Sülzender Abgang

Bildschirmfoto vor der Rücktrittserklärung im TV
Tja, da geht er hin, der schwächste Bundespräsident seit Heinrich Lübke- aber letzterer hatte immerhin Demenz. Diese Ausrede kann Wulff nicht vorbringen, er ist und bleibt der "Amigo- Präsident", der Gernegroß, der dummerweise tatsächlich groß geworden war und damit restlos überfordert. Beleidigt wirkte er auch in seinen letzten Worten im Amt, wie eigentlich immer. Frau Merkel hat kein gutes Händchen im Umgang mit männlichen Machtpolitikern- sie schätzt offenbar das politische Weichei. Sie täte gut daran, sich in der Wahl des Präsidenten oder der Präsidentin diesmal zurück zu halten und lieber ein Gewächs zuzulassen, das auch belastbar und nicht so offensichtlich korrumpierbar ist.
Selbst Wulffs Affären hatten ja nicht einmal Format. Ob Carsten und Veronika in Zukunft noch zum Scrabble- Abend kommen? Ob in Zukunft noch jemand Urlaub, Handykosten und Leasinggebühren übernimmt? Piefig die Gründe für einen Abgang, aber ein Glück, dass wir dieses Elend nicht wie in den letzten 10 Wochen Abend für Abend in den Nachrichten besichtigen müssen.

Kommentare

  1. Wenn das kein astrologisches Konstellations-Nest sein könnte.. :-) Der OB Sauerland, der "Heinz Becker" unter den OBs, ist ja auch gerade zurückgetreten. Es ging da ja auch nicht um ein mangelndes Verständnis gen-über den Angehörigen der Love-Parade-Opfer, der arme dicke Herr Sauerlanf wollte sparen, und war nicht in der Hierarchie der Wirtschaft so bedeutend, daß er eine politische Glamourgeste, wie einen "Rücktritt" so einfach finanziell hätte auffangen können. Da muß man doch Verständnis haben: Der Herr Heinz Becker.., hrm, der der Herr Sauerland hätte Pensionsbezüge bei einem Rücktritt verloren, ziemlich viel Geld. Jetzt aber ist er ordentlich abgewählt worden, jetzt ist es gut. Er verliert nicht die sauer erarbeiteten Pensionsansprüche. Herr Wulff ist offensichtlich ein großer großer Sauerland.
    Oder? :-/
    LG, mischa butty

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  2. Wie leicht kann ich doch Oberflächlichkeit in der Beurteilung eines anderen Menschen weiter transportieren, wenn ich mich einem tieferen Hinblicken auf „den Menschen Wulff“ nicht stellen mag und kann, weil ich nicht bereit bin nach entsprechenden Hinweisen zu suchen oder sie mir verschlossen sind, die vielleicht anderes über diesen Menschen zu Tage fördern könnten als das unsäglich aufgekochte bekannte Ragout. Es braucht aus meiner Sicht nur wenig erfahrungsgemässen Umgang mit Psychologie, um nicht darauf zu kommen, dass bestimmte Muster, die ein Mensch so mit sich trägt, als Hemmschuhe auf dem eigenen Entwicklungsweg, allzu leicht zu eigenen Stolperschritten, bzw. zu Beinscheren durch andere Teilhaber an dem hinlänglich bekannten Geschehen führen können.
    Es ist leichter auf das glitschige Karusell destruktiver deutscher Ungeistigkeit aufzuspringen und Amigo-Parolen zu verstärken als „erschrocken“ innezuhalten und sich zu fragen: Was geschieht da wirklich.
    Mich bestürzt jedenfalls, das allem Anschein nach weite Teile der deutschen Presselandschaft unter dem Mäntelchen der Pressefreiheit sich still und leise mehr oder weniger bewusst an der Aufrichtung einer Meinungsdiktatur beteiligen ohne dass dies mit einem notwendig distanzierten Blick auf die Geschehnisse bemerkt wird.
    Wenn Herrn Wulff aus seinem nahen inneren Umkreis jetzt die Hilfe zu teil wird, die er braucht und er lernt damit umzugehen, dann könnte das für nicht wenige Marktschreier von heute in einigen Jahren nicht wenig Beschämung nach sich ziehen.

    Bernhard Albrecht Hartmann

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  3. Also, ich mag keine korrupten Schleimer, die auch noch vor Selbstmitleid triefen.

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  4. Schön, dass sich die Parteien ohne unwürdiges Geschacher einigen konnten. Schön, dass die Wahl nun auf einen Kandidaten fiel, der Gewicht und Stimme hat- kein Apparatschik.

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  5. :-D
    Ich für meinen Teil bin zwar froh und dankbar, dass unsere Säule "Medienlandschaft" in diesem Fall so gut funktioniert hat. Ich glaube dass durch die neue Transparenz in der Politik eine noch moralischere Haltung zum Umgang mit der Macht sich etablieren wird.
    Dennoch sollte man mit den Politikern älterer Seinsart Nachsichtigkeit üben. Früher konnte man halt noch eher unter der Hand agieren. Jetzt kommt alles ans Tageslicht, demzufolge brauchen wir eine neue Kultur im Umgang damit. Aber die rechneten nicht damit. Aber es ist gut so, dass es heute so ist.
    Ein bisschen bin ich auch schon bestürzt, dass man einen Bundespräsidenten, der den Bundeskanzler oder die Kanzlerin vereidigt und dabei niemandem Rechnung trägt, so einfach durch entsprechende Intrigen aus dem Weg fegen kann. Das ist nämlich nicht Sinn der Sache, denn Sinn der Sache ist, dass der bleibt gerade in politisch unruhigen Zeiten. Als letzter Rettungsanker der Demokratie.
    Mit Gauck haben sie jetzt einen der allseits beliebt ist und im Augenblick die Rolle des Helden, der die Republik rettet, übernimmt...

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  6. Hätte Wulff sein Amt wirklich ausgefüllt, hätte man ihm seine kleinen Schwächen ohne weiteres verziehen. Er hatte einfach nicht das Format.

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  7. Und es muß nicht immer gleich berlusconische Ausmaße annehmen, das Geflecht der Beziehungen, inmitten derer die echte Persönlichkeit gar nimmer sichtbar ist, sondern bloß 'ne Charakter-Marionette. Die "Kritik" von Herrn Lagerfeld hat es auf den Punkt gebracht. Die Immobilie "Schloß Bellevue" war zu groß. Wulffs brauchen jetzt erstmal Urlaub mit Freunden.
    m. butty

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  8. Ich mochte nur die Bettina Wulff nicht. Ich fand sie ist ein sehr schlechtes Vorbild für die Jugend gewesen und hoffe, als Folge mehr wirklich selbstbewusste Frauen in der Politik oder deren Umfeld zu erleben, die uns zeigen was wirkliche Weiblichkeit ist und dass man sich nicht einen Mann angeln muss als Ersatz für eigene Leistung.
    Ich muss auch an die vielen Fälle von Politikern denken, die nie gesagt haben, dass sie große Führungsrollen übernehmen wollen, aber vom Schicksal dahin gespült wurden.
    Was Gauck angeht, so hat er bis jetzt seinen Arbeitsplatz gar nicht in der großen Immobilie Bellevue, wie du sie nennst, gehabt, sondern immer nur unter konfessionsgebundenen Christen. Bis auf den heutigen Tag?
    Deshalb geht mir das irgendwie auch vorbei, das betrifft mich nicht wirklich, sondern nährt ein grundsätzliches Missverständnis, dass mich von Anfang an dabei gestört hat. Wer wissen will, wie einer im Schloss Bellevue arbeitet, der muss denjenigen halt auch genau dort wirken lassen, und nicht irgendwo anders.

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    1. Daß Du die Frau vom Wullf nicht mochtest, spricht m.E. sehr für Dich, liebe Aui. :-) Ich merkte das erst beim der Rücktritts-Erklärung, wie sie da böse lächelte. Ich höre es fast, will es aber nicht wissen, was die daheim vor dem Badezimmer-Spiegel beim Frischmachen und Schminken alles gesagt hat, und geflucht, auf dem Weg zum letzten Auftritt. Dann sind die beiden echt wie händchen-haltend raus. Das war irgendwie beeindruckend banal. "Gehn wir halt woanders hin.." Aber nicht wie im Charley Chaplin Film, wo das Paar dann zuversichtlich die Landstraße entlang weiterzieht! Sondern wie zwei alte Teenager. So hat es auf mich eben mal gewirkt. Nun, achja, .. es ist jetzt keine Thema mehr, groß da.. ;-) :-) :-)
      LG, m.butty

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    2. Das alles ist ja rein spekulativ. Sollen sie nur glücklich werden, jetzt.

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