Es einet die Herzen das Karma

Ich hatte gerade auf Facebook etwas mit Ansgar Martins gequatscht, als er den Titel eines Artikels in Info3 namens "Es einet die Herzen das Karma" erwähnte, ohne dass ich den Zusammenhang verstanden hätte. Beim Nachgooglen zeigte sich, dass diese Phrase offenbar außerordentlich beliebt ist, denn ich fand über 1, 1 Millionen Treffer. Das, was ich suchte, war natürlich so nicht auszumachen, aber beim Durchblättern finden sich herrliche Hinweise zu Satirikern, tibetischen Lamas, Anthroposophen, Fernsehserien und allen möglichen Beratern.
Diese Liebeskummerberaterin möchte ich hiermit vorstellen:















Sie schränkt gleich ein: "Es dauert eine gewisse Zeit, bis man Liebeskummer überwunden hat", rät aber von übereilten Entscheidungen wie wechselnden Sexpartnern, Alkohol oder zu viel Arbeit ab. Es gilt die grundsätzliche Erkenntnis: "Liebeskummer ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass man noch in der menschlichen Liebe verhaftet ist." Ja. Aber es geht noch weiter: "Nun ist mit Sicherheit zwischen Dir und dem Objekt Deines Liebeskummers schon ein Karma vorhanden - denn sonst würdest Du ihn/sie garnicht getroffen haben. Warum treffen wir denn solche Menschen? Weil wir in der Vergangenheit unserer Inkarnationen NICHT GELERNT HABEN, BEDINGUNGSLOS ZU LIEBEN!"

Das würde also bedeuten, dass Bedingungslose Liebe auf lange Sicht die Fähigkeit zu lieben wegnähme? Man soll nicht mehr mit dem Anderen "verhaftet sein"? Aber, Maria Maryam, wo bleibt dann der Spaß?

Maria Maryam bohrt gnadenlos weiter und predigt: "Allein durch die SELBST-LIEBE wird sich Dein Leben also völlig ändern, denn Du entwickelst Dich dadurch (wenn Du das IMMER wieder machst) überraschend schnell weiter und wirst mit einer ganz neuen, LIEBE-volleren Ausstrahlung auch eine ganz andere,  LIEBE-vollere Resonanz bei den Menschen finden. Du wirst nun allmählich andere Menschen anziehen, nämlich LIEBE-vollere als bisher und Dich für die Beziehung mit den bisherigen Bekannten auf eine ganz andere Weise öffnen, oder sie werden allmählich und harmonisch aus Deinem Leben verschwinden." Kontakt mit meinen sämtlichen Freunden und Bekannten (und Geliebten) verlieren soll die Lösung für meinen Liebeskummer sein? Das kling nicht gerade ermunternd.

Aber Maria Maryam antwortet nicht. Sie empfiehlt ausgedehnte Trenn- Übungen und die Gewissheit, dass dies alles zur "Freude Gottes" geschieht.

Du lieber Himmel, das ist wirklich eine Seite für Lebens- und Liebeskünstler. Wer aber unbedingt durchgeknallt zur Freude Gottes beziehungslos durch die Welt stolpern möchte, dem sei die Seite wärmstens empfohlen.

Kommentare

  1. Ich sage das nicht gerne, ...
    Ich habe dieses Geschwafel, gerade bei Frauen, ein Leben lang gehört. Oft verbirgt sich darin auch die Hoffnung, zur Superliebhaberin und zum Superliebhaber zu werden, der seinen "Spaß" mit Anderen, unausgesprochen: Erotikpartnern und Sex-"Begegnungen" hat, ohne "anzuhaften", ohne zu kleben, wie der Schmetterling, der "von Blume zu Blume..", auch mancher in der Jugend sexuell "erfolgreiche" Männertyp schwafelte solch erhabenes Zeuch..
    Swinger-Club, aber "kosmisch" elitär, nur für erhabene Licht-Seelen..
    Eine Jugendfreundin, die mich noch einmal 2003 besuchte, weil sie wohl einst anfangs 80er erheblich wegen mir gelitten hatte, ich verließ damals die Stadt für immer, ohne mich speziell von ihr zu verabschieden, redete mir 2003 in anderen Zusammenhängen dieses Zeug.
    "Freude, Licht, Liebe", persönliche Bindungen seien etwas für "die, die noch nicht soweit, ja quasi böse sind", zwischenmenschliches Gespräch Verschwendung kostbarer Energie, mit der man "lieber" an Gott denken solle, der niedere Mensch sei oft "raffiniert, gerade im Westen gebildet oft, verstehe klug zu reden, denke aber nur an Sex und Sich Selbst, und schon gar nicht an Gott.." usw.
    Ich redete und verteidigte und versuchte zu überreden. Mal wütend, mal weinerlich, mal in "Engelszungen". Umsonst: Ich sei negativ, das würde sie "erkennen", ohne ihren längst für nutzlos befundenenen alten westlichen Intellekt..
    Jahre später wieder, wurde mir mitgeteilt, daß sie sich 2005 dann wohl doch "egostisch und niedrig gesonnen" verliebt haben muß: Der Typ und sie hätten gemeinsam Selbstmord verübt!
    Sowas hört man dann, und trinkt sein Tee, und ißt ein Ei, ... Es gibt die Menge solcher, nunja, ich würde sie "dämonische Fallen" für emotionale Gemüter nennen. Die nicht einmal aus bigottem Milieu stammen, und auf einmal mit der "Unreinheit" des eigenen Lebendigen in eine Art idealistischen Konflikt geraten.
    Bezügl. des Todes dieser Freundin war ich lange bedrückt. Hätte ich länger.. habe ich genug gesagt, getan.. warum, und ...
    Grüße
    mischa butty

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  2. Bezeichnend auch, daß sie mir 2003 bald mitteilte, sie müsse "nun weitergehen" und mich zurücklassen, denn "meine Frequenz" sei noch zu niedrig, obwohl ich gut "zu reden" und "zu überzeugen" "verstünde"..; ich hatte ihr einen Briefwechsel und eine hin und wieder Teebesuch angeboten als Form unseres erneuten Zusammentreffens. Sie schrieb ganz früher wunderbare und einfache Gedichte
    Das Schlimmste: "Als ich gerade an einem Buch zu arbeiten begonnen hatte, ereilte mich in Gestalt einer Freundin der Ruf! Ich warf alles weg, und beschloß, mich allein Gott zu öffnen. Um nur noch Gott zu denken! Natürlich habe ich ab und zu, so wie Ihr Alle, auch noch Kummer mal, aber dann denke ich ganz schnell an Gott, und alles ist wieder gut!"
    Was das wohl für ein Gott war? Grrrr..
    Und das Buch, was mir und einer kleinen Welt jetzt fehlte, da sie immerhinja noch lebte..!?
    Aber dann war auch sie fort, nicht nur das zu schreibende Buch...
    Sie hatte oft Liebeskummer und in mancher Liebschaft und Beziehung Verwirrung gestiftet, als ich sie 2003 wiedertraf, war sie verheiratet.
    Als ich erfuhr, daß sie und ihr Liebhaber für einigen Jahren den "Frei"-Tod gesucht, sah ich ins Telefonbuch. Ihr Ehemann stand noch drin...
    Weitere Recherchen ersparte ich mir und anderen, wenn auch schweren Herzens..
    m.butty

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