Theosophische Knüttelverse: Eine Erleuchtung.


Sieben kleine Kugelblitze

Spielten Skat und rissen Witze.

Kommt, sagt einer, ach wir schenken

Dem Theosophen was zu denken.

Wollten ihn als Mensch erfreu´n

Und ihm Zander in sein Denkwerk streun.

Der Theosoph hat´s ihnen nicht gedankt:

Verlor sogleich den Rest Verstand.

Kommentare

  1. Die Knüttelverse werden diese karnevalistische Zeit begleiten. Helau.

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    1. Zanderfilet mit Ravioli..
      Der eine log beim Tee zuviel, das war der Tee ó Log..
      Der andere soff Tee zuviel, das war der Tee ó Soof..
      mmmh.butty :-))

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    2. Hochgeistiges – wie diesers –
      liest auch man bei Wolfgang Sievers:

      Ein Anthroposoph aus Cuxhaven
      hat manchen Zweigvortrag verschlafen;
      zum Glück ahnte keiner:
      Er träumte von Steiner,
      bei dem sich die Schlafenden trafen ...

      :-) Helau – und danke für den link zur "ZZZ"-Kritik...

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  2. Lorenzo Ravagli hab ich vor ca. 2 Jahren mal persönlich kennengelernt nach einem Vortrag. Da hab ich einen großen Respekt vor dem Mann bekommen - über den ich bisher nur Gelästere gehört hatte! Auch wenn er meinetwegen in Details nicht recht hat - im großen und ganzen bewundernswert seine Haltung! Anders als die jämmerlichen Quatschköpfe von Anthroposophen, die selber glauben, daß R.Steiner ein Antisemit war....Grüsse Wolfgang

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  3. Steiner war vermutlich kein Antisemit. Ich denke, er hat Antisemitisches nachgeredet und nach-geschrieben.

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  4. Hier Steiners Antisemitismus:

    "Der Antisemitismus ist ein Hohn auf allen Glauben an die Ideen. Er spricht vor allem der Idee Hohn, dass die Menschheit höher stehe als jede Form (Stamm, Rasse, Volk), in der sich die Menschheit auslebt." - Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887–1901 (GA 31), S. 412.

    "Ein Mensch, der heute von dem Ideal von Rassen und Nationen und Stammeszusammengehörigkeiten spricht, der spricht von Niedergangsimpulsen der Menschheit." - Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis (GA 177), S.205.

    "Es ist doch einerlei, ob jemand Jude oder Germane ist… Das ist so einfach, dass man fast dumm ist, wenn man es sagt. Wie dumm muss man aber erst sein, wenn man das Gegenteil sagt!" - Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887–1901 (GA 31), S. 198f.

    "Durch nichts wird sich die Menschheit mehr in den Niedergang hineinbringen, als wenn sich die Rassen-, Volks- und Blutsideale fortpflanzen." - Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis (GA 177), S. 205f.

    "Unsere Gesellschaft vereint in einer gemeinsamen geistigen Strömung die Angehörigen der verschiedensten Rassen, Völker, die heute feindlich gegeneinander sind. […] Wir suchen das, was zerstreut war in der Welt, wiederum zu sammeln, und die Angehörigen der verschiedenen Nationen umfassen sich wieder brüderlich, werden Brüder innerhalb unserer Reihen." - während der ersten Wochen des Ersten Weltkriegs, am 13. September 1914, in: Mitteleuropa zwischen Ost und West (GA 174a), S. 21.

    "Wir sind als Menschen gleich […], einfach durch die Tatsache, dass wir alle Menschenantlitz tragen… Wir sind verschieden voneinander durch unsere individuellen Begabungen, die aber unserer Innerlichkeit angehören." - Geisteswissenschaftliche Behandlung sozialer und pädagogischer Fragen (GA 192), S. 39f.

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  5. ... vielleicht hätte Steiner mehr Steiner lesen sollen.

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  6. @freudean: wann und wo soll den R.Steiner etwas Antisemitisches gesagt haben?

    (ich kenne nur das ewig-gleiche Zitat, das er in seiner Jugend (ich glaube mit 25) getan hat - und welches man gerne als "antisemitisch" interpretiert. Sonst kenne ich nur die Zitate, wo er sich gegen jede Form von Antisemitismus wehrt. Gibt es Zitate, die "antisemitisch" klingen, die er (meinetwegen auch abgeschrieben) nach 1900 gemacht hat??? (Ich kenne nur eines, bei dem er sich gegen "Zionismus" und andere "religiöse" Staaten wehrt, - und welches von weniger "intellektuell-begabten" als "antisemitisch" fehlinterpretiert wird...

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  7. Zum Nachlesen wiedereinmal das inzwischen gute alte Frankfurter Memorandum mit Artikel von Jens Heisterkamp und einem Download: http://www.info3.de/c5-style/index.php/magazin/info3/rubriken/projekte/frankfurter-memorandum/

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  8. @anonym: Sehr hilfreich auch "Antroposopie und Rassismus", Flensburger Hefte Nr.41., oder waldorfblog. Und nicht erschrecken,wenn die Kugelblitze ein bißchen Licht auf den Schatten werfen.

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    1. Hier liefere ich die h`s für weiter oben nach.

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  9. Ich meine nicht die sog. "rassistischen" Zitate, - ich meine die speziell "antisemitischen" Zitate, die R.Steiner nach 1900 gemacht haben soll. Ich finde keine. Bei den andern bin ich mir aber auch nie ganz sicher, ob die Leute die Grundhaltung Steiners kapiert haben, die ja so lautet: "Was wir heute Rassen nennen, das sind nur noch Überbleibsel jener bedeutsamen Unterschiede der Menschen, wie sie in der alten Atlantis üblich waren. So recht anwendbar ist der Rassenbegriff nur auf die alte Atlantis. Daher haben wir, da wir rechnen mit einer wirklichen Entwickelung der Menschheit, für die nachatlantische Zeit gar nicht den Begriff der Rasse im eminentesten Sinne gebraucht. Wir sprechen nicht von einer indischen Rasse, persischen Rasse und so weiter, weil das nicht mehr richtig ist. Wir sprechen von einem altindischen Kulturzeitraum, von einem altpersischen Kulturzeitraum und so weiter.

    Und vollends würde es jeden Sinn verlieren, wenn wir davon sprechen wollten, daß sich in unserer Zeit vorbereite eine sechste Rasse. Wenn noch in unserer Zeit Reste der alten atlantischen Unterschiede, der alten atlantischen Gruppenseelenhaftigkeit vorhanden sind, so daß man noch sprechen kann davon, daß die Rasseneinteilung noch nachwirkt - was sich vorbereitet für den sechsten Zeitraum, das besteht gerade darinnen, daß der Rassencharakter abgestreift wird. Das ist das Wesentliche. Deshalb ist es notwendig, daß diejenige Bewegung, welche die anthroposophische genannt wird, welche vorbereiten soll den sechsten Zeitraum, gerade in ihrem Grundcharakter dieses Abstreifen des Rassencharakters aufnimmt, daß sie nämlich zu vereinigen sucht Menschen aus allen Rassen, aus allen Nationen und auf diese Weise überbrückt diese Differenzierung, diese Unterschiede, diese Abgründe, die zwischen den einzelnen Menschengruppen vorhanden sind. Denn es hat in gewisser Beziehung physischen Charakter, was alter Rassenstandpunkt ist, und es wird einen viel geistigeren Charakter haben, was sich in die Zukunft hinein vollzieht." (4. Dezember 1909, GA 117, S 152f)

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  10. Lieber anonym, ja so hat das Steiner geschrieben. Und er hat noch anderes geschrieben. Das ist nicht so angenehm. Lies das doch erst einmal durch, du hast ja oben ein paar Hinweise. Wir haben das hier alles schon viele Male durchgekaut und ich weiß nicht, ob darauf noch jemand Lust hat.

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    1. Liebe freudean,

      ganz offensichtlich hat anonym schon sehr viel mehr Steiner gelesen als so mancher andere hier - und dennoch nichts Antisemitisches gefunden, das Steiner nach 1900 gesagt oder geschrieben hat. Also sag doch Du einfach mal, auf welche Äußerung(en?) Steiners Du Dich konkret beziehst mit Deinem »Ich denke, er hat Antisemitisches nachgeredet und nach-geschrieben.«

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    2. Liebe Ingrid,
      das Thema haben wir erst vor kurzem wieder einmal durchgekaut, Michel hat damals auch eine interessante Stelle gepostet. Mich interessiert es schon auch, aber ich habe, wie gesagt, gerade keine Lust auf Zitatenklauberei. Deshalb hab ich anonym geraten, sich an geeigneter Stelle zu informieren.
      Man/frau muß gar nicht soviel gelesen haben, um zu bemerken, dass manchmal in Steiners Darstellungen etwas nicht stimmt. Das hab ich beim ersten Buch gemerkt; ich hab damals angefangen nachzuforschen und bin auf das memorandum gestossen.
      Das Thema ist sehr komplex. Es gibt heute glücklicherweise genug moderne Literatur, die diese Komplexität behandelt. Ich denke Rassismus und Antisemitismus gehören zusammen, weil Steiner aus einer Volkgruppe auch mal eine Rasse macht und diesem einen Stempel aufdrückt, um es in sein Konzept einzugliedern oder wenn ihm aus irgendeinem Grunde ein bestimmtes Volk nicht sympatisch ist. Das sind für mich Tatsachen und heute interessiert mich vielmehr, wie sich jemand dazu in Beziehung setzt.

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    3. Liebe freudean,

      freilich ist mir bewußt, was wir „durchgekaut“ haben, denn ich habe mich selbst engagiert daran beteiligt. Hier zum Beispiel.
      Ich erinnere mich auch, daß Du mir danach gedankt hast für meine „Hinweise und differenzierten Gedanken“.
      Damals ging es um Äußerungen Steiners vor 1900 – daher hatte ich angenommen, Deine jetzige Äußerung, Steiner habe „Antisemitisches nach-geschrieben“, müsse sich auf andere Stellen beziehen als auf das damals „Durchgekaute“. Also habe ich Dich nach diesen Stellen gefragt.

      Ich begreife, daß Du keine „Zitatenklauberei“ magst - aber schließlich bist ja Du es, die immer wieder Behauptungen in den Raum stellt, die sich ohne das Heranziehen von Zitaten nunmal nicht belegen und diskutieren lassen.
      Ich frage mich schon, warum Du das nicht einfach bleibenläßt, wenn Du keine Lust hast auf die zugehörigen Debatten.

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  11. "ganz offensichtlich hat anonym schon sehr viel mehr Steiner gelesen als so mancher andere hier"

    Ich hatte immer den Eindruck, dass es bei anthroposophischen Urteilsbildungen/Debatten um die schlichte Frage geht: Wer hat am meisten Steiner-Bücher gelesen (wer hat irgendwo noch etwas gefunden...)?

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    1. @ anonym:
      :-) Naja --- wenn es in einer Debatte darum geht, was Rudolf Steiner gesagt oder (nach-)geschrieben haben soll, dann sehe ich tatsächlich nicht, wie man das anders herausfinden könnte als dadurch, daß man eben bei Steiner nachliest... Du etwa?

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  12. Liebe freudean

    "Wir haben das hier alles schon viele Male durchgekaut..."

    Genau, haben wir, schlucks doch mal runter, sonst fruchtet es nämlich nicht.
    Ich frage mich nämlich inzwischen, wie man Dich befreien könnte. Spürst Du nicht, dass Dich da was reitet? Und das erleben zu können wäre hilfreicher als ein Beharren auf einer fehlgeleiteten Interpretation.

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  13. Rassismus bei Rudolf Steiner / von Rudolf Kuhr

    Z i t a t e - eine kleine Auswahl: http://www.humanistische-aktion.de/steiner.htm

    Vorbemerkung

    Es geht hier nicht darum, Rudolf Steiner oder seine Leistungen pauschal abzuwerten, sondern es geht darum, Irrtümer zu erkennen und auszuräumen sowie einer allgemein verbreiteten Neigung zum Extremismus entgegenzuwirken und auf das Wesentliche hinzuweisen. Es ist immer leichter, Vorbilder zu verehren und Außenseiter zu verteufeln, als sich selber anzustrengen. Nicht nur Steiner, auch Goethe und andere große Geister hatten ihre Fehler, die sie aber gerade deswegen auch menschlich bleiben lassen. Darum sind ihre positiven Leistungen nicht weniger wert. Nicht wenige Menschen aber wollen Idole, mit denen sie sich identifizieren können, um ihre eigene Person aufzuwerten oder um nicht selber tätig werden zu müssen. - Ein sehr bedenkliches und leider weit verbreitetes Zeichen von Unmündigkeit und Trägheit.

    Besonders krass ist es bei Religionen, wo beispielsweise Menschen zu Heiligen gemacht werden von Menschen aus den eigenen Reihen, deren Vorgänger sie einst schlecht behandelt hatten, eine Art der Wiedergutmachung. Selbst Freunde der Philosophie habe ihre Heiligen, die verehrt und deren Erkenntnisse nachgebetet werden, anstatt diese im praktischen Leben anzuwenden, Vereine werden nach den großen Meistern benannt, es werden Bücher über sie geschrieben und Forschungsprojekte veranstaltet, und es gibt nun auch ein Rudolf-Steiner-Brot. Es wird ein regelrechter Personenkult betrieben. Wie bequem aber auch gefährlich es sein kann, Menschen wie Heilige zu verehren, das zeigte die Angelegenheit um das System der Herrschaft von Helmut Kohl über die CDU.

    Was nun Rudolf Steiner und die Waldorf-Schulen betrifft, so wäre es völlig unsinnig, diese abzulehnen oder gar zu bekämpfen, dazu ist doch zu viel an Vorbildlichem vorhanden, das möglichst noch weiter zu verbreiten wäre. Was kritisiert werden muß in allseitigem Interesse, das ist eine unkritische Verehrung der Person und einer anthroposophischen Ideologie als Selbstzweck. Anthroposophie bedeutet ja im Grunde nicht mehr als menschliche Weisheit, und die kann einen Personenkult eigentlich nur überwinden helfen, um deren humanistischen Inhalte voll zur Entfaltung zu bringen."

    Rudolf Kuhr

    http://www.humanistische-aktion.de/steiner.htm

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  14. @Rolf Kuhr: Nun habe ich alle Zitate unter "www.humanistische-aktion.de/steiner.htm noch einmal gelesen - ich kannte schon alle - und habe immer noch kein einziges darunter gefunden, das explizit "antisemitisch" ist!!! Seit Jahren suche ich verzweifelt antisemitische Zitate von Rudolf Steiner, die er in den letzten 20 Jahren seines Lebens gemacht haben soll - und finde keine! Ich hör und les nur ständig von Leuten, die ihm "Antisemitismus" unterstellen wollen. Aber noch keiner konnte mir ein einziges Zitat liefern!!! Noch niemand! Kein einziges! Das ist so verrückt, daß ich es kaum glauben mag... Wolfgang

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    1. Ich kann hier ebenfalls keine "antisemitischen" Texte entdecken, allerdings schon die Haltung, die diese Texte hochhält, um etwas über Steiner zu verkünden, aber selbst nicht bemerken, was in ihnen da so miturteilt...

      Vielleicht wäre es besser gewesen für solche Menschen, die jene Textstellen in jenem Sinne wie sie dargebracht werden, nur darüber zu berichten, warum die Brombeere eine solch intensive Färbung bekommen hat und die Süssheit einer Birne anders tendiert als diejenige eines Apfels, das wäre dann unverfänglicher für die Instanz, die beim Lesen mitliest statt wirklich zu lesen.

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  15. Lieber Manfred,

    also, mir ist die Art, wie Rudolf Kuhr diese Zitate kommentarlos zusammengestellt hat, um einiges lieber als das „Frankfurter Memorandum“, das die fertigen (meiner Ansicht nach in einigen Fällen ziemlich kurzsichtigen) „Urteile“ gleich mitliefert.
    Rudolf Kuhr überläßt es nämlich ganz dem Leser, welche „Instanz“ er mitlesen lassen will. Und da bei jeder einzelnen Stelle die Quelle genau angegeben ist, bleibt es auch dem Leser überlassen, die Zusammenhänge nachzulesen – falls er denn genug Interesse dafür aufbringt und sich nicht lieber dafür entscheidet, reflexartig die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen und „Skandal!“ zu schreien (wie es zugegebenermaßen heutzutage leider bei so vielen Themen gang und gäbe ist)...

    Ich begreife gut die Sorge vieler „Gegner“ Rudolf Steiners: es ist einerseits die Sorge, Schrecklichkeiten wie die in der ersten Hälfte des jüngst vergangenen Jahrhunderts geschehenen könnten sich wiederholen, und es ist andererseits die Sorge, die Errungenschaften des Zeitalters der Aufklärung*) könnten aufgegeben werden zugunsten eines kritiklosen „Guru-Glaubens“ – eine Vorstellung, die wiederum der erstgenannten Sorge neue Nahrung gibt.

    In Bezug auf Rudolf Steiner und die Anthroposophie ist das nicht meine Sorge. Aber ich halte eine solche Sorge für prinzipiell berechtigt. Und ich sehe es als eine unserer Aufgaben als Anthroposophen an, durch unser Verhalten einer solchen Sorge die Grundlage zu nehmen, statt sie – etwa, wie es leider nur allzuoft geschieht, durch reflexartige Abwehr jeder wie immer gearteten Kritik – noch zu verstärken.

    Das ändert nichts daran, daß ich auch weiterhin davon überzeugt bin: die sogenannten „rassistischen“ Äußerungen Rudolf Steiners lassen sich erst im Zusammenhang begreifen. Und da wir Rudolf Steiner heute nicht einfach fragen können, wie er etwas gemeint hat, bleibt uns nichts anderes übrig, als sorgfältig und ohne in irgendeiner Richtung vorgefaßte Meinung in der GA nachzulesen.
    Dafür empfinde ich die Zusammenstellung, die anonym (ich nehme an: Wolfgang) hier gegeben hat, als sehr hilfreich. Danke!

    ---

    *) Hierzu noch zwei Zitate – beide aus dem Jahr 1784, geschrieben als Antwort auf die ein Jahr zuvor in der Zeitschrift „Berlinische Monatsschrift“ gestellte Frage „Was ist Aufklärung?“:

    »Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.«
    (Immanuel Kant, „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?“)

    »Eine gebildete Nation kennet in sich keine andere Gefahr, als das Uebermaaß ihrer Nationalglükseligkeit; welches, wie die vollkommenste Gesundheit des menschlichen Körpers, schon an und für sich eine Krankheit, oder der Uebergang zur Krankheit genennt werden kann.«
    (Moses Mendelssohn, „Ueber die Frage: was heißt aufklären?“

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    1. Liebe Ingrid -- ich stimme Dir prinzipiell zu, insbesondere dem, wie Du das von Dir hier Aufgeführte (wohl) meinst, will sagen, ich verstehe Dich, geht das so durch? :-)

      Die Art wie Rudolf Kuhr diese Zitate zusammenstellt sind scheinbar sehr freilassend, ich frage mich nur warum man sie überhaupt meint hinstellen zu müssen. --- (?)

      "Es geht hier nicht darum, Rudolf Steiner oder seine Leistungen pauschal abzuwerten, sondern es geht darum, Irrtümer zu erkennen und auszuräumen sowie einer allgemein verbreiteten Neigung zum Extremismus entgegenzuwirken und auf das Wesentliche hinzuweisen." ---

      Würde man, um einer Klärung oder Aufklärung willen selbigen Zitaten Steiners etwas voranstellen, wodurch sie verständlich(er) werden könnten, dann entnähme ich dem eine erheblich andere Haltung, die ich dann auch wirklich gut und in Richtung "Aufklärung" erleben würde und könnte. Aber so geht es (mit Sicherheit) nicht in Richtung Klärung sondern hat für mich die Sprache des Anprangerns, so naseweislich verständig frei und aufgeklärt... ---

      Aber man meint ja, etwas entdeckt zu haben, und an diesen "Löchern" im Gewande Steiners, da kann man sich dann emporhangeln, wie an einer Kletterwand, und badet sich ein wenig in dieser "Höhenluft" und meint ... --- jetzt haben wir den Guru (an)geknackt ... schon allein dies (so) zu wollen und SO zu sehen ist ein Irrweg. Dieses Schein-Sein, das meint so den "Guru" überwinden zu können oder gar schon überwunden zu haben ist so ziemlich exact DER "Guru", den man nämlich wirklich mal knacken sollte, in meinen Augen ist es der Verstand, der an das physische Gehirn gebunden ist --- Der wahre falsche Guru verschwindet ganz von allein, weil er nur eine Krücke ist/war, hinprojiziert, als aufzusuchende Vor-Stellung, um selbst besser die Aufrichte finden zu können.

      Ich würde empfehlen im Pflanzenreich zu beginnen - wenn man wirklich auch in Richtung Mensch erfassen möchte was und wie Evolution und Werden spricht - wieso bestimmte Blumen jene Farben tragen etc..

      Stellt sich dann etwas darüberhin bei einem ein - am besten echte Fragen, ein Staunen, ein Wundern - dann wäre ein leichtes Hinübergleiten in Richtung Tierwelt und Mensch - getragen von einem anderen Fragestellen, einer anderen Haltung, einem anderen Quell als jenem vermeintlicher Aufgeklärtheit und "Freiheit" - wirklich in einem fruchbaren Sinne gegeben.

      Und die Sorge die Du ansprichst verstehe ich natürlich auch, aber eine solche Haltung ist mit Sicherheit ein wirklich schlechter Berater. Das Wesen aufrichtig gestellter Fragen, das wäre ein guter Berater. Geht allerdings nur, wenn man begriffen hat, dass man gar nicht so schlau ist wie man zumeist meint.

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  16. Und zum Abschluß der Diskussion hier noch ein Ausdruck der lebenslangen Grundhaltung Rudolf Steiners, wie er sie lebte - und sich von allen Menschen erwünschte (in Bezug auf Religionen, Weltbilder, Nationalitäten, "Rassen", Geschlechter, usw...- allein der erste Satz sagt alles):
    »Ich habe den Menschen nie nach etwas anderem beurteilen können als nach den individuellen, persönlichen Charaktereigenschaften, die ich an ihm kennenlerne... Und ich habe im Antisemitismus nie etwas anderes sehen können als eine Anschauung, die bei ihren Trägern auf Inferiorität des Geistes, auf mangelndes ethisches Urteilsvermögen und auf Abgeschmacktheit deutet.«
    Rudolf Steiner in: "Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887-1901" (GA 31), S. 378 f.
    herzliche Grüsse
    Wolfgang :-)

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  17. Danke, Wolfgang, für deinen abschließenden Kommentar, dem nichts hinzuzufügen ist.
    Lediglich zu freudeans Beiträgen möchte ich noch anmerken, dass offensichtlich der Altersstarrsinn auch junge Menschen befallen kann ;-)

    anonym1

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  18. Anonym1, da fällt einem nichts mehr ein, das passt sehr zu einer gewissen Gesinnung einiger weniger, aber immer noch ZU vieler Anthroköppe.

    Fließt eine Ansicht aus dem Eigen(en)Sinn, ist jede Ansicht zunächst mal berechtigt und wahr, da sie auch eigene Schlüsse-Wahrheitssinn bedeutet oder Wahrheit aus höheren menschlichen Impulsen, z.B. aus einem Ideal, einer Ethik, einer Zeitqualität oder schlicht aus der Liebe zu den Menschen oder oder. Wahrheitssinn ist auch nicht immer fertig, abgeschlossen, ist auch ein Denk -Zeit und Fühlprozess, so ist das bei uns Menschen. Man kann aber bei Steiner durchaus Äußerungen finden (wie bei anderen Größen auch), die völkerfeindliche Tendenzen haben ... Asiaten, die keine ordentlichen Maschinen konstruieren können, das wird eben mal beleidigt und lächerlich gemacht oder 'Neger', die man sogar über gewisse 'Neger-Literatur' meiden sollte, da sonst grauhaarige Mulatten zur Welt kommen oder Indianer die schmutzig sind und irgendwelche Abfallprodukte der Evolution aus atlantische Vorzeit(siehe auch Zitate aus Flensburger Hefte), Franzosen die eine Art tote Sprache praktizieren, was ja auch so ein peinlicher Affront den Franzosen und auch den Philosophen und Künstlern gegenüber ist und du glaubst das auch, oder? (die müssen jetzt erstmal alle Deutsch lernen, ein schöner Auftrag für Merkel, die wird sich freuen)... und und und ... Und diese eine sehr grenzwertige Äußerung von Steiner, dass die Juden überflüssig seien, steht natürlich auch im Raume, könnte man zumindest sehr missverstehen... bei so einem brisanten Thema kann man sich auch mal dezent zurückhalten, finde ich, denn es geht ja (ging ihm) schließlich auch um Menschen und um Menschenliebe, um das was Christus den Menschen sagen und bringen wollte (siehe das Gleichnis mit dem ungeliebten Samariter, einer zurückgezogenen Gruppe innerhalb der Juden damals) ... Und - man muss das eigentlich auch wissen als öffentlicher Mensch und allbekannter Initiator (und Geisteslehrer): man trägt Verantwortung.
    Nur ihr hab so dermaßen die Hosen voll, wenn es um diese Themen geht und scheint wohl auch noch damit zu sympathisieren...ich kenne z.B. Anthroposophen, die würden einem Afrikaner, einem heutigen Indianer oder einem Amerikaner niemals die Hand geben, jede Berührung wäre schon Sünde und Befleckung!!! das ist teils bittere Realität unter indoktrinierten und vor allem staub-alten Anthros und genau das meinen die Kritiker, das kann dabei rauskommen.

    So weit hat es ja nicht mal Steiners ungeliebter Freund (bzw. anfänglicher Schüler) und Rosenkreuzer sowie hellsichtiger Geisteslehrer Max Heindel gebracht, der ja eindeutig den spirituellen Altruismus vertrat und ebenso, sehr glaubwürdig und vorbildlich, einen christlichen Weg, der eben auch auf rein spirituelle Anschauungen des Christusereignis fußte.

    Ja anonym1 das gibt es, nämlich eine Fülle von verschiedenen Charakteren, Herangehensweisen und anderen An-Sichten. Aber du machst einfach nur zu, so scheint es...zu für wichtige Dinge, zu für neue Ansichten und andere Denkarten und Menschen, zu für dich selbst, für deinen inneren Reichtum. Für mich könntest du gut einer dieser weltfremden Ideologen und Schriftgelehrten sein, denen man alles zutraut, auch Menschenverachtung, weil ja Steiner gesagt hat! Ich finde bei dir jedenfalls nicht die geringste Regung und Öffnung für Andersdenkende und auch keine Geste des Migefühls, nur diese dummen Sätze wie oben, die du wahrscheinlich auch noch total cool findest. Völlig restlos eingesponnen in eurem Hirn-Gespinnst? DAS wäre dann wirklich Altersstarrsinn.

    Vielleicht bräuchtest gerade DU mal etwas Spaß, damit deine Säfte mal wieder so richtig fließen können ;-))))

    Wie sagte Christian Morgenstern so schön: "Ein Versuch - Denke und handele einmal aus der Sicht des Christus und nicht wie Du!"

    Christus würde sehr wahrscheinlich ausflippen bei so viel trennendem Rassengedöns einiger Esoteriker!

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  19. Jules Sauerwein war einer der bekanntesten französischen Journalisten zwischen den Weltkriegen. Er, der in aller Welt gereist und mit Hunderten von prominenten Zeitgenossen in Berührung gekommen war, wurde eines Tages gefragt, welche Persönlichkeit denn wohl auf ihn den stärksten Eindruck gemacht habe. Er zögerte nicht zu antworten: «Von allen den Königen, Fürsten, Präsidenten, Ministern, Wissenschaftlern, Künstlern, Schriftstellern und prominenten Persönlichkeiten des wirtschaftlichen und praktischen Lebens, die ich im Laufe meiner jahrzehntelangen Tätigkeit kennengelernt habe, hat niemand einen so tiefen Eindruck auf mich gemacht wie der deutsche Philosoph Rudolf Steiner.» –
    «Aucun – comme le philosophe allemand Rudolf Steiner.»

    Ich denke, er verstand Rudolf Steiner besser, als alle, die heute lesen, was vor 100 Jahren mitnotiert wurde - z.B. die meisten seiner sog. "rassistischen Äußerungen", die hauptsächlich auf dem Bau vor Arbeitern gemacht wurden...- Der letzte Beitrag war zum tausendstenmal zu lange, das ewiggleiche, das wir seit Jahren und Jahrzehnten hören, schon tausendmal selber bedacht haben - man kennt mittlerweile seine Pappenheimer!

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  20. Und zum Abschluß der Diskussion hier noch ein Ausdruck der lebenslangen Grundhaltung Rudolf Steiners, wie er sie lebte - und sich von allen Menschen erwünschte (in Bezug auf Religionen, Weltbilder, Nationalitäten, "Rassen", Geschlechter, usw...- allein der erste Satz sagt alles):
    »Ich habe den Menschen nie nach etwas anderem beurteilen können als nach den individuellen, persönlichen Charaktereigenschaften, die ich an ihm kennenlerne... Und ich habe im Antisemitismus nie etwas anderes sehen können als eine Anschauung, die bei ihren Trägern auf Inferiorität des Geistes, auf mangelndes ethisches Urteilsvermögen und auf Abgeschmacktheit deutet.«
    Rudolf Steiner in: "Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887-1901" (GA 31), S. 378 f.
    herzliche Grüsse
    Wolfgang :-)

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  21. Liebe(r) anonym 3,5,

    es ist schon beeindruckend, was sich so alles bei dir Bahn bricht, ob eines kleinen ironisch gemeinten Sätzchens :-)
    Ich denke, dass du den Spaß weit nötiger brauchst als meine Wenigkeit.

    anonym 1

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  22. Rudolf Steiner:
    "Will man eindringen in das Wesen dieser Kräfte des Bösen, dann darf man nicht auf die äußeren Folgen dieser Kräfte sehen, sondern dann muß man das Wesen des Bösen da aufsuchen, wo es in seiner eigenen Wesenheit vorhanden ist, wo es so wirkt, wie es wirken muß, weil die Kräfte, die als das Böse im Weltenall figurieren, auch in den Menschen hereinspielen. Und da beginnt eben das, was man nur mit einer tiefen Bewegung sagen kann, was man nur sagen kann, wenn man zugleich die Voraussetzung erhebt, daß diese Dinge wirklich mit dem allertiefsten Ernste aufgenommen werden. Wenn man das Böse im Menschen suchen will, so muß man es suchen nicht in den bösen Handlungen, die innerhalb der menschlichen Gesellschaft vollzogen werden, sondern man muß es suchen in den bösen Neigungen, in den Neigungen zum Bösen. Man muß zunächst ganz abstrahieren, ganz absehen von den Folgen dieser Neigungen, die bei dem einen Menschen mehr oder weniger eintreten, man muß den Blick hinrichten auf die bösen Neigungen. Und dann kann man fragen: Bei welchen Menschen wirken die bösen Neigungen innerhalb der fünften nachatlantischen Periode, in der wir drinnen stehen, jene Neigungen, die, wenn sie in ihrer Nebenwirkung zum Ausdrucke kommen, eben in den bösen Handlungen so anschaulich sich darleben, bei welchen Menschen wirken die bösen Neigungen?
    Ja, die Antwort darauf bekommt man, wenn man versucht, über die sogenannte Schwelle des Hüters zu gehen und das menschliche Wesen wirklich kennenzulernen. Da ergibt sich die Antwort auf diese Frage. Und die Antwort lautet: Bei allen Menschen liegen im Unterbewußtsein seit dem Beginne der fünften nachatlantischen Periode die bösen Neigungen, die Neigungen zum Bösen. - Ja, gerade darinnen besteht das Eintreten des Menschen in die fünfte nachatlantische Periode, in die neuzeitliche Kulturperiode, daß er in sich aufnimmt die Neigungen zum Bösen. Radikal, aber sehr richtig gesprochen, kann folgendes zum Ausdrucke gebracht werden: Derjenige, der die Schwelle zur geistigen Welt überschreitet, der macht die folgende Erfahrung: Es gibt kein Verbrechen in der Welt, zu dem nicht jeder Mensch in seinem Unterbewußtsein, insofern er ein Angehöriger der fünften nachatlantischen Periode ist, die Neigung hat.

    Fazit:

    - DU, der Du dies hier gerade jetzt liest, DU bist der sadistische Folterknecht!

    - DU bist der grausame Diktator

    - DU bist schuld am Holocaust

    - DU mißbrauchst Kinder

    - DU bist der perverse Serienmörder

    - DU bist der geldgierige Erpresser/Entführer

    - DU bist verantwortlich für Finanzkrisen und Hungersnöte

    - DU bist der korrupte Politiker

    - DU trägst alle nur erdenklichen niedrigen Motive für JEDES Verbrechen in Dir!

    - DU selbst bist alle diejenigen, über die Du so häufig lästerst, sie kritisierst, mit dem Finger auf sie zeigst!

    DU - und niemand anders! Es zu leugnen wäre nur dumm...

    DU - wer denn sonst???

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  23. "Eins muß sich der Schüler immer wieder sagen: Ich werde nicht Teilnehmer der geistigen Welt sein können, ehe ich nicht gelernt habe, mir zu sagen: ich bin voller Egoismus - und ich kann gar nicht anders hier auf der physischen Welt sein. Das aber, was von mir hier auf der physischen Welt lebt, das ist nur ein Bild, eine Form, die Abbild ist meines Urbildes. Diese Form, dies Bild, ist von Egoismus ganz und gar durchtränkt. Und es ist das Weltenkarma, das uns in unserm Entwicklungsgange durch die Inkarnationen hindurch ganz mit Egoismus durchtränkt. Das Weltenkarma aber ist Gott. Der Gott lebt auch in uns. Und kommen wir soweit, daß wir gut und edel handeln, so ist es der Gott in uns, der uns dazu treibt. Und der Gott in uns, der uns gut und edel handeln läßt, lebt in unserm Urbild. Ich selber bin voll Egoismus - aber ich bin dazu vorbestimmt, Abbild zu werden meines göttlichen Urbildes. Dies Urbild ruhte im Schoß der Gottheit - es ist herabgestiegen bis zu dieser physischen Form und diese Form steht unter der Gewalt des Gottes, der über meinem Schicksal, meinem Karma steht, das ist mit Egoismus ganz und gar durchtränkt. Nie, nie darf ich sagen, ich sei ohne Egoismus, das ist niemals wahr - ich kann sogar nicht ohne Egoismus sein auf der physischen Welt.

    Aber wenn ich hinschauen lerne auf mein aus Gott geborenes Urbild, wenn ich mein Denken, Fühlen und Wollen, all meine Seelenkräfte ganz und gar hineinsterben lasse in dies Urbild, dann darf ich hoffen, den Egoismus in mir zu besiegen und mich meinem Urbild wiederum zu nähern. Wir werden bemerken, daß in demselben Maße, in dem wir selbstloser werden, wir auch physisch kraftvoller werden. Wir werden bemerken, daß wir keine Furcht, keinen Schrecken mehr empfinden, wir werden nicht mehr zusammenzucken in plötzlichem Schreck. Wir werden in unserem ganzen Menschenwesen kraftvoll und stark werden." (GA 266b, S 109f)

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  24. Adolf Hitler schrieb persönlich im "Völkischen Beobachter" über Rudolf Steiner:

    ...Im Verlauf der Londoner Angelegenheiten tauchen nun allmählich derartig geheimnisvolle Begleitumstände auf, daß es nicht nur zweckmässig, sondern endlich notwendig ist, sich diesen Herrn Minister, intimen Freund des Gnostikers und Anthroposophen Rudolf Steiner, Anhänger der Dreigliederung des sozialen Organismus und wie diese ganzen jüdischen Methoden zur Zerstörung der normalen Geistesverfassung der Völker heissen, etwas näher daraufhin zu besehen, ob das geistlose Gesicht nach Lloyd Georges Meinung wirklich nur die Folge des Mangels an Geist ist oder die Larve, hinter der sich anderes verbirgt. ...
    ... ... Herr Simons aber wird nach wie vor blöde schauen. Wie sagt doch Lloyd George: 'Er hat keinen Geist'. Und das ist einer der Hauptgründe der Entwaffnung des deutschen Volkes. Denn dieses wehrlos gemacht werden und nicht die bayerischen Einwohner. Und deshalb protestieren wir dagegen und nicht aus Gründen spießerhafter Krähwinkelei.
    Und wer ist die treibende Kraft hinter all diesen Teufeleien? Der Jude! Freund des Doktor Rudolf Steiner, des Freundes Simons, des 'Geistlosen'."

    Gruß...Wolfgang

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    1. Lieber Wolfgang,

      ganz herzlichen Dank fürs Hereinstellen dieser Zitate, von denen ich jedenfalls die meisten noch nicht kannte!

      Herzlichen Gruß,
      Ingrid

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  25. Das ist ja auch irgendwie traurig, wenn diese Website mehr und mehr dazu verkommt, ellenlange und hundertmal gelesene Steiner-Zitate aufzulisten...

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  26. Lieber anonym 3,5,

    »Fließt eine Ansicht aus dem Eigen(en)Sinn, ist jede Ansicht zunächst mal berechtigt und wahr, da sie auch eigene Schlüsse-Wahrheitssinn bedeutet oder Wahrheit aus höheren menschlichen Impulsen, z.B. aus einem Ideal, einer Ethik, einer Zeitqualität oder schlicht aus der Liebe zu den Menschen oder oder.«

    Danke für diesen Satz, dem ich voll und ganz zustimme.

    Er gilt im übrigen natürlich auch für alles, was wir bei Rudolf Steiner lesen.

    Es gibt sicherlich viele seiner heute von so manchem als „rassistisch“ empfundenen Äußerungen, denen ich bisher noch nicht nachgegangen bin.
    Allerdings gerade mit den angeblich „antisemitischen“ (wie gesagt, vor 1900; danach scheint es nichts mehr zu geben) habe ich mich eingehend beschäftigt (hier nochmal der link zu meinen damaligen Kommentaren). Und wirklich – da bleibt für mich ganz und gar nichts mehr „grenzwertig“ im Raume stehen.
    Es ist natürlich klar, daß man eine solche Äußerung auch weiterhin mißverstehen wird, wenn man den Zusammenhang nicht zur Kenntnis nimmt. Und ich habe wirklich keine Ahnung, was man gegen diese leider weitverbreitete Abneigung tun könnte, sich auf Zusammenhänge überhaupt einzulassen.
    Eine solche Abneigung hat für mich etwas „Verbohrtes“, das ich jedenfalls nicht mehr als einen berechtigten und wahren „Eigen(en)Sinn“ ansehen kann. Und das, was man dann aufgrund einer solchen Abneigung vertritt, kann dementsprechend natürlich auch keine „Wahrheit aus höheren menschlichen Impulsen“ sein. Meinst Du nicht auch?

    Herzlichen Gruß,
    Ingrid

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  27. Moral2 -- an der Pforte zum/im Neu-Ur-Beginn Freiheit mit dem Brennstoff Egoismus. Brennstoff. Nicht Egoismus leben, sondern eintauchen in das, was sich durch Verbrennung ergibt. Nicht Egoismus ist Leben, sondern die freigesetzte Energie durch Verbrennung. Egoismus ist gewissermassen eine geistige Materie. (?!?)

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    1. Lieber Manfred,

      ich stimme Dir in gewisser Weise zu - allerdings nur insoweit, als sich das, was Du sagst, mit diesem Satz aus GA 266b vereinbaren läßt, den Wolfgang grad zitiert hat:
      »Nie, nie darf ich sagen, ich sei ohne Egoismus, das ist niemals wahr - ich kann sogar nicht ohne Egoismus sein auf der physischen Welt.«

      Herzlichen Gruß!
      Ingrid

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    2. Aber natürlich lässt sich das vereinbaren, habe ich das nicht auch so formuliert? Egoismus als (eine) Basis --- →

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  28. "Die Gegnerschaft wird gerade innerhalb unserer Bewegung unberück­sichtigt gelassen von den meisten auch unserer Mitglieder. Sie küm­mern sich nicht gern darum, und das ist eben Mangel an Interesse an der Zeitgeschichte. Aber aus Interesse an der Zeitgeschichte heraus müssen wir reden und müssen wir handeln. Nur dadurch bekom­men unsre Worte ein wirkliches Gewicht, daß wir daraus handeln. Wir dürfen diese Gegnerschaft nicht leicht nehmen. Es ist ja manch­mal gerade innerhalb unsrer Bewegung geradezu zum Verzweifeln, wenn man sieht, wie gegenüber den furchtbaren Anklagen, die erho­ben werden gegen Anthroposophie ... die Leute in­nerhalb unsrer Bewegung ganz phlegmatisch bleiben. Da sind wirk­lich die Gegner, wenn man so sagen darf, andere Kerle."
    14.2.1921, GA 338, S. 96.

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  29. Was geschieht heute in den Waldorfschulen, u.a. im Geschichtsunterricht? weiß das jemand bzw. - hat sich da inzwischen etwas geändert? Denn - Die Organisation "Aktion - Kinder des Holocaust" bekamen von jüdischen Waldorf-Kindern bzw. von deren Eltern, folgendes mitgeteilt (Bericht/2000):

    http://www.akdh.ch/ps/ps_report11-07-00.htm

    Daraus:

    "Seit zirka zwei Jahren werden uns Geschichten zugetragen aus der Bundesrepublik Deutschland von antisemitischen Vorfällen an Waldorfschulen."
    Aber gerade das wollen die Anhänger der Waldorf-Bewegung nicht wahr haben, doch auch Waldorfschulen scheinen vor antisemitischen Tendenzen nicht gefeit. So verstehen zumindest wir diese ehemalige Waldorfschülerin. Sie ist Jüdin. Die REPORT-Sendung löste bei ihr bittere Erinnerungen aus. Vorurteile gegen jüdische Schüler, mit uns spricht sie offen darüber.

    O-Ton, Ehem. Waldorfschülerin:

    "An den Waldorfschulen wird die jüdische Religion als eine überwundene Kulturepoche betrachtet, die in ihrer Zeit wichtig gewesen sein mag, weil sie im Reifungsprozess der Menschheit einen bestimmten Charakterzug zum Ausdruck gebracht hat, die aber abgelöst worden ist von dem als wertvoller erachteten Christentum. An der Waldorfschule wurde mir sehr deutlich zu verstehen gegeben, dass ich als Jüdin falsch bin, dass ich Eigenschaften vertrete, die eigentlich an dieser Schule nicht gewünscht sind.«
    Ein bedauerliches Einzelschicksal? Wir fragen nach bei Joel Berger. Er ist Sprecher der deutschen Rabbinerkonferenz. Auch er wünscht sich, dass an Waldorfschulen das Judentum nicht als zurückgebliebene Kultur vermittelt wird. Auch er kann Beispiele nennen von jüdischen Schülern, die schlechte Erfahrungen machen mussten."

    O-Ton Joel Berger, Rabbinerkonferenz Deutschland:

    »Mir sind Fälle bekannt, in denen jüdische Kinder in einer Waldorfschule von einer Lehrperson negativ das Judentum benachteiligend, herabsetzend informiert wurden. Das kann ich bestätigen und die sind für mich äußerst negativ zu werten.«

    Ein weiterer Aspekt: REPORT Mainz war auch Auslöser für das Treffen dieser Eltern ehemaliger Waldorfschüler aus ganz Deutschland. Alle erzählen von negativen Erfahrungen mit der Waldorfschule, erzählen von Diskriminierungen aufgrund von Herkunft oder Gesinnung. Nach der REPORT-Sendung schauen sie jetzt gemeinsam die Schulhefte ihrer Kinder durch. Immer wieder stoßen sie auf eigentümliche Passagen, immer wieder stoßen sie auf ein Wort: Atlantis, Atlantis Atlantis.
    Nach Rudolf Steiner lag auf dem untergegangenen Kontinent Atlantis der Ursprung der arischen Rasse. Er beschreibt die Arier als die am höchsten entwickelte menschliche Rasse. In den Schulheften nehmen die Passagen über Arier und Atlantis viel Raum ein.

    O-Ton, Inge Mittelstädt, Mutter ehem. Waldorfschülerin:

    »Atlantis war also ganz klar ein Thema. Es gehörte zur sogenannten Uralten Geschichte und ich hab es also in den Heften in der Rudolf-Steiner-Schule in Düsseldorf gesehen. Ich hab sowohl auf Schloss Hamborn gesehen und auf Hebsisau auch genauso.«

    O-Ton Sybille Jacob, Mutter ehem. Waldorfschüler:
    »Und in einigen Heften sogar mit Angabe, mit Jahreszahlangabe vor so und soviel tausend Jahren gab es einen Erdteil, der hieß Atlantis.«

    Fortsetzung siehe oben Link/Kinder des Holocaust

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  30. Zu Gegner: Und wenn das doch nur ein kleiner Trick war, ein rhetorischer Kunstgriff - die Gegner als Gegner zu bezeichnen? - damit die eigene Sache, oder Teile der Sache, weiterhin ungestört existieren kann?

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  31. Lieber anonym 3,5,

    ich persönlich habe nie etwas mit Waldorfschulen zu tun gehabt und kann daher zu diesem Thema und zur diesbezüglichen heutigen Situation überhaupt nichts sagen.

    Es ist natürlich schlimm, wenn nicht nur Außenstehende, sondern auch Anthroposophen und Waldorflehrer viele der Äußerungen Rudolf Steiners nicht im Zusammenhang zu begreifen versuchen und daher mißverstehen.
    Umso wichtiger erscheint es mir, jeder einzelnen dieser Äußerungen zunächst einmal in aller Ruhe im Gesamtzusammenhang nachzugehen, bevor man sich in irgendeiner Weise nach dem Wortlaut einiger aus diesem Zusammenhang gerissener Sätze richtet – sei es nun, indem man über Rudolf Steiner urteilt, sei es (was ich persönlich für noch um einiges schlimmer halte!), indem man sie zum Anlaß nimmt, andere Menschen zu diskriminieren.

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  32. Wäre schon toll, wenn es an staatlichen Schulen so wenig rassistische und antisemitische Vorfälle gäbe, wie an Waldorfschulen! Dann bräuchten wir uns in Deutschland nicht mehr vor rechts fürchten - das ist schon wahr! Aber leider ist das nicht so - nur daß halt in bestimmten Kreisen nur Vorfälle an Waldorfschulen aufgebauscht, an die Presse gereicht und bekannt werden. Das ist das Traurige an der Sache. Ansonsten habe ich schon einige jüdische Menschen gehört, die von den (auch nicht-jüdischen) Menschen in der "Aktion Kinder des Holocaust" vollständig abgestoßen sind - und mit diesem Verein nichts zu tun haben wollen. Häufig engagierte (und Wahrheit umgehende...) Leute, die sich supergeil in ihrem Bewußtsein, zu den guten und engagierten Leuten zu gehören, aufgeilen - und oft eine Art "Gesinnungs-Faschismus" und "Überwachungsmentalität" mit sich tragen...auch engagiert sind bei "esowatch" u.ä. Dingen - wo oft alles geistige sowieso - samt allem wirklich unseriösen - bewußt in den Dreck gezogen wird.
    Mein Fazit (das ich mich nie zu sagen getrauen würde, wenn ich nicht mit Leuten mit jüdischer Religion geredet hätte): ich mag die Faschisten weder von rechts - noch die in der akdh!!! Und gottseidank kenne ich auch Anthroposophen, die Juden sind bzw. jüdisch aufgewachsen sind. Denen kann man wenigstens nicht idiotische Vorwürfe machen - durch diese Leute merkt man erst, wo die wahren Faschos sitzen - deren Zerstörung von Anthrposophie, Waldorfpädagogik, Rudolf Steiner ein Anliegen ist. Keine Herzensangelegenheit ist es für sie - nein - dazu müßten sie ein Herz haben - nein: es ist nur ein oft strikt materialistisch-faschistoides Anliegen, wofür manche ihre ganze Freizeit opfern, Bücher schreiben, im Internet kämpfen,...- arme Schweine, die ein spezielles Karma haben.

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  33. Und sie bewegt sich doch – Die Anthroposophie und das Judentum

    http://waldorfblog.wordpress.com/2009/11/26/und-sie-bewegt-sich-doch-die-anthroposophie-und-das-judentum/

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    1. Habe noch einige Artikel von R. Sonnenberg gefunden. Unter anderem wird hier auch eine scheinbare Ambivalenz Steiners besprochen, was Judentum usw. betrifft -- einmal Pro, verteidigend - dann wieder negativer bzw. abgrenzender, fast als ringe er mit dem Theam (auch noch bis in die zwanziger Jahre hinein). Es sind Recherchen aus Vorträgen, Artikeln oder Briefen an Marie Steiner usw.

      Link (weitere auf der dortigen Seite): http://www.hagalil.com/antisemitismus/deutschland/steiner-5.htm

      oder: http://www.hagalil.com/antisemitismus/deutschland/steiner-6.htm

      Sonnenberg:
      "Dem Grundsatz der älteren thesophischen Bewegung, einen Völker, Rassen und Konfessionen umspannenden "Bruderbund" zu schaffen, blieb auch die von ihm 1912/13 ins Leben gerufene Anthroposophische Gesellschaft verpflichtet. Wiederholt verwies Steiner auf den "spirituellen Wahrheitskern" einer jeden Religion, den es zu erkennen und zu respektieren gälte.(65)

      Damit war ausdrücklich auch die jüdische Religion gemeint. 1912 beklagte Steiner in einem vor norwegischen Mitgliedern der Theosophischen Gesellschaft gehaltenen Vortrag, dass Blavatsky dem Judentum nicht unvoreingenommen begegnet sei, sondern ihrer Schilderung der "Jahwe-Religion" in ihrem Hauptwerk "Die Geheimlehre"(1888-1893) etwas Negatives anhafte. Diese pejorative Sichtweise auf das Judentum müsse jedoch gerade die Anthroposophie überwinden.(66)

      Inwieweit sein Denken freilich selbst antijudaistischen Stereotypen und Argumentationsfiguren verhaftet blieb, zeigt nicht zuletzt der Inhalt eines vom 28. April 1905 datierten Briefes an Marie von Sivers, Steiners Mitstreiterin und spätere Lebensgefährtin.(67) In dem bereits auf die gängige theosophische Periodisierung zurückgreifenden Schreiben werden die verschiedenen, zeitlich aufeinanderfolgenden "Einschläge semitischer Art" innerhalb des abendländisch-neuzeitlichen Zivilisationsprozesses als "Zersetzungsferment" gedeutet, dessen Wirksamkeit in der Gegenwart vor allem in materialistisch orientierten Intellektuellen zum Ausdruck käme: "Nicht zufällig ist es, dass die Männer, welche durch ihr scharfes, klares, aber ganz materialistisches Denken den stärksten Einfluss in der letzten Zeit auf die europäischen Massen gehabt haben, Marx und Lassalle, Juden waren."(68)

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    2. Ja, es bewegt sich doch etwas. Danke, anonym, für den aufschlußreichen link - eine wirklich gute und übersichtliche Beschreibung dieses so vielschichtigen Themas.
      Lieber Manroe, was läßt dich denken, ich könnte nicht unter meinen gewählten Namen freudean posten, würde mich hinter anonym 3.5 verstecken?
      Ich schätze, da hast du dir ein kleines Karma-Männchen in die Welt gesetzt.

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  34. "Es ist von einer ganz besonderen Wichtigkeit, daß gerade in unserer Zeit in unbefangner Weise auch gesprochen wird über dasjenige, was wir die Mission der einzelnen Volksseelen der Menschheit nennen, weil die nächsten Schicksale der Menschheit in einem viel höheren Grade als das bisher der Fall war, die Menschen zu einer gemeinsamen Menschheitsmission zusammenführen werden." (Steiner in Kristiania 7. Juni 1910, GA 121, S.13)

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  35. und wer das nicht kapiert bei Rudolf Steiner, dem kann man auch nicht mehr helfen: "...ich bitte das nicht mißzuverstehen, was eben gesagt wird; es bezieht sich nur auf den Menschen, insofern er von den physisch-organisatorischen Kräften abhängig ist, von den Kräften, die nicht sein Wesen als Mensch ausmachen, sondern in denen er lebt..." (GA 121, 4.Vortrag)

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  36. Die einzige Art, wie man Anthroposophie verstehen kann, ist folgende:
    "So wie die Abgründe zwischen den einzelnen Nationen immer mehr und mehr verschwinden, so wie sich die einzelnen Teile der verschiedenen Nationen immer mehr und mehr verstehen, so werden sich auch andere Gruppenseelenhaftigkeiten abstreifen, und immer mehr wird das Individuelle des einzelnen Menschen in den Vordergrund treten. - So können wir sagen, innerhalb der Entwickelung der Menschheit verliert immer mehr und mehr der Begriff, worin sich die Gruppenseelenhaftigkeit am meisten ausdrückt, an Bedeutung, nämlich der Rassenbegriff. Deshalb ist es notwendig, dass diejenige Bewegung, welche die anthroposophische genannt wird, in ihrem Grundcharakter dieses Abstreifen des Rassencharakters aufnimmt, dass sie nämlich zu vereinigen sucht Menschen aus allen Rassen, aus allen Nationen und auf diese Weise überbrückt diese Differenzierung, diese Unterschiede, diese Abgründe, die zwischen den einzelnen Menschengruppen vorhanden sind."

    Rudolf Steiner 1916 in: "Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit - Goethe und die Krisis des 19. Jahrhunderts" (GA 117), S. 151 f

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  37. Und deshalb ist auch klar, daß "jede unbestimmte Haltung" von Übel ist. Das heißt, R.Steiner wollte mit einer absoluten Eindeutigkeit, die keine Zweifel offen läßt, daß sich jeder vom Antisemitismus eindeutig abwendet!!!
    "Mit Schaudern erkennt man, was der Antisemitismus in den Gemütern edler Juden angerichtet hat. Der Antisemitismus ist nicht alleine für die Juden eine Gefahr, er ist es auch für die Nichtjuden. Jede unbestimmte Haltung ist von Übel." ( Steiner 1901; GA 31,S.409).

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  38. Danke, ist schon klar :-) Dennoch, mich interessiert hier neben einer Wahrheitssuche (was mir allerdings fast unmögliche erscheint)- Biografisches, auch die Komplexität der Angelegenheit, sowie Motive, eventuelle Widersprüchlichkeiten und Ambivalenzen, das ganze menschliche Programm eben. Ich verurteile dabei nicht, denn ich bin ebenso Mensch.

    Dann fällt mir folgender Satz noch ein zu 'Mensch': Das eine was man sagt und das andere was man tut (oder denkt). Oder so herum: Das eine was man sagt und das andere was man wünscht, als Ideal, also tun wird oder will.

    Ab den zwanziger Jahren bis 1924 - kam erneut etwas zu dem Thema Juden, also nicht erst im 19. Jahrhundert und vor 1910 usw. Link/erneut: http://www.hagalil.com/antisemitismus/deutschland/steiner-6.htm

    Sonnenberg:
    "Von der Konnotation des "jüdischen Geistes" mit einer materialistischen Denkweise nahm Steiner offensichtlich zeit seines Lebens keinen Abstand. Noch 1924, also ein Jahr vor seinem Tod, bekräftigte er in Fragenbeantwortungen gegenüber Arbeitern des Dornacher Goetheanum-Baus seine Ansicht, derzufolge das Judentum zu einem abstrakten Monotheismus neige. In der zeitgenössischen Medizin und manchen Bereichen der Kunst spiegle sich der naturalistische und bilderfeindliche Geist der semitischen Religion wider. (73) Der Redner beklagte eine Überrepräsentanz von jüdischen Ärzten in der europäischen Gesellschaft, die in seinen Augen als Träger und Multiplikatoren einer "abstrakten Jehova-Medizin" fungierten. Eine gesetzliche Beschränkung für Juden in bestimmten Berufszweigen, wie dies damals von den Antisemiten gefordert wurde, wies Steiner jedoch ausdrücklich zurück. (74)

    Seine Ansicht, vornehmlich jüdische Ärzte neigten aufgrund ihrer besonderen Seelenkonfiguration zu einem materialistischen Denken, gab einem in den zwanziger und dreißiger Jahren häufig zu vernehmenden Topos Ausdruck. Dieser entstand zwischen 1890 und 1920 und wurde in der Folgezeit von dem antisemitischen Diskurs der Nachkriegsjahre aufgegriffen und zur Speerspitze der antijüdischen Agitation zubereitet. In seinem berüchtigten "Handbuch der Judenfrage", das immerhin bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges 49 Auflagen erleben sollte, hielt der antisemitische Publizist Theodor Fritsch den zeitgenössischen jüdischen Medizinern entgegen, "ihre kalte Nüchternheit und mechanistische Denkweise" führten zu einer Aufspaltung der Heilbehandlung, "die im kranken Körper eine maschinenartige Zusammengesetztheit, nicht die lebendig Einheit sieht und ihn demgemäß behandelt." (75)

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  39. "Die einzige Art, wie man Anthroposophie verstehen kann, ist folgende"

    Traurig, solch einen Satz hier zu finden

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  40. Danke für die vielen links – sehr schöne Sammlung zum Thema. Da hab ich einige Zeit zu lesen...

    In dem Aufsatz, den Steffen verlinkt hat, zitiert Ralf Sonnenberg diesen Satz Rudolf Steines (aus einem Brief an Marie von Sivers):
    »Nicht zufällig ist es, dass die Männer, welche durch ihr scharfes, klares, aber ganz materialistisches Denken den stärksten Einfluss in der letzten Zeit auf die europäischen Massen gehabt haben, Marx und Lassalle, Juden waren.«
    Das ist eine Charakterisierung, die man, wenn man unbedingt will, als insofern „feindlich“ gegenüber diesen „klaren Denkern“ ansehen kann, als ihnen „Materialismus“ zugeschrieben wird (also, über Lassalle weiß ich nicht viel, aber Marx immerhin hätte wohl keine Probleme damit gehabt,„materialistisch“ genannt zu werden... ;-))

    Aber daß es Steiner hier keineswegs darum geht, diese Menschen etwa einseitig „schlechtzumachen“, das wird sehr deutlich, wenn man liest, was er gleich im nächsten Satz über Nichtjuden schreibt:
    »Und nicht zufällig ist es, dass Geister, welche synthetisch, aufbauend, nicht verstandesmäßig zersetzend wirken, wie Bismarck, Haeckel usw., kleine Denker sind, laienhaft und noch stumpfsinnig in bezug auf alle höheren Angelegenheiten der Menschheit. Sie sind eben die Embryonen einer werdenden Kultur. Haeckel trägt etwas an sich, was als Kulturnachgeburt ausgeschieden werden muß.«

    Diese Charakterisierung stimmt ja auch irgendwie überein mit dem, was sich in gewissen jüdisch-deutschen Redensarten ausdrückt:
    »Beispielsweise bedeutet Er hot a jidischen Kopp („Er hat einen jüdischen Kopf“) „Er ist intelligent“, wobei im Gegensatz Er hot a gojischen Kopp („Er hat einen gojischen Kopf“) für „Er ist dumm“ steht.« (aus dem wikipedia-Artikel Goi)


    Also, ich kann mir ja vorstellen, daß viele sich lieber als „materialistisch“ und sogar auch „verstandesmäßig zersetzend“ bezeichnet sehen würden denn als „embryonal, laienhaft und stumpfsinnig“ bzw etwas an sich tragend, „was als Kulturnachgeburt ausgeschieden werden muß“...
    Steiner nimmt nicht gerade ein Blatt vor den Mund, in keine Richtung, wenn er etwas charakterisieren will. Und wieso sollte er auch, in einem privaten Brief?

    Daß es in Zukunft mehr und mehr um das, wie Steiner es nannte, „Abstreifen des Rassencharakters“ geht, der in der Vergangenheit allerdings noch deutlich wahrnehmbar war, daran kann doch wohl kein Zweifel bestehen.
    Rudolf Steiner erkannte das früher als so mancher andere und wurde nicht müde, darauf hinzuweisen.

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  41. Liebe Ingrid -- Du schriebst -- vIngrid H.Feb 17, 2012 11:49 PM

    "Und ich sehe es als eine unserer Aufgaben als Anthroposophen an, durch unser Verhalten einer solchen Sorge die Grundlage zu nehmen, statt sie – etwa, wie es leider nur allzuoft geschieht, durch reflexartige Abwehr jeder wie immer gearteten Kritik – noch zu verstärken."

    Zählst Du Dich jetzt (doch) zu den Anthroposophen?

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  42. Lieber Manfred,

    :-) ja – das tu ich wohl, in gewissem Sinne. Auch wenn ich normalerweise keinen Wert auf diese Bezeichnung lege.

    Kommt allerdings drauf an, was man darunter versteht.
    Sollte jemand diesen Begriff an Erfordernisse knüpfen, die ich für bloß äußerliche halte (etwa den unerschütterlichen Glauben an alles, was Rudolf Steiner sagt, oder die Mitgliedschaft in der AAG) --- dann nicht.
    Insofern würde ich Sätze wie "Du bist doch Anthroposoph, da mußt Du doch..." nur seeehr beschränkt gelten lassen --- :-) dort zum Beispiel, wo es um die Pflicht geht, einer gewissen Sorge die Grundlage zu entziehen. ;-)

    Denn tatsächlich. Diese Pflicht sehe ich für mich eigentlich nur deshalb, weil ich mich, in gewissem Sinne, als Anthroposophin betrachte.

    Warum fragst Du?

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    1. Freut mich, auch Deine Einstellung dazu, wollte es nur wissen, weil Du es auch mal anders angedeutet hattest, so irgendwie drumherumschleichend oder sich behutsam nähernd --- :-)

      Also ich z.B. erlebe mich wie einen ganz natürlichen "Anthroposophen", bräuchte daher gar keine Bezeichnung, mag das nämlich überhaupt nicht und habe so im Leben entdeckt, dass ich ganz spontan dazugehöre, einfach weil es das bestätigt und beleuchtet, was ich in mir vorfinde. Freut mich, dass Du da bist.

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  43. ""Oben schrieb einer: 'Die einzige Art, wie man Anthroposophie verstehen kann, ist folgende' - Traurig, solch einen Satz hier zu finden."

    Ich denke, der Mensch hat nicht auf den Zusammenhang aufgepaßt. In diesem Falle ist es tatsächlich so, daß man Anthroposophie nicht anders verstehen kann, als daß immer mehr die Individualiäten hervortreten - und das "Gruppenseelenhafte" (Nationaliät, "Rassenzugehörigkeit") immer mehr verschwindet. - Anders ist Anthroposophie nicht zu verstehen! R.Steiner sagt sogar, daß es in Zukunft irgendwann nur noch eine einzige Hautfarbe für alle Menschen geben wird - weil sich alle so vermischt haben.

    Wer nicht verstanden hat, daß es in der Anthroposophie um die Individuelle Entwicklung geht und nicht um eine Entwicklung von "nationalem" oder sonstigem "gruppenseelenhaften", der hat sie grundlegend nicht verstanden!
    Deshalb bin ich froh, daß wenigstens einer den Satz vor das Steiner-Zitat oben geschrieben hat, das jedes Denken von Nationalisten oder Rassisten aushebelt:
    "Die einzige Art, wie man Anthroposophie verstehen kann, ist folgende"

    Anderer Ansicht können nur Rechtsradikale sein - oder Leute die Anthroposophie, Rudolf Steiner usw. zerstören wollen. (Was ja ein recht ähnlicher Menschenschlag ist!)

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  44. Und alle sogenannten "rassistischen" Zitate von Rudolf Steiner sind tatsächlich nicht zu verstehen, wenn man das Folgende nicht weiß:(z.B. wenn Steiner Schwarze, Indianer, chinesische Leiber usw. beschreibt): "...ich bitte das nicht mißzuverstehen, was eben gesagt wird; es bezieht sich nur auf den Menschen, insofern er von den physisch-organisatorischen Kräften abhängig ist, von den Kräften, die nicht sein Wesen als Mensch ausmachen, sondern in denen er lebt..." (GA 121, 4.Vortrag)

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  45. Leute, die R.Steiner "Antisemitismus" oder "Rassismus" nachweisen wollen - (wenn auch nur "latent" oder nur "manchmal"), die sollten Folgendes wissen(Zitat R. Steiner):
    "Denn daß man etwas beweisen kann, das ist kein Beweis für die Wahrheit desjenigen, was man behauptet. Um zur Wahrheit zu kommen, muß man in viel tiefere Schichten des Erlebens hineingehen, als diejenigen sind, in denen unsere gewöhnlichen Beweise liegen."
    Und diese "tieferen Schichten", - das ist doch die Anthroposophie insgesamt mit allem drum und dran, zu der - samt aller Kosmologie, der Wiederverkörperung des Geistes, der Christologie usw. - jede Form von Rassismus oder Antisemitismus oder Sexismus hinten und vorne einfach nicht reinpassen! (...von daher ist es eh völlig gleichgültig, was Steiner z.B. vor den Arbeitern am Goetheanum manchmal gequasselt hat oder was da aufgeschrieben wurde...) Die eigentliche, grundlegende Natur der Anthroposophie kann gar nicht rassistisch o.ä. sein - sowenig, wie man z.B. eine Kuh dazu überreden kann, einem Habicht hinterherzufliegen. Es gibt Dinge, die in der Natur veranlagt sind...

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  46. Wer Rudolf Steiner in irgendeiner Form - wenn auch nur "ansatzweise", oder "nachgeplappert" oder "latent" oder nur "manchmal" so etwas wie Rassismus oder Antisemitismus nachweisen will, der sollte sich Folgendes bewußt machen:

    Rudolf Steiner: "Denn daß man etwas beweisen kann, das ist kein Beweis
    für die Wahrheit desjenigen, was man behauptet. Um zur Wahrheit zu
    kommen, muß man in viel tiefere Schichten des Erlebens hineingehen,
    als diejenigen sind, in denen unsere gewöhnlichen Beweise liegen."

    Und was sind diese "tieferen Schichten"? Das ist die Anthroposophie selbst, die ihrer ganzen Natur nach nichts mit Rassismus oder Antisemitismus zu tun haben kann, was ja aus der Kosmologie, der Christologie, der Wiederverkörperungslehre usw. so eindeutig hervorgeht - und da finden wir die oben erwähnten "tieferen Schichten des Erlebens", wo wir - anders als bei oberflächlichen äußeren Betrachtungen - "die Wahrheit" finden - auch zu diesem Thema hier. Anthroposophie kann grundlegend nichts mit Rassismus zu tun haben, sowenig wie man eine Kuh dazu überreden kann, dem Habicht hinterherzufliegen...

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  47. Ich möchte hier nur mal zur Kenntnis geben, dass ich den Ausführungen des unbekannten anonym zustimme.

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  48. Danke, manroe. Der unbekannte anonym heißt Wolfgang...- und hat es öfters so eilig, daß er keinen Namen drunterschreibt. :-)

    herziche Grüsse
    Wolfgang

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  49. Es gab auch - gottseidank - ein paar "wache" Anthroposphen während des 3. Reiches, z.B.:

    http://wiki.anthroposophie.net/Karl_R%C3%B6ssel-Majdan

    http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_R%C3%B6ssel-Majdan

    Oder der Anthroposoph Karl Schubert, der eine jüdische Abstammung hat - und einige Kinder vor dem Euthanasie-Gesetz retten konnte:
    http://biographien.kulturimpuls.org/detail.php?&id=648

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  50. "KARL SCHUBERTS BEZIEHUNG ZU RUDOLF STEINER"
    von Peter Selg

    Die zum 150. Geburtstag Rudolf Steiners erschienenen biographischen Arbeiten nicht-anthroposophischer Autoren entstellten mehrheitlich das Bild des Menschen und Geisteswissenschaftlers, zum Teil in grotesker Weise. Zu Lebzeiten Rudolf Steiners und nach seinem Tod war Dr. phil. Karl Schubert (1889 – 1949), Leiter der Hilfsklasse der Freien Waldorfschule Stuttgart, demgegenüber einer der Menschen, die in Wort und Schrift mit am eindrucksvollsten Zeugnis von Steiner ablegten. Das Ita Wegman Institut veröffentlicht mit diesem Band Texte aus Schuberts Nachlass, darunter seinen hochspirituellen und mutigen Vortrag nach der Schliessung der Schule durch die Nationalsozialisten (30. März 1938). In einem umfangreichen Essay beleuchtet Peter Selg im ersten Teil des Buches Schuberts besondere und vorbildliche Beziehung zu Rudolf Steiner und der Anthroposophie.

    2011, 120 S., Broschur, 12 Abbildungen. ISBN 978-3-905919-34-9, Verkaufspreis 30 CHF / 20 €

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  51. vielen Dank, sehr interessante Links bzw. Informationen!

    lg

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  52. "Es sind durchaus zwei verschiedene Quellen in der menschlichen Natur, die zugrunde liegen dem Nationalismus und dem Internationalismus. Der Nationalismus ist die höchste Ausbildung des Egoismus. Der Internationalismus ist dasjenige, was in uns immer mehr und mehr hereindringt, wenn wir uns verständnisvoller Menschenauffassung hingeben können. Man wird in diesem Lichte das menschliche Zusammenleben ansehen müssen über die zivilisierte Erde hin, namentlich wenn man zu einem richtigen Verständnis desjenigen kommen will, was im Internationalismus und Nationalismus aufeinanderstößt." (Lit.: GA 332a, S 190)

    "Mehr als man glaubt, ist nämlich das Problem des Volkstums in Beziehung zu setzen mit dem sexuellen Problem. Denn die Zugehörigkeit zum Volkstum beruht auf der gleichen Organgrundlage - dem Gangliensystem - , dem auch das Sexuelle zugrunde liegt. Das ist ja äußerlich schon dadurch zu verstehen, daß man seinem Volkstum durch die Geburt angehört, insoferne als man in der Mutter eines bestimmten Volkes gereift wird; insoferne ist ja schon die Vermittlung da. Da sehen Sie, durch welche, ich möchte sagen, seelenunterirdischen Untergründe gerade das Nationalproblem schon mit dem Sexualproblem zusammenhängt. Und daher ist in der Erscheinung so viel Verwandtes zwischen diesen beiden Impulsen im Leben. Wer nur offene Augen für das Leben hat, der wird ungeheuer viel Verwandtes finden zwischen der Art und Weise, wie sich der Mensch betätigt aus dem Erotischen heraus, und wie er sich betätigt in seiner Zugehörigkeit zum Volkstume. Es ist natürlich damit weder pro noch kontra in bezug auf das eine oder andere etwas gesagt; aber die Tatsachen liegen so, wie ich das charakterisiert habe. Die Erregungen nationaler Art, die insbesondere stark unbewußt wirken, wenn sie nicht ins Ich-Bewußtsein heraufgeholt werden, indem man die Frage zu einer Karmafrage macht, so wie ich das neulich charakterisiert habe, sind sehr verwandt den sexuellen Erregungen. Man darf über solche Dinge nicht dadurch hinweggehen, daß man aus gewissen Täuschungen und Sehnsuchten heraus eine emotionelle Art des Nationalempfindens zu einer recht vornehmen Empfindung machen möchte, und die Sexualempfindung zu einer recht wenig vornehmen; denn die Tatsachen Hegen schon so, wie ich es Ihnen entwickelt habe." (Lit.: GA 174, S 142f)

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