Mosmuller

Neben einem ganz neuen Aufsatz über Mieke Mosmuller ("Mieke Mosmuller, Dickschiff mit Welle vor dem Bug"), der die Vor- und Nachteile ihres neuen Bandes über Meditation beleuchten möchte, habe ich ihr eine eigene Website gewidmet. Darauf werden bisher in drei Aufsätzen (einer folgt morgen noch) ihre Bücher bearbeitet- mit durchaus widersprüchlichen Resultaten. Es gibt für mich drei Seiten an ihr. Einmal die traditionell- anthroposophische Autorin, die bestimmte Sachverhalte einfach referiert. Dies manchmal schon nicht neutral, sondern mit dem Alleinvertretungsanspruch- gewissermaßen direkt vor den Augen Rudolf Steiners, den sie "Meister des Abendlandes" nennt. Die andere Seite ist eine ganz originäre und originelle Schilderung realer meditativer Erfahrung im Aufgreifen der Impulse Rudolf Steiners. Das Erleben ist nicht- wie von Kritikern so bezeichnet- aus New-Age-Bahnen hergeleitet und gewissermaßen oben aufgesetzt auf Anthroposophisches. Die Schilderungen sind eben aus den Innensichten, aus dem Erlebniskontext einer Zeitgenossin und daher vielfach erst einmal ungewohnt. Es sind Innenansichten, aber sie erscheinen mir real und gut innerlich mit vollziehbar- zumindest bis an einen bestimmten Punkt. Mit einem Wort: Ich finde ihre diesbezüglichen Erfahrungsberichte angemessen.

Weniger angemessen wird dann ihre ablehnende Haltung gegenüber anthroposophischer Kultur und Gegenwartsliteratur. Sie möchte demgegenüber ein spirituelles Gegengewicht setzen. Sie macht das mit einer unangenehmen Unangemessenheit, indem sie sich in direkte Folge von Rudolf Steiner zu setzen scheint. Es ist zu vermuten, dass ein Impuls sie antreibt, der vielleicht mit bestimmten esoterischen Rosenkreutzer- Regeln zusammen hängt. Darüber kann man sich aufregen und allerlei Zweifel anbringen- oder einfach das heraus picken, was einen anspricht. Manche stossen gerade ihre eigenen Schilderungen ab- ich finde sie wertvoll und erhellend, egal, was sich da herum ranken mag an Verstiegenheiten beider Seiten: Ihr und ihrer Gegner. Die Egoisten sitzen mal wieder mitten zwischen den Stühlen.

Kommentare

  1. Interessant, habe gar nicht gewusst, dass M.Mosmuller Scaligero-Fan ist. Der nannte Steiner ja auch häufig "Meister der Neuzeit".

    AntwortenLöschen
  2. Kennst du auch "Eine Klasse voller Engel"? Eine ausgezeichnete Darstellung ihrer Erfahrungen als Waldorfmutter und Ärztin - mit Vorschlägen zu einer verbesserten Waldorflehrerausbildung, die man sofort umsetzen müsste. Ich finde nur keinen, der mitmachen würde.
    Wenn sie die heftigen Tritte gegen bestimmte Personen oder Einrichtungen weglassen würde, könnte man sie manchmal für eine Esoterikerin halten.

    AntwortenLöschen
  3. Ein Teil meines Textes wird in meinem Browser nicht dargestellt: ...Eine ausgezeichnete Darstellung ihrer Erfahrungen als Waldorfmutter und Ärztin - mit Vorschlägen zu einer verbesserten Waldorflehrerausbildung,die...

    AntwortenLöschen
  4. Nein, das Waldorf- Buch von ihr habe ich noch nicht gelesen. Ich denke, dass man auch bei Esoterikern mit bestimmten Zügen rechnen muss, die menschlich unangenehm erscheinen, ja sogar nicht selten in verstärktem Maß. Das nicht nur bei Mosmuller. Offenbar treten bestimmte seelische Bereiche im Auseinanderfallen von Denken, Fühlen und Wollen sehr dominant in den Vordergrund, die vorher aufgefangen und eingebunden schienen. Ich spreche gern vom realen inneren "Abgrund", der zutage tritt. Das ist jetzt nicht moralisierend gemeint- es wirkt aber häufig für Andere, manchmal auch für den Esoteriker selbst- recht verstörend. Ich bitte dazu, einmal z.B. auf Scaligero einzugehen. Man kriegt es nicht unter einen Hut.

    AntwortenLöschen
  5. Ja, die Abgründe sind sehr tief.- Leider hat Sie sich so viele Wege verbaut. Im Waldorfbereich darf ihr Name nicht genannt werden. Ich schrieb einen Artikel für die Erziehungskunst, in dem ich sie kurz zitierte. Der Artikel wurde deshalb abglehnt, es sei denn, ich hätte das Zitat entfernt.
    Scaligero kenne ich leider auch nicht.

    AntwortenLöschen
  6. Zu Scaligero: http://www.egoisten.de/page144/page155/evola/evola.html

    Im Hintergrund sind die Auseinandersetzungen mit Mosmuller noch sehr viel heftiger. Ich werde darüber berichten, wie es weiter geht. Mein Beitrag sollte auch etwas zur Entspannung des Verhältnisses beitragen. Ich weiss aber nicht, ob das noch möglich ist, da sich die Sache weiter zuspitzt.

    AntwortenLöschen
  7. "2008 äußert Mieke Mosmuller ihre in vielen Jahren gewonnenen Einsichten in Bezug auf das wahre Wesen der Anthroposophie zum ersten Mal in aller Klarheit. Ihre Biografie mag deutlich machen, dass diese neuen Bücher einerseits die Bedeutung einer Rechtfertigung der wahren Anthroposophie und ihres Begründers, des Meisters des Abendlandes, haben, dass sie andererseits nichts anders sein können als eine Anklage gegen die heutige Form und die Vertreter der Anthroposophie."
    So endet der Text auf der website des Occident-Verlages.
    Anklage, also Gericht. Es kann niemals eine Anklage geben, höchstens die Feststellung, die AAG hat als Gefäß versagt, Menschen haben den Impuls Steiners nicht umsetzen können, als Gemeinschaft. Eine solche Feststellung ist "rechtlich" zulässig.
    Zufällig gab es aus sozialen Gründen einen Abend mit Retsina und gewürztem Wild-Lachs. Der Tag war stürmisch gewesen, nach dem Essen fiel der intensiv blaue Himmel auf. Las dann in der Nacht den Beitrag zum blauen Himmel, typisch dachte ich mir, wie "er" (M.) und ich irgendwie durch unsichtbare Kanäle verbunden sind, das war schon lange bevor ich das erste Mal den früheren blog betrat, mitwirkte.
    Habe in der Schnelle in Erinnerung GA 150 behalten (anstatt Seite), kam so zu interessanten Vorträgen Steiners.
    Er beschreibt, wie der Geistesforscher mit "Verwunderung" seine Ergebnisse betrachten sollte, eigentlich selbst gar nicht nach solchen Erfahrungen streben... ..ein Geschenk. Er führt dann aus, wie er selbst durch einen Verstorbenen auf ein Bild von Raffael aufmerksam gemacht wurde. Tatsächlich sei eine Stelle übermalt, wo dargestellt wird, die Evangelisten (erwähnt wird Paulus) hätten ihre Texte durch astrologische Forschungen erhalten. - Offensichtlich sollte dies vertuscht werden - Also Steiner erhielt diesen Hinweis "geschenkt", nicht er erforschte dies.
    Frau Mosmuller ist ein Jahr jünger als ich selbst und es scheint, als seien diese Jahrgänge mit einem Impuls inkarniert, der hinter die Bilder vordringen will..... .
    Verwunderung kann mit Denken nicht erzielt werden. Steiner ersteht durch seine Schilderung ganz neu. Er kann nicht "beurteilt" werden, wenn man/frau selbst nicht bewußter Grenzgänger ist. Man/frau kann sich aber auch nicht "gefahrlos" der Geisteswissenschaft widmen. Gefahr ist da. Bleibt man/frau stecken, kommt nicht zu eigenen Erfahrungen im Geiste, dann passiert das mit den Wochensprüchen und dem blauen Himmel, oder wird Anhänger von Frau Miesmuller, Judith von Halle oder Herrn Keimeyer.
    Nebenbei, der Tod von dem Kardinal in Berlin war nicht ohne, sprichwörtlich-bildlich..... .

    AntwortenLöschen
  8. Lieber Ernst, du überrascht immerwieder mit interessanten und auch originellen Kommentaren...Dies hier ist schon länger klar für mich: "Verwunderung kann mit Denken nicht erzielt werden. Steiner ersteht durch seine Schilderung ganz neu."

    "Grenzgänger" hört sich dann immer etwas gefährlich und exentrisch an...muss aber ja nicht so sein...passiert aber wohl dennoch recht schnell in diesem Sinne, sobald man eigene Kräfte und Kräfteverhältnisse - Z.B. extrem ehrgeizig und einseitig wird (aus Anerkennungswunsch)oder/und mit sehr viel 'Denksport' allesmögliche in sich abspaltet bzw. unterdrückt, was wohl zu Neurosen, auch starken Agressionen oder gar zu Psychosen führen kann...das was sich eben da am Rande des 'Mikrokosmos' alles unerkannt und unerfühl(l)t, zusammengebraut und verdichtet hat...

    Da lobe ich mir schon die alten Dichter und Denker, die u.a. das Blau des Himmels und die Natur noch bestaunen konnten, sich das Kindliche und das sich Verjüngende bewahrt haben...

    LG

    AntwortenLöschen
  9. sorry, sollte oben heißen: "sobald man eigene Kräfte und Kräfteverhältnisse IGNORIERT"..

    schönen Tag :-)

    AntwortenLöschen
  10. Zu Frau Mosmuller, wie zu Herrn Beuys in Einem.

    Joseph Beuys ist seinen Weg gegangen. Deswegen führt kein Weg an ihm vorbei, will man von denjenigen „Regionen“ Erkenntnis erlangen, die durch Beuys in die Erscheinung treten. Das gilt für Beuys, da es grundsätzlich gilt.

    Daher gilt das ebenso für R.Steiner. „Ich lehre nicht; ich erzähle, was ich innerlich durchlebt habe. Ich erzähle es so, wie ich es gelebt habe. Es ist alles in mei­nem Buche persönlich gemeint. Auch die Form der Gedan­ken. …..Ich bin meinen gegangen, so gut ich konnte; hinterher habe ich diesen Weg beschrieben. ( an R. Mayreder, 4.11. 1894, GA. 39 )

    Was denn auch sonst! Aber man sollte nicht die Malweise, z. B. eines Picasso als „Lehre“, als einen für "andere" gültigen Weg, in diejenigen „Regionen“ erklären, die allein durch UND als der persönliche Weg "anderer" in die Erscheinung treten.

    Das an der Philosophie der Freiheit kein Weg vorbei geht, will man von den „Regionen“ Erkenntnis erlangen, die als der Weg von R. Steiner erscheinen, das wird immer deutlicher werden.

    Ebenso wird immer deutlicher werden, anhand der Anth. Gesellschaft, das auch an Beuys kein Weg vorbei geht, wollen manche anthroposophisch orientierte Menschen eine anfängliche Ahnung davon erlangen, wie Begriffskunst sich im Leben des 20 Jahrhunderts ereignet. Und Begriffskunst ist nun einmal alles, was mit den Werken, hier im Besonderen, eines Steiner, eines Beuys zu Tage tritt. Gruss B.

    AntwortenLöschen
  11. Lieber Steffen,
    das Leben ist ja selbst eine Grenze, jeder Wissenschaftler, jeder Künstler, jeder Mensch lebt mit der Grenze tag-nächtlich, wir müssen uns nur bewußter machen und das war doch das Anliegen von Steiner, das wird immer klarer und klarer... . Verdanke Junko Althaus mit ihrem Hinweis auf spirituellen Materialismus, was auf astro.tv eigentlich geschieht. Abgesehen von den Scharlatanen gibt es, außerordentliche Menschen, etwa Herr Schulz. "Bedient" wird aber letztlich doch nur der Materialismus und "Geber" sind irgendwelche Geistwesen, die ihre Ziele haben. Die anrufenden Zuschauer werden zwar oftmals auch ein "Schauer-erlebnis" haben, was da der Geist so alles "sieht", doch bleibt das Geschehen wohl meist im Materialismus stecken, Geld, Wohnen und die Hauptfrage nach einem Liebespartner, wann der kommt. Gerade astro.tv zeigt, die "Grenze" wird durchlässiger, mit den Verstorbenen (was Steiner prophezeite).
    Danke für Deine Worte, Gedanken...

    AntwortenLöschen
  12. Also ich denke, wenn man weiss wie man "geht" und was das ist, dann führen ALLE Wege an Beuys etc. vorbei, ansonsten gäbe es nämlich einen Erkenntnis- und somit Lebensstau. Und wenn man das versteht, bemerkt man, dass man verstanden wird, würde, von denen, an denen man angeblich nicht vorbeikäme. Der Begriff Autorität wandelt sich dann nämlich und gibt seinen wahren Namen frei und der zeigt sich als: ---- "Gesprächspartner".

    AntwortenLöschen
  13. Lieber Ernst,

    danke für die (aber auch Eure) Anregungen :-)

    AntwortenLöschen
  14. Lieber Manfred, klar hat man die notwendige Freiheit selber zu gehen...Aber auch die, Autoritäten eben nicht nur im klassischen Sinne zu sehen, sondern gewissermaßen als Freunde, mit denen man in einen INNEREN Dialog kommen kann. Was wäre ein innerer Dialog? es wäre doch nichts anderes als eine Unterhaltung, ein Gespräch, nur eben ohne EINES stofflich Anwesenden ;-)
    Aber dennoch verstehe ich wie du das wohl meintest mit dem Beuys und dem Gesprächspartner...falls richtig verstanden, dann bin ich mir sicher, dass Beuys zu Lebzeiten viele, viele interessante Gespräche bzw. Gesprächspartner hatte ;-)

    Zu Ernst Astro-TV. Habe ich auch mal ne zeitlang geschaut, auch diese Sendungen mit diversen Hellsichtigen ..
    Und tatsächlich wollten die Menschen auch viel wissen über ihre verstorbenen Angehörigen, fanden da durchaus Trost und Anregung in den Antworten...war schon ernorm wie unbefangen die damit umgegangen sind...ob es dann authentische Mitteilungen waren, das sei mal dahingestellt, das kann ich nicht beurteilen..

    Allerdings diese Astrogeschichten, die hätten mich fast zu Tode gelangweilt...wie du schon sagtest, immer diese materiellen Dinge usw....Gut, man kann ja gerne mal nach seinen Trigonen und Sextilen schauenim Horoskop oder wie ein Jupiter aspektiert ist, kann auch mal aufbauend sein, etwas Richtung schaffen, wenn man es noch braucht (z.B. wenn man auf Jobsuche ist bzw. gerade total abgebrannt ist)....aber was dann? dann gehts halt weiter mit neuen oder anderen Dimensionen...

    Habe vor Jahren mal versucht alles zusammenzusuchen was Steiner so alles über Astrologie gesagt hat...war interessant, auch wenn es nicht viel war...ein, zwei Dinge blieben hängen..U.a. meinte er, in einem Horoskop solle man eine moralische Dimension erkennen und die des Ausgleichs (von Extremen)...Man könne im Radix und in den Aspekten seine Defizite erkennen, die es auszugleichen bzw. zu bearbeiten gilt usw.
    Dann habe ich in Erinnerung die etwas gewagte These von ihm, in Zukunft werde es gut sein, wenn möglichst viele Seelen im Sterbild Löwe geboren werden...Löwe sei ein willensstarkes und ein herzbetontes Zeichen usw. ... aber ansonsten bezeichnete er es als sehr schwierig oder gar unmöglich, ohne Hellsicht richtig an eine gute Deutung heranzukommen...naja, da darf man wohl auch anderer Meinung sein ;-)

    Für Löwen und Interessierte noch schnell: Löwes Hauptstern bzw. Herz und Motor ist wohl Regulus der Vierfachstern - hier wunderbar differenziert beschrieben: http://wiki.astro.com/astrowiki/de/Regulus

    AntwortenLöschen
  15. Nachtrag zu Raffel:
    "Ich sagte vorhin, die Toten können uns dies und jenes zeigen. Wie kommt das zustande? Ich will hier ein Beispiel anführen. Früher habe ich schon öfter gesagt, wie es sich verhält mit Raffaels Bild «Die Schule von Athen». Gewöhnlich werden die beiden mittleren Gestalten aufgefaßt als Plato und Aristoteles. Das ist eine falsche Darstellung, und wer sich nach der Art des Baedecker mit dem Bilde beschäftigt, welcher sagt, die einzelnen Figuren stellen diese oder jene Persönlichkeiten dar, der wird nicht viel aus dem bedeutenden Bilde herauslesen können. Die eine Gestalt nämlich ist Paulus, der in Athen auftritt unter den Philosophen. Mancherlei konnte mir klarwerden, wenn ich anhand der Akasha-Chronik zurückverfolgte, was Raffael zu dem Bilde geführt hatte. Ich hatte durch andere Forschungen die Überzeugung gewonnen, wie die Evangelien zustande gekommen sind - das hängt nicht zusammen mit der «Schule von Athen». Die Schreiber der Evangelien hatten da mitunter die Daten festgestellt nach den Sternen, hatten also Astrologie getrieben. Das ist eine Tatsache für sich und hat zunächst gar keinen Zusammenhang mit dem Bilde von Raffael. Nun hatte ich das Glück oder die Gnade: eine verhältnismäßig früh verstorbene Seele machte mich aufmerksam auf den Zusammenhang zwischen der rechten und linken Seite des Bildes und mir wurde gesagt, daß die Worte aus dem Lukas-Evangelium, welche auf dem Bilde gestanden hatten, später übermalt worden waren und Worte aus der pythagoreischen Schule darauf geschrieben wurden. Nun begreift man auch
    die Geste, daß drüben auf Sternenkunde hingewiesen wird mit dem Zirkel, und ich konnte feststellen, daß von Raffael rechts Sternenforschung gezeigt werden sollte. Und was da erkannt wurde, wurde auf der anderen Seite aufgeschrieben. Also wurden aus der Sternenkunde
    heraus Evangelien geschrieben."
    Rudolf Steiner GA 150 Seite 54

    Offensichtlich sollte der astrologische Hintergrund der Evangelien vertuscht werden.

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Danke für Ihre Mitarbeit im Blog.

Egoistisch am meisten gelesen: