In dieser Hinsicht sind unsere Stärken unsere grösste Schwäche.

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  18. @ Bernhard:
    „Das Ich zeichnet sich gerade dadurch aus, dass es überhaupt erst durch sein dynamisch schöpferisches Tätig Sein und Werden in Erscheinung tritt.
    Insofern unterliegt es nicht in die Wiederholung drängenden Tendenzen des Ätherleibes“

    Ja. Genau das hatte ich gemeint.
    Ich will ein wenig ausführlicher beschreiben, worauf ich hinauswill.

    @ manroe:
    „Ein blinder Fleck kann doch niemals eine Stärke sein!?!“

    Nein. Aber umgekehrt: sowie wir uns an eine Stärke gewöhnen, erzeugt das in uns einen „blinden Fleck“ und läßt uns etwas übersehen.
    Nämlich daß es etwas in uns gibt, das, wie Bernhard sagt, sich geradezu danach „drängt, ... sich in einer Stärke erneut "zeigen" zu können“.

    Dieser „blinde Fleck“ entsteht meiner Ansicht nach auch dann, wenn wir nicht gleichzeitig unsere „Fehler“ vor uns selber „kleinreden“, ja, sogar dann, wenn wir daraus nicht „Selbstbestätigung und anderes ziehen“.
    Es genügt dafür, gewohnheitsmäßig und immer routinierter unserer Stärke zu folgen...

    Was eine „Stärke“ ist, definiert sich dabei nicht unbedingt nach dem, was „die Gesellschaft“ im Augenblick (das unterliegt ja sehr der „Mode“) für „stark“ hält. Und es geht auch nicht darum, ob es etwas ist, das wir „anderen voraushaben“.

    Sondern es genügt, daß uns eine bestimmte Eigenschaft, eine bestimmte Art und Weise, mit einem „Problem“ umzugehen, einmal etwas gelingen läßt. Während wir dann unseren „Erfolg“ genießen, kann es geschehen, daß unser Bewußtsein ein winzig kleines Bisserl einschläft.
    Und in diesem Zustand „geringerer Wachheit“ kommt ein Etwas in uns zum Zug, das mit „Gewohnheit“ zu tun hat. Dieses „Etwas“ sorgt dafür, daß eine Tätigkeit, die uns einmal zu einem „Erfolg“ geführt hat, ganz genau so, wie sie abgelaufen ist, in uns „aufbewahrt“ wird, um immer dann, wenn wir in einer ähnlichen Situation sind, wieder ganz genau so „abgerufen“ werden zu können.
    Dieses „Etwas“ (ich nehme jetzt einmal an, es hat mit dem „Ätherleib“ zu tun, weil es sehr gut zu den „nach Wiederholung drängenden Tendenzen“ paßt) ist uns im alltäglichen Leben sehr nützlich - ohne dieses „Etwas“ könnten wir nichts lernen, uns keine Fähigkeiten durch Erüben aneignen.
    Aber dieses selbe, uns in bestimmer Hinsicht so nützliche und notwendige „Etwas“ wird uns zum Hindernis, wenn es darum geht, in einer neuen Situation (mag sie auch Ähnlichkeiten haben mit einer vergangenen) ganz neu und frei und diesem Neuen angemessen zu handeln.


    Das mag ziemlich theoretisch klingen - für mich ist es eine alltägliche Erfahrung.
    Wie wohl einige von Euch wissen, bin ich Sängerin, und ich unterrichte auch Gesang.
    Und sowohl bei mir als auch bei meinen Studenten erlebe ich immer wieder, wie schwierig es ist, nach einer „gelungenen“ Stelle nicht die nächste Stelle mit ganz genau derselben „Einstellung“ singen zu wollen, sondern mit der eben dieser neuen Stelle angemessenen.
    Das beginnt schon beim Atmen: ein paar kürzere Phrasen gesungen, dabei sehr gut mit dem Atem ausgekommen... sich darüber, halb unbewußt, „gefreut“ (ich meine nicht „seelische Freude“, es fühlt sich eher wie etwas „Leibliches“ an, deshalb würde es ja so gut zum „Ätherleib“ passen), dabei im Bewußtsein ein winziges Bisserl „eingeschlafen“, die „Geistesgegenwart“ verloren - und hoppla, schon hat man wieder genau so eingeatmet wie bisher, und dabei übersehen, daß die nächste Phrase doppelt so lang ist...

    Ich bin ziemlich sicher, daß viele von Euch schon Ähnliches erlebt haben, jeder in seinem ur-eigenen Bereich.

    Gerade der „Erfolg“, den wir mithilfe unserer Stärken (und das können wirklich ganz „echte“ Stärken sein, ich rede hier nicht von eingebildeten Stärken!) erreichen, kann auf diese Weise in uns so etwas wie einen „blinden Fleck“ erzeugen... und wir vergessen damit dasjenige in uns, das spricht: „Siehe, ich mache alles neu.“

    Herzlichen Gruß,
    Ingrid

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  19. "Siehe, ich mache alles neu" ist das Stichwort. Übrigens auch eine Meditationsempfehlung. Das, was Ingrid beschreibt - in der Musik ganz gegenwärtig und "aktuell" bleiben zu können, gilt ja genau so für die Mediation selbst. Es gibt da keinen Unterschied. Wenn man die Gegenwärtigkeit im Tun "anhalten" kann, dass sie bestehen bleibt, ist man zwangsläufig auf einer anderen Ebene.

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  20. Lieber Michael, und danke für den Hinweis, daß wir gerade das, worin wir "reich" sind, nicht "mitnehmen" können in die geistige Welt (auch das scheint mir ja zum "Ätherleib" zu passen...).

    Rilke fällt mir ein:
    "Armut ist ein großer Glanz aus Innen..."

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  21. Liebe Ingrid, für mich ist es ein Quell, der sich aus sich selbst speist, aber nicht aus mir. Man kann ihn nicht suchen, aber einfach bemerken, dass er da ist, wenn er da ist.

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  22. Lieber Michael,
    ja.
    Und man kann versuchen, diesen "Quell" nicht zu behindern.
    Was ja manchmal schwierig genug ist...

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  23. Jetzt ist so ein Punkt erreicht, ich erlebe es so, wo man sich an der Peripherie des Auseinander-Setzungs-Kreises befindet. Trauen wir uns zusammen zu kommen?

    Wenn man etwas intensiv angeschaut hat, dann wird es belebt, so wie die Sonne uns durch ihre Strahlen... -- Und das, was belebt wurde müsste sich durch unsere "Zustimmung", Annahme "setzen" dürfen, willkommen geheissen werden, damit es als Same seine Wirkung entfalten kann. Denn solcherlei "Samen" bringen uns voran und einen uns in Freiheit, dies wäre (wie) ein umgekehrter Kultus.

    Man könnte sich an dieser "Stelle" auch die Frage stellen, wo sie und wie sie denn nun stattfinden sollte, die oder besser eine anthroposophische Gesellschaft -- ? Wäre nicht dort der "Ort", wo geistige Samen gelegt werden (könnten)?

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  24. „Siehe, ich mache alles neu.“ In voller Achtsamkeit im Augenblick stehen. Auf nichts anderes abheben, als das, was dieser Augenblick Dir eröffnet. Wenn dieses gelingt, dann erfährst Du, das sich ein Quell öffnet, der Dir schöpferisch ein Sagen ermöglicht, das im gleichen Atemzug auch eine Herausforderung für Dein eigenes Tun, Dein Umsetzen in weiteren Taten, ist.

    Genauer besehen bist Du nur in solchen Augenblicken in einer Geistesgegenwart und damit auf Augenhöhe mit dem anderen Menschen, mit dem Du gerade in Beziehung trittst. Du bewegst dich in einer natürlichen Sphäre des Respekts, eben weil Du den anderen Menschen ganz aus diesem wachen Augenblickserfassen heraus begegnest, ohne abzuheben auf etwas, was er Dir vielleicht noch wenige Augenblicke zuvor von sich gezeigt hat. Du begegnest dem anderen Menschen als einem sich entwickelnden, zu innerer Freiheit strebenden Menschen und weil Du dies tust, erfährst Du deinerseits in genau diesem Augenblick etwas vom Atem einer Dich weitenden neuen inneren Freiheit. Durch diesen Deinen Aufmerksamkeitseinsatz lädst Du gleichsam die Freiheit als beflügelndes Wesen zum Gespräch mit ein.
    Dies ist, sensibler betrachtet, das untergründig beflügelnde Geschehen von wirklicher Begegnung. Und der „grösste blinde Fleck“ in Dir ist der, Dich wider besseres Wissen immer wieder um diese Art von Aufmerksamkeit Gestalten herum zu drücken und lieber auf scheinbar bewährte Vorstellungen und Mutmassungen von und über den anderen Menschen oder diverse sogenannte allgemeinere Lebenserfahrungen oder Soll - Strategien abzuheben, mit der die Welt/Deine Welt sinnvoll in Ordnung zu halten sei/gehalten werden kann.
    Die Sehnsucht nach einer höheren Welt als dem scheinbar grauen Alltag lebt heute in allen Menschen. Ebenso nimmt das Vermeinen um dieser höheren Welt willen sich besonders innerlich abstrampeln zu müssen, in den Untergründen unserer Seelen immer wieder einen mehr oder weniger grossen Raum ein. Dass die Lösung vieler unterschiedlich und gleichwohl wieder ähnlicher Dilemmas auf diesem Weg nur einen Augenaufschlag von Dir , in Dir selber begründet liegt, das will Mensch so nur, wenn überhaupt, dann nur sehr widerwillig hinnehmen. Denn Blindheit für etwas derart Nahe Liegendes, dagegen laufen alle Helfer Affen des Ego Sturm.
    Und dennoch die Ich - Tat belebt und weitet sich in ihren Möglichkeiten genau aus dieser Art von Bereitschaft ganz in den Augenblick zu gehen und das Wagnis einzugehen zu springen. Siehe, Ich mache alles neu.

    Bernhard Albrecht

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  25. Ingrid, Michael – schönes Gespräch, das weiter-bewegt – danke! Ich teile viel davon. Ingrid Deine Beschreibung von der Unterrichtsstunde finde ich gar nicht theoretisch, sondern sehr lebendig.Und gerade dieses „theoretische Begriffe“ oder „theoretisches Verständnis in die Alltagssituation hineinzuvernetzen“, macht Wissen lebendig.
    Die Wesensglieder sind ja immer ineinander vernetzt und das Ich kann für einen bestimmten Zeitraum ganz bewußt die Wiederholung wählen, um eine neue Fähigkeit einzuüben. Albrecht, wie willst Du Dein Ego umarmen, wenn es bei Dir so bös klingt? Ich und Ego sind doch auch immer ineinander vernetzt, in graduellen Abstufungen, und wir haben ein Leben, um das Ich immer mehr herauszuschälen. "Ich mache alles neu"ist ein wunderbares mantra - welcher Aufmerksamkeit es bedarf, das wirklich stückweise ins Leben einzunetzen!
    Ich verstehe sehr gut, dass die Stärken ein Problem werden können.Vor allem wenn eine Stärke ein Talent ist, das von Anderen geschätzt wird und dadurch ein tiefes Gefühl von Stimmigkeit erzeugt, einmal, es überhaupt zu haben – was ja wie ein Geschenk ist – und dann auch wahrzunehmen, zur rechten Zeit, am rechten Ort im rechten sozialen Kontext zu sein. Es fließt dann in beide Richtungen und jeder kann etwas aus dem kreativen Austauch mitzunehmen. Das ist für mich so etwas wie eine Glückserfahrung.
    Es kann dann geschehen, dass so ein Talent, von einer ganz anderen Seite her, eine Barriere erhält.Das erzeugt erst einmal ein großes Nichtverstehen oder auch ein Sprachlos. Habe ich da etwas übersehen, was neu werden will? Es hat sich gerade noch für beide Seiten als sehr stimmig und ausgeglichen angefühlt.
    Nun habe ich erfahren, dass gewiße Talente auch ein „Ablaufdatum“ haben.
    In solch einer Situation hat mir der Hinweis Steiners geholfen, nämlich dass manche Talente aus der Vergangenheit stammen und sich beenden wollen, während neue, mir noch gar nicht bekannte Fähigkeiten darauf warten, von mir entwickelt zu werden.
    Da ist aber erst eimal dieses Vakuum zu überqueren, Bisheriges ist ncht mehr stimmig, Neues noch nicht vorhanden.Das kann wie eine Wüstenüberquerung sein.

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  26. Lieber Steffen, Kritik ist okay, Du findest mich nicht authentisch und nimmst mir meine Aussagen nicht ab. Nicht okay finde ich, dass Du sehr persönliche Aussagen über mich verbreitest, die nur in einen Freundschaftskreis gehören, aber nicht so formuliert, dass mir das ernsthaft schaden kann.
    Frdl Grüsse
    Michael

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  27. Lieber Michael,

    nein verletzen und Indiskretion war nicht meine Absicht, sorry...Eigentlich hattest es du es doch total öffentlich gemacht? egal...Andrerseits, du kennst mich ja inzwischen ein wenig - in diesem Fall wollte ich dich einfach aufrütteln (ganz egoistisch)..

    Und ja, ich gebe auch zu, dass mich vieles immermehr aufregt, allgemein gesehen, weil mir einiges einfach zu theoretisch vorkommt und zwar wirk-lich - eben auch in meiner Empfindung und nicht weil ich einiges nicht kapiere oder sowas, das ist es nicht....Das wäre ja auch nicht schlimm, ich bin ja auch voller Defizite, aber es ist etwas was ich doch mit ziemlicher Sicherheit richtig sehe, aber es wird aus meiner Sicht einfach verdrängt....Hinzu echauffieren nun auch deswegen, weil ich es eben immerwieder, durch so manche Erfahrungen mit 'Anthroposophie' geanu so erlebe: Viel Theorie, oft auch Schwermut, dann auch gerne betonte Verhaltenheit und manchmal fast Gespaltenheit usw. Mir kommts halt so vor, dass sich viele von sich und auch vom wirklichen Leben entfernt haben, ganz ganz platt...und es macht mich wirklich betroffen und zwar als Mensch..

    Eebenfalls mit freundlichen Grüßen
    Steffen

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  28. "Viel Theorie, oft auch Schwermut, dann auch gerne betonte Verhaltenheit und manchmal fast Gespaltenheit usw. Mir kommts halt so vor, dass sich viele von sich und auch vom wirklichen Leben entfernt haben, ganz ganz platt...und es macht mich wirklich betroffen und zwar als Mensch.."

    Was gehört in die Öffentlichkeit, was nicht?! Lieber Steffen, ich spüre, was Du meinst, weil dieses Stärke-Schwächen-blinder Fleck-Spiel an das Innerste heran gehen will... ...es doch nicht gelingt, wie wohl die blog-Teilnehmer sich ernsthaft bemühen wollen. Blinder Fleck?! Bevor ich diesen Teil jetzt öffnete, da kam der Gedanke, welch rießig-blinder Fleck bei Steiner, wenn er "glaubte", durch "Anthroposophie" werde die Welt sich erst ernsthaft ändern, Christus finden usw..
    War er Künder eines kommenden Christusses, der letztlich ohne Gedankenakrobatik der Steiner-Schüler aus sich Selbst heraus die Welt wandeln wird, oder bleibt alles im Blinden-Flecken-Spiel der römischen Kirche verhaftet?! Es sprengt ja die Medien, dies Geldproblem, der ahrimanische Teil, den Christus nicht erlösen konnte, der blinde Fleck im Zusammenleben der Menschheit. Da verdursten in Afrika die Menschen, weil eine große Trockenheit sich ausbreitet, wie ein blinder Fleck der Natur. Ja, lieber Steffen, lieber Michael, es fragte sich mir von Anfang an, wie ernst meinen sie es denn, meine lieben Anthroposophen.. ...und sie mein-t-en es nicht ernst, nein wir-k-l-ich nicht. Sie würden Christus auch verraten, wie ich ihn schon deshalb verraten würde, weil es so blöd ist, so zu enden???!!!
    Es ist und bleibt ein Rätsel, das wir kollektiv übergestülpt bekamen, von dem auch Steiner uns nicht erlöste, mit all seinen Vorträgen :-)

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  29. Deshalb meine ich doch so oft,ich, Nicht-Anthroposophin, aber Freundin der Anthroposophie – holen wir diese ganze Theorie doch herunter. So gut wir eben gerade können. Dann können wir viel besser die eigenen blinden Flecken finden. Und wenn wir einen Fehler machen, im Herunterholen oder Anwenden, dann hoffe ich, verzeiht uns der Andere auch mal.
    Es ist doch so viel interessanter, eigene Beispiele zu bringen, als theoretische Begriffe und Absolutheiten fein „geisteswissenschaftlich“ aneinanderzureihen – das finde ich ziemlich fade.

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  30. Ich finde, dass privat Mitgeteiltes geschützt gehört! Es würde mich sehr verletzen, käme es da zu einer Übertretung- es wäre für mich ein gravierender Vertrauensbruch.

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  31. An ZuL, nein es war hier geäußert worden :-) nun sei es wie es ist, ich hab mich entschuldigt :-)

    LG

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  32. Lieber Ernst, ich kann dir in vielem zustimmen...Ja und dein Satz: "ich spüre, was Du meinst, weil dieses Stärke-Schwächen-blinder Fleck-Spiel an das Innerste heran gehen will."

    Das scheint es zu sein und es rührt natürlich auch mich an, es geht natürlich ans Innere, alles an mir ist sowieso Inneres...
    Und nebenbei - dieses Innere ist, egal was, für mich schon längst kein Geheimnis mehr oder etwas Peinliches, bis auf wenige wichtige datenzuschützende und private Dinge (jetzt mal ganz unesoterisch)...Es hat für mich auch nichts mit peinlicher Seelenentkleidung zu tun, sondern mit Ehrlichleit. Nur so kann es für mich gehen, dass wir Inneres und auch innere Konflikte zeigen, ehrlich sind, somit auch Wärme und Mensch ausstrahlen, auch wenn dabei sicher mal über die Stränge geschlagen wird, was sich aber meistens von selbst korrigiert.. Jedenfalls, so kommt für mich Licht ins Dunkel und auch eine Art Befreiung...(hier ist zudem niemand der es böse meint, davon mal ganz abgesehen)..

    Ich finde, man kann der Welt sehr viel zeigen, auch was man eben als nicht-stimmig empfindet, auch als schädlich erlebt hat und dann kann man ja im Austausch ruhig abwägen, auch relativieren usw...aber raus an die frische Luft sollte es schon..

    Lieber Ernst, ja, was Steiner zu Christus mitteilte ist schon sehr wichtig für mich, auch dass er allem Leben - zusätzlich Leben - eingehaucht hat (z.B. den Naturreichen dadurch, dass er zeigte was dahintersteht) ...
    Aber was ist nun alles daraus geworden? hm, hm...Dankbar kann man auf jeden Fall dafür sein, sehr sogar...

    Nun geht es für mich auch weiter, du hast es angesprochen z.B. ganz aktuell und da sieht man u.a. viel Elend, materielles, a-materielles und manchmal auch eigenes, bzw. so wie du schon mitteiltest - die Ausbeutungs-mechanismen des Westens...Und ich fühle mich natürlich angehalten hinzuschauen, etwas zu tun auch...ich verstehe und erlebe den Menschen bzw. die Weisheit vom Menschen als kosmopolitisch...Für mich können sich Geistnahrung, Einsichten und Geistgeschenke nur in Fruchtbarkeit äußern, alles andere ist mir zu wenig..

    Und nicht verhungern und verdursten in Afrika Menschen, kleine Kinder und Mütter, wie gerade in Somalia, sondern es verhungern und verdursten ja auch Menschen in anderer Hinsicht, auch ganz symbolhaft gesehen..

    Ja, welche Rolle spielt das Ahrimanische...man sagt ja: Überbetonung des Verstandes, Kälte, Abkapselung, Gleichgültigkeit.. Wiederum als Segen gedacht (laut Steiner) haben wir durch Ahriman das Denk -und Sprachvermögen erhalten, er/es wirkt also auch bei der Entwicklung des Kindes mit usw...ein weites Feld....

    Jedenfalls kann man sich ja auch sehr schön mitteilen mit Schrift und Sprache und am schönsten ist es dann, wenn auch das Herz eine Rolle spielt dabei :-)

    Danke Ernst :-)

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  33. an die "Freundin der Anthroposophie":
    was an der Geisteswissenschaft rettet:
    "Durch ein äußer-göttliches Schicksal ist das Denken so geworden, daß die Menschen mit der Furcht leben mußten, mit dem Tod des Leibes zugleich den Tod ihrer Seele zu erleben. Und es wurde beschlossen im Reiche der Götter, einen Gott herunterzuschicken auf die Erde, damit er als Gott durch den Tod ginge und in Götterweisheit das Erlebnis von dem Tode aufnehme. Das ist dasjenige, was sich enthüllt durch das intuitive Anschauen des Mysteriums von Golgatha, durch das nicht nur etwas geschehen ist für die Menschen, durch das etwas geschehen ist für die Götter. Die Götter sahen gewissermaßen, während sie früher nur sprechen konnten von dem Mysterium der Geburt zu den Erdenmenschen, wie die Erde allmählich entwuchs denjenigen Kräften, die sie selber hineingelegt hatten, und wie der Tod die Seele ergreifen würde. Und so schickten sie den Christus auf die Erde, damit ein Gott den Menschentod kennenlerne und mit seiner Götterkraft den Menschentod besiege. Das ist das göttliche Ereignis: Die Götter haben um ihrer eigenen Schicksale willen das Mysterium von Golgatha als ein göttliches Ereignis eingeleitet in die Evolution des Kosmos, die Götter haben auch um der Götter willen dieses Mysterium von Golgatha geschehen lassen. Während früher alle Ereignisse in geistig-göttlichen Welten geschehen sind, stieg jetzt ein Gott herunter und es wurde auf der Erde vollzogen ein überirdisches Ereignis in einer irdischen Gestalt selber. Dasjenige, was sich auf Golgatha vollzog, war also ein auf die Erde versetztes geistiges Ereignis. Das ist das Wichtige, was man durch die moderne anthroposophische Geisteswissenschaft über das Christentum erfährt."
    GA 211 S. 175

    "Rom" will "uns" die Schuld für den Tod des Christus in die Schuhe schieben, mit der Ursünde.
    Gott-sei-dank gab es Steiner
    und ich selbst kann bezeugen, Christus hing tatsächlich am Kreuz, ohne Evangelium, durch eigenes Erleben dieses Blinden Flecks der Götter.
    Vielleicht ist das Desaster mit dem Geld Vorbereitung für den Ätherischen Christus.....

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  34. Danke für die wertvollen Gedanken all, die ich hier mitlesen durfte, Spiegel mancher meiner eigenen "inneren Dialoge", die ich beim putzen, wandern, bei der Gartenarbeit habe, anderes ist mir auch beim ersten Lesen ganz fremd, - weil ...?
    Verkünstelte Gedanken oder haarfeine Selbstbeobachtungen? :-) ..hmmm...
    Vom "Sozialen" ist oft die Rede, von Begegnung bzw. Verpflichtung. Freie Gemeinschaft, und Notgemeinschaft. Gemeinschaft mit sich selber in der Wüste (Klause) gibt es ja auch..
    Ich kenne das noch von meiner Eurhytmie-Lehrerin, daß man sein "altes Können" beenden müsse, wo ich feixte "..aber fortwerfen muß man's ja nicht gleich?", "Manchmal!" nickte sie ernst, nachdem sie mich zuvor gespielt "böse" angeguckt hatte, dann gespielt kurz "grinste", und dann ernst sagte: "Aber nicht immer ganz! Nicht immer!"
    Es ging da manchmal um die Inkarnationen, "der Kopf wird abgeworfen, die Hände werden die Ohren des nächsten Lebens, die Füße werden Augen!" Darum sei es bedeutsam, was man "mit dem Körper tut", er sei das Antlitz der nächsten Inkarnation.., und die Art und Weise, wie wir einst die Welt schauen und in diese schauen.
    Gerade in der Eurythmie sei es bedeutsam, daß die durchseelte Gebärde immer neu gegriffen wird. Das sei, "Mischa!.. kein Training!"
    - Ich hatte mal Karate und diese Sachen gemacht, wo jede "Technik" programmiert, x-mal stets perfektionistischer wiederholt, "sitzt", und "sauber kommen muß", und jetzt mit Denken, Fühlen, Wollen..-und- Intuition dazu auch noch entwickeln sollend, eine "durchseelte Gebärde" in den Raum hereinholen! "In den Raum! Nicht nur in uns selbst! Heil-Eurhytmie holt die Geste in uns Selbst herein, aber die 'künstlerische' Eurythmie muß das Sprechen der Gebärde, eine "Ahmung" hätte Fr. G. Jünger gesagt, in den Raum Allen erlebbar hereinholen - aus der Geistigen Welt. "Wir gehen heraus, Mischa, aus uns, und zugleich tiefer hinein. Das erfordert das Äußerste! Versuch es!"
    Ich habe schrecklich gelitten, aber :-) nicht unter der Eurythmie-Lehrerin, ich nahm diese Frau sehr ernst. Der Unterricht war mir teuer.
    "Immer neu möchte die durchseelte Gebärde ergriffen werden, erkannt werden, empfunden werden!"
    Das war Schulung, das war Anthroposophie in einer wahren meditativen Praxis, es zehrte auf. Aber es entfachte auch: Neues, .. in mir einiges, was erst später kam. Bedenkt nur: Es ist 23 Jahre her, ich "durchleide" die strengen Beobachtungen und Ermahnungen (im Vertrauen auf diese Frau) zuweilen noch heute "nach".
    Wer sich der Eurythmie nur einmal einige Monate öffnete ("öffnen durfte"- um es devotionell zu sagen, was meint "öffnen konnte"), spürt, was es heißt, an den Leibern zu arbeiten. Den "steinerschen" Leibern. Dann "gibt es" diese auch tatsächlich. Nicht aufgrund von Suggestion.
    liebe grüße, m.butty

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  35. Anmerkung: Nicht um meiner selber willen, etwa um "aus meinem Leben was zu verzählen" :-)..
    Ich war unter so 15 Frauen der -einzige Mann-, mmmmh.., ich weiß nicht, aber Eurythmie machen ja doch eher Frauen, und es ein Vorurteil von mir, daß die Männer, die Eurhytmisten "immer" etwas langgezogenes haben, Arnold Keyserling sagte mal "Anthroposophen haben was pflanzenhaftes", tz, aber nun ja, er meinte -vielleicht- Eurythmisten. Aber es gab auch echte Männer und den Eurythmisten (..ich kenne -heute- das Metier, muß ich zugeben, nicht mehr); es dauerte bei mir immer etwas, zu vergessen, daß mir kein Mit-Mann "Halt" bot unter den Frauen, aber auch das schulte.
    Aber bei der Ton-Eurythmie bekamen manche, auch ich, zuweilen Fieber. So strengte das an.
    Nun, ich war zwar nicht -dürr-, aber zartbesaitet und lang, das dreiteilige Schreiten wurde mir da manchmal zur Qual, ich kam mir fast "zu lang dazu" vor.
    "Wer Eurythmie macht, sollte Vitalität mitbringen, ..denn die Leiber werden stets durchformt und bewegt, strapaziert und gefordert!"
    Ich mußte an die Parabel vom Jagd-Bogen denken, in welchen der Jäger wunderschöne Jagdszenen schnitzte, aus Freude über die guten Dienste, die ihm der Bogen schon geleistet hatte. Allein: Beim Spannen nach dem Verziehren zerbrach der Bogen.
    Ich erzählte das meiner Eurythmielehrerin. Nun, ich selber sei zu zartbesaitet, um ein professioneller Eurythmist zu werden, Sprachgestaltung, gewissermaßen das Gegenstück zur Eurythmie ginge aber, sagte sie mir.
    Sie sagte, ich erinnere mich jetzt nicht mehr konkret, man müsse viel aufgeben und loslassen, um Eurythmie "zu verstehen", wenn man sie denn professionell tun wolle.
    Es war da durchaus die Rede von "-alten- Begabungen", von "alten Talenten", die man da nicht gerade mitnehmen könne. Sinngemäß.
    Auch eben im Sinne der Behaglichkeit eines "Bescheid-Wissens", eben weil, auch schon beim bilden eines Kreises mit Anderen, der dann in Bewegung kommt, oder beim Laufen einer Form, immer andere Anforderungen gestellt werden würden. Damit der Zuschauer die Eurythmie und das, was sie vermittelt, -erleben- könne!
    Denn sie sei kein Ballett, was von einer konkret materiellen Form zur nächsten "einrastet", kein Tai Chi, was einfach fließt und den Übenden mitnimmt und trägt, wenn er denn überhaupt ein starkes zentriertes Hara hat, sie sei kein Ausdruckstanz, der emotional sehr stark an das Willens-Element hingegeben sei, weil in der Eurythmie auch intensives Hören stärker dazugehöre.
    "Gegenüber all diesen Formen des Ausdrucks wäre die Eurhythmie zu schwach, denn ihre Stärke soll das Sichtbarwerden des Ätherischen sein, sichtbar in der Empfindung, weshalb auch gute Filmaufnahmen von Eurythmie ihr eigentliches Wesen nicht erlebbar machen.."
    Daher müsse der Eurythmist stabil sein, um es zu verkraften, durchlässig zu werden, um es zu beherrschen, immer im Augenblick inmitten jeglicher unwiderbringlichen Atmosphäre des Raumes das durchseelte Ätherische hereinzuholen.
    "Das Kamel muß durch das Nadelöhr" habe Else Klink immer gesagt. Der Eurythmist beginnt auch immer neu. Und schult genau das.
    LG, m.butty

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  36. Danke Ernst für den Christusvortrag, gut daran erinnert zu werden :-)

    Ja, hier berührt schon sehr viel und es klingt auch ein für mich besonderes Denken an, was sicher auch verknüpft ist mit der Liebe zur Wahrheit (wenn auch unbeholfen hier und da, wie bei mir geschehen) - was aber Steiner dennoch 'empfohlen' hat, ich las es ei mal bei ihm - auch bezügl. Freundschaften und allgemein beim zwischenmenschlichen Kontakt..
    Das hieße dann z.B. folgendes für mich:

    "Mache mir ruhig etwas vor, sind wir doch Menschen, ich kenne das...Doch ich komme jetzt in eine besondere Ver-Antwort-ung" :-)

    L. Gruß auch an Micha, sehr interessant was du mitteilst, überhaupt schön etwas aus der Praxis zu erfahren! :-)

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  37. ehemalige zuhörerundleser, ich mache jetzt etwas Neues und nenne mich von nun an FdA = Freundin der Anthroposophie.

    Ja lieber Ernst, dafür bin ich Steiner am allerdankbarsten: dass er uns den Christus gerettet hat.
    Eine Ahnung davon hatte ich schon erlebt, bevor ich der Anthroposophie begegnet bin und zwar in einem Moment, in dem ich alle meine Stärken verloren hatte.

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  38. .... und zwar in einem Moment, in dem ich VORÜBERGEHEND alle meine Stärken verloren hatte. Danach hatte ich auch wieder meine Stärken, aber sie waren anders, sie waren schwächer.

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  39. "weil mir einiges einfach zu theoretisch vorkommt und zwar wirk-lich"

    Vielen Dank für diese Formulierung. Mir geht es hier meist genao so. Anthroposophie war glaube ich nicht dazu gedacht, dass man vor lauter Denken über das Denken und Gegenwärtigkeit-Meditieren die Gegenwärtigkeit im alltäglichen Tun verpasst. Praxisbeispiele wie oben beim Singen oder Seichenspringen machen mir Hoffnung auf "Neues Machen".

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  40. @Fränkie: Verdammte Rechscheibfheler! Was ist Seichenspringen? Eine Technik des Anthropo-Tantra? :-) Du wirst doch nicht Eurythmie mit dem Spring-Seil machen? Freilich ist Eurythmie -von außen besehen- heutzutage noch mehr, wie zu anderen Zeiten wie etwas für den "Damen-Salon", den es längst nicht mehr gibt. "Schleier-Wedeln" hieß das bei der Stuttgarder Bevölkerung damals. Es erfordert auch das ein wenig darin geschulte Kern-Publikum, so, wie anspruchsvolle Musik den Kenner, der inerlich mitmacht, statt sich nur berieseln oder bewummern zu lassen. Es ist jetzt nicht das Thema des Streams, aber ich wollt mal sagen: Eurythmie ist, von innen besehen, eine sehr starke Meditation, erscheint dem Zeitgeist aber "weicheierig" und schwach, nicht nur wegen der Gewandungen. Hüpf, husch, flatter..
    Ich habe mal in Dornach im Grundsteinsaal von vier Sprachgestaltern Dostojewskies "Traum eines lächerlichen Menschen", die Vorlage für John Lennons "Imagine" gehört, abwechselnd vorgetragen. Ein langer, langer Text. Es ging wohl über 70 Minuten, ein ganz neues Hör- und Mitdenk-Erlebnis. Sprachgestaltung wird wohl heutzutage noch eher angenommen werden können.
    @Michael: Die obig von mir beschriebene Frau war sehr charismatisch, vital, hübsch, dabei kräftig und zart ein einem. Keine Anthropo-Tante, kein verschnörkelter Manierismus, noch trocken autoritäre Dürre. Sie und ihr männlicher Kollege trugen wesentlich dazu bei, daß ich bis heute von Anthroposophie "fasziniert" bin und diese nicht vergessen habe.
    Wie dem auch sei, die Eurythmie ist etwas, was in dieses Thema hier irgendwie hineinpaßt, finde ich. Sie wirkt inmitten so vieler Formen künstlerichen Ausdrucks von weitem besehen wie schwach, überwältigt nicht, ist gewöhnungsbedürftig, und im Kern- ganz neu!
    Sie ertüchtigt nicht zu Kampf, will nicht hervorragend glänzen, sondern verbindet soviel scheinbar Widersprüchliches, Ein- und Ausatmen, in der Balance vielfältiger Rhythmen.
    lg, m.butty

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  41. Ihr Lieben,

    als ich las, was manroe weiter oben geschrieben hat:
    »Jetzt ist so ein Punkt erreicht, ich erlebe es so, wo man sich an der Peripherie des Auseinander-Setzungs-Kreises befindet.«,
    da staunte ich und dachte: Ja wieso denn „Auseinander-Setzung“? Haben wir uns denn nicht gerade zusammengesetzt und Erfahrungen ausgetauscht?

    Und als ich nun alles Folgende las, staunte ich nochmal, diesmal darüber, daß manroe es offenbar ganz richtig empfunden hatte.

    Was mir nicht klar wird, das ist, wieso man einerseits offenbar das als „praxisnah“ schätzt, was ich über meine Erfahrungen mit dem Singen angedeutet habe, andererseits aber das, was Michael schreibt, als „zu theoretisch“ oder, wie wir hier in Wien sagen würden, als „reine Hirnwixerei“ empfindet.

    Liebe ZuL oder FdA, Du schreibst weiter oben:
    »Und gerade dieses „theoretische Begriffe“ oder „theoretisches Verständnis in die Alltagssituation hineinzuvernetzen“, macht Wissen lebendig.«
    Das klingt ein wenig so, als wäre zuerst eine „Theorie“ dagewesen, und dann hätte ich sie genommen und „in die Alltagssituation hineinversetzt“...
    Das kann man natürlich versuchen.
    Aber so habe ich jedenfalls es nicht gemacht.

    Sondern die Erkenntnis, von der ich oben sprach - daß man nämlich jedesmal, wenn einem etwas gelungen ist, ganz besonders darauf zu achten hat, nicht sofort ein winziges Bisserl „einzuschlafen“ und damit die „Geistesgegenwart“ gleich wieder zu verlieren, die doch gerade die Voraussetzung war für dieses „Gelingen“ -, ist die Frucht unzähliger Einzelerfahrungen, die ich in vielen Jahren sowohl beim selber Singen als auch beim Unterrichten gemacht habe.

    Und als ich Michaels Text vom „Blinden Fleck“ las, da schien es mir, daß es sich bei seiner Erkenntnis in Bezug auf die „Stärken“ um ganz dieselbe Frucht handelte --- allerdings gewonnen nicht aus der Erfahrung mit dem Singen, sondern offenbar auf andere Weise. Der direkte Austausch mit ihm hier in den Kommentaren bestätigte meine Anschauung: »Wenn man die Gegenwärtigkeit im Tun "anhalten" kann, dass sie bestehen bleibt, ist man zwangsläufig auf einer anderen Ebene.« - beispielsweise dieser Satz Michaels beschreibt sehr genau meine eigene Erfahrung.

    Von der Art und Weise, wie Michael zu seiner Erkenntnis gekommen ist, schreibt er freilich nichts in seinem Text.
    Das macht die ganze Sache aber doch nicht zu einer „bloßen Theorie“!

    Bei uns sind grad die Marillen (Ihr sagt wohl „Aprikosen“) reif. Natürlich schmecken sie am allerbesten frisch gepflückt, direkt vom Baum...
    Wenn ich allerdings eine einmal gepflückte Marille jemand anderem mitbringe, dann erhält er nur die Frucht, ohne den Baum, auf dem sie wuchs. Wird sie etwa dadurch zur bloß theoretischen Marille?


    Manche von Michaels Texten (und der „Blinde Fleck“ gehört für mich dazu) lese ich als künstlerische Miniaturen - ähnlich wie Gedichte.

    Über die Erfahrung, wie seine Gedichte in ihm leben, schreibt Rainer Maria Rilke:
    »Oft ist es seltsam für die Lage des Hervorbringenden, an den dünneren Tagen des Lebens (den vielen!) solche Essenz des eigenen Daseins, in ihrem unbeschreiblichen Überwiegen, neben sich zu fühlen. Die Vorhandenheit eines solchen Gedichts steht eigentümlich hinaus über die Flachheit und Nebensächlichkeit des täglichen Lebens, und doch ist aus ihm dieses Größere, Gültigere abgewonnen und abgeleitet worden, man weiß selbst kaum wie; denn kaum ist es getan, gehört man schon wieder ins allgemeinere blindere Schicksal, zu denen, die vergessen oder wissen als wüßten sie nicht, und die durch ein geläufiges Ungefähr- oder Ungenau-Sein dazu beitragen, die Fehlersummen des Lebens zu vermehren. So ist jede große künstlerische Leistung, bis in ihr letztes und mögliches Gelingen hinein, zugleich Auszeichnung und Demütigung für den, der dazu fähig war.«

    Herzlichen Gruß in die Runde!
    Ingrid

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  42. Es ist ja für jeden Vertreter der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners eine gewisse Gefahr vorhanden, wenn er nicht nur "theoretisiert", sondern öffentlich das Erleben Geistiger Welten vertritt. Es gibt ein 1989 geheim erstelltes Gutachten, in welchem steht, eine Diagnose sei schwierig, da der Betroffene (meine Person) ganz in der Anthroposophie Rudolf Steiners lebt. Mir wurde damals, ohne Untersuchung, Schizophrenie attestiert, ohne auch nur zu begründen, worauf sich diese Diagnose denn stützt. Ich habe durch die Jahre hundertfach Psychiatrien und damit verbundene Persönlichkeiten, auch dem Bundesverfassunsgericht Material übersandt, darinnen Aussagen Steiners, der die Gefahr voraussah, Menschen werden ob des Erlebens Geistiger Welten in Psychiatrien verschwinden, auf Betreiben der Katholischen Kirche:

    "1899 war das Kali Yuga abgelaufen. Neue Kräfte bereiten sich im Menschen vor, doch nicht nur solche, die, wie es in der "Geheimwissenschaft" geschrieben steht, in der okkulten Schulung gewonnen werden können. Es wird in den nächsten Jahrzehnten so kommen, daß einige Menschen sagen werden, sie sehen die Menschen ja ganz anders. Die Wissenschaft wird ihnen nicht mehr genügen. Den Ätherleib werden die Menschen allmählich sehen. Vorausahnen, voraussagen werden einige Menschen dieses und jenes, Zusammenhänge und so weiter. Das tritt allmählich auf.
    Zweierlei kann nun eintreten. Nehmen wi r an, es hätte nie eine Athroposophie gegeben, die da sagt, daß sie so etwas erklären könne. Dann würden die
    Menschen sagen: Solche, die so etwas sehen, sind irrsinnig - und würden sie in Irrenhäuser stecken. Oder aber die Anthroposophie hat Glück und findet Eingang in die Herzen der Menschen. So haben wir wieder zwei Entwickelungsströmungen. Diese eben beschriebenen Fähigkeiten entwickeln sich in der äußeren Menschheitsströmung; unsere Individualität aber muß in diese Fähigkeiten hineinwachsen. Verstehen lernen müssen die Menschen-lche, was das eigentlich ist, was sich da entwickelt."

    Rudolf Steiner ISBN 3-7274-7040-2 Seite 193

    Es wurde 1988, 1994 und im Jahre 2000 wiederholft versucht, meine Person einer Zwangsbehandlung zuzuführen, schon um nachträglich für die Geschichte zu stigmatisieren. Dem BVerfG war obiges Zitat von Steiner 1994 bekanntgegeben worden, rettete mich möglicherweise vor den Plänen der unteren Behörden in Bayern. Es ist nun ein Beschluß des Bundesverfassungsgerichtes ergangen, der von der breiten Öffentlichkeit nicht registriert wurde, jedoch weitreichende Bedeutung hat.

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  43. Fortsetzung:

    Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes 2 BvR 882/09 am 15.4.2011

    Dritte sandten mir unteren Text zu, in welchem die bedeutsame Passage des Beschlusses aufgeführt wird:

    "Das Bundesverfassungsgericht hat in tatsächlicher Hinsicht auch Phantasien den Weg abgeschnitten, doch noch ein Gesetz zur neuerlichen Legalisierung psychiatrischer Zwangsbehandlungen schaffen zu können. In seinem Beschluss hat es für die Durchführung von Zwangsbehandlungen Bedingungen gesetzt, die es selbst für unerfüllbar erklärt.
    Zitat Abschnitt 61 des Beschlusses:
    "cc) Über die Erfordernisse der Geeignetheit und Erforderlichkeit hinaus ist Voraussetzung für die Rechtfertigungsfähigkeit einer Zwangsbehandlung, dass sie für den Betroffenen nicht mit Belastungen verbunden ist, die außer Verhältnis zu dem erwartbaren Nutzen stehen. Die Angemessenheit ist nur gewahrt, wenn, unter Berücksichtigung der jeweiligen Wahrscheinlichkeiten, der zu erwartende Nutzen der Behandlung den möglichen Schaden der Nichtbehandlung überwiegt. Im Hinblick auf die bestehenden Prognoseunsicherheiten und sonstigen methodischen Schwierigkeiten des hierfür erforderlichen Vergleichs trifft es die grundrechtlichen Anforderungen, wenn in medizinischen Fachkreisen ein deutlich feststellbares Überwiegen des Nutzens gefordert wird (vgl. SAMW, a.a.O., S. 7; Garlipp, BtPrax 2009, S. 55 <57 f.>; s. auch Maio, in: Rössler/Hoff, a.a.O., S. 145 <161>). Daran wird es bei einer auf das Vollzugsziel gerichteten Zwangsbehandlung regelmäßig fehlen, wenn die Behandlung mit mehr als einem vernachlässigbaren Restrisiko irreversibler Gesundheitsschäden verbunden ist (vgl. Garlipp, BtPrax 2009, S. 55 <58>; für die Unvereinbarkeit irreversibler Eingriffe mit der UN-Behindertenrechtskonvention Aichele/von Bernstorff, BTPrax 2010, S. 199 <203>; Böhm, BtPrax 2009, S. 218 <220>)."
    Das Bundesverfassungsgericht erklärt also selbst: an einem "deutlich feststellbaren Überwiegen des Nutzens ... wird es bei einer ... Zwangsbehandlung regelmäßig fehlen". Damit hat das Hohe Gericht ein unüberwindbares Hindernis für eine gesetzliche Regelung der Zwangsbehandlung aufgestellt."

    Soweit Dritte.

    Noch 1988 galt die Rechtsauffassung, mit Einlieferung in die Psychiatrie hat der Arzt automatisch das Recht für eine Zwangsbehandlung. Ich war damals unmittelbar mit dieser Rechtsauffassung konfrontiert, verlangte jedoch vom Psychiater die schriftliche Erlaubnis des Richters, mich Zwangszubehandeln. Er konnte diese nicht vorweisen, auch wenn er sich mündlich auf den Richter als Legitimation meiner geplanten Zwangsbehandlung berief.
    Mein "Fall" ist durch das Internet etwas dokumentiert, hat die Kräfte gestärkt, dass Menschen sich gegen die Zwangsbehandlung in der Psychiatrie zur Wehr setzen. Nun hat das Höchste Gericht den unteren Richtern und den Psychiatern ihr menschenverachtendes Handeln untersagt und dem Gesetzgeber Schranken für die Zukunft gesetzt.

    Ich denke, hier hat sich über einen langen Umweg doch auch ein geisteswissenschaftlicher Impuls Rudolf Steiners verwirklicht. Hier ist nicht die Stelle wiedergegeben, da Steiner darauf verweist, hohe katholische Priester wissen um das Auftauchen zukünftigen Hellsehens und sie, die Priester werden alles daransetzen, dieses Hellsehen für die Öffentlichkeit zu unterdrücken. "Hellsehen" ist der "blinde Fleck" der Katholischen Kirche, der Gesellschaft.

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  44. Lieber Ernst,

    dein Satz "Hellsehen" ist der "blinde Fleck" der Katholischen Kirche, der Gesellschaft." - ist sehr interessant..

    Was allerdings die Gesellschaft betrifft, da wäre ich vorsichtiger. Ich erlebe das etwas anders...Ich finde 'die Gesellschaft' ist seit Jahren schon hochaktiv in esoterischen bzw. spirituellen Bereichen, teils sehr experimentierfredig und offen. In meinem Bekannten/Freundeskreis z.B. (stehen alle voll im Leben, Familie, Beruf etc.) - ist 'normale Hellsicht' bzw. Sensitivität, Hellfühligkeit und Intuition, teils ganz selbstverständlich...dadurch entstehen in der Regel auch immer gute und interessante Gespräche (wobei der Humor nicht zu kurz kommt)...Ich kenne auch einige die sich noch fürchten vor ihren eigenen Wahrnehmungen, aber es wird quasi immer mehr...Ich stelle auch fest, sehr verblüfft, je mehr man zu einer Offenheit beiträg, den Menschen unvoreingenommen begegnet, um so Erstaunlicheres tut sich auf..(auch 'erraten' dabei Menschen sehr oft meine Gedanken ;-)

    Klar, das läuft nicht so ab wie bei Steiner, dass nun einige Menschen Wesen und Farben sehen...würden sie es aber bewußt machen, käme das vielleicht auch noch...aber anderes ist mir dabei wichtiger: Ehrliche und offene Wahrnehmung, menschliche Begegnung..

    Und manchmal sind es auch nur Kleinigkeiten, woran man erkennt was abgeht...z.B. eine Arbeitskollegin (unsere Sekretärin) empfiehlt mir für unseren Dackel eine gute Heilerin, die sich u.a. auf Tierbehandlung spezialisiert hat und außerdem 'ne Menge sieht'...Außerdem gibt es hier in jedem 10. Dorf eine Kräuterfrau bzw. Heilerin, die dir Gürtelrose und Warzen wegmachen kann...(zur Erinnerung, diese Frauen sind früher auf dem Scheiterhaufen gelandet)...

    Mögen hierbei auch atavistische Dinge eine Rolle spielen (obwohl mir diese Bezeichnung schon zu mächtig ist), es ist aber eine Öffnung und auch eine gewisse Selbstverständlichkeit ist zu beobachten...

    Im übrigen kann man in Rittelmeyers sehr nahen und menschlichen Steinerbegegnungen sehr schön nachlesen, wie Steiner dort eine 'Normalhellsichtige'lobt, "sie sage die Wahrheit" und "nicht alles sei verkehrt was heutige Hellsichtige mitteilen" - wie er dort eben das "atavistisch" relativiert (ähnliches sagte er bei einer hellsichtigen Nonne, die Jesus-Erlebnisse sah und niederschrieben ließ, ich meine Emmerich hieß sie)...

    Ja doch, da ist ne Menge los...aber klar ist auch für mich, Vernunft sollte dabei immer der gute Begleiter sein..

    OK - dies nur am Rande...und auch von mir schöne Grüße in die Runde :-)

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  45. Lieber M.Butty,
    danke für Deine Erfahrungen mit Eurythmie.
    Etwa 1980 gab es den Impuls aus der Geistigen Welt, sich mit Eurythmie zu verbinden.
    Hatte daraufhin eine Vermittlung, Begegnung mit der Eurythmielehrerin Frau Proskauer.
    Wußte zuvor, auch Eurythmielehrerin Frau Storch wird anwesend sein, sie war es.
    Etwa 1973 während den Mysteriendramen die erste Eurythmieaufführung. Blieb lange in der Mitte des Großen Saales im Goetheanum stehen, am Sitzplatz. Der Saal leerte sich, eine ältere Dame kam hoch, schaute mir intensiv in die Augen, sagte, das war die schönste Aufführung seit Jahrzehnten. Es war die Tagung, da ein Vorstandsmitglied verkündete, da laufen einige Menschen und wirken auf Dritte wie Meister..... . Wußte intuitiv, er meinte meine Person. Ist alles irgendwie tragisch, wie sich AAG und meine Person aneinander vorbeientwickelten, da ging viel Potential verloren.

    Lieber Steffen,
    "Hellsichtigkeit" lebt mehr oder weniger egoistisch in "Gesellschaft". Das kann gerade bei den vielen Beiträgen auf astro.tv. erlebt werden. Es geht mehr oder weniger um den "Tag", Wohlergehen usw..
    Was mich persönlich so erstaunt, wie wenig Wirkung hatten die Hinweise Steiners zu den letzten Worten des Christus am Kreuz (er hatte eben keine Angst vor dem Tod) und eben, weil wir den Göttern den "Tod" verdanken, mußte einer ihn erleben, damit "wir" herauskommen, mit Hilfe der Lösungen, die die Götter dann fanden, weil einer der ihren den Tod schmeckte.
    Wie anders hätte sich Europa entwickelt, wenn der Christusimpuls korrekt dargestellt worden wäre, von Anfang an. Da ich Herrn Ratzinger auf all die Dinge aufmerksam machte, werden sie innerhalb der Kirche doch wirksam sein, die Auflösung des Priesteramtes als Hemmschuh zwischen der Geistigen Welt und dem individuellen Menschen hat begonnen, wie eben Deine Schilderungen dies andeuten. Vielleicht wird der Zusammenbruch des Euros das Ende der Illussionen bewirken...... .

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  46. Lieber Ernst,

    dein - "Da ich Herrn Ratzinger auf all die Dinge aufmerksam machte, werden sie innerhalb der Kirche doch wirksam sein, die Auflösung des Priesteramtes als Hemmschuh zwischen der Geistigen Welt und dem individuellen Menschen hat begonnen, wie eben Deine Schilderungen dies andeuten" - finde ich gut, dass du das gemacht hast. Und vielleicht werden so, in Folge, auch bald einige geheimgehaltene Dokumente zugänglicher bzw. freigegeben...Es ist halt ein zäher Prozess bei denen, dieses Dickicht wird immerhin seit über 1000 Jahren kultiviert und 'genährt'.. aber Licht und Freiheitssinn werden sicher auch hier irgendwann Einzug halten...

    LG

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  47. Lieber Steffen, Mitleser,

    natürlich wird Herr Ratzinger die Post (manchmal Briefpost) nicht erhalten, aber in der heutigen Zeit des Internets bekamen viele Universitäten, Bischöfe und Medien usw. Kopien, auch die Bundesregierung. Da es manchmal auch persönliche Anliegen gab und dann etwa das Bayerische Parlament Behörden und Ministerien einschaltete, wurden die Texte gelesen!
    Man/frau will wissen, was die anderen wissen :-)

    Fand diesen englischen Text von 37 Juristen/Universitäten in diesen Tagen:

    http://jrcb-lar.byu.edu/common/files/writtencomments.pdf

    Wenn Jura-Professoren von New York, London über Mailand, Budapest usw. sich Gedanken machten, dann ist das geschichtlich. Natürlich handelte es sich um eine Inszenierung des Vatikans.

    Christus kam vors Gericht, wurde verurteilt. Seitdem lastet auf RichterInnen..... .

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  48. Liebe Ingrid,
    … wir beginnen mit einem Auseinandersetzen und finden so zu einem Zusammensetzen, das wiederum ins Auseinandersetzen führt, und das webt sich so fort.
    Manchmal, habe ich das Gefühl, hätte ein erreichtes Zusammensetzen eine Pause nötig, weil etwas Neues entstanden ist, das spürbar da ist. Es passiert mir auch selbst, dass ich so eine Pause nicht sein lasse, sondern noch was dazusetze, und mache danach die Erfahrung, dass das Mehr jetzt ein Weniger ist.
    Theorie und Erleben sind für mich auch so ein Hin und Her. Wenn ich theoretisch weiß, dass bestimmte Atemübungen mir helfen, anwesend zu sein, und wenn ich mich darauf einlasse, führt das zu einer konkreten Erfahrung. Die Theorie ist in dem Fall, und am Anfang oft, ein Eingangstor und gerade die Erwartung – ich könnte jetzt wieder etwas Ähnliches wie das letzte Mal erleben - verhindert das Neue. Das ist so ein Moment, wo die Stärke (vom letzten Mal) durch die „Erwartung der Wiederholung“ zum blinden Fleck in der Gegenwart wird. So etwas ist mir einmal in einer wichtigen Situation passiert – mit den entsprechenden Folgen.
    Das meine ich mit Einnetzen.
    Manchmal habe ich erlebt, dass eine für mich „theoretische“ Darstellung von Steiner nicht nachvollziehbar ist, oder dass ich darüber Zweifel habe. Dann vergesse ich das wieder und etwas geschieht in meinem Leben und während ich das Geschehnis erfahre, fügt sich ganz von selbst dieses irgendwann einmal Gelesene hinzu. Da ist dann ein großes Staunen, das tief hineingeht, wenn ich fühle „ja, so ist es“. Auch hier hat sich etwas vernetzt.
    Ich verstehe schon, dass das, was Du von der Gesangsstunde gesagt hast, nicht das Anwenden einer Theorie war, sondern dass Du von der Erfahrung sprichst “....ganz neu und frei und diesem Neuen angemessen zu handeln.“ Du meintest, „ich hoffe, das klingt jetzt nicht zu theoretisch“ und ich wollte Dir sagen – nein überhaupt nicht.

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