Abgesang auf den Politiker (wie man so sagt) Berlusconi

Requiem heißt der kleine Beitrag, der sich natürlich nicht auf den Menschen beziehen soll, sondern auf den Politiker. "Wie man so sagt"- denn Politik trieb Berlusconi eigentlich nicht- was ihn selbst aber angetrieben haben mag, umkreist der kleine Artikel bei den Egoisten. Anlass, sich an diesen Herrn zu erinnern, der politisch inzwischen zu einem Mehlwurm geworden ist, war die kleine Affäre Wulff. Es gibt viele Fische in diesem Teich, und im Vergleich zu Wulff müsste Berlusconi wohl die Rolle eines eigentlich ausgestorbenen (ca 280 Millionen Jahre) Meeres- Sauriers einnehmen. Aber immerhin, auch wenn unser Requiem vorsintflutlich erscheinen mag, ist es doch mit steter, treuer Wut geschrieben.


Kommentare

  1. Ich denke, das Zerrbild drückt gut aus, was die Ära Berlusconi war; es zeigt keine gräßliche Fratze, bei der man/frau sofort weiß, was da hervorgrinst, sondern der Cavaliere hatte für viele immer auch etwas Freundliches, Sympathisches. Natürlich nicht für die, die das aufgedunsene Gesicht schon nicht mehr sehen konnten. Auch auch nicht für die, die seinen Wortschwall, dem nicht zu entkommen war, schon zum Erbrechen satt hatten. Ein Verführer, der immer mit der Macht und den Menschen gespielt hat. Es war nie streßig für B. Mit dem Vermögen im Hintergrund und den guten Kontakten zur Mafia ließ es sich leicht spielen, nur zum Schluß, als das Spiel zu Ende ging, da wurde es auch streßig für den Cavaliere.
    Dass der Moralsumpf sich jetzt vielleicht ein bißchen lichtet und es einen Politiker wie Mario Monti in der Regierung gibt, ist vor allem ein großer Verdienst von Italiens Präsident Giorgio Napolitano.
    Das ist ein sehr feiner Herr.

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  2. Danke für die Einschätzung. Am Ende wirkte selbst er, Berlusconi, etwas angestrengt auf den Fotos; es muss anstrengend sein, immer diese Rollen zu spielen, all diese Attacken zu überstehen und Mal um Mal Richter und Staatsanwälte zu düpieren. Aber er hat das lange durchgehalten.

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  3. Berlusconi blühte in den Rollen auf, er liebte sie, das war SEIN Element. Nein, es war überhaupt nicht anstrengend, die Richter und Staatsanwälte zu kaufen. Er kaufte auch Parlamentarier, nicht nur Prostituierte und feierte mit allen zusammen.
    Er genoß diese Rolle, anstrengend wurde es, als den Leuten langsam klar wurde, dass der Schauspieler das ganze Land an den wirtschaftlichen Abgrund geschaukelt hatte.
    Anstrengend wurde es erst für ihn, als keiner mehr seine Rollen wollte.

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  4. Erstaunlich, wie lange er das treiben konnte. Dass so ein Putin sich halten kann, erstaunt nach 2 Generationen kommunistischen und nachsowjetischen Krisenmanagements nicht so sehr- aber Berlusconi? Muss eine schwache Opposition gewesen sein.

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  5. Ja leider. Daher ist das Verdienst Napolitanos, der weise im Hintergrund wirkt, umso größer.
    Der Italiener ist von Natur aus spielerisch und kreativ, auch im Negativen.
    Im Vergleich dazu tut mir Wulff fast leid.

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  6. Wulff war einfach schon belastet als Werkzeug Merkels gegen den Willen des Volkes. Er hätte wirklich etwas bringen müssen, um Profil zu gestalten. Aber er blieb ein Niemand, und daher hat ihn ein Affärchen weggespült.

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  7. Mag wohl sein, aber das ist leicht gesagt. Mal sehen, wie der neue sich macht.

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