In der Zeitmaschine

 

Kommentare

  1. Wer ist denn das ganz rechts im Bild bitte?

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    1. Ein russischer Dichter, Schüler Steiners, der eine ganz aufrichtige Dokumentation über die Dornacher Jahre geschrieben hat; sehr beliebt und gerade wieder neu aufgelegt; "Verwandeln des Lebens". http://de.wikipedia.org/wiki/Andrei_Bely

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  3. Kann ich auch empfehlen "Verwandeln des Lebens"
    auch hier ist er:
    http://wiki.anthroposophie.net/Andrej_Bely

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  4. Sollte man unbedingt gelesen haben, ich musste mich wirklich davon losreissen, um es nicht am Stück zu verschlingen :-)

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  5. Gut, daß Du gefragt hast, Aui! :-))
    Spannender Tip, Michael. Klasse! Danke! Ich geh morgen nämlich (ganz klassisch, bin in -keinem- Paypall-Süsstm) in die Buchhandlung, den Swassian und die Endstation Dornach bestellen. Da hole ich das "Verwandeln des Lebens" mir grad dazu!
    Was anderes: Die "Forschungs-Stelle Kulturimpuls" gibt wohl die kritikreicheren Impulse in den Biographien der dort besprochenen Personen immer nur gedämpft wieder? Bei Bely auch.. Das weichgezeichnete Scaligero-Bild von dort war ja krass der Hammer! Noch vor 2008, da hatte ich kein eigenes Internet, hätte ich das dann alles geglaubt, und wäre "selig gewesen"! Echt..! ("Errötungs-Smiley" :-/ )
    m.butty

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    1. Bei Benesch hat man nach der blumigen Jubelarie (ist das ein "Kulturimpuls", gefälschte Biografien zu posten?) immerhin einen aufrichtigen Zusatz dahinter gesetzt, mit Bedauern und offensichtlich erschüttert. http://biographien.kulturimpuls.org/detail.php?&id=56

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    2. Aus dem Nachtrag zur Jubelarie: "Seine eigenen Angaben über die Gründe seiner zeitweiligen Dispensierung vom Pfarramt waren unzutreffend. Diese hing nicht mit seiner Verbindung mit Anthroposophie zusammen, sondern geschah wegen seiner kämpferisch-politischen Aktivitäten."
      -Kämpferisch/Politisch-, boah. Seine Mitmenschen unterdrücken, usw...
      Die "Forschungsstelle Kulturimpuls" sollten sich mal "auf den Hosenboden setzen" :-)), ..und einfach einen neuen Artikel über Benesch ausarbeiten, dazu müßte man nachdenken, neu gewichten, sich zu einer gewissen Naivität bekennen, ...den Spruch vom "widersprüchlichen Wesen", dieses "Genius und Dämon"-Getue, da schwingt immer noch diese erogene Bewunderungshaltung mit, als wollte die Autorin sagen (mit Gänsehaut), "er war halt doch ein grooßer Mann!"
      "Wo eine eichenhafte Mannesnatur an sich selber arbeitet und hobelt, und kraftvoll durch Fehler und dunkle Zeiten schreitet, da fallen eben Späne!" :-)) Naja.
      Wenn ich hier so kaspere, dann bin ich durchaus traurig.. Es dauert wohl. Bis ..der Mensch.. bereit und reif wird, ganz neu in sich zu beginnen. Das ist auch irgendwie natürlich, wenn jemand vielleicht nur die angenehmen Seiten und Zeiten zum Beispiel eines Benesch mitbekam. Da denkt man erst mal an "Verleumdung". Aber eben: Das wäre schon die erste Zeile einer anderen Benesch-Kulturimpuls-Biographie!
      m.butty

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  6. Zu Friedrich Benesch

    "N a c h t r a g

    Kurze Zeit nach dem Erscheinen dieses Beitrags in “Anthroposophie im 20. Jahrhundert. Ein Kulturimpuls in biografischen Porträts“ (Hg.: Bodo v. Plato) zeigte eine Veröffentlichung Tatsachen, die zuvor unbekannt waren und die auch den Selbstaussagen Friedrich Beneschs widersprechen. Im Mai 2004 stellte ein ehemaliger Schüler Beneschs in Siebenbürgen, der Historiker Dr. Johann Böhm, in der „ Halbjahresschrift für südosteuropäische Geschichte, Literatur und Politik“ (16.Jahrgang, Heft 1) dar, dass Benesch 1934 Mitglied der „ Radikal-nazistischen DVR“ (Deutsche Volkspartei Rumäniens) wurde, und dass er 1939 in die Waffen-SS eingetreten ist. Diese Tatsachen sind überprüft und bestätigt worden."


    Ei der böse Bube, oder was sollen wir jetzt empfinden, oder gar sein Werk in die Tonne drücken(?)

    Diese elenden Schnüffler, was wollen die uns eigentlich mitteilen?! Könnte man deren "Moralgebilde" sehen, dass sie all dies ans Licht zerren lässt, würde einem wahrscheinlich speiübel werden bei dem Anblick. Diese verlogenen Judasgestalten sollten mal lieber die Geschichte des Christus meditieren beim Anblick eines Kadavers die schönen Zähne zu sehen, das wär doch mal was, hervorheben was gut ist, statt rumzubohren und sich als moralischer Richter zu gebärden.

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    1. Sie wollen sagen, dass die Christengemeinschaft einem nationalsozialistischen Überzeugungstäter aufgesessen sind, der im Sinne der Artamanen ein bäuerliches Regime im Osten errichtet hat, die Vorhut für Machtübernahme und Invasion. Es sind Hunderttausende von Juden in dieser Gegend gesammelt, zu Flüchtlingstrecks gezwungen, in Lager verbracht worden. Es gibt Hinweise, dass auch Benesch, der faschistische Pfarrer, der seine Kirchenoberen bedrohte und diffamierte, mit lokalen Lagern und Sammelstellen zu tun gehabt hat. Er hat dann in der Christengemeinschaft Unterschlupf gefunden. In der Tat, sein dominierendes und charismatisches Wesen konnte er auch dort ausleben- intern war er gefürchtet. Es gibt eine Reihe von jungen Priesterinnen, die er eingeschüchtert und sexuell belästigt haben soll. Seine "Leute- etwa seine Haushälterin- hat er in der CG untergebracht. Sie soll für ihn geschnüffelt haben- ein Teil seines Machtapparats. Und daneben seine Predigten und Vorträge über die Kraft der Liebe des Christus. Ja, ja. Und dann Deine flotten, aber hohlen Sprüche.

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    2. "Sie wollen sagen, dass die Christengemeinschaft einem nationalsozialistischen Überzeugungstäter aufgesessen sind,..."

      Wahrscheinlich weil sie nur das von ihm berücksichtigt haben oder konnten was sie direkt an ihm erlebten. Das ist wohl die eine Seite gewesen. Und die andere gab es dann auch. So. Das sind die Fakten, die einen so die anderen so. Und was meint man heute damit erreichen zu können, wenn man das hinterher mit unserem heutigen aufklärerischen und sicherlich auch anderen und gewandelten Bewusstsein beleuchtet und aufdeckt?

      Wenn ich mir das anschaue komme ich immer nur auf eine einzige Möglichkeit und die besteht darin, dass ich einzig direkt an mir selbst etwas ändern kann und mir geht völlig ab, wie ich die Untaten anderer in positiver Form in mich selbst verpflanzen können sollte. Was nämlich bleibt, ich trage anderen etwas hinterher, das hat was von geistigem Steinigen und stammt aus dem Alten Testament. Anderen im negativen Sinne deren Taten ewig hinterherzutragen und seine guten dadurch zerstören, das halte ich für eine Verirrung. Und es geschieht ja hier nicht im charakterisiernden Sinne sondern im stigmatisierenden. Und was ich hier sage sind absolut KEINE hohlen Sprüche Michael, zumindest nicht ihr eigentlicher und wirklicher Inhalt. Und flott sind sie auch nicht, nur aufs Wesentliche verkürzt.

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  7. "Wer von Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!"

    Ich finde charakterisieren dürfte man, aber "geistige ...Sterne" vergeben ist anmassend.

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    1. Was heisst Sterne vergeben? Auch die CG selbst findet Worte des Bedauerns über Benesch http://www.egoisten.de/files/tag-christengemeinschaft.html- mehrfach. Aber wir können auch noch über Haverbeck, Lauenstein, Bock, Ohlendorff, Rittelmeyer sprechen.

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    2. Auch Worte des Bedauerns werden wahrscheinlich nur einen Wert haben, wenn sie freiwillig geäußert werden und aus Erkenntnis abgegeben werden. So sind die Bekenntnisse es Ex- Bundespräsidenten ja von den meissten als unehrlich eingeschätzt worden. Hier konnte dann nachgeholfen werden und er musste dann aufgrund des öffentlichen Drucks zurücktreten, was ja in den Fällen Haverbeck, Lauenstein, Bock, Ohlendorff, Rittelmeyer schlecht möglich ist :-)

      Ich bedaure die Fehler der o.g. sehr, fange aber gerne auch an, mich in kritischer Introspektive zu üben ......

      Ansonsten gilt auch hier:
      Sind alle Schwäne weiß? Die klassische Sicht der Wissenschaftstheorie war, dass es Aufgabe der Wissenschaft ist, solche Hypothesen zu „beweisen“ oder aus Beobachtungsdaten herzuleiten. Das erscheint jedoch schwer möglich, da dazu von Einzelfällen auf eine allgemeine Regel geschlossen werden müsste, was logisch nicht zulässig ist. Doch ein einziger schwarzer Schwan erlaubt den logischen Schluss, dass die Aussage, alle Schwäne seien weiß, falsch ist. Der Falsifikationismus strebt somit nach einem Hinterfragen, einer Falsifizierung von Hypothesen, statt dem Versuch eines Beweises.


      Matthias

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    3. "Sterne vergeben" heisst hier, bzw. soll bedeuten, dass man aus heutigem Bewusstsein heraus seelisch-geistig stigmatisierende Zeugnisse vergibt, moralisch wertende Urteile zu anderer Biografie und ihr einen "Stern" eintätowiert. Und mein "Dann vergeben wir Sterne..." zu einem Beitrag von Wofgang war eindeurig humorig gemeint, dass ich das hier überhaupt erklären muss... (kam zwar von 3,5, aber passt jetzt hier rein.)

      Und nochmal, mir geht es völlig ab, was ein menschlicher Geist davon lernen können sollte, von diesen Enthüllungen, das könnte ich nur verstehen, wenn man es mit Minderjährigen zu tun hätte, die noch eines guten Vorbildes bedürfen, wenn überhaupt. Man sollte lieber das "Saulus zu Paulus" tiefer verstehen lernen.

      Und nur um das klarzustellen, von meiner Seite aus, ich habe nichts gegen Dich persönlich, ich mag Dich sogar und verstehe auch was Du und wie Du es meinst. Muss man ja auch mal sagen, auch wenn es manchmal anders aussieht. Diskurs eben und offen.

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    4. Matthias, im Falle Beneschs gab es da sicherlich auch innerhalb des "Systems" CG einen Generationenkonflikt. Es gab da eine Generation, die nach dem Krieg die Kunst des aktiven Wegsehens gepflegt hatte. Aber es gab auch die alten Aktiven wie Haverbeck, der den Kriegsverbrecher Ohlendorf seelsorgerisch bis zur Hinrichtung betreute und selbst stramm rechts stand. Die Jungen dachten sich ihren Teil, konnten aber sicherlich nicht opponieren, solange jemand mit einer schrecklichen, despotischen Art (und NS- Vergangenheit) wie Benesch sie ausbildete und im Zweifelsfalls gern die Priesterweihe verweigerte.

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    5. @ Michael
      Gut das es dann sukkzessive doch ans Licht kommt. Ich denke gerade über Günther Grass nach und wie lange er für sein "outing" gebraucht hat ( obwohl das qualitativ kein Vergleich zu Bennesch oder Ohlendorf ist !!!).

      Manche Dinge benötigen offensichtlich Zeit und Entwicklung. Und warum sollte auch gerade die anthroposophische Bewegung von solchen "Fehlern" verschont geblieben sein.

      Es gibt also keinen Grund irgendwelche Persilscheine aufgrund von Mitgliedschaft in der CG oder AAG auszustellen. Jetzt wird es langsam Zeit..., oder?


      Matthias

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    6. Man sollte sich zumindest völlig von der Vorstellung freimachen, die Beschäftigung mit der "Geisteswissenschaft" vermittle "moralische Qualitäten". Man dachte früher, es "wirke" irgendwie. Das ist offensichtlich nicht der Fall.

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    7. "Man sollte sich zumindest völlig von der Vorstellung freimachen, die Beschäftigung mit der "Geisteswissenschaft" vermittle "moralische Qualitäten".

      Doch, vermitteln tut sie sie auch, aber das bringt halt nichts, wenn man sie nur als Vermittlung aufnimmt oder als Information und sonstwie intellektuell zu verarbeiten sucht. Sie entstehen allerdings, wenn man sie richtig auf- und annimmt und den "Vermittlungen" mit rechter Haltung und Gesinnung begegnet.

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    8. Ich glaube nicht an "Gesinnung"- so wenig wie an moralisches Strammstehen. Ich möchte auch nur zart andeuten, dass man zur Spiritualisierung des Intellekts erst mal Intellekt entwickeln muss. Ich verstehe nicht, wie dieser verbreitete Anti- Intellektualismus in die heutige Zeit passen soll. Diese Haltung ist für mich genauso "verbrannt" wie so manches andere, was vor 1933 grassierte. Das war ein Reflex auf das 19. Jahrhundert, und die Nazis haben das aufgegriffen und missbraucht.

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    9. @Michael

      "Man sollte sich zumindest völlig von der Vorstellung freimachen, die Beschäftigung mit der "Geisteswissenschaft" vermittle "moralische Qualitäten". Man dachte früher, es "wirke" irgendwie. Das ist offensichtlich nicht der Fall."

      Ja, ich denke auch, dass da sicherlich kein Automatismus: Beschäftigung mit Anthroposophie / Geisteswissenschaft = hohe Moralität besteht.
      Mir geht es teilweise aber so, dass ich mitunter nur einen Satz von Steiner lese und es wird eine Art " Herzdenken" in Gang gesetzt, welches für mich schon eher ein Indiz für Integrität, Non-Dualität und individuelle "umarmende" Moralität.
      Aber daraus ist sicherlich kein Schluss auf eine allgemeingültige Wahrheit zu folgern.

      Ich denke, dass auch andere spirituelle Traditionen da keinen "Automatismus" für sich in Anspruch nehmen können. Du hast diesbezüglich ja an anderer Stelle über den Zen-Buddhismus Andeutungen gemacht, über die Weltreligionen muss ja nicht sehr weit forschen, die Fakten sind bekannt.

      Über den Intellektualismus kann ich nur sagen, dass ich ihn persönlich als oftmals "unbequem und anstrengend" empfinde. Die Formulierung Ansgar Martins über das l e i d i g e Differenzieren trifft es mitunter schon ganz gut. - Aber oftmals empfinde ich die intellektuelle Herausforderung belebend und bereichernd.

      Ich glaube Moralität muss sich individuell erworben werden und muss immer eine " Saugbewegung" sein, eine umarmende Geste.
      Allerdings hab ich keinen Anspruch darauf dass der "andere" sich auch so verhält.

      Da zeigt sich der Unterschied? zwischen Kants Maxime:

      „Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.“


      und Steiners Maxime:

      "Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen."



      Das Verständnis für den "anderen" muss ich mir "unbequem" erarbeiten :-)



      Matthias

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    10. @Matthias: "Mir geht es teilweise aber so, dass ich mitunter nur einen Satz von Steiner lese und es wird eine Art " Herzdenken" in Gang gesetzt, welches für mich schon eher ein Indiz für Integrität, Non-Dualität und individuelle "umarmende" Moralität.
      Aber daraus ist sicherlich kein Schluss auf eine allgemeingültige Wahrheit zu folgern." Doch, ich denke schon. Das kann man oft hören, wenn man nachfragt. Manchmal sehr pointiert und weit entwickelt. Es ist der "Goldhelm", der meditativ zu wirken beginnt, der sich vom Stirnbereich nach unten erstreckt und das Erleben sehr vertieft. Damit beginnen die Chakren mit ihrer Bewegung, und es werden immer mehr Energien frei. Wenn man das begonnen hat, dann entwickelt sich das weiter. Gerade bei jüngeren Menschen ist das schon stark vorhanden- sie bemerken es nur nicht unbedingt "als solches".

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    11. @ Michael

      Hast du einen Tip für mich, wo ich mehr zu diesem Thema lesen kann ? Bin sicherlich nicht so taufrisch, aber es muss ja irgendwie weitergehen ;-)

      Danke im Voraus!

      Matthias

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    12. Ich finde Spira gut: http://egoistenblog.blogspot.com/2011/08/rupert-spira-bewusstsein-unabhangig-von.html
      Über Chakren müssen wir das Buch erst schreiben :-)

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    13. "Ich glaube nicht an "Gesinnung"- so wenig wie an moralisches Strammstehen. Ich möchte auch nur zart andeuten, dass man zur Spiritualisierung des Intellekts erst mal Intellekt entwickeln muss. Ich verstehe nicht, wie dieser verbreitete Anti- Intellektualismus in die heutige Zeit passen soll. Diese Haltung ist für mich genauso "verbrannt" wie so manches andere, was vor 1933 grassierte. Das war ein Reflex auf das 19. Jahrhundert, und die Nazis haben das aufgegriffen und missbraucht."

      Du willst also den Intellekt spiritualisieren? Den Intellekt? Du solltest Dich lieber selbst spiritualisieren, dann wirkt sich das auch auf den Intellekt aus. Der zeigt doch lediglich, was Du in ihn hineinlegst. Fragt sich dann nur noch, wie man es in sich hineinbekommt, damit auch die Werkzeuge gut davon haben. Und das hat durchaus was mit Gesinnung und Moral zu tun - vor sich und mit sich selbst - allerdings nicht mit der, die Dir noch vorzuschweben scheint bzw. Dich zu vefolgen scheint. Ich habe hier in so einem Zusammenhang häufiger von Moral2 gesprochen. Hilfreich könnte auch sein sich mal probeweise andersherum aufs Pferd zu setzen.

      Ansonsten danke ich Dir für Deine erste tieferweisende Visitenkarte.

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  8. @manroe - obersheriff

    und wer bitte schön ist judas? Michael etwa? wegen seiner guten recherchen und veröffentlichungen? furchtbar so eine keule zu bringen, dito und anmassend..

    "geistige ...Sterne" vergeben

    hauptsache anthroposophisch und verdreht dazu, wa?...wolltest du die nicht mal vergeben die sterne? mit wolfgang? für dich null stern, für den ewig gestrigen, mit zipfelmütz, regenschärm und läppschtop in der mönchsbude...spitznäsisch und äußerst merkwürdig dreinschauend, da bekommt man das grauen...

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    1. @anonym 3,5:
      hehehe - so kannst Du nicht über mich reden - denn es ist eine Lüge! Natürlich finde ich alle Recherchen von Andreas über Rittelmeyer, Bensch usw. super - und wichtig!!!

      Nix mit anthroposophisch verdreht! Versuchs doch lieber mal mit Intelligenz - anstatt mit hohlem Geschwätz und mangelndem Differenzierungsvermögen und beleidigendem Jargon! Klar, daß sich von Leuten wie Dir jeder nur abwenden kann.
      Wolfgang

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    2. Na, 2007 wurde Benesch ja noch öffentlich zum "modernen Heiligen" erklärt: http://www.egoisten.de/page144/benesch_st/page405/page405.html, allen Ernstes, und gerade deshalb, weil er "Schuld" gekannt habe. Über die Art der Schuld wurde aber lieber geschwiegen. Diese Zeiten sind nun vorbei, glücklicherweise. Aber das hat schon sehr lange gedauert und hätte wohl auch nicht geklappt, wenn nicht der Wille zur Erneuerung nicht auch in der CG selbst vorhanden gewesen wäre.

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  9. Und was Rudolf Steiner selbst betrifft: was der sagte und was der in seinem Leben gemacht hat - das kann ich alles selbst recherchieren, kann mir ein eigenes Bild davon machen - und brauche wirklich niemanden anders, der für mich recherchiert, ob Steiner ein Antisemit oder ein Rassist war. Und ich kann selbst recherchieren, was er an "guten und bösen Taten" in seinem Leben vollbracht hat. Und ich brauche niemanden, der es für mich übernimmt, die Dinge, die Steiner schrieb und sagte für mich zu interpretieren!!! Und niemand, der mir vorkaut, welche Schlüsse ich zu ziehen habe oder welche Urteile ich zu fällen habe.

    Weder Lichte, noch Staudenmeier, noch anonym 3,5 - noch einen klugen Buben (Ansgar Martins), nicht mal einen "Wissenschaftler" (Zander) brauch ich dazu! Wirklich nicht! Wer sich in seinem Denken und recherchieren nicht selbständig genug fühlt, der kann ja das Denken diesen Leuten überlassen - und deren Ansichten übernehmen - das steht jedem frei.

    Leute wie Benesch kannte ich allerdings überhaupt nicht. Den hab ich erst durch Michael kennengelernt. Und ich habe mich um andere Anthroposophen - wie z.B. Rittelmeyer - nie groß gekümmert, da sie mich nur peripher interessierten. Insofern ist das dann doch interessant, was Michael so alles ans Licht bringt...

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    1. Seine Sätze andauernd mit "Und..." zu beginnen, ist eigentlich nur Dichtern erlaubt.

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    2. Und wieso sollte ich nicht mit "und" beginnen? Ich hab doch eine Dichter-Seele... :-)
      Wolfgang

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  10. Die weitaus meiste Recherche- Arbeit stammte von Regina Reinsperger. Dazu gehörte auch die Finanzierung. Sie hat zB ihren Bruder in die Archive nach Berlin geschickt und abgelegene Heimatchroniken aus der Region um Birk besorgt. Ich habe hier noch einen kleinen Berg von Kopien von ihr.

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  11. Wow. Ist vor Regina Reinsperger niemand auf die Idee gekommen, in diesen Archiven rumzustöbern?
    Wolfgang

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    1. Sein Biograf, Schroeder, schon. Aber er hatte dabei wohl die falsche Brille an. Regina Reinsperger war selbst Studentin bei Benesch geblieben- er hat sie quasi vertrieben. Sie ist dann Ärztin geworden. Die Person blieb aber ein "Stachel im Fleisch", wenn ich so sagen darf. Nach ihrer Pensionierung und Umzug nach Franken musste sie das einfach aufarbeiten. Dass wir dabei im selben Augenblick bei Recherchen aufeinander gestossen sind, war eine dieser seltenen Glücksfälle. Ich hatte Tipps von Böhm und von Anthroposophen aus Schweden bekommen, aber es gab auch Unterstützung und Hinweise aus der CG selbst.

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  12. Hier übrigens nochmals die Presseerklärung der CG zu Benesch (Themen der Zeit): http://www.themen-der-zeit.de/content/Presseerklaerung_der_Christengemeinschaf.886.0.html

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  13. Habs gelesen. Das ist doch ok, wie das geschrieben ist.

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  14. Mir scheint, daß mancher hier ähnliche Reaktionen in sich erlebt, wie ich, als mir weiland, ich war tief berührt noch von Steiners Christus- und Evangelien-Vorträgen, aus allen Radios und Gaststätten-Kassettenrecordern das Lied "Always look at the bright sight of life!" wie höhnisch entgegenscholl. Ich hätte Monty Python am liebsten dafür verprügelt. Auch für diesen "geschmacklosen" Film! Vergessen, daß ich noch vor einem halben Jahr sagte "Gott kann niemand lästern oder beleidigen....",
    Und ein halbes Jahr später dachte ich wieder genau so. War wieder "auf dem Boden". Monty Pythons Humor ist zwar prinzipiell nicht mein Geschmack, aber, wieviele Leute nehmen die Sache mit dem Kruzifix auf die vollkommen falsche Weise "ernst". Und bedrücken ihre Mitmenschen, ihren Nachwuchs mit der Weitergabe von - und Aufforderung zu- einer falschen Demut, zu einer inneren Rückgratlosigkeit, als wäre Jesus ein Leben lang bloß ein Gekreuzigter gewesen. Wie erfrischend doch dann solcher Klamauck!

    So! Und, ich meine, wenn einem die Anthroposophie als "irgendwie an sich", wie soll ich das sagen?, sehr wertvoll war und ist, und man / frau darin noch so eine Art Oase wähnte, teils "Staat im Staat" (Anthroposophistan), teils lose Verbindungen genialer, aber gemäßigter Verrückter, ein Zusammenhang, wo sich die starken Seelen guter Männer und Frauen herab-inkarniert haben, nachdem sie in Michaels Schule und was sonst noch wo zuvor in der Geistigen Welt waren..

    ..und jetzt schrien Gegner dieser Anthroposophie, nachdem man zuvor noch als Biogärtner, Naturkostladen-Unterstützer und Atomstromgegner überall "Geh doch rüber, Kommunist, Müslimän! In die Zone!" zu hören bekam: "Ihr Anthros seid alles Rassisten, alles Nazies! Mit euren Wünschelruten, eurer Homöopathie, euren Kuhhörnern, das hat schon Rudolf Hess gemacht!" usw.

    Dann verliert man leicht mal den Blick für Prioritäten. Überhaupt, wie war das denn?-, mit der Individualität, dem aus Freiwilligkeit sozialen... Anarchisten, Peter Schilinski nannte den Geistes-Schüler so. Einer, Eine der/die keine Bäume zum sich drunterstellen braucht, um sich weltanschaulich geborgen zu fühlen.

    Es ist ein Stück für sentimentale Stunden und Sonntagsreden: In uns allen ist der SS-Scherge. Und in uns allen ist der Verfolgte, Gefangene, Gefolterte, Gequälte. Sentimental, wenn wir "uns" auf das gefühlige "wir alle" konzentrieren, und schwelgen in Betroffenheit.

    Aber es gibt auch die Stille. Nicht nur die kühle Distanz. Sondern die stille Meditation, wo ich mir klar werde, daß in mir, weil ich Mensch bin, die Versuchung schlummert, "Nazi" und ähnliches zu werden. Aus Fehlgeleitetheit, aber auch aus Rachegefühlen, Haß, Vergeltungs-Sucht. Und daß es mich auch treffen kann, weil ich Mensch bin, verfolgt, gefangen, gefoltert zu werden.Trauer und Besinnung dürfen da schon sein.

    Und in diesen Zusammenhang sind all die Recherchen zu den Namen ("Haverbeck, Lauenstein, Bock, Ohlendorff, Rittelmeyer") keineswegs respektlos. Ganz im Gegenteil. Sie sind wichtig und sind historische Dokumente, mindestens. Sie sollten uns nah gehen, denn sie wollen nicht etwa unser inneres Allerheiligstes beschämen, was mancher eh in einem Bunker durch die Welt tragen zu müssen glaubt..

    Von Regina Reinsperger kam damals, als ich noch neu war hier (2009?) auch der Buchtip "Jaques Lusseyran, Das wiedergefundene Licht!" Eines der schönsten Bücher, für mich ein Leseerlebnis, wie ich es seit Hesse, da war ich sechzehn, nicht mehr kannte. Ein Zitat daraus möchte ich hier mal bringen.
    m.butty

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    1. Mich interessieren die Hintergründe dieser Welt, und auch, freilich, der Gesellschaft da, wo der Einzelne Sich Selbst beginnt, oder sich selbst verliert!

      Hier liegt meine Angst... vor Scheitern. Wie ein Einzelner sich einfügt in einen Sozialen Verband, und darin "funktioniert" und "Karriere" macht, ist dieser Verband nur groß genug, es interessiert mich herzlich wenig! Es gibt ein anderes, viel wichtigeres "scheitern", oder "erfolgreich sein"!

      “Nach einem Jahr Buchenwald hatte ich begriffen, daß das Leben ganz und gar nicht so war, wie man es mich gelehrt hatte - weder das Leben noch die Gesellschaft. Wie sollte man es sonst erklären, daß der einzige, der in Block 56, meinem Block, monatelang Tag und Nacht freiwillig über die Tobsüchtigen wachte, sie beruhigte, sie fütterte, sich der Krebs-, Ruhr- und Typhuskranken annahm, sie wusch, sie tröstete, der Mann war, von dem alle sagten, er sei im bürgerlichen Leben ein weibischer Kerl, ein Salonpäderast, einer jener Männer, in deren Gesellschaft man sich nicht gern öffentlich sehen läßt? Er aber war jetzt der gute Engel. Ja, man kann es ruhig sagen: der Heilige, der einzige Heilige im Invalidenblock. Wie sollte man es sonst erklären, daß Dietrich, jener deutsche Kriminelle, der vor sieben Jahren wegen Mordes an seiner Mutter und seiner Frau festgenommen worden war - er hatte sie erdrosselt -, hier mutig und hochherzig war? Warum teilte er jetzt, auf die Gefahr hin, dafür schneller zu sterben, sein Brot mit anderen? Und warum erhob sich zur gleichen Zeit jener ehrenhafte Bürger aus unserem Land, jener kleine Kaufmann aus der Vendee, ein Familienvater, heimlich bei Nacht, um das Brot der anderen zu stehlen? Diese schockierenden Dinge - das war nicht das, was ich in Büchern gelesen hatte. Jetzt war ich mit ihnen konfrontiert. Ich konnte sie nicht übersehen . Sie waren voller Fragen für mich. War nun Buchenwald oder war die gewöhnliche Welt - das, was wir das »normale Leben« nennen - schief? Ein alter Bauer aus Anjou, den ich gerade getroffen hatte (wie seltsam! er war zehn Kilometer von Juvardeil entfernt geboren) versicherte, die gewöhnliche Welt sei verbogen. Er war davon überzeugt.” Jacques Lusseyran, Widerstandskämpfer der Resistance, Schriftsteller und Philosoph, 1924-1971
      aus "Das wiedergefundene Licht" S.233-234
      m.butty

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    2. Lusseyran ist großartig. Dank für den Hinweis. Ich habe für die, die ihn nicht kennen, noch die Kurzdaten zu Ohlendorf- der übrigens von Elisabeth Klein biografisch extrem "geschönt" worden ist- quasi zum Opfer gemacht, entsetzlicher Text. Ich habe ihn hier liegen. Aber 90000 Menschen ermordet man nicht mal eben so. http://de.economypoint.org/o/otto-ohlendorf.html

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    3. Mischa, natürlich stelle ich mir die Frage auch, was wäre wenn. Natürlich. Es gibt ja entsetzliche Situationen, in die man geraten kann. Und, wie mir selbst deutlich vor Augen geführt wurde, ist es bei mir schon im Kleinen mit der moralischen Stärke nicht weit her. Der Selbstzweifel ist wohl des beste Schutz, aber ob er im-Fall-des-Falles tragen würde? Ich weiss es nicht.

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    4. @Michael (u. alle)
      Eben, ..eben. Das weiß man nicht. (Da kann man erstmal nur still werden, ohne Worte. Alles reflektieren, sich be/spiegeln, - eitel.)
      herzlich, mischa butty

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  15. @wolfgang
    zu a.lichte und anderen: die kommen doch gerade deshalb wie häßliche monster auf den plan, da verdrängung, schlafmützigeit und im wahrsten sinne - schattenwirtschaft stattfindet..

    weiter - steiner sprach von äußerst bittren lektionen über den umweg des bösen, wenn mensch schläft...was waren nun die zwei weltkriege und der holocaust? deutschland und die halbe welt schlief, bis es zu spät war...

    wir heutigen könnten wacher sein, hoffentlich..

    und damit man die lektion nicht vergißt, das ist hier michaels und anderer leute verdienst! nämlich - schärfung der sinne, wachhalten, beunruhigen, sowie gedenken der greueltaten und der opfer!

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    1. @anonym 3,5

      "wir heutigen könnten wacher sein, hoffentlich.." (Das stimmt natürlich...)

      Und Du meinst also man wird wacher, wenn man in die Vegangenheit blickt und auf die unschönen Stellen der Biografie anderer? Und wie überträgst Du das in Deine persönliche Gegenwart? Das muss doch dort praktizierbar sein, gegenwärtig übertrag- und anwendbar für entsprechende Situationen!? Oder gehört es dort nicht hin? Wie erkennst Du das Betrachtete, Gelernte in der Gegenwart wieder, ohne Vorurteile oder unnötige Vorsicht aufgrund geschichtlicher Gedanken und entsprechend unnötiger Vor-Stellungen? Kann die Lösung solcher Probleme nur dadurch zustande kommen, daß man immer wieder die Geschichte benötigt, um immer wieder hinterher was aufarbeiten zu müssen?
      -------------------

      "und damit man die lektion nicht vergißt, das ist hier michaels und anderer leute verdienst! nämlich - schärfung der sinne, wachhalten, beunruhigen, sowie gedenken der greueltaten und der opfer!"

      Jetzt verstehe ich Dich, Du rechnest mit der Verschlafenheit Deiner Mitmenschen. "gedenken der greueltaten und der opfer" -- mach das doch mal, mal wirklich, gedenken, gedenken, gedenken, hilft Dir das wirklich?

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    2. Ein sehr begabter Aufrüttler für Gegenwartsgeschichte ist auch:
      http://www.youtube.com/watch?v=qBaq9rSXjKg&feature=related

      Ja, es macht betroffen, es fordert auf zu einem Wachsen der Erkenntnis:
      " Ich bin Du"
      oder anders
      " Was ihr dem Geringsten ...... tut ihr mir an".

      Das ist dann der Schritt über die Intellektualität "hinaus". Die Intellektualität, das Wissen, die Wachheit muss vorher erst vorhanden sein, damit sie /es transformiert werden kann.

      Es muss ja nicht gleich Erleuchtung, Glückseligkeit ..... sein.
      - "Frieden wäre schon sehr viel" ( Raman Maharshi auf "Erleuchtung" angesprochen)



      Matthias

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    3. Ja, Matthias, ist ein Aufrüttler. Und eigentlich hinreichend bekannt und wird immer schlimmer, obgleich man davon weiss. Und die in den Regierungssitzen sind doch auch intellektuell begabt? Oder etwa nicht? Also die Fütterung mit Informationen wird es nicht richten können, wenngleich sie auch, aber lediglich auch, vonnöten sind. Und auch nicht, wenn man im "Aufklären" steckenbleibt.

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    4. @ manroe

      Jean Ziegler beschreibt in seinen Büchern Begegnungen mit Menschen, die gar nicht aufklären wollen und die z.B. seine Arbeit behindern. So ist ja auch die Ausladung Zieglers in Salzburg einzuorden. Da macht das Wort " Widersachermächte" doch einen alltäglichen und praktischen Sinn ohne gleich verschwörungstheortisch werden zu wolllen .
      Ich habe "neulich" einmal ein Buch von B. Lievegoodt gelesen, an dem er bis kurz vor seinem seinem Tod gearbeitet hat. Er hatte die Vision, dass in den nächsten 30- 50 Jahren eine große Bewegung durch die Menschheit gehen wird, mit Menschen, die gegen die Gleichgültigkeit arbeiten werden.- Fand ich sehr interessant!
      (Über die Rettung der Seele: Das Zusammenwirken dreier großer Menschheitsführer von B. Lievegood)
      Rudolf Steiner hat darauf hingewiesen, dass es zukünftig dem einzelnen Menschen nicht mehr gut gehen wird, solange es auch dem noch so entfernten "Nachbarn" schlecht geht. - Was für ein wunderbares " Vermächtnis"!


      Matthias

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    5. @anonym 3,5: eigentlich sehe ich das wie Du. Und ich finde auch Michaels Arbeit zu diesem Thema wichtig und gut.
      Ich bin nur "empfindlich" bei R.Steiner, weil ich da schon selber alles "Kritische" gelesen habe - und mir selbst meistens ein richtigeres und besseres Urteil über Anthroposophie und über Rudolf Steiner zutraue als viele Kritiker und "kritische Anthroposophen".

      Und ich sehe es genauso wie Du: die älteren Anthroposophen haben jahrzehntelang versäumt, sich mit diesen Themen zu befassen.

      Ansonsten hat die Menschheit nicht nur in bzw. vor den Weltkriegen geschlafen. Es sind ja z.B. noch keine 20 Jahre her, daß die Welt tatenlos zugeschaut hat beim großen Schlachten in Ruanda.

      http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkermord_in_Ruanda

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    6. @anonym 3,5: der Beitrag (mit Ruanda) war von mir, Wolfgang

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  16. @manroe

    ja, der mensch ist immer erst hinterher schlauer...er lernt schwer, sehr schwer, wohl ohne ausnahme, möchte ich mutmaßen..gedenke das in jedem augenblick, dann wirds vielleicht was mit anthro und weisheit ;-)

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  17. @anonym 3,5

    "ja, der mensch ist immer erst hinterher schlauer."

    Meinst Du nicht auch, dass diese Binsenweisheit allmählich auch zum Ruhekissen sich ausgestaltet hat? Da kann man doch alles mit wegerklären. Wenn man (angeblich) immer nur hiterher schlauer ist, sollte einen nicht inzwischen mal die permanente Rückschau eingeholt haben können um schon allein aufgrund ihrer schieren Informations-Masse das (")Auge(") für die Gegenwart zu öffnen? Oder zumindest danach zu fragen, wie man in der Gegenwart sieht und handelt? Das wollte ich oben andeuten. Diese Überbetonung auf die sogenannte Aufklärung, was will man denn noch alles wissen?

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  18. @monroe

    ich habe die antwort oben bewußt simpel gehalten..aufklären ist doch ein wort wo klarheit drinnensteckt..wenn sich der himmel aufklart, kommt die sonne durch oder die sterne, die luft wird rein..warum so kompliziert..es ist halt wichtig 'den stern am himmel' zu erblicken..und deswegen ist michael auch kein judas, im sinne von anthroposophie-verräter o.ä. - sondern er stellt den menschen und somit auch den stern wieder in sicht-weite..

    gedenken, erinnern usw. ist doch untrennbar mit der gegenwart verbunden..denn das eigene und universelle gedächtnis beinhaltet den erfahrungsschatz und somit auch das gedenken, auf ganz natürliche weise..das ist doch auch mit herz und verstand nachzuempfinden..dazu braucht man auch nicht ständig einen kranz niederzulegen oder herumschwafeln darüber..es wird uns halt hier im blog schmerzlichst in erinnerung gebracht..oder auch draußen in der gesellschaft, wo die rechte szene immer noch tobt und mordet..und der verfassungsschutz schaut zu..ein schleichendes gift halt..und das volk?..naja,es gibt da so umfragen über ausländerhass, antijüdische und pro hitler einstellungen..

    übrigens, zu judas gäbe es sicher noch einiges zu sagen...spirituell gesehen, war er sicher kein verräter..übergab er nicht JCHR, damit dieser eine besondere mission zu einem bestimmten zeitpunkt erfüllen konnte?..seitdem strahlt ja dieser stern in und über der erde..

    wahrscheinlich hat die frühe erzkatholische kirche oder schreibelinge, aus machtgründen genau das aus judas gemacht..einen simplen mörder und verräter..warum auch immer..

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    1. lt. R.ST. hat sich ja Judas wiederverkörpert als Augustinus...

      http://www.urachhaus.de/buecher/9783825172985/judas-verraeter-und-maertyrer
      "Judas hat mit seinem Verrat die Voraussetzungen für die Kreuzigung Jesu und die Erlösung der Menschheit geschaffen. Darin liegt ein nicht auszudenkender Widerspruch: War Judas ein Verräter oder ein Märtyrer? War er ein willenloses Instrument des göttlichen Heilsplans oder hat er die unermesslich große Schuld bewusst auf sich genommen, um den Menschen zu dienen?"

      Es gibt auch eine wunderbare Geschichte über Judas...

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  19. Die Geschichte vom Judas Ischariot

    aus: Adelheid Petersen: Christus-Märchen. Rose Verlag, 1963.


    In Jerusalem lebte um die Zeit, als der Sohn Gottes zur Erde herabsteigen sollte, ein Fürst namens Ruben mit seiner sehr schönen, guten und frommen Frau.
    Sie hatten einen präch­tigen Palast, herrliche Gärten und viel Geld und Gut. Die Menschen liebten sie, denn sie waren freundlich gegen ihre Diener, wohltätig gegen die Armen und immer hilfsbereit, wo es nötig war. Aber doch waren sie nicht ganz glücklich. Denn sie hatten kein Kind und wünschten es sich von ganzem Herzen.
    Endlich nach langen Jahren stieg eine Seele vom Himmel herab in das Herz der schönen Frau, daß sie von ihr als Kindchen zur Welt gebracht werde.
    Da war große Freude im Palast und alles wurde aufs Schönste vorbereitet.
    In der gleichen Nacht, als zu Bethlehem im Stall das Christkind geboren wurde, bekam auch die Fürstin in Jerusalem ein Büblein, schön und kräftig mit großen dunklen Augen.
    Aber in drei Nächten darauf erschien dem Vater ein ernster Engel und sprach zu ihm:
    „Der Sohn, welcher dir geboren worden ist, wird seinen Vater töten und entsetzlichen Jammer über seine Mutter bringen.“

    Es läßt sich denken, wie der Vater erschrak!
    Zuerst wollte er die Gedanken daran wegschieben und vergessen. Aber als der Engel das zweite und dritte Mal wiederkam, fand er gar keine Ruhe mehr und erzählte schließlich alles der Mutter.
    Der wollte fast das Herz brechen vor Kummer beim Gedanken, zu was für einem furchtbaren Schicksal ihr kleiner Sohn aufwachsen sollte.
    Da sich die armen Eltern in ihrem Schrecken und Gram gar nicht zu helfen wußten, ging der Vater schließlich zu einem uralten, weisen, frommen Mann, welcher einsam weit draußen vor der Stadt in der Wüste wohnte, und vertraute ihm alles an: wie sehr sie sich auf ihr Kindchen gefreut hätten und was ihm nun durch den ernsten Engel vorausgesagt worden wäre. –
    Der Weise antwortete: „Über deinem Sohn schwebt ein großes schweres Schicksal, und es wird an ihm liegen, wie er es wendet. Trage das Kind hinaus ans Meer und warte ab, was mit ihm geschieht. Das ist das Richtige.“
    Der Vater gehorchte dem weisen Mann und ließ durch eine vertraute Dienerin - denn er selber hätte es nicht vermocht - das Kind in einem Körblein hinaus ans Meer tragen und dort niedersetzen.
    Dann sollte sie von Weitem abwarten, was geschehen würde.
    Im Palast aber wurde verkündet, daß der Kleine plötzlich gestorben sei, und ein leeres Särglein wurde begraben.
    Die Mutter zog Trauerkleider an, die sie nie mehr ablegte, und weder sie noch der Vater konnten jemals wieder froh sein. –

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  20. Der kleine Knabe in seinem Körbchen hatte zuerst geschlafen.
    Als die Sonne höher stieg, wachte er auf, und als er nach einem Weilchen Hunger bekam, fing er an zu weinen.
    Nun war gerade die Königin von Kariot - das ist eine Insel im Meer - in Jerusalem auf Besuch gewesen und wollte jetzt auf ihrem schönen Schiff wieder heimfahren zu ihrem Mann, dem König von Kariot.
    Als sie das klägliche Kinderstimmchen hörte, schick­te sie eine Dienerin, um nachzusehen, was für ein Kind da denn so weine und schreie, ohne daß sich jemand darum kümmere...
    Die Dienerin fand schnell das Körbchen und brachte es der Königin.
    Die war sehr verwundert über das Büblein und nahm es auf ihre Arme, wo es sich beruhigte und sie anlachte.
    Sie gewann es gleich lieb und nahm es mit nach Kariot. Dort gefiel dem König das schöne Kind in seinem kostbaren Kleidchen auch, und er dachte, es müsse von vornehmer Herkunft sein. Da sie keine Kinder und keinen Erben für ihr Königreich hat­ten, beschlossen sie, das Kind als ihr eigenes anzunehmen und zu erziehen.
    Sie gaben ihm den Namen Judas, und er galt als Königssohn.

    Der kleine Judas wuchs zu einem schönen und klugen Kna­ben heran.

    Aber je älter er wurde, desto stolzer und hochmüti­ger wurde er auch. Er ließ seine Spiel- und Lerngefährten füh­len, daß er mehr sei als sie, weil er der Königssohn war. Er ver­spottete sie, weil er der klügste und stärkste unter ihnen war. Er war heftig und jähzornig und schimpfte und schlug, wenn er sich über etwas ärgerte. Gegen die Diener war er herrisch und dankte ihnen niemals für ihre Arbeit.
    Daher kam es, daß niemand ihn gern hatte außer dem König und der Königin, welche ihn so liebten, als sei er ihr eigenes Kind. Sie hatten auch streng verboten, zu Judas davon zu sprechen, daß er ein Findling sei.
    Als Judas schon ganz herangewachsen war, geschah das Un­erwartete, an das niemand mehr gedacht hatte: der König und die Königin bekamen ein eigenes Söhnlein.
    Darüber war großer Jubel am Königshofe und im ganzen Land, und der Feste war kein Ende.

    Mit der Zeit aber merkte Judas, daß die Leute die Köpfe zusammensteckten und flüsterten, wenn sie ihn sahen. Seine Gefährten gaben ihm Widerreden und kümmerten sich nicht mehr weiter um ihn, und die Diener wurden ihm auf­sässig. Als er deshalb einmal einen von ihnen bedrohte, warf ihm der zur Antwort hin: er solle nur nicht mehr so groß tun, denn mit seinem Königwerden sei es ja nun vorbei, wo der König und die Königin einen eigenen Sohn hätten! Und alle seien froh darüber, daß sie ihn, den Unguten, Hochmütigen, der doch nur ein Findelkind sei, einmal nicht zum König bekämen!

    Judas stürzte außer sich zum König und zur Königin, welche gerade beisammen auf einer Terrasse über dem Meer saßen und mit ihrem Büblein spielten.
    Als Judas seine Klage über den Diener vorbrachte, nahm ihn der König bei der Hand und er­zählte ihm, wie die Königin ihn am Meer gefunden und mitge­nommen habe. Dann setzte er ihm auseinander, daß er jetzt, wo sie einen eigenen Sohn von Gott geschenkt bekommen hät­ten, nicht König werden könnte. Aber er bleibe nach wie vor ihr geliebter Sohn und solle immer der Erste nach dem König sein!
    Auch die Königin sprach liebevoll zu Judas und sagte, daß sie ihr eigenes Söhnlein nicht lieber haben könne, als sie ihn liebe. Sie bat ihn, er möge doch seinen Stolz und Jähzorn ein wenig dämpfen. Sie hielt ihm das Büblein entgegen, das lächelnd nach ihm griff, und bat ihn, er möge es als seinen kleinen Bruder lieben.
    Judas aber hörte aus allen guten Wor­ten nur das eine heraus, daß er nicht König werde und alle seine stolzen Zukunftsträume zerronnen seien.
    Da überkam ihn eine solche Wut, ein solcher Haß gegen das kleine Königskind, daß er es - ehe er selber wußte, was er tat - vom Arm der Königin riß und ihm das Hälschen zudrückte, daß es auf der Stelle tot war. –

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  21. Bei dem Aufschrei der Königin kam er aus der Rase­rei zu sich. Als er sah, was er getan hatte, stand er einen Au­genblick vor Entsetzen erstarrt. Dann aber sprang er über die Brüstung der Terrasse blind in die Tiefe.
    Trotz der Höhe des Sprunges blieb er unverletzt und rannte an die Küste, sprang in den ersten Kahn, den er fand, zerhieb das haltende Seil mit seinem Schwert und ruderte voller Verzweiflung aufs Meer hinaus.
    Die Diener wollten ihm nacheilen, um ihn zu fangen, aber der König verbot es ihnen.
    „Er war mir wie mein eigenes Kind“, sagte er. „Er trägt die Folgen seiner Tat in sich. Wenn ihr ihn auch töten würdet, so wird dadurch mein Söhnlein ja nicht wieder lebendig. Über­laßt ihn seinem Schicksal.“

    Judas in seinem Kahn ruderte Stunde um Stunde ohne Überlegung darauflos, bis er vor Hitze, Hun­ger und Durst und Müdigkeit nicht mehr konnte. Da zog er die Ruder ein und warf sich auf den Boden des Kahns, am liebsten - so dachte er - um zu sterben.
    Er war ganz zerbrochen über seine Tat. Aber nicht eigentlich, weil er das Kind getötet und damit die größte Trauer über den König und die Königin ge­bracht hatte, welche ihm so liebevolle Eltern gewesen waren. Sondern deshalb, weil er sich selbst sein ganzes Leben verdor­ben hatte.
    Jetzt dachte er, daß es doch besser gewesen wäre, in Kariot der Erste nach dem König zu sein, als nun heimatlos und flüchtig in der Welt herumirren zu müssen!

    Schließlich. überwältigte ihn die Erschöpfung, so daß er die Besinnung ver­lor und wie tot im Kahne lag.
    Der aber wurde von den Wellen des Meeres immer weiter getragen und einem prächtigen großen Schiff entgegengetrieben, das mit seidenen Purpursegeln, von zahlreichen Ruderern getrieben, stolz daherschoß.
    Die Männer auf dem Schiff bemerkten den Kahn mit dem schönen Jüng­ling in vornehmer Kleidung, der wie tot erschien. Sie holten ihn auf ihr Schiff herauf und bemühten sich, ihn wieder ins Leben zurückzubringen.

    Die Männer auf diesem Schiff waren Römer. Die Römer waren damals das mächtigste Volk der Erde, und ihr Kaiser in Rom - Cäsar hieß er in der Sprache der Römer - hatte sich fast alle Länder und Völker unterworfen und hatte überall seine Vertreter, seine Statthalter, wie man sie nannte, welche in sei­nem Namen regierten.
    So war auch das Land Palästina ihm untertan, und auf diesem Schiff war sein Statthalter namens Pontius Pilatus auf dem Wege nach Jerusalem, um dort für den Cäsar Hof zu halten.
    Er saß auf dem Verdeck unter einem seidenen Zeltdach, welches ihn gegen die heißen Sonnenstrahlen schützte, und befahl, daß man den Unbekannten zu ihm füh­ren solle, sobald er dazu fähig sei.
    Allmählich kam Judas zu sich und begriff zuerst gar nicht, was mit ihm geschehen sei. Sie labten ihn mit Speise und Trank und führten ihn dann zum Statthalter.

    Pilatus fragte nun Judas um Namen und Her­kunft und wie es gekommen sei, daß sie ihn verlassen und be­wußtlos gefunden hätten.
    Judas war zuerst ratlos und verwirrt und unsicher, was er antworten solle. Aber da er nicht ein noch aus wußte, erzählte er schließlich dem Statthalter seine Ge­schichte, wie es gewesen war und sich zugetragen hatte.
    Pilatus hörte ihm ernsthaft zu und fragte dann: „Bist du nicht ver­folgt worden? Jedes größere Schiff hätte dich mit Leichtigkeit eingeholt.“
    Judas verneinte. Kein Schiff habe sich gezeigt.
    Pila­tus betrachtete ihn eine Weile schweigend und sagte schließlich: „So haben sie dich dem Walten deines Schicksals überantwor­tet. Es scheint ein Geheimnis über dir zu sein. Zweifellos bist du von edler Abkunft. Du gefällst mir. Ich nehme dich mit. Willst du mir dienen? In römischem Schutz wirst du gesichert sein, selbst wenn deine Tat bekannt werden würde. Wenn du dich bewährst, kannst du zu hohen Ehren kommen.“

    Etwas Besseres konnte Judas sich nicht wünschen. So kam er mit dem römischen Statthalter nach Jerusalem.

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  22. Sie nannten ihn Judas von Kariot, das hieß in ihrer Sprache Judas Iskariot. Da er sich zu allem vorzüglich befähigt zeigte und alles, was ihm aufgetragen wurde, gewissenhaft ausführte, stieg er bald zu wichtigen Ämtern auf und wurde schließlich des Pilatus Kämmerer und sein oberster Schatzmeister, dem alles Geld und die Verwaltung von allem Besitz anvertraut war.
    Er wohnte im Palast, ging kostbar gekleidet, hatte seine eigenen Diener und fuhr in glänzendem Wagen mit schönen Pferden durch die Stadt, wo er als Günstling des Statthalters untertänig gegrüßt wurde.
    Das alles behagte ihm sehr. Er liebte Macht und Glanz und war in seinem Herzen stolz und heftig wie früher, wend er auch gelernt hatte, sich äußerlich höflich und beherrscht zu betragen.

    Der Palast des Pilatus war von herrlichen Gärten umgeben, und unmittelbar daran grenzten die Gärten des alten Fürsten Ruben. Da dieser seine Gärten sehr liebte und sich viel darin aufhielt, und auch Pilatus und Judas sich oft in den seinigen ergingen, lernten sie sich kennen.
    Ruben wurde auch von Pilatus bei Festlichkeiten eingeladen, so daß der alte Fürst und Judas öfters miteinander sprachen, ohne zu ahnen, daß sie Vater und Sohn waren. Aber ohne zu wissen warum, hatten sie beide eine Scheu voreinander. Namentlich dem alten Fürsten Ruben war dieser Groß-Schatzmeister des Pilatus unheimlich, so daß er ihn möglichst mied.

    Mit der Zeit wünschte Pilatus, seine Gärten noch zu erwei­tern. Vor allem hätte er gern einen Obstgarten gehabt, welcher Ruben gehörte, und in welchem die kostbarsten und seltensten Fruchtbäume wuchsen.
    Er beauftragte Judas, mit ihm zu ver­handeln, damit er ihn dem Statthalter verkaufe.
    Judas suchte Ruben auf und wurde zu ihm in jenen Obstgarten geführt, wo er sich am Anblick der schönen Bäume mit der Fülle ihrer Früchte erfreute.
    Judas brachte das Anliegen des Pilatus vor, aber Ruben wollte nichts davon wissen. Er sagte, daß er keinen Fuß breit von seinen Gärten hergebe, denn diese seien seine größte Freude. Judas stellte ihm vor, daß es der römische Statthalter, der Vertreter des Cäsar sei, welcher ihn darum angehe. Ruben aber blieb hartnäckig und erklärte, es sei ihm ganz gleich­gültig, wer da seinen Garten haben wolle.

    Und nun ging es, wie es so oft zum Unglück zwischen Menschen geht. Sie wurden den beide heftig und begehrten auf, denn der alte Fürst Ruben war ebenso stolz und jäh, wie es Judas war, und haßte im ge­heimen die Römer, die Eindringlinge im Lande.
    Ein Wort gab immer schärfer und böser das andere, bis plötzlich bei irgend­einer Äußerung des Fürsten Judas von seinem Jähzorn über­mannt wurde und mit seinem Schwert den Fürsten niederschlug.

    In diesem Augenblick eilte von der einen Seite Pilatus herbei, der den Streit von weitem gehört hatte und schlichten wollte. Von der anderen Seite kam die Fürstin, von einigen Frauen begleitet.
    Als sie ihren Mann niederstürzen sah und Judas mit dem Schwert in der Hand erblickte, ging ihr vor Entsetzen der Atem aus. Sie wurde von den andern gestützt und rang müh­sam nach Luft. Dabei starrte sie unentwegt Judas an, denn er war das genaue Ebenbild seines Vaters, als dieser noch so jung gewesen wie Judas es jetzt war.

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  23. Aus dem Palast und den Gär­ten waren alle Leute zusammengelaufen. Darunter waren manche alte Diener, welche den Fürsten und seine Frau in jun­gen Jahren gekannt hatten und im Hause gewesen waren, als seinerzeit der kleine Sohn geboren worden war. Sie alle sahen die Ähnlichkeit von Judas mit dem alten Fürsten aus der Zeit seiner Jugend. Es war auch die Dienerin da, welche damals das Kind in seinem Körbchen ans Meer getragen und beobach­tet hatte, wie eine vornehme schöne Frau es mitnahm.
    Nun gab es eine große Aufregung und viel Rufen, Fragen und Reden. Die Fürstin erzählte die Weissagung der ernsten Engelerschei­nung, und als Judas schließlich berichtete, wie er als Findling beim Königspaar von Kariot aufgewachsen war, konnte kein Zweifel mehr bestehen, daß er dieser damals geborene Sohn sei und daß er nun im Jähzorn seinen Vater erschlagen habe.
    Da wurde es lautlos still unter all den Menschen. Sie wichen von ihm zurück und sagten leise: „Gott hat ihn gezeichnet. Er ist zu Schlimmem bestimmt.“
    Und auch Pilatus wurde von ei­nem Grauen angerührt. Die Fürstin, des Judas Mutter, aber seufzte noch einmal auf und fiel tot in die Arme ihrer Diene­rinnen.

    Judas stand da, zerschlagen und vernichtet von seiner Tat.

    Jetzt war es nicht wie damals, als er das kleine Königskind auf Kariot getötet hatte: daß er nur dachte, wie er sich dadurch ge­schadet hätte. Jetzt erfüllte ihn Jammer und Verzweiflung um des Furchtbaren willen, das er getan hatte, und das nicht hätte zu geschehen brauchen, wenn er sich in seinem Jähzorn gezügelt hätte!
    Er schaute den Vater an, den er gemordet hatte und ne­ben den man nun die Mutter niederlegte, die aus Schrecken und Trauer gestorben war. Er schaute sich nach den Umherstehen­den um, aber alle wendeten sich ab vor seinem Blick. Da fiel ihm das Schwert aus der Hand, und es war ihm, als würde er fortgeschoben aus aller Gemeinschaft der Menschen.
    Und er ging - willenlos und ohne zu wissen wohin - durch die Stadt und hinaus immer weiter und weiter, bis tief hinein in die Wüste, wo kein Mensch und kein Tier mehr war, kein Quell und kein Gras, nur Sand und Stein.
    Da fiel er hin und wollte so liegen bleiben, bis er sterbe.

    In der Nacht aber erschien ihm der ernste Engel, welcher seinem Vater erschienen war, und sprach zu ihm:
    „Steh auf, Judas, denn dein Leben ist noch nicht erfüllt! Zwei Prüfungen deines Schicksals hast du nicht bestanden. Die dritte, größte, wartet noch auf dich. Geh hin und suche Jesus Christ, den Sohn Gottvaters, der als Mensch auf die Erde kam, um die Menschen und die Erde aus der Gewalt des Bösen zu erretten. Er wird dich aufnehmen, wo kein anderer Mensch dich mehr aufnehmen würde nach deinen furchtbaren Taten.“
    Dann ver­schwand der Engel.

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  24. Am Morgen machte sich Judas auf.
    In einem kleinen Flecken tauschte er seine schönen Kleider gegen einen Kittel um, wie ihn die Bauern trugen und wanderte weiter, um Jesus Christ zu suchen.
    Wenn ihn hungerte, bettelte er an den Türen um ein Stückchen Brot, und überall fragte er nach Jesus Christ.
    Und überall hörte er von seinen Taten, seinen Heilungen, seinen starken, liebeswarmen Worten. Die Menschen leuchteten, wenn sie von ihm sprachen.
    Judas begegnete auch solchen, die sich in Not und Unglück nicht mehr zu helfen gewußt und solchen, die eine böse Tat begangen hatten und nun von ihr in Reue und Ge­wissensnot gequält wurden.
    Allen hatte er geholfen, hatte er die Herzen gestärkt und sie getröstet, daß sie sich wie neu erschaffen vorkamen.

    Judas wurde von großer Sehnsucht nach Jesus Christ erfüllt, als er dies alles hörte. Aber er mußte lange wandern, ohne ihn zu finden. Denn Jesus Christ zog mit seinen Jüngern überall im Lande herum.
    Wo Judas ihm nachfragte, wies man ihm den Weg, den Jesus Christ gegangen war, aber niemals konnte er ihn einholen. Wohin er kam, war Jesus Christ gerade wieder weitergezogen.
    Fast wäre Judas mutlos geworden. Er dachte, daß es ihm, der so Furchtbares getan hatte, vielleicht nicht gegönnt sei, Jesus Christ zu begegnen. Aber er wanderte dann doch immer wieder neu seinen Spuren nach.

    Und eines Tages, als er müde und hungrig halb im Traum eine heiße staubige Straße hinschlich, wurde ihm wunderlich zumute.
    Es schien ihm, als sei er nicht mehr allein, sondern als gingen Viele mit ihm.
    Er fühlte auch seine Müdigkeit und seinen Hunger nicht mehr. Die drückende Hitze wich einer wunderbaren erfrischenden Milde. Es duftete nach Blumen und es war ihm zuletzt, als werde er ganz leicht über den Boden hinweggetragen.
    Als er schließlich seinen herabgesunkenen Kopf hob und sich umschaute, sah er unzählige leuchtende Wesen, die mit ihm in gleicher Richtung über die Erde und durch die Luft hinzogen. Das waren die Engel und Geister, welche sich über­all um Jesus Christ scharten.

    Da bog auch der Weg schon um eine Ecke und vor ihm in der Tiefe lag blauleuchtend der See Genezareth mit seinen schimmernden Ufern.
    Dicht vor ihm aber auf einer weiten grünen Matte saßen und lagen viele, viele Menschen, wohl ein paar tausend, und zwischen ihnen gingen einzelne Männer herum und teilten Brot und Stücke von ge­bratenem Fisch aus.
    In der Mitte aber, über einem kleinen Hügel, welcher ganz von Blumen überwuchert und überrankt war, schaute Judas einen goldenen Glanz, vom Regenbogen ge­säumt. Darin saß Jesus mit einem ganz kleinen Körblein vor sich, aus dem er wieder und wieder Brot und Fisch hervorlangte und weitergab an die austeilenden Jünger.
    Und ringsherum waren Himmel und Erde erfüllt von unzähligen Engeln und Geistern, welche alle Jesus Christ zuschauten.

    Judas stand wie verzaubert und sah unverwandt zu Jesus Christ hinüber, so daß er gar nicht merkte, daß auch ihm einer der Männer Brot und Fisch anbot.

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  25. In diesem Augenblick gab Jesus Christ das Körblein einem Knaben zurück, der neben ihm stand.
    Das goldene Licht, die Engel und Geister verschwanden vor dem Auge des Judas, auch die vielen Menschen sah er nicht mehr.
    Er lag plötzlich vor Jesus Christ auf den Knien und weinte und weinte, als ob er sich seine ganze Seele ausweinen wollte.
    Er konnte nicht sprechen, aber er fühlte, daß Jesus Christ alles von ihm wußte.
    Es war ihm auch, als spreche Jesus Christ ganz leise zu ihm, und die Worte zogen wie ein süßes seliges Glück in sein Herz und stillten da eine furchtbare Angst, die plötzlich wie eine Finsternis in ihm aufstieg, aber er konnte sich nachher nicht mehr darauf besinnen, was Jesus Christ gesagt hatte.
    So durfte er nun dableiben und Jesus Christ zählte ihn als zwölften seinen Aposteln zu und hieß ihn, das Geld zu verwalten, wel­ches ihnen von dankbaren Menschen zu ihrem Unterhalt ge­schenkt wurde.

    Judas liebte Jesus Christ mit glühender, fast übermäßiger Liebe.
    Er war glücklich, wenn er ihm nahe sein durfte, und wenn er ihm einen Dienst tun konnte, war ihm kein Weg zu weit, keine Mühe zu groß. Er horchte auf jedes seiner Worte und bewahrte es in sich. Wohin er kam, redete er begeistert zu den Menschen von Jesus Christ, dem Erlöser und Heiland, und es machte ihn unglücklich, wenn sie über Jesus Christ lachten und spotteten oder gar ihn schmähten und beschimpften.

    Jesus Christ hatte viele Feinde unter den Mächtigen, Herr­schenden im Lande, den obersten Priestern, den Gelehrten, den Reichen. Denn er tadelte sie offen vor allem Volk wegen ihrer Härte und Herrschsucht, wegen ihres Hartmutes, ihrer Geld­gier.
    Sie waren nur auf ihren eigenen Vorteil und auf ihre Macht und Gewalt bedacht, und es stachelte sie, daß überall das Volk Jesus Christ zuströmte, daß er gerade denen half, welche sie verachteten und nach ihrem Willen beherrschen wollten: den Armen, den Sündern, den Bresthaften und Leidbeladenen, zu denen er sagte: „Kommt her zu mir ihr alle mit eurem Leid und eurer Mühsal, ich will euch stärken.“
    Sie klagten ihn an wegen seiner Heilungen und sagten, der Teufel helfe ihm dabei. Vor allem aber tobten sie, weil er von sich sagte, daß er der Sohn Gottvaters sei, dessen Kommen von alters her verheißen war.
    Das wollten sie nun gar nicht wahrhaben, denn sonst hätten sie ihn ja verehren und seine Worte annehmen müssen. Das aber paßte ihnen nicht. So sagten sie, der verheißene Erlöser, der Sohn Gottvaters, werde mit Glanz und Herrlichkeit kommen, nicht als ärmlicher Landstreicher. Sie nannten Jesus Christ des­halb einen Gotteslästerer und beschlossen, ihn umzubringen.

    Aber es war ein Geheimnis um Jesus Christ.
    Wenn er so in der Mitte seiner Jünger und vor allem seiner zwölf Apostel, welche ihm die nächsten und liebsten waren, dahinzog oder in den verschiedenen Ortschaften und Städten inmitten des Volkes sprach und heilte, dann konnten seine Feinde nicht an ihn her­an, wenn sie ihn greifen wollten.
    Sie fanden ihn nicht. Die Liebe und Treue der Apostel umgab ihn wie ein unsichtbarer Schutzwall, durch den der Haß und die Feindschaft nicht durch­dringen konnten.
    Unter den Gegnern und Verfolgern von Jesus Christ waren aber sehr kluge Männer von bösem Herzen und voll List und Tücke. Die erspürten dies Geheimnis und sagten sich, daß sie Jesus Christ nur in ihre Gewalt bringen würden, wenn sie einen der Apostel für sich gewinnen könnten, so daß er in sei­nem Herzen Jesus Christ die Treue bräche. Dann würde der Schutzwall der Liebe um ihn her eine Lücke bekommen, durch die ihre böse Gewalt einbrechen konnte.

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  26. So kam es ihnen nun darauf an; einen der Apostel in ihre Ränke einzuspinnen. Sie kannten aber von ihnen nur den Judas, welcher häufig zu ih­nen kam.
    Mit Judas war es nämlich allmählich so gegangen: trotz seiner heißen Liebe für Jesus Christ, trotz seinem lodern­den Eifer für ihn, konnte er äußeren Glanz, äußere Macht nicht vergessen.
    Es wurmte ihn, daß Jesus Christ gerade von den Vor­nehmen, den Großen und Mächtigen im Lande nicht anerkannt wurde, und er dachte im stillen, warum Jesus Christ sich nicht vor aller Welt in seiner himmlischen Macht und Glorie offen­bare, von der Judas an jenem ersten Abend ein wenig hatte schauen dürfen.
    Es ging ihm oft durch den Sinn, was die ober­sten Priester von dem königlichen Glanz des erwarteten Hei­lands sagten. Warum trat Jesus Christ nicht auf als der, wel­cher er war: der König über alles? Dann würde niemand mehr an ihm zweifeln können. Und würde ihm das nicht besser anstehen, als so mit den Armen und Elenden herumzuziehen, selber arm und dürftig?

    Im Grun­de wartete Judas immer darauf, daß Jesus Christ sich eines Tages so, umgeben von allen Engelscharen, zeigen, und als Kö­nig auf der Erde herrschen werde. Er malte sich das manchmal aus, wie wunderbar dann das Leben sein werde. Ja, er begann heimlich Geld zu sammeln, um dann - wenn es soweit war - schöne Kleider, Pferde und sonst alles nötige kaufen zu können.
    Weil er in solche Träume verstrickt war, suchte er überall, be­sonders aber in Jerusalem, die Vornehmen und die obersten Priester auf, um sie für Jesus Christ zu gewinnen.
    Ach, Judas merkte nicht, daß ihn der Hochmutteufel wieder im Garn hatte. Denn der Teufel bemüht sich nie so sehr um einen Menschen, als wenn er sich zum Guten, zu Jesus Christ wendet. Dann versucht der Teufel alles, ihn wieder für sich zu gewinnen. Er schlüpft richtig in ihn hinein und benützt alle seine Schwächen, um ihn zu täuschen. Wenn der Mensch dann nicht auf sich selber acht gibt, kann es dem Teufel wohl gelingen, ihn dorthin zu lenken, wohin er ihn haben wollte.

    Judas hatte es unzählige Male von Jesus Christ gehört, daß sein Reich das ewige Lebensreich des Himmels ist, aus dem die Menschen herstammen, in dem sie dereinst mit Jesus Christ le­ben werden, wenn sie alles auf Erden gelernt haben werden, was sie lernen müssen, und wenn sie die Erde wieder so rein und himmlisch gemacht haben werden, wie sie war, ehe der Teufel Macht über die Herzen der Menschen bekam.
    Jesus Christ ist nicht gekommen, uns ein Erdenkönigreich zu errichten, sondern um die Menschen auf der Erde an das Reich des Himmels zu erinnern, um das sie sich nicht mehr kümmern!
    In ihren Herzen sollen die Menschen Jesus Christ finden und erkennen, nicht weil er ihnen in äußerem Glanz entgegentritt. Jesus Christ sagt: es kommt nicht darauf an, ob man ein König ist oder der ärmste geringste Arbeiter; es kommt darauf an, ob man ein guter Mensch ist, ob man ein guter König, ein treuer Arbeiter ist.
    Das alles hatte Judas von Jesus Christ vernommen. Aber er hatte nicht achtgegeben auf seinen Stolz, seine Ehrsucht.
    So wirkte nun der Teufel in ihm und blies ihm all seine Träume ein: wie Jesus Christ König der Menschen sein sollte! Und er, Judas, würde dann ein Großer sein in seinem Dienst.

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  27. Und weil er so verblendet war in all diesen hochfliegenden Gedanken, merkte er es nicht, daß die Feinde von Jesus Christ, um die er sich bemühte, ihn schlau aushorchten, ihn durchschau­ten und ihn nun für ihren Zweck benützten, um Jesus Christ zu verderben.
    Sie redeten ihm vor, daß es lauter Mißverständnis sei, wenn man glaube, daß sie Jesus Christ haßten.
    Sie taten, als geschähe ihnen Unrecht damit. Sie behaupteten, Jesus Christ sehr zu ver­ehren und sagten, daß sie sich gern mit ihm bereden wollten, wie man die Römer aus dem Lande vertreiben könnte, damit Jesus Christ, den das Volk doch vor allen liebe, König werden könnte. - Dann sollte Judas oberster Feldherr werden.
    Das klang ihm süß in den Ohren. Vergessen war alles, was er von Jesus Christ über diese Gewalthaber vernommen hatte. Vergessen waren die Klagen der Armen über ihre aussaugende Härte. Er hätte ja nur ihre kalten Gesichter, ihre lauernden Augen anschauen müssen, um ihre Tücke und Falschheit zu er­kennen. Aber der Teufel hielt ihm die Augen zu.
    So ging er ihnen in die schlau gestellte Falle und brach in seinem Herzen Jesus Christus die Treue - und er merkte es nicht einmal.

    Sie schlugen ihm nun vor, daß sie ihm eine Schar Soldaten geben wollten, mit der er, von einigen Vornehmen begleitet, zu Jesus geben sollte, damit sie ihn feierlich in den Palast des obersten Priesters holen sollten. Dort sollte dann alles beredet werden, wie man Jesus Christ zum König machen könne.
    Sie schenkten Judas einen kostbaren Beutel mit 30 großen Silber­münzen, von denen jede einzelne einen unermeßlichen Wert hatte. Das sollte er schon im voraus haben für alle Dienste, wel­che er Jesus Christ und ihnen noch leisten würde.

    Und Judas glaubte ihnen!

    Den Aposteln und den anderen Jüngern gegenüber schwieg er über dies alles.
    Er war so verfan­gen in all seinen trügerischen Gedanken, daß er es gar nicht merkte, wie Jesus Christ ihn immer traurig und mitleidig ansah, wenn er in seiner Nähe war.
    Jesus Christ wußte ja, wie es um Judas stand und was ge­schehen würde. Aber Jesus Christ greift nie in das Tun und Las­sen eines Menschen ein. Er läßt den Menschen immer sich frei entscheiden. Er hat in das Herz des Menschen die Kraft ge­legt, das Wahre und Richtige zu erkennen, wenn er sich inner­lich zu Jesus Christ wendet und sich überwindet.
    Aber Judas öffnete sein Herz nicht mehr für Jesus Christ. Er fand nicht mehr heraus aus seiner Verstrickung und dachte, ihm im Sinn von irdischer Größe und Glanz richtig zu dienen.

    So ging alles seinen Weg.

    Eines Abends, als Jesus Christ mit den elf Aposteln auf dem Ölberg im Garten Gethsemane war, zog Judas an der Spitze einer prunkend aufgemachten Hä­scherschar mit Fackelträgern, von ein paar der Priester beglei­tet, dorthin, um - wie er wähnte - Jesus Christ huldigend einzuholen.
    Sie fanden Jesus Christ auch wirklich mit seinen Aposteln im Ölgarten, und als Judas ihn sah, eilte er voller Freude auf ihn zu und küßte ihn.
    Jesus Christ aber sah ihn an und sagte leise: „Judas, mit diesem Kuß hast du dein Bestes verraten.“ –

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  28. Nun stürzten sich die verkleideten Häscher auf Jesus Christ, banden ihm die Hände, verjagten die Apostel und trieben Jesus Christ mit Schlägen vor sich her und davon.
    Das war alles so schnell gegangen, daß Judas erst begriff, was da geschehen war, als die Häscher mit Jesus Christ schon den Gar­ten wieder verlassen hatten.
    Plötzlich überkam ihn innere Klar­heit und er sah seine Verblendung bin, sah, was er angerichtet hatte und wußte, daß Jesus Christ getötet werden würde.

    Wieder - wie bei der Tötung des kleinen Königskindes und seines Vaters - erkannte er die begangene Tat, als es zu spät war.
    Wie ein Rasender rannte er nun nach dem Palast des obersten Priesters, wo alle Feinde von Jesus Christ versammelt waren, um auf ihn zu warten.
    Judas wollte mit ihnen reden, aber sie lachten ihn aus, verspotteten ihn, daß er ihnen so gut gedient hatte und zeigten auf den herannahenden Häscherhaufen, wie er Jesus Christ unter Hohn und Schlägen herbeischleppte.
    Da überkam Judas eine solche Verzweiflung, daß er in die Nacht hinausstürzte.
    Draußen riß er den Gürtel von seinem Kleid her­unter und erhängte sich damit an dem Ast eines Baumes; denn er hatte ein solches Grauen vor sich selbst, daß er nicht mehr leben wollte.

    Als nach dem Sterben seine Seele aus der Bewußtlosigkeit des Todes wieder zu sich kam, stand der Teufel vor ihm, lachte; und sagte: „Jetzt gehörst du mir.“

    Da aber trat der ernste Engel herzu und sprach: „Nein! Jesus Christ schickt mich, damit du ihn nicht an dich reißest. Wohl hat er Übel getan und Jesus Christ an seine Feinde ausgeliefert, so daß sie ihn töten. Aber gerade durch seinen Tod, von dem er auferstehen wird, geschieht der Erde und den Menschen Heil. Judas hat dem Bösen gedient. Aber Jesus Christ wendet es zum Guten für alle Ewig­keit. Judas war verblendet, aber er hat Jesus Christ doch geliebt. Er wird viele Leiden zu erdulden haben um seiner Tat willen, aber er wird Jesus Christ immer lieben und suchen, und er wird ihn finden. Jesus Christ hat Gnade für alle.“

    Da mußte der Teufel von Judas ablassen. Der ernste Engel aber nahm Judas in seine Hut und führt ihn alle Wege, die er weiter gehen muß.

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    1. Danke für diese wunderbare Geschichte. Bis dahin habe ich gedacht, Judas sei selbst die Inkarnation des Satanas, wie Jesus die Inkarnation des Christus ist, oder so ähnlich. Jetzt weiss ich, dass auch er seinen Schutzengel hat.
      Es ergibt sich aber ein Problem für mich. Die Mission des Judas ist ja erfüllt und zum Guten gewendet. Selbst Judas kann offenbar auf eine Weise erlöst werden, oder ist es bereits.
      Was ist nun aber, erlaube mir die Frage, mit dem Teufel selber? Der einmal als Gottes erster Sohn aus dem Himmel vertrieben wurde vom Engel? Ich versteh schon, dass die irdische Geschichte das auflösen soll, aber gibt es keine Weise, wie auch so ein Dämon erlöst werden kann? Denn das wünsche ich mir nämlich insgeheim, für die Zeit, wenn alles wieder zum Himmelreiche zusammengefügt werden wird. Nun hat man den Mann vom Dämon getrennt, aber wie ist das jetzt weiter?

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    2. Ich habe nachgedacht, und auch gelesen, was hier über den Intellekt geschrieben wurde. Bestimmt gibt es viel zwischen den Zeilen zu sagen.
      Ich hatte nicht bedacht, dass es zwei "Böse" gibt, und dann die Namen verwechselt. Daher die Verwirrung, aber Wolfgang hat uns ja die Geschichte zum Nachlesen gegeben.
      Ich kenne noch eine andere Geschichte aus einem Heftli welches in Kimberton Hills in mehreren Familien liegt. Einzelne Gestalten des NT werden da beschrieben und auch eine Vorgeschichte erzählt von dem Prinzen, der einen güldenen Reif um die Stirn trug mit einem kostbaren Stein. Den Namen des Steins habe ich leider nicht behalten. Dieser Stein wurde bei der Vertreibung durch den Erzengel aus dem Himmel verloren.
      Zur Versöhnung kam Christus auf die Welt - freiwillig und aus Liebe. Der pharisäische Eingeweihte und Schmiedekünstler Nikodemus besass den Stein und formte ihn zu einem köstlichen Gral, der zum ersten Mal benutzt wurde um das Blut Christi am Kreuz aufzufangen. So entstand durch das Opfer Gottes für den Menschen doch noch etwas Gutes: Die Menschenweihehandlung.
      Je nun, das Böse gibt es leider noch, damit wir was zu tun haben auf der Welt. Da schaut man in die Zukunft hinein und denkt über Schicksal nach und auch Freiheit damit zu leben.
      Soweit

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  29. Die Autorin(aus wikipedia):
    Adelheid Petersen-von Sybel (* 6. Oktober 1878 in Freiburg im Breisgau; † 3. Mai 1966 in Darmstadt) war eine deutsche Schriftstellerin und Anthroposophin.

    Adelheid von Sybel war die Tochter des einflussreichen preußischen Ministerialbeamten und Wirtschaftspolitikers Alexander von Sybel (1823–1902) und verbrachte ihrer Kindheit in Freiburg, Heidelberg und Karlsruhe. In Karlsruhe lernte sie den jungen Leibdragoner Alexander von Bernus kennen, den sie 1902 heiratete. Dieser eröffnete im gleichen Jahr einen literarischen Salon in Schwabing. Hier ergaben sich enge Freundschaften mit Thomas Mann, Rainer Maria Rilke und anderen Künstlern und Intellektuellen. ... ... ...usw. usf.

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  30. @anonym 3,5 - könntest ja mal auf 3,65 erhöhen inzwischen

    Also um das mal klarzustellen, mit meinem anfänglichen: "Diesen verlogenen Judasgestalten..." habe ICH nicht Michael konkret gemeint, sondern nur eine der vielen "Handlungsgestalten" eines Menschen, denn es gibt da derer viele. Den Judas in Gestalt Michael hast Du mir angehängt, in dieser Form wie sie jetzt bei Dir immer auftaucht. Wowereit soll ja jetzt auch einen Urlaub angenommen haben, sollen wir den jetzt auch mal jagen gehen? Man sollte mal die komplette Politikerkaste durchnehmen, mal sehen, was dann noch übrigbleibt an "Saubermännern".

    AUSZUG aus Deiner Geschichte:

    "Judas hat dem Bösen gedient. Aber Jesus Christ wendet es zum Guten für alle Ewig­keit. Judas war verblendet, aber er hat Jesus Christ doch geliebt. Er wird viele Leiden zu erdulden haben um seiner Tat willen, aber er wird Jesus Christ immer lieben und suchen, und er wird ihn finden. Jesus Christ hat Gnade für alle."

    Mir geht es um eine Differenzierung die unterscheidend empfinden kann zwischen wirklicher!! Klärung und einer blossen Jagd auf Fehlverhalten und wenn das durchleuchtet, klingeln bei mir die Glocken. Scheint allerdings sehr schwierig zu sein, wie ich hier bemerke, aus welchen Gründen auch immer --- letztendlich wird vielleicht alles zum Guten gewendet sein, aber darum geht es hier doch nicht, was und wie es irgendwann mal ausgehen wird.

    Ansonsten Dank Dir für die Geschichte :-)

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    1. Die Geschichte von Judas war von mir, - parodon, hatte mal wieder keinen Namen darunter gesetzt. Wolfgang

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  31. @manroe
    ok, dann habe ich das wohl missverstanden mit dem judas...aber durchklingen tat es im ersten moment schon..es schien sich ja auf die aufklärungsarbeit bezügl. der nazis in der früheren anthroposophie zu beziehen..3,65 ? oder juckte dich nur das wort simpel? - erinnere dich mal, wie du hier geschriebenes durcheinander bekommen oder gar übersehen hattest..dann lass mal gut sein..und den judas kann oder sollte man ohnehin losmachen von seinem kirchenschrecken und diversen todsünden, nur um ihn als schreckenskeule benutzen zu können..für mich ist er eher ein eingeweihter gewesen (siehe auch das judas-evangelium), der wohlwissend seine tat ausführte, wozu andere nicht in der lage schienen, weil sie zu sehr an dem menschen Jesus hingen oder das christus-mysterium noch nicht begriffen..wie es wahrscheinlich vielen anderen auch ergangen wäre..

    danke auch an wolfgang..

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  32. ... (und) ich möchte mal bekennen, dass mir schon bewusst ist, hier heftig reagiert zu haben. Ich stehe zwar noch zu dem Kern dessen, was ich sagen wollte, auch wenn es nicht richtig rübergekommen zu sein scheint, möchte aber insbesondere Michael auch mal von meiner Seite Dank und Anerkennung für seine Arbeit hier sagen. Mich regt es immer an, insbesondere dann, wenn man nicht einer Ansicht ist, da leuchten dann die Zwischenräume auf und schaffen neue Räume. Das gibt einem schon eine ganze Menge.

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    1. Oh, vielen Dank. Man regt sich eben gelegentlich nicht nur an, sondern auch auf. Das ist schon okay so, denke ich. Viel besser jedenfalls, als wenn alle sich (zu) einig wären. Dann wäre auch dieses Projekt Blog tot.

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    2. Michael, freut mich, mehr fällt mir zur Zeit nicht ein, ich find sowas einfach gut. Dank Dir. :-)

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