"Was muss ich vom Ich aus tun, wenn ich eine Meditation mache?"

Der Titel dieses Posts ist eine Frage von Ilse Knauer an Rudolf Steiner. Antwort:

"Nun, nicht wahr, die Meditation besteht aus folgendem: Als moderner Mensch haben Sie jedem Satz gegenüber das Gefühl, Sie müssen ihn verstehen. Das ist eine ausgesprochene Tätigkeit des Ich. Der Intellekt ist nun in der gegenwärtigen Inkarnation (vorherrschend) und alles übrige ist vom Ich zugedeckt, wirkt höchstens traumhaft hinauf und ist unbewusst.


Dagegen heißt nun meditieren: ausschalten dieses intellektuelle Streben und den Meditationsinhalt zunächst so nehmen, wie er gegeben ist, rein, ich möchte sagen, zunächst dem Wortlaute nach. So dass, wenn Sie intellektuell an den Meditationsinhalt heran gehen, Sie, bevor Sie den Meditationsinhalt in sich aufnehmen, ihr Ich in Bewegung bringen, denn Sie denken nach über den Meditationsinhalt, Sie haben ihn außer sich. 
Wenn Sie den Meditationsinhalt, einfach wie er gegeben ist, in Ihrem Bewusstsein anwesend sein lassen, dann arbeitet in ihnen nicht Ihr Ich aus der gegenwärtigen Inkarnation, sondern das aus der vergangenen. Sie halten stille den Intellekt; Sie versetzen sich einfach in den Wortinhalt, den Sie innerlich, nicht äußerlich hören, als Wortinhalt hören, in das versetzen Sie sich, und indem Sie sich in das versetzen, arbeitet im Meditationsinhalt Ihr innerer Mensch, der nicht derjenige ist in der gegenwärtigen Inkarnation. 
Dadurch aber wird der Meditationsinhalt nicht zu etwas, was Sie verstehen sollen, sondern das real in ihnen wirkt und so real in Ihnen arbeitet, dass Sie zuletzt gewahr werden, jetzt habe ich etwas erlebt, was ich früher nicht erleben konnte: Nehmen Sie einen einfachen Meditationsinhalt, den ich oftmals gegeben habe, "Weisheit lebt im Licht". Nun, nicht wahr, wenn man darüber nachdenkt, kann man darüber furchtbar viel Gescheites, aber ebenso viel furchtbar Törichtes heraus bekommen. 


Er ist da, um innerlich gehört zu werden: "Weisheit lebt im Licht". Da passt in Ihnen auf, wenn Sie ihn so innerlich hören, dasjenige, was da ist, nicht aus der gegenwärtigen Inkarnation, sondern dasjenige, was Sie sich mitgebracht haben aus früheren Erdenleben. 
Und das denkt und das empfindet, und es leuchtet auf nach einiger Zeit in Ihnen etwas, was Sie früher nicht gewusst haben, was Sie auch nicht aus Ihrem eigenen Intellekt heraus denken können. 


Sie sind viel weiter als Ihr Intellekt. Der enthält nur einen kleinen Ausschnitt dessen, was da ist."
___________
Rudolf Steiner, Meditative Betrachtungen und Anleitungen zu einer Vertiefung der Heilkunst, S. 145f.
____________


Ach, Herr Doktor. Was haben Sie jetzt wieder angestellt? Manchmal sieht es aus, als wollten Sie die Leute vorsätzlich verwirren. Nun hatten sich alle wenigstens auf eine relativ klare Vorstellung dessen geeinigt, was Karma sein mag- im Bild eines Zeitstrahls, im Bild einer Determination, im Bild eines logischen und zeitlichen Zusammenhangs eben. Eigentlich ist das, was karmisch sein mag, doch das an uns, was unfrei ist, was an uns klebt wie bei Glücksmarie und Pechmarie. Aber nein, nun sprechen Sie im Begriff gerade das an, was von Determination frei ist und damit ganz gegenwärtig, was den nackten Intellekt übersteigt und was leuchtet. Nebenbei stiften Sie auch wieder Verwirrung mit dem Begriff des Ich. Das Ich ist hier das, was zudeckt. Immer, wenn man Steiner gerade meint, an einem Zipfel erwischt zu haben, schöpft er die Begriffe neu und ungewohnt und zwingt dazu, ihn nicht aus dem, wie man ihn zu verstehen meinte, zu erfassen, sondern frisch, aktuell, aus der Situation heraus. Dann macht das Sinn, was er sagte, nur dann.

Kommentare

  1. Dann macht das Sinn, was er sagte, nur dann.

    Lieber Michael, hat dir das dein Intellekt gesagt? :-)

    anonym1

    AntwortenLöschen
  2. Mein Intellekt spricht nicht mit mir, sonst würde ich mir auch ernsthaft Sorgen machen :-)

    AntwortenLöschen
  3. Hach - es ist alles so irre. Ich glaub' ich hab gar keinen Intellekt, den ich weglassen könnte. Ist das jetzt gut oder schlecht?

    AntwortenLöschen
  4. Liebe AUI, das kommt ganz darauf an, was du vom Leben erwartest :-)

    anonym1

    AntwortenLöschen
  5. Mein Intellekt spricht nicht mit mir, ...

    Dann bin ich beruhigt :-)

    ... und gute Nacht.

    anonym1

    AntwortenLöschen
  6. "Dann macht das Sinn, was er sagte, nur dann."

    Es macht exakt genau so Sinn, wie Steiner es geschildert hat. Und es wäre schon ganz heilsam würde man versuchen nicht nur in der Meditation so zu verfahren sondern ganz generell im Leben selbst.

    AntwortenLöschen
  7. :-) Lieber Michael, danke für diesen herrlichen "Stadtplan" des Herrn Doktors!

    AntwortenLöschen
  8. Also, ich kapiere immer nur "Intellekt", und darüber hinaus nichts. Das ist das Problem, ich seh da keinen Stadtplan. Deshalb kann mich der Butty, euer Gscheiterle, mal.
    Nicht jeder Mensch stellt nämlich Bedingungen, wenn man alles einrichten will, damit das mit dem dreidimensionalen Denken klappt. Es gibt durchaus Menschen, die pädagogische Voraussetzungen lieber sinnvoll als sinnlos anwenden.

    AntwortenLöschen
  9. Liebe AUI

    "Ich glaub' ich hab gar keinen Intellekt, den ich weglassen könnte."

    Schau doch nochmal nach, vielleicht hast Du das einfach nur falsch beschriftet und beides in den gleichen Kasten getan(?)

    AntwortenLöschen
  10. Kapiere ich aber nicht, wie das richtig gehört.

    AntwortenLöschen
  11. Wenn Du etwas kapieren willst, dann schaltest Du doch eine zusätzliche Energie ein, die Du auf das zu Verstehenwollende lenkst und brennst dann ein Loch in einen "dunklen Raum", dem Ort Deiner Frage, aus dem oder von dem Du eine Antwort erwartest, die Dir einleuchtet. Lass einfach mal diese Energie los ohne zu vergessen, was Du beantwortet haben möchtest. Lass es einfach "schwanger" sein und schalte auf Empfang, die Antwort findet Deine Frage. Alles andere ist Intellekt, "Datenbank", der hat gesagt, das habe ich aber anders gelesen... ganz salopp natürlich. Der Intellekt ist Dein Fiffi in dieser Zeit, der Dir das Gefühl von Freiheit gibt, weil Du es Dir selbst erringen willst, was Du erstrebst, so ein gebündelter Lichtkegel durch den Du klar sehen könnend beleuchtest, was Dich interessiert aber eben Ausschnittweise und das dann logisch und mehr oder weniger sinnvoll zusammenbaust. Alles, was Du nur verstehst, Dich aber nicht wirklich erreicht kommt zumeist aus der Angebotspalette des Intellekts. Ganz salopp natürlich.

    AntwortenLöschen
  12. Dieser obige Blogbeirag von Michael bietet sich nun geradezu an, das hier hinein zu stellen, was ich in meinem Beitrag im Thread „Endstation Dornach – Eine Buchbesprechung“ ausgelassen habe, nämlich die Begründung von Swassjan, warum die heterodox-ahrimanischen, nichtanthroposohischen Anthroposophen Steiner nicht richtig lesen. Das ist zwar auch nur ein Ausschnitt, aber immerhin kann er doch zu einigen Denkanstößen führen (Fettdruck ist von mir):

    „Man liest das Frühwerk Rudolf Steiners - allen Mahnungen des Autors zum Trotz -, wie man andere philosophische Bücher zu lesen pflegt, nämlich akademisch und intellektuell. (Zwischenhinweis der Geisteswissenschaft, Dornach, 18. Oktober 1920: «Der Intellekt ist nämlich gar nicht zum Erkennen da. Und das ist der große Irrtum, dem sich der Mensch hingeben kann, daß der Intellekt zum Erkennen da sei.») Der Intellekt, dieses verknöcherte Organ alles entpersonifizierten und universitär eingepaukten Wissens, das seine Zuständigkeit erst da anzutreten hätte, wo es nicht um die Bewertung, sondern nur um die behutsame Nachprüfung geisteswissenschaftlicher Mitteilungen geht, beansprucht dergestalt, als oberster Bewerter geisteswissenschaftlichen Erkennens zu gelten.
    Das Mißverständnis rührt unter anderem auch vom Sprachlichen her. Da die Sprache, in der das Frühwerk Rudolf Steiners dargelegt wird, traditionell-philosophisch ist (wie die Sprache späterer Bücher und Vorträge traditionell-theosophisch ist), verfällt man in die syntaktisch-semantische Illusion des Verstehens. Man hält das Gelesene nämlich für das, was es eben nicht ist: für eine der Denkabarten der multipolaren abendländischen Philosophie. Man sieht nicht ein, daß wenn sich diese Bücher überhaupt in die philosophische Tradition einordnen lassen, dann nur im Zeichen einer absoluten Freiheit von der Tradition als solcher. Steiners «philosophisches» Werk als Fortsetzung und weitere Entwicklung etwa der thomistischen oder meinetwegen deutschidealistischen philosophischen Ansichten bewerten, heißt dieses Werk (die ganze Geisteswissenschaft mit einbegriffen) gründlich und irreparabel mißverstehen. Es stellt sich dann nämlich schnell einmal heraus, daß der Philosophie-Fortsetzer Steiner auch selbst einer Fortsetzung für würdig erachtet wird - in den ehrenwerten Gedankenverschlingungen der modernen Philosophie Husserls, Schelers, Nicolai Hartmanns, Heideggers usw. usf. ...“

    anonym1

    AntwortenLöschen
  13. Lieber Anonym1,

    ...dank Dir für diesen Text, so erlebe ich es auch, würde ich unterscheiben, mit meinem Blut sogar :-)

    AntwortenLöschen
  14. "Es stellt sich dann nämlich schnell einmal heraus, daß der Philosophie-Fortsetzer Steiner auch selbst einer Fortsetzung für würdig erachtet wird - in den ehrenwerten Gedankenverschlingungen der modernen Philosophie Husserls, Schelers, Nicolai Hartmanns, Heideggers usw. usf. ..."

    Das lustige bei den Swassjan Fans ist ja immer, wie schnell man solchen "philosophiekritischen" Aussagen begeisterten Beifall zollt (oder sogar mit seinem Blut unterschreiben will!) ohne auch nur eine Zeile von den kritisierten Autoren zu kennen.

    Steiner selbst hat sein Werk vor 1900 selbstverständlich als philosophisches Werk gesehen, warum geht er sonst so ausführlich in der P.d.F. auf Hartmann, Schopenhauer, Kant usw. ein?

    Swassjan macht (wie so häufig)aus dem frühen Steiner einen Mythos, die P.d.F. ist eine Art Bibel, nicht umsonst nannte er sein Buch über die P.d.F. "Das Abendmahl des Menschen"

    AntwortenLöschen
  15. "Das lustige bei den Swassjan Fans ist ja immer..."

    ...ach, das ist also lustig --- vielleicht ist aber eine solche Aussage eher traurig (?)

    Jene kritisierten Autoren werden vielleicht nur deshalb "kritisiert", eines prüfenden Blickes unterzogen, weil deren Kritik auf Grundlagen beruht, die vielleicht nicht ausreichend genug sind, um beurteilen zu können, was sie kritisieren. Könnte das sein???!

    AntwortenLöschen
  16. Liebe(r) Uschi,

    vielleicht gehst du einfach mal auf das in diesem Beitrag von mir als wesentlich angesehene, u. a. durch Fettdruck hervorgehobene ein und hängst dich nicht an Zweitrangigem auf, denn diese Philosophie-Problematik resultiert ja sozusagen (so darf man Swassjan sicherlich auslegen) aus der Intellektverherrlichung unserer intellektverliebten Zeitgenossen.

    Die Gretchenfrage lautet somit: wie stehst denn du nun zu der von Steiner behaupteten und von Swassjan näher beschriebenen Rolle des Intellektes?

    Liebe Grüße
    anonym1

    AntwortenLöschen
  17. Lieber manroe,

    das kann man, so denke ich, tatsächlich völlig gefahrlos mit seinem Blut unterschreiben :-)

    Klar, dass unter "Uschi" und deren "Verwandten" ein hektisches Aufschreien losbricht, wenn man deren Allerheiligstes in Frage stellt :-)

    anonym1

    AntwortenLöschen
  18. Also, dieser Swassjan mag ja in vielem nicht unrecht haben - allerdings scheint er mir doch auf einem ziemlich hohen Roß zu sitzen, was ihn mir nicht besonders sympathisch macht; ich lese sehr viel lieber das, was Michael hier geschrieben hat.

    Denn dabei geht es um die Beweglichkeit der Begriffe, etwas, das mir seit jeher ein Anliegen ist (das war schon damals so, als ich noch keine Zeile von Steiner gelesen hatte). Und ich muß leider sagen: eine solche Beweglichkeit vermisse ich leider bei Karen Swassjan.

    Zur Frage der Rolle des „Intellekts“ vielleicht noch ein kleines Zitat, das, wie ich meine, doch ein etwas anderes Licht auf ihn wirft als Swassjans verächtliche Charakterisierung dieses „verknöcherten Organs alles entpersonifizierten und universitär eingepaukten Wissens“ – und das ganz ohne „Aufschreien“, weil man meint, ein „Allerheiligstes“ werde in Frage gestellt (Hervorhebungen von mir):

    »Nun, der Mensch von heutzutage ist ein Wesen, welches vor allem in dem, was seine Vernunft und sein Verständnisvermögen anbetrifft, seinen Intellekt entwickelt, die Dinge vom intellektuellen Standpunkt aus zu verstehen liebt.
    In dem Augenblick jedoch, wo man die Schwelle von der Sinneswelt in die übersinnlichen Welten überschreitet, hört die Möglichkeit auf, die Wirklichkeit nur mit den Mitteln des Verstands zu erfassen. Der menschliche Verstand kann auf Erden gute Dienste leisten, aber in dem Augenblick, wo man in die übersinnlichen Welten eintritt, genügt er – obgleich man ihn da noch als ein nützliches Instrument betrachten kann – nicht mehr als Mittel, um Erkenntnis zu erlangen.«

    AntwortenLöschen
  19. Liebe Ingrid,

    ja, Michael mag ich auch, aber darum geht es doch gar nicht und ausserdem wirst Du plötzlich so ungewohnt "subjektiv", hoho ;-) --- Der Swassjan kann meinetwegen mit dem Hubscharuber über mir kreisen, wenn er recht hat, hat er recht.

    Und so wie ich Dich jetz vermittels Deines Zitats verstehe, bestätigst Du doch das zur Rede stehende, wenn auch ein wenig abmildernd weil beide "Welten" vermittelnd?

    "...die Dinge vom intellektuellen Standpunkt aus zu verstehen liebt." Betonung ruht doch auf "liebt", das sagt doch was aus!

    AntwortenLöschen
  20. Lieber Manfred,

    :-) in dem, was ich mag oder nicht mag, bin ich immer subjektiv! :-)

    Und wieso es in der Diskussion unter einem Artikel, den Michael geschrieben hat, „gar nicht darum gehen“ soll, erschließt sich mir nicht.

    Swassjan hat, meiner Ansicht nach, nicht einfach „recht“, sondern, wie ich ja auch gesagt habe, aber jetzt ein wenig modifizieren will, in einigem nicht ganz unrecht.

    Meiner Ansicht nach ist das, worüber er spricht, nämlich die „Erkenntnis“, bereits etwas Übersinnliches.
    Daher erscheint mir der Intellekt mit seinen fixierten und gut definierten Begriffen zwar nützlich, aber eben nicht ausreichend dafür, sich mit einem solchen Thema zu befassen.
    Und in dem Zitat, das anonym1 hereingestellt hat, kommt Swassjan halt selber sehr intellektuell und bewertend daher... findest Du nicht?

    AntwortenLöschen
  21. Liebe Ingrid

    Swassjan erlebe ich nicht wertend sondern benennend, - und es kommt schon darauf an, von wo man ihn betrachtet(n) (will), von welcher Seite, sieht man ihn auf sich zukommen oder von sich wegbewegen. Mag jetzt nicht in Deinem Sinne "wissenschaftlich" sein, aber beweglich ist es schon --- :-)

    Ist es nicht so, dass man sich eigentlich doch zwischen oder durch den/die Zeilen versteht? Bereitet es Dir grosses Unbehagen, wenn man aus dem Zwischenraum heraus versucht zu sprechen, auch?

    Swassjan "hat in einigem nicht ganz unrecht." -- ein schöner Satz von Dir, werde ihn mal in meinem Gemüt kreisen lassen ;-)

    Intellektuell ist für mich alles was "staubt", sagt Dir das was?

    AntwortenLöschen
  22. Lieber Manfred,

    also, Formulierungen wie »Der Intellekt, dieses verknöcherte Organ alles entpersonifizierten und universitär eingepaukten Wissens« oder »eine der Denkabarten der multipolaren abendländischen Philosophie« oder auch »in den ehrenwerten Gedankenverschlingungen der modernen Philosophie Husserls, Schelers, Nicolai Hartmanns, Heideggers usw. usf.« erlebe ich schon als wertend und nicht bloß als „benennend“.

    Aus dem „Zwischenraum“ heraus erlebe ich bei Swassjan Verurteilung. Das ist es, was mir seine Art zu schreiben über weite Strecken so unsympathisch macht.
    Und das wiederum hat zur Folge, daß es mir sehr viel leichter wird, mich von ihm wegzubewegen (bzw, was in gewisser Weise dasselbe ist, ihn als sich von mir wegbewegend zu erleben) als auf ihn zuzugehen.

    Worin ich Dir recht gebe, das ist:
    „und es kommt schon darauf an, von wo man ihn betrachtet(n) (will), von welcher Seite, sieht man ihn auf sich zukommen oder von sich wegbewegen.“
    Ja, natürlich. So ist es.
    :-)
    Das gilt im übrigen nicht nur in Bezug auf Swassjan, sondern ganz ebenso in Bezug auf die vier Autoren von „Endstation Dornach“ - meinst Du nicht auch?

    AntwortenLöschen
  23. So ist es nun einmal, wenn man klare Verhältnisse wünscht, dann muss man die Dinge schon beim richtigen Namen nennen und nicht alles weich-zeichnen wollen, ohne Ecken und Kanten. Und genau das, klare Kante zeigen, tut Swassjan meiner Ansicht nach ohne falsche Scheu. Da weiß man genau woran man ist. Ich für meinen Teil habe noch nichts gefunden, wo ich sagen würde, da hat er richtig daneben gehauen.

    anonym1

    AntwortenLöschen
  24. Ich mag die Brillanz von Swassjan auch. Ich sehe ihn wie einen eleganten Eisläufer, mit vielen Wendungen und höchst erhellenden Schlussfolgerungen. Man kann ihn meist schlecht zitieren, weil er mäandernd argumentiert- also in weiten Schlenkern. Es ist ein intellektuelles Vergnügen. Ich sehe allerdings auch, wie Felix, dass er dann am Ende meist etwas recht orthodox- Anthroposophisches anfügt, was sich nur in Ansätzen aus all den Anläufen erklärt. Es sei denn, er will brillieren, um seine intellektuelle Kompetenz zu beweisen, als Legitimation für den typisch anthroposophischen Schluss. Aber trotz alledem lese ich weiter mit Vergnügen.

    AntwortenLöschen
  25. Lieber Michael,

    :-)
    Das Bild vom Eisläufer trifft es sehr gut: mit scharfen Kufen in der Kälte unterwegs...

    Ja, ich begreife sehr gut, daß Swassjan-Lektüre Vergnügen bereitet - das erlebe ich über weite Strecken durchaus auch so, sowohl in diesem „Urphänomene“-Buch als auch in dem über Zander.

    Es ist allerdings, wie Du ja auch sagst, ein ganz und gar intellektuelles Vergnügen, nicht wahr?

    Und das macht mich nunmal sehr mißtrauisch. Überhaupt, wenn es so verurteilend daherkommt wie in diesem Zitat von anonym1.

    :-) Man könnte sagen: ich mag mich selbst nicht besonders, wenn ich bemerke, wie ich mich dazu bringen lasse, an so etwas Vergnügen zu haben...

    AntwortenLöschen
  26. Geschliffene Kufen sind auf Eis unerlässlich.. will sagen: Ich teile Swassjans obige Aussage im Zitat schon. Steiner kleidete sich in seinem Leben in unterschiedliche sprachliche Kleider; das orthodox-philosophische ist eines davon. Aber er transportierte anarchisches Denkgut darin. Ich möchte nicht sagen, dass Swassjan nur elegant daher kommt, auch wenn mich sein Sprachstil auch sehr anspricht. Seine umfassende Bildung lässt er ja nun auch deutlich erkennen. Und er liegt ja auch nicht falsch. Ich werde mich sicherlich nicht um das Vergnügen bringen, jede greifbare Zeile von ihm zu lesen.

    AntwortenLöschen
  27. Liebe Ingrid,

    Endstation(en) und Swassjan

    ...also ich unterscheide (bemühe mich immer) zwischen beschreibenden und dadurch verdeutlichenden Imaginationen und dem persönlichen Stil und das überschneidet sich dahingehend, dass man den Imaginationen so "Dampf" mitgibt, gewissermassen als das "Geschenkpapier" mit Schleife, manchmal.

    Und sowohl Swassjan als auch besagte Vier haben da so ihre Eigenarten oder Färbungen. Ich kann das schon trennen.

    Und die Schilderung Swassjans über den Intellekt, ich verstehe Dich schon, aber in meiner künstlerischen Welt finde ich jene "Wertungen" auch recht hilfreich, da seine "Wertungen" Imaginadjektiven gleich kommen. Vergleicht man sie dann mit den eigenen Erlebnissen und Erfahrungen, dann kommt man schneller zu Deckungserlebnissen, die Einsichtscharakter haben. Und das/die vergleiche ich, deshalb ist es für mich hilfreich und eben nicht wertend, da schau ich dann hindurch, durch das, was man als wertend erlebt.

    Ich verstehe Dich, wenn Du meinst, Swassjan verurteilt, aber auf mich wirkt es aufrüttelnd und benennend. Ich erlebe Intellekt ähnlich dem, wie er es geschildert hat.

    Wenn man liest, dann "übersetzt" man in sich und das Resultat sind Bilder, selbst wenn man sich nur Texte merkt, sind es Bilder. "Im Denken sehend werden..." Und wenn man richtig gelesen hat, spricht man aus diesen Bildern oder entfettet sie wieder um ja nicht subjektiv zu wirken... und da schert er sich nicht drum, weil die Realität sich halt so/ähnlich darstellt, wenn man hinschaut und nicht nur denkt sondern schildert und beschreibt.
    ----

    Bei dem Vierergespann ist für mich immer noch was offen, jenseits aller Wertungen und Neigungen und sonstiger Schnürchen, nämlich die Frage nach dem, was nebenan grad besprochen wird. Und die, da bin ich ziemlich fest von überzeugt, liegen da halt nicht richtig.

    Ob es wohl auch ein Konstrukt ist/war, dass an einem Birnbaum keine Kirschen wachsen?? Gibt es NUR Menschenwerk aus dem ICH heraus? Wenn alles nur ein Kunstwerk, "geisteswissenschaftliche" Pädagogik war, dann bitte nur deshalb, weil die "Realität" dann doch anders ausschaut und sich bewegen und verändern und kreieren lässt (!)

    Gibt es NUR Menschen?? So habe ich sie bislang verstanden. Es muss höhere Wesen geben, Wesen, deren "Substanz" oder Gewordensein oder Erreichthaben unterscheidbar von dem ist, was Ich im ICH vollbringe.

    FH: "keine Verwechslungsmöglichkeiten der Ebenen mehr gibt" -- Wie geht es ab da ohne Verwechslungen, da würde ich gern mal draufschauen. Für mich beginnt ab hier "Moral2!". Warum spricht das nicht mal jemand anderes ausser mir an?

    AntwortenLöschen
  28. Kalter Eisläufer mit eleganten Pirouetten trifft es mMn gut.

    AntwortenLöschen
  29. Lieber Michael,

    natürlich - ich will auch keineswegs Dir oder sonstjemandem das Vergnügen ausreden, Swassjan zu lesen.
    Ich habe nur versucht, zu beschreiben, wie es mir dabei ergeht.

    „Geschliffene Kufen sind auf Eis unerlässlich.“
    Das erinnert mich an die beiden Aussprüche, die ich schon früher mal erwähnt habe:
    Einerseits Ernst Jünger: „Kälte ist zu empfehlen, wo es anrüchig wird. Es geht sich leichter über gefrorenen Schlamm.“
    Und andererseits Albert Einstein: „Der Mensch erkaltet schneller als der Planet, auf dem er sitzt.“

    AntwortenLöschen
  30. Liebe Ingrid,
    erinnerst Du Dich noch an die Hinweise von anonym 0,5, der auf ziemlich verquere Theorien Swassjans in den „Urphänomene“ aufmerksam machte? Du hast Dir damals besagten Band bestellt – auch gelesen? Wenn ja – könntest Du dazu etwas sagen?

    AntwortenLöschen
  31. Liebe Ingrid,

    wenn schon Schlamm, dann z. B. der von Zander, da kann ich dann wiederum nur zu gut verstehen, dass Swassjan den zuvor frostet, bevor er sich damit notgedrungen abgibt, um ihn mit "scharfer Kufe" in feine Scheibchen zu schneiden und auf seine Bestandteile hin zu analysieren. Alles andere wäre auch unerträglich, man müsste einen weiten Bogen darum machen. Wer Schlamm untersucht, muss sich zu helfen wissen.

    anonym1

    AntwortenLöschen
  32. Liebe freudean,

    ja, ich habe mir das von anonym 0.5 inkriminierte Buch Swassjans beschafft und zu lesen begonnen.
    Zu den Vorwürfen von anonym 0.5 in Bezug auf das, was Swassjan über Karl Jaspers schreibt, kann ich nur dem zustimmen, was Michael bereits (hier) gesagt hat: »Da eine Leugnung der deutschen Kriegsschuld heraus zu lesen, kann man mit viel Mühe hinbekommen, wenn man den Kontext ganz und gar verleugnet.«
    Der Stil ist ähnlich wie in dem Zitat, das anonym1 weiter oben hereingestellt hat. Obwohl die Lektüre mir streckenweise intellektuelles Vergnügen bereitet (:-) unter anderem deshalb, weil ich es nicht ganz vermeiden kann, etwas wie „Stolz“ darüber zu empfinden, daß ich bisher noch keine der lateinischen Wendungen nachschlagen mußte, mit denen der Text durchzogen ist ;-) ), so wird mir doch das Herz nicht warm dabei - und das schien mir gerade für die Weihnachtszeit nicht passend zu sein. Ich habe dieses Buch daher einstweilen weggelegt. Wahrscheinlich nehme ich es mir später wieder vor.

    AntwortenLöschen
  33. Lieber Manroe, lieber Anonymous1,

    ja, so ist es allerdings, wenn ich den Intellekt wegnehme, ist meine Eselsbrücke weg, Kollegen hin oder her, dann komm ich Viecherl nicht mehr durch. Ich meine, was da los ist, bring ich nicht mehr vom ich her an, so schade das auch ist. Das Team um die Seniorin mag ich, aber deutlich zu spüren ist, dass das was ich geschrieben habe, nicht geht. Nun brauchen Seniorinnen auch keine ausgeklügelten Stadtpläne mehr, eher nette Menschen, die sie, wie ich tue, mögen...

    AntwortenLöschen
  34. Swassjan wird mir auch immer sympatischer, hab mal ein Buch von ihm gelesen, welches mir vom Brieffreund (9900 Emails, zuletzt heute)angeraten wurde.

    AntwortenLöschen
  35. Liebe AUI,

    dann sind wir ja schon mindestens drei, die Swassjan zu schätzen wissen.
    Das mit dem Intellekt als Eselsbrücke find' ich gut getroffen :-). Und ja, die Senioren brauchen wirklich in erster Linie nette Menschen um sich herum.

    anonym1

    AntwortenLöschen
  36. Liebe AUI

    "ja, so ist es allerdings, wenn ich den Intellekt wegnehme, ist meine Eselsbrücke weg."

    ...und wenn die Brücke dann weg ist, dann kann was nachrutschen. Ist vielleicht ein blödes Bild, hat aber was. Und durchs Üben mit wegnehmen, wieder hinsetzen der Brücke und schauen was passiert beherrscht man dann allmählich das Gehen ohne Brücke.

    AntwortenLöschen
  37. :-) AUIs gelungenes Bild von der „Eselsbrücke“ nehme ich zum Anlaß, ein wenig zu erläutern, warum ich weiter oben geschrieben habe, Swassjan (in dem von anonym1 Zitierten) habe meiner Ansicht nach nicht einfach „recht“, sondern in einigem nicht ganz unrecht - und auch, warum ich keineswegs Manfreds Vorschlag folgen möchte, diese „Eselsbrücke“ ganz zu entsorgen, damit etwas „nachrutschen“ kann.

    Swassjan meint, der (von ihm ja in ziemlich verächtlicher Weise „benannte“) Intellekt hätte »seine Zuständigkeit erst da anzutreten [...], wo es nicht um die Bewertung, sondern nur um die behutsame Nachprüfung geisteswissenschaftlicher Mitteilungen geht«.
    Einerseits hat er damit recht: mit einer Bewertung durch den Intellekt werden wir, wo es sich um geisteswissenschaftliche Mitteilungen handelt, tatsächlich nicht weit kommen.
    Andererseits hat er aber unrecht, wenn er meint, daß der Intellekt erst bei der behutsamen Nachprüfung »seine Zuständigkeit anzutreten« haben soll.
    Der Intellekt ist uns nämlich schon lange davor notwendig: mit seiner Hilfe setzen wir beim Lesen nicht nur die einzelnen Buchstaben zu Worten und die einzelnen Worte zu Sätzen zusammen, sondern auch die einzelnen Sätze zu einem sinnvollen Ganzen, unter Zuhilfenahme zum Beispiel der grammatikalischen Regeln, bekannter Begriffsdefinitionen, dem Übertragen von neu gegebenen Definitionen auf dann in neuem Sinn verwendete Begriffe ...

    Das erstere, das Zusammensetzen der einzelnen Buchstaben und Wörter, geschieht allerdings bei den meisten erwachsenen Menschen ziemlich automatisch. Dann würde ich es nicht mehr eine Leistung des Intellekts nennen, sondern ein mithilfe des Intellekts Erlerntes ist dann in einer „Schicht“ angekommen, die nun im Grunde ohne ihn auskommt und ihn erst dann wieder „herbeiruft“, wenn etwas Unerwartetes „die Automatik stört“.

    Zu meinem Bedauern versuchen heutzutage viele Menschen, sich auch bei Letzterem, dem Zusammensetzen der einzelnen Sätze zu einem sinnvollen Ganzen, auf eine solche „Automatik“ (oder zumindest „Halbautomatik“) zu verlassen und so ziemlich ohne Einsatz ihres Intellekts auszukommen. Dabei gelangen sie aber nicht immer zum wirklich gemeinten Sinn, insbesondere dann nicht, wenn das, was sie lesen, in einer etwas komplizierteren Sprache abgefaßt ist.

    Insofern stimme ich AUI zu: die „Eselsbrücke“ des Intellekts leistet uns sehr gute Dienste. Sogar auch dann noch, wenn man »in die übersinnlichen Welten eintritt«, darf man ihn, wie Rudolf Steiner sehr richtig sagt, »noch als ein nützliches Instrument betrachten«.

    Herzlichen Gruß in die Runde!
    Ingrid

    P.S.: Über Swassjans „behutsame Nachprüfung“ freue ich mich übrigens sehr, einen solchen Begriff hätte ich ihm schon fast nicht mehr zutrauen wollen, und das ist auch die einzige Stelle in dem Zitat, an der mein Herz doch warm wird. :-)

    P.P.S.: Und sicherheitshalber füge ich hinzu: mit den „vielen Menschen“, die beim Lesen lieber ihre „Automatik“ zu Hilfe nehmen, als ihren Intellekt anzustrengen, meine ich NICHT die Diskussionsteilnehmer hier im Blog. Wenn ich nämlich einen solchen Eindruck hätte, wär ich längst nicht mehr hier... :-)

    AntwortenLöschen
  38. Liebe Ingrid,

    "und auch, warum ich keineswegs Manfreds Vorschlag folgen möchte, diese „Eselsbrücke“ ganz zu entsorgen, damit etwas „nachrutschen“ kann."

    Entweder Du hast oder wolltest nicht richtig (ge)lesen. Ich habe speziell auf AUI antwortend so etwas wie eine Übung formuliert, die allerdings auch nur im Gesamtzusammenhang über mehrere Kontakte hierüber ihren Sinn offenbart. Und Brücke bezieht doch wohl ganz offensichtlich auf Eselsbrücke.

    "Und durchs Üben mit wegnehmen, wieder hinsetzen der Brücke und schauen was passiert beherrscht man dann allmählich das Gehen ohne Esels-Brücke."

    AntwortenLöschen
  39. Lieber Manfred,

    ich glaube schon, daß ich Dich richtig verstanden habe.

    Aber:
    »Und durchs Üben mit wegnehmen, wieder hinsetzen der Brücke und schauen was passiert beherrscht man dann allmählich das Gehen ohne Esels-Brücke.«

    Nun - ich halte es halt für eine Illusion, daß uns, solange wir hier auf Erden weilen, ein „Gehen“ ganz ohne „Eselsbrücke“ möglich ist.

    Ähnlich vielleicht, wie uns, wenn wir nicht hier auf Erden und somit der Schwerkraft ausgesetzt wären, das Gehen überhaupt nicht möglich wäre.

    AntwortenLöschen
  40. Liebe Ingrid

    »Und durchs Üben mit wegnehmen, wieder hinsetzen der Brücke und schauen was passiert beherrscht man dann allmählich das Gehen ohne Esels-Brücke.«

    Meinst Du nicht auch, dass einem solchen Vorgang eine Fertigkeit, ein Vermögen, eine Erkenntnis folgt, das Resultat, ja geradezzu das angestrebte Ziel sein sollte und auch ist ist? Und aus solchen Resultaten handeln könnend, also ich bräuchte dann da keine Eselsbrücke mehr.

    AntwortenLöschen
  41. Lieber Manroe,
    ich seh das so ähnlich wie Ingrid und denke, wenn Du die Brücke wegläßt, bleibt der Esel übrig.

    AntwortenLöschen
  42. PS: Deinen Intellekt, also die Eselsbrücke, verwendest Du ja auch schon um Deinen Kommentar zu schreiben, der sich unterscheidet von anderen.
    "Sie sind viel weiter als Ihr Intellekt. Der enthält nur einen kleinen Ausschnitt dessen, was da ist."
    Das eine schließt das andere nicht aus.

    AntwortenLöschen
  43. Liebe Freude an

    Im Intellekt sehe ich keine Eselsbrücke, Intellekt ist Intellekt und Eselsbrücken sind Eselsbrücken, Verbindungsversuche, Hilfskonstruktionen, wie der Name doch schon sagt. Beim Bau einer Brücke verwendet man Stützgerüste, bis der Beton ausgehärtet ist und die Brücke sich selbst trägt. Dann kann ich die Eselsbrücke weglassen, sie hat ausgedient.

    Ich habe doch niemals gesagt, ich würde den Intellekt weglassen, sondern nur die Eselsbrücken als Stütz- und Übungskonstruktionen. Macht mans umgekehrt, gebe ich Dir recht, dann bliebe wirklich der Esel übrig, ich hoffe Du siehst mich nicht als einen solchen ;-)

    AntwortenLöschen
  44. Lieber Manfred,

    »Meinst Du nicht auch, dass einem solchen Vorgang eine Fertigkeit, ein Vermögen, eine Erkenntnis folgt, das Resultat, ja geradezu das angestrebte Ziel sein sollte und auch ist? Und aus solchen Resultaten handeln könnend, also ich bräuchte dann da keine Eselsbrücke mehr.«

    Wie bei Swassjan finde ich, daß Du teilweise recht hast.
    Dem ersten Teil stimme ich durchaus zu - auch ich sehe, daß man durch probeweises „Weglassen“ dieser „Eselsbrücke“ wertvolle Erfahrungen machen und neue Fähigkeiten erwerben kann.
    Deine Formulierung, daß irgendetwas „das angestrebte Ziel sein sollte“, ist mir unbehaglich, das würde ich so nicht sagen. Ich sehe hier kein Ziel, daß sich für alle Menschen verallgemeinern läßt.
    Und das, was Du am Schluß sagst, „also ich bräuchte dann da keine Eselsbrücke mehr“ --- das mag für Dich seine Richtigkeit haben (ich zweifle allerdings daran; und auch Du selbst verwendest ja den Konjunktiv...) - für mich jedenfalls nicht.

    Ich erinnere an die Worte Rudolf Steiners, die ich schon bei einer anderen Gelegenheit zitiert habe (GA 173, S 256f):

    »Deshalb betone ich immer wieder: Ich werde mir nie einfallen lassen, anders als in gewissermaßen schwierigen, an den Intellekt appellierenden Begriffen zu sprechen, sodaß jeder gezwungen ist, mitzudenken, dasjenige in Begriffen mitzumachen, um was es sich handelt. Einen Taumel hervorzurufen und auf irgendetwas anderes zu wirken als auf den Intellekt, kann da nicht in Frage kommen, wo man es mit dem fünften nachatlantischen Zeitraum und seinen Erfordernissen voll ernst nimmt. Auch wer heute nichts weiß von Geisteswissenschaft, aber ein unbestimmtes Bewußtsein hat vom Drinnenstehen im fünften nachatlantischen Zeitraum, wird heute die innere Freiheitskraft der Menschen achten und so sprechen, daß er nicht die Gefühle gewissermaßen übertölpelt, die Seele nicht in Taumel versetzt.«

    Das ist übrigens gleichzeitig auch eine Antwort auf das, was Du hier sagst. ;-)

    AntwortenLöschen
  45. Liebe Ingrid,

    "das angestrebte Ziel sein sollte"

    Wieso unbehaglich??

    Warum übt man denn oder nutzt Eselsbrücken? Und meine Formulierung bezog sich auf ein solches Vorhaben Eselsbrücken einzusetzen oder selbige zu nutzen und das ist, wenn angegangen, prinzipiell bei jedem ein gleicher Vorgang, wenn man von den Inhalten abstrahiert.. Und das ist keine Verallgemeinerung, sondern die Formulierung eines Vorgangs der... ---

    Und wenn Du von besagten!! Eselsbrücken keinen Abstand nehmen magst und es auch nicht anstrebst, jeder wie er mag, mir solls recht sein.

    Und Du meinst wirklich ich versetze jetzt die Seele - meine oder die eines anderen - ins Taumeln? Warum? Weil ich anstrebe ohne Eselsbrücken im Leben zu wandeln? Ist das wirklich Dein Ernst? Ich glaube in diesem Falle hier interpretierst Du etwas in mich hinein, aus welchen Gründen auch immer.

    Man könnte in diesem Zusammenhang hier auch andere Steineraussagen bringen, die mehr in meine Richtung gingen, habe aber nicht die Bereitschaft alles zu durchforsten, nur um hier wieder mal Belege zu bringen. Ähnlich wie Du Dich Steiner gegenüber verhältst ist es bei mir mit solchen Belegen, und meinen Erfahrungen: "Deshalb suche ich Antworten auf mich aktuell bewegende Fragen in meinem Leben und nicht in einem Buch, sei es auch eines von Rudolf Steier."

    Was verteidigst Du hier eigentlich? Vergibst quasi Noten (?) --- "Swassjan hätte teilweise recht..." --- findest Du nicht das ist ein bischen viel? Und das Ganze wegen solcher Eselsbrücken??

    AntwortenLöschen
  46. Steiner benutzt den Begriff "Karma" überhaupt nicht. Haben sie überhaupt richtig gelesen, was er meint? Und außerdem spricht Steiner häufig von höherem und niederem Ich. Da ist überhaupt kein Widerspruch zu seinen eigenen von ihm verwendeten Begriffen. Den haben Sie mit Ihren Begriffen, die gar nichts mit dem Inhalt zu tun Haben, dazugedichtet. Warum? Damit ihr Blog interessanter wird?

    AntwortenLöschen
  47. Nein, Steiner benutzt den Begriff nicht expressis verbis, aber dafür das Synonym "nicht aus der gegenwärtigen Inkarnation, sondern dasjenige, was Sie sich mitgebracht haben aus früheren Erdenleben". Ich möchte nur mal anmerken, dass über Steiner sprechen immer Interpretation bedeutet, da ist niemand frei, nicht Sie und nicht der Betreiber dieses Blogs.

    AntwortenLöschen
  48. Also wenn ich in meiner GA den Begriff "Karma" eingebe, dann werden mir 2433 Seiten angezeigt - insofern verstehe ich die beiden letzten Einträge nicht.

    AntwortenLöschen
  49. Ich wundere mich nur, dass man diesen Text "ungewohnt, neu und verwirrung stiftend" empfinden kann, wenn man Steiners Schilderungen vom Leben nach dem Tode kennt, was ich in diesen Kreisen hier voraussetze. Es wundert mich so sehr, dass ich da ein konstruiertes "Erstaunen" über Steiner vermute, eine gespielte Naivität, die einen Zweck erfüllen soll. Das ist meine Interpretetion.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lieber popeye,

      :-) allerdings, auch ich sehe in Michaels Text so etwas wie "eine gespielte Naivität, die einen Zweck erfüllen soll" --- schon in Michaels Frage "Ach, Herr Doktor. Was haben Sie jetzt wieder angestellt?" wird mir das deutlich.
      Ich empfehle die Lektüre von Rudolf Steiners Aufsatz Über das Komische und seinen Zusammenhang mit Kunst und Leben.

      Löschen

Kommentar veröffentlichen

Danke für Ihre Mitarbeit im Blog.

Egoistisch am meisten gelesen: