Beuys, Schilinski, Heidt: Im Vorfeld der GRÜNEN

"Schon zu Lebzeiten konnten diejenigen, die mit dem volkspädagogischen Wirken von Joseph Beuys in Berührung kamen, dadurch allein nicht wirklich in Erfahrung bringen, dass die dabei von ihm vermittelten wesentlichen Ideenzusammenhänge nicht seinem eigenen Forschen entstammten, sondern zunächst der Anthroposophie Steiners entnommen waren. Diesem Fundament wurde ab Ende der sechziger Jahre dasjenige hinzugefügt, was Beuys aus der einschlägigen Arbeit anderer Anthroposophen kennenlernte. Bis ca. 1972 ließ er sich insbesondere durch die Interpretationen der "Kernpunkte" anregen, die Peter Schilinski laufend in der von ihm herausgegebenen Zeitschrift publizierte; dabei spielte immer wieder auch der Hinweis auf die grundlegende Bedeutung der direkten Demokratie für die Konstitution des Rechtslebens eine zentrale Rolle. Hinzu kamen in dieser Zeit auch schon die Einflüsse aus den ersten Texten von Wilfried Heidt (1969/72) zur Idee des "dritten Weges" ("Freiheit, Demokratie, Sozialismus") und zur Perspektive einer "Internationalen Freien Universität" (mit interdisziplinärer Forschung).
Von größter Wichtigkeit wurde für Beuys schließlich seine Begegnung mit der von Wilhelm Schmundt entwickelten und in den Achberger Veranstaltungen, an denen auch Beuys mitwirkte, vorgetragene "Elementarlehre des sozialen Organismus". Obwohl Beuys für diese Inhalte zum Teil ein eigenes originäres Vokabular ins Spiel brachte, war der Inhalt seines volkspädagogischen Wirkens ab 1973 entscheidend durch diesen Einfluss geprägt, der auch für den "Aufruf zur Alternative" (1978) und für seine Beteiligung bei den Grünen maßgebend war."
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