"Anthroposophie lebt im Umkreis, aber nicht in Dornach"

Kommentare

  1. Direkte Demokratie ist gut, wenn nur nicht die Menschen so blöde wären. Vereintes Europa ist auch gut, wenn nur die Menschen nicht so gierig wären.

    Aber wirklich denken sollte man es schon.

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  2. Denk auch, dass man es denken soll. Als Vorbereitung für später vielleicht. Zunächst ist die allgemeine Verblödung wirklich erschreckend; aber letztendlich doch egal, ob verblödetes Volk oder verblödete Diktatoren Chaos schaffen. Und Chaos gibt es, glaub ich, so oder so.

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  3. Noch ein nachgelieferter Link: http://www.mehr-demokratie.de/claudinenierth.html

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  4. Warum sollte denn nicht morgen früh im Nikolausstiefel auch eines Dornachers 'die Anthroposophie' liegen, Frau Nierth, Herr Eggert!?

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  5. Ja, das ist das Seltsame, Herr Anonym: Morgen früh liegt "die Anthroposophie" in allen Stiefeln dieser welt, nur nicht in denen aus Dornach. Gemein, nicht wahr? Bestimmt wieder so eine blöde karmische Konstellation.

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  6. Lieber Michael, ich wollte nur unterscheiden zwischen den Zielen und den Überbringern solcher. Zur Zeit würde ich bei ihr nicht unterschreiben, obgleich ich ihren Einsatz für gut und nötig halte. Man sollte ohnehin verstärkt Menschen ins Bewusstsein heben in denen diese Kräfte tätig wirksam sind, die man bei ihr erleben kann. Für mich sind es "schlafende" (nicht in ihr) Heilungsimpulse, Willensströme, die in die bewusste Sprache einfliessen müssen, geistige Globuli --- ich liebe diese Geräusche, wenn sie ins Kullern geraten ---

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  7. ach, schön, der weiße Omnibus, aktueller Fahrplan ab April 2012 wieder sichtbar unter www.omnibus.org

    Grüße aus Hannover, raphael ohlms

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  8. Ich finde auch, dass das eine starke Frau ist! Und ich empfinde viel Respekt für die Aktion, die sie da durchgeführt hat... und das mit einem Autobus – was für ein Ding!

    Mein Vater wollte auch immer, dass ich den Autobusführerschein mache :-), daran muss ich jetzt denken.

    Ich halte die Menschen nicht für blöde, eingedämmert vielleicht
    Gierig sind sie geworden, weil sie nicht befriedigt sind und die Löcher und Ängste immer größer werden; es mangelt an echten Lebens-mitteln.
    Ich finde, solche echten Lebens-mittel pflanzt diese Frau, indem sie eine gute Idee umsetzt, die Leute einbindet, ihnen sagt: „du hast eine Möglichkeit, du kannst mitbestimmen“. Blöd sind bloss die Filter, die Menschen halt ich für klug.

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  9. Liebe Freudean

    "Die Menschen halt ich für klug" oder: es gibt kluge Menschen?

    Oder: wie "blöd" muss man eigentlich sein, wenn man jemandem sagen muss: „du hast eine Möglichkeit, du kannst mitbestimmen“. Wenn die mitbestimmen, denen man das sagen muss... Ich weiss, das hört sich jetzt furchtbar elitär an -- und ich weiss um die Kraft des Vertrauens.

    Viel viel besser würde doch eine Aktion darüber und dafür sein wie und dass man erkennt, oder vielleicht noch besser, dass es so etwas wie Erkenntnis tatsächlich gibt. Und ich meine hier jetzt nicht Wissenschaftlichkeit (allein).

    Wenn man wirklich erkennt, worauf Mehrheit beruht, erwächst, wenn sie stimmt, die Grundlage der Mehrheit, ja was macht man dann, abstimmen oder zustimmen, wäre das das Gleiche??

    ----------
    Mein obiges "blöde" meine ich übrigens überhaupt nicht geringschätzig sondern ist nur um einer prägnanten Kürze willen so von mir gewählt worden, aphoristisch. Kurzsichtig hätte ich auch nehmen können, oder unaufmerksam in sich selbst.

    Und wenn man dann kurzfristig, weil spontan "einleuchtend", einer guten Idee zustimmt, dann wird das Ergebnis ähnlich sein dem, nach einiger Zeit, wie (es)/was Europa jetzt offenbaren muss.

    Ideen bedürfen einer Basis -- und Erkenntnis ist nicht demokratisch, sondern (r)einleuchtend.

    Ich wünsche der guten Frau erfolgreiche Fahrten, ganz aufrichtig gemeint!
    -------------

    "Gierig sind sie geworden, weil sie nicht befriedigt sind..." --- Gier kann man nicht befriedigen, wohl nur erlösen.

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  10. neben den guten Wünschen braucht der Omnibus immer aus Euro´s für Diesel, !!!, den man in den Tank füllen muß...!!!ggf. Weihnachtsgeschenke werden gerne entgegengenommen www.omnibus.org

    Raphael Ohlms. Hannover.

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  11. Nach langer Zeit muß ich mich dann doch mal wieder zu Wort melden; in der letzten Zeit habe ich nur mitgelesen - auch das nur lose...
    >>Blöd<< ist genau das richtige Attribut, bedeutet es doch eigentlich >>blind<< ....

    Dornach und die Anthroposophie, das ist wie Rom und Katholisch .... mein ursprünglicher Verdacht erhärtet sich da mehr und mehr. Sobald eine verwaltende Institution beginnt, geistiges Gut zu verwalten ... ist das der Anfang vom Ende. Aber vielleicht bin ich da zu pessimistisch...bitte, korrigiert mich, wenn ich da total daneben liegen sollte ....

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  12. Bei uns im Zweig wird wieder zu Jahresbeginn das "Traumlied des Olaf Asteson" gesungen. Tja --

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  13. Lieber manroe,
    „Oder: wie "blöd" muss man eigentlich sein, wenn man jemandem sagen muss: „du hast eine Möglichkeit, du kannst mitbestimmen“. Wenn die mitbestimmen, denen man das sagen muss... Ich weiss, das hört sich jetzt furchtbar elitär an -- und ich weiss um die Kraft des Vertrauens.

    :-) Ich begreife Dich gut - einerseits.
    Denn auch ich gerate ins Grübeln, wenn ich zum Beispiel höre, wie Frau Nierth von „Leben in der Liebe zum Handeln“ spricht, und die einzige Frage, die eine Frau hat, die gerade unterschreiben will, ist: „Und das is kostenfrei, ja?“ - und wie oft frage ich mich, ob ich wirklich will, daß gerade in heiklen Fragen die „Mehrheit“ entscheidet...

    Aus solcher Nachdenklichkeit heraus habe ich vor einiger Zeit in der Diskussion nach einem Vortrag Pietro Archiatis (es ging, aus aktuellem Anlaß, um den potentiellen Ausstieg aus der Atomkraft) von meinen Bedenken und meiner Besorgnis gesprochen:
    Wenn die Mehrheit unzureichend informiert oder „schlecht beraten“ ist - wie soll sich dann auf demokratischem Wege, per Volksentscheid, eine „richtige“ Entscheidung ergeben?
    Und Archiati hatte eine bemerkenswerte Antwort auf meine Frage, die ich hier ungefähr wiedergeben will (ich weiß den genauen Wortlaut natürlich nicht mehr):
    „Experten entscheiden nach ihrem Wissen.
    Menschen, die nichts wissen, entscheiden nach ihrem Herzen - und das muß erlaubt und möglich sein.“

    Da ist was dran (:-) und wie gut paßt es zu allem, was ich jemals über „Wissenschaftlichkeit“ gesagt habe - wozu ich im übrigen auch weiterhin stehe!).

    Ich wünsche Claudine Nierth und ihrem Bus alles Gute!

    Herzlichen Gruß,
    Ingrid

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  14. Liebe Ingrid,

    ... ja, da ist was dran, aber es reicht eben noch nicht. Und mit dem "Herzen" ist es ähnlich wie mit dem "Kopf", da muss ebenfalls noch ne Menge geklärt werden in des Wortes reinstem Sinne.

    "und wie gut paßt es zu allem, was ich jemals über „Wissenschaftlichkeit“ gesagt habe..."

    Solltest Du natürlich auch weiterhin so sehen ;-), bei dem, was Dir vor Augen steht (so, wie ich es bei Dir bislang erfasst zu haben glaube), würde ich auch tun.

    Meine "Wissenschaft" entstünde, wenn obiges "Herz" mit jenem "Kopf" ein klares Team bilden könnten, was meinst Du, was man da alles anders sehen würde --- und dennoch zu wissenschaftlichen Ergebnissen käme!!

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  15. Lieber Manfred,

    :-)
    Naja --- aber bis es dereinst soweit sein wird, daß jeder einzelne Mensch „alles anders sieht“, weil „obiges "Herz" mit jenem "Kopf" ein klares Team bilden“ - bis dahin können wir doch auf Demokratie und damit das Teamwork vieler Köpfe und vieler Herzen setzen, meinst Du nicht?
    Oder solltest Du - anders als damals Churchill - tatsächlich eine bessere Möglichkeit wissen?

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  16. Liebe Ingrid,

    ...zumindest aber ist es doch schon so weit, dass man erkennen kann, erkennt und sich sogar schon drum bemüht, dass man das "Herz" dem "Kopf" zugesellen sollte, weil das das Merkmal des Menschen ist, dieses Team. Also als heiles Bild im Gegensatz zu "kopflos" und "herzlos".

    Ich denke ansonsten, wir leben in der Realität, in dem Sinne, dass sie uns zeigt was wir tun und wohl nur machbar ist, was sie spiegelt.

    "Bis dahin können wir doch..." Ja, müssen wir -- .

    Ddemokratie ist für mich, menschheitlich gesehen, der Zustand, wo man sich morgens beim Aufwachen die Augen reibt und bemerkt, dass es auch einen Wachzustand gibt. Aber wenn man dann wirklich wach ist und aufgestanden, dann wird man den Sinn entwickelt haben sich die Aufgaben von den Dingen und Erfordernissen sagen zu lassen, weil man sie zu lesen versteht. Dann wird man den Sinn und Wert der Fähigkeiten entdecken und erkennen, wer jetzt gerade dran ist und derjenige selbst dann auch. Eine gegenseitige Beratung im Angesicht dessen, was vor uns liegt. Und das würde ich dann niemals als Demokratie bezeichnen. Wenn der Mensch zur direkten Demokratie erwacht, wird er erkennen, dass es gar keine Demokratie mehr ist, die er dann praktiziert und in diesem Sinne wird es auch niemals eine "direkte Demokratie" geben (können).

    Es wird nicht ums Herrschen gehen, sondern um richtiges Handeln und die Verbindung hierzu, vom wachen Lesen der Erfordernisse, ist die wirkliche Erkenntnis und nicht ein demokratisches Abstimmen. Und wenn man eine gute Zukunft schaffen will, sollte man dies, meines Erachtens, in den Mittelpunkt seines Denkens setzen. Demokratie ist ein Durchgangszustand des erwachenden Menschen, weil er zu bemerken beginnt, dass er eben nicht allein ist.

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  17. Hier mal ein für mich überaus interessantes Interview mit J. Beuys, kannte ich noch gar nicht ... wo es dann u.a. auch um 'Blödheit' oder besser - um 'Dummheit' geht, in der Beuys allerdings auch eine gewisse Intelligenz sah (sieht), die ihm dann doch lieber ist als so eine geschliffene Gescheitheit oder sonst irgendwas:

    http://egoistenblog.blogspot.com/2011/12/anthroposophie-lebt-im-umkreis-aber.html?showComment=1323327934878#comment-c7971349905158678639

    Entdeckt nach dem Anschauen des obigen Films, einer wirklich starken Frau im Bus ..

    LG

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  18. sorry, falscher Link, war noch verknüpft mit obigem Film. Hier der korrekte Link - "Beuys über Beuys" :

    http://www.youtube.com/watch?v=83sn6LGLRZk

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  19. „Wenn die mitbestimmen, denen man das sagen muss ….“
    Manroe, als "wachen Leser der Erfordernisse" möchte ich Dich etwas fragen: Bestimmst Du die Entwicklung der Finanzwirtschaft mit? Wenn ja, sag mir bitte in welcher Form.

    So wie ich das von den obigen Informationen mitkriege, hat Claudine Nierth schon seit vielen Jahren Kopf und Herz zusammengebracht und dies in eine Handlung umgesetzt. Beuys (danke Steffen!) nennt es Gestalten am sozialen Ganzen.
    Um so eine Aktion zu machen, braucht es mMn die Liebe zu den Menschen und einen Blick für deren Potential und nicht den Blick auf deren Mängel.
    Freue mich, auch hier von Beyus zu hören: „..die Leute verstehen das viel besser, als manche meinen.“

    Da fällt mir das Beispiel vom Samariter ein:
    Ein Mensch wird überfallen und bleibt schwer verletzt liegen - da kommt ein Priester und Beobachter der spirituellen Situation vorbei und macht einen Bogen um den Verletzten, weil er sich nicht mit Unwürdigem beschmutzen möchte. Danach kommt ein Beobachter der politischen Situation vorbei, macht auch einen Bogen um den Schwerverletzten, weil er von diesem meint: der ist einfach noch nicht reif für die Demokratie, dem muss man sogar noch sagen – so wie der daliegt, dass er mitbestimmen kann.
    Zum Schluß kommt ein Ausländer vorbei, ein Türke oder einer dieser Schwarzen, die am Strand die Handtücher und andere Kleinplastikdinger verkaufen. Der sieht den Verletzten und beugt sich zu ihm: „Hallo Du, was ist los mit Dir, was haben die mit Dir gemacht?“ Der Halbtote murmelt. „Und wenn ich jetzt ins Krankenhaus muß – kostet das was?“ Danach packt der türkische Schwarze den Verletzten auf seine Schultern, bringt ihn ins Krankenhaus und bezahlt dessen Tetanusimpfung mit seiner Armbanduhr. Geld hat er keines.

    Um Irrtümer vorzubeugen, ich halte Claudine für einen einfachen, wirklichkeitsgegründeten Menschen.

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  20. Liebe FReude an,

    es ist wirklich schwer darzustellen, was ich da so sage, weil es immer was von beiden Seiten hat. Insofern stimme ich auch Dir zu ---

    "Bestimmst Du die Entwicklung der Finanzwirtschaft mit? Wenn ja, sag mir bitte in welcher Form."

    Was ist Mitbestimmung(?) Ich habe das für mich soweit runterreduziert, dass ich bei dem, was das Geld anbelangt, beim wirklichen Vertrauen angelangt bin und beim Wesen der Zinsen und der Gier und diese Wesen imaginiere ich sehr sehr häufig, um ihnen ins Gesicht zu schauen und ihren Intentionen in ihrem Willensblick mich hinters Licht zu führen, stand zu halten und ihnen mein Erkanntes in ihre Augen zurückzuspiegeln und versuche zu verfolgen, ob und was es mit ihnen macht. Denn auf dieser Ebene findet es statt, da wo Macht wohnt - da wo sie wirklich wohnt - und Übervorteilung etc.

    Ich denke, wenn man wirklich möglichst tief zu erkennen versucht, dass es sich auswirkt auf die ganze Handlungsebene, da oben und da ganz oben. Denn Mitbestimmung, das ist so ein Gefäss, das man erstmal füllen muss, bevor man es ausgiessen kann.

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  21. Lieber Manfred,

    nur kurz heute:

    „Denn Mitbestimmung, das ist so ein Gefäss, das man erstmal füllen muss, bevor man es ausgiessen kann.“

    :-)
    Findest Du nicht auch: bevor man ein Gefäß „erstmal füllen“ kann, sollte man es bauen...

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  22. Danke Freudean u.a. für diesen Satz:

    "Um so eine Aktion zu machen, braucht es mMn die Liebe zu den Menschen und einen Blick für deren Potential und nicht den Blick auf deren Mängel."

    Danke Ingrid u.a. für diesen Satz:

    "Findest Du nicht auch: bevor man ein Gefäß „erstmal füllen“ kann, sollte man es bauen?"

    Und auch Dank an Manfred, für diesen Satz:

    "Denn Mitbestimmung, das ist so ein Gefäss, das man erstmal füllen muss, bevor man es ausgiessen kann." Aber - Ingrids Ergänzung gehört für mich unbedingt dazu. Und bitte, mach es doch nicht alles komplizierter als es eh schon ist oder auch nicht ist, sonst fällt womöglich die Tat und die Liebe zum Handeln ganz unter den Tisch? (obwohl "Tat" natürlich ein weitreichender Begriff ist, es gibt ja auch die Tat des Denkens, nur die Früchte sollte man schon erkennen).

    Dass du das Wort -Blöde- in den Raum stelltest, konnte ich schon etwas nachvollziehen, denn auch ich habe/hatte bei dieser Sache immer mal so leichte Bauchschmerzen bei dem Gedanken, dass die Masse in wichtigen Fragen entscheiden soll

    Dennoch, ich lasse mich auch gern von einem Mann wie Beuys vom Gegenteil und anderen Herangehensweisen überzeugen. Und wenn ich ehrlich bin Manfred, ein wenig Arroganz klang da schon hindurch bei dir und du hast das auch gespürt, glaub ich bzw. anschließend versucht alles etwas weg-zu-rechtfertigen, sorry...
    Und sorry, außerdem habe ich auch noch deine Sätze bezügl. 'Frauendenken' und Frauenhandeln gut in Erinnerung ... und hier wars eben wiedermal ne Frau, da kommt man ins Grübeln ..

    Jedenfalls, ZU viel Abwegen und ein Hin -und Herwälzen gepfefferter Erkenntnistheorie, bringt mich auch nicht recht voran, es sei denn man bringt es im Sinne einer Tat WIRKlich ein, pflanzt es ins Leben ..

    Ich finde, diese Frau ist sehr mutig und macht ihr Ding, halt eine Anthroposophin der Tat - mitten im Leben stehend (bzw. fahrend ;-) mit der Liebe zum Handeln (danke Freudean).

    LG

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  23. Endergebnis: Eins zu Null für Dornach

    Spielverlauf: Erste Spielminute: 0.45: Frau Nierth sagt: „Anthroposophie lebt im Umkreis, aber nicht in Dornach.“

    Dann, nach 3Min 55sec, Spielstand Eins zu Null für Dornach durch ein Eigentor von Frau Nierth. Wie das? Nach dem Spiel dazu befragt, sagte Frau Nierth: “Und, da kam in Minute 3.38 mein Liebligsspruch von Steiner ins Spiel. - Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime des freien Menschen.- “

    Obiges zusammengefasst ergibt das: „Anthroposophie lebt im Umkreis, aber nicht in Dornach - ….und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime des freien Menschen.“

    Noch einmal: Anthroposophie lebt im Umkreis, aber nicht in Dornach. Und wer bildet den Umkreis für den obigen Fall? Frau Nierth. Und ereignet sich dabei durch sie Anthroposophie, die ein Werteorganismus ist? Und ist einer der Werte dieser: Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens? Ist das hierfür etwas genauer: Des Wollens einzelner Menschen in Dornach?

    Kommentar im Kommentar: Frau Nierth trägt offenkundig die Probleme einer repräsentativen Demokratie in sich. So eine Demokratie arbeitet mit Gattungsbegriffen. Genauer, Gattungsbegriff von daher, in Dornach lebt ihrer Erfahrung nach keine Anthroposophie. Also auch keine Freiheit. Denn, Freiheit ist nun einmal einer der Werte des Werteorganismus, genannt Anthroposophie.

    Frau Nierth packt die in Dornach wirkenden einzelnen Menschen in den Gattungsbegriff - Dornach. Die "Gattung Dornach" repräsentiert für sie mithin offenkundig konkrete einzelne Menschen, die dort wirken.

    Kennt sie die genauer? Wer bitte lebt dort keine Anthroposophie? Sie plädiert doch für Direktheit, oder?

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  24. Ich denke, Burghard, Frau Nierth meint "Dornach" nicht als Gattungsbegriff, sondern als Metapher für die, die meinen, Anthroposophie zu vertreten, zu verwalten, zu repräsentieren. Für sie entwickelt sich Anthroposophie in einem kommunikativen Prozess.

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  25. Lieber Steffen

    "...ein wenig Arroganz klang da schon hindurch bei dir und du hast das auch gespürt, glaub ich bzw. anschließend versucht alles etwas weg-zu-rechtfertigen, sorry..."

    Also Arroganz war das nicht, sondern ein provokativ gefärbter Aphorismus zu dem ich stehe und ich war gespannt, wie man darauf reagieren würde, ja. Wohlwissend, dass man es auch so erleben kann wie von Dir dargestellt und empfunden. Aber das riskiere ich dann gern.

    Also, ich habe mich nicht verplappert, sondern ziemlich genau zu treffen versucht, so kurz als möglich, was sich da so alles hinter verbergen kann, bei diesem Thema.
    ----------------

    "Und sorry, außerdem habe ich auch noch deine Sätze bezügl. 'Frauendenken' und Frauenhandeln gut in Erinnerung ... und hier wars eben wiedermal ne Frau, da kommt man ins Grübeln .."

    Och Steffen, das wäre aber eine ganz andere Ebene und die würde ich bestimmt bemerken, schliche sie sich bei mir ein.

    Also wenn Du das meinst, was bei mir auftaucht, dann war das ein spitzer, humorvoller joke, der sich aus dem Text ergab und von Freudean halt "falsch" aufgenommen wurde, wollte mal sehen, wie sie reagiert. Ich bin nicht (versteckt) frauenfeindlich oder leide an irgendeinem Komplex, den ich an gewissen Stellen dann abzuschütteln trachte, nein, ich liebe Frauen :), insbesondere Menschen.
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  26. "Um so eine Aktion zu machen, braucht es mMn die Liebe zu den Menschen und einen Blick für deren Potential und nicht den Blick auf deren Mängel."

    Ohje, Psychologie Grundkurs, oder was(?)

    Man kann aber auch Liebe entwickeln für das, was sich durch Taten ergibt, und dann erlebt werden muss oder kann. Ich glaube in diesem Sinne dann bin nicht ich der hier vielleicht ein wenig lieblos Erscheinende nur weil ich nicht ausschliesslich auf dieses Handlungsdogma aus Freiheit und Liebe schaue, sondern auf Folgen.

    Einfach immer nur "lieb" zu den Menschen sein, immer "positiv" sein, ja, handel mal ruhig, mach mal was Dir Freude macht, DAS hat SO Steiner mit Sicherheit NICHT gemeint!!! Das gibt da schon eine umfassendere Liebe als die, die sich gleich gestört fühlt, wenn man "negativ" klingt.

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  27. Lieber Manfred, na, dann soll es gut sein ;-)

    Und dann noch eine Korrektur - oben sollte es Abwägen heißen, obwohl Abwegen ja auch irgendwie passt ;-)

    Dann weitere Fragen zu deinem Satz:

    "Einfach immer nur "lieb" zu den Menschen sein, immer "positiv" sein, ja, handel mal ruhig, mach mal was Dir Freude macht, DAS hat SO Steiner mit Sicherheit NICHT gemeint!!! Das gibt da schon eine umfassendere Liebe als die, die sich gleich gestört fühlt, wenn man "negativ" klingt."

    - das hörte ich schon häufiger von Anthroposophen...Kannst du mir dann in wenigen Sätzen sagen, wie Steiner (der ja auch Tatenmensch war), es deiner Meinung nach wirklich gemeint haben könnte? bzw. - da du mir den Eindruck vermittelst, sehr viel Gewicht auf Erkenntnistheorie zu legen, mit leicht pessimistischem Unterton - wie stellst du dir das denn so vor in der realen Praxis? ... kann mich natürlich auch täuschen bezügl. Erkenntnistheorie, wir kennen uns ja auch nicht genug, eben nur virtuell ;-)

    Und dann noch gefragt - aus Interesse bzw. weil ich ein 'neugieriger' Menschenfreund bin: Wie siehst du Beuys eigentlich so?

    herzliche Grüße :-)

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  28. @Burghard
    Kann deine Frage sehr gut nachvollziehen.

    Wiederum, ist es nicht oft so, dass nach einem Abnabelungsprozess zunächst bzw. oftmals auch persönliche und kritische Gründe dafür in den Vordergrund gestellt werden? irgenwie auch menschlich oder? ...

    Aber prinzipiell könnte man/frau ja einfach nur tun, so wie es einem gefällt...was sie ja jetzt auch macht, wenn auch begleitet und untermauert mit diesem Film, mit einer Abgrenzungs-youtube auf dem Beifahrersitz ;-)

    LG

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  29. „Ohje, Psychologie Grundkurs, oder was(?)“
    Ein Psychologie Grundkurs reicht da sicherlich nicht aus. Da braucht es schon mehrere.

    Den Anderen als blöde zu betrachten, selbst wenn das als Provokation gemeint ist, setzt voraus, sich selbst als blöde zu betrachten. Zu denken, der Andere wäre hier und ich dort, ist ein ziemlicher Trugschluß. Ich bin auch der Andere. Die Umwelt ist Teil meiner selbst, wenn Du, ich, nicht eine bestimmte Disposition in uns tragen würden, wären wir nicht konfrontiert mit einer bestimmten Gesellschaft und deren Problemen. Es ist eine gemeinsame Sache. Zu denken, ich hätte die Antwort und die anderen hätten es halt noch nicht kapiert, liegt so daneben, wie einen Tiger bei Schnee in Palermo zu sehen. Möglich ist das allerdings schon.

    Ich halt mich manchmal auch für blöd, wenn ich es bemerke, bin ich froh. Teile in uns, die wir noch nicht lieben können, haben wir alle. Im Grundkurs geht’s erst einmal darum, solche Teile kennen zu lernen und sich darum zu kümmern, bevor sie nach außen projiziert werden.
    Um andere lieben zu können braucht es ein Leben, das fängt bei sich selbst an und ist der schwierigere Teil.
    Ja, das Gefäß braucht es, um es füllen zu können. Es ist auch realistisch, dass die ersten Versuche noch nicht so gut sind. Micha hat ein Gefäß geformt, das kann man/frau bei den Fotos, die er geschickt hat sehen. Er meint: “..es sieht bestimmt nur für mich selber schön aus.“
    Nicht nur für Dich Micha, ich finde es auch sehr schön.

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  30. Lieber Steffen,

    So Gespräche wie in "Deinem" Beuys-Film hätte ich auch gern mit ihm mal gehabt. Ich finde ihn gut und vor allem im geistigen Sinne sympathisch, auch wie er so ist und seine Ansichten rüberbringt, kann ihn voll annehmen.
    ----
    Zu Deiner anderen Frage.

    Stell dier eine Waage vor, auf beiden Seiten liegt ein Packerl und auf beiden Packerln steht der gleiche Satz: Liebe zum Handeln.

    Macht man diese Packerl auf, dann wird in dem einen sein derjenige, der handelt, im anderen Packerl sein Werk, verbunden durch das "zum".

    Und, ausgepackt schauen sich beide an und fragen sich vielleicht zum ersten Mal "wer bist denn Du?" Und der Handelnde wird begreifen, dass die Handlung abhängig war von mir, weil ich sie hervorgebracht habe. Und sie wird mich fragen, "was hast Du getan? Wo warst Du als Du mich geschaffen hast, mit Deiner Liebe?"

    Wenn ich beides sehe und erlebe, erwächst aus dem was ich unter Liebe zur Tat verstehe. Und meist ist jene Liebe auf dem Waagebalken verschoben in Richtiung handelnde Person und seinem Selbstgefühl dazu, was ich nicht wegreden will, sondern lediglich den Punkt des Ausgleichs anvisiere, weil in ihm die Heilung keimt.

    Und spricht man dieses dann an, erscheint man eben leicht als der, der sein Augenmerk auf das Negative richtet und dadurch irgendwie behindernd wirkt im Selbstausdruck. Tja.

    Man könnte auch sagen, wenn man zur Tat erwacht, wird man auch immer mehr lieben was man tut und entsprechend umsichtiger Handeln. Und auch dies dann wäre die Liebe zur TAT und nicht zu sich.

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  31. "bei den Fotos, die er geschickt hat sehen."

    Welche Fotos hat er geschickt, habe ich da was übersehen?

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  32. Liebe Freudean

    "Zu denken, ich hätte die Antwort und die anderen hätten es halt noch nicht kapiert, liegt so daneben,..."

    Warum brauchen wir dann eigentlich noch Schulen? Warum lest ihr alle so viel? Welcher Verirrung unterliegen wir, streben wir eine Ausbildung an?!

    Veranlagung und Möglichkeit etwas zu kapieren und wirklich kapiert zu haben ist einerlei? Wer spielt uns diesen Streich, dass wir es dann immer noch tun, dieses Suchen??

    Wenn Beuys, aus gegebenem Anlass, sagte, jeder Mensch ist ein Künstler, dann hat er doch nicht gemeint, dass wir keine Ausbildung oder Sonstigerlei machen sollten, sondern wohl eher das, dass in einem jeden Menschen ein Künstler schläft, den es zu erwecken gilt.

    Würde Handeln und Inkarnieren überhaupt einen Sinn machen, wenn wir alle schon kapiert haben?!?

    Wer täuscht sich hier "Gott" oder der Mensch? Ist man bereits DER MENSCH, nur weil man schon Mensch ist?

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  33. .. zu finden beim Fotowettbewerb.
    Du hast noch kein Foto geschickt, schade. Du könntest es ja auch sehr verfremden.

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  34. Ja, ich finde "man ist bereit DER MENSCH, nur weil man schon Mensch ist.
    Inkarniert haben wir uns, um DEN MENSCHEN herauszuschälen, so sehe ich das. Meist ist das eine enorme Arbeit, weil es so viele Schichten gibt. Aber im Kern ist der Mensch das Sonnenwesen oder die Buddhanatur.
    Deshalb meinte ich, "blöd" sind nur die Filter, oder die Schichten, nicht der Mensch.
    Ich halte es für ganz wichtig, das auseinander zu halten.

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  35. Hallo Manfred,

    zwei Stichworte von dir mal rausgepickt:

    "umsichtiges Handeln"

    Damit kann ich was anfangen...was aber sicher nicht Stagnation bedeuten soll oder endloses Debattieren oder ein Verharren im Un-gefähren also Ohn-Gefahr bleiben - bzw. lieber nichts tun und andere machen lassen?

    Du musst wissen, ich liebe handelnde Menschen und manchmal ent-deckt man sogar, dass ein aktiv Handelnder von Tag zu Tag schöner wird (trotz eventuellem Stress, schau dir den Beuys an) - je mehr man eben in der so gefährlichen Praxis steht, man macht sich also ordentlich schmutzig ..

    Grundsätzlich ziehe ich also erstmal den Hut vor der Dame im Bus. Ja, ich empfinde wirklich Freude über ihr Ansinnen, die Art ihres Handelns und auch über ihr überaus ansprechendes Antlitz, ein wirklich schöner Mensch.

    Abschließend stelle ich jetzt einfach mal eine zweite Waage hin. Auf der einen Seite der mutige Tatmensch (mit all seinen Schattenseiten) - und auf der anderen Seite der vorsichtige Erkenntnistheoretiker (mit all seinen Schattenseiten)- ... fruchtbar und umsichtig wäre für mich, beides respektvoll in Einklang zu bringen oder eine für-sich-stehende Gewichtung in die fruchtbare Tat umzusetzen, also in die Erde zu pflanzen.

    Sind nur so Gedanken...der Esel ist natürlich immer dabei ;-) ;-)

    LG

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  36. Lieber Steffen

    Bei umsichtigem Handeln sehe ich es tatsächlich im Wortsinne. Es gibt in unserer Sprache dieses "Wörtchen" und es beschreibt eigentlich eine Grundvoraussetzung, die unserem Tun beratend zur Seite stehen sollte. Selbst beginnend in mir beim Denken sollte jene Umsicht immer zugegen sein die mir an entscheidenden Stellen immer zuflüstert, "vergiss bitte nicht, dass Du nicht allein bist, schau Dich mal um mit dem was Du vorhast und prüfe das an dem was Du siehst, wenn Du Dich umschaust." Das muss eine Haltung sein und kein grosses Programm, dass mir mein ganzes RAM klaut.

    "...endloses Debattieren oder ein Verharren im Un-gefähren also Ohn-Gefahr bleiben - bzw. lieber nichts tun und andere machen lassen?"

    Damit hat es in meinen Augen absolut nichts zu tun, das wäre ja eine Erscheinungsweise der "Blinden", die mit theoretischen Objekten hantierend ein Für und Wider erwägen etc., da bekommt man ja eine Staublunge schon beim Zuhören.

    Und Tatmenschen müssen doch nicht blind sein oder stellvertretend theoretisch sich verheddern. Da hielte ich es dann eher mit Gott, der sein Werk im Nachhinein anschaute und zu dem Schluss kam, dass es gut so wäre. Wobei hier natürlich der REIN kreative also wirklich neu-schöpferische Vorgang beschrieben wird und der kann bestenfalls online im Vollzug begleitet werden.

    Aber aus seinen Handlungen, auch durch (wortwörtlich umsichtiges) nach-Denken hat man ja für Zukünftiges ein für nötige Umsichten zu generierendes Bild, den nötigen Stoff zur Verfügung, aus dem Umsichten erstehen und in diesem Sinne würde ich Deinen "Esel, der immer dabei ist" ersetzen durch aufrichtige Gesinnung im Tun, denn nur durch "Fehler" erkennen wir doch, dass da noch was fehlte ...

    Fehler und Probleme könnten meine besten Freunde sein, wenn ich sie anders schätzen lernte. Das Schöne an ihnen ist doch, dass sie immer die Wahhrheit sagen. Und das ist mir mit das größte Wunder, weil es da dann doch etwas geben muss, an dem mein Tun abgeglichen wird, weil sich hier der "Fehler" meldet und so lange darauf beharrt Fehler zu sein, bis ich ihn löse.

    Und aus Lösung besteht der Stoff aus dem Ideen spriessen.

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  37. Michael, Dornach selbst ist sicherlich keine Gattung, sondern eine Anwohnergemeinde. Indem ich meinen Kommentar verfasste, dabei hatte ich mit dem „Gattungsbegriff Dornach“ vor Augen, was Du in Folge mit dem Wort Metapher benennst. Und, gerade darauf, dass ich das vor Augen hatte, baute ich mein Kommentar auf.

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  38. Burghard, ich will da gar nicht drauf herum hacken. Wo Menschen zusammen sind, bilden sich Ökosysteme mit ihren jeweils eigenen Gesetzen. Die, die darin aufgehen, bemerken den determinierenden Charakter ihres Systems nicht, höchstens "Pendler" oder wirklich eigensinnige Geister. Die Meisten bemerken nicht einmal die Spezialitäten ihres Systems. Ich mache das seit Jahren auch als Berater- an den Stellschrauben solcher (kleinen, berufsbedingten) Systeme arbeiten. "Dornach" ist so alt, dass sich aus vergangenen Konflikten heraus Untersysteme bilden und gelegentlich dann Revierkämpfe um Pfründe aufkommen. Nur wird das nicht offen diskutiert und schon gar nicht gesteuert. Da geht dann regelmäßig einfach eine Gruppe über Bord.

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  39. Michael, das Vakuum, als ein Beispiel dafür, wie Frau Nierth den "Hügel" erlebte, ich meine das gut nachempfinden zu können. Mir ergeht es dort ähnlich. Aber nicht allein dort. Und daher ist es mir ein Signum dieser Zeit, in der wir zu leben haben. So erfreut es mich, das Du deinen Blog kraftig durch die Klippen schiffst. Danke!

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  40. @Manroe, u.a.
    Ich zitier ihn nochmal, und sei es nur als Anschauungs-Bild! :-))
    "Ddemokratie ist für mich, menschheitlich gesehen, der Zustand, wo man sich morgens beim Aufwachen die Augen reibt und bemerkt, dass es auch einen Wachzustand gibt. Aber wenn man dann wirklich wach ist und aufgestanden, dann wird man den Sinn entwickelt haben sich die Aufgaben von den Dingen und Erfordernissen sagen zu lassen, weil man sie zu lesen versteht. Dann wird man den Sinn und Wert der Fähigkeiten entdecken und erkennen, wer jetzt gerade dran ist und derjenige selbst dann auch. Eine gegenseitige Beratung im Angesicht dessen, was vor uns liegt. Und das würde ich dann niemals als Demokratie bezeichnen. Wenn der Mensch zur direkten Demokratie erwacht, wird er erkennen, dass es gar keine Demokratie mehr ist, die er dann praktiziert und in diesem Sinne wird es auch niemals eine "direkte Demokratie" geben (können).

    Es wird nicht ums Herrschen gehen, sondern um richtiges Handeln und die Verbindung hierzu, vom wachen Lesen der Erfordernisse, ist die wirkliche Erkenntnis und nicht ein demokratisches Abstimmen. Und wenn man eine gute Zukunft schaffen will, sollte man dies, meines Erachtens, in den Mittelpunkt seines Denkens setzen. Demokratie ist ein Durchgangszustand des erwachenden Menschen, weil er zu bemerken beginnt, dass er eben nicht allein ist."
    Ein beeindruckender Gedanke! Ein Mentor sagte zu mir immer: "Stellen Sie sich vor, Herr Butty, die Feuerwehr müßte abstimmen! Es braucht eine organische Hierarchie. Nicht, weil einer scharf darauf ist, andere zu kommandieren. Sondern damit die, die an den Bränden und fast im Feuer stehen, und löschen sollen, aus der Distanz Anweisungen erhalten, die man nur weit im Hintergrund des Geschehens zu entscheiden vermag!" Mein Mentor sagte das so, daß man darin eine Kritik am demokratischen Ideal sehen konnte. Weil darin kein Entwicklungs-Gedanke -ausgesprochen- wurde. :-)
    Aaaaber: Wenn man Deinen (sinngemäß) Hinweis beachtet: "Demokratie ist ein Durchgang zu einer bewußteren Identifikation mit .." lieber Manroe, zu einer bewußteren Identifikation mit Diesseitsfragen (?), den Fragen der praktischen äußeren Welt nämlich, so denk ich.
    Dann wird auch die Frage nach der Hierarchie, nämlich die Frage nach der Arbeitsteilung sofort lebendig einem vor Augen gestellt.
    "Herrschaft" ist schließlich der Mißbrauch gewisser Positionen in einem Organismus. Statt aufzuklären von einer anderen Perspektive und Übersicht wird getäuscht und verwirrt.
    Metapher: Wenn unsere Sinnesorgane halluzieren würden, unsere Nerven (und das Balance-Organ) nicht ordentlich koordinieren, taumelt der Organismus..
    Die Frage ist beim demokratischen Ideal, so wie ich es anschaue, immer die Frage der Allgemeinen Bildung. Statt der speziell hierarchisch/arbeitsteiligen Ausbildung des Termiten-Stocks. Die -Menschheit- ist kein Ameisenbau! Die Pflicht des Einzelnen gehört zu einer aktiven, bereits durch den Durchgang zum Bewußtsein gehenden Demokratie. (Würde.. gehören.., ein "Ideal" ist ja stets halb/dreiviertel in der konjunktivischen Dimension..:-) )
    Und die Hauptpflicht bestünde darin, daß sich jeder nach seinen Anlagen und Kräften um eine Bildung und Einsicht bemühen würde, um die Vorgänge in anderen Sphären der Hierarchien nachvollziehen zu können.
    Die Werksbegehung und die freiwillige Volldeklaration von Inhaltsstoffen auf Produkten können nur von Kunden voll verstanden werden, zur Kommunikation von "Produzent" und "Verbraucher" werden, wenn der Kunde auch etwas vom Produkt und vom Produzieren versteht.
    Demokratie mag ein Durchgang sein, hin zur Erkenntnis des die Not stets Wendendem..
    Aber es ist auch ein permanentes Training von Nöten, um den Menschen geschmeidig zu halten, sich immer wieder aufzurichten. Auf dieses Niveau, zu dem hin Demokratie nur der Durchgang ist. Liebe Grüße
    mischa butty

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  41. Lieber Mischa,
    wie könnte Deiner Meinung nach so eine Bildung des einzelnen Menschen ausschauen?

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  42. @freudean
    Ich weiß es nicht! Aber wenn ich daran denke, daß Steiner so einerseits unbeliebt ist und war, andererseits so faszinierend, weil er über fast alles etwas gesagt und "gegeben" hat, in Kunst, Wissenschaften und Pädagogik, so vermute ich, daß dies ein Idealfall eines politischen Menschen sein könnte.
    Er sagte auch zu Albert Steffen, daß Dichtung ein Weg zur Einweihung sei, wenn sich der Dichter nur, statt "abzuheben" (grob sinngemäß) für alles zu interessieren begönne. In dem entsprechenden Buch "Dichtung als Weg zur Einweihung" berichtet Steffen nach Erwähnung dieser Aufforderung gleich über politische Begebenheiten nach dem ersten Weltkrieg.

    Nun, ich sage mal so: Ausbildung, das ist eine passiv zu erwerbende Integration in die Zeit, und die wirtschaftliche Situation einer Epoche. Bildung aber ist etwas, was Einzelne an sich selber mitmachen müssen, wenn er/sie im Erleben zulassen, wo die Welt nicht stimmt.
    Es hat mit der Wiese zu tun, auf der die Marie geht, nachdem sie der Spindel hinterhersprang, die ihr in den Brunnen viel. "Bilden" tut Frau Holle an uns, wenn wir den Weg so zu ihr finden, das nicht Kalkül und Absicht diesen Weg bestimmen, damit der Baum geschüttelt, das Brot aus dem Ofen geholt werde...

    Ausbildung, das ist der Job. Aber was ist die Bestimmung des Einzelnen Menschen? Es gibt ja nicht nur die Frau fürs Leben, den Mann fürs Leben, aber wer hat noch den Beruf fürs Leben?
    Der Partner, der Beruf, die Kinder, die Einsamkeit (ungewollte vielleicht), die Musik, das Schreiben, die Astrophysik, tja, und die politischen Aktivitäten, wenn man sie in den eigenen Intetionen vorfindet, und ihnen "nachgeht", wie die Marie der Spindel in den Brunnen nachgeht ... das "bildet" dann!

    Was mich interessieren würde, wenn ich einige hundert Jahre beobachten könnte: Ist die Demokratie ein evolutionärer Durchgang? Dieses Abstimmen und das (gegenseitige?) Verzweifeln dabei? Oder kann man von Glück sagen, wenn es mal immer wieder in einer Epoche gelingt, so einen Status Quo überhaupt zu erreichen? Wo Einzelne sich engagieren für "noch mehr Demokratie"?
    LG, m.butty

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  43. Interessante Gedanken und Mitteilungen, Micha. Auch die über A. Steffen und das mit der Einweihung und Interesse haben usw.
    Mir fällt jetzt spontan dazu ein - wie es denn wohl steht um jemanden, dem es an Interesse mangelt. Kommt man in so einem Fall zu einer einengenden Bildung, zur Ein-Bildung?
    Ein eingebildeter Mensch wäre dann jemand, bei dem allzu enge Bildungs -und Denkstrukturen auftauchen, wie kristallisiert erscheinen - sprich - es entsteht u.a. Spezialistentum, Ausgrenzung und unnötige Selbsterhöhung - quasi ein Verlorengehen für Welt und Menschheit.

    Demokratie sehe ich als notwendiges Übel in einer sich ständig wandelnden, vergänglichen Welt, auch um halbwegs was auf die Reihe zu kriegen...mir wäre dann allerdings eine Art Anarchie bzw. parteiunabhängige, freiwillige Gemeinschaften und Initiativen lieber...es müssen sich ja immer Gruppen bilden, allein schafft der Mensch es nicht...Z.B. um ne Straße zu bauen oder auszubessern, damit wir bzw. Autos, Fahrräder und Busse darauf fahren können ...und dabei muss man auch abstimmen -aufeinander vor allem - organisieren und vernünftige Lösungen finden können usw.

    Stellt sich wirklich die Frage, ob wir dazu so nen teuren und aufgeblähten Politiker -und Beamtenapparat bräuchten bzw. dies ständige Parteiengezänk und Persönlichkeitsgehabe (und das leider bis in die Gemeinden hinein)...wohl eher nicht ..

    LG

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  44. Ich glaub, ich sehe das wohl anders, als die Meisten von euch. Wenn ich morgens wach werde und mir die Augen reibe, denke ich: was für ein Glück in einer Demokratie zu leben!
    Nun habe ich schon das Glück, mehr als 50 Jahre in einem (mehreren) demokratischen Land zu leben und hoffe auch das restliche Drittel meines Lebens in einem solchen verbringen zu können. Sicher bin ich mir da aber nicht. Dankbar bin ich für - jedes - einzelne - meiner Lebensjahre in einem demokratischen Land.

    Dass uns die Demokratie, diese wertvolle Errungenschaft des politischen Zusammenlebens, Gestaltens und des gegenseitigen Respektes, schon so sehr aus den Händen geglitten ist – das finde ich ernüchternd und sehr beunruhigend.

    Es ist schon beeindruckend, wie schnell sich Dinge in unseren Lebensräumen verselbstständigen, eine Eigendynamik entwickeln und die Mitbestimmung des Einzelnen wie untergraben. Zuerst ging sie noch schleichend, die Verselbstständigung, die persönliche Entmachtung. Wenn wir heute vielen Entwicklungen ohnmächtig gegenüberstehen, dann frage ich mich, wo, an welchem Punkt ist es gekippt, dieses hoffnungsvolle Projekt? Zumindest für mich ist es ein hoffnungsvolles Projekt.
    Gekippt ist es ist ja nicht nur wegen der ungebildeten Masse. Wenn heute z.B. trotz verankerter Menschenrechte eben diese Werte durch - ich nenn sie mal „Experten“ oder Entscheidungsträger, die die Tragweite einer Entscheidung anscheinend besser einschätzen können, als der einfache Bürger - vergewaltigt werden, so frag ich mich wieder: wo kippt das hoffnungsvolle Projekt?

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  45. Liebe Freudean

    "Wenn ich morgens wach werde und mir die Augen reibe, denke ich: was für ein Glück in einer Demokratie zu leben!"

    Aber Du hast doch registriert, dass ich nicht gegen Demokratie eingestellt bin, sondern aufzuzeigen versuchte, dass sich da was ändern wird(?)

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  46. Es ist nicht so, dass sich etwas ändern wird, sondern es ändert sich unentwegt etwas.

    Klar habe ich registriert, dass Du nicht gegen Demokratie eingestellt bist. Ich kann auch Deinem in die Zukunft gerichteten Idealismus manches abgewinnen – bloss die Hütte brennt jetzt.

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  47. Liebe freudean,

    "bloss die Hütte brennt jetzt."

    Naja - also, dieses Argument halte ich für sehr ungeeignet, um gerade das Anliegen „mehr direkte Demokratie“ zu unterstützen.
    Denn wenn die Hütte erstmal brennt, muß man schnell handeln und kann sich nicht auf langwierige demokratische Prozesse einlassen. Deshalb gibt es in den Verfassungen vieler Staaten ein Notverordnungsrecht für den „Ausnahmezustand“, der immer sehr viel weniger demokratisch aussieht (aussehen muß!) als eine Rechtsordung im not-freien Zustand - was aber natürlich (anders als zB in den letzten Jahrzehnten in Ägypten) sofort wieder aufgehoben werden sollte, wenn die betreffende Not gewendet ist.

    Demokratie - wenn’s nach mir geht: so direkt wie nur möglich! - ist für die Zeit, in der es nicht brennt, in der aber die Weichen so gestellt werden, daß es in Zukunft entweder brennen wird oder daß der Brand doch noch abgewendet werden kann.

    Wenn’s einmal brennt, werden wir nicht Demokratie brauchen, sondern wir brauchen dann Handlungsspielraum für (wirkliche, nicht bloß selbsternannte) Experten; oder, wie Michas „Mentor“ es nannte, eine „organische Hierarchie. Nicht, weil einer scharf darauf ist, andere zu kommandieren. Sondern damit die, die an den Bränden und fast im Feuer stehen, und löschen sollen, aus der Distanz Anweisungen erhalten, die man nur weit im Hintergrund des Geschehens zu entscheiden vermag!“

    Deshalb täten wir gut daran, uns rechtzeitig (und durchaus demokratisch) zu überlegen, wie solche „organischen Hierarchien“ strukturiert sein bzw wer die Experten sein sollen, denen wir im Bedarfsfall schnelles Handeln anvertrauen wollen.

    Der Gedanke, Demokratie nicht bloß als Recht, sondern auch als Pflicht des einzelnen anzusehen, gefällt mir gut. Ich zitiere nochmal Micha: "Und die Hauptpflicht bestünde darin, daß sich jeder nach seinen Anlagen und Kräften um eine Bildung und Einsicht bemühen würde, um die Vorgänge in anderen Sphären der Hierarchien nachvollziehen zu können."

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  48. Liebe Ingrid,

    es liegt mir nichts ferner als die europäischen Staaten mit Ägypten zu vergleichen, sondern ich sehe die Demokratie als eine ständig zu verteidigende Errungenschaft, und die Hütte bruzzelt für mich schon länger.

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  49. Ein anderer "Mentor" von mir, den ich leider nur kurz und flüchtig gekannt habe, Peter Schilinski, 1992 an Heilig Abend verstorben, er hat hier im Egoblog auch eine "Gedenktafel", der sagte in seinen Seminaren über Dreigliederung sinngemäß, daß es im Prinzip in einer Demokratie immer ein wenig "brennt".
    Es ist überall, wo lebendige Organismen eben am Leben bleiben wollen, ein immerwährender Kampf um Balance und ein Kampf gegen den Verfall.
    In der politischen Praxis ist das das Ringen der Interessengruppen (z.B. Lobbywesen, kann in Korruption ausufern) und das Ringen um die Wachheit der Menschen, gegen die Resignation einerseits, andererseits auch Ringen gegen den Haß!

    Man sieht in den neuen Verschwörungstheorien, die seit einigen Jahren erst die Menschen so bewegen, wie zum letzten Mal in Europa wohl nur noch in den 20er Jahren, wie sich die Gesellschaft zu spalten droht, wie die Identifikation mit politischen Angelegenheiten erlahmt. Es gibt soziale Milieus, dort ist es fast schon verboten, die "offizielle Version" des Anschlag von 9/11 nur für möglich zu halten. Die politische Lethargie der 90er ist nun, um 2011, einem aggressiven Mißtrauen gegen jede Art von Regierung gewichen, man hält sogar jede politische Bewegung für "gesteuert" und "von Geheimdiensten" unterwandert. Eigentlich schmollen viele nur. Man merkt das, wenn man sich anstrengt und mit den Leuten vernünftig zu reden versucht.
    mischa butty

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  50. Liebe freudean,

    „es liegt mir nichts ferner als die europäischen Staaten mit Ägypten zu vergleichen,“

    Ich finde es überhaupt nicht abwegig, nach Ägypten zu schauen, wenn man sich um die Demokratie hier in Europa Gedanken macht - gerade weil die Demokratie etwas ist, das es lebendig zu erhalten gilt, eine „ständig zu verteidigende Errungenschaft“, wie Du ganz richtig sagst, und nicht eine Selbstverständlichkeit, auf die man sich verlassen zu können meint.
    Die Klammer mit Ägypten hab ich in meinem posting vor allem deshalb hinzugefügt, weil ich zu meiner Verwunderung entdeckt habe, daß im wikipedia-Artikel unter dem Stichwort „Notverordnung“ nur von der Weimarer Verfassung des Deutschen Reiches von 1919 die Rede ist, ganz so, als gäbe es heute kein Notverordnungsrecht mehr.
    Dem ist nicht so - und dazu müssen wir gar nicht nach Ägypten schauen. Notverordnungsrechte gibt es in vielen demokratischen Staaten Europas - und es wird auch heute noch davon Gebrauch gemacht. Auch in der EU gab es in letzter Zeit einige Notverordnungen, und es wird wohl auch in Zukunft noch etliche geben... und immer mit dem Argument, daß „die Hütte brennt“.

    Übrigens - nicht nur auf Regierungsebene lohnt sich der Vergleich mit Ägypten. Ich erinnere mich an den Vortrag von Karim El-Gawhary im Rahmen der GlobArt-Academy in Krems - da erzählte er von einem ägyptischen Arzt, der sich bei einem in Gewerkschaftsdingen erfahrenen Freund erkundigte, wie man es denn anzustellen hätte, den korrupten Direktor des Krankenhauses loszuwerden. Der Freund riet zur Gründung eines Betriebsrates. „Was, bitte, ist ein Betriebsrat???“ fragte der Arzt ... aber dann lernte er sehr schnell. Nicht nur gründete die Krankenhausbelegschaft (Ärzte, Pflegepersonal, Verwaltung... nicht leicht unter einen Hut zu bringen) einen Betriebsrat und erreichte beim Gesundheitsministerium, daß der Direktor ausgewechselt wurde; sondern sie beschlossen dann, sich nicht vom Ministerium einen neuen Direktor vor die Nase setzen zu lassen, sondern sie wählten sich ihren Direktor selbst... an dieser Stelle sagte Karim El-Gawhary: „Und das, glaub ich, wär auch vorbildlich für Österreich.“ - und erntete dafür spontanen Applaus.

    Danke, Micha! Ja, es ist ungeheuer wichtig, sich anzustrengen und zu versuchen, „mit den Leuten vernünftig zu reden“.

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  51. "Danke, Micha! Ja, es ist ungeheuer wichtig, sich anzustrengen und zu versuchen, „mit den Leuten vernünftig zu reden“."

    Ingrid, wo hast Du das nun wieder her?

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