Zander: Anthroposophie ist ein Gegenentwurf zur traditionellen Religion

In einem lesenswerten Skript zu einer Sendung im SWR finden sich eine Reihe von Zitaten Helmut Zanders, die auch dann, wenn man Zander nicht zustimmen mag, in jedem Fall bedenkenswert sind. Seine Sichtweise, die Anthroposophie zum Objekt macht, deren historische Querbezüge er festmachen möchte, ist sicherlich nicht ganz fair, weil er dabei dieser jede Originalität abspricht. Für Zander war Steiner eine Art Moderator von modischen spirituellen Strömungen und religiösen Bedürfnissen. Eine Art geschickter Vermarkter, der auf das, was er vorfand, lediglich das Etikett Anthroposophie draufklebte. Diese despektierliche Grundhaltung gibt der scheinbaren Objektivität seiner Betrachtungen meist eine gewisse Note, einen Beigeschmack. Dennoch ist der Grundgedanke, Anthroposophie als Gegenentwurf zu den traditionellen Religionen zu nehmen, in meinen Augen nicht falsch, auch wenn ich persönlich Anthroposophie nicht primär im religiösen Raum verorte:

"Steiner wird wie sehr viele Zeitgenossen von der Historischen Kritik bis ins Mark verunsichert. Also, man erfährt, dass die Bibel eine Geschichte hat, dass es unterschiedliche Redaktionsstufen gibt, am Anfang des 20. Jahrhunderts gibt es dann ganz vehemente Debatten, ob Jesus überhaupt gelebt habe, und auch Steiner kann sich dieser Debatte nicht entziehen, und man kann die gesamte Anthroposophie als ein großes Gegenprogramm zur Historisch-Kritischen Methode lesen. Es gibt von Steiner Äußerungen, wo er sagt, diese Bibel ist eigentlich nur ein schwankender Boden. Durch die historische Kritik ist die Grundlage des Christentums zerstört, und wir können uns auf die Bibel nicht mehr verlassen. Die Alternative ist für Steiner, Erkenntnis jetzt im übersinnlichen Bereich zu suchen, nicht mehr die Bibel zu lesen, sondern durch meditative Techniken höhere Erkenntnis zu erlangen."

Auch das Resümee der Sendung finde ich ganz konstruktiv:

"Die Diskussionen der neunziger Jahre haben in der Anthroposophie tatsächlich eine Wende eingeleitet. Einst war ihr charismatischer Begründer angetreten, dem historischen Denken und der Entzauberung des materialistischen Zeitalters den Kampf anzusagen. Nun werden sein Leben und Werk selbst historisiert, zum Gegenstand der Historiker und, um mit dem Religionssoziologen Max Weber zu sprechen, ebenfalls entzaubert. Wenn diese Entzauberung von Steiners Werk am Ende die kreativen und innovativen Seiten der Waldorfpädagogik verstärkte, könnte dies heute für alle Beteiligten nur von Vorteil sein."

Auch wenn ich die "Entzauberung" nicht im Zanderschen Sinne verstehen möchte, Steiner ein eigenes Werk nur als dubiose Mixtur von allerlei Fernöstlichem zuzugestehen, und das noch aus bloßem Streben nach spiritueller Dominanz:

"Das ist ein Teil spiritueller Machtpolitik. Er holt die asiatische Tradition hinein und kann am Ende sagen, alles läuft auf den Gipfelpunkt der Religionsgeschichte, den Christus zu. Das bedeutet, er hat die gesamte Religionsgeschichte ins Christentum hinein finalisiert, und seine Theosophen hat er dann in die zweite Riege verwiesen."

An diesen Stellen kommt das Schmuddelige bei Zander herein, der in den Bezügen, die er richtig analysiert, gern eine Schmierspur mit hinein mischt; er unterstellt Anderen (in diesem Fall Steiner) offenbar gern unlautere Motive.

Kommentare

  1. Schmuddelig und schmierig, das dürfte gar nicht so unzutreffend sein.
    So, wie einst Karl Kraus zu Maximilian Harden eine seiner brillanten Erledigungen geschrieben hat, so ist das nicht minder gekonnt von Karen Swassjan („Aufgearbeitete Anthroposophie – Bilanz einer Geisterfahrt“) zu Helmut Zander geschehen.

    Um einen kleinen Eindruck zu vermitteln, folgen hier etwa eineinhalb Seiten aus der Feder Swassjans, entnommen den Vorbemerkungen seines ca. 160 Seiten umfassenden Buches:


    “Dieses Buch ist aus der Notwendigkeit einer Entgegnung heraus entstanden und in ausgesprochen direkter Form verfaßt. Dennoch will es keine bloße Streitschrift sein. Die Polemik kann hier nur als Beweggrund in Frage kommen, der, so gravierend er auch ist, der Sache nicht im Wege stehen soll, um derentwillen diese Klarstellung in Angriff genommen wurde.
    Helmut Zanders Buch Anthroposophie in Deutschland, dem es beinahe gelingt, populär zu sein, ohne gelesen zu werden, scheint das Gegenteil dessen zu bewirken, was es anstrebt. Es strebt an, Rudolf Steiners Anthroposophie aus der Welt zu schaffen, trägt aber dazu bei, das Interesse für sie zu stärken. Eine alte deutsche Dialektik, die eben deswegen stets das Gute bewirkt, weil sie stets das Böse will. Es fragt sich, ob Helmut Zanders Buch der Anthroposophie nicht mehr Schaden zugefügt hätte, wenn es nicht geschrieben worden wäre. Jedenfalls liegt die Vermutung nahe, daß das größte Problem der Anthroposophie seit ihren Anfängen nicht die sogenannten Gegner, sondern die nicht so genannten Gegner sind. Eine weitere Vermutung wäre, daß ihr selbst nicht besonders daran liegt, sich von Gegnern dieser oder jener Art aufhalten zu lassen, sondern dort Fuß zu fassen, wo sich ihr Möglichkeiten bieten, sich ins Bewußtsein zu bringen. Kann sie nun nicht durch Anthroposophen von sich wissen lassen, was sollte sie daran hindern, es eben mit der Hilfe von Privatdozenten zu tun? Zander hat nur ex negativo zuwege gebracht, was den Anthroposophen seit Jahrzehnten nicht gelingen will: eine Kontroverse um die Anthroposophie, die eine festgefahrene Bewegung in Bewegung bringt. In diesem Sinne ist auch das vorliegende Buch polemisch, ohne es ausschließlich sein zu wollen.
    Hierdurch erklärt sich auch eine gewisse Schärfe des Tons. Sie ist sowohl durch das Thema selbst wie auch durch die Komprimiertheit seiner Darstellung bedingt. Zanders, wenn auch größtenteils akademisch verwässerte, Radikalität, mit der er Steiners Leben und Werk verfolgt, erschien mir hier exemplarisch und für eine Entgegnung nachahmenswert. Hätte ich ebenfalls 2000 Seiten gegen die des Buches „Anthroposophie in Deutschland“ schreiben dürfen, so wäre das Ganze wohl verdünnter, nicht im geringsten aber weniger radikal ausgefallen. Dies folgt aus der Notwendigkeit einer adäquaten Antwort, die, wäre sie nicht radikal genug, ihr Ziel verfehlte. Ich ließ mich von der Regel Joseph de Maistres leiten, daß Takt und Feinheit unter Umständen schädlicher wirken können als Unvorsichtigkeit.“


    anonym1

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  2. Haben die Herren Anthroposophen eigentlich die Dissertation des Doktor Steiner gelesen? Sollten Sie tun, vielleicht öffnet Ihnen das die Augen, mit wem Sie es zu tun haben: mit einem Scharlatan, der von nichts eine Ahnung hatte.

    http://anthroposophie.byu.edu/schriften/003.pdf

    Abschnitte I-VII sind der Diss-Text.

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  3. Ich mache einen Gegenvorschlag: Sie machen daraus einen schönen netten Artikel, ich veröffentliche ihn, wenn es sachlich bleibt, ohne Probleme. Ein Autor wäre allerdings besser genannt, aus rechtlichen Gründen

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  4. Teil I
    Auf dem zweiten Bildungsweg machte ich mein Abi in einer bekennend katholischen Einrichtung. Natürlich mußte man dort nicht Katholik sein, um aufgenommen zu werden. Leute mit Migrationshintergrund gab es auch, was eigentlich selbstverständlich ist. Die Schule ist für Menschen aller Konfessionen, Lebensgestaltungen und Volkszugehörigkeit offen, ganz klar. Ich gebe die beiden letzteren Erklärungen nur, weil mancher, der liest "kath. Einrichtung" sich spontan solche Fragen stellen mag. Zuerst war diese Einrichtung schwerpunktmäßig, nach dem zweiten Weltkrieg, tatsächlich gegründet worden, für Menschen, also Männer, die das Priesteramt anstrebten. Und die Atmosphäre dieser Schule war angenehm, ich habe sie in guter Erinnerung behalten. Aus meinen Unterlagen, die ich vor meiner dortigen schulischen Laufbahn ja hinterlegt hatte, ging recht klar hervor, daß ich zuvor auch in einigen anthroposophischen Einrichtungen gearbeitet hatte. Mir entstand daraus keinerlei Nachteil, weder offen, noch verborgen.
    Damals war ich vertrauend "gläubiger" "Anthroposoph", und hoffte, nach und nach durch vermehrtem Zugang zu "wissenschaftlichem Denken" Steiner grundlegend auch verstehen zu können, statt nur von seinen Vorträgen fasziniert zu sein. Und hoffte, den berüchtigten "Kant widerlegen" und somit auch "Kant verstehen" zu können, und zwar begreifend, und nicht im Nachbeten und Durchexerzieren von Behauptungen.

    Wenn es im Schulunterricht hier und da mal darum ging "Weiß jemand hier in der Klasse, was ein Anthroposoph ist, bzw. Anthroposophie?" schwieg ich. Das war mir zuvor auch von allen Seiten geraten worden, nicht zuletzt von meinem Camphill-Hausvater in Finnland, als er von meinen Plänen erfahren hatte.
    Die Antworten waren dann in etwa "ein naturverbundener Mensch?/ viel Kräuter und Gesundheit?/mehr zwischenmenschliche Liebe mit Liebe zur Natur?/Vegetariersein?" Das Internet als Informationsquelle war zu dieser Zeit noch nicht sehr präsent und ausgebaut.
    (m.butty)

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  5. Teil II
    Und nachdem all diese Antworten eher dem Rousseauschen Spektrum zugeordnet worden waren, der laut Lehrplan als einer der Vorbereiter der Romantik durchgenommen werden mußte, wurde erklärt, daß es sich bei der Anthroposophie um eine künstliche Weltanschauung handele.

    Und daß der "Vater" dieses Konstrukts, ein gewisser Rudolf Steiner, soviel sollte man dazu am Rande wissen, aus sehr vielen Weltreligionen sich das ihm Genehme herausgepickt habe, dies geschickt in einen Topf geworfen habe, und umgerührt. Auf das ganze habe er auch ein wenig Christentum, als Kirsche sozusagen, obendraufgesetzt. Dann machten die entsprechenden Lehrer ein böses Gesicht. So eine pflichtgemäße Ungehaltenheit. Kam es mir vor, und ich atmete immer möglichst unbemerkt tief ein und aus. Und die Lehrer (Deutsch/Geschichte, auch Mathematik/Religion) sagten, daß es eben nicht so einfach gehe mit religiösen Dingen. Somit würden letztendlich -alle- von Steiner auf diese Weise rezipierten Religionen und Traditionen verfälscht, nicht nur das Christemtum selbst! Alles würde so hingebogen, daß es eine Art harmonisches Weltbild ergäbe. Die Welt jedoch sei nicht so.

    (Hier fiel mir ein, daß Steiner immer darauf hingewiesen hatte, unbedingt auch noch etwas anderes als anthroposophische Bücher zu lesen. Denn der energische Hinweis, daß die Welt nicht harmonisch sei, den mochte ich keinesfalls zurückweisen. Um Himmels Willen!)

    Auch sei Religion kein "eu-dämonistischer Baukasten". Eudämonismus sei nämlich der Name für eine fragwürdige Methode, sich aus allen Philosophien und Lehren das was behagt herauszupicken, um glücklich zu werden, um unangenehmes zu vermeiden, oder sich die Dinge gemäß den eigener liebgewonnener Vorstellungen zu erklären. Dies sei schon in der Romantik ein wenig, aber zur Zeit, in der auch Steiner lebte, vermehrt in einer Art Neu-Romantik praktiziert worden. Dazu gehöre der Jugendstil und eine mannigfaltige sogenannte Reformbewegung, und eben darin sei auch Steiner mit seiner sogenannten "Anthroposophie" zu verorten. Aha! (Kann man längst alles prima "gugeln", die Stil-Epochen-Begriffe!)

    Und was mich auch beeindruckte, war ein gewisser Grundton, mal ex-, mal implizit: Ein Anthroposoph sei ein Mensch, der ein wenig zu sehr, über Gebühr, -an das Gute in den Menschen- glaube. Aus dem zuvor finsteren Blick wurde ein pflichtgemäß belustigtes Wiegen eines säuerlich lächelnden Lehrerhauptes.

    Da nun mußte ich immer sofort reflexhaft an den Hesse-Roman "Das Glasperlenspiel" denken. Nun, Hesse war auch kein Steinerfän, aber wozu auch. Hesse lies einen Kirchenmann mit einem Ordensmann des noch jungen Kastalier-Ordens diskutieren. Der Kirchenmann sagte sinngemäß: "Die Mutter Kirche kennt die Ränke der Menschen, der Herrschaft, der Politik und hat sich bereits seit Jahrtausenden immer erhalten und erneuert.."

    Wie gesagt: "Anthroposophie" kam im Unterricht nicht vor. Aber die wenigen Male innert meiner drei Jahre dort wurde diese Art "Denkhaltung" offenbar. Vielleicht ist dies die Art, das Schema, wie sich der kirchenbewußte Mensch zur Anthroposophie in etwa positionieren sollte, um dazuzugehören.

    "Ein wenig über Gebühr an das Gute glaubend."

    Damals, Beginn der 90er Jahre kannte man noch keinen Herrn Helmut Zander. Ich meine das nicht böse oder klammheimlich zähneknirschend: Mich dünkt :-) , daß Herr Zander einfach auf anspruchsvollste Weise dieses Schema vollzieht, exerziert, ausübt. Den ganzen Ermessenspielraum kreativ ausschöpfend.

    m.butty

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  6. Teil III
    Eigentlich ist es ja die Kirche, die sich eher in der Minderheit mit denjenigen sieht, die noch an "das Gute" glauben.

    Aber "ein Anthroposoph" scheint der Mutter Kirche allgemein "-zu sehr-" an dieses "Gute" in der Welt, im Menschen zu glauben.

    Konkurrenz? :-(

    Das erscheint bei obigem Kommentar gegen Ende etwas verworren, schade das es kein Korrekturfunktion gibt! Wenn man ein wenig im Zeitdruck ist, schon sieht man erst nachher, gegenlesend, im öffentlichen Schriftbild, dei ganzem :-( Fehlern! :-)
    m.butty

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  7. "Haben die Herren Anthroposophen eigentlich die Dissertation des Doktor Steiner gelesen?"

    :-) Durchaus! Und wo genau liegt das Problem?

    Übrigens, es zeugt nicht gerade von Klugheit, ungedeckte Behauptungen in die Welt zu setzen. Etwas ähnliches dürfte Orson Wells veranlasst haben, zu sagen:
    Viele Menschen sind gut erzogen, um nicht mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun.

    anonym1

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  8. Dissertation des Doktor Steiner gelesen?Montag, 12. Dezember 2011 um 16:13:00 MEZ

    ":-) Durchaus! Und wo genau liegt das Problem?"

    Sagen Sie es den Lesern - schreiben Sie den "schönen netten Artikel" über Rudolf Steiners Dissertation, den sich Michael Eggert wünscht.

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  9. @ m.butty

    Mich dünkt :-) , daß Herr Zander einfach auf anspruchsvollste Weise dieses Schema vollzieht, exerziert, ausübt. Den ganzen Ermessenspielraum kreativ ausschöpfend.

    Dann tut es dringend Not, dass du Swassjans Entgegnung auf Zanders „Anthroposophie in Deutschland“ einmal liest, es hat sich dann ganz sicher, ganz schnell ausge-„mich dünkt“ :-).
    Swassjan hatte sich der Folter unterzogen, die ganzen 2000 Seiten Zanders tapfer, Seite für Seite zu ertragen. Das Ergebnis ist ungemein lesenswert und augenöffnend!

    anonym1

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  10. “Sagen Sie es den Lesern - schreiben Sie den "schönen netten Artikel" über Rudolf Steiners Dissertation, den sich Michael Eggert wünscht.

    Da haben Sie wohl etwas falsch verstanden. Was Michael Eggert sich wünschen dürfte, wäre ein Artikel, in dem Sie Ihre abstruse, ungedeckte Behauptung belegen.

    anonym1

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  11. @ Michael Eggert

    So wie es aussieht, schreiben Sie den Artikel über Steiners Diss. am besten selber. Lesen müssten Sie sie ja sowieso, um nachzuvollziehen, wie es zu dieser Aussage kommt:

    "Haben die Herren Anthroposophen eigentlich die Dissertation des Doktor Steiner gelesen? Sollten Sie tun, vielleicht öffnet Ihnen das die Augen, mit wem Sie es zu tun haben: mit einem Scharlatan, der von nichts eine Ahnung hatte."

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  12. Ich hätte ja gern mal ein paar zusammen hängende Argumente gesehen und nicht stetig diese nebulösen Behauptungen. Ich lese übrigens gerade die "heissen" Stellen bei Swassjan in Urphänomene II/ Lichtblicke. Es handelt sich um eine Polemik gegen weichgespülte Philosophen nach 45, also gegen krampfhafte political correctness. Da eine Leugnung der deutschen Kriegsschuld heraus zu lesen, kann man mit viel Mühe hinbekommen, wenn man den Kontext ganz und gar verleugnet. In der Sache geht es um eine Auseinandersetzung mit Jaspers u.a.

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  13. "So wie es aussieht, schreiben Sie den Artikel über Steiners Diss. am besten selber. Lesen müssten Sie sie ja sowieso, um nachzuvollziehen, wie es zu dieser Aussage kommt:"

    So penetrant und schmerzfrei, was das Schreiben und ständige Repetieren von Unsinn und das Ertragen der diesbezüglichen Antworten angeht, kann eigentlich nur einer sein... :-)

    anonym1

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  14. @ Michael Eggert

    "und nicht stetig diese nebulösen Behauptungen ..."

    Wie gesagt, lesen Sie, schreiben Sie. Im übrigen können Sie der "nebulösen Behauptung" in Bezug auf die nicht vorhandene Qualität von Steiners Dissertation kaum eine ad hoc Plausibilität absprechen:

    "rite" ist, wie Sie wissen, die Note, mit der man gerade noch einen Doktortitel bekommt. Und diesen Doktortitel halte ich für einen reinen "Freundschaftsdienst" seines Doktorvaters.

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  15. Jetzt geht dieses Irr-Lichte-lieren wieder einmal los, das kann ja heiter werden.

    anonym1

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  16. @anonym 1
    Ich werde mir den Swassian beschaffen. Auf jeden Fall. Obige Kommentare waren nur eine Schilderung des Echos, des Schattens, welches Anthroposophie im Unterricht einer katholischen Einrichtung warf. Wenn man sich wo aufhält, spürt man Tendenzen in der Luft liegen. Mehr wollte ich nicht sagen, auch wenn ich viel getextet hab.
    Was meinst Du, lieber anonym1?: Den Zander auch? Gibt es da Stellen, die sich lohnen? Zum wenigstens stichweise herumschmökern?
    Ich habe schon lange kein explizit anthroposophisches Buch mehr gelesen seit den 90ern! :-) Ich werde mir den Swassian, der hier so oft besprochen wurde, zu Weihnachten schenken! Und bin gespannt! "Hoch erregt!" ..wie ein fitter Pauker aus obiger Schule immer sagte, wenn er ausdrücken wollte "Wir hungern nach dem nächsten Bildungserlebnis!" Ich mein das gar nicht so "feixig" wie das jetzt vielleicht klingt. Herzlich
    m.butty

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  17. Wahrscheinlich hat Steiner auch mal in der Schule abgeschrieben. Shocking.

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  18. @ m.butty

    Den Zander sich zuzulegen halte ich für wenig nützlich, außer man steht auf ständigen Einstreuungen von übler Nachrede in Form von tendenziös interpretierten biographischen Details hinsichtlich Steiners Lebensgang. Rausgeschmissenes Geld also und das nicht zu knapp, je nach dem, ob man sich das dicke Machwerk als Taschenbuch oder als gebundene Ausgabe zulegen will. Dann gibt es noch die zur Biografie eingedampfte Kurzfassung für knapp 25 Euros, ich denke, ein Leckerbissen für gestandene Yellow Press-Leser.

    anonym1

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  19. "Wahrscheinlich hat Steiner auch mal in der Schule abgeschrieben. Shocking."

    geschockt wäre ich, wenn Steiner richtig abschreiben könnte. Kann er nicht.

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  20. andreas lichte, zur weihnacht, ach du scheiße

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  21. Ich finde so irrlichtelierenden Geistern sollte man "huldigen", "zustimmen", "recht geben", so als würde man dem Pfeifkessel sein Mützchen nehmen, dann verdampft der Inhalt geräuschlos von allein und am Boden dann kämen vielleicht mal wirkliche Fragen zustande, oder es bleibt dann nur der Kalk übrig, -- das wäre dann zumindest ein wenig Wahrheit, die sich da niederschlagen würde.

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  22. ich würde den anthroposophischen Herrschaften einfach mal empfehlen, Steiner zu lesen, hier: Steiners Dissertation.

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  23. An den Taten werdet ihr sie erkennen -- allerdings muss man das erst-ein-mal begreifen, insbesondere das, auf was man schauen sollte, bevor man sich von dem betören lässt, was uns als Kriterium entgegengrinst.

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  24. „.....und am Boden dann kämen vielleicht mal wirkliche Fragen zustande,.....“

    So eine wirkliche Frage wäre für mich, warum es nicht möglich zu sein scheint, Steiner eine eigene Entwicklung zuzugestehen.

    Es ist ja eine bekannte Tatsache, dass er auch abgeschrieben hat. Ein allgemein üblicher Umgang - sich auch auf Bestehendes zu stützen.
    Shocking? Das waren manche Aussagen für mich am Anfang, als ich Steiner und Anthroposophie in einem vollkommen idealisierten Umfeld kennengelernt habe. Der Umstand, dass er sich auch geirrt haben könnte, oder so manch „Schlechtes“ abgeschrieben hat, ist im Vergleich zu seinem innovativem Werk zwar wichtig aber doch neben-sächlich.

    So sehe ich das und wundere mich nochmals: Steiners ganze Werk ist auf Entwicklung ausgelegt und ihm selbst möchte man/frau das nicht zugestehen.

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  25. Ich habe Zander vor einigen Wochen in einem Podiumsgespräch erlebt, im Rahmen der Ausstellung „Die Alchemie des Alltags“ im Wiener MAK. Er sprach mit leiser, fast vorsichtiger Stimme, machte, oberflächlich gesehen, einen ehrlichen Eindruck, nichts „Bissiges“, keine Polemik um der Polemik willen... und ich konnte seinem Anliegen, sich Rudolf Steiner lieber als „Positivist“ nähern zu wollen denn als „Ideologe“, einiges abgewinnen.
    Allerdings blieb es dann nicht bei dieser zur Schau getragenen Ehrlichkeit: im Laufe des Gespräches sprach Zander unter anderem von Steiners Karma-Gedanken, brachte das in Zusammenhang mit den Konzentrationslagern des zweiten Weltkriegs und behauptete, daß man nach Steiners obskurer Ansicht deshalb in Mauthausen zu leiden gehabt hätte, weil man in einem früheren Leben etwas „schlecht gemacht“ habe.
    Das fand ich nun wirklich ungeheuerlich - und als ich Zander nachher in der Aula begegnete, sprach ich ihn darauf an.
    Da antwortete er mir, daß er Yonassan Gershom gemeint habe, der „aus der anthroposophischen Ecke“ komme und versuche, „mithilfe des Reinkarnationsgedankens den Holocaust für sinnvoll zu erklären“... nun, ich hatte noch niemals von Gershom gehört und wußte also weder, ob er etwas mit Anthroposophie zu tun hat, noch auch, was es mit seinen „Sinnvoll-Erklärungen“ des Holocausts auf sich hat, also sagte ich nur: „Es ist unredlich, das Steiner in die Schuhe zu schieben“. Darauf meinte Zander, er habe sich halt einfach über Gershom geärgert. Nun - da war er wohl wirklich ehrlich; und hat damit immerhin zugegeben, daß er sich also von Ärger leiten läßt in dem, was er sagt, und nicht nur von dem, was er selbst für „Wissenschaftlichkeit“ hält.

    Wieso Zander sich gar so sehr über Gershom geärgert hat, kann ich übrigens, nachdem ich dies hier gelesen habe, wirklich nicht nachvollziehen.

    Ich hab mir danach „Die Biographie“ bei einem Freund ausgeliehen und hatte eigentlich vor, sie zu lesen. Aber Zander schreibt so sehr am Wesentlichen vorbei, und die Lektüre ist mir so widerlich, daß ich mich schließlich damit begnügt habe, nur ein paarmal ausführlich drin zu blättern.
    Zander scheint geradezu davon besessen, Steiner Vorwürfe zu machen, ihm etwas anzukreiden:
    Erwähnt Steiner andere Autoren, die auf Ähnliches aufmerksam gemacht haben wie er, so hat er „abgeschrieben“. Erwähnt er solche Autoren nicht, so „verschleiert er seine Quellen“, oder er hat etwas „gar erfunden!“
    Wenn Steiner angesichts des Brandes des ersten Goetheanums darauf verzichtet, in lautes Wehklagen auszubrechen, spricht Zander von „Verdrängung“ und schreibt „... offene Trauer lässt der anthroposophische Übervater nicht zu.“ - aber schon auf der nächsten Seite wird „offene Trauer“ von etwas, das man nicht verdrängen, sondern zulassen sollte, offenbar zu etwas Despektierlichem, das man zu „gestehen“ hat: „Steiner ... gab auch offen seine Trauer zu erkennen. Es sei »fast notwendig, dass man das unter Tränen beginnt«, gestand er“ ---
    Gleich, was Steiner jemals gesagt oder getan haben mag: er konnte es Herrn Zander nunmal nicht recht machen. Ich nehme das zur Kenntnis - und entschließe mich, meine Zeit mit Wesentlicherem zu verbringen.

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  26. Liebe freudean

    “So eine wirkliche Frage wäre für mich, warum es nicht möglich zu sein scheint, Steiner eine eigene Entwicklung zuzugestehen.

    Was genau meinst du damit?

    “Es ist ja eine bekannte Tatsache, dass er auch abgeschrieben hat.“

    :-) Nimm dich in Acht vor Orson Welles :-)

    anonym1

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  27. Liebe Ingrid,

    dem, was du zu Zander geschrieben hast, kann ich nur zustimmen. Es bedarf eigentlich, wie du ja bereits gemerkt hast, nur weniger Leseproben in Zanders Büchern, um zu bemerken, wes Geistes Kind er ist. Es ist stellenweise (ich finde kein passenderes Wort) einfach nur widerlich, wozu dieser Mann sich unter dem Deckmantel der Wissenschaft hinreißen lässt, um den Ruf eines anderen Menschen posthum zu ruinieren.

    anonym1

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  28. Gershom schreibt doch explizit, dass er nicht Anthroposoph ist, da er die darin enthaltene christliche Orientierung nicht teilen könne. So richtig sauber ist auch das nicht, was Zanders Aussage betrifft. Ich möchte Zander aber nicht beiseite schieben, weil ich seine Außenansicht auf Anthroposophie durchaus fruchtbar finde. Öffentlich tritt er ja auch sehr moderat auf. Den offenbar bei ihm mitschwingenden Groll, der sich immer wieder in Spitzen entlädt, kann man aber kaum übersehen. Er wird seinem wissenschaftlichen Anspruch damit in dieser Hinsicht nicht gerecht, er hält sich einfach nicht ausreichend neutral..

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  29. Profi-Psychologen und andere ...Dienstag, 13. Dezember 2011 um 21:16:00 MEZ

    @ Michael Eggert

    "Den offenbar bei ihm mitschwingenden Groll, der sich immer wieder in Spitzen entlädt ..."

    Und Sie wollen irgendetwas mit "Psychologie" zu tun haben? Haben Sie damit soviel zu tun, wie Steiner mit Philosophie?

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  30. Nun, da handelt es sich um das psychologische Phänomen der "Doppelbindung". Eines der vorzüglichsten Instrumente der Machtausübung, wenn sie gekonnt eingesetzt wird. "Wasch mich, aber mach mich nicht naß!" ist das anschaulichste, aber eben auch platteste Beispiel einer Doppelbindung.

    Besser ist da schon: "Jedesmal, wenn ich dich sehe, hast du zugenommen, du wirst dicker und dicker. Du kannst dich beim Essen eben nicht beherrschen! Außerdem ist es beleidigend, daß du bisher nur eine Creme-Schnitte von unserem Buffet gegessen hast, früher hattest du wenigstens vier Stücke Kuchen und Torte genommen. Willst du was besseres sein, weil du das teure Essen einfach stehen läßt?"
    Aber es geht im Alltag oft noch viel feiner! :-)

    Psychologie-Lexikon:
    http://www.psychology48.com/deu/d/doppelbindung/doppelbindung.htm
    Zitat: "Doppelt gebundene Kommunikationen sind eine häufige Ursache von seelischer Verwirrung und Orientierungslosigkeit; sie hinterlassen im Opfer das Gefühl: «Wie ich’s mache, ist es falsch!» Sie sind weit verbreitet und nicht auf Familien mit einem an Schizophrenie leidenden Mitglied beschränkt, von denen Bateson in seiner Konzeption der Doppelbindung ausging. Gesellschaftlicher Hintergrund solcher Phänomene sind widersprüchliche Werte, die von den Familien nicht aufgedeckt, sondern verschleiert werden."

    Grüße, m.butty

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  31. @ m.butty

    wie wär's denn mal –– völlig ungewohnt für Otto-Normalo-Anthroposoph –– mit Schweigen? Blödsinn steht hier doch wirklich schon genug (o.k., Michael Eggert braucht den Blödsinn, damit er irgendwann wieder stolz verkünden kann, wie viele Kommentare geschrieben wurden – oh, wie toll ist das denn?!)

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  32. @ Michael Eggert

    was ist eigentlich mit Peter Staudenmaier? Hat der genug von Ihnen? Klar, Esowatch ist die viel seriösere Alternative:

    "Dreigliederung", http://blog.esowatch.com/?p=2884

    "Der urspüngliche politische Kontext der Waldorf-Bewegung", http://blog.esowatch.com/?p=2973

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  33. Lieber Michael,

    „Ich möchte Zander aber nicht beiseite schieben, weil ich seine Außenansicht auf Anthroposophie durchaus fruchtbar finde.“
    Naja - so habe ich ja bis vor kurzem auch gedacht. Aber seit diesem Erlebnis im MAK frage ich mich schon, wie fruchtbar das wirklich sein kann, wenn jemand bei allem, worüber er sich gerade ärgert, krampfhaft versucht, Zusammenhänge mit Rudolf Steiner herzustellen, sei es, daß er sich aus Steiners Gesamtwerk passende (oder auch gar nicht so sehr passende) Zitate zusammensucht, sei es, daß er Personen als „von Steiner beeinflußt“ ansieht, die sich zwar deutlich von der Anthroposophie distanzieren, aber halt - horribile dictu! - ebenso wie Steiner die Begriffe „Reinkarnation“ oder „Karma“ gebrauchen...
    Auch wenn ich, wie Du, der Meinung bin, daß der „Blick von außen“ der Anthroposophie durchaus notwendig und zuträglich ist - ich habe nicht den Eindruck, daß sie ausgerechnet des Blickes Helmut Zanders bedarf.

    Selbstverständlich hab ich nichts dagegen, daß sich jeder, der das gerne möchte, auch weiterhin mit Zander und seinen Äußerungen beschäftigt.
    Ich für meinen Teil schiebe ihn dennoch erstmal beiseite.

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  34. Aus den 5067 Kommentaren ragten natürlich in Sachen intellektueller Brillanz und stringenter Beweisführung insbesondere die anonymen von Andreas Lichte weit heraus :-)

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  35. Liebe Ingrid, diese gewisse Schlagseite bei Zander kann man ja etwas heraus filtern. Die Betrachtung der kulturellen und historischen Einbettung von Anthroposophie möchte ich trotzdem nicht missen und in Zukunft noch vertiefen.

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  36. Lieber anonym1

    Dass Steiner ein großer Geistes-forscher ist, steht für mich außer Frage. Dies ist er mMn geworden, indem er seine sinnlichen und übersinnlichen Fähigkeiten sukzessive ausgebildet hat. Z.B. hat er seine Beschreibung des jüdischen Volkes ein Jahrzehnt später revidiert und eigentlich das Gegenteil von dem gesagt, was er noch 13 Jahre zuvor behauptet hatte.Da stellt sich für mich die Frage, hat er sich da in der ersten Darstellung - in der Beschreibung von geistigen Zusammenhängen - derart geirrt? In dem Falle ist die Antwort ja. Hängen geblieben ist nach meinem Eindruck nach die erste Darstellung. Ich sehe, dass hier seine Aussagen einer Entwicklung unterliegen. Wie viele andere Betrachtungen, Mitteilungen stammen aus einer noch nicht so klaren Sicht? Und wie viele dieser Darstellungen würde er vielleicht heute korrigieren?

    Ich sehe heute in Steiner einen über die Jahre hin Gewordenen, der auch manchmal einen Fehler gemacht hat und nicht einen schon Fertigen. Das war vor einem Jahr noch nicht so. Da habe ich mich sehr empört über gewisse Aussagen; auch weil ich Steiner idealisiert hatte.
    Manchmal erlebe ich es so, dass es fast skandalös ist eine Betrachtung Steiners kritisch zu betrachten. Viel öfters jedoch werden - im dem anthrop.Umfeld, in dem ich mich aufhalte - entsprechende Fragen mit einem „Absolut unmöglich,dass in R.Steiners Mitteilungen irgendetwas nicht der Wahrheit entsprechen könnte – Haltung“ freundlich versucht zu beruhigen. Aber gerade das beunruhigt mich.

    „:-) Nimm dich in Acht vor Orson Welles :-)“
    Ich weiß den freundlichen Umgang zu schätzen. Ich meine z.B. übernommene Betrachtungsweisen aus der Theosophie.

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  37. @ Michael Eggert

    was ist eigentlich mit Peter Staudenmaier? Hat der genug von Ihnen? Klar, Esowatch ist die viel seriösere Alternative:

    "Dreigliederung", http://blog.esowatch.com/?p=2884

    "Der urspüngliche politische Kontext der Waldorf-Bewegung", http://blog.esowatch.com/?p=2973

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  38. Ich halte Staudenmeier für absolut lesenswert und stelle einen Teil davon hierher:

    „Die Führer der Waldorf-Bewegung waren häufig gegenüber der demokratischen Weimarer Republik (zu rational und zu wenig mystisch) feindlich eingestellt, die ein Gegner des Nazismus war, während dem Nazi-Regime in seinen frühen Tagen oft bemerkenswerte Sympathien entgegen gebracht wurden...Vor dem Entstehen des Nazi Regimes schlugen Steiners Anhänger eine spirituelle Neugeburt Deuschlands vor, eine Vision, die größtenteils schwer fassbar und verworren blieb.
    Vor diesem Hintrgrund sowie die ausgesprochene Orientierung der Anthroposophie auf nationale deutsche Werte hilft zu erklären, warum viele Anthroposophen den demokratischen Institutionen und der Weimarer Republik feindlich gegenüberstanden, aber auch, warum ein bemerkenswerter Anteil der Anthroposophen die Ankunft des Nazismus 1933 mit einer gewißen Erwartung und Enthusiamus begrüßten. Nachdem die Nazis 1933 die Weimarer Demokratie zerstört hatten, verurteilten Waldorf-Repräsentanten das Weimarer System in aggressiver Weise und verglichen es negativ mit dem von den Nazis geschaffenen „neuen Deutschland.“
    Es folgen dann noch anthroposophische Anbieterungen an das Nazi-Regime, aber bitte, das lese der/die Interessierte selbst.

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  39. Ich habe mich bisher mit dem Thema Anthroposophie und Nationalsozialismus nicht näher auseinandergesetzt. Einige meiner Kommentare zu ähnlichen Themen, z.B. auch der letzte vielbeschimpfte, enstanden aus dem Eindruck, den so manche anthrop.Leküre in mir hinterlassen hat. Insofern ist es für mich schon interessant, durch die Artikel Staudenmeiers etwas Überblick zu erhalten.

    Wenn ich solches lese, frage ich mich immer, wie sich solche Gedanken mit der Philosophie der Freiheit vereinbaren lassen. Ich hab den Eindruck gewonnen, dass die vielschichtige, enorm komplexe Anthroposophie auch von einem ganz banalen Faden durchzogen ist: hier der bolschewistische Feind im Osten, da der demokratische und materialistische Feind im Westen und hier in der Mitte das gelobte deutsche Land, das sich als Erlöser der bedrohten Menschheit sieht. Während der Schatten nach außen projiziert wird, erkennt Steiner nicht, was sich an Ungeheuerlichem im eigenen Haus zusammenbraut.

    Das Modell ist so banal, dass es mir schon spießbürgerlich erscheint. Den Juden Jesus/Christus braucht dieses Modell jetzt auch nicht mehr, denn die Funktion des „Auserwählten“ übernimmt ja das deutsche Volk.

    Dieses enge, nationalistische Denken, dass jetzt ein Jahrhundert auf dem Buckel hat, zieht sich in unsere moderne Zeit hinein. Auch bei Junko Althaus habe ich vor kurzem, als ich ihr blog durchgeblättert habe, diese Unappettitlichkeit an einer Stelle gefunden, wo sie als „Karmaforscherin“ das nationalsozialistische Morden kommentiert mit: „Was am Ende durch das dritte Reich vorkommt, kann natürlich nicht als etwas gelten, was für gut gehalten werden darf.“ Da sie es für erwähneswert hält, mitzuteilen, dass ein Genozid nicht für gut geheißen werden darf, nehme ich an, dass sie eine Anhängerin der ersten „Jüdisches-Volk-Variante“ Steiners ist.
    Elitarismus, Auserwähltsein und Erlösertum sind für mich alles Ingredienzien eines mythologischen, kollektiven Unbewußten, für mich eine braune Suppe, von der ich hoffe, dass sie transformiert werden kann.

    Eventuelle Schimpftiraden, als Reaktion auf meinen Kommentar, blocke ich mit einem schönen anthroposophischen E ab. Mit abgewinkeltem Arm auf Brusthöhe, den eigenen Raum wahrend. Das ist ja das Wunderbare an der Natur und auch an der Antrhoposophie: sie liefert mit ihrem Gift auch gleichzeitig das entsprechende Gegenmittel mit.

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  40. Ohje -- Freudean - vielleicht hast Du ja schon einen E-Krampf? Jenes "E" wirkt nämlich auch von innen heraus.

    Es gibt Geschichte und "dasjenige" was selbige hervorbringt, zumeist deshalb in der Form wie wir sie kennen, weil die verwirklichenden Menschen "verhornt" waren.

    DANN gibt es dasjenige, was man hätte verwirklichen können, wenn man die "Zeichen der Zeit" erhört hätte oder für selbiges Hören entsprechendes getan hätte. Und ich meine hier nicht die blosse Seelenverfassung mit vermeintlich klarem, "dirigierendem" inkarniertem Hirn.

    Für den zweiten Absatz und sein Verständnis ist die Anthroposophie "gekommen". Sie lässt sich allerdings nur dann erfassen, wenn man nicht nur auf gewordene Geschichte "glotzt" im Glauben, sie sei es gewesen. Schöpfung jeglicher Art unterliegt diesem "*ung, will verweisen daraufhin, dass es bereits geschehen ist. Und ein Jegliches, das man Geschehenes nennt kommt wo her, ist das sooo schwierig??!!

    ALSO, es hätte auch anderes kommen können. UND damit Zukünftiges wird anders laufen können, sollte man sich wiederum Absatz 2 widmen, meditativ nach Möglichkeit. Dualismus lässt sich nur erfassen, wenn man ihn aus der Einheit heraus betrachtet.

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  41. Liebe freudean,

    "Insofern ist es für mich schon interessant, durch die Artikel Staudenmeiers etwas Überblick zu erhalten."

    Peter Staudenmaier ist bei den Egoisten keineswegs ein Fremder - unter dem tag staudenmaier findest Du etliche seiner früheren Artikel.
    Herzlichen Gruß,
    Ingrid

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  42. Anselm Feuerbach hat offensichtlich seine Mitmenschen sehr genau beobachtet, wie sonst könnte er behaupten:

    "Niemand urteilt schärfer als der Ungebildete, er kennt weder Gründe noch Gegengründe."

    anonym1

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  43. „Jenes "E" wirkt nämlich auch von innen heraus.“ Ja, wenn nicht von innen, woher sollte es denn sonst wirken??
    „DANN gibt es dasjenige, was man hätte verwirklichen können, wenn man die "Zeichen der Zeit" erhört hätte oder für selbiges Hören entsprechendes getan hätte.“
    Was man hätte verwirklichen können – war nicht. Denn die Voraussetzungen für ein adequates Handeln waren nicht gegeben. Steiner unterlag auch einer ganz schönen Verblendung und hat die „Zeichen der Zeit“ nicht mit gekriegt, geschweige denn seine Anhänger – und das Resultat dieser Zeit ist das, was es ist.
    Diese Verblendung strahlt mMn nach in der Anthroposophie weiter.

    „Und ein Jegliches, das man Geschehenes nennt kommt wo her, ist das sooo schwierig??!!“
    Nein, überhaupt nicht, Du kommst ja auch wo her, ich komme wo her, wir alle kommen wo her. Eigentlich recht klar.

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  44. Liebe Ingrid, leider sind die verlinkten Artikel meist nicht mehr online- ich habe etwa die Hälfte von allem Material Mitte des Jahres entfernt (nicht nur Staudenmaier, natürlich, sondern vor allem meine eigenen Sachen), weil die Seite nicht mehr handhabbar war. Der Umfang war schlicht jenseits des Machbaren. Ich habe immer noch Abstürze beim Export.

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  45. Liebe Ingrid,
    sehe Deinen Kommentar erst jetzt. Danke für den link.


    "Interestingly, this was sometimes Steiner's position as well, albeit without reference to the holocaust, which occurred after Steiner's death. Steiner blamed the Jews for Christ's death, for example; see Steiner, "Die Völkerseelen und das Mysterium von Golgatha" (1918), in Rudolf Steiner, Erdensterben und Weltenleben (Dornach 1967), pp. 158-9."

    Ist das wirklich so, hat Steiner dies tatsächlich so dargestellt?
    Dann würde selbst "Zander: Anthroposophie ist ein Gegenentwurf zur traditionellen Religion"
    so nicht stimmen, denn diese Haltung geht ja recht konform mit der katholischen Kirche.

    Das ist halt das Ambivalente bei Steiner: einerseits gibt er diese wunderbaren Mitteilungen über den ätherischen Christus der die ganze Menschheit umfaßt, andererseits kommt er von diesem Nationalismus nicht weg.
    Die deutsche Staatsbürgerschaft für Jesus Christus?

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  46. Die ganze Stelle im achter Vortrag, Berlin, am 30. März 1918, lautet, von S. 151 bis Ende, S. 161 (wahrscheinlich in Teile, weil es nicht im engen Rahmen passen will):

    An dem heute Auseinandergesetzten wird auch im eminentesten Maße der große Gegensatz zwischen dem asiatischen Orient und dem amerikanischen Okzident ersichtlich. Man möchte sagen: Das Licht, und sogar noch was über dem Licht im Ätherischen liegt, ist es, dessen sich die Volksseele im Osten bedient, um an den Menschen heranzukommen, wenn es auch rückstrahlend ist von der Erde. Das unterirdische Element, was unter der Erde ist, ist es im Westen. — Das kann uns tief hineinführen in das organisch-seelische Leben des ganzen Erdenorganismus in seinem Zusammensein mit der Menschheit. Es ist durchaus nicht die Absicht, dabei irgendeinen Teil der Erden-bevölkerung zu verletzen, oder einem andern Teil Schmeicheleien zu sagen. Aber wahr ist es doch: Auf der einen Seite das nach dem Geistigen hingerichtete Fluten im Orient, nach unten zu Schwere entwickelnd, den Menschen an die Erde fesselnd, ist mehr das Wesen nach dem Westen hin. Ob das mit dem amerikanischen Volkscharakter mehr oder weniger übereinstimmt, überlasse ich jedem selbst zu beurteilen. Eine aufsteigende Flut, möchte ich sagen, im Osten; ein Abebben, ein In-die-Erde-Hineinwirken im Westen. So ist das Leben.
    Natürlich nicht auf einmal, aber im Laufe des Lebens, im Verlaufe von Generationen wird der Mensch den Erdenverhältnissen ähnlich, paßt sich an. Wenn also auch ein Europäer nach dem Orient kommt, dort Kinder hat und die Kinder wieder Kinder haben, so fordern es die waltenden Umstände, daß diese Verhältnisse sich ausbilden. Das wirkt im Menschen. Es ist tatsächlich so: Wie in unserem physischen Organismus an der Schulter nie eine Nase, sondern immer ein Arm herauswachsen wird, so werden in Amerika nie gute Jogis entstehen. Es kann einmal verpflanzt werden, aber man kann auch in Glashäusern alle möglichen Pflanzen aufziehen, darauf jedoch kommt es nicht an, sondern was im naturgemäßen Zusammenhang von der Entwickelung selbst gemeint ist. Das alles ist ausgesprochen, ist bestimmt. Naturwissenschaftliche Biologie ist durchaus nicht das, was erklärt, wie die Erdenverhältnisse sind. Dazu muß man zum Beispiel auf die verschiedenen Wirkungsweisen der Volksseelen eingehen, wie wir es heute besprochen haben, wie sich das Unoffenbarte im Offenbaren zum Ausdruck bringt.
    Der Mensch ist also in die Wirkungsweisen eingebettet, die mit der Erde zusammenhängen. Wenn Sie das ins Auge fassen, wird Ihnen, ich möchte sagen, auf der einen Seite recht bedrückend vor der Seele stehen, wie sehr der Mensch doch eigentlich von Mächten abhängig ist, die in der geschilderten Weise mit dem Fleck Erde zusammenhängen, auf den das Karma ihn in irgendeiner Inkarnation gestellt hat. Natürlich hängt es wieder mit seinem Karma zusammen, daß er dort hineingestellt ist. Aber dennoch, die charakterisierten Verhältnisse haben vielleicht etwas Bedrückendes, und das Bedrückende wird, wenn wir nicht alle Umstände überschauen, noch größer. Wenn wir namentlich in ältere Zeiten der Erdenentwickelung zurückgehen, werden wir finden: Je weiter wir zurückkommen, desto größer wird die Abhängigkeit, von der ich gesprochen habe, und desto mehr differenziert sich aus solchen Impulsen die Menschheit über die Erdenoberfläche hin. Doch die Erdenentwickelung trägt schon die Möglichkeit in sich, daß die Menschen diese Abhängigkeit, wenn auch nicht in der äußeren Konfiguration, aber in ihrem Innenleben nach und nach wohl überwinden.
    Was müßte denn geschehen — fragen wir das einmal —, was wäre denkbar, daß es geschehen würde, damit diese Abhängigkeit von dem Fleck Erde auf irgendeine Weise gemildert würde, damit der Mensch irgendwie aus dieser hier charakterisierten Notwendigkeit zu einer gewissen Freiheit heraufgehoben würde?

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  47. Dazu müßte einmal während der Menschheitsentwickelung auf der Erde etwas geschehen sein, was dieser Abhängigkeit des Menschen von dem Fleck Erde geradezu widersprechen würde. Wir haben jetzt alle Impulse besprochen, welche den Menschen von seinem Fleck Erde abhängig erscheinen lassen. Ich sagte: Es müßte auch etwas geschehen sein, was jener Abhängigkeit widerspricht, etwas, was diesen Verhältnissen ins Gesicht schlagen würde. — Es ist doch zu verstehen: Dies, was auf der Erde leben würde, was anders ist als alles, was durch diese Abhängigkeit wirkt, das würde auf diese Verhältnisse ausgleichend, neutralisierend wirken. Was kann das sein?
    Im Beginne unserer Zeitrechnung geschah das Mysterium von Golgatha. Wir haben von ihm im Laufe der Zeit viele Eigentümlichkeiten hervorgehoben. Aber man braucht sich nur eine ganz augenfällige, ganz allgemeine, allgemein bekannte Eigenschaft des Mysteriums von Golgatha einmal vor die Seele zu führen, und man wird sehen, daß selbst durch etwas so an der Oberfläche der Dinge Liegendes, dieses Mysterium von Golgatha sich als etwas Besonderes, Einziges in das Erdenleben hineinstellt. Der Christus Jesus lebte unter einem Volke, das einen ausgesprochenen Volkscharakter hat, das alles, was es tut, aus einem ausgesprochenen Volkscharakter heraus tut. Was aber mit dem Christus Jesus geschieht, was aus dem Volkscharakter heraus sich vollzieht: das Mysterium von Golgatha, der Tod auf Golgatha, das steht in vollständigem Widerspruch mit diesem Volkscharakter. Denn weder nimmt das Volk, aus dem heraus das Mysterium von Golgatha sich abspielt, dieses in sein Bekenntnis auf, noch bekennt es sich zu dem Christus Jesus persönlich, individuell, sondern es tötet ihn, es ruft: Kreuzige ihn! Kreuzige ihn! — Es geschieht etwas, was nicht für ein Volk bestimmt sein kann; es geschieht etwas, was nur einen Sinn hat, wenn es in Widerspruch gedacht wird mit dem, was aus den Volkscharakteren heraus erfolgen kann, was das Volk von sich aus abweist, aus sich heraus annulliert, vernichtet. Das ist das Geheimnis des Mysteriums von Golgatha. Deshalb hat es nicht einen Volkscharakter, wächst nicht heraus aus dem Volkscharakter, sondern es widerspricht alledem, was wir vorhin als Abhängigkeit des Menschen vom Volkscharakter charakterisiert haben. Es ist ein Ereignis und eine Wesenheit auf Erden, die mit dem Volkscharakter nichts zu tun haben, weil nur das, was da vernichtet — der Tod —, mit diesem Volkscharakter etwas zu tun hat. Denn weder hat dieses Ereignis es zu tun mit dem jüdischen Volkscharakter, noch mit dem auf dem gleichen Gebiete wirkenden römischen Volkscharakter; denn die Juden rufen: Kreuzige ihn! — und der Römer kann keine Schuld an ihm finden, das heißt, er weiß nichts mit dem anzufangen, was da vor sich geht. Es hebt sich das ganze heraus aus dem, was durch den Volkscharakter geschehen kann. Dadurch wird das Mysterium von Golgatha ein solches Ereignis, das Sie, wenn Sie es genau studieren, mit keinem andern vergleichen können. Märtyrer hat es selbstverständlich auch anderswo gegeben; aber nicht aus diesen Gründen, die für das Mysterium von Golgatha gelten, sind Märtyrer erstanden. Je mehr Sie das Mysterium von Golgatha studieren, desto mehr werden Sie finden, daß es gerade deshalb eintrat, weil es nichts zu tun hat mit einem einzelnen Volkscharakter, sondern weil es in Verbindung steht mit der ganzen Menschheit. Daher kann man wirklich sagen: Wir haben auf der einen Seite jenes Prinzip in der Menschheitsentwickelung, das sich so über die Menschheit hinübererstreckt, daß es differenzierend wirkt. Dann wächst einmal aus einem Differenzierten etwas heraus, was nicht zu dem Differenzierten gehört, sondern gerade darin seine Eigentümlichkeit hat, daß es unabhängig vom Volkscharakter ist; das ist die andere Seite.

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  48. Das wird man in jeder Beziehung immer mehr und mehr als das Wesentliche am Mysterium von Golgatha erkennen, daß es, wenn es verstanden werden will, ein individuelles Verständnis notwendig macht. Man wird, indem man es immer mehr und mehr verstehen wird, nach und nach sagen: Man kann die irdischen Verhältnisse, die menschlichen Verhältnisse so und so begreifen; das Mysterium von Golgatha aber steht für sich da, es muß als ein Einzelnes im Besonderen verstanden werden, es kann nichts anderes genommen werden, um es zu verstehen. Suchen Sie auf welchem Gebiete immer: Wir haben heute auf dem Gebiete des Volksseelentums verfolgt, was in der Menschheit wirkt. Wir können alle Dinge aus dem Volksseelentum heraus erklären, vom Anfang der Menschheit auf der Erde bis heute — nur nicht das Mysterium von Golgatha und was mit ihm zusammenhängt. So würden wir alle möglichen Gebiete finden können, von denen wir sagen könnten: Auf der einen Seite steht alles andere, und auf der andern Seite steht das Mysterium von Golgatha und seine Wirkungen. — Ich habe schon öfter betont: Gelehrte Theologen müssen heute schon zugeben, daß sich ein historischer Beweis für das Mysterium von Golgatha nicht finden läßt, um es in die Geschichte einzureihen. Man reiht nicht Ereignisse in die Geschichte ein, für die sich keine historischen Beweise finden lassen — nur das Mysterium von Golgatha und was damit zusammenhängt! Denn das soll als Singulares ein Übersinnliches sein; es soll keinen historischen Beweis dafür geben. Das Mysterium von Golgatha soll von keinem Menschen angenommen werden, der nur historisch materielle Beweise verlangt. Es hat nur auf den Menschen die richtige Wirkung, der sich dazu aufschwingt, etwas als historisch gelten zu lassen, für das es keine Beweise gibt. Die Entwickelung wird so fortgehen, daß die äußeren Beweise für das Mysterium von Golgatha fortgeschwemmt werden, verschwinden werden; die Kritik wird sie hinwegschwemmen. Aber das geistige Begreifen der Menschheitsentwickelung wird dieses Mysterium von Golgatha doch als den Drehpunkt aller irdischen Ereignisse hinstellen. Es muß geistig erfaßt, geistig in den Geschichtsprozeß der Menschheit eingereiht werden. Das ist gerade sein Geheimnis. Die Menschen werden es sich immer mehr und mehr erarbeiten, nicht mehr nach historischen Beweisen zu suchen, sondern nach der Möglichkeit, zu verstehen, daß hier einmal ein übersinnliches Verstehen, ein übersinnliches Begreifen eines auf der physischen Erde sinnlich sich abspielenden Ereignisses notwendig ist, damit der Mensch seinen Zusammenhang mit der irdischen geschichtlichen Entwickelung der Menschheit im vollen Sinne des Wortes erfassen kann. Darüber wollen wir das nächste Mal hier weitersprechen.

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  49. Entschuldigung, aber ich möchte auch einmal viel kommentieren, so wie alle andere Leute hier...!

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  50. kopier doch einfach die Rudolf Steiner GesamtausgabeDonnerstag, 15. Dezember 2011 um 21:12:00 MEZ

    @ Michel Gastkemper

    "aber ich möchte auch einmal viel kommentieren"

    kopier doch einfach die Rudolf Steiner Gesamtausgabe – allerdings besteht dann Lebensgefahr für Michael Eggert:

    freut sich zu Tode, wegen der Wahnsinns-Resonanz ...

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  51. Rudolf Steiners "rite" Dissertation -Donnerstag, 15. Dezember 2011 um 21:36:00 MEZ

    @ Michel Gastkemper

    "Ich freue mich auf jedem Mitleser!"

    jetzt aber nicht denken, daß ich deinen Steiner-Text gelesen habe. Den folgenden finde ich weit spannender, denn es geht um Grundsätzliches, ich kopiere mal zu deinen Augen:

    "Haben die Herren Anthroposophen eigentlich die Dissertation des Doktor Steiner gelesen? Sollten Sie tun, vielleicht öffnet Ihnen das die Augen, mit wem Sie es zu tun haben: mit einem Scharlatan, der von nichts eine Ahnung hatte.

    http://anthroposophie.byu.edu/schriften/003.pdf

    Abschnitte I-VII sind der Diss-Text."

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  52. Lieber Herr Lichte,
    Ich freue mich Ihnen hier wiederbegegnen zu dürfen. (Und dass Michael Eggert das noch immer ermöglicht.) Es ist schon vor mehr als drei Jahre dass wir auch einmal in unmittelbaren e-Mail Kontakt miteinander standen. Jetzt haben wir unseren Zusammentreffen erneut! Es sind doch immer dieselben Egoisten die hier kommen und sich alles im allem mit Steiner beschäftigen...

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  53. Ach, Lichte kriegt gerade wieder seinen Weihnachtskoller.

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  54. Liebe Freude an -- ich erlaube mir mal den Luxus diesen Teil nochmals zu kopieren der am besten aufzeigen kann, was ich Dir eigentlich gern sagen würde. (Dank Dir Michel für diesen Auszug)


    "Das Mysterium von Golgatha soll von keinem Menschen angenommen werden, der nur historisch materielle Beweise verlangt. Es hat nur auf den Menschen die richtige Wirkung, der sich dazu aufschwingt, etwas als historisch gelten zu lassen, für das es keine Beweise gibt. Die Entwickelung wird so fortgehen, daß die äußeren Beweise für das Mysterium von Golgatha fortgeschwemmt werden, verschwinden werden; die Kritik wird sie hinwegschwemmen. Aber das geistige Begreifen der Menschheitsentwickelung wird dieses Mysterium von Golgatha doch als den Drehpunkt aller irdischen Ereignisse hinstellen. Es muß geistig erfaßt, geistig in den Geschichtsprozeß der Menschheit eingereiht werden. Das ist gerade sein Geheimnis. Die Menschen werden es sich immer mehr und mehr erarbeiten, nicht mehr nach historischen Beweisen zu suchen, sondern nach der Möglichkeit, zu verstehen, daß hier einmal ein übersinnliches Verstehen, ein übersinnliches Begreifen eines auf der physischen Erde sinnlich sich abspielenden Ereignisses notwendig ist, damit der Mensch seinen Zusammenhang mit der irdischen geschichtlichen Entwickelung der Menschheit im vollen Sinne des Wortes erfassen kann."

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  55. Gehen Sie doch endlich damit an Öffentlichkeit!Freitag, 16. Dezember 2011 um 09:19:00 MEZ

    @ Michael Eggert

    Ihre Kommentare und Artikel zeugen von einer tiefen Einsicht in die verborgenen Zusammenhänge der menschlichen Seele und des Weltganzen!

    Gehen Sie doch endlich damit an Öffentlichkeit!

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  56. Dank an Michel und manroe.

    Das sind ganz entscheidende Worte (Steiners) zum Thema Christus und seine Stellung im weltgeschichtlichen Ganzen. Damit wird auch deutlich, dass es letztlich einzig und allein eine ganz persönliche Entscheidung sein kann, welches Verhältnis man/frau zu besagtem Mysterium von Golgatha (und damit zu dem, was mit Christus bezeichnet wird) eingehen will. Entweder man findet einen inneren Zugang zu dem auf das hier hingewiesen wird oder eben nicht. Das ist eine Angelegenheit, die ausschließlich in die persönliche Freiheit, in das persönliche Wollen des Einzelnen gestellt ist.

    anonym1

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  57. Lieber Michel,

    vielen Dank, dass Du diesen Text gepostet hast –das ist sehr hilfreich!
    Ich lese da schon eine leichte Tendenz heraus, den Juden eine Schuld anzulasten. Primär finde ich hier eine Beschreibung der individuellen Entwicklung, die durch das Ereignis von G. (nach Steiner erstmals) über völkisches Zugehörigkeit hinausgeht.

    Das geschah bereits Jahrhunderte zuvor durch Buddha, der Abstammung, Herkunft, Familie hinter sich gelassen und einen ganz neuen, individuellen Weg einzuschlagen hat. Er hat sich, um es „nach Steiners zu sagen“, von der brahmanistischen „Volksseele“, die ganz in determinierende Kastengesetze eingebettet war, gelöst. Ich bezeichne ihn als den ersten geistigen Demokraten. Und ich habe mich immer gewundert, dass das alte System diesen geistigen Erneuerer nicht getötet hat.

    Töten war weniger Tradition im alten Indien, es war mehr Tradition in Europa, wie auch von Steiner in „Die Mission Michaels“ beschrieben.
    Das geistige Sonnenwesen inkarniert sich in einen physischen Körper. Und zwar in einen jüdischen. Ich habe schon als Kind, trotz der katholischen Hetze, immer gedacht, dass das jüdische Volk ein besonderes Volk gewesen sein muß, da sich Christus eben in dieses inkarniert hat. Heute denk ich, es war wahrscheinlich entsprechend für das Christusbewußtsein vorbereitet.
    Das geistig/historische Ereignis hat sich in diesem Volk ereignet und ich glaube, dass es als Teil des Menschheitskörper - uns allen - ein bedeutentes Ereignis ermöglicht hat. Dafür bin ich dankbar. Wir haben als Menschheitskörper etwas weiter gebracht, das über den „Volkscharakter“ hinausgeht. Das ist ein gemeinsamer und dynamischer Prozeß.

    „Denn weder nimmt das Volk, aus dem heraus das Mysterium von Golgatha sich abspielt, dieses in sein Bekenntnis auf, noch bekennt es sich zu dem Christus Jesus persönlich, individuell, sondern es ruft tötet ihn, es ruft: Kreuzige ihn! Kreuzige ihn! “— ich finde Steiner ist statisch, kleinlich und völkisch, das sind ja alt-katholische Dämpfe.Warum geht er über diese Niederungen hinaus? Wieso wendet er sich nicht der Auferstehung zu und anerkennt die wichtige Rolle des jüdischen Volkes als Schwelle zum Christusbewußtsein?

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  58. Lieber Manroe,
    „....daß hier einmal ein übersinnliches Verstehen, ein übersinnliches Begreifen eines auf der physischen Erde sinnlich sich abspielenden Ereignisses notwendig ist, damit der Mensch seinen Zusammenhang mit der irdischen geschichtlichen Entwickelung der Menschheit im vollen Sinne des Wortes erfassen kann."

    Hier bin ich mit Steiners Zusammenhängen nicht einverstanden. Einem Volk seine Existenzberechtigung abzusprechen, weil es nach ihm (Steiner) wie ein alter Gaul seine Funktion erfüllt hat und so sturr ist, sich nicht individuell persönlich zu Jesus-Christus zu bekennen, ist mir ein zu banal- zweidimensionaler Zusammenhang, den ich R.Steiner wieder zurückgebe. So simpel/“elitäre“ Gedanken – du willst dich ja nicht weiterentwickeln, also sondern wir dich aus dem System aus, passen besser in die FDP.

    Es soll noch Jahrtausende dauern, bis Buddha Maitreya das nötige Verständnis dieser Zusammenhänge ermöglichen wird.Und wer weiß, vielleicht hatten einige Juden schon damals eine gewisse Connection.

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  59. Lieber Michel Gastkemper,

    vielen, viiiiielen Dank für den Text üner das Mysterium von Golgatha...:):):)

    Z. B. dieser Satz:"...Das wird man in jeder Beziehung immer mehr und mehr als das Wesentliche am Mysterium von Golgatha erkennen, daß es, wenn es verstanden werden will, ein individuelles Verständnis notwendig macht." hat mich seeeeehr bewegt.

    Herzliche Grüße

    Belinda

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  60. Ich verstehe es so, dass es damals - bei Mysterium von Golgatha – darum ging, das L-ICH-t in sich aufzunehmen…
    Die einen riefen: „Kreuzigt ihn!“ (das L-ICH-t vernichten wollend)

    „Denn weder nimmt das Volk, aus dem heraus das Mysterium von Golgatha sich abspielt, dieses in sein Bekenntnis auf, noch bekennt es sich zu dem Christus Jesus persönlich, individuell, sondern es tötet ihn, es ruft: Kreuzige ihn! Kreuzige ihn!“

    und die anderen können mit dem L-ICH-t nichts anfangen. Beide haben die Gelegenheit verpasst das L-ICH-t, das ICH in sich aufzunehmen:(

    …“und der Römer kann keine Schuld an ihm finden, das heißt, er weiß nichts mit dem anzufangen, was da vor sich geht“.

    Bis heute hat es sich wenig daran geändert, denn auch heute wählen viele Menschen eher die Illusion des Egos, als das L-ICH-t des Geistes…:(:( Freiheit eben...:):):)


    Herzliche Grüße
    Belinda

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  61. Beim Advent und Weihnachten geht es in der Tat darum, Lichte in sich auf zu nehmen (Verzeihung, es ist die späte, oder frühe, Stunde)...

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  62. Lieber Michel Gastkemper,

    Lichte wird hier bei den Egoisten das ganze Jahr aufgenommen. Nicht nur zu Advent, in der Tat, das ganze Jahr – das braucht es auch.

    Seit Lichte hier sein regelmäßiges Erscheinen hat, ist er auch nicht mehr so bösartig.
    Eine Krankheit ist ja auch nicht bösartig – sondern macht aufmerksam, dass im System etwas nicht stimmt.
    Steiners klangvolle Sprache und tief-berührende Formulierungen verführen auch zu manchen Irrungen.

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  63. Zum Abschluß des Jahres noch: Die Steiner Dekadenz-Triade

    Da sind einmal die nordamerikanischen Indianer, die nicht über die Beringstraße nach Amerika gelangten, sondern direkt von Afrika aus, wo sie zuerst schwarz waren. Sie verfärbten sich dann auf Grund der veränderten Sonneneinstrahlung kupferrot und gingen an ihrer Egoität zugrunde.
    Sie gingen nicht an der Egoität der europäischen Auswanderer zugrunde, die einen Genozid durchführten, um sich das von den Indianern besiedelte Land anzueignen.

    Zweitens ist da das jüdische Volk, das verantwortlich ist für die Auferstehung. Es war Hauptdarsteller dieses großen kosmischen Ereignisses und daher von einzigartiger Bedeutung.
    Nun gibt es Altkatholiken und einige Anthroposophen die weiter schreien: Kreuzigt ihn, kreuzigt ihn. Steiner läßt uns zwar wissen, dass wir uns längst über Völkisches erheben, kehrt jedoch in eben dieses Denken zurück. Ich denke,es müßte einmal ein Experte ausrechnen, wie viele Menschen weltweit ermordet wurden, weil sie Jesus Christus nicht individuell-persönlich anerkannt haben. Im Holocaust wurde Christus millionenfach getötet. Auch Steiner hat dazu seinen Teil beigetragen.
    Hartgesottene Anthroposophen mögen mir wohl Unverständnis der karmischen Zusammenhänge a` la Althaus vorwerfen, das nehm ich als Kompliment – selbst Steiner wußte es in seinen klaren Momenten besser:
    „Aber sehen Sie, der Christus ist auf Erden erschienen, als das Mysterium von Golgotha sich zugetragen hat, nicht, um den Menschen eine Lehre bloß zu geben, sondern um die Tatsache seines Erscheinens auf Erden durchzumachen. Er ist für alle Menschen gestorben. Die physische Konstitution aller Menschen, auch derjenigen, die nicht an den Christus glaubten, ist durch das Ereignis von Golgotha verbessert und gerettet worden....“ GA226

    Zu guter Letzt haben wir noch das französische Volk, oder richtiger gesagt, die französische Rasse. Auch diese ist dekadent geworden und ganz anders als im germanischen Volk, der Blüte der völkischen Entwicklung, fließt im Blutsystem des Franzosen Verdorbenes. Das, weil er Schwarze in sein Land kommen ließ. Seltsam, dass Steiner den Umstand verurteilt, dass der Schwarze nach Europa kommt und nicht dass europäische Imperialisten „verunreinigten“ afrikanischen Boden betraten, den Kontinent ausplünderten und wiederum Massengräber hinterließen. Wer wird nun den karmisch notwendigen Genozid an den Franzosen ausüben? Es handelt sich immerhin um mehr als 60 Mio Menschen. Die Deutschen werden das sicherlich nicht sein, dazu versteht sich Merkel einfach zu gut mit Sarkozy.

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  64. Liebe freudean,

    ich fange langsam an, mir Sorgen um dich zu machen, sieht es doch so aus, als würdest du in die Fußstapfen unseres unentwegt und unverdrossen repetierenden Andreas Lichte treten wollen ;-))

    anonym1

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  65. @ anonym1

    "Sorgen machen"? Unnötig! Sie sind so erleuchtet – kommen sich wie die Reinkarnation von Rudolf Steiner vor –, da ist es doch völlig egal, was auch immer hier geschrieben wird

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  66. Liebe freudean,

    wer wird denn gleich in die Luft gehen? Mich ödet es eben auf Dauer nur noch an, wenn Lichte und Co. immer mit derselben armseligen, denkbehinderten Leier kommen (und du scheinst dich da bedauerlicherweise einreihen zu wollen).

    anonym1

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  67. Lieber anonym1,

    Du brauchst Dir keine Sorgen um mich zu machen; siehst Du nicht, wie schön systematisch ich Obiges ausgearbeitet habe?
    Ich habe ein paar Dinge wiederholt, weil andauernd etwas Neues dazu kommt, es ist aber sicherlich keine Leier.
    Ich beschäftige mich noch nicht so lange mit der Anthroposophie, und was für viele alte Hüte oder wieder eingeschlafene Hunde sind, ist für mich oft noch neu. Deshalb hat obige Triade auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vieles habe ich noch nicht gelesen oder werde es nicht lesen.

    Drück doch auch einmal Du eigene Gedanken zu der Thematik aus. Eigene – nicht Hinweise auf andere Autoren oder Beschimpfungen oder Vorwürfe, jemand würde gewiße Zusammenhänge nicht verstehen..Oder ist Dir Antisemitismus wurscht?? Schreib doch mal, wie Du diese Zusammenhänge siehst. Deine Gedanken sind sicher anders, als meine –

    In der Weihnachtslesung vor ein paar Tagen gab es Parzifal, die unbefleckte Empfängnis von Maria und ein paar tränengerührte Augen. Ich weiß nicht, wie lange ich noch durchhalte da hinzugehen.
    Vielleicht hätten die Themen Dir besser gefallen.

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  68. ... übrigens scheinst Du obigen anonym mit mir verwechselt zu haben.

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  69. @ freudean

    der Erleuchtete Nummer 1 – "anonym1"– sollte vielleicht noch etwas üben, in der Akasha-Chronik zu lesen

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  70. Liebe freudean,

    „eigene Gedanken“? Also gut, dazu will ich aber ein paar Selbstverständlichkeiten vorausschicken, was man/frau mir verzeihen möge: Es dürfte ganz allgemein für jeden nachvollziehbar sein, dass alles, was einem Menschen in seinem Leben, in welcher Form auch immer, als etwas Gegebenes entgegentritt und von ihm bewusst wahrgenommen wird, dass er dieses alles in sein jeweiliges Bezugs-/Wertesystem in irgendeiner Form einordnen will, das hängt stets mit dem Trieb nach Verstehen/Erkennen-Wollen des Wahrgenommenen zusammen. Diese Einordnung gelingt gewöhnlich mehr oder eben auch weniger gut, abhängig vom Grad des ungetrübten Verstehens bzw. Erkennens von etwas. Gelingt die Einordnung gut, dann kann der Mensch handelnd mit der Wirklichkeit des Gegebenen in eine konstruktive Beziehung treten; gelingt sie schlecht, weil das Verständnis/Erkennen mangelhaft war, wird eine solche konstruktive Beziehung nicht möglich sein, das eigene Leben wird sich demzufolge als sehr widersprüchlich und schwierig gestalten. Kurz gesagt: wessen Weltanschauung im Widerspruch zur Seins-Wirklichkeit steht, von dem wird sein Leben stets in irgendeiner Form als leidvoll erlebt werden müssen, um so mehr, je größer dieser weltanschauliche Seins-Wirklichkeits-Widerspruch ist.

    Damit will ich nur sagen, wer die Anthroposophie Steiners als das erkennt, was (Swassjan würde sagen WER) sie wirklich ist, der käme ganz sicher nicht auf den überaus unsinnigen Gedanken, Steiner Rassismus oder Antisemitismus vorzuwerfen. Dieser Vorwurf würde sich bereits dann erledigen, in Luft auflösen, wenn man mit dem nötigen Erkenntnis-Willen die PdF oder die Theosophie durcharbeitete und sich dabei nicht von seinen persönlichen Sympathien und Antipathien leiten ließe. Dann würde man auch all die besagten Zitate in einem übergeordneten kontextuellen Zusammenhang sehen können und nicht als etwas, das Individuum betreffendes.

    anonym1

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  71. Im Neger wird da drinnen fortwährend richtig gekocht ...Sonntag, 18. Dezember 2011 um 20:16:00 MEZ

    "wer die Anthroposophie Steiners als das erkennt, was (Swassjan würde sagen WER) sie wirklich ist, der käme ganz sicher nicht auf den überaus unsinnigen Gedanken, Steiner Rassismus oder Antisemitismus vorzuwerfen":


    »(…) Wenden wir das auf den Menschen selber im Weltenraum an. Sehen wir uns zunächst die Schwarzen in Afrika an. Diese Schwarzen in Afrika haben die Eigentümlichkeit, daß sie alles Licht und alle Wärme vom Weltenraum aufsaugen. Sie nehmen das auf. Und dieses Licht und diese Wärme im Weltenraum, die kann nicht durch den ganzen Körper durchgehen, weil ja der Mensch immer ein Mensch ist, selbst wenn er ein Schwarzer ist. Es geht nicht durch den ganzen Körper durch, sondern hält sich an die Oberfläche der Haut, und da wird die Haut dann selber schwarz.

    So daß also ein Schwarzer in Afrika ein Mensch ist, der möglichst viel Wärme und Licht vom Weltenraum aufsaugt und in sich verarbeitet. Dadurch, daß er das tut, wirken über den ganzen Menschen hin die Kräfte des Weltenalls so. (Es wird gezeichnet.) Überall nimmt er Licht und Wärme auf, überall. Das verarbeitet er in sich selber. Da muß etwas da sein, was ihm hilft bei diesem Verarbeiten. Nun, sehen Sie, das, was ihm da hilft beim Verarbeiten, das ist namentlich sein Hinterhirn. Beim Neger ist daher das Hinterhirn besonders ausgebildet. Das geht durch das Rückenmark. Und das kann alles das, was da im Menschen ist an Licht und Wärme, verarbeiten. Daher ist beim Neger namentlich alles das, was mit dem Körper und mit dem Stoffwechsel zusammen hängt, lebhaft ausgebildet. Er hat, wie man sagt, ein starkes Triebleben, Instinktleben. Der Neger hat also ein starkes Triebleben. Und weil er eigentlich das Sonnige, Licht und Wärme, da an der Körperoberfläche in seiner Haut hat, geht sein ganzer Stoffwechsel so vor sich, wie wenn in seinem Innern von der Sonne selber gekocht würde. Daher kommt sein Triebleben. Im Neger wird da drinnen fortwährend richtig gekocht, und dasjenige, was dieses Feuer schürt, das ist das Hinterhirn. (…)

    Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse. (…)«

    „Vom Leben des Menschen und der Erde – Über das Wesen des Christentums“, GA 349, Dritter Vortrag, Dornach, 3. März 1923“

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  72. "Der Neger hat also ein starkes Triebleben..."

    Darum schnackseln die ja auch so gerne, wie Gloria Thurn von Taxis diesen Umstand vor einigen Jahren einmal klar erkannt und benannt hat.

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  73. Was ist die Hirnmasse? Die Hirnmasse ist einfach zu Ende geführte DarmmasseSonntag, 18. Dezember 2011 um 20:40:00 MEZ

    und anthros haben sich ins hinterhirn geschissen, geisteswissenschaftlich gesehen, natürlich:

    “Was ist die Hirnmasse? Die Hirnmasse ist einfach zu Ende geführte Darmmasse. Verfrühte Gehirnabscheidung geht durch den Darm. Der Darminhalt ist seinen Prozessen nach durchaus verwandt dem Hirninhalt. Wenn ich grotesk rede, würde ich sagen, ein fortgeschrittener Dunghaufen ist das im Gehirn sich Ausbreitende; aber es ist sachlich durchaus richtig. Der Dung ist es, der durch den eigenen organischen Prozess in die Edelmasse des Gehirns umgesetzt wird und da zur Grundlage für die Ich-Entwickelung wird” (

    "Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft" , GA 327, S.201

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  74. BeiLichte ist die Darmmasse jedenfalls sichtbar in Bewegung geraten und hat die Synapsen komplett verklebt; zumal er derartig in Rage wieder in mehreren Blogs zeitgleich ist. Was ist los? Job verloren? Aus der Wohnung geflogen? Keine Beschäftigung beim evangelischen Sektenbeauftragten? Glauben verloren? In Anthroposophin verknallt? Ich glaube, er verdient unser Mitgefühl.

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  75. Lieber Michael,

    Lichte hat mein volles Mitgefühl, denn ich glaube, du hast seinen Zustand recht treffend analysiert :-)

    anonym1

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  76. @ Michael Eggert

    ein weiterer hoffnungsloser Versuch, vom Wahnsinn abzulenken, den die versammelte Anthroposophenschaft als "Geisteswissenschaft" Rudolf Steiners ausgibt.

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  77. Mit derart dürftiger Darmmasse Andere darüber belehren zu wollen, wo es lang geht, ist schon ein mutiges Unterfangen, Herr Lichte. Sie versuchen die mangelnde Masse durch ständiges Wiederholen wett zu machen, stimmts ? Klappt nicht, war aber ein netter Versuch.

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  78. "Techniker Krankenkasse lässt Versicherte für anthroposophische Pseudomedizin bezahlen"Sonntag, 18. Dezember 2011 um 21:39:00 MEZ

    @ Michael Eggert

    Dass es Ihnen nichts ausmacht, den Rassisten Rudolf Steiner zu verehren, ist inzwischen klar, jedem.

    Das "ständige Wiederholung" ist wohl darauf zurückzuführen, daß Sie nie die kleine Welt Ihres "Anthroblogs" verlassen. Werfen Sie doch mal einen Blick nach draußen, auf diesen Artikel – und schauen Sie sich an, wie viele tweets und facebook-Nennungen es gibt:

    http://www.ruhrbarone.de/techniker-krankenkasse-laesst-versicherte-fuer-anthroposophische-pseudomedizin-bezahlen/

    "Techniker Krankenkasse lässt Versicherte für anthroposophische Pseudomedizin bezahlen"

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  79. Lieber anonym1

    ich stimme mit Dir überein, dass jede/r von uns über ein bestimmtes Wertesystem verfügt, in das sie/er eine neue Erfahrung oder Weltanschauung einordnen möchte. Ich unterteile dieses Wertesystem noch in ein kulturell übernommenes und ein tiefer liegenderes und in seiner Natur individuelleres.

    Geh bitte davon aus, dass ich eine anthroposophische Anfängerin bin. Wie stehst Du zu den beiden (in 13jährigen Abstand getätigten) unterschiedlichen Aussagen Steiners bezügl. des jüdischen Volkes? Ich erspare uns allen die entsprechenden Aussagen hier nochmals zu posten. Ich gehe davon aus, dass Du diese kennst.

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  80. Liebe Freudean, ich glaube inzwischen, leider, dass Du unbelehrbar bist, da wird es auch nichts nützen, wenn anonym 1 eigene Gedanken formuliert. Du scheinst mir aktuell nur dann erlösbar zu sein, wenn man Dir zustimmt in Deinen Ansichten.

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  81. Ich denke nicht, dass es um Zustimmen- oder- Nicht geht, sondern um die individuelle Positionierung, die jeder gegenüber Steiner einnimmt. Es wird keine 2 identischen Positionen geben. Man kann ihn zB total ablehnen, aber doch einige Auswirkungen seiner Arbeiten anerkennen. Oder man kann ihn vollkommen verehren, aber eigentlich überhaupt nicht verstehen, worum es ihm ging. Jeder ist da völlig frei, und es gibt alle Schattierungen.

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  82. Aber es gibt Wahrheiten die mit ihm, Steiner, absolut nichts zu tun haben, nur weil er davon berichtet. Und wenn man dazu individuelle Positionen einnimmt ist das ja ok, sollte dann aber nicht vergessen zu fragen, warum man sie gerade einnimmt. "Der Verstand, der an das physische Gehirn gebunden ist..." z. B.

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  83. @ Michael Eggert

    worum es Steiner ging?

    “Zander spart nicht mit Hinweisen darauf, dass es sich bei den Mitgliedern der Theosophischen Gesellschaft durchgehend um Adel und gut situiertes Bürgertum handelte:

    “Der typische Theosoph war eine Frau: gebildet, nicht arm und Protestantin, eine Bürgersfrau eben, die aus Mangel an Alternativen Theosophin wurde.” Man erhält den Eindruck, dass Steiner seinen plötzlichen Aufstieg einer Schar gelangweilter Millionärsgattinnen verdanke, die das Geld ihrer Männer für Spinnereien verprassten.”

    Quelle: Spektrum der Wissenschaft 9/2011, “Eine Anti-Hagiografie - Heiliger oder Spielball von Geschichte und Gesellschaft? Helmut Zander fordert die Anthroposophen heraus”, http://www.spektrum.de/artikel/1120794&_z=798888

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  84. “Techniker Krankenkasse lässt Versicherte für anthroposophische Pseudomedizin bezahlen

    ... Gastautor Martin Ballaschk kommentiert ...

    ... Rudolf Steiner (1861–1925) war ein populärer Scharlatan und größenwahnsinniger Sektenführer, dessen „Anthroposophie“ so gut wie keinen Lebensbereich unberührt lässt. Seine Heilslehre, die in Anthroposophenkreisen auch irreführend als „Geisteswissenschaft“ bezeichnet wird, gründet sich praktisch vollständig auf den hellseherischen Eingebungen Steiners ..."

    http://www.ruhrbarone.de/techniker-krankenkasse-laesst-versicherte-fuer-anthroposophische-pseudomedizin-bezahlen/

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  85. ..wenn ich an die Saalschlachten denke, die man früher wegen des BibaButzemanns, angestachelt von Beleidigungen, austrug. Meine Güte. Aber man entwickelt sich weiter. Man muß sich nicht mehr extra beherrschen, nichts zu kommentieren. Wer Herrn Lichte durchgestanden hat, ist ausgebildet und schutzgeimpft, was das trollen und fläimen im Internet betrifft, und läßt sich nur noch selten provozieren. Eine tolle Sache, so ein Haus- und Übungstroll. Aber seine Verse sind exakt noch dieselben, wie 2008. Oder war es 2009. Dennoch: Frohe Weihnacht, Herr Lichte.
    m.butty

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  86. @ m.butty

    das ist nicht von Herrn "Lichte", da steht ein anderer Name:

    “Techniker Krankenkasse lässt Versicherte für anthroposophische Pseudomedizin bezahlen

    ... Gastautor Martin Ballaschk kommentiert ...

    ... Rudolf Steiner (1861–1925) war ein populärer Scharlatan und größenwahnsinniger Sektenführer ..."

    http://www.ruhrbarone.de/techniker-krankenkasse-laesst-versicherte-fuer-anthroposophische-pseudomedizin-bezahlen/

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  87. :-) Volle Zustimmung, lieber Mischa - nun kann ich doch nicht widerstehen, zu kommentieren (vielleicht gelingt's ja nächstes Jahr...): wirklich eine tolle Sache, so ein Haus- und Übungstroll!

    Auch von mir herzliches: Frohe Weihnachten, Herr Lichte!

    Ingrid

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  88. @ Ingrid H.

    auch Sie, gnädige Anthro-Dame, können nicht lesen, das ist nicht von Herrn "Lichte", da steht ein anderer Name:

    “Techniker Krankenkasse lässt Versicherte für anthroposophische Pseudomedizin bezahlen

    ... Gastautor Martin Ballaschk kommentiert ...

    ... Rudolf Steiner (1861–1925) war ein populärer Scharlatan und größenwahnsinniger Sektenführer ..."

    http://www.ruhrbarone.de/techniker-krankenkasse-laesst-versicherte-fuer-anthroposophische-pseudomedizin-bezahlen/

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  89. In der inzwischen mehrere Jahre andauernden ewig-gleichen Streiterei zwischen den Egoisten und A.Lichte ist mir die Motivation des Administrators immer wieder ein Rätsel. Warum löscht er die Kommentare/Beleidigungen von A.L. nicht einfach? Hofft er bei diesen sinnlosen, sich wiederholenden Dialogen auf mehr Leser? (Wenn ja, dann sind wir hier nicht allzu weit vom geistigen Niveau der BILD-Zeitung entfernt).

    Ich frage mich auch, warum andere Teilnehmer dieses unwürdige und alberne Spielchen mitspielen. Eventuell gibt es bei den Beteiligten keine anderen Probleme, man ist unterfordert oder hat Langeweile...?

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  90. "Warum löscht er die Kommentare/Beleidigungen von A.L. nicht einfach?"

    Diesen in eine Frage gekleideten Löschwunsch kann ich nur unterstützen, denn, dass Lichtes Synapsen tatsächlich total verlebt sein müssen (wie sonst kann es zu diesem amokartigen Schwachsinnsbombardement mit immer dem gleichen Gebrabbel kommen), ist doch so ziemlich jedem hier schon seit langem klar.

    anonym1

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  91. In unserem kleinen No-Budget- Sender gibts leider nur preiswerte Entertainer. Man kriegt leider auch immer nur denselben Witz, als running gag über Jahre. Hätte ich mehr Geld, würde ich gerne jemanden engagieren, der nicht nur unfreiwillig komisch ist.

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  92. Eggert: "Mit derart dürftiger Darmmasse ..."Montag, 19. Dezember 2011 um 20:19:00 MEZ

    @ Michael Eggert

    Für das Hohe Niveau sorgen Sie doch selber - nur 2 Beispiele von vielen:

    Michael Eggert hat gesagt…
    BeiLichte ist die Darmmasse jedenfalls sichtbar in Bewegung geraten und hat die Synapsen komplett verklebt; zumal er derartig in Rage wieder in mehreren Blogs zeitgleich ist. Was ist los? Job verloren? Aus der Wohnung geflogen? Keine Beschäftigung beim evangelischen Sektenbeauftragten? Glauben verloren? In Anthroposophin verknallt? Ich glaube, er verdient unser Mitgefühl.
    Sonntag, 18. Dezember 2011 20:51:00 MEZ

    Michael Eggert hat gesagt…
    Mit derart dürftiger Darmmasse Andere darüber belehren zu wollen, wo es lang geht, ist schon ein mutiges Unterfangen, Herr Lichte. Sie versuchen die mangelnde Masse durch ständiges Wiederholen wett zu machen, stimmts ? Klappt nicht, war aber ein netter Versuch.
    Sonntag, 18. Dezember 2011 21:32:00 MEZ

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  93. Lieber Manroe,

    ich kann keine Bestandteile einer Lehre oder einer Weltanschauung annehmen, die ich als menschenverachtend empfinde. Es nützt schon etwas, wenn anonym1 eigene Gedanken ausdrückt. Daraus kann ich erkennen, dass er „all die besagten Zitate in einem übergeordneten kontextuellen Zusammenhang sieht und nicht als etwas, das Individuum betreffendes“.

    Ich respektiere seine Sichtweise und drücke aus, dass meine eine andere ist. Nach dem Wirken des Buddha und nach dem Erscheinen des Christus gibt es für mein Verständnis keine übergeordneten Entwicklungen mehr, die NICHT auch das Individuum betreffen. Dazu hat Buddha den Grundstein gelegt und mit Christus ist diese Entwicklung fortgeschritten, das Individuum hat jetzt die Möglichkeit immer mehr aus der karmisch-völkischen Bedingtheit heraus zu treten.

    Das ist jetzt potentiell möglich. Wie ist vor diesem Hintergrund Steiners Hinwendung zum Völkischen, zur germanischen Mythologie zu verstehen? Wie sein Hohenlied auf Wagner und dessen ““religiöse Mission““?

    Immer wieder die alten Fragen hervorzuholen ist auch für mich sehr mühsam. Warum antwortet niemand konkret darauf???? Z.b. schreibt Steiner, dass das Judentum keine Berechtigung innerhalb des modernen Völkerlebens hätte , und dass es sich dennoch erhalten habe, sei ein Fehler der Weltgeschichte. Wen oder was meint er mit Weltgeschichte? Seinen Evolutionsgedanken? Wer oder was hat sich da geirrt? Wie kommt er dazu, die Existenz des Judentums als Fehler zu bezeichnen?

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  94. Steiners Judenhaß in indirekter Rede ...Montag, 19. Dezember 2011 um 20:37:00 MEZ

    @ freudean

    deine Fragen sind nicht auf dem hohen Niveau von Michael Eggert und "anonym1" – die schweben in ganz anderen Sphären.

    (warum du dir die Mühe machst, Steiners Judenhaß in indirekte Rede zu setzen, ist mir nicht recht klar: wird es indirekt akzeptabler?)

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  95. @freudean

    "Wie kommt er dazu, die Existenz des Judentums als Fehler zu bezeichnen?"

    Nun, das hat er doch wohl in besagtem Text auch begründet, oder nicht?
    Also, wenn frau schon kritisiert, dann sollte frau auch zeigen, wo der Fehler in den Begründungen der von Steiner vertretenen Ansicht liegt.

    anonym1

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  96. @ anonym1

    "Also, wenn frau schon kritisiert, dann sollte frau auch zeigen ..."

    Du arrogantes "..." !

    (für den Rest fragen Sie Michael Eggert, der kennt sich da besser aus)

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  97. Liebe Freudean

    ...also zunächst einmal glaube ich Dich schon zu verstehen, und wenn ich das dann verstehe, verstehe ich auch Dich, das mal ganz grundsätzlich.

    "das Individuum hat jetzt die Möglichkeit immer mehr aus der karmisch-völkischen Bedingtheit heraus zu treten."

    Wo könnte das dann hingehen, wenn man mal bitte nur und lediglich auf diesen Strom versucht zu blicken -- und, man kann sich ja auch umdrehen gen "alter Saturn" und nach vorne blickend ab "In der Zeitenwende trat das Weltengeisteslicht in den irdischen Wesensstrom, um sich zu vergegenwärtigen, dass es der werdende MENSCH ist und nicht ein menschliches Individuum, um das es geht, es ist die Entfaltung DES MENSCHEN.

    Und eine solche Entfaltung zeigt sich unter anderem auch in "Rassen", das ist etwas, was man wirklich sehen kann dann, den eigentlichen Strom selbst aber nicht. Und wenn sich in/durch diese(n)m "Strom" eine Entwickelung, äussert, zeigt, dann "fällt da auch etwas ab", wandelt sich, metamorphosiert sich innerhalb dieses Stromes dasjenige sich Entfaltende und Entwickelnde, was wir den MENSCHEN nennen. So ist es! Das wäre der eine und wesentliche Blick, um den es geht, wenn man das versuchen möchte zu erfassen.

    Der zweite Blick richtet sich auf das Gewordene, z.B. die Rassen, ganz konkret jetzt, richtig sichtbar in die Erscheinung getretene Werdeformen in Wandlung und Metamorphose begriffen. Da schält sich etwas heraus. Und, richtet man jetzt den Blick auf das, was durch Verwandlung überwunden wird, oder abfällt, wie immer man das jetzt auch ausdrücken mag, um ja niemanden zu verletzen, dann IST ES SO, dass da was abfällt, nehme jedes andere Wort dafür, um es zu beschreiben, beachte aber bitte, dass, wenn sich etwas entwickelt, entfaltet, was "abfällt", VÖLLIG WERTFREI beschreibend und nur so wird Steiner das gemeint haben, für mein Empfinden kann man es nur so erleben. Und dann möge man bitte auch beachten, dass jene besagten Stellen meines Wissens aus den Arbeitervorträgen stammen und da hat er anders beschrieben als sonst, man möge das bitte mal registrieren!!!

    Ich hatte immer so ein Bild vor Augen, im Bemühen das hier möglichst prägnant rüberzukriegen und blieb an folgender Szene hängen. Man gehe in eine Picasso-Ausstellung, meinetwegen im Louvre und betrachte seine Werke, permanent im Hinterkopf habend, wie er mit Frauen umgegangen ist --- was hat das mit seinem Werk und seinen Bildern zu tun, ganz konkret jetzt, mal die Musen-Komponente ausser Acht lassend --- mal wirken lassen bitte. Dies als Bild dafür, wie Du Dich in meinen Augen verrennst, wenn Du statt (auch) auf den großen Bogen nur auf geschichtlich Gewordenes schaust und Dir daurch ein tieferes Erfassen selbst verstellst. Und achtet man nicht auf die feinen Grenzen zwischen beiden Blicken, dann rutscht von der einen Seite etwas auf die andere Seite hinüber, was da überhaupt nicht hingehört.

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  98. Liebe freudean,
    Das besagte Problem ist mir auch noch immer ein Rätsel. Bekannt ist, das das Zitat einer Rezension aus dem Jahre 1888 oder 1989 entstammt, Steiners Wiener Jahre, über Hamerlings ‘Homunculus’. Okay, man kan sagen: eine Jugendsünde, obwohl Steiner damals schon 27 oder 28 war.
    Aber. Was geschieht 1924, in ‘Mein Lebensgang’? Im 8. Kapitel, ‘1886-1889. Wien. Hamerlings Homunculus. Idealismus, Ästhetik’ (http://www.anthroweb.info/ga28_kapitel_8.html), schreibt Steiner ausführlich über diesen
    ‘Homunculus’. Im 13. Kapitel, 1890, Wien. Nietzsche. Hamerling, Antisemitismus, Breuer, Freud, Psychoanalyse’ (http://www.anthroweb.info/ga28_kapitel_13.html), ist wiederum viel Raum für dieses Buch. Steiner beschreibt die Familienverhältnisse, worin er damals arbeitete und lebte, als Hauslehrer:

    ‘All dieses, das Seelenleben einer Frau, deren schönste Hingabe an ihre Söhne, das Leben der Familie innerhalb eines weiten Verwandten- und Bekanntenkreises lebte ich mit. Aber dabei ging es nicht ohne Schwierigkeit ab. Die Familie war eine jüdische. Sie war in den Anschauungen völlig frei von jeder konfessionellen und Rassenbeschränktheit. Aber es war bei dem Hausherrn, dem ich sehr zugetan war, eine gewisse Empfindlichkeit vorhanden gegen alle Äußerungen, die von einem Nicht-Juden über Juden getan wurden. Der damals aufflammende Antisemitismus hatte das bewirkt.

    Nun nahm ich damals an den Kämpfen lebhaften Anteil, welche die Deutschen in Österreich um ihre nationale Existenz führten. Ich wurde dazu geführt, mich auch mit der geschichtlichen und sozialen Stellung des Judentums zu beschäftigen. Besonders intensiv wurde diese Beschäftigung, als Hamerlings «Homunculus» erschienen war. Dieser eminent deutsche Dichter wurde wegen dieses Werkes von einem großen Teil der Journalistik als Antisemit hingestellt, ja auch von den deutschnationalen Antisemiten als einer der ihrigen in Anspruch genommen. Mich berührte das alles wenig; aber ich schrieb einen Aufsatz über den «Homunculus», in dem ich mich, wie ich glaubte, ganz objektiv über die Stellung des Judentums aussprach. Der Mann, in dessen Hause ich lebte, mit dem ich befreundet war, nahm dies als eine besondere Art des Antisemitismus auf. Nicht im geringsten haben seine freundschaftlichen Gefühle für mich darunter gelitten, wohl aber wurde er von einem tiefen Schmerze befallen. Als er den Aufsatz gelesen hatte, stand er mir gegenüber, ganz von innerstem Leid durchwühlt, und sagte mir: ‹Was Sie da über die Juden schreiben, kann gar nicht in einem freundlichen Sinne gedeutet werden; aber das ist es nicht, was mich erfüllt, sondern dass Sie bei dem nahen Verhältnis zu uns und unseren Freunden die Erfahrungen, die Sie veranlassen, so zu schreiben, nur an uns gemacht haben können.» Der Mann irrte; denn ich hatte ganz aus der geistig-historischen Überschau heraus geurteilt; nichts Persönliches war in mein Urteil eingeflossen. Er konnte das nicht so sehen. Er machte, auf meine Erklärungen hin, die Bemerkung: «Nein, der Mann, der meine Kinder erzieht, ist, nach diesem Aufsatze, kein ‹Judenfreund›.» Davon war er nicht abzubringen. Er dachte keinen Augenblick daran, dass sich an meinem Verhältnis zu der Familie etwas ändern solle. Das sah er als eine Notwendigkeit an. Ich konnte noch weniger die Sache zum Anlass einer Änderung nehmen. Denn ich betrachtete die Erziehung seines Sohnes als eine Aufgabe, die mir vom Schicksal zugefallen war. Aber wir konnten beide nicht anders als denken, dass sich in dieses Verhältnis ein tragischer Einschlag gemischt hatte.’

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  99. Es ist mir völlig unbegreiflich, wie Steiner so schreiben kann, ein Jahr vor seinem Tod. Seine ‘geistig-historischen Überschau’ geht vor alles. Er kann Recht gehabt haben bezüglich das Faktum das damals nicht seine persönlichen Erfahrungen in dieser Familie anlass waren für sein Urteil und damit diesen jüdischen Vater Laudislas Specht widersprechen: er war und blieb ein Judenfreund. Aber seine ‘Überschau’ bleibt sein Leben lang stehen und tut das 1924 noch immer, denn sie ist inzwischen nicht abgeändert: er nimmt kein Wort zurück von seinen alten Auffassung. Merke: sein Autobiografie ist keinen Arbeiter-Vortrag!
    Als Anthroposoph komme ich hier nicht mit.

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  100. Ich auch nicht. Auch für den Steiner- Biografen Gary Lachman bleibt die Situation im Hause Specht und diese Haltung Steiners rätselhaft. Lachman spricht (S 61, englische Ausgabe) von einem seltsamen Hang Steiners in seinen frühen Aufsätzen, enge Freunde zu brüskieren. Lachman vermutet auch einen höchst persönlichen Hintergrund, nämlich ein enges Verhältnis Steiners zur Hausherrin Pauline. Aber das soll nicht von der Sache ablenken, da Steiner ja sein Leben lang dazu gestanden hat.

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  101. "seine ‘Überschau’ bleibt sein Leben lang stehen und tut das 1924 noch immer, denn sie ist inzwischen nicht abgeändert: er nimmt kein Wort zurück von seinen alten Auffassung. Merke: sein Autobiografie ist keinen Arbeiter-Vortrag!
    Als Anthroposoph komme ich hier nicht mit."
    Ärgerlich! Ich komm da auch nicht mit. Und es schlägt in allerlei gewissen Kreisen bis heute Wellen, und plätschert munter fort..
    Danke für den Hinweis, ich habe da einst auch mit angehaltenem Atem gelesen, es wieder vergessen (..und verdrängt? ein wenig, aber etwas ersehnt, was heute, auch hier auf dieser Seite im Internet geschieht), aber ich erinnere anhand des Zitats wieder meinen damals angehaltenen, nein, fragend -stillstehenden- Atem.
    Herzl., m.butty

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  102. Ist Rudolf Steiner Antisemitismus wirklich so überraschend?Montag, 19. Dezember 2011 um 23:21:00 MEZ

    Ist Rudolf Steiner Antisemitismus wirklich so überraschend?

    Der Reihe nach:

    – der Katholische Glaube enthält Elemente, die höchst zweifelhaft sind, wer von den Herren Anthroposophen sie "antisemitisch" nennen möchte, soll das tun:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Karfreitagsfürbitte_für_die_Juden

    "Die Karfreitagsfürbitte für die Juden ist eine der Großen Fürbitten in der Karfreitagsliturgie nach dem römischen Ritus, den die römischen Katholiken, Altkatholiken und manche Anglikaner verwenden.

    Sie entstand im 6. Jahrhundert, nannte die Juden seit 750 "perfidis" („treulos“), ihren Glauben "iudaica perfidia" („jüdische Treulosigkeit“) und bat Gott darum, den „Schleier von ihren Herzen“ wegzunehmen, ihnen die Erkenntnis Jesu Christi zu schenken und so der „Verblendung ihres Volkes“ und „Finsternis“ zu entreißen. Seit 800 erhielt sie zudem besondere Merkmale: Nur bei dieser Fürbitte sollten die Beter nicht niederknien und kein Amen sprechen. 1570 legte Papst Pius V. diese Fassung fest, die bis 1956 unverändert gültig blieb.

    Historikern gilt sie als Ausdruck eines christlichen Antijudaismus, der auch den Antisemitismus befördert habe.[1] Kritik an der traditionellen Judenfürbitte fand erst nach dem Holocaust Gehör. Seit 1956 veränderte der Vatikan sie schrittweise bis zu ihrer heute gültigen Normalfassung von 1970. Diese betont Israels Erwählung zum Gottesvolk und bittet nicht um Erkenntnis Christi, sondern um Treue der Juden zu Gottes Bund und Liebe zu seinem Namen, erkennt also das Judentum an.

    Seit 1984 ist auch eine lateinische Ausnahmefassung nach der Liturgie von 1962 möglich. Papst Benedikt XVI. erleichterte 2007 deren Anwendung, um katholischen Traditionalisten entgegenzukommen. 2008 formulierte er diese Fassung neu: Der Einleitungssatz bittet um Erleuchtung der Juden zur Erkenntnis Christi, „des Retters aller Menschen“. Dies rief anhaltende Proteste und Störungen im katholisch-jüdischen Dialog hervor."

    – nun beansprucht Rudolf Steiner für seine "Anthroposophie", daß sie die einzig wahre Fortführung des Christlichen Glaubens sei – schon allein deshalb muß er den Jüdischen Glauben – als nicht mehr zeitmäßen Vorläufer des Christentums – abwerten:

    http://www.nzz.ch/nachrichten/hintergrund/wissenschaft/ein_jesus_aus_nazareth_und_einer_aus_bethlehem_1.9107643.html

    "Ein Jesus aus Nazareth und einer aus Bethlehem

    Glauben

    So, wie er die Naturwissenschaften «geisteswissenschaftlich» erweitern und korrigieren wollte, verfuhr Rudolf Steiner auch mit der Theologie. Die Bibel hat er als historisches Dokument zwar zur Kenntnis genommen, ihre Bedeutung aber relativiert. Wirkliche Erkenntnis sei immer übersinnlich: «Das müssen wir uns immer wiederum vor die Seele stellen, dass wir nicht aus Urkunden schöpfen, sondern dass wir schöpfen aus der geistigen Forschung selbst», sagt er. Oder: «Meine Erkenntnisse des Geistigen, dessen bin ich mir voll bewusst, sind Ergebnisse eigenen Schauens». Steiner formuliert offen einen hellseherischen Anspruch, eine Quelle des Wissens, die nur Initiierten wie ihm offensteht und die ihn zu ganz neuen Erkenntnissen über Jesus führt.

    Laut Steiner gab es nicht nur einen Jesus, sondern zwei, die beide um die Zeitenwende geboren wurden – einer in Bethlehem, der andere in Nazareth. Die Eltern hiessen in beiden Fällen Maria und Joseph. Der eine Jesus war eine Reinkarnation des alt-iranischen Religionsstifters Zarathustra, der andere stand mit Buddha in Verbindung. Mit 12 Jahren verliess die «Ichheit» des Zarathustra-Jesus seinen Körper und drang in den anderen Jesus ein. Dieses Wissen will Steiner dem geistigen Weltgedächtnis, der Akasha-Chronik, entnommen haben. Er formuliert ein 5. Evangelium, das die vier biblischen ergänzt, sie in ihrer Bedeutung laut Steiner aber übertrifft, weil er als Hellseher unmittelbare Erkenntnis beansprucht. Die biblischen Evangelien stammten zwar auch aus der Akasha-Chronik, seien durch fehlerhafte Abschriften aber verfälscht worden. (hir.)"

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  103. Ich finde die analoge Schlussfolgerung (Kath Ritus ist zT antisemitisch- Steiner hat den Christlichen Glauben neu gefasst- also ist Steiner antisemitisch) dann doch etwas schlicht. Ein latenter Antisemitismus ist dennoch in diesen beiden Fällen mit Händen zu greifen, hängt sich aber meiner Meinung nach zentral an der teleologischen Ausrichtung auf. Dies gilt sowohl für den Katholizismus wie auch für manche Aspekte in Steiners Entwicklungsgedanken.

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  104. Antisemitismus & „Menschheitsentwickelung und Christus-Erkenntnis“Dienstag, 20. Dezember 2011 um 00:41:00 MEZ

    @ Michael Eggert

    Das ist falsch zusammengefasst: "Ich finde die ANALOGE Schlussfolgerung (Kath Ritus ist zT antisemitisch- Steiner hat den Christlichen Glauben neu gefasst- also ist Steiner antisemitisch) dann doch etwas schlicht."

    noch mal drüber nachdenken.

    Richtig ist, daß Steiners Antisemitismus – genauso wie sein Rassismus – in Steiners Evolutionsgedanken – der "Menschheitsentwickelung" – begründet ist. Hier nur ein Beispiel, in dem ausdrücklich die "religiöse Weltanschauung" (hier nicht die jüdische) genannt wird:

    „Wir haben in der amerikanischen Rasse eine primitive Urbevölkerung vor uns, die weit, weit zurückgeblieben ist, auch in bezug auf religiöse Weltanschauung. (…) Aber die Europäer sind hinaufgestiegen zu einer höheren Kulturstufe, während die Indianer stehengeblieben und dadurch in Dekadenz gekommen sind. Diesen Entwickelungsvorgang muß man immer beachten. Er läßt sich darstellen wie folgt. Im Laufe der Jahrtausende verändert sich unser Planet, und diese Veränderung bedingt auch eine Entwickelung der Menschheit. Die Seitenzweige, die nicht mehr in die Verhältnisse hineinpassen, werden dekadent. Wir haben also einen geraden Entwickelungsstamm und abgehende Seitenzweige, die verfallen."

    Rudolf Steiner, „Menschheitsentwickelung und Christus-Erkenntnis“, Seite 244

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  105. Ja, dieser Entwicklungsgedanke ist problematisch, in vielerlei Hinsicht. Er geht ja auf Joachim von Fiore zurück (http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_von_Fiore
    Hier ist sicher auch gegenüber Steiner kritische Distanz angezeigt. Solche Argumentationslinien haben schon den Kolonialisten gedient, ebenso wie Anhängern der Apartheit.

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  106. "Ja, dieser Entwicklungsgedanke ist problematisch, in vielerlei Hinsicht. Er geht ja auf Joachim von Fiore zurück (http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_von_Fiore
    Hier ist sicher auch gegenüber Steiner kritische Distanz angezeigt. "

    Es ist kein Entwicklungs-Gedanke, sondern eine mittels Gedanken beschriebene An-Sicht dessen, wie Entwick-e-lung verläuft, verlaufen ist und prinzipiell verlaufen wird, wenn man bestimmte Tatsachen lediglich mit kritischem Intrellekt statt geistbegabter Fähigkeit begeht.

    Neben dem "Fotowettbewerb" findet hier noch ein ganz anderer statt und bei diesem geht der Pokal ganz offensichtlich an den Herrn Lichte, er "scheint" wohl das richtige Brett bebohrt zu haben, was nicht heissen soll, dass ich ihm zustimme. Dieser Umstand erklärt wohl auch, warum er nicht konsequent gelöscht wurde.

    Als nächsten Schritt bei der intellektuellen Demontage Steiners würde ich sein Werk "Wie erlangt man..." vorschlagen, da die dort anvisierten Schläflinge doch gar nicht existieren. Oder am besten gleich die "Tatsache" dass Christus am dritten Tage auferstanden sei.

    Was fehlt sind Erfahrungen darüber, warum im "freien" Menschen bestimmte Tatsachen ab einem bestimmtem Punkt zum Problem werden. Das Lämpchen der Kritik ist ein ganz armseliges, was ersichtlich werden würde, bekäme man den führenden Arm zu Gesicht.

    ------------------

    "Solche Argumentationslinien haben schon den Kolonialisten gedient, ebenso wie Anhängern der Apartheit."

    Ja und!!? Ist dieser Umstand ein Beleg dafür, dass jene "Argumentationslinien" falsch sind, nur weil Gier und Machtbesessenheit die stärkste Triebkraft haben und falsch ernährt wurden? Man sollte eher darüber nachdenken, ob der gegenwärtige Mensch reif ist für bestimmte Inhalte und man sie lieber in Geheimbünden (weiterhin) verschweigt. An dieser Stelle allerdings geht mein zutiefst erlebter Dank an das Vertrauen und den Schlüssel, dass und den er bestimmten Menschen geschenkt hat.

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  107. @ Michel Gastkemper

    "dass Sie bei dem nahen Verhältnis zu uns und unseren Freunden die Erfahrungen, die Sie veranlassen, so zu schreiben, nur an uns gemacht haben können.» Der Mann irrte; denn ich hatte ganz aus der geistig-historischen Überschau heraus geurteilt;..."

    "Als Anthroposoph komme ich hier nicht mit."

    Als Anthroposoph? Wieso Anthroposoph??

    Man kann nur denken, was man sieht. Was hat das mit Anthroposoph zu tun? Erst ab jenem Zweifel, durch die Inhalte die hier zur Rede stehen, beginnt doch jenes "Land" Anthroposophia. Und ich meine an dieser Stellen nicht den Glauben, sondern dass ab hier die bislang genutzten Kräfte eine Wandlung zur Imagination erfordern. "Im Denken sehend werden..." statt zu denken.
    --------------------

    "Das Mysterium von Golgatha soll von keinem Menschen angenommen werden, der nur historisch materielle Beweise verlangt."

    Das gilt in meinen Augen auch für andere Inhalte. Es markiert die wesentliche Wendemarke im Sinne von "ändert euren Sinn".

    "In der Zeitenwende..." Zeit-en und deren Wende. WENDE! Weil ab hier die folgenden Glieder des Menschen, Imagination... Geistselbst... die das Denken leitenden Kräfte sein müssen.

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  108. Teil I meines Comments:
    Das habe ich hier schon einmal gehört. Ich wußte gar nicht, daß der Terminus "Drittes Reich" so alt ist.

    Zitat Wikipedia: -"Das letzte, das Dritte Zeitalter, steht im Zentrum des joachimitischen Geschichtbildes. Dieses Zeitalter wird auch Drittes Reich genannt (siehe auch Chiliasmus).[1] Dem Dritten Zeitalter geht die Ankunft des Antichrist voraus, welcher dann von einer kirchlichen Persönlichkeit besiegt wird. So identifizierten einige joachimitische Franziskaner den Heiligen Franziskus auf Grund seiner Stigmata als Alter-Christus. Seine Lehre wird auch mit dem Begriff der „Drei-Zeiten-Lehre“ bezeichnet."-

    Ich weiß aus eigener Erfahrung und von anderen Augenzeugen, die in den 70er Jahren Real- und Gymnasialschüler waren, daß Schullehrer an Staatsschulen solchen Entwicklungsgedanken noch angehangen haben. Ich will um Gottes Willen damit nicht sagen, daß somit die Anthroposophen "nischt allaine" so gedacht hätten, sondern..

    Daß die Entnazifizierung bzw. das Sichten von Varianten von Sozialdarwinismus einerseits und spezieller Interpretationen der Evolutionslehre andererseits ein sehr langsamer Prozeß in unserer Gesellschaft ist, der noch nicht einmal richtig bemerkt worden ist.

    Ich erinnere mich an einen Geographielehrer in den 70er Jahren, der bezüglich der Aborigines laut vor der Klasse darüber nachdachte, ob diese Menschenrasse "Schritt halten könne mit der zivilisatorischen Entwicklung der Weißen", aber als ich (damals 12) fragte "Eine Art Neandertaler?", verneinte er ausdrücklich und wandt sich innerlich wie ein Aal, und sagte: "Der Afro-Amerikaner und auch der afrikanische Neger kann jedenfalls Schritt halten!" Der australische Ureinwohner hingegen bliebe den Beweis noch schuldig. Ich erinnere mich deshalb daran, weil parallel dazu die Kritik der Apartheid im Religionsunterricht ein großes Thema war, und der grüblerische Kommentar des Geographielehreres mich verunsicherte..
    Er sagte "fragwürdig ob sie Schritt halten können", das war seine These. Das blieb bei mir aus dieser Zeit haften.
    m.butty

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  109. Teil II meines Comments:
    Auch in einem Buch eines von der Anthroposophie inspirierten Australiers, "Garry Richardson, Liebe als bewußte Aktion" taucht dieser Entwicklungs-Gedanke auf. Richardson spricht zwar nicht von Dekadenz oder "nicht Schritt halten können", sondern von einem uralten Bewußtseinszustand, den auch die weißen Völker einmal besessen hätten, der "Traumzeit". Soweit. Aber er erläutert dann, daß die Voraussetzung des Erlebens der Traumzeit seitens der Aborigines die Gruppenseele sei.

    In diesem Zusammenhang fällt mir ein wohl anthroposophischer Artikel (?) ein, dessen Autor mir entfallen ist, der bei mir auch hängenblieb, den las ich in den früher 80er Jahren. Ich kaufte ihn nicht, sondern las ihn im Buchladen eines Freundes. Dort wurde gelobt, daß Akademiker ("Schritt halten") aus dem Volk der australischen Ureinwohner einen gewaltigen Schritt aus der Gruppenseelenhaftigkeit der Traumzeit (die man, es liegt doch auf der Hand, mit Steiners "atavistischem Hellsehen" sofort assoziiert!) in das volle Ichbewußtsein der westlichen Welt getan hätten.

    Ohne selber rassistisch motiviert zu sein, habe ich diese Ansicht ungeprüft übernommen. Denn ich hatte schlicht den Sprung, das Herausgerissensein aus einer Naturverbundenheit vor Augen, deren Verlust man dramatisch immer wieder bei kleinen Völkern erlebt, die beim "Erschließen" des südamerikanischen Regenwaldes "ent-deckt". Das Selbstverständnis des "Stammes", der Großfamilie, die gar noch nicht als "Notgemeinschaft" empfindet.. Weil Notdurft und Leben ("Dasein")noch wie in eins fallen.

    Als ich mal über dieser Sprung aus der "Traumzeit" (von der ich freilich wenig weiß) in den "zivilisatorischen Bewußtseinszustand" vor längerer Zeit im Egoblog sprach, und diesen Sprung als besondere Leistung darstellte, wurde ich heftig kritisiert. Ob ich mich schmerzlich mißverstanden fühlte damals, das heute längst vollkommen wurscht. Denn:
    Ich bin seither sensibilisiert dafür, diese Dinge sehr kritisch zu beobachten, nicht darüber mehr "hinwegzuhuschen". Die australischen Aborigines sind denn auch erst seit den 80er Jahren als vollwertige Australier, ja als Menschen (!) anerkannt, und es ergibt sich im Sensibelwerden genüber diesen Dingen eine Schraffur: Ideologische Muster zeichnen sich ab, die sich historisch in den Kolonialismus verfolgen lassen, aber eben: Man spiegelte sich und gefiel sich in sehr alten abendländisch/mittelalterlichen Gedanken..
    LG; m.butty

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  110. Lieber Manfred,

    ich danke Dir für Deinen Satz:
    „Es ist kein Entwicklungs-Gedanke, sondern eine mittels Gedanken beschriebene An-Sicht dessen, wie Entwick-e-lung verläuft, verlaufen ist und prinzipiell verlaufen wird, wenn man bestimmte Tatsachen lediglich mit kritischem Intellekt statt geistbegabter Fähigkeit begeht.“

    Lieber Michael,
    „Ja, dieser Entwicklungsgedanke ist problematisch, in vielerlei Hinsicht.“

    Ich stimme Dir zu - so, wie die Welt heute ist, ist es tatsächlich ein problematischer Gedanke.

    Das liegt aber doch nur daran, daß sehr sehr viele Menschen noch immer so empfinden, wie freudean bei einer ähnlichen Diskussion im letzten Sommer einmal gesagt hat - damals noch unter ihrem früheren Nickname „ZuL“:
    »Die Begriffe „veraltet“ und „vorgeschritten“ sind für mich Werturteile.«

    Nun - solange man es so empfindet, wird natürlich jeder Entwicklungsgedanke ein problematischer Gedanke bleiben.
    Denn diejenigen, die so empfinden, werden versucht sein, das „Veraltete“ als „minderwertig“ zu eliminieren und das „Vorgeschrittene“ als „höherwertig“ und somit allein seligmachend um jeden Preis zu erstreben.
    Und diejenigen, die aus tiefster Seele empfinden, daß alle Menschen den gleichen „Wert“ haben - die werden sich darüber entrüsten, daß andere es wagen, von „Entwicklung“ zu sprechen.

    Ich hoffe sehr, daß wir irgendwann einmal soweit kommen werden, diese automatische Bewertung endlich aufzugeben - in vielen Dingen ist es ja längst so weit, auch wenn uns das vielleicht nicht immer zu Bewußtsein kommt.

    Ich habe im letzten Sommer eine kleine Geschichte geschrieben, die ich damals (als Antwort an ZuL/freudean) dann doch nicht gepostet habe - ich will es heute tun:

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  111. Bahnhof Wien-Heiligenstadt. Beim Einsteigen in die U-Bahn, kurz bevor sich die Türen schließen, höre ich gerade noch die Lautsprecher-Ansage am Bahnsteig: „Zurückbleiben, bitte!“ --- und ich erschrecke.
    Denn mir ist noch sehr deutlich im Gedächtnis, was ein Gesprächspartner, den ich sehr schätze, mir vor kurzem ganz unmißverständlich vermittelt hat: Begriffe wie „vorgeschritten“ einerseits und „zurückgeblieben“ oder „veraltet“ andererseits, sagte sie, seien für sie Werturteile... und bedauernd sehe nun ich die armen „Zurückgebliebenen“ meinem Blick entschwinden...

    Während der Fahrt entdecke ich die Broschüre eines Sprachlehrinstituts mit dem Kursprogramm für das Herbstsemester. Ich blättere darin und entdecke Kurse für „Anfänger“, für „mäßig Vorgeschrittene“, für „Fortgeschrittene“ - huch. Lauter Werturteile - und sogar einen „Einstufungsabend“ finde ich, damit man sich nicht selbst in Über- oder Unterschätzung falsch bewertet...

    Später spaziere ich über die Wiener Ringstraße. Vor dem Burgtheater fährt gerade eine uralte Straßenbahngarnitur in die Haltestelle ein... dieses Modell ist längst veraltet und wurde wohl schon vor etwa dreißig Jahren aus dem öffentlichen Verkehr gezogen. „Veraltet“, denke ich, oje, schon wieder ein Werturteil... und ich blicke ein wenig traurig zu ihr hin.
    Da stürmen einige Kinder auf diese Oldtimer-Bim zu, schauen sich mit glänzenden Augen alles ganz genau an, streicheln die alten Türen und winken begeistert, als der Wagen sich schließlich ruckelnd und zuckelnd wieder in Bewegung setzt.

    Ich lächle noch lange - und als ich auf der Rückfahrt die U-Bahn ganz knapp versäume, füge ich mich ganz frohgemut und unbesorgt dem „Zurückbleiben, bitte!“ aus dem Bahnsteig-Lautsprecher. Denn ich weiß ja nun: es wird eine Zeit kommen, da das, was heute in gewisser Hinsicht als „veraltet“ und „zurückgeblieben“ gilt und deshalb von vielen geringgeschätzt wird, seine Aufgabe finden wird in der Welt und gerade von den „Zukünftigen“, nämlich von den Kindern und all denen, die „da geworden sind wie die Kindlein“, begeistert in seinem hohen Wert erkannt werden wird.

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  112. Ich habe kein Problem damit, von aufsteigende und absteigende Kulturen zu sprechen. Im Nachinhein kan man das sagen. Von Historikern wird die Aufgang und Untergang von ganze Epochen beschrieben. Aber ich sehe in den Strassen kein alte Römer oder alte Babylonier rundgehen. Das sind vergangene Kulturen. Ich sehe vielleicht nur gegenwärtige Italiener oder Iranier oder andere. Mit den Juden ist es ein bisschen anders. Sie existieren heute noch, in welche Formen auch immer. Ob sie sich an Altes festhalten oder nicht, sich Juden von Blutswegen oder vom Religion her nennen oder nicht, macht nicht vieles aus. Das ist ihre eigene Entscheidung. Man kann wohl sagen: das ist eine veraltete Anschauung. Aber zu sagen: ein ganzes Volk ist eine Fehler der Weltgeschichte? Das geht sehr weit. (Aber ich muss gestehen, dass Steiner nicht das jüdische Volk sagt/schreibt, sondern das Judentum. Was ist denn damit genau gemeint?) Das würde auch besagen, man kenne den Weltgeschichte und weiss was in der Zukunft daraus im Einzelnen kommen muss. Ich glaube nicht, dass Steiner das vor sich in Anspruch nahm. Überdies, er anerkannte immer das Individuelle und die damit hergehende Freiheit. Also ist es sehr fremd, dass Steiner die besagte Ansicht vertret. Man könnte erwarten dass Steiner, am Ende seines Lebens zurückblickend, mit einiger Milde seiner Aussage den Vater Specht gegenüber urteilen wurde, und darum möglich sagen wurde: ich habe dieses oder jenes gemeint, es war etwas frech ausgesprochen, der gute Vater hat das natürlich nicht verstehen können und er hat dabei auch kein Unrecht, weil es von mir harsch formuliert worden ist. Aber das schreibt er nicht, ganz im Gegenteil. Und das ist was ich nicht verstehe.
    Aber vielleicht meint Steiner noch etwas anders, auf andere Weise, ich kann das nicht ausschliessen. Möglich habe ich ihm nicht gut verstanden. Ich habe also seinen Aufsatz nochmals gelesen: http://anthroposophie.byu.edu/aufsaetze/l104.pdf, mit den Titel: Robert Hamerling: «Homunkulus». Modernes Epos in 10 Gesängen, Erstveröffentlichung in: Deutsche Wochenschrift 1888, VI. Jg., Nr. 16 u. 17 (GA 32, S. 145-155), er ist also in zwei Teilen veröffentlicht worden. Das erste Teil enthält ein Wiedergabe des Inhaltes, wo Hamerling eine grobe Karikatur gibt von unseren materialistischen Zeitalter, das zweite eine Kritik der Kritik, der das nicht verstanden hat. Und dort ist es, wo Steiner sich ausspricht in genannte Weise über das Judentum. Der ganze Aufsatz dreht durchaus um das Verstehen können, von der Literatur, von der Weltgeschichte. Ich werde nicht das ganze hier wiedergeben, aber das könnte die Sache nuancieren. Ein Teil jedoch, die erste Hälfte des zweiten Teils:

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  113. An dem Verhalten unserer Kritik dem «Homunkulus» gegenüber hat sich wieder einmal so recht gezeigt, dass sie alles Strebens nach Objektivität bar ist. Ob sie den Kernpunkt eines Werkes findet, ob sie die Sache in das rechte Licht setzt, das ist ihr gleichgültig; ihr kommt es nur darauf an, eine Reihe von «geistreichen» Phrasen zu drechseln, um ihr Publikum zu «amüsieren». Das letztere fragt dann zumeist auch nicht, ob der Kritiker treffend geurteilt hat oder nicht, ob er imstande ist, sich selbstlos in ein Werk zu vertiefen; es fragt nur nach jener witzelnden Geistreichtuerei, die der Feind aller positiven Kritik ist. Diese Kritik bedenkt nie, dass sie völlig unfruchtbar ist, wenn sie sich nicht die ernste Aufgabe stellt, dem Publikum in dem Verständnisse der Zeit und ihrer Erscheinungen voranzugehen. Der Kritiker will nur die produktive geistige Arbeit des wahren Schriftstellers oder Künstlers zum Fußschemel benützen, um seine eigene unfruchtbare Persönlichkeit weithin bemerkbar zu machen. Überall ist es der mangelnde Ernst in der Auffassung ihres Berufes, den man der zeitgenössischen Kritik entschieden zum Vorwurfe machen muss. Musterhafte Kritik haben zum Beispiel die beiden Schlegel geübt, bei denen immer große Kunstprinzipien, eine bedeutende Weltanschauung im Hintergrunde standen, wenn sie urteilten. Jetzt überlässt man sich aber ganz der subjektiven Willkür. Nur diesem Umstande ist es zuzuschreiben, dass ein Kritiker heute Dinge vorbringt, die mit dem vor wenigen Monaten von ihm Behaupteten im krassen Widerspruche stehen. Wo eine ernste Kunst- und Weltauffassung die Einzelurteile trägt, da ist solches Schwanken nicht denkbar. Von einer Verantwortung vor dem Forum der Weltgeschichte hat die zeitgenössische Kritik zumeist nicht das geringste Bewusstsein. Hamerling hat in dem Gesange «Literarische Walpurgisnacht» die unerquicklichen Zustände unserer heutigen Literatur treffend dargestellt, freilich immer der Aufgabe des Dichters getreu bleibend, dessen Darstellung unbeeinflusst bleiben muss von den Tendenzen und Schlagworten der Parteien. Was aber hat die Kritik aus diesem «Homunkulus» gemacht? Sie hat ihn herabgezerrt in den Streit der Parteien, und zwar in die widerlichste Form desselben, in den Rassenkampf. Es ist gewiss nicht zu leugnen, dass heute das Judentum noch immer als geschlossenes Ganzes auftritt und als solches in die Entwickelung unserer gegenwärtigen Zustände vielfach eingegriffen hat, und das in einer Weise, die den abendländischen Kulturideen nichts weniger als günstig war. Das Judentum als solches hat sich aber längst ausgelebt, hat keine Berechtigung innerhalb des modernen Völkerlebens, und dass es sich dennoch erhalten hat, ist ein Fehler der Weltgeschichte, dessen Folgen nicht ausbleiben konnten. Wir meinen hier nicht die Formen der jüdischen Religion allein, wir meinen vorzüglich den Geist des Judentums, die jüdische Denkweise. Der Unbefangene hätte nun glauben sollen, dass die besten Beurteiler jener dichterischen Gestalt, die Hamerling der eben berührten Tatsache gegeben hat, Juden seien. Juden, die sich in den abendländischen Kulturprozess eingelebt haben, sollten doch am besten die Fehler einsehen, die ein aus dem grauen Altertum in die Neuzeit hereinverpflanztes und hier ganz unbrauchbares sittliches Ideal hat. Den Juden selbst muss ja zuallererst die Erkenntnis aufleuchten, dass alle ihre Sonderbestrebungen aufgesogen werden müssen durch den Geist der modernen Zeit. Statt dessen hat man Hamerlings Werk einfach so hingestellt, als wenn es das Glaubensbekenntnis eines Parteigängers des Antisemitismus wäre.

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  114. Man hat dem Dichter einen Standpunkt unterschoben, den er vermöge der geistigen Höhe, auf der er steht, nicht einnehmen kann. Wir begreifen es nun ganz gut, dass jemand, dessen Name im «Homunkulus» in wenig schmeichelhaftem Zusammenhange genannt erscheint, zu einer objektiven Würdigung des Buches nicht kommen kann. Wenn aber ein großes Blatt wie die «Neue Freie Presse» über den «Homunkulus» nicht mehr zu sagen hat als die in fade Späße gekleideten Wutausbrüche eines notwendig Befangenen, dann weiß man wirklich nicht, ob man sich über solche Leichtfertigkeit ärgern oder über die Unverfrorenheit lachen soll. Muss denn da nicht einfach die Absicht bestehen, in der objektiven Darlegung des Geistes des Judentums schon Antisemitismus zu wittern? Für die Form des Antisemitismus, die, wenn man das entbehrliche Wort schon gebrauchen will, Hamerling eignet, gibt es eine ganz bestimmte Formel: Er nimmt – wie jeder unbefangene, von Parteifanatismus freie Mensch – dem Judentum gegenüber den Standpunkt ein, den jeder von den Vorurteilen seines Stammes und einer Konfession unabhängige Jude teilen kann. Man verlange nur nicht mehr von einem Geiste, der so ganz mit den abendländischen Idealen verwachsen ist wie Hamerling. Ist das Gebaren der «Neuen Freien Presse» und ähnlicher Blätter dem «Homunkulus» gegenüber im höchsten Grade verwerflich, so ist es nicht minder unverzeihlich, wenn antisemitische Zeitungen Hamerling als einen Gesinnungsgenossen jener Partei hinstellen, die neben der Eignung zum Toben und Lärmen nichts Charakteristisches hat als den gänzlichen Mangel jedes Gedankens. Die Anhänger dieser Partei haben in ihren Blättern einfach Abschnitte aus dem Zusammenhange gerissen, um sie in ihrem Sinne umzudeuten, was ja bekanntlich das Hauptkunststück des Journalismus ist. Hamerling hat sich gegen solche Entstellungen seines neuesten Werkes entschieden verwahrt, erst in einem Brief, der in der «Grazer Tagespost» und in der «Deutschen Zeitung» gedruckt ist, dann in einem Gedichte in der «Schönen blauen Donau». Wir waren hier bemüht, seinen Standpunkt den absichtlich falschen Auslegungen seiner Zeitgenossen gegenüberzustellen.

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  115. Wenn ich jetzt das ganze noch einmal lese, und dazu auch die Formulierung im Lebensgang, sieht es doch ein bisschen anders aus. Steiner ist doch milder, als ich annahm. Also, ihr seht, ich taste mich noch immer heran. Es ist alles auch noch mehr als 120 Jahre her, in ganz andere Umstände geschrieben. Dann ist es nicht leicht, sich gut hineinzuleben. Auch das möchte ich gelten lassen.

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  116. Lieber Michel,

    ganz herzlichen Dank, auch schon fürs Aufmerksammachen auf die beiden Kapitel aus "Mein Lebensgang"!
    Du kommst mir zuvor - eben wollte auch ich den link zu diesen beiden Aufsätzen Rudolf Steiners posten, die ich vorhin im Netz gefunden habe.

    Ja - auch ich finde, im Zusammenhang lesen sich die inkriminierten Sätze ganz anders.

    Besonders möchte ich auf einen Satz aus dem ersten Teil aufmerksam machen:

    »Aber die Juden brauchen Europa, und Europa braucht die Juden.«

    Herzlichen Gruß,
    Ingrid

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  117. Aber "jüdische Denkweise" ist - Kontext hin oder her- antisemitisch, eine generalisierte Zuschreibung.

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  118. @ Ingrid H.

    wie sich Steiners Sätze gleichen:

    "Es ist einmal so beim Menschengeschlecht, daß die Menschen über die Erde hin eigentlich alle aufeinander angewiesen sind. Sie müssen einander helfen. Das ergibt sich schon aus ihrer Naturanlage."

    Rudolf Steiner, „Vom Leben des Menschen und der Erde - Über das Wesen des Christentums“, GA 349, Dritter Vortrag, Dornach, 3. März 1923

    Welche Bewandtnis es mit diesem Satz hat, kannst du mittels google recherchieren, ich bin auf dein Ergebnis gespannt!

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  119. http://bleibtgottesliebe.de/juedischedenkweise.html

    Michael - "jüdische Denkweise" ist - Kontext hin oder her- antisemitisch".

    Ist es keine jüdische Denkweise, wenn sie immer noch auf den Messias warten, den DEN sie sich vorgestellt haben? Der so hätte sein und kommen müssen, wie sie sich ihn vorgestellt haben??

    "Weil in der Vergangenheit dem Messias im jüdischen Umfeld eine andere Bedeutung zugedacht wurde, lag dort der Schwerpunkt der Erwartung nicht auf der Erlösung der einzelnen Seele von den Sünden, sondern darauf, daß der Messias, sobald er erscheint, eine Herrschaft über die Völker der Erde antreten wird. Er wird so auf der Erde endlich für Gerechtigkeit sorgen und den lang ersehnten Frieden zwischen den Völkern stiften. Aus diesem Grund tun sich die Juden schwer daran, die Erlösung ihrer Seele persönlich anzunehmen, solange ihr Volk in Knechtschaft lebt und der Frieden nicht in ihrem Land kommen will."

    In diesem Sinne erlebe ich es fast schon als "jüdisches Denken" wie in diesem nicht endenwollenden Gerede, Steiner sei Rassist und derlei mehr, nur weil er "Dinge" anders und vor allem aus einer anderen Sichtweise heraus dargestellt hat, wie es war und teilweise auch kommen wird, wenn wir in unserem Denken nicht endlich mal eine andere Leier einbauen.
    ----------
    "Dieses bereits sehr alte Messiasbild hat sich in der jüdischen Denkweise bis heute erhalten. Jesus Christus wird für das heilige Volk erst dann zum persönlichen Heiland und Retter werden, wenn über ganz Israel der Geist der Gnade und des Gebetes ausgegossen worden ist."

    Das erinnert mich doch nun wirklich sehr stark daran, als würde man dem Messias vorschreiben wie er zu sein hat. Mit befreitem und freiem Geist hat das nun wirklich nicht sehr viel zu tun.
    ------------------
    "Und dieses, sein auserwähltes Volk wartet, auch wenn es mehrheitlich den vom himmlischen Vater gesandten Sohn Gottes in der Vergangenheit verworfen hatte, immer noch und heute mehr denn je auf das Kommen des versprochenen Messias. Denn die Mehrheit diese Volkes hat die große Liebe und Barmherzigkeit Gottes, die in Jesus Christus Gestalt annahm, nicht erkannt und ihre Herzen haben sich, so wie es auch beim Schreiber dieses Textes eine geraume Zeit lang der Fall war, verhärtet."

    Das stimmt mich schon sehr traurig, diese Verhärtung und wenn dem wirklich so ist, in den meisten jüdischen Seelen, finde ich es reichlich tragisch schon und kann seeehr gut nachempfinden, dass in der katholischen Kirche für die jüdischen Seelen gebetet wird. Und das möchte man nicht mehr, tendenziell, tragisch-tragisch, wirklich tragisch.

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  120. Für mich ist "jüdische Denkweise" ein Konstrukt, das bis aufs 12. Jahrhundert zurück geht und von "Christen" erfunden wurde. Letztere hatten den Juden weiträumig Berufsverbot erteilt, worauf diesen nur übrig blieb, Geld zu verleihen. Wurden die Schulden zu groß, behauptete z.B. ein Fürst, "die Juden" hätten Kinder entführt und gefressen, worauf sich ein Pogrom entspann. Wunderbarerweise lösten sich die Schulden ganzer christlicher Landstriche dadurch in Nichts auf. Die Juden waren meist so vernünftig, zu den liberaleren Mauren zu ziehen. Aber die Christen charakterisierten sie weiterhin abfällig - schon um die Hunderte von Jahre an Pogromen zu rechtfertigen- und behaupteten, ihr viehisches Handeln läge an der "jüdischen Denkweise", nämlich am "Materialismus". Dieses wunderbare Prinzip des Mordens mit passender Ausplünderung haben die Nazis zur Perfektion getrieben. Den Opfern "Schuld" zuzuschreiben ist tatsächlich eine der perfidesten Methoden der Weltgeschichte. Übrigens haben es die Franzosen, um ihren Nationalstaat zu begründen (kostet viel Geld) mit dem Templern genauso gemacht.

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  121. Ok, Michael, aber dann zumindest nicht "Kontext hin oder her.

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  122. Oder noch besser, Michael, "Deine" jüdische Denkweise ist eher die der "Christen", aufgezwungen den Juden. Die die ich oben meinte ist aber anscheinend doch eine tragisch "jüdische", weil typisch. Ich würde ihnen empfehlen 50 Jahre lang ihre Kippas abzunehmen, damit ihnen das lang ersehnte Licht aufgeht in dem Sinne wie es von "Gott" gewollt war und nicht das erwartet wird, was sie sich immer noch vorstellen, davorstellen. Und ich bin jetzt keine Antisemit, nur weil mir meine Anschauung diese Bilder eingibt, denn ich bilde sie mir nicht ein, sondern das, was ich anschaue, mir!!

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  123. Es dürfte einem denkbegabten Menschen doch ein Leichtes sein, zu erkennen, was hier von manroe versucht wurde deutlich zu machen, nämlich was wirklichkeitsgemäß unter jüdischer Denkweise zu verstehen ist, im Gegensatz zu einer wahrhaft christlichen Denkweise, deren zentrale Elemente Freiheit (des Individuums) und Liebe (zum Handeln im Hinblick auf das jeweils andere Individuum) sind.
    Dass diese zur Debatte stehende Formulierung übel missbraucht wurde, sollte doch nicht dazu führen, dass man die Augen verschließt vor deren tatsächlicher Bedeutung.
    Außerdem bezieht sich Steiners Kritik in gar keiner Weise auf die einzelnen jüdischen Menschen, sondern einzig und allein auf das, diesen Menschen in ihrer Gesamtheit übergestülpte ideologische Judentum, das eben nicht mehr zeitgemäß ist.

    anonym1

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  124. Danke Michael für deine Gedanken. Habe ähnliches hier auch schon einmal veröffentlich, so vor zwei Jahren, glaub ich ...

    Übrigens, die jüdische Religion ist sehr tiefgründig und fascettenreich. Man denke z.B. an die Kabbala (die jüdische Geheimlehre, die selbst Steiner fasziniert hat) oder an die Chassidim, die frommen und barmherzigen Juden Oder einfach an die jüdischen Witze, die oft sehr selbstironisch gemeint sind ... und und und

    Manfred Buber hat übrigens ein sehr schönes Buch geschrieben über die Chassidim (den Chassidismus und ihre Priester)- wunderbare und tiefsinnige Geschichten und Legenden sind dort zu finden. Darin ist alles andere zu entdecken, als Roheit und Unbarmherzigkeit, genau das Gegenteil findet man vor und sehr viel Weisheit..

    Auch in jüngerer Zeit gab es zahlreiche Beispiele für jüdische Menschen mit Tiefsinn, Humanismus und Geistesblitz, die dann u.a. von den Nazis größtenteils getötet oder vertrieben wurden (Ärzte, Anwälte, Professoren, Schriftsteller, Handwerker, Sportler, Sozialisten etc).

    Ansonsten, die Juden gehen halt IHREN Weg und man sollte jeden Menschen frei gehen und arbeiten lassen, selbst wenn sie den Christus nicht anerkennen sollten, aber sicher dennoch Liebe und Barmherzigkeit in sich tragen und natürlich nur durch Freiheit zu Christus kommen, wenn es denn so sein soll..Zudem könnte hier auch ein spannungsreiches, fruchtbares Feld für völlig Neues vor uns liegen - aber doch mindestens Potential für das Erlernen gegenseitigen Respekts und gegenseitiger Bereicherung.

    Info Chassidim:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Chassidismus

    Info Manfred Buber/sein Buch "Der Weg des Menschen nach chassidischer Lehre":
    http://www.amazon.de/Weg-Menschen-nach-chassidischen-Lehre/dp/357902583X/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1324404981&sr=8-2

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  125. desweiteren, hier mal eine Steiner-Mitteilungen, einer von vielen Steinervorträgen bezügl. Kabbala:
    http://wiki.anthroposophie.net/Sephiroth#Die_10_Sephiroth_in_der_Darstellung_Rudolf_Steiners

    Sowie dieses Zitat Steiners - aus GA 89, S 273ff:

    "Etwas werde ich sagen über das, was in der Kabbala steht. In meinem Buche «Theosophie» werden Sie finden, daß jene Geheimlehren zusammenstimmen mit dem, was wir in der Theosophie lernen.
    Die Kabbala unterscheidet innerhalb der Welt zwölf Glieder, wovon das erste und das letzte geheim bleiben, weil sie überhaupt nicht in Worte zu bringen sind. Nur die zehn übrigen werden in Worte gebracht. Diese zehn übrigen werden in drei Gruppen eingeteilt: erstens die sogenannte Geistwelt, die Welt der reinen geistigen Wesenheiten, zweitens die Welt des Seelischen, drittens die Welt der Körperlichkeit.
    Nun sagt der Kabbaiist jedem seiner Schüler sofort: Niemals kannst du mit Augen eine dieser drei Welten sehen, sondern jederzeit kannst du nur das «Reich» sehen. - Das «Reich» ist das, was unsere Welt ist, die uns umgibt. Ich sehe einen Menschen, sagt der Kabbalaschüler, aber was ich sehe, ist im «Reiche». In Wahrheit ist dieser Mensch in der dreigliedrigen Welt. Er hat Körper, Seele und Geist. Durch den Körper atmet er, ernährt sich; durch die Seele fühlt er und durch den Geist denkt er. Das alles tritt uns entgegen als ein Ganzes, als das «Reich». Das ist das zehnte der Glieder. Dieses zehnte Glied ist der Zusammenfluß der übrigen neun in der verschiedensten Art und Weise.
    Erstens: die Welt des Körperlichen: Das Körperliche hat wieder drei Glieder. Jeder Körper ist in sich. Wäre er nicht in sich, so wäre er überhaupt nicht da. Stößt du auf ihn, so nimmst du seine Festigkeit wahr. Stößt er auf dich, so nimmst du seinen Schein wahr. Deshalb unterscheidet man: Fundament, Festigkeit, Schein. Das sind die drei Sephiroth der Körperlichkeit. Damit haben wir vier Sephiroth:
    Reich 10
    Festigkeit 9
    Fundament 8
    Schein 7
    Zweitens: Seelenwelt. Wiederum drei Sephiroth. Das erste ist dasjenige, was wir jetzt, in der Theosophie, die Sympathie nennen und was die Kabbala Liebe nennt. Liebe ist dasjenige, was der Seelenkörper ausgibt, wenn er an einen anderen herankommt. So wie die Festigkeit mir von einem Körper entgegentritt, so ist die Liebe das, was ich ausgebe. 6
    Das zweite Sephiroth ist die Gnade, die eigentlich nicht mehr bloß ausgebend ist wie die Liebe, die schon mehr in sich geschlossen ist; die nicht sich so ausgibt wie die Liebe, sondern die von innen heraus austeilt. 5
    Das dritte Sephiroth ist die Gerechtigkeit, die lediglich ausgleichend ist. 4
    Das sind die drei Seelen-Sephiroth.
    Nun zu den Sephiroth der Geistwelt. Sie sind das eigentlich Tätige.
    Das erste nennt die Kabbala den Weltverstand. 3
    Das zweite den Weltgedanken: der Verstand, der den Gedanken hat. 2
    Das dritte ist das Grundsephiroth, das nennt der Kabbalist die Höhe oder die Krone, die Vereinigung von Verstand und Gedanke (Kether - die Höhe). 1
    Das sind die zehn Sephiroth. Nun sagt der Kabbaiist zum Schüler: Du hast von jeder dieser Welten ein Glied in dir. Du hast aus der Körperwelt deine vegetative Seele (nephesch), Pflanzenseele, ätherischer Doppelkörper. Du hast aus der Seelenwelt die Leidenschaftsseele, die empfindende Seele (ruach), und du hast aus dem Geisterlande die denkende Seele (neschamah).
    Das war das Gerippe der jüdischen Geheimlehre."

    LG

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  126. Hätte ja nicht gedacht, dass das so schwer zu begeifen ist, aber es muss ja auch nicht jeder verstehen ;-)

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  127. Hans Dieter Leuenberger hat das in der "Schule des Tarot" im zweiten Band schön beschrieben, die zehn Sphären des Lebensbaumes. Er läßt den Schüler/Leser selber nachspüren und im zuerst Ungefähren, und sagt nicht "Tipharet ist die Liebe", "Cockmah ist der Gedanke", "Binah der Verstand", er läßt es einem selber herausfinden. Das Buch "Was ist Esoterik" von Leuenberger aber ist m.E. eine kleine Katastrophe. Ein Konversationslexikon für die Stehparty. Aber die drei Tarotbände, da war er ganz "Künstler" und Schriftsteller. Niemehr hat mir jemand den Lebensbaum mit den zehn Sephirot und den drei Schleiern hinter Kether schöner erklärt. Allerdings mußte man mitmachen. Jeder Tag wurde unter die "Losung" einer Sephira gestellt, um der Qualität derselben nachzuspüren. Auch das hebräische Alphabeth als Meditationsleiter, Pfade zwischen den Sephirot und als Ausdruck elementarer Qualitäten war sehr spannend. Künstlerisch gut gemacht. Leider viel zu wenig Quellenangaben! LG, m.butty

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  128. Liebe Ingrid,
    Du hast in Deiner Kindleinfreude ein wesentliches Element bei dem Beispiel von den in der U-Bahn zurückgebliebenen Passagieren vergessen. In dem Falle gibt es keine „An­sicht“, die der Denkweise der am Bahnsteig Verbliebenen eine Existenzberechtigung abspricht, weil diese nicht entsprechend ihre Ellbogen eingesetzt haben, um andere wegzuschubsen und sich ihren Platz zu erkämpfen. Diese Passagiere werden auch nicht von „der Weltgeschichte“ abgesondert. Es stellt heute in Wien auch keiner mehr die Hypothese auf, dass die zurückgebliebenen Menschen auf Grund ihrer karmischen Disposition, nicht entwickelt genug waren, um bei den Ersten zu sein. (Obwohl – so ausgeschlossen ist das in Wien heute nicht)
    Sie haben sich ganz einfach entschieden, einen anderen Zug zu nehmen.

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  129. Ich empfinde es erschütternd wie ein Jahrhunderte andauerndes Leid eines mißbrauchten Volkes weiterhin für ideologische Zwecke mißbraucht wird und dabei im gleichen Atemzug von Freiheit, Liebe und von Christus gesprochen wird.

    Ich empfinde tiefen Respekt für dieses Volk, für seine seelisch/geistige Feinheit, für seine Poesie, seine Kunst und Dichtung, für seinen Humor, seinen genialen Wissenschaftler und seine Philosophen. Ich weiß, dass meine Wurzeln im Judentum gründen und Christus aus diesem Erdreich herausgewachsen ist.

    Dieser Respekt läßt nicht außer acht, dass es auch im Judentum - so wie in allen Religionen und in der Anthroposophie - orthodoxe Strömungen gibt, die im Dogma erhärten.

    Ich wende mich in meiner Würdigung an den lebendigen Strom dieses Volkes und werde gerade in den kommenden Weihnachtstagen diesem Gedanken den entsprechenden Raum geben.

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  130. Lieber Manfred, ich finde es überhaupt nicht schwer, das alles oder die Kabbala zu begreifen, so wie Steiner es hier beschreibt.

    Manchmal habe ich den Eindruck, dass so mancher HEUTIGER Anthroposoph, wesentlich fundamentalistischer zu sein scheint, als das was man Rudolf Steiner vorwirft, was ich bei so mancher sonderbarer Aussage von ihm auch verstehen kann. Und dennoch, auch er war Kind seiner Zeit, hat aber dadurch NICHT den schrecklichen Holocaust und den 2. Weltkrieg miterlebt, um schließlich zu dem Urteil zu kommen, wie es die heutige Nachkriegs-Generationen hat und haben muss.

    Alle drei ersten, für uns sichtbaren Sephirots der jüdischen Bevölkerung, wurden und werden seit Jahrhunderten angegriffen!

    (woraus wahrscheinlich auch die teils übertrieben-abwehrende und brutale Israelpolitik resultiert, ein Teufelskreis aus Verfolgung und Abwehrbollwerrk also)...

    Werden nun diese drei Säulen des Lebens ständig angegriffen oder gar zerstört, dann können sich auch schwerlich die anderen, unsichtbaren Reiche offenbaren und ungehindert entwickeln.

    Tja, und was eigentlich bietet dann den nötigen Schutz, bevor man unverhofft auf die Folterbänke diverser Teufel gelangt?

    Den Schutz müssen/sollten wir Heutigen bieten, ich finde wir sind geradezu prädestiniert dazu und das nicht nur den Juden gegenüber. Schutz und geistig-seelsische Unterstützung sowie diverse Einsichten, brauchen wir ohnehin alle als Menschen, das jedenfalls wäre mein menschliches und auch christliches Verständnis.

    LG

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  131. @ freudean, steffen, u.a.
    "In dem Falle gibt es keine „An­sicht“, die der Denkweise der am Bahnsteig Verbliebenen eine Existenzberechtigung abspricht, weil diese nicht entsprechend ihre Ellbogen eingesetzt haben, um andere wegzuschubsen und sich ihren Platz zu erkämpfen." Ich denke doch! Etwa in Schulsystem und Bildungspolitik (siehe das Interview mit Georg Schramm!), und im wirtschaftlichen wird es noch lange solche Tendezen geben, nur unauagesprochen, und nicht so pauschal gruppenfixiert. Die Zurückzubleibenden werden sich immer schwerer Gruppen zuordnen lassen, sondern haben eventuell einfach psychisch, seelische Eigenarten, die zu ihrem mehr oder weniger Ausgeschlossenwerden führen. (Inklusive der "eigenen Schuld" daran ;-) )


    "Ich empfinde es erschütternd wie ein Jahrhunderte andauerndes Leid eines mißbrauchten Volkes weiterhin für ideologische Zwecke mißbraucht wird und dabei im gleichen Atemzug von Freiheit, Liebe und von Christus gesprochen wird." Mir sagte mal allen Ernstes ein Anthroposoph in (s)einer dunklen Stunde: ''Tja, Sie sagen, die Juden waren von den Zünften und Gilden ausgeschlossen, es blieb ihnen nur der Geldverleih? Dieses Volk ist so zäh, und so robust und gerissen, sie hätten, wenn sie gewollt hätten, auch in das Handwerk nach und nach einziehen können. Aber sie wollten es nicht, denn mit schlichtem Fleiß ist noch keiner schnell reich geworden. Aber sagen Sie das jetzt nicht weiter, was ich Ihnen da sage.'' Auch der war ein schon älterer Herr, als er mir das 'erläuterte'. Der Mann ist verstorben. Jetzt sag ich es einfach weiter. Aber laß ihn anonym. Er war sehr nett. Hatte auch jüdische Freunde. Ich kapier die Menschen nicht. Noch nie!

    "Ich empfinde tiefen Respekt für dieses Volk, für seine seelisch/geistige Feinheit, für seine Poesie, seine Kunst und Dichtung, für seinen Humor, seinen genialen Wissenschaftler und seine Philosophen. Ich weiß, dass meine Wurzeln im Judentum gründen und Christus aus diesem Erdreich herausgewachsen ist. "
    Bob Dylan, Woody Allan, Stefan Zweig, Sigmund Freud, Miriam Simos (Starhawk), Abraham von Worms, Marcel Reich-Ranicki, Hannah Arendt sind ganz ohne Chronologie Namen, die mir spontan einfallen, ohne die mein Leben blasser wäre!
    mischa butty

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  132. Also, anscheinend muss ich mich doch mal eindeutiger darstellen. Was ich hier gesagt habe bezieht sich doch nicht auf in Menschenleibern inkarnierte Juden, oder ihr Volk oder sonstigerlei. Es stand hier zur Debatte, dass Steiner ein Rassist sei und antisemitische Tendenzen oder Neigungen gar zeige und äussere weil er..., um das mal ganz schroff auszudrücken. Und hier wird immer noch nicht unterschieden, kann oder will nicht, im Sinne dessen, was ich oben schon mal zitiert habe, aus einem Text der Steiners rassistische Haltung belegen sollte, dies hier unten aber übersehen wurde -- warum nur??!! -- insbesondere der fett hervorgehobene Teil. Ich hatte bereits MEHRFACH versucht darauf hinzuweisen, dass man das unterscheiden sollte, weil man sich sonst total verrennt.

    Ich hatte Freudean gegenüber kurz erwähnt, dass all das, was man hier als Geschichte oder sonstwie in die Erscheinung getreten bemerken und anschauen kann, auch bedenken und berücksichtigen sollte bei urteilenden Festlegungen, dass all dies irgendwo herkommt, woraufhin sie mir ziemlich -...- antwortete, dass auch ich und sie irgendwo herkämen, vielen Dank übrigens nochmal für eine solch sinnige Antwort.

    Und es gibt eine typisch jüdische Denkweise, muss man leider so sagen und habe es daher zu belegen versucht durch einen sogar jüdischen Autor über sein eigenes Volk. Und ähnlich habe ich es auch in Erinnerung von Steiner.
    ----------------------
    http://bleibtgottesliebe.de/juedischedenkweise.html
    -------------------------------------

    So, und inzwischen gehe ich innerlich schwanger mit dem Empfinden und der Frage, ob diese ganze Hetzerei und scheinbar aufdeckende Haltung Steiner gegenüber auch in obigem Sinne eine "jüdische Denkweise" ist oder sein könnte, also im Sinne der Messiaserwartung durch deren Vor-Stellung dem Christus gegenüber, die da offensichtlich nur das gelten lassen kann und auch will, wie es sich in ihren/deren Köpfen darstellt.

    ZITAT von weiter oben ---

    "dass Sie bei dem nahen Verhältnis zu uns und unseren Freunden die Erfahrungen, die Sie veranlassen, so zu schreiben, nur an uns gemacht haben können.» Der Mann irrte; denn ich hatte ganz aus der geistig-historischen Überschau heraus geurteilt;..."

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  133. Lieber Michael,

    Dein Satz ist mir einer der allerwichtigsten in dieser Diskussion, deswegen nochmal, fettgedruckt:
    „Den Opfern "Schuld" zuzuschreiben ist tatsächlich eine der perfidesten Methoden der Weltgeschichte.“

    Ja. Dem stimme ich ganz uneingeschränkt zu:
    Wenn derartige Schuldzuweisungen ins Spiel kommen, ist etwas oberfaul.
    Ich glaube ja, daß wir uns in diesem Punkt im Grunde alle einig sind - ich hoffe es jedenfalls.

    „Aber "jüdische Denkweise" ist - Kontext hin oder her- antisemitisch, eine generalisierte Zuschreibung.“

    Generalisierte Zuschreibung - ja, natürlich. Schließlich geht es Steiner in diesem Satz nicht um einen einzelnen, individuellen Juden, sondern um „das Judentum“.
    Antisemitisch - meiner Ansicht nach eben nur dann, wenn man Formulierungen wie „nicht der modernen Zeit entsprechend“ oder „hat sich ausgelebt“ als Werturteile ansieht.

    Ich habe schon früher auf den neunten Vortrag aus GA 172 hingewiesen.
    Da schildert Rudolf Steiner, wie leicht ein Mensch seinen persönlichen Engel oder auch den Erzengel seines eigenen Volkes mit «Gott» verwechselt, und spricht von den Folgen (Angelos: Materialismus; Archangelos: Nationalismus...).
    Und dann:
    „Zu ähnlichen Abwegen kommt es mit Bezug auf die Zeitgeister. Aber auch da hängen die Menschen dem einen Zeitgeiste in der Regel an, der sich ihnen gerade als der Geist ihres Zeitalters repräsentiert. ...
    Und man müßte vieles schildern..., wenn man die Abwege schildern würde, auf welche die Menschen durch diesen Egoismus zum Zeitgeiste kommen. ...
    Wenn der Mensch von seinem Engel, indem er ihn zu «Gott» umtauft, zu dem luziferischen Engel kommt, so ist das eine Verirrung des Glaubens, des Bekenntnisses, der Weltanschauung, eine Verirrung, die gewissermaßen individuell ist. Das Nächste [das „Umtaufen“ des Erzengels zu «Gott», I.H.] kann eine Verirrung ganzer Völker sein; aber es bleibt immer eine Verirrung gewissermaßen unter den Menschen, und die Folgen, die auftreten, sind eben die Folgen der Verirrungen unter den Menschen. Aber wenn wir zum Zeitgeiste vordringen und dem gegenüber uns verirren, da stoßen wir schon mit unseren Verirrungen an den Kosmos. ...
    Die Verirrungen, die der Mensch dem Zeitgeiste gegenüber begeht, stoßen an die kosmischen Ereignisse, und die kosmischen Ereignisse stoßen zurück.“


    Ich weiß nicht, ob Rudolf Steiner das schon 1888/89 so gesehen hat. Ich kann nicht sagen, inwieweit er selber damals dem eigenen Zeitgeist huldigte und ihn mit „Gott“ verwechselte, damals, als er es als „Fehler“ bezeichnete, daß „das Judentum als solches“ (nicht etwa die individuellen Juden, die sich „von den Vorurteilen ihres Stammes und ihrer Konfession“ freigemacht hatten!) „sich dennoch erhalten hat“.

    In seinen Artikeln zu Robert Hamerlings „Homunkulus“ schildert er jedenfalls den Standpunkt Hamerlings als einen „, den jeder von den Vorurteilen seines Stammes und einer Konfession unabhängige Jude teilen kann.“ - und dann setzt er hinzu: „Man verlange nur nicht mehr von einem Geiste, der so ganz mit den abendländischen Idealen verwachsen ist wie Hamerling.“

    Das scheint mir ein Hinweis darauf zu sein, daß Steiner selber den Standpunkt Hamerlings damals zwar billigte, ihn aber nicht in allen Einzelheiten selbst einnahm.

    Übrigens hat sich Rudolf Steiner gerade in diesen Artikeln sehr deutlich vom Antisemitismus distanziert (etwa wenn er als die „widerlichste Form des Streites der Parteien“ den „Rassenkampf“ nennt); und auch Robert Hamerling hat sich offenbar sehr deutlich zur Wehr gesetzt gegen seine Vereinnahmung durch das antisemitische Lager.

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  134. Lieber Manfred,
    Hoppla.
    Also - ich habe keine Ahnung, wie Du dazu kommst, ausgerechnet Herrn Damisch heranzuziehen, wenn es darum geht, was Rudolf Steiner mit „jüdischer Denkweise“ gemeint haben könnte. Damisch ist offenbar ein von dem, was er als „jüdische Denkweise“ bezeichnet, Abgefallener (er zählt sich zu den „Jüdischen Christen in Jerusalem“, die sowohl den Glauben an die Gottessohnschaft Jesu Christi als auch an den Status des jüdischen als des „auserwählten Volkes“ propagieren).
    Jemanden wie Herrn Damisch als Autorität in Sachen „jüdischer Denkweise“ heranzuziehen, kommt mir so ähnlich vor, als wolle man die Autoren der „Endstation Dornach“ als Autoritäten für „anthroposophische Denkweise“ akzeptieren.
    Ich möchte mich mit dem, was Damisch sagt, hier nicht weiter beschäftigen.

    Aber:

    Weihnachten hin oder her - aber daß es Rudolf Steiner darum gehen hätte können, jüdischen Menschen ihren mangelnden Glauben an Jesus Christus anzukreiden, das halte ich für ein riesengroßes Mißverständnis.

    Sehen wir uns an, was Rudolf Steiner wirklich geschrieben hat:
    Er erzählt von der Familie, bei der er als Hauslehrer wirkte: „Die Familie war eine jüdische. Sie war in den Anschauungen völlig frei von jeder konfessionellen und Rassenbeschränktheit.“ (Lebensgang, Kap XIII)
    Und er schreibt in dem die Kritik an Robert Hamerling betreffenden Aufsatz:
    „Es ist gewiß nicht zu leugnen, daß heute das Judentum noch immer als geschlossenes Ganzes auftritt und als solches in die Entwickelung unserer gegenwärtigen Zustände vielfach eingegriffen hat, und das in einer Weise, die den abendländischen Kulturideen nichts weniger als günstig war.“

    Nun - also, worauf genau Steiner sich mit den behaupteten „Eingriffen“ des „Judentums“ in die „Entwickelung unserer gegenwärtigen [d.h. natürlich der damaligen, I.H.] Zustände“ bezieht, das kann ich nicht sagen, davon habe ich keine Ahnung.

    Aber kurz darauf spricht er von einem „sittlichen Ideal“, das „aus dem grauen Altertum in die Neuzeit hereinverpflanzt[...] und hier ganz unbrauchbar“ sei, was eigentlich am allerbesten die Juden selbst einsehen müßten, nämlich diejenigen unter ihnen, die „sich in den abendländischen Kulturprozeß eingelebt haben“.
    Denn: „Den Juden selbst muß ja zuallererst die Erkenntnis aufleuchten, daß alle ihre Sonderbestrebungen aufgesogen werden müssen durch den Geist der modernen Zeit.“

    Es geht Rudolf Steiner hier also keineswegs um einen mangelnden christlichen Glauben, sondern um das, was er die „Rassenbeschränktheit“, die „konfessionelle Beschränktheit“, die „Sonderbestrebungen“ des jüdischen Volkes nennt.

    Und er hat allerdings sehr recht damit, daß die Juden selbst die allerbesten Kenner sowohl ihres möglicherweise nicht mehr ganz zeitgemäßen „sittlichen Ideals“ als auch ihrer „Sonderbestrebungen“ sind.
    Es ist der jüdische Witz, der diese Dinge immer wieder meisterhaft aufs Korn nimmt - sei es nun der starke Familien-, Sippen- und Volkszusammenhalt, die uneingeschränkte Herrschaft der „yiddishen Mame“, die jüdischen Speisegesetze oder sogar auch der Zionismus... - ich erinnere mich mit Vergnügen an den gemeinsamen Vortrag „Tränen gelacht. Eine Einführung in den jüdischen Humor“ von Oberrabbiner Chaim Eisenberg und Doron Rabinovici auf der (von mir hier wiederholt erwähnten) heurigen GlobArt-Academy in Krems.

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  135. (Fortsetzung)

    Ich glaube es Rudolf Steiner, daß er damals nicht aufgrund seiner persönlichen Erfahrungen im Hause Specht von einem „Fehler in der Weltgeschichte“ sprach. Offensichtlich unterschied Steiner zwischen den individuellen Juden, die sich freigemacht hatten von jeder „rassischen Beschränktheit“, und dem Judentum, das weiterhin als „geschlossenes Ganzes“ auftrat. Und offensichtlich hielt er damals (wie auch Hamerling in seinem „Homunkulus“) den Zionismus für eine Fehlentwicklung.
    (Übrigens bin ich überrascht davon, daß Hamerling schon 1888 in dieser Weise auf den Zionismus Bezug nahm - Theodor Herzls Schrift „Der Judenstaat“ erschien erst 1895...)

    Nun - es wäre heute natürlich vollkommen abwegig, darüber zu streiten, ob die „Sonderbestrebungen“ des jüdischen Volkes, die schließlich zur Gründung des Staates Israel geführt haben, ein „Fehler“ waren - schon allein deshalb, weil etwas, das einmal geschehen ist, selbstverständlich kein „Fehler in der Weltgeschichte“ sein kann, sondern zu einem Teil dieser Weltgeschichte geworden ist.
    Das aber war damals, als Robert Hamerling seinen „Homunkulus“ und Rudolf Steiner diese vielzitierten Worte schrieb (und: lange vor dem Zweiten Weltkrieg!), noch nicht so.
    Damals hätte es auch ganz anders kommen können - und Rudolf Steiner war offenbar der Meinung, es wäre „richtiger“, sowohl für die Juden als auch für die Weltgeschichte, wenn die Juden sich „in den abendländischen Kulturprozeß“ eingelebt hätten, statt ihren „Sonderbestrebungen“ nachzugehen.

    Bei alledem aber scheint Rudolf Steiner damals, 1888/89 (mit 27/28 Jahren), etwas ganz Wichtiges nicht ausreichend beachtet zu haben - etwas, worauf sowohl Eisenberg als auch Rabinovici in ihrem Vortrag ausdrücklich hinwiesen: Es macht einen großen Unterschied, wer es ist, der einen jüdischen Witz erzählt - oder, setze ich jetzt hinzu: wer es ist, der auf sonstige Art und Weise „Fehler und Schwächen“ des jüdischen Volkes aufs Korn nimmt.

    Wie Michel Gastkemper sehr feinfühlig geschrieben hat:
    „Ich habe kein Problem damit, von aufsteigende und absteigende Kulturen zu sprechen. Im Nachhinein kann man das sagen. Von Historikern wird die Aufgang und Untergang von ganze Epochen beschrieben. Aber ich sehe in den Strassen kein alte Römer oder alte Babylonier rundgehen. Das sind vergangene Kulturen. Ich sehe vielleicht nur gegenwärtige Italiener oder Iranier oder andere. Mit den Juden ist es ein bisschen anders. Sie existieren heute noch, in welche Formen auch immer.

    Ja.
    Und so konnte es nicht ausbleiben, daß der jüdische Familienvater, in dessen Haus Rudolf Steiner damals wohnte, sich durch seine Äußerungen tief verletzt und gekränkt fühlen mußte.

    Erst in seiner Rückschau in seinem Todesjahr, 1924, hat Rudolf Steiner erkannt, was ihm wohl 1888/89 noch nicht so deutlich bewußt war:
    „Aber es war bei dem Hausherrn, dem ich sehr zugetan war, eine gewisse Empfindlichkeit vorhanden gegen alle Äußerungen, die von einem Nicht-Juden über Juden getan wurden.“
    Und jetzt nennt er auch die Ursache dafür:
    „Der damals aufflammende Antisemitismus hatte das bewirkt.“

    Ja.
    Und nun komme ich - endlich ;-) - zu meinem Schlußwort für heute:

    Ob Rudolf Steiner recht hatte damit, daß die zionistischen „Sonderbestrebungen“ des jüdischen Volkes damals, 1888/89, eine Fehlentwicklung darstellten, das kann ich nicht beurteilen - denn dazu fehlt mir die „geistig-historische Überschau“.
    Daß aber diese „Sonderbestrebungen“ des jüdischen Volkes Hand in Hand gingen mit dem Antisemitismus, den dieses Volk damals überall in Europa zu spüren bekam und der sich in den folgenden Jahrzehnten ins Unermeßliche steigerte; daß diese „Sonderbestrebungen“ durch den Antisemitismus, wenn nicht verursacht, so doch außerordentlich verstärkt wurden - das sollte heutzutage wirklich jedermann klar sein.

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  136. P.S.:

    Und nun noch die beiden Fassungen des Liedes "A yiddishe Mame", die mich vorhin, beim Googlen nach diesem Lied, am allermeisten berührt haben:

    Regine Zylberberg

    und

    eine 94jährige "jiddische Mame"

    Herzlichen Gruß in die Runde,
    Ingrid

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  137. Ingrid, Autorität oder nicht (Damisch), ich habe das auch so bei Steiner gelesen, finde es bloss nicht mehr ("Juden seit den Tagen Jesu sagen, daß der Messias, auf den sie warten, eben noch nicht gekommen ist...") (anderes Zitat aus dem Netz).

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  138. Manfred - diesen Punkt streite ich ja gar nicht ab.
    Aber --- na und? Warum sollte es mich, Steiner oder sonst jemanden stören, wenn jemand nicht glaubt, daß Jesus Christus der Sohn Gottes ist?
    Inwiefern wären Katholiken oder sonstige Christen, die an Jesus als Gottes Sohn und an all die Dogmen der verschiedenen Päpste glauben, weniger „rückständig“ als ein Volk, das das nicht tut?

    Wenn Steiner von individuellen Juden spricht, die sich von den Vorurteilen ihres Volkes und ihrer Konfession frei gemacht hätten - meinst Du etwa, daß er damit sagen will, daß diese Menschen dann an Jesus Christus glaubten? -
    Also - das halte ich für mehr als unwahrscheinlich.

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  139. Das Blog ist wegen anhaltender Spam- Kommentare auf Moderation umgestellt.

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  140. Im antrhoposophischen Umfeld gibt es sehr viele zurück gebliebene Kinderlein. Mit diesen meine ich die Seelenanteile in Personen, die verletzt und dadurch nicht erwachsen geworden sind.

    Unter solch verletzten Kinderlein, die sich auch gerne und reichhaltig im akademischen Umfeld aufhalten, sind oft die schärfsten Ideologen zu finden. Sie brauchen den ideologischen Überbau, weil sie nicht auf eigenen Beinen stehen können, da ihre eigenen Menschenrechte (als kleines Kind) nicht respektiert wurden. Es ist für diese Menschen unmöglich, diese Form der Autorität abzustreifen, bevor nicht die Verletzungen des inneren Kindes behandelt werden, es liebevoll in seinem Wert angenommen wird und dadurch in seinem natürlichen Wachstum fortfahren kann. Erst dann kann eine Weltanschauung oder ein ideologischer Überbau, der zu Identitäts-krücke und Werte-Ersatz geworden ist, langsam abgestreift werden.

    Das Wieder Kind-Werden geht über das Erwachsen-Werden. Erwachsen-Werden in der Auseinandersetzung mit der jüdischen Geschichte würde bedeuten, die Kulmination der über Jahrhunderte vorbereiteten Judenverachtung und -demütigung im unbeschreibbaren Grauen des Holocausts - mit offenen Augen aushalten zu können. Das kann ein Kindlein nicht, dazu hat es nicht die Kraft. Was es aber kann – was ursprünglich eine heilsame Einrichtung der Natur war – das ist, verdrängen.

    Ein Konstrukt kann noch so abwegig sein, es erfüllt seinen Zweck.

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  141. Liebe Ingrid,

    hast Du "Christentum als mystische Tatsache" gelesen?

    Jeder Einzelne kann meinetwegen glauben was er will, sollte es aber nicht unbedingt ;-), zumindest ab einem bestimmten Punkt eh nicht mehr und ich meine jetzt nach erweiterter Wissenschaftlichkeit. Und was und wie Glaube so alles sein kann, das lassen wir jetzt mal.

    Und dass man sich frei machen sollte von jeglichen ... ist ja wohl klar und ich denke Du wirst es mir auch abnehmen können wenn ich dem ebenfalls zustimme.

    Aber darum geht es doch hier gar nicht. Mir geht es nicht darum ein "gläubiger" Christ zu sein sondern darum, dass in der "Zeitenwende das Weltengeisteslicht..." und dass dies eine Tatsache für die menschliche Entfaltung IST, allerdings nur dann, wenn das auch irgendwie mit Sichen verbunden wird weil das ein wesentliches "Ferment" für das weitere Werden des Menschen ist.

    Christentum ist (für mich) gar keine Religion (mehr) sondern die Erfüllung (NICHT Überwindung!!!) der Religionen, weil im Menschen angekommen. Das Weltengeisteslicht nämlich, das seit der Zeiten!!!-Wende!!! in jedem Menschen (prinzipiell) zu finden ist.

    Und wenn dies für oder in dem jüdischen Glauben so gesehen wird, dass man nämlich noch drauf wartet, dann schaut der in diesen Menschen wohnende Geist falsch in das Wesen der Zeit und vor allem in/auf sich. Und das ist bedauerlich und für mich obiges jüdisches Denken, was die Religionen betrifft. Mit so typischen Wissenschaftlern und Materialisten, um die ist es wohl ähnlich bestellt, denn der Geist im Menschen ist es und wird es sein... --- und wenn der falsch "programmiert ist, schon recht traurig.

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  142. Danke an den Dialog von Manroe und Ingrid! Denn, ärm, ein wenig kenn ich mich mit Schreiben aus, das hier geleistete ist eine richtige Arbeit, im Gespräch schon würde das Grips und Konzentration verlangen, nun auch noch alles verschriftlicht! Klar und gut durchdacht geschrieben. Ich werde mir einiges von diesem Stream 'runterladen. Ein mir so wichtiges Thema! Danke! m.butty

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  143. @Manroe
    "Christentum ist (für mich) gar keine Religion (mehr) sondern die Erfüllung (...) der Religionen" Nunja, wenn das für Dich (und mich) so erlebbar ist, das heißt wenig.
    Alldiweil ein Muslim über Mohammed "dasselbe" spricht. Der war das Sigel der Propheten, dannach kann nichts mehr kommen. Daher: Leute, ziert Euch nicht so, kommt in den Islam, und alles wird gut!
    Es gehört noch immer einfach dazu, daß Menschen "an was glauben". Und trotzdem "gut" sind, gut drauf, "in Ordnung". Aber dann was komisches wählen, für Kernkraft sind, für Gentech. Da geht doch der ganze Tanz der Inkarnation, das Drama los. Von dem die Baghavad-Gita spricht. Der Bruderkrieg unter den/uns Menschen.
    m.butty

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  144. Hallo Butty,

    Oder der Kampf aller gegen alle. --

    Meditier mal über den Steinerspruch "In der Zeitenwende..." dann klärt sich das mit den Religionen. Und dann die WENDE der Zeiten!! Die Wende! Und weil man über Religionen an etwas heranzukommen versucht und sich um etwas bemüht. Was sollte das Ziel sein und wo liegt es und wodurch? "...trat das Weltengeisteslicht in den irdischen Wesensstrom." "Nachtdunkel hatte ausgewaltet..." --- "erstrahlte in Menschenseelen..." "Was wir aus Herzen gründen, was wir aus Häuptern zielvoll führen wollen." Da ist alles drin --- . Wenn man das erfasst ist das Wesen von Religion erfüllt und hebt sich damit auf. Die Grundlage dafür hat der Christus erschaffen und gegeben. "Tut dies in meinem Sinne."
    Oder eben "Christus in Euch." Ja, so sei es!

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  145. Liebe Freude an

    "Das kann ein Kindlein nicht, dazu hat es nicht die Kraft."

    Aber das Kindlein, das sich als "Werdet wie die Kindlein" darlebt, denke ich schon, schon allein deshalb, weil es ohne jeglichen Überbau zu schauen vermag und direkt erleben wird und auch unmittelbar moralisch einzuschätzen in der Lage sein wird, was es dann sieht. Und ganz wichtig das "werdet wie" und eben nicht bleibet, mit Überbau.

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  146. Liebe Ingrid,

    eine 94jährige "jiddische Mame"

    Danke --- hat mich tiefst berührt.

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  147. Danke Ingrid, für Deine Hinweise und differnzierten Gedanken.

    Frohe Weihnachten an alle.

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  148. Ich schätze ganz besonders das, was ich bei Steiner über Physiologie lernen kann. Aber auch hier findet sich so manche Ernüchterung:

    25.920: „Sie wissen ja - ich habe das schon einmal hier ausgeführt -, wenn Sie die 18 Atemzüge, die der Mensch in der Minute hat, ausrechnen, so daß Sie die Zahl der Atemzüge in einem Tage bekommen, so sind es also 18 mal 60 in der Stunde, für den Tag mal 24 sind 25920 Atemzüge in einem Tage......Und endlich, das Weltenall atmet uns aus, atmet uns wieder ein in einem Rhythmus, der wiederum durch die Zahl 25920 bestimmt ist, bestimmt durch den Umlauf der Sonne um den Tierkreis.“ http://wiki.anthroposophie.net/Atemrhythmus

    Ich hätte diesen wunderbaren Text sehr gerne für eine Arbeit verwendet, die ich schreibe. Das geht aber nicht, weil diese Berechnungen nicht der Realität stand halten. 18 Atemzüge bei einem Erwachsen mittleren Alters weisen auf eine Streßatmung hin. Auf diese Zahl kommt man/frau nur mittels einer oberflächlichen, beschleunigten Atmung. In der heutigen Zeit, in der viele durch den Alltag hetzen, gibt es sicherlich genug Menschen, bei denen sich der Atemrhythmus dieser äußeren Geschwindigkeit anpasst. Eine gesunde, relativ ausgeglichene Zwerchfellatmung liegt bei 12 – 14 Atemzüge pro Minute. Eine einfache Achtsamkeitsübung bringt den Atemrhythmus auf unter 10. Eine Achtsamkeitshaltung, welche man/frau auch in den Alltag bringen kann – was aber nicht immer gelingt. Das ist noch keine Meditation. In der Meditation verlangsamt sich der Atemrhythmus nochmals in dem Maße, in dem wir uns dem Seinsgrund annähern.

    Es verhält sich eigentlich ganz konträr – wenn wir uns unserem Wesensgrund, d.h. kosmischen Grund annäher, verlangsamt und vertieft sich der Atemrhythmus. Wenn ich einem halbwegs bewußten und ausgeglichenen Menschen rate, 18 mal pro Minute zu atmen, würde ich seinen natürlichen Atemrhythmus vergewaltigen.Das kann jede/r von euch ausprobieren.

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  149. Damit geht aber obige wunderschöne Rechnung nicht auf. Das finde auch ich schade, den erstens hätte mir der wunderbare Gefühle auslösende Text sehr gut gefallen und zweitens ist es auch für mich ganz klar, dass wir im kosmischen Rhythmus eingebunden sind, dass Atem DIE Schwelle zwischen sinnlicher und übersinnlicher Wahrnehmung und engstens mit Bewußtsein verbunden ist.

    Ich habe bemerkt, dass Steiner in seinen Beschreibungen von kosmischen Zusammenhängen manchmal von oben herunter, oder von unten hinaufrechnet, je nachdem zu welchem Ergebnis er kommen möchte. Beim Atem rechnet er von oben herab und würde dem Menschen eine Streßatmung verpassen, damit es sich mit den Zahlen ausgeht. Wenn etwas nicht in sein Evolutionsmodell passt, rechnet er von dem was unten, Weltgeschichte IST, nach oben und „stellt fest“, dass sich die Weltgeschichte geirrt hat. Bei den ihm unsympatischen Franzosen rechnet er von unten hinauf und kommt so zum Ergebnis einer spirituellen „Wahrheit“, und viele etc....

    Ich habe weiter oben in diesem thread gesagt, dass ich bedenkliche Äußerungen Steiners für nebensächlich halte. Das möchte ich korrigieren, ich halte dies nicht mehr bloss für nebensächlich sondern finde, dass da Strukturelles einfach ganz daneben liegt. Auch der Christus ist viel weiter, als es Steiners Ansicht zuläßt. Weiter, nicht im Sinne von vertikal-hierarchisch, nicht im Sinne eines Konstrukts, das auf einen Punkt zuläuft - sondern weiter im Sinne von räumlich.

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  150. Damit geht aber obige wunderschöne Rechnung nicht auf. Das finde auch ich schade, den erstens hätte mir der wunderbare Gefühle auslösende Text sehr gut gefallen und zweitens ist es auch für mich ganz klar, dass wir im kosmischen Rhythmus eingebunden sind, dass Atem DIE Schwelle zwischen sinnlicher und übersinnlicher Wahrnehmung und engstens mit Bewußtsein verbunden ist.

    Ich habe bemerkt, dass Steiner in seinen Beschreibungen von kosmischen Zusammenhängen manchmal von oben herunter, oder von unten hinaufrechnet, je nachdem zu welchem Ergebnis er kommen möchte. Beim Atem rechnet er von oben herab und würde dem Menschen eine Streßatmung verpassen, damit es sich mit den Zahlen ausgeht. Wenn etwas nicht in sein Evolutionsmodell passt, rechnet er von dem was unten, Weltgeschichte IST, nach oben und „stellt fest“, dass die sich Weltgeschichte geirrt hat. Bei den ihm unsympatischen Franzosen rechnet er von unten hinauf und kommt so zum Ergebnis einer spirituellen „Wahrheit“, und viele etc....

    Ich habe weiter oben in diesem thread gesagt, dass ich bedenkliche Äußerungen Steiners für nebensächlich halte. Das möchte ich korrigieren, ich halte dies nicht mehr bloss für nebensächlich sondern finde, dass da Strukturelles einfach ganz daneben liegt.
    Auch der Christus ist viel weiter, als es Steiners Ansicht zuläßt. Weiter, nicht im Sinne von vertikal-hierarchisch, nicht im Sinne eines Konstrukts, das auf einen Punkt zuläuft - sondern weiter im Sinne von räumlich.

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  151. Diese Zahl kommt vielleicht daher, daß man in der Antike, wo diese Zahlen herkommen, noch gut zu Fuß war, und daß die 18 Atemzüge ein idealisches Mittelmaß bei "mäßiger Bewegung", also nicht beim Joggen oder Pflügen, aber eben beim -Wandern- meinen. Allerdings sollte man in dieser positivistisch destruktionsversessenen kurzen Epoche mit solchen Zahlen besser nicht öffentlichen Unmut auf sich ziehen, man sollte sich darüber ausschweigen. Aber daß Steiner hier und da her "nachgeholfen" haben soll, daß etwas "paßt", mmmh, be-wußt? Kann ja sein, schade wär das. Es gibt so Reflexe, aber eben die wollte er doch ausschließen? Naja.. aber die platonische Zahl läßt sich mit etwas gutem Willen durchaus noch "retten", dennoch gehört sie in den Bereich astro-l-ogischer Berechnungen, und nicht astro-n-omischer Größen, und ist daher unbedingt offiziell zu vermeiden, zu beschweigen, sonst gibt es zuviel Ärger. LG
    m.butty

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  152. Liebe Freudean, könntest du den Schlusssatz etwas näher erläutern? Das hier: ".. sondern weiter im Sinne von räumlich."

    Für mich war eigentlich immer klar, dass auch Steiner den Christus sowohl mikro - als auch makrokosmisch definiert hat. Dass ER, seit Golgatha, als ein schaffender, sich hinopfernder Sonnengeist der Erde anzusehen ist? - somit aber auch jede kleinste Zelle aller irdischen Organismen durchdringt und zwar sowohl über die Atmung bzw. über das Chakrasystem, als auch über die grobstoffliche Nahrungsaufnahme.

    Korrigiere mich, wenn ich das falsch verstanden bzw. falsch in Erinnerung habe.

    Herzl. Grüße!

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  153. Nachtrag an Freudean:

    Vielleicht sind es ja unten stehende Worte Steiners, die dich irritiert haben könnten bzw. den Schluss zuließen, dass der Christus rein terrestrisch (und somit begrenzt) anzusehen sei.
    Was ich dann allerdings an anderer Stelle relativiert sah, als Steiner nämlich von einer Verbundenheit innerhalb der Trinität und einer gewissen, immer noch vorhandenen Sonnenverbindung des Christus sprach.

    Aber selbst wenn 'nur' ein auf die Erde (bzw. Erdatmosphäre) begrenztes Geist -und Liebesopfer stattgefunden hat, empfinde ich es als nachvollziehbar und auch tröstlich (hinzu kann man annehmen, dass dieses immense Ereignis auch eine Auswirkung auf den ganzen Kosmos hatte) ..

    Hier zunächst folgendes Zitat aus GA 152, S 39f.
    (die anderen Mitteilungen Steiners, müsste ich noch raussuchen, aber vielleicht magst du dich ja auch selber hindurchackern):

    "Es gibt daher keinen Tod für die Wesen, die zu den höheren Hierarchien gehören, mit nur einer einzigen Ausnahme, der des Christus. Aber damit eine übersinnliche Wesenheit wie der Christus durch den Tod gehen konnte, mußte er erst auf die Erde herabsteigen. Und das ist es, was von so unermeßlicher Wichtigkeit in dem Mysterium von Golgatha ist, daß eine Wesenheit, die in ihrem eigenen Reiche in der Sphäre ihres Willens niemals den Tod hätte erfahren können, hat hinuntersteigen müssen auf die Erde, um eine Erfahrung durchzumachen, die dem Menschen eigen ist, nämlich um den Tod zu erfahren. Es vereinigte sich ein Wesen, einzig in seiner Art, welches bis dahin nur kosmisch war, durch das Mysterium von Golgatha, durch den Tod des Christus, mit der Erdenevolution. Seitdem lebt es auf eine solche Weise auf Erden, ist so an die Erde gebunden, daß es in den Seelen der Menschen auf Erden lebt und mit ihnen das Leben auf Erden erfährt. Daher war die ganze Zeit vor dem Mysterium von Golgatha nur eine Zeit der Vorbereitung in der Evolution der Erde. Das Mysterium von Golgatha gab der Erde ihren Sinn. Als das Mysterium von Golgatha stattfand, wurde der irdische Körper des Jesus von Nazareth den Elementen der Erde übergeben, und von der Zeit an war der Christus verbunden mit der geistigen Sphäre der Erde und lebt darin."

    LG

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  154. So, jetzt habe ich einen großen Teil Steiners beeindruckender Christusäußerungen gefunden, auf Anthrolexus:

    http://www.anthrolexus.de/Topos/2260.html

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