Steiners Esoterische Stunden

Kommentare

  1. Wie die da alle sitzen, als wären die im Cinemaxx und würden auf den neuen Harry Potter oder "Transformers 3" warten.

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  2. Das obige Foto ist vom „Theosophischen Kongress“, 1907 in München. Das ist dasselbe Jahr, in dem Picasso mit seinem epochalen Gemälde „Demoiselles d'Avignon“ die „Moderne Malerei“ einläutet.

    21 Jahre zuvor, 1886, veröffentlicht R. Steiner sein Erstlingswerk „ Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung“. Punkt 21 trägt den Untertitel „Erkennen und künstlerisches Schaffen“.

    Dort findet sich das hier: „Sowohl die erkennende wie die künstlerische Tätigkeit beruhen darauf, dass der Mensch von der Wirklichkeit als Produkt sich zu ihr als Produzenten erhebt; dass er von dem Geschaffenen zum Schaffen, von der Zufälligkeit zur Notwendigkeit aufsteigt.“..... “ Das Objekt muss ganz aus der Sphäre des Zufälligen herausgehoben und in jene des Notwendigen versetzt werden. Es darf im Kunstschönen nichts zurückbleiben, dem nicht der Künstler seinen Geist aufgedrückt hätte. Das Was muss durch das Wie besiegt werden.“

    1907 klingt das dann so: „Die Natur zeigt sich in den Mysterien, und wer Ohren hat zu hören, dem könnte an dieser Stelle der Gedanke an die poetische Aufgabe kommen, den offenen Geheimnissen der Wissenschaft die geschlossenen Form der Kunst zu geben. Mit ihr würde nicht nur eine weitere, sondern vielleicht die entscheidende Umwertung alter Werte vollzogen, nämlich Wissenschaft nach dem Modell der Kunst zu betreiben.»

    Ich wiederhole: „Mit ihr würde nicht nur eine weitere, sondern vielleicht die entscheidende Umwertung alter Werte vollzogen, nämlich Wissenschaft nach dem Modell der Kunst zu betreiben.“

    Nach dem Modell der Kunst? Ich wiederhole dafür das hier, 1886 „ Es darf im Kunstschönen nichts zurückbleiben, dem nicht der Künstler seinen Geist aufgedrückt hätte.“

    Ich wiederhole: „..seinen Geist aufgedrückt hätte.“

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  3. Ich will noch eine meiner Lieblingspassagen v. Steiner erwähnen. Als Einstimmung dafür folgt zuvor ein Text v. Hella Wiesberger. Der stammt her aus ihrem Vorwort zu GA 284 - Bilder okkulter Siegel und Säulen. Der Münchner Kongress Pfingsten 1907 und seine Auswirkungen -

    H.W. „Warum konnte diese Brücke über den großen Fluß, der die Welt der Materie von der Welt des Geistes trennt, welche die Voraussetzung für das allgemeine Zugänglichwerden des Tempels, der Mysterien bildet, durch die Theosophische Gesellschaft nicht gebaut werden?

    Diese Frage führt wieder ganz nahe an die Bedeutung des Münchner Kongresses heran. Denn nach Rudolf Steiner soll und kann diese Brücke für das moderne Bewußtsein am tragfähigsten und gesündesten gebaut werden durch die Kunst; Kunst als künstlerisches Element im weitesten Sinne, sowohl in der Wissenschaft, wie in der eigentlichen Kunst, wie auch im Sozialen. Aber das künstlerische Element fehlte in der Theosophischen Gesellschaft gänzlich.

    Noch in einem seiner allerletzten Vortragszyklen («Das Initiatenbewußtsein» vom August 1924, GA-Nr. 243) berührt Rudolf Steiner dieses Problem, indem er darauf eingeht, wie in abnormen - medialen, hypnotischen etc. - Bewußtseinszuständen die geistige Welt nur chaotisch, nur stolpernd betreten werden kann und nicht die Brücke gefunden wird zu Gestaltungen, zu stofflichen
    Formen, die Geistiges offenbaren.

    Gebildet werden könne aber diese Brücke durch die Kunst, weil diese es ist, die beide Welten, Geist und Stoff, bewußt verbinden kann. Und er sagt wörtlich: «Bringt man beide Welten zusammen, befruchtet sie gegenseitig, so entsteht die Kunst. Denn in der Kunst wird dasjenige, was äußerlich sinnlich wahrnehmbar ist, durchgeistigt, mit den Impulsen der geistigen Welt durchsetzt; dasjenige, was innerlich seelisch wahrnehmbar ist, wird in einer äußerlichen Verkörperung dargestellt.»

    Und daran schließt nun Rudolf Steiner noch die Bemerkung, daß «während die Theosophische Gesellschaft sich damit befaßte, eine äußerlich physische Wesenheit als Geistwesenheit hinzustellen, waren wir in der Anthroposophischen Gesellschaft» - er verstand ja seine Richtung von Anfang an als anthroposophisch orientierte - «dazu gedrängt, die okkulte Strömung in die Kunst einlaufen zu lassen».

    Es folgt nun die angekündigte Steinerpassage. „Diese Einheit: schaffender Geist, der den Stoff in seinem Schaffen zum Dasein bringt und dadurch zugleich Stoff ist, der ganz als Geist sich darstellt: diese Einheit wird durch eine Idee begriffen, die den damaligen ( um 1900 ) Denkgewohnheiten so fern wie möglich lag. Von einer solchen Idee aber hätte gesprochen werden müssen, wenn in geistgemäßer Anschauungsart die Urzustände der Erd- und Menschheitsentwickelung und die heute noch im Menschen selbst tätigen geist-stofflichen Mächte hätten dargestellt werden sollen, die auf der einen Seite seinen Körper bilden, auf der andern das lebendig Geistige aus sich hervorgehen lassen, durch das er die Kultur schafft.“ ( R.St. - Mein Lebensgang – Kap. XXV. )

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  4. Das Bild wäre noch interessanter, wenn die alle 3-D Brillen auf der Nase und Popcorntüten in den Händen hätten (sind ja anscheinend fast nur Frauen, die meisten vornehm und matronenhaft und mittendrin, eingequetscht, Rudolf Steiner)

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  5. @ Uschi Steiner: 3D Brillen und Popkorn? Ja doch, das siehst Du vollkommen richtig! 3D Brillen eröffnen räumliches Sehen. Und, ohne das bleibt Steiner eben unverständlich.

    Steiner ist Begriffskünstler. Das bedeutet, er gestaltet denkend Gedankenskulpturen. Die sind nun einmal 3D. Wie auch Joseph Beuys richtig anmerkt, „ein Gedanke ist bereits eine erste skulpturale Tätigkeit des Menschen.

    So einer „Skulptur“ steht man gegenüber. Man kann um sie herum gehen. Dabei befindet man sich in Bewegung. Einer selbstständigen.

    Das besagt, so ein Denker bleibt ganz bei sich, indem er im „Weltraum“ tätig ist.

    Damit bin ich beim Popkorn angekommen. Das kauen v. Popkorn unterstützt bei denjenigen, die so einem Können noch ermangeln, das bei sich selbst bleiben, indem man sich in Anderes vertieft.

    Bitte im Kino mal selber durchspielen und beachten!

    Ja, Du hast recht! Denn, alles wäre anders verlaufen, hätte man 3D Brillen getragen und Popkorn gekaut, indem man bei Steiner in einem Vortrag saß.

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