Die schlimmsten PR- Desaster des Jahres: Weleda als Kandidat

Die von mir sehr geschätzten Netzpiloten haben zur Wahl der PR- Desaster des Jahres ("Oops- Award") gerufen- es wird eine Leserwahl. Zu meinem Erstaunen musste ich feststellen, dass neben bekannten Kandidaten wie Wiesenhof oder Henkel zum engeren Kreis auch Weleda gehört. Der Firma wird vorgeworfen- wobei ich keine Belege gefunden habe-, dass Weleda in seiner Facebook- Präsenz bei den "Gefällt-mir"- Nutzern mittels einer Agentur geschummelt haben soll:

"Ganz neu ist es ja nicht, dass Soziale Medien wie Facebook, Twitter und Co. zum Schummeln herausfordern. Vor allem was die Fan-Zahlen, die „Likes“, betrifft. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die eine oder andere Agentur nachhilft, um den Auftritt zu einem Erfolg zu machen. Ob tatsächlich die Mehrheit der Nutzer der Weleda-Fanpage gekauft sind, wie eine Weleda-Kundin in ihrem Blog behauptet, lässt sich nicht beweisen. Die heißen Diskussionen im Netz sprechen aber für die Brisanz des Themas.
Fazit: Es ist legitim, dass Firmen das Social Web in ihre PR-Strategien mit einbeziehen, doch sie sollten dabei nicht ihre Glaubwürdigkeit verlieren. Der Fall Weleda zeigt, wie heikel das Thema Fanzahlen-Fake ist."
Mag sein. Aber etwas "heikel" ist auch, dass nicht erwähnt wird, auf welche der zahlreichen Facebook- Seiten, die den Namen Weleda tragen, sich dieser Vorwurf nun bezieht, denn es gibt nationale Seiten, spezielle Kampagnenseiten und auch inoffizielle Seiten. Ich habe keine besondere Lust, die alle auszuprobieren, wobei bei einigen schon auffällt, dass sie extrem viele Fans haben, andere dagegen im üblichen Rahmen bleiben. Bei Kampagnen in den USA ("Das schönste Babyfoto") wundert einen der extreme Zulauf nicht, das ist ja nun auch der Sinn einer solchen Einbindung der Kunden, die massenweise (in diesem Fall über 40000 "Likes") ihre Kinderfotos einsenden.

Nachtrag: Ich finde bei etwas Recherche doch einige Quellen. Ausgegangen ist die ganze Untersuchung offenbar von der Bloggerin Susanne Popp, der - aber nicht nur bei Weleda- offensichtlich falsche Personenprofile auffielen:

"Alles fing damit an, dass ich mich über den fragilen Verschluss der Weleda-Flaschen geärgert habe und bei meiner entsprechenden Kritik auf Facebook lapidar gebeten wurde, dies an eine bestimmte E-Mail-Adresse zu schreiben. Das kann es ja nicht sein, dachte ich. Hier ist so viel Traffic auf der Seite und ich bekomme nicht mal eine vernünftige Antwort. Ein freundliches, „das tut uns leid“ und somit die „Anerkennung“ meines Problems hätte mir ja schon gereicht.
Daraufhin habe ich mir ein paar „Kunden“profile angeschaut, hatte den Eindruck, dass da sehr viele Fakes (= gefälschte Kundenprofile) darunter seien und postete wiederum, dass ich darüber in meinem Blog schreiben würde. Ich dachte schon in dem Moment, dass ich jetzt ein wenig übers Ziel hinaus schieße und wollte mich schon in die Ecke schämen gehen. Weit gefehlt.
(...) Ich fing an, das Ganze etwas gründlicher zu recherchieren und war auch auf einigen anderen Facebookseiten unterwegs (dm, alverde, Parfümerie Pieper) deren „Kunden“ mir alle miteinander vernetzt zu sein schienen. Bindeglied ist eine gewisse Thora Marianne, die sich gar nicht bemüht wie ein echter Mensch zu wirken. Ihr „Job“ ist es vor allem zu liken."

Danach meldeten sich Rechtsanwälte zu Wort und Weleda bzw deren Agentur brachte eine Gegendarstellung: "Agentuchef Aleks Stojanovic weist den Verdacht von sich. Die Vorwürfe seien "nicht haltbar", erklärte Stojanovic gegenüber W&V Online. "Unsere Arbeit für Weleda liegt einige Zeit zurück und hatte zu keinem Zeitpunkt Facebook oder andere soziale Medien zum Inhalt". Dasselbe gelte für die anderen benannten Kunden. Unabhängig davon sei Digital District "für Projekte mit ethisch-zweifelhaftem Hintergrund nicht zu haben".
Laut Weleda wird die Facebook-Seite komplett inhouse betreut. "Wir betreiben keine Fake-Accounts und schreiben keine Fake-Beiträge", heißt es in ein der Deutschland-Zentrale in Schwäbisch Gmünd. "Die User-Profile unserer Fans werden von uns nicht beobachtet oder bewertet. Noch beauftragen wir Agenturen, dies für uns zu tun." Weleda Deutschland verzeichnet knapp 13.000 Facebook-Fans."

So oder so, eine Sucheingabe bei Google zu diesem Thema ergibt inzwischen über 100000 Hits.  Es sind bemerkenswerte viele empörte Blogger darunter. Insofern ist die Angelegenheit inzwischen auf jeden Fall ein PR- Desaster. Inzwischen melden sich auch die "wirklich wahren" Weleda- Fans auf deren Facebook- Seite zu Wort und sprechen von einer Hexenjagd auf ihre Lieblingsmarke.


Kommentare

  1. Ita und andere zurückgebliebene Merkure bekommen halt einmal nur allzu berechtigt "etwas auf die Nase": Na und!?

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  2. Neulich stand im Blatt Goethanum eine Bericht von Jonas von der Gathen über die Fotoausstellung mit dem Titel "Ita in Arlesheim"

    "Ita und andere zurückgebliebene Merkure" - der wahre Beweis für den moralischen Defekt, für den Geist des Hasses und der Unwahrheit in der heutigen anthroposophischen Szehne. "Anonym" - ein Feigling, der so einen unverschämten Kommentar schreibt und nicht einmal seinen wahren Namen dazu zeigen kann.
    Junko Althaus

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  3. mmh, ist der Artikel im Netz? Geht es da wirklich, ganz offiziell um "Ita", und um "zurückgeblieben"?
    Manchmal bedeutet in solcher Terminologie eine "Zurück-Gebliebenheit" ein freiwilliges Verzichten auf eine andere Dynamik und auf Möglichkeiten ("Stufe") der Anwendung erreichter Kraft und ..Macht auch.
    Ja, so ganz anonym ist, gerade wenn es spottend, spöttisch, gar fluchend ist, nicht fein. Seltsam: Noch nie gab es mal was Nettes, wo dann eine/r spontan anonym bleiben mochte, ha! :-)) tjaja.. schauschau..
    Herzlich, mischa butty

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  4. Ich verstehe nur Bahnhof. Was hat "Ita" mit der PR der heutigen Weleda zu tun? Wer oder was sind "zurückgebliebene Merkure"?

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  5. Kann man wohl sagen. Den eigenen Ruf mit "ethisch zweifelhaften" Aktionen zu beschmutzen und einen derartigen Shitstorm im Netz auszulösen ist schon eine stramme "Leistung".

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  6. Habe mal etwas nachrecherchiert...
    Huu, ist die Welt so kompliziert!
    Ich glaub, ich passe ! ! !
    m.butty

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  7. wirklich nicht schön und hoffentlich eine Lehre fürs Leben ..

    Dem Merkur zur Ehre gereicht, heute, an einem Mittwoch ;-)

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  8. Ich verstehe auch ganz und gar nicht, was Ita Wegmann mit einem zurückgebliebenem Merkur zu tun haben soll. Zurückgeblieben sind wirklich solche Verunglimpfungen. Wenn Sie auf die Schattenseite des Merkur anspielen, dass er eben nicht nur Götterbote, Hermes oder Schutzsymbol der redlichen Händler und Kaufleute ist, sondern auch mit Dieben und Unredlichkeit in Verbindung gebracht wird, dann kann man das doch nur beziehen auf WELEDA's aktuellen Aussetzer, wenns denn so war...

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  9. der Merkurstab und anderes muss dann halt erneuert werden..

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  10. wozu die Aufregung? Die Rudolf Steiner Sekte manipuliert doch routinemässig:

    http://www.wiwo.de/technologie/digitale-welt/voting-private-versus-oeffentliche-schulen-wiwo-de-leser-verdaechtig-einig/5375008.html

    "Voting: Private versus Öffentliche Schulen

    wiwo.de-Leser verdächtig einig

    von Wilfried Eckl-Dorna

    Auf wiwo.de stimmen die Leser in unserem aktuellen Voting darüber ab, ob private Schulen im selben Ausmaß staatliche Förderung verdienen wie öffentlich geführte. Das Ergebnis ist ein erstaunlich klares Ja – doch es hat einen kleinen Schönheitsfehler.

    ... Eine so eindeutige Antwort hatten wir ehrlich gesagt nicht erwartet – und sie machte uns stutzig. Zustimmungsraten von über 90 Prozent mögen in totalitären Staaten häufig vorkommen. Bei Online-Umfragen ist solch traute Einstimmigkeit jedoch äußerst rar. Kein Wunder.

    Ein Leser erhellte das mysteriöse Abstimmungsverhalten. Am Montag, den 21. April, um 10:39 Uhr hatte der Verband der freien Waldorfschulen eine E-Mail an alle seine Mitglieder versandt. In dem Schreiben – das wiwo.de in Kopie vorliegt - wies der Verband auf die Abstimmung auf wiwo.de hin und berichtete, dass aktuell eine knappe Mehrheit der Leserstimmen gegen eine Gleichstellung der Förderung abgegeben worden war.

    Danach folgte ein Zusatz, der eine mehr als eindeutige Aufforderung enthielt: „In dieser für uns überaus wichtigen Frage zeichnet sich momentan ab […] , dass mehr Stimmen gegen eine gleiche Förderungen von Schulen in freier Trägerschaft sind als dafür. Daher bitten wir Sie, fleißig mitzustimmen, damit ein > anderes > Signal entsteht.“ ..."

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