"Die Ideen in ihrer Lebenskraft erfahren"- Michaeli

"Im Zusammenhang seiner Ausführungen zu einem künftigen Michaeli- Fest zentrierte Rudolf Steiner seine Darstellungen dann auf die herbstlichen Sterbe- und Todesprozesse in der Natur und die innere Widerstandskraft des Menschen. Es ergehe, so Steiner, zu dieser Zeit die Aufforderung an den Menschen, die eigenen Schaffenskräfte dem Sterben in der Außenwelt entgegenzustellen, schöpferisches Selbstbewusstsein statt Naturbewusstsein zu entwickeln und im Innern zu verankern. Es gehe darum, die innere Lebenskraft zu aktivieren und eine reale "Auferstehung des Menschen innerhalb der totwerdenden Natur" zu vollziehen (...)

Die klaren Ideen des Menschen- und nicht eine diffuse, übersinnliche Wahrnehmungswelt im Sinne verzerrter Esoterik- müssen verstärkt und als solche in ihrer Lebenskraft erfahren werden; der Mensch muss die Fähigkeit entwickeln, von den Gedanken über das Geistige so erfasst zu werden wie durch physische Gegebenheiten; Ideelles muss in seine Geistrealität, Lebens- und Wirkenskraft in den Bereich der menschlichen Erfahrung treten."

Peter Selg, Der Wille zur Zukunft, Arlesheim 2011, S. 69ff 

Kommentare

  1. Woran bemerke - oder erkenne gar - ich klare Ideen? Wie unterscheiden sie sich von der Phantasie? Woran oder wie bemerke ich etwas aus mir Aufsteigendes und unterscheide es von einem mir sich Näherndem? Wie zeigen sich Erinnerungen, wie Ideen? Welche Rolle spielt hier das Gedächtnis? Wie finde ich den "Ort" in mir, die Ausrichtung, die mich dazu befähigt unterscheiden zu können? Was mache ich, wenn ich zu unterscheiden beginne? Die prüfende Instanz in mir, die Vertrauen und Gewissheit verströmt ohne mich verführen zu wollen. Die zwei Seelen, wenn sie sich begegnen, wie sie sich in die Augen schauen, weil sie einen Kampf vor sich sehen, dann muss womöglich ich mich entscheiden, aber vermag es vielleicht nicht. Bin ich bloß Zeuge oder Schlichter? Befinde ich mich hier in einer Umgebung wo man mir ebenfalls zuschaut?

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  2. "In Bewusstsein ist nichts gegenwärtig außer es selbst." (Rupert Spira)

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  3. Lieber Michael,

    dies passt zwar nicht zum Thema, aber vielleicht will jemand das hier wissen…:)???

    Petition gegen Agro-Gentechnik: Anhörungstermin!

    Morgen ist die öffentliche Anhörung der Petition vor dem Petitionsausschuss des Bundestages, d. h. am 26. September zwischen 12 und 15 Uhr wird der Petent Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), die Forderungen (Vielfalterleben ) in Berlin vortragen…

    Herzliche Grüße

    Belinda

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  4. "In Bewusstsein ist nichts gegenwärtig außer es selbst."

    Aber IM Bewusstsein findet "es" statt!

    Wenn ich die Aussage so lese, wie sie da steht (ganz oben), wäre da dann nichts, ausser Bewusstsein. Und wenn man nichts gewahr werden oder erleben könnte würde "Bewusstsein" keinen Sinn machen. Bewusstsein ist in meinem Sinne jener "Ort" bzw. Zustand durch den... der es ermöglicht, wo es geschieht, wo Ich wirklich erwache bzw. wach bin, Ich.

    Oder habe ich Dein Zitat falsch verstanden?

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  5. Aber wenn *ich* gegenwärtig bin, bin ich *Bewusstsein*. Da gibt es keine Verortung mehr, keinen Dualismus, kein "im", kein Hier und Da, kein Wenn und Dann, kein Erst und Danach.

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  6. Klar, Einheit/Gegenwart in jeder Beziehung, habe Ort ja auch in Anführungszeichen gesetzt. Und wenn ich "dorten" etwas erlebe, austrage, erfahre, ist mein Ursprungsquell Bewusstsein mit dem oder durch das ich, was auch immer, wenn es mir möglich ist, je nach Wachheit und Radius. Mir geht es darum, dass Unmittelbarkeit doch erlebbar ist, ich doch zu handeln in der Lage bin und es mitbekomme, gegenwärtig, un-Mittel-bar.

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  7. Ich fände es eigentlich interessanter, Peter Selgs Begriff "schöpferisches Selbstbewusstsein" anzuschauen. Das ist keine Phrase, sondern eine präzise Zustandsbeschreibung.

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  8. Schöpferisches Selbstbewusstsein finde ich gut.
    Und wenn es ins Michaelische hineingeht, hineingehen muss, im Sinne Steiners und wohl im Sinne einer gesünderen Zukunft ohne einen unnötig großen chinesichen Einfluss (;-)) dann kommen wir doch um meine angeführten Unterscheidungskräfte nicht herum. IM Bewusst-Sein.

    Schöpferisches Selbstbewusstsein will "gestartet" sein.

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  9. Das "Schöpfen" muss man schon selber machen, natürlich.

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  10. "Schöpferisches Selbstbewusstsein will "gestartet" sein."

    Natürlich, sonst wäre es ja reproduzierendes "Schöpfen". Oder sollten wir doch mal den Papst fragen?

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  11. Ich probiers mal: Im Buddhismus spricht man/frau zum besseren Verständnis von Bewußtsein von zwei Ebenen: der „relativen Ebene“ und der „absoluten Ebene“. In der relativen Ebene hält sich das Objekt oder Subjekt in einem „Raum“ auf und die Ereignisse haben eine zeitliche Abfolge. Das Ich reflektiert sich, ist sich seiner selbst bewußt, betrachtet sich, trifft Entscheidungen - oder läßt sie sein. Das ist die Ebene des Beobachters, die Ebene der Dualität.
    In der absoluten Ebene sind Raum und Zeit vereint.
    Hier „..gibt es keine Verortung mehr, keinen Dualismus, kein „im“, kein Hier und Da, kein Wenn und Dann, kein Erst und Danach.“ wie Michael oben schon geschrieben hat. Was in diesem Raum-Zeit-Kontinuum erfahren wird, ist schöpferische Präsenz („schöpferisches Selbstbewußtsein“) mit Gestaltungskraft. Ein Willensimpuls drückt sich direkt - in unmittelbarer Aktion - aus. Da gibt es kein reflektierendes Ich mehr dazwischen, sondern da IST klares, konkretes Selbstgewahrsein.
    Natürlich halten wir uns die meiste Zeit auf der dualen/relativen Ebene auf. Es sind Stern-Momente, wenn es gelingt, die duale Ebene zu transzendieren. Dazu müssen wir erst einmal auseinander dividieren, aufräumen und klar werden. Z.B. so wie es Gerald Häfner tut.
    Alles weitere geschieht von selbst.

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  12. Liebe Freudean, da kann ich völlig mitgehen. Das "Kontinuum" zu erfahren - und sei es in allererster Form- ist der Beginn von Allem. Einerseits der Ansatz für eine immer weiter gehende Vertiefung, die z.B. erlebt, dass die Kräfte des reinen Willens - oder des reinen Denkens, das fällt an diesem Punkt zusammen, das Schöpfertum ja nun auch ins alltägliche Leben einfliessen können; sei es in der Mitgestaltung sozialer Prozesse, sei es im Erleben, dass auch *Natur* ein Aspekt dieses Willens ist. Sei es in einer erweiterten *Selbst- Erfahrung"- einer als Entität, die IST, sei es, auf einer weiteren Ebene, die einer Moralität, die jenseits aller Dogmen eine Lebenssubstanz darstellt. Die Unterschiede in spirituellen Weltanschauungen bestehen meinem Erleben nach oft darin, wie man an diesem Punkt weiter macht.

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  13. Wenn man transzendiert, dann ist man irgendwie hineingeschlüpft, dann stülpt es sich um, die Wahrnehmung, das Erleben. Da gibt es kein reflektierendes Ich mehr, stimmt, es schaut dann und verstehen wandelt sich in ein Erfassen, ein Dabeisein. Reflektieren "funktioniert" gar nicht mehr, man sieht es, direkt. Aber, es ist eigentlich genauso wie zuvor, "bloss anders". Erfassen kommt auf einen zu, irgendwie wird man erfasst und was man noch nicht kennt, das sieht man auch nicht, aber man kann die "Richtung" spüren, ahnen, in die man "lauschen" müsste... Und Antworten korrespondiert mit dem Fragen, die kennen sich, das Fragen geht von mir aus, als Impuls, man verdichtet Bilder aus Spürungen, damit man etwas zu sehen beginnt, um ein Fragen präziser zu formen. Bildung, Dichter, Maler, Musiker, die Heimat der Künstler beginnt hier. Die Aussenwelt der Innenwelt.

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  14. Ja, man muss ja schon plastisch mit der Sprache umgehen, um zu versuchen, das Nichtduale irgendwie auszudrücken. Das ist schon eine Art künstlerischer Arbeit.

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  15. Eigentlich ist es fast noch schwieriger, als eine Beschreibung von sonstwas, weil alles irgendwie wirkt als "lüge" man, man tappt immer daneben, weil eine jegliche Beschreibung ins Duale hinübergeht, man entlässt es gewissermassen, was man soeben tat und ist dabei, wie die Zeit entsteht und mit ihr der Raum, der Zeitenraum, eine prinzipielle Schöpfung aus dem "Nichts". Und wenn man zu weit mitgeht in den Zeitenraum und vergisst von wo man herkommt, dann verstrickt man sich in selbigem und verliert sich womöglich. Religion wäre demgemäss ein sich Wiederfinden, um es dann erneut zu versuchen, Schritt für Schritt erübend aus Der RELIGION oder wahren Heimat sich nicht zu vergessen im Beschreiten (s)einer Schöpfung.

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