Es gibt kein Ich, aber das ist Gott

Wie lange haben die guten Vorsätze für das Jahr gehalten? So lange wie immer. Meiner war natürlich (wie jedes Jahr), endlich brav zu werden, ausgeglichen und entspannt. Vorbei.

Ich habe ja sehr gern das Buch "Endstation Dornach" gelesen- auch vom offenen stilistischen Aufbau her, der wie ein Gespräch erscheint.

Jetzt habe ich Christian Grauers letztes Buch gelesen, der ja auch in "Endstation Dornach" mit wirkt, und war - gelangweilt. Die Schuldzuschreibung in Richtung Anthroposophie wegen eines selbst gezimmerten missionsüberfrachteten Weltbilds und ein nach außen getragener Hedonismus, der sich aber im Buch selbst nicht im geringsten wieder findet, sind noch die kleineren Übel. Die persönliche Misere mit einem Weltbild, einer Religion oder eben der Anthroposophie zu verbinden, hat eben immer etwas von Nachkarten. So etwas ist nie eine ganz angenehme Lektüre.

Aber lesen Sie selbst (als PDF).


Kommentare

  1. Lieber Michael,

    danke für diese Rezension.
    Ich habe das Buch nicht gelesen (und im Augenblick auch keine große Lust dazu).

    Ich denke dabei an einen Seiltänzer, der sein Gleichgewicht sucht: wenn er ein „Übergewicht“ nach der einen Seite hat, muß er, um nicht zu fallen, eine ausgleichende Gegenbewegung machen, die ähnlich weit von der Mitte abweicht - nur eben in die entgegengesetzte Richtung. Dieses „Hin- und Herpendeln“ ermöglicht immer wieder den „Durchgang durch die Mitte“...

    Das Problem dabei: wenn sich jemand in jedem Augenblick seines Lebens nur durch die Überzeugung einigermaßen sicher fühlen kann, seine momentane „Haltung“ wäre die „einzig richtige“ --- dann wird er die jeweilige „Schieflage“ nicht als Teil seines Weges, seiner Suche empfinden, sondern als eine Art Endresultat, das es „festzuhalten“ gilt...

    Insofern mag ich diesen Satz Christian Grauers (in dem man, da gebe ich Dir natürlich recht, das Wort „Anthroposophie“ durch jede beliebige „Weltanschauung“ ersetzen könnte, die als „fixiert“ und „abgeschlossen“ zu begreifen man sich entschlossen hat):

    »Selbst wenn ich mir sicher bin, in der Anthroposophie die letzte Wahrheit gefunden zu haben, so erscheint mir nach allem die Suche nach ihr erstrebenswerter als ihr Besitz. Und ich würde unter allen Umständen lieber auf die Anthroposophie verzichten, wenn mich dies in die Lage versetzte, wieder suchen zu können, Türen zu öffnen, Neues zu finden!«
    (aus dem Buchauszug im waldorfblog)

    :-) An „Endstation Dornach“ mochte ich ja besonders, daß es sehr viel weniger einseitig daherkam, als ich erwartet hatte... es hat was, miteinander ein Buch zu schreiben.

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    1. Ich finde den Ansatz Grauers, Anthroposophie mit Konstruktivismus zu verschränken, sehr bedenkenswert und interessant. Aber da habe ich wohl das falsche Buch von ihm gegriffen. Die Kombination mit Autobiografischem ist schon deshalb unglücklich, weil seine Projektionen und Schuldzuweisungen dem Ganzen einen larmoyanten Ton geben. Es ist auch spürbar nicht aus einem Guss geschrieben. Endstation Dornach lebt auch daraus, dass die vier Persönlichkeiten je eigene Noten einfliessen lassen, was die Sache doch sehr lebendig macht.

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  2. Ich habe das Buch zweimal gelesen. Mir wurde dabei deutlich, das zu wenig ähnliches in der Anthro-Szene im Umlauf ist. Überwiegend erscheinen anthropo. Autoren so, als seien sie bereits "Wissend" vom Himmel gefallen. Von der modernen Malerei her kenne ich das anders. Der "Weg" all derjenigen, die sich anhand der Malerei "entwickeln", liegt für diejenigen, die Sehen wollen, offen vor aller Augen. Man schaue sich, z. B. das Werk v. Emil Schumacher, darauf hin einmal an. Oder die Malerei v. Mark Rothko. Und, vor allem Anderen, man sieht, die wollten "sich" entwickeln! Und das ist just das Gegenteil dazu, anderen Malerei erklären zu wollen. Daher, dass sie nicht anderen etwas erklären wollen, sondern ihren Weg gehen, gerade dadurch kann man v. ihnen, so man will, manches lernen.

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    1. Das stimmt, es ist ein ehrliches Buch. Und es prunkt und prahlt an keiner Stelle.

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  3. Ich habe einen Ausschnitt des Buches im waldorfblog gelesen, und der hat mir sehr gut gefallen. Die Sprache berührt mich in ihrer Klarheit, Ehrlichkeit und Menschlichkeit. In dem gelesenen Ausschnitt empfinde ich Ch.G.`s Ton nicht „larmoyant“. Er beschreibt, was ihm geschehen ist, wie er mit Anthroposophie umgegangen ist.
    Im Unterschied von vielen "prunkt und prahlt" er an keiner Stelle - das ist für mich das Allerangenehmste.
    Die Anthroposophie unterscheidet sich nicht von anderen Weltanschauungen, die sich auch jeweils für die einzig richtige/beste oder entwickelste halten. In dem anthrop. Ambiente, das ich kenne, haben alle diesen Schleier verinnerlicht. Das Denken ist besetzt. Diese Menschen haben nicht gelernt, eine Weltanschauung auch wieder abzubauen, loszulassen.
    Es ist für mich sogar beeindruckend, wie ruhig Grauer darüber spricht.

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  4. Ich hab diese Frage bereits als Teil eines Kommentars bei den „alten Egoisten“ gepostet - nun, da sich die Diskussion offensichtlich hierher verlagert, also nochmal:

    Was mir, ehrlich gesagt, nicht recht klar wird, das ist: wie man eine solche „Lehre“ über die Entwickelung der Welt, wie sie in der „Geheimwissenschaft“ niedergeschrieben ist, als etwas Starres und Abgeschlossenes erleben kann - als ein „hermetisches Weltbild“ oder, wie Dieter (siehe bei den „alten Egoisten“) sagt, ein „intellektuelles Gefängnis unter Kontaktausschluß“.

    Wie geht das? Habt Ihr, die Ihr das so erlebt habt, dazu die unzähligen Mitteilungen über das „Tätigwerden“ der unterschiedlichen Hierarchien oder „geistigen Wesenheiten“ zu unterschiedlichen „Zeiten“, in unterschiedlichen „Zuständen“ und in unterschiedlichen Wirkenszusammenhängen --- habt Ihr das etwa alles auswendig gelernt, und es dazu in ein „System“ gebracht, das keine „Schlupflöcher“ mehr übrig läßt?

    Das soll keine polemische Frage sein. Es würde mich (als jemand, der ganz ohne Anthroposophie aufgewachsen und auch später niemals auf den Gedanken gekommen ist, aus ihr eine „hermetische Weltanschauung“ zu machen, und die auch keinerlei Bedürfnis hat, zu glauben, daß jede einzelne Mitteilung des Herrn Doktors „wahr“ sei) wirklich interessieren, wie das eigentlich möglich ist.

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    1. Liebe Ingrid, "...zu glauben, daß jede einzelne Mitteilung des Herrn Doktors „wahr“ sei". Jede ""Einzelne"" nimmer mehr! Steiner beschreibt in seinen "Grundlinien einer Erkenntnistheorie der goethischen Weltanschaung" Wahrheit so:

      "Tritt irgendein einzelner Gedanke im Bewußtsein auf, so ruhe ich nicht eher, bis er mit meinem übrigen Denken in Einklang gebracht ist. Ein solcher Sonderbegriff, abseits von meiner übrigen geistigen Welt, ist mir ganz und gar un­erträglich. Ich bin mir eben dessen bewußt, daß eine inner­lich begründete Harmonie aller Gedanken besteht, daß die Gedankenwelt eine einheitliche ist. Deshalb ist uns jede sol­che Absonderung eine Unnatürlichkeit, eine Unwahrheit.
      Haben wir uns bis dahin durchgerungen, daß unsere >>ganze<< Gedankenwelt den Charakter einer vollkommenen, inneren >>Übereinstimmung<< trägt, dann wird uns durch sie jene Befriedigung, nach der unser Geist verlangt. Dann fühlen wir uns im Besitze der Wahrheit. Indem wir die Wahrheit in der durchgängigen Zusam­menstimmung aller Begriffe, über die wir verfügen, sehen,...." Nun, und wie geht's mir damit? Das ist schnell gesagt - Chancenlos!!! ( 9. Denken und Bewusstsein ) Etwas näher kommt mir da Goethe selber - hiermit:" Kenne ich mein Verhältnis zu mir selbst und zur Außenwelt, so heiß’ ich’s Wahrheit. Und so kann jeder seine eigene Wahrheit haben, und es ist doch immer dieselbige."

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    2. Lieber Burghard,

      herzlichen Dank für dieses schöne Zitat!

      Ja - das ist, finde ich, eine wirklich seeeeehr gute Beschreibung.

      Zu Deinem:
      »Nun, und wie geht's mir damit? Das ist schnell gesagt - Chancenlos!!!«

      Wenn ich hier, so wie Du es tust, drei Rufzeichen setzen wollte, dann wohl deshalb, weil ich den DRINGENDEN Wunsch hege, möglichst schnell im Besitz der vollen und ganzen WAHRHEIT über ALLES und JEDES zu sein.
      Tatsächlich, da hätte ich keine Chance, der Versuch, sich einen solchen Wunsch zu erfüllen, ist wohl wirklich zum Scheitern verurteilt.

      Aber einmal angenommen, ich habe zwar den Wunsch, die Wahrheit herauszufinden, es muß aber nicht SOFORT sein, sondern ich mache mich auf den WEG dazu.
      Dann kann ich jeden einzelnen Gedanken, der nicht mit meiner restlichen Gedankenwelt übereinstimmt, als ein Zeichen dafür nehmen, daß es hier für mich noch etwas zu erforschen gibt, daß mein Weg hier noch nicht zu Ende ist.
      Sei es, daß der neue Gedanke sich schließlich so modifizieren läßt, daß er doch in meinen restlichen „Kosmos“ paßt, sei es, daß das, was ich bisher erkannt zu haben meine, einer Modifikation bedarf... erst wenn es irgendwannmal gelungen sein sollte, daß alle meine Einzelgedanken, so sehr sie einander auch zunächst zu widersprechen schienen, sich in Harmonie zusammenfinden, erst dann kann ich mich „im Besitz der Wahrheit“ fühlen.

      Und bis dahin sage ich dann auf die Frage, wie es mir damit geht, nicht: „Chancenlos!!!“, sondern ganz im Gegenteil: „Lauter Möglichkeiten rings um mich herum, wie spannend!“ :-)

      ---

      Im übrigen erinnert mich das sehr an meine Herangehensweise an Musikstücke, die ich zu singen habe: manchmal gibt es da einen „sperrigen“ Takt, eine Stelle, die nicht „dazupassen“ will zu meiner Interpretation des restlichen Stückes.
      Ich kann dann natürlich über diesen Takt hinwegsingen und versuchen, mich möglichst wenig von ihm „stören“ zu lassen (sehr viele Sänger tun das, und wenn ich nur wenig Zeit habe, mach ich’s natürlich genauso ;-) -- allerdings mit irgendwie „schlechtem Gewissen“).
      Ich kann aber auch versuchen, die Frage zu stellen: Wie müßte ich sein, um an dieser Stelle ganz genau das aus mir „herauszusprudeln“, was hier steht, also nicht nur Text und Melodie, sondern auch Dynamik, Tempo, Akzente... ?
      Jedesmal, wenn sich mir eine Antwort auf eine solche Frage er-eignet, dann habe ich das Gefühl, mich sehr genau auf der Spur der „wahren“ Inspiration des Komponisten zu bewegen.

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  5. Es ist noch gar nicht so lange her, da hab ich das auch bei Dir, Ingrid, so wahrgenommen. Ich erinnere mich wie Du meintest, Steiner würde eben „die Wahrheit“ beschreiben, alle anderen mögen ja auch etwas zu sagen haben, aber so eine vollkommene Wahrheit, die gibt’s einfach nur bei Steiner.

    Wie kommt so ein Schleier in die Menschen hinein? Es hat vielleicht auch mit der subtilen Arroganz Steiners zu tun – er weiß einfach alles besser. Es gibt einfach nichts und niemanden, das/den er nicht angerührt und korrigiert hätte.
    Wenn man/frau dann so tausende von Seiten liest, kann ich mir gut vorstellen, dass diese Arroganz sich in homöopatischer Dosis in alle Wesensglieder hinein ausbreitet und zu Eigenem wird. Immer nur subtil, nicht grob oder laut schreiend, nein,verständnisvoll subtil, „wir wissen es einfach besser“.

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    1. Liebe freudean,

      :-) ja, ich erinnere mich gut, daß Du mich so mißverstanden hast. Ich habe zwar versucht, das Mißverständnis aufzuklären, aber die Stimmung war damals nicht so, daß es mir gelungen wäre. Vielleicht klappt’s ja jetzt, ich würde mich freuen. :-)

      Damals (Kommentare vom 20.10. u. f.) ging es mir um den Unterschied zwischen den Ansätzen Rudolf Steiners und Ken Wilbers, und zwar nicht darum, wie ich diese Ansätze beurteile, sondern was sie selbst nach ihren eigenen Aussagen zum Ausgangspunkt nahmen.
      Ich zitierte Wilber, der ausgezogen war, eine möglichst einfache (und damit notwendigerweise ver-einfachende! wie ihm selbst sehr bewußt war!) und plausible Theorie zu finden - „on the level of orientating generalizations“.
      Und ich zitierte auch Steiner, um zu belegen, daß es ihm eben nicht um eine Theorie ging, und auch nicht darum, etwas zu vereinfachen oder zu verallgemeinern, sondern daß er versuchte, die Wirklichkeit zu beschreiben, in aller Komplexität, so wie er sie sah.

      Damit ist noch überhaupt NICHTS darüber ausgesagt, ob einer der beiden sich nun in dem, was er sagte, geirrt hat, ob er gar gelogen hat oder ob er tatsächlich „die Wahrheit, nichts als die Wahrheit“ gesprochen hat, so, wie sie sich ihm zum damaligen Zeitpunkt präsentierte.

      Was Du nun daraus machst, das habe ich wirklich niemals gesagt, das ist Deine Interpretation.


      Und wonach ich jetzt frage, das ist weder, warum ein solcher „Schleier“, wie Du es ausdrückst, „in einen Menschen hineinkommt“, noch auch, ob es in dieser Weise „verschleierte“ Menschen gibt (denn ganz offensichtlich gibt es sie, das brauchen wir wohl nicht zu diskutieren).
      Auch wenn es sich über das „warum“ sicher trefflich streiten ließe, unter anderem mit dem Satz Carl Gustav.Jungs, den Christian Grauer seinem Kapitel voranstellt: »Fanatismus findet sich nur bei solchen, die einen inneren Zweifel zu übertönen suchen«.

      Das alles mag interessant sein - aber es wird Spekulation bleiben, solange man „von außen“ darüber diskutiert (:-) Eine sehr kluge Bemerkung aus der Tastatur Carly Fleischmanns fällt mir ein: »How can you explain something you have not lived or if you don’t know what it’s like to have it? If a horse is sick, you don’t ask a fish what’s wrong with the horse. You go right to the horse’s mouth.«)

      Deshalb habe ich meine Frage an diejenigen „Insider“ gerichtet, die von sich sagen, daß sie selbst sich früher diesen „Ich-weiß-es-besser-denn-ich-habe-Steiner-gelesen“-Schleier umgehängt hatten, ihn aber inzwischen wieder losgeworden sind.
      Von ihnen würde ich halt gar zu gern wissen, wie sie das gemacht haben, und zwar ganz konkret anhand der vielen, vielen Seiten in der „Geheimwissenschaft im Umriß“, auf denen Rudolf Steiner die „Entwickelung der Erde" beschreibt.

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  6. Liebe Ingrid, "Deshalb habe ich meine Frage an diejenigen „Insider“ gerichtet, die von sich sagen, daß sie selbst sich früher diesen „Ich-weiß-es-besser-denn-ich-habe-Steiner-gelesen“-Schleier umgehängt hatten, ihn aber inzwischen wieder losgeworden sind." Na ja, das ist natürlich etwas peinlich. Vor allem deshalb, weil diese Art von Lebensentwürfen so schlicht sind- was man aber nur bemerken kann, wenn man sie überwunden hat. Außerdem handelt es sich ja nicht nur um Anthroposophie- das Bedürfnis, etwas "Bedeutendes" zu schaffen und darzustellen, durchzieht alle Lebensbereiche. In meiner Lebensmitte war der Höhepunkt dieses "Sich-gefunden-Habens" und der selbst erklärten Bedeutung; ich war ein extrem begabter Künstler, ein wundervoller Vater, ein intuitiver Ehepartner, ein umfassend Gebildeter, ein besonderer Spezialist als Pädagoge, usw. Die "Geheimwissenschaft" zu kennen, mit ihr zu leben, war auch ein Teil dieses Besonderen. Ich denke, vor allem war das Individualistische am "Schulungsweg" bedeutsam, das Exklusive. Diese ganze Sucht nach Selbstbestätigung ist ein Komplex, das sich zeitweise selbst an der Auswahl der Freunde fest machte: Alles Künstler, alles ..."auch Besondere". Sich von der Grandiosität zu verabschieden, ist auch deshalb so schwierig, weil es eine self-fulfilling prophecy ist; man erscheint dann wirklich brillant, intuitiv, interessant, wenn man glaubt, dass man es ist. Man erhält diese Bestätigungen und gibt sie gerne zurück. Auch deshalb ist es so schwer, sich von den Ego-Projektionen zu befreien. "Anthroposophie" kann auch in diesem Sinne missbraucht werden, ganz zweifellos. Der "Okkultist" positioniert sich in der nicht überprüfbaren, nicht verifizierbaren selbsternannten Bedeutsamkeit. Er hat Zugang zu "besonderen" Informationen, die ihn "besonders" machen. So lange man davon nicht loskommt, fährt man mit Volldampf auf einem Gleis ins Nirgendwo.

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    1. Ha, interessant Michael...sehe mehr und mehr Autobiografisches bei Dir, was mich, ehrlich gesagt, sehr freut bzw. am meisten interessiert :-) Ich hoffe aber dein Ego hat nun nicht zugehört, ist ja nur eine persönliche Vorliebe von mir ;-))...

      Dennoch möchte ich jetzt mal einwerfen: Hey people, man verdurstet ja fast in dieser Blockhütte!? Wo seid IHR eigentlich mal? ... Biografisches, Persönliches, Menschliches, DURCHLITTENDES usw. - für mich ist das sehr spannend, viel authentischer als andauerndes "Fremdgerede" - dieses ÜBER-etwas/jemanden-REDEN, womöglich noch verziert mit vielen schönen Zitatchen, ein wandelndes Zitatenwesen... Echt, ich fang nun doch bald an zu gähnen ... - ehrlich gesagt, ich käme aus dem Gähnen nicht mehr heraus, wenn ich hier keinen Burghard oder keinen Butty oder keinen Felix etc. mehr finden würde, Typen auch ...

      Das mit dem Ego sehe ich mittlerweile so: Gehe nicht zu hart damit, mit dir ins Gericht, denn einiges wird man nie los...da ist es besser, man lebt damit
      ;-))

      LG

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    2. Ich freue mich auch über Deine Schilderungen, Michael. Danke. Ich finde auch die Erfarungen von Ch.G. interessant. Wieder auf den Boden kommen, wieder einfach werden und auch die Verantwortung für den Abheber übernehmen, das geht nicht ohne Schmerz. Meine Erfahrung ist, dass, wenn ich es nicht kann, das Leben ein abgefahrenes Gleis umstellt.

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  7. Lieber Michael,

    oh --- tut mir leid, ich habe meine Frage nicht so „peinlich“ gemeint, und auch nicht so „persönlich“. Tut mir leid, wenn es so herausgekommen ist.

    Herzlichen Dank aber für Deine offene Antwort (:-) und ich widerstehe nur mit Mühe dem spontanen Impuls, Dir nun zu sagen, daß Du ganz offensichtlich nicht nur „brillant, intuitiv, interessant“ usw bist, sondern auch noch ganz „besonders“ gut darin, Dich „von der Grandiosität zu verabschieden“ und „von den Ego-Projektionen zu befreien“... was ich ja wirklich ganz ehrlich meine, aber HA, das ist schwiiiiiiiiierig: gibt es denn keine Art von bestätigendem feedback, die einen NICHT von neuem in dieses „Gleis ins Nirgendwo“ zurückschubst??? :-) --- na, damit wirst Du schon umgehen können ;-))

    Ja – das alles kenne ich natürlich auch, wenn auch die Anthroposophie dabei keine Rolle spielt, denn ich lebe in einem Umfeld, wo es als HÖCHST „verdächtig“ erlebt wird, daß ich mich immer mehr dafür interessiere, also mit „Bestätigung“ ist da gar nix - aber es gibt ja genug andere „wundervoll-exklusive“ Etiketten, die man stolz an der Brust tragen kann. ;-)

    Aber betrifft das alles nicht eher die Frage nach dem „warum“?

    Was mich so interessiert, das ist wirklich das ganz praktische WIE:
    »Die "Geheimwissenschaft" zu kennen, mit ihr zu leben, war auch ein Teil dieses Besonderen.«, sagst Du.

    Ich gebe zu, ich habe die „Geheimwissenschaft“ bisher erst zweimal gelesen und mir jetzt in den letzten Tagen die Schilderungen über die „Entwickelung der Welt“ zum dritten Mal vorgenommen - vielleicht müßte ich das sehr viel öfter und gründlicher „studieren“, um das Gefühl zu haben, die „Geheimwissenschaft“ wirklich zu kennen.
    Deshalb frage ich danach, ob man vielleicht (vom Elternhaus, vom sonstigen Umfeld) das Gefühl vermittelt kriegt, man „solle“ das „auswendig lernen“ --- oder auch: man „solle“ es sich vielleicht systematisch und überblicksmäßig aufzeichnen und unter den Kopfpolster legen (aber auch das stell ich mir seeeeehr schwierig vor: wie zeichnet man ein solch hochkomplexes und immer auch ausdrücklich nur andeutungsweise beschriebenes „Durcheinanderwirken“ auf?) ???

    Bisher jedenfalls kann ich mir kaum vorstellen, all diese Schilderungen Steiners (in denen er ja immer wieder so vieles offenläßt, indem er darauf aufmerksam macht, daß es noch viele andere „Aspekte“ gibt, die nicht geschildert werden, die vielleicht anderswo geschildert werden, die sich vielleicht auch gar nicht schildern lassen...) – ich kann mir kaum vorstellen, das alles so zu „kennen“, daß ich mich darin insgesamt wirklich „auszukennen“ meine... es sei denn natürlich in den Teilen der Beschreibung, in denen ich etwas wiedererkenne, das mir aus meinem sonstigen Leben bekannt ist.


    Mir fällt Douglas Adams’ „The Hitchhiker’s Guide through the Galaxy“ ein:
    Nachdem der Supercomputer „Deep Thought“ (nach siebeneinhalb Millionen Jahren Rechenzeit) seine Antwort gegeben hat auf die Frage nach „life, the universe and everything“ (es ist die Zahl 42), stellt sich heraus, daß niemand mehr weiß, wie die Frage eigentlich gelautet hat („I think the problem, to be quite honest with you, is that you've never actually known what the question is.“)
    Um nun diese Frage herauszufinden, wird nach den Angaben von „Deep Thought“ ein neuer, noch sehr viel komplizierterer Computer gebaut --- wie sich herausstellt, ist es der Planet Erde...

    Ich kann es im Augenblick in Worten nicht erklären, wieso ich in diesem Zusammenhang auf Douglas Adams komme - ich sage nur, sicherheitshalber: es ist nicht in irgendeiner Weise respektlos gemeint (weder Steiner noch auch Adams gegenüber); ich meine es auch nicht ohne Humor, natürlich nicht :-)! --- und dennoch meine ich es vollkommen ernst.

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  8. O.T.: Wie ich sehe, beteiligt sich die deutschsprachige Wikipedia zwar nicht am heutigen Streik, informiert aber natürlich darüber.

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