Ein Interview mit der Gründerin der Waldorfschule in Ilan (Taiwan)

In der Zeitschrift "Erziehungskunst" ist gerade ein Interview mit Ya Chih Chan erschienen und gibt Einblicke in die Einbindung von Waldorfpädagogik und Anthroposophie in anderen Kulturkreisen. Manches - wie der Umgang mit staatlichen Vorgaben und bürokratischen Hindernissen- scheint heute praktisch universell zum Problem zu werden. Aber in diesem Gespräch spürt man auch den langen Atem und den Willen der Gründer, Betreiber und Unterstützer:

"BC / YCC | Was hat Sie an der Waldorfpädagogik angezogen und warum haben Sie sich so lange damit befasst?


CS | Die Grundlage der Waldorfpädagogik ist die Anthroposophie. Sie spricht die verschiedensten Kulturen an. Zwischen ihnen kann ein Dialog stattfinden. Wir werden auch herausgefordert, die kollegiale Zusammenarbeit als kulturelle Tat zu verstehen. Dadurch können wir hier eine pädagogische Arbeit machen, die sich im Geist der sozialen Reformbewegung wiederfindet, an der ich in Taiwan den größten Teil meines Lebens beteiligt war, lange bevor ich auf die Waldorfpädagogik stieß. Dies stärkt meinen Willen, die Anthroposophie weiter zu studieren und die Waldorfpädagogik zu praktizieren. In all den Jahren, in denen ich sie praktiziert habe, hörte ich nie auf, zu lernen. Ich habe gelernt, die Vergangenheit loszulassen und trage Hoffnung und suche Orientierung für die Zukunft. Ich spüre, dass ich mich im Laufe der Zeit verwandle. Mein Leben wird durch die Arbeit, die ich mache, genährt. Diese Erfahrung möchte ich auch anderen zugänglich machen."

Kommentare

  1. "... das können die Asiaten nicht ..."Montag, 28. November 2011 um 11:35:00 MEZ

    „Erfindungen sind in Asien sehr wenig gemacht worden. Verarbeitet kann dann die Geschichte werden; aber Erfindungen selber, durch die sie das, was durch die Erfahrung mit der Außenwelt entspringt, verwenden, das können die Asiaten nicht machen.

    Zum Beispiel war es einmal so mit einem Schraubendampfer. Den haben die Japaner den Europäern abgeguckt, und nun wollten sie auch allein fahren. Vorher fuhren immer die Europäer und haben die Geschichte dirigiert. Nun wollten sie einmal allein fahren. Die englischen Ingenieure sind zurückgeblieben an der Küste. Plötzlich gerieten die Japaner draußen, die dann das Schiff geleitet haben, in helle Verzweiflung, denn das Dampfschiff drehte sich fortwährend um sich selber. Sie kriegten es nicht heraus, wie sie zu der Drehung die richtige Fortbewegung hinzubringen konnten. Die Europäer, die das wußten, die grinsten natürlich furchtbar am Ufer. Also dieses selbständige Denken, das der Europäer im Umgang mit der Umgebung entwickelt, das haben die Asiaten nicht. Die Japaner werden daher alle europäischen Erfindungen ausbilden; aber selber etwas ausdenken, das werden die Japaner nicht. (...)

    Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse.“

    „Vom Leben des Menschen und der Erde – Über das Wesen des Christentums“, GA 349, Dritter Vortrag, Dornach, 3. März 1923

    http://fvn-rs.net/index.php?option=com_content&view=article&id=3709:dritter-vortrag-dornach-3-maerz-1923&catid=247:ga-349-vom-lebens-des-menschen-und-erde-&Itemid=19

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