Jens Heisterkamp zum "Faschismusalarm" Lichtes

Auch Jens Heisterkamp nimmt in einem Beitrag bei Info3 zum Artikel von Andreas Lichte bei den Ruhrbaronen (und weiteren) und der ausführlichen Stellungnahme dazu von Ansgar Martins Stellung:
"Wieder mal: Andreas Lichte bläst zum Faschismus-Alarm".
Ich erlaube mir, den letzten Teil, der mich selbst betrifft, zu zitieren:

"Ins leicht Perfide geht es dann bei Lichte, wenn er in seinem Text ausgerechnet dem anthroposophischen Blogger Michael Eggert vorwirft, er verleugne die rassistische Seite Scaligeros. Vielmehr war Eggert im deutschsprachigen Raum nachweisbar der erste, der selbst auf den Rassismus bei Scaligero aufmerksam machte und seine Plattform für die Kritik des deutsch-amerikanischen Historikers Peter Staudenmaier an Scaligeros Rassismus anbot – jetzt behauptet Lichte entgegen offensichtlichen Tatsachen, Eggert habe das „ignoriert“. Dass auf Eggerts anthroposophischer Website bereits Monate zuvor jene Fakten Staudenmaiers zu Scaligero präsentiert wurde, aus denen er sich nun selbst bedient – das würde zu Lichtes Konzept von der anthro-faschistischen Verschwörung auch gar nicht gut passen…


Bei allen Vorbehalten kann man den Ruhrbaronen und Andreas Lichte für eines dankbar sein: Sie schärfen das Bewusstsein dafür, dass sich Anthroposophen heute kritisch mit manchen Schatten in ihrem Erbe auseinandersetzen müssen. Genau das funktioniert aber nicht ohne das „leidige Differenzieren“, zu dem Ansgar Martins beide Seiten, sowohl Anthroposophen wie ihre Kritiker bzw. Gegner, augenzwinkernd ermahnt."

Kommentare

  1. Ist doch ein schöner Text von Heisterkamp - hab ihn gerade vollständig gelesen.
    Schade, Michael, jetzt bist ja kein richtiger "Durchschnittsanthroposoph" mehr... :-) :-) :-)
    Gruß Wolfgang

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  2. Trotz des schönen, klugen Artikels von Jens bestimmt nun mal das Leben, wie durchschnittlich man ist. Von der Schuhgröße bis hin zu den Familienverhältnissen bin ich in jeder Hinsicht durchschnittlich. Das Bloggen zur Passion und zu einer Art eigener Form zu entwickeln, war sicher gerade in der Anthro-Szene nicht ganz durchschnittlich.

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  3. Einem Menschen wie Andreas Lichte sind die wirklichen Opfer des Nationalsozialismus und des Rassismus wahrscheinlich nicht nur einigermaßen egal - er missbraucht sie m.E. ziemlich schamlos für seinen privat-neurotischen Dschihad gegen Anthroposophie (Er war sich ja auch nicht zu schade, vor einigen Jahren ein gemütliches Interview mit dem bekennenden Neonazi Andreas Molau zu führen, in der Hoffnung, noch mehr "belastendes Material" zu bekommen. So etwas geht gar nicht!)
    Immerhin hat er es mit seiner Obsession geschafft, dass ihm einige Seiten in dem Klassiker "Endstation Dornach" gewidmet worden sind und da bin ich nun fast ein wenig neidisch.

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    1. "Einem Menschen wie Andreas Lichte sind die wirklichen Opfer des Nationalsozialismus und des Rassismus wahrscheinlich nicht nur einigermaßen egal - er missbraucht sie m.E. ziemlich schamlos für seinen privat-neurotischen Dschihad gegen Anthroposophie"

      Sehr schön ausgedrückt. Genau, Lichte versucht perfide jeden und alles zu instrumentalisieren.
      In diesem Zusammenhang finde ich sehr interessant den "Entfesselungsvortrag" von Steiner, GA 174, 14.01.1917, 19. Vortrag, S. 125 - 148


      Anonym (Matthias)

      http://bdn-steiner.ru/cat/ga/174.pdf

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    2. Hallo Uschi, direkte Nachfolgerin Rudis...
      Lohnt es sich, "Endstation Dornach" zu lesen? Oder ist das nur die übliche Ansammlung von Urteilen (berechtigt oder nicht: das sei mal dahingestellt...) gegenüber "den Durchschnittsanthroposophen", den "Dornachern", den Mitgliedern der AAG...? Ich meine, Ansgar Martins ist ja ein kluges Köpfchen, der sicher nicht nur Mist und Klischees verbreitet...- bei den andern Autoren bin ich mir da ja nicht so sicher, wenn ich ehrlich bin...

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    3. Hallo Anonym (Wolfgang?)
      ich halte "Endstation Dornach" für ein ausgezeichnetes Buch. Man muss nicht unbedingt jede Ansicht/Aussage der 4 Autoren teilen oder unterschreiben (das mache ich auch nicht) aber die kritische Hinterfragung von anthroposophischen Scheingewißheiten wird hier nicht nur äußerst kenntnisreich und fundiert, sondern eben auch mit allerlei Humor vorgetragen. Einige Kapitel sind recht anspruchsvoll zu lesen ("Steiners Erkenntnistheorie"), andere sind wirklich sehr, sehr lustig ("Das anthroposophische Kuriositätenkabinett", wo es u.a. um H.Niederhausen, Wibke Reinstein und eben auch um A.Lichte geht). Nebenbei geht es auch ausführlich um die Rassismusfrage, Verhältnis von A. zur Religion, usw. Ziemlich einmalig in der nicht gerade kleinen anthroposophischen Bücherlandschaft. Mein Ur-Ur-Großvater hätte seine Freude daran.

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  4. "Lohnt es sich, "Endstation Dornach" zu lesen?" Vielleicht mal die aktuelle Die Drei lesen (März); darin ist eine umfängliche Buchbesprechung von Laudert.

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  5. Hallo Michael,

    jetzt hab ich gerade DEINE Rezension über das Buch gelesen. Ich glaube, wenn Du es so siehst, daß der eigentliche Steiner der Steiner der jungen Jahre war - und genau da, wo Steiner damit begann als "Eingeweihter" zu wirken - nämlich erst als er das Alter von 40 überschritten hatte - er Dich nicht mehr interessiert - dann werden wir uns nie verstehen können. Für mich ist der alte Steiner erst der eigentliche und "reife" - so wie (war mal ein Beispiel von Steiner selbst) erst die ältern Früchte "reif" sind - (und gesünder als die unreifen beim Verspeisen ). Sicher hab ich auch schon Wahrheit und Wissenschaft, Philosophie d.Freiheit u.a. gelesen (einiges mehrfach) von Steiner - aber ich bin davon überzeugt, daß sein eigentliches "Erleuchtungserlebnis", das eigentiche "Erwachen" seines "höheren Ich" erst gegen die Jahrhundertwende stattfand. (Dir gefällt also offensichtlich die "Vorbereitungszeit" für seine Reifezeit besser als letztere...) Und das erklärt ja auch, wie sich der Steiner plötzlich verwandelt hat. Was für eine Erklärung willst Du sonst finden? Ja - das ist Dein Problem und offensichtlich das der Autoren des sechsten Evangeliums.
    Ansonsten: Steiner abzusprechen, daß er mit zunehmendem Alter an Reife und Weisheit zugenommen hat - das ist für mich geradezu lächerlich!
    Das, was Du so "modern" findest am jungen Steiner - und "altbacken" am alten - das sieht für mich so aus, daß Du irgendwo stehen geblieben bist - und Dich mit der eigentlichen Anthroposophie gar nicht weiterentwickelt willst - offensichtlich. Natürlich kann man "die Ph. d.Freiheit" usw. immer wieder lesen - und das ist auch gut so - aber die vielen interessanten Dinge, die Steiner z.B. ab 1921 sagte, die will ich wahrlich nicht missen! Und seien es die Karmavorträge, sogar die Michaelsbriefe - und vieles mehr! Aber auch die Vortragsreihen über die Evangelien - und das fünfte Ev.! - hat er nicht nur aus Langeweile gehalten. Wenn Deine Anthroposophie nur eine denkerische ist - und ohne Spiritualität und Gefühlen wie z.B. "Devotion" usw. (aus Angst, daß das ja religiös oder gar katholisch sein könnte - wie lächerlich! Woher hast Du Deine Traumas?) und wenn für Dich "der Christus" nur eine strategische Erfindung Steiners war, - dann wird mir völlig klar, wieso Du nur denken kannst, daß die ganzen "konservativen" Anthros (unter denen sich einige durchaus wirklich "spirituell" entwickeln - wobei ich selbst sehr viele auch als kritisch ansehe) stillstehen (da sie nicht nur auf den jungen Steiner schwören)und Du Dich offensichtlich der Illusion hingibst, Dich zu entwickeln - ohne der eigentlichen Anthroposophie, die erst der "reifere" Steiner entwickelte - und mit zunehmender Reife "ausbaute"...

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  6. Fortsetzung@Michael:
    Ansonsten beschrieb Steiner die Anthroposohie mal als "Gralswissenschaft", mal als "Christuswissenschaft". Glauben die Autoren der "Endstation" also, es hat sich bei Steiner letztenendes nur um einen großen Scharlatan und Lügner gehandelt? Anders geht es nicht - wenn man vieles kennt, was Steiner erzählte - gerade zu dem Christusthema!
    Sich entwickeln - denkerisch, geistig, spirituell, im "Christus-Sinne" oder auch "buddhistisch" - genau das vereinigt sich doch alles in der Anthroposophie. Hat Steiner sich geirrt, als er jahrlang die Anthroposophie, die Christologie usw. "ausgebaut" hat? Natürlich ist da Kritik berechtigt, wo Anthros z.B. sich die geistige Welt als eine zweite Sinnenwelt vorstellen. Kann man sogar bei Steiner selbst nachlesen...- Aber willst Du nun damit aufhören, z.B. die vielen Beiträge, die Steiner lieferte über die Beschaffenheit des Lebens zwischen Tod und Wiedergeburt zu studieren - weil das, was er lieferte, nicht Dein Vertrauen hat? (und er zu alt war...) Also meines hat er durchaus noch! Was er zu den alltäglichen politischen Dingen z.B. im 1. WK sagte, - das interssiert mich nicht. Da kann ich mir sehr gut vorstellen, daß er sich auch in vielem geirrt hat. Und eine ernsthafte geistige Forschung konnte er in der zeit eh nicht treiben - da war es - nach eigenen Aussagen - durch den Krieg in der Atmosphäre zu unruhig...Ich bin überzeugt davon, daß sich Steiner überhaupt in einigem geirrt hat. Aber ich bin mir sicher, daß es nirgends eine bessere Quelle gibt, die einiges aus uns wieder rausholen kann, was wir - in etwas unbewußterem Zustand - in vorchristlichen Zeiten hatten...- ich merk das doch an mir selber, Mensch. Wie viele Dinge sind fast wie Erinnerungen zum Greifen nahe da! Oh mann...- aber ich geb zu: ich les auch nicht gerne die Dinge, die er z.B. 1904/1905 erzählte - noch ganz im alten Jargon der Theosophen. Aber ich möchte seine ganze Christologie, die Bücher in ihrer ganzen Vielfalt bezüglich der Beschreibungen der geistigen Welt, des Lebens zwischen Tod u.Wiedergeburt - und noch einiges anderes - nicht missen! Und was gerade der "reife Steiner" zwischen 1920 und 1925 alles auf die Beine gestellt hat, was er da alles erzählt hat vor Ärzten, Lehrern, Landwirten, Priestern, bei den Karmavorträge, u.v.a. - das ist so unglaublich und da sind so reiche Schätze dieses liebenswerten und sich aufopfernden Mannes, daß es schier an ein Verbrechen grenzt, wenn man das Brachliegen läßt, weil man auf den jungen Steiner (vor seinem "höheren Erwachen"!) steht...als letzterer es noch nötig hatte (aus Protest gegen Establishment, Kirchenchristentum usw.) hart Stellung gegen alles mögliche zu beziehen - (Phasen, die jeder von uns hatte, als er jung war)- eine Zeit, die man dann "verinnerlicht" hat - die aber nicht lohnt, sie zu verglorifizieren, wie Du das bei Steiner tust - und sie für besonders reif hälst. Nein, Michael - bei so einem "Steiner-Bild" (und ich will ihn wahrlich nicht als unfehlbar oder allwissend hinstellen!) muß ich passen - das wäre für mich keine Anthroposophie!
    Aber nun hab ich genug gesagt. Michael: ich nehm das nun gerne in Kauf, daß Du mich evtl. zum alten Eisen und den konservativen zählst.

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  7. Ach so: das war ich, Wolfgang...(ich vergeß immer, meinen Namen zu erwähnen - vielleicht les ich ja doch noch das Buch "Endstation Dornach" - aber es klingt nicht so, als ob mir das viel bringt...- aber ich laß mich auch gerne eines Besseren belehren - von dem Buch dann.

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  8. (Wolfgang) Eines will ich noch erwähnen: Kritik an Anthro-Slang usw, allen abgedroschenen Anthro-Gesprächen, -reden, -artikel usw. - finde ich sehr, sehr verständlich. Und ich möchte noch erwähnen, daß mir alle, die nicht aus Anthro-Familien stammen, besser gefallen als die Leute, die schon Anthroposophen als Eltern hatten, oder auch "Waldorfeltern", oder auch selbst Waldorfschüler waren! Das sind für mich alles erschreckende Nervensägen! Mir haben schon immer die Leute am besten gefallen, die völlig "unanthroposophisch" aufgewachsen sind, auch völlig "un-waldorfmäßig" - und die dann - z.B. durch Erschütterungen unterschiedlicher Sorte im Lebenslauf - selbst erst einen Weg zur Anthroposophie gefunden haben - und sich einiges selbst erarbeitet haben! Das sind für mich die viel authentischeren Leute, die haben meiner Erfahrung nach auch mehr "Frische" und Liebe zur Anthroposophie, sind nicht so (widerlich) abgeklärt, usw. Ob es sich um alte Anthros aus der "AltAnthro-Szene" handelt, oder Funktionäre, oder (auch wenn die äußerlich als glattes Gegenteil erscheinen) ob es Waldorfschüler, oder Exwaldörfler mit "anthrokritischem" Bewußtsein sind - das ist völlig gleichgültig! Die haben alle nicht das, was ich finde bei Leuten, die von ganz woanders kamen und zur Anthroposophie hingefunden haben - auch durch viele erstaunliche Erlebnisse, schöner und häßlicher Sorte! (Und auch nicht sowas "besserwisserisches" oder das "ich versteh den Steiner besser" oder irgendwas in diese Richtung - Das ist durchaus eine Eigenschaft, die junge und kritische - wie auch alte "Anthros" (auch wenn sie sich "bekriegen") gemeinsam haben.

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  9. Eine herzhafte und vor allem herzliche Positionierung, lieber Wolfgang.
    Ich frag mich das auch manchmal. Es ist nicht immer leicht, bis in die feinsten Differenzierungen durchzuhalten, zu unterscheiden, zwischen Anthroposophie, Steiner und Anthroposophen. Es gibt einen Erkenntnis-Schmerz, so nenne ich's: Was ist das mit dem fünften Evangelium? Michael hat sich, soweit ich mich erinnere, nie davon "distanziert", noch dazu "bekannt", man kann diese Dinge als Anregung lesen, die Imaginationen aufnehmen. Aber ich glaube, sie haben immer etwas vorläufiges. Solange, bis der jeweils eigene Zugang zur Geistigen Welt voll aufgeschlossen sein wird. Aber damit prahlt bekanntlich auch niemand herum, falls...
    Steiner 2.0? Auch noch in Dornach? Das klingt wie Erzengel Michael erscheint im Vatikan.. Oder so, wobei ich ja nicht Dornach und Vatikan vergleichen..sollte.
    Es ist schwierig. Wenn man frei und kritisch sein will..
    Herzlich, m.butty

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  10. Lieber Wolfgang,

    wieder stimme ich Dir in sehr vielem zu.

    Aber Du erstaunst mich auch: ich habe Michaels Rezension damals gelesen und jetzt nochmal nachgelesen – und ich finde darin nirgends, daß Michael nur den jungen Steiner interessant findet, den späteren aber "altbacken"...
    Ich habe es so verstanden, daß er halt die Sichtweise der vier sogenannten "Evangelisten" referiert, wie das bei Rezensionen nunmal so üblich ist. Es sind schließlich alles Zitate, die auch ordentlich zwischen Gänsefüßchen stehen...

    Ich habe "Endstation Dornach" übrigens auch gelesen. Für mich war es eine wirklich anregende Lektüre, die ich durchaus weiterempfehlen würde.
    Freilich - wenn man will, dann kann man sich wohl über sehr sehr vieles ärgern, was (und wie es) in diesem Buch steht. Aber das wollte ich nicht, denn nicht deshalb hab ich's mir gekauft. Und so war es für mich über weite Strecken sowohl vergnüglich als auch erhellend: ich bin vollkommen "unanthroposophisch" aufgewachsen und weiß jetzt sehr viel mehr über die Facetten eines solchen Aufwachsens, und auch über die (wahrscheinlich fast immer in irgendeiner Hinsicht berechtigten - selbst wenn man für manche „Hinsichten“ vorher auf einen Schrank steigen muß ;-) ) Argumentationen so mancher „Gegner“ gegen anthroposophische Gewohnheiten und Traditionen. Und natürlich auch über die Argumente gegen Steiner (mit denen ich nicht übereinstimme, die genauer kennenzulernen mir aber interessant war).

    Zudem ist das Buch so geschrieben, daß ich nachher das Gefühl hatte, die Vier einigermaßen zu kennen (und über sowas freu ich mich immer).
    Und obendrein – und darüber hab ich mich besonders gefreut; ich habe allerdings keine Ahnung, ob sie das gern hören würden ;-) – war für mich, trotz aller teils wirklich beißenden Kritik, an vielen Stellen sehr deutlich die Liebe der Autoren zu ihrem Gegenstand zu spüren.

    Ich stimme also Uschi zu – es ist ein wirklich gutes Buch.

    Als "Pflichtlektüre" würde ich es allerdings nicht gerade bezeichnen.
    Und, wie gesagt: da vieles in diesem Buch darauf angelegt ist, zu provozieren, kann man sich sicherlich auch sehr schön ärgern.
    Wer um seine Neigung weiß, sich leicht provozieren zu lassen, sich aber dennoch nicht gern ärgern will, der sollte also besser Abstand nehmen vom Kauf dieses Buches.

    Herzlichen Gruß,
    Ingrid

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    1. Liebe Ingrid, vielen Dank für die Richtigstellung meiner Position und Intention. Wolfgang hat wohl meine Wiedergabe von Textstellen als meine Meinung aufgefasst. Lieber Wolfgang, diesmal hast Du mich gründlich missverstanden. Lieber Mischa, ich weiss nicht, was ich wem gegenüber bekennen sollte.

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    2. Ok, ok...Ihr habt mich überzeugt. Und bei Michael entschudige ich mich dafür, daß ich ihn gleich mal in die gleiche Kiste gesteckt habe wie die wiedergegebenen Textstellen...- Ich werde das Buch mal lesen - und mich bemühen, es vorurteilslos und in Ruhe und mit Humor zu lesen - und vielleicht stimme ich ja bei mehr Dingen zu als ich ahne... :-)
      Danke auch Dir, Ingrid, für Deine ausführlicheren Erklärungen!
      Vielleicht war ich auch noch so "hochfahrend", weil ich noch ganz unter dem Eindruck meiner heutigen Lektüre des waldorfblogs von Ansgar Martin stand. Letzterer (ein blutjunger Bursche) hat mich einerseits sehr beeindruckt bei vielen Dingen, die er ausgesprochen hat, auch seine "Bildung" und seine "Schlauheit" hat mich beeindruckt - und besonders, wie er zeitweise im Dialog den Andreas Lichte bloßgestellt hat - oder richtiger: wie der sich selbst blamabel hinstellte...- Und andererseits war ich irgendwann völlig entsetzt darüber, wie Ansgar Martins mit R.Steiner umging - und ich hatte dann mal das Gefühl, daß da von R.Steiner nix mehr übrigbleibt und ich fragte mich, wieso er eigentlich noch die Anthroposophie verteidigt - bzw. was da denn noch übrigbleibt, was sich lohnt zu verteidigen...- Unter diesem Eindruck las ich dann erst die Rezension von Menzel (der an Endstation Dornach ja auch nicht sonderlich viel bemerkenswertes fand) und dann die von Michael...Also nochmal: Dankeschön...- ist doch nett, wenn man ab und zu mal wieder auf den Teppich geholt wird...

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  11. Also ich lese aus Wolfgangs "hochfahrenden" Worten etwas anderes heraus als das, wie es "unsere" intelligente "Pressesprecherin" Ingrid zurückstutzend darstellt. Ich habe mich in seinem "Ausbruch" heimisch gefühlt. Was Wolfgang am Ansgar Martin erlebt und ihn hat hochfahren lassen, wird ihn wohl bei der Lektüre der "vier Evangelisten" ← (schon allein Evangelisten!!!) ziemlich oft auf die gleiche Ebene bringen. Mir sind es Pubertierende die meinen im auf Hochglanz polierten Verstand den Gipfel erreicht zu haben und Steiner aus ihren arroganten Höhen als überwunden betrachten. Merkwürdige Freiheitsauffassung, die in ihnen zu leben scheint. Das sind die Anti-Evangelisten!!, dann wirds erklärlich, das Futter, das sie streuen. Eigentlich eine tieftraurige Geschichte, auf der Höhe der Zeit?? Ich bin gespannt auf Wolfgangs Fazit.

    "Dankeschön...- ist doch nett, wenn man ab und zu mal wieder auf den Teppich geholt wird..."

    Also ich würde mir den Teppich ruhig nochmal anschauen. :-)

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    1. Dazu möchte ich anmerken, daß ich keinesfalls im Sinn hatte, etwas von dem, was Wolfgang gesagt hat, "zurückzustutzen". Die Richtigstellung seines Mißverständnisses in Bezug auf Michael war auch nicht "zurückstutzend" gemeint, sondern halt als Richtigstellung.

      Auch sehe ich mich hier in keiner Weise als "Pressesprecherin" – und ich begreife eigentlich auch noch immer nicht, wieso Du, Manfred, mich so siehst (und mich sogar früher mal als "Blogsheriff" bezeichnet hast).

      Ich habe lediglich meinen persönlichen Eindruck beim Lesen dieses Buches geschildert (im übrigen: hast Du es denn eigentlich inzwischen gelesen?).

      Selbstverständlich steht es jedem frei, sich den "Teppich", auf dem ich stehe, so genau wie nur möglich anzuschauen – ich habe nicht das geringste dagegen.

      Ich möchte hinzufügen, daß ich sehr gut das "Entsetzen" begreife, das man angesichts von Ansgar Martins' "Umgang" mit Rudolf Steiner empfinden kann.

      Allerdings – ich hoffe, mit dem, was ich nun sagen werde, rufe ich nicht ebensolches "Entsetzen" hervor! – muß ich sagen, daß ich auch nachvollziehen könnte, wenn man in kirchlichen Kreisen mit ebensolchem "Entsetzen" reagiert auf die Tatsache, daß Rudolf Steiner ein "fünftes Evangelium" geschrieben bzw vorgetragen hat...

      Herzlichen Gruß in die Runde,

      Ingrid

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    2. Danke, Manroe - jetzt bin ich erst recht gespannt auf die Lektüre...
      Wolfgang

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    3. Aber Ingrid hatte natürlich recht damit, daß ich Michael etwas Falsches untergeschoben habe...
      W.

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    4. Liebe Ingrid,
      ich hoffe schon, daß wir uns einig darin sind, daß "das fünfte Evangelum" von Steiner zwar Entsetzen bei der Kirche hervorgerufen haben mag, aber dennoch Berechtigung hatte - und Realitäten bzw. "Erforschtes" von R.Steiner darstellte.

      Während ein paar jugendliche Spaßvögel sich darüber lustig machen, indem sie ihre Privatansichten als 6. Evangelium (weil sie das lustig finden und aus Marketing-Gründen und zum Zwecke der Provokation) bezeichneten...- worin man auch lesen kann, daß sie meinen (was man ja verstehen kann), daß ihre Kritik an der aktuellen Lage der "Anthroposophenschaft" Berechtigung hat. Aber insgesamt ist für mich diese Art Humor - auch die Begriffe wie "Evangelisten" für die Autoren - nichts was ich lustig finden kann - es ist auch für mich eine Art Humor, wie ich ihn mit 20 hatte - oder als Teenager.
      Ich bin wirklich nicht humorlos - aber schon das Äußere des Buches, Titel, was man so hört - das klingt für mich nach Lektüre von Büchern, wie ich sie massenhaft las bevor ich 30 war. Aber gut: ich les es trotzdem - vielleicht hatte ich ja Vorurteile und finde viel Geistreiches und Berechtigtes darin...- Und ich lese Deine Beiträge sehr gerne - sei ruhig weiterhin kritisch (war ja - bezüglich Michael - auch berechtigt in meinem Falle) - auch auf die Gefahr hin, daß manroe dich wieder als eine Art "Ordnungshüter" betrachtet... :-) (auch wenn ich mich über manroes Beitrag oben gefreut habe, weil er sich in meinem "hochfahrenden" Beitrag wiederfand!

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    5. Hi manroe,

      magst du mir deine Kritik an A.Martins nähr erläutern?

      "Mir sind es Pubertierende die meinen im auf Hochglanz polierten Verstand den Gipfel erreicht zu haben und Steiner aus ihren arroganten Höhen als überwunden betrachten. Merkwürdige Freiheitsauffassung, die in ihnen zu leben scheint. Das sind die Anti-Evangelisten!!, dann wirds erklärlich, das Futter, das sie streuen. Eigentlich eine tieftraurige Geschichte, auf der Höhe der Zeit?? "

      Hast du dir schon mal Martins Erwiderung auf Lichtes Kommentar angeschaut?
      Wo hast du denn eine Grundlage für diese deine Urteile?

      Matthias

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    6. Lieber Wolfgang,

      ja, darin, daß das „fünfte Evangelium“ Rudolf Steiners Berechtigung hatte, darin sind wir uns wirklich ganz einig. Ich bin sehr froh, daß diese Vorträge nicht nur gehalten, sondern auch mitgeschrieben wurden.

      Wie gesagt, ich betrachte „Endstation Dornach“ keineswegs als „Pflichtlektüre“ – man sollte es meiner Ansicht nach aber (wie jedes Buch) schon gelesen haben, wenn man darüber diskutieren will. Allerdings fürchte ich, daß es Dir wirklich nicht gefallen wird.

      Sicherlich ist Provokation ein Anliegen der Autoren, das will ich keineswegs bestreiten.
      Dennoch begreife ich ihr Buch insgesamt nicht nur als Provokation um der Provokation willen (wenn auch an manchen Stellen zu spüren ist, wie die vier Autoren sich gerade davon mitreißen lassen ;-)).
      Sondern ihre Provokation scheint mir häufig einen Zweck zu haben, den ich, zwar widerstrebend, aber doch, gutheißen muß.

      Widerstrebend deshalb, weil es Dinge gibt, die mir „heilig“ sind, und die ich nur ungern in respektloser Weise durch den Kakao gezogen sehe.

      Gutheißen aber deshalb, weil ich finde, daß der Begriff der „Heiligkeit“ auch mißbraucht werden kann. Dann nämlich, wenn sie „äußerlich“ wird, an Dingen oder Begriffen festgemacht, die nicht weiter hinterfragt werden dürfen, wenn sie gar „verordnet“ wird, statt in jedem einzelnen Menschen ganz intim und von anderen vollkommen unangetastet (heil-ig) zu leben.

      Solche „automatische“ oder gar „verordnete Heiligkeit“ widerspricht ganz fundamental der Freiheit des Individuums (und kann vor allem junge Menschen, die mit ihr aufwachsen, geradezu „erdrücken“ – ich kenne selbst einen Fall, wo das in tragischer Weise geschehen ist).

      Ich möchte hier keineswegs behaupten, daß das, was ich als „automatische oder gar verordnete Heiligkeit“ bezeichne, unter Anthroposophen gang und gäbe ist. Aber es scheint mir doch immer wieder mal vorzukommen – und ich finde es begreiflich und berechtigt, sich dagegen zur Wehr zu setzen, indem einem zunächst mal gar nichts mehr „heilig“ ist.

      Und ich gebe zu, daß ich dieses Buch nicht nur mit Vernügen und Humor, sondern auch mit Schmerzen gelesen habe. Diese Schmerzen gelten der Tatsache, daß die Vier es offenbar für not-wendig hielten, so zu schreiben, wie sie es getan haben, und der Existenz dieser Not

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    7. Ich denke auch an Pietro Archiati, der in einem Kapitel seines Buches Christentum oder Christus? über die „heilige Institution“ spricht, die er ein „Phänomen des Gruppenhaften“ nennt:
      »Dieses Phänomen kann man vielleicht am reinsten in der Geschichte der katholischen Kirche beobachten. [...]
      Worin besteht nun das Wesen der «heiligen Institution»? Es besteht im Anspruch darauf, daß der Mensch nur durch sie das Heil erlangen kann. So wie es eine Vererbung des Blutes gibt, so haben wir hier eine geistige Vererbung: die Gottheit muß durch die «heilige» Institution die Menschheit erreichen. Sie kann das nicht direkt tun. [...]
      Was im Fall der «heiligen Institution» noch hinzukommt, ist die Berufung auf den Willen der Gottheit. Der «Machthaber» identifiziert seinen Willen mit dem der geistigen Welt: es ist ein heiliger Wille, wodurch dem einzelnen das Recht abgesprochen wird, mitzureden über die Vernünftigkeit oder Vorteilhaftigkeit dieses Willens für ihn oder für andere. Denn die Gottheit denkt ganz anders und will ganz anderes als die Vernunft der Menschen. [...] Nicht Vernünftigkeit verlangt die «heilige» Institution vom einzelnen, sondern «Treue».
      «

      Archiati spricht hier zunächst von der katholischen Kirche.
      Erst im nächsten Kapitel (das er allen, die sich nicht für die Geschichte der Anthroposophischen Gesellschaft interessieren, zu überblättern vorschlägt) sagt er:
      »Ich bin im Laufe der Zeit zu der Überzeugung gekommen, daß in der Geschichte der Anthroposophischen Gesellschaft sich im Kern das katholische Phänomen wiederholt hat.« – was er im folgenden ausführlich begründet.

      Ich kann nicht beurteilen, ob Archiati recht hat mit dem, was er da sagt. Dazu kenne ich die AAG viel zuwenig.
      Aber wie gesagt: ich kann es sehr gut begreifen, wenn man sich gegen so etwas zur Wehr setzt, indem man provokant zum Ausdruck bringt, daß einem gar nichts „heilig“ ist.

      ---

      Ich fahre morgen für eine Woche auf Urlaub und habe, auch wenn das vielleicht etwas seltsam ist hier im virtuellen Raum, jetzt das Bedürfnis, mich bei allen Gesprächspartnern der letzten Tage „abzumelden“. :-)

      Vielen herzlichen Dank an alle für die anregenden Diskussionen – ich habe mich sehr darüber gefreut!

      Herzlichen Gruß,

      Ingrid

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    8. Danke, Ingrid, für Deine ausführlichen und interessanten "Erklärungen". Ich wünsch Dir einen schönen Urlaub! Genieß' es und erhol Dich schön!
      Was das Buch "Endstation Dornach" betrifft, da hab ich ja schon beschlossen, daß ich es lesen werde. (Vielleicht nicht gleich - ich warte evtl. noch, bis ich es mal gebraucht und billiger über amazon oder booklooker bestellen kann...)
      Alles über die "verordnete Heiligkeit" kann ich nachvollziehen. Aber eigentlich interessiert mich die AAG nicht sonderlich und Leute, die "verordnet heilig" agieren sowieso nicht. (Von daher bräuchte ich das Buch wohl gar nicht lesen...)
      Ich werde es aber mal lesen - obgleich ich mir nie sicher bin, ob alles Drumrum um die eigentliche Beschäftigung mit Anthroposophie nicht irgendwo Zeitverschwendung ist (und ab und zu ja vielleicht auch eine Art "Selbstbefriedigung") - und wir uns nicht besser um solche Dinge bekümmern sollten, wie in dem Zitat unten...
      Ansonsten auch Dir herzlichen Dank für die anregenden Diskussionen der letzten Tage - und nocheinmal: ich wünsch Dir einen schönen Urlaub!
      herzliche Grüsse
      Wolfgang

      Hier nun das (bedrückende) Steiner-Zitat:
      "Die Menschheit als solche erlebt heute die Begegnung mit dem Hüter der Schwelle, und das Überschreiten der Schwelle hat schon in den letzten Jahren seinen Anfang genommen. Das ist auch der Anfang der Spaltung der Menschheit, und das bedeutet eben der kritische Zeitpunkt, an dem wir jetzt angelangt sind. Die Kräfte, die früher aus den geistigen Wesen in die Menschheit strömten, sind jetzt verbraucht; wir sind auf uns selbst gestellt und müssen diese Kräfte jetzt aus unserem Unterbewußtsein heraufholen. Das Mysterium von Golgatha wäre umsonst geschehen, wenn die Menschen diese inneren Kräfte nicht anwenden, sondern sie abweisen würden. Das würde die ganze Zerstörung der Erdenentwicklung nach sich ziehen. Die Seelen würden zwar noch in die Leiber herabsteigen, aber sie würden sie nach dem dreiunddreißigsten Jahre verlassen, wenn sie nicht in früheren Jahren durch ihre Leiber den Strom des Geistigen aufgenommen haben. Solche Dreiunddreißigjährigen - die den Strom aufgenommen haben - sollen die Jüngeren unterrichten, damit in der Jugend schon der Keim für das Begreifen des Mysteriums von Golgatha gelegt werde. Und was diejenigen betrifft, die vor dem dreiunddreißigsten Jahre sterben werden, für diese wird auch gesorgt werden. Wenn dieses sich nicht erfüllen sollte, dann würden auf der Erde seelenlose Leiber herumgehen, die nur mit einem automatischen Verstande arbeiten können. Während der Kriegskatastrophe haben sich schon seelenlose Menschen gezeigt, und es werden immer mehr kommen, wenn nicht der Geist aufgenommen wird, der jetzt herunterdrängt. Diese seelenlosen Menschen sind eine willkommene Beute für dämonische Wesen, die diesen automatisch wirkenden Verstand für ihre Ziele anwenden werden. - Wenn nicht eine kleine Anzahl Menschen sich durchdringen läßt von der Bedeutung des Furchtbaren, das jetzt gesagt worden ist, wenn nicht der nötige Ernst aufgebracht werden kann, dann ist die weitere Entwicklung der Menschheit unmöglich. Ich werde Ihnen eine Wegzehrung geben, die Ihnen, meditierend, eine große Hilfe wird sein können, um die vielen Geheimnisse, die in dem Gesagten liegen, zu Ihrem Bewußtsein zu bringen [Es wurde an die Tafel geschrieben und konnte abgeschrieben werden:] usw. ... ... ...
      aus: GA 266/3, Esoterische Stunde vom 09.02.1920 (S.355)

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    9. @Wolfgang
      Nicht wahr, die Beiträge von Ingrid sind immer ehrlich, direkt, und dabei hellwach und klar, wie Gebirgsquell-Wasser. So frisch.
      Zu Deinem vorgebrachten Zitat möchte ich nur noch kurz etwas:
      So, wie jedes singende Stechmücklein, jede Libell in den Schilfböschungen, jedes Springen eines Fisches zum Geschehen und Gestaltgefüge eines großen Stromes gehört, so gehören auch diese kleinsten Dinge, die (auch hier in diesem Blog meines Erachtens) zur Hygiene innert der anthroposophischen Anliegenschaften unternommen werden, in diese "Vision", die Du hier, lieber Wolfgang, zitierst, dazu. All das Differenzieren, was hier in der Betrachtung und im Ringen um das Einschätzen von Steiners Person, der Anthroposophie, der Entwicklung der Anthroposophen und der anthroposophischen Gesellschaft unternommen wird, das läßt sich doch übertragen. Auf so vieles in unserem Alltag, Umfeld, und uns selbst gegenüber anwenden. Auch in den winzigen kritischen Büchleins wie "Endstation D." und wie wir / man damit umgeht, zeigt sich doch das Ringen, was "Seele" und Empfindung erschafft. Wenn Putin Anthroposoph wäre... wäre so etwas als zeitverschwenderische Ausgeburt einer durch allzu viele vorteilhafte gesellschaftliche Privilegien verwahrloste Möchtegern-Intellektuelle" kritisiert worden, "ein für die wahrhafte Anthroposophie bedeutungsloses Buch, was man getrost dem Vergessen anheimgeben kann", ein Indiz zudem, würde Anthro-Putin sagen, daß diese Leute am wesentlichen vorbeigelebt hätten, und besser einmal in der biologisch/dynamischen Landwirtschaft (in Sibirien vielleicht?) für das Allgemeinwohl Verantwortung tragen nachholen müßten :-)) Vielleicht hieße es: "Das Buch wirst erstmal beschlagnahmt, leider leben wir in einer Demokratie, daher belassen wir es bei einer Geldstrafe für die Autoren! Eine Spende an das Goetheanum, dessen Instandhaltungskosten bekanntlich hoch sind!" Siehst Du, Wolfgang, so wäre es, wenn Anthroposophistan einen kleinen Putin hätte. Denn kleinen Putin in uns allen. Klar! Der darf, der soll. Lassen wir ihn in uns reden, aber reden wir auch mit ihm! Sagen wir ihm was! Diesem kleinen Putin. Und fehlen uns Gedanken und Inspirationen vorerst, damit wir "Anthro-Speech": "Einmal wach werden" für gewisse Notwendigkeiten, kann uns die Egoistenseite unvergessliche Denkanstöße bescheren. Auch die Egoistenseite ist der Sprung eines Fisches in den Wogen des Stromes des Geistigen, den es zu erhalten gilt!
      Herzlich, mischa butty (der anonyme "mit")

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    10. P.S.:und Du kannst über die "seelenlosen", zumindest herzlosen Menschen innert einer anthroposophischen Bewegung oder Intention während der Kriegskatastrophe II auf diesen Seiten ja so einiges finden
      m.butty

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    11. Und wieso soll das stimmen? Und was ist Maya daran, wenn man dem zustimmt? 'Stimmt' es vielleicht nur deswegen, weil wir es lediglich und vorschnell übernommen haben und anschließend uns und die Welt mit diesen Worten und Augen anschauen? ja, dann geht so einiges in Erfüllung und so einiges wird bestätigt, weil man es halt in seinen privaten Bewußtseinstunnel gezogen hat, man ist quasi befangen, man lässt Gesagtes so in Erfüllung gehen...Ein Beispiel: Beschäftigt man sich ständig mit bösen Geistern, dann sieht man auch bald welche und ist voller Misstrauen allem gegenüber und so schmiedet man sich sein spezielles Schicksal usw. ... Das ist Maya, die Maya der Selbsterfüllung, das ist rein privates Bilderbuch, jeder hat so Bilderbücher und niemand hat die Wahrheit gepachtet ...

      Was ist also der reine Gebirgsbach und was ist Wahrheit? Ist es die unschuldige Liebe - in Wahrheit? - Oder der unschuldige Blick in die Welt?

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    12. Mit klar und direkt meinte ich die Geduld und Feinfühligkeit, auch manches nur zwischen den Zeilen Gedachte und noch gar nicht im Gespräch zum Bewußtsein gekommene zu erspüren, und in die Antworten mit einzubeziehen. Ohne den Faden zu verlieren, verworren, oder (sprachlich) trübe zu werden. Ein Gebirgsbach ist klar bis auf den Grund, funkelt heiter in der Sonne, führt ein erfrischendes und appetitlich trinkwahres Wasser, was durch mehrere Kiese und Sandschichten, hier Metaphern für differenziertes Vordenken und Menschen-Kenntnisse, gefiltert wurde.
      Ansonsten, lieber Anonymerich, verstehe ich nicht, was Du mit Maya oder "stimmt es, stimmt es nicht" meinen könntest. Alles? Oder etwas bestimmtes? Der Maya-Kalender? Steiners Rassismen? Steiners Imaginationen? Politische Tatsachen oder historische Fakten als Ausgeburten persönlichen Geschmacks? Oder kleine süße Zigarren? Oder war die Nacht etwas lang gestern? Sodaß die Linse des unschuldigen Blick in die Welt, mit Fettaugen und Fusseln verschmiert, einer Reinigung bedarf? :-))
      "Selbsterfüllende Prophezeiungen"? Du meinst obige "Vision" des Steiner-Zitats, mit den "seelenlosen Menschen"? Dann sag das doch! Ja, Du hast recht, da kann man natürlich ganz schön danebenhauen, und Dinge mit in die Welt hineingucken, die nicht drin sind.
      Weißt Du: "Übertreibung veranschaulicht!" sagt man. Ich vermute, daß viele Steinerzitate auch mit einer gewissen Poesie und Metaphorik "gewürzt" sind, und es ist ja so, daß wir etwa im Theater nicht sagen: "Das Stück ist erlogen, denn niemand redet in Reimen. Und das auch noch im Duett!" Man sollte schon schauen, daß der Rationalist in einem, trifft er auf Metaphern, ein wenig lernt, sie als solche zu erkennen und zu lesen. Oder wärerst Du eher für ein verbindliches Verbot von Bildersprache? Damit solche verwirrenden und verlockenden Äußerungen keinen Fundamentalismus in haltlosen Menschen erzeugen können, in dem sie alles wörtlich nehmen?
      LG, m.butty

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    13. Hallo Matthias

      "magst du mir deine Kritik an A.Martins nähr erläutern?"

      Die Urteile die Ansgar über Steiner und die Anthroposophie fällt sind in meinen Augen Produkte reiner Verstandes-Intelligenz und werden vorgetragen wie von einem Journalisten, der hier meint mal kurz die Anthro-Menschen und die Anthroposophie gleich mit auf die seiner Ansicht nach richtigen Beine zu stellen, wie überhaupt die ganze Anti-Evangelisten-Crew. Deren persönliche "Befreiung" wird dann übertragen auf den Rest der Anthroposophen und das Verständnis von Anthroposophie. Steiner wird erklärt, atomisiert und neu zusammengebaut. UND, wieder, das Ganze nur mit den Produkten - eines zugegebenermassen guten und präzisen - Verstandes. Was der Verstand hergibt ist der neue Massstab von dem man auszugehen hat. Leergefegt, auf Hochglanz poliert.

      ABER, ich habe bislang noch nichts davon vernommen, wie die Ergebnisse jener journalistischen Recherchen und Analysen selbst zumindest anverdaut ihre Gestalt wandeln und sich in verwandelter Form zeigen. Geisteswissenschaft bleibt doch nicht im Kopf hängen, verwaltet vom Verstand, der laut Steiner an das physische Gehirn gebunden ist, was ich recht klar bei denen so empfinde.

      Und wenn man "Dornach" schon so auseinandernimmt und von "Endstation Dornach" spricht, was kommt denn danach? "Startposition Dornach" hätte es heissen können, wenn man etwas von dem was Steiner initiiert hat, erfasst hat, wäre zumindest mit Fragen verbunden gewesen und hätte irgendwie sowas wie einen neuen Ausblick erzeugt und neue Energien, Instanzen angeregt.

      Es geht doch hier um Geisteswissenschaft und nicht um Beiträge, die man im SPIEGEL veröffentlichen möchte. Sieh Dir nur mal das von Wolfgang hier reingestellte Zitat Steiners über den Hüter der Schwelle an. Und derlei Basismitteilungen kann man nicht einfach mal so mit dem klaren Verstand beiseite schieben, ab hier greift eine ganz andere Instanz für die der Verstand nur Vorstufe und Zubringer IST. Den wirklichen Nahrungslieferanten Steiner "tötet" man dann mal so im Vorbeiflug und lässt statt Rosinen kleine Steinchen herabregnen. DAS meinte ich mit Pubertierenden, die ihre geistige Freiheit erproben, aber muss man das dann gleich als Buch veröffentlichen und hinstellen als DAS grosse Befreiungsloch aus einem selbstgeschaffenen oder sonstwie verordneten Gefängnis? Mit wirklichen Fragen geht es in eine Zukunft und nicht mit Antworten, die stellen sich von ganz allein ein, wenn man wirklich fragt auf Basis dessen, was vielleicht der Verstand mit herauskristallisiert hat.

      Ansonsten erlebe ich ihn dennoch als klaren, belesenen und gut recherchierenden jungen ... und erlebe meine Kritiken mehr als Gegengewicht zu vorschnellen Bravorufen denn als irgendwie vernichtend, wohlwissend, dass es so klingen mag. Aber ich trenne das.

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    14. Lieber manroe
      Wenn Du auch Matthias was gefragt hast, darf ich mal kurz was kurz zwischen-antworten? Nun, ich tue es einfach mal machen: Peter Schilinsky hat mal, als ich noch ein Zwanni war, -sinngemäß-, gesagt: "Und das, was über Jahrzehnte, ach, Jahrhunderte an politischem Unrecht und an Fehlentscheidungen gelaufen ist, das braucht auch Jahrzehnte und Jahrhunderte, bis es begriffen, verarbeitet ist, um vielleicht einmal besser gemacht zu werden."
      Wenn ich mich Ansgar Martins Seite überlasse, und den z.B. Benesch- und Haverbeck-Artikeln des Egoblog, dann habe ich erstmal gar keine Eile mehr, um über diese Sachen hinwegzuhuschen. Für mich hat das mit "intellektualistisch mir den süßen Brei verderben" (sorry) nichts zu tun. Ich kenne auch von überall anders her den Opportunismus der Einflußreichen, und wie sie gegenüber jedem Zeitgeist und gegenüber jeder Macht fröhlich einknicken, heiter das Vokabular übernehmen, und wäre es das Vokabular des eigenen Metzgers, in der Hoffnung, statt Lamm zu bleiben, Metzgers-Wolf zu werden. "Positiv-Sein" eben! Oder "Gut-Denk", wie es in der Übersetzung Orwells 1984 heißt..
      Wie sich die vorige Sozialisation (katholisch, chauvinistisch, mutterabhängig, anarchististisch, alternativ, sozialistisch, sozialdemokratisch, pfarrhaus-evangelisch, kaufmännisch usw.) erfolgreich mit dem "Anthroposoph-Sein" verbindet, dieser Gedankengang kommt noch erschwerend als Bereicherung all der klärenden Gedanken hinzu, die meinen inneren Blick erweitern, und nicht bloß rational, und gerade da in mir etwas auslösen, was dem "automatistisch seelenlos"-werden entgegenwirkt, was Wolfgang zitierte!
      Wer Tragik zu empfinden fähig ist, der ist kein Automat. Gestern Nacht auf Phoenix übrigens: Otto Schily, Horst Mahler (bekennender NPD-Fitze) und eigentlich intellektuell "toller" Mann (schluchz), und Hans Christian Ströbele.. Wenn ich von meinem inneren Dornach komme, dort alles, was ich gewinnen konnte, mitnehmend, mich diesen Betrachtungen hingebe, öffnet sich mir in diesen Biographien etwas, woran ich anteilnehmend Kräfte entwickle, Menschen meines eigenen Lebens zu begegnen, usw. Aber "ich" tue das machen, das alles... Jeder muß halt was machen tun! :-)) Entschuldige, falls ich unterbrach! Es bewegt mich gerade alles, das hier...
      mischa butty

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    15. Mischa, wie geht es Dir denn inzwischen, schon besser? Kannst wieder was essen? Ich wünsch Dir zumindest eine gute Genesung. :-)

      Ja, alles benötigt seine Zeit. Aber "intellektualistisch verdirbt mir nicht den süssen Brei", das wäre eine Fehleinschätzung zumindest meiner Person und in meinen Augen auch der "Sache" an sich. Ich sehe es eher so, daß mit oder durch die Überbetonung des Intellektuellen als Konsequenz, wenn man intellektuell mal in seinen "Tiefen" abschmeckt, es danach dann erst (wieder) richtig losgeht, nach der Talfahrt in den "befreienden" Intellektualismus hinein. Habe immer so den Eindruck, in diese Richtung schauend, dass in den Errungenschaften des Verstandes das grosse befreiende Ziel sich auftut, in meinen Augen es aber lediglich eine Vorstufe ist und man in eine solche zu wenig hineinfragt, leider und DANN, JETZT, würde ich eben jenes Zitat von Steiner da mal hineinstellen, an dieser Schwelle und mal wirklich tiefer in die sich dann auftuende Zeit hineinfragen im Hinblick auf mich selbst oder den Menschen an sich.

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    16. @manroe: Klasse, Dein Beitrag (den von 4.50 h meine ich).

      Das von m.butty oben gefällt mir auch sehr gut: "Ich vermute, daß viele Steinerzitate auch mit einer gewissen Poesie und Metaphorik "gewürzt" sind, und es ist ja so, daß wir etwa im Theater nicht sagen: "Das Stück ist erlogen, denn niemand redet in Reimen. Und das auch noch im Duett!" Man sollte schon schauen, daß der Rationalist in einem, trifft er auf Metaphern, ein wenig lernt, sie als solche zu erkennen und zu lesen. Oder wärerst Du eher für ein verbindliches Verbot von Bildersprache? Damit solche verwirrenden und verlockenden Äußerungen keinen Fundamentalismus in haltlosen Menschen erzeugen können, in dem sie alles wörtlich nehmen?"

      Überhaupt: viele interessante Beiträge hier!

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    17. Hallo manroe,
      vielen Dank für deine Erläuterungen
      Jetzt kann ich dich natürlich besser verstehen.
      Hier einmal ein paar Worte über mich: ich bin in diesen blog erstmalig vor ein paar Tagen hereingeschlittert durch den Artikel von Andreas Lichte bei den Ruhrbaronen und den Erwiderungen von Ansgar Martin dazu. Zuerst wollte ich diese Erwiderungen Martins' links liegen lassen und hatte bereits mein Urteil gefällt, dann habe ich mir doch die Mühe gemacht und mich ein wenig eingelesen. Mein erstes Urteil war: Toll, Ansgar Martins hat da noch beinahe alles von Lichtes Vorwürfen widerlegt, relativiert und gerade gerückt.
      Einige Passagen seines Artikels werde ich noch einmal durcharbeiten, da ich sie für ziemlich wichtig halte, um als stichhaltiges Gegenargument gegen zukünftig zu erwartende Kritiken von Lichte & Consorten einzusetzten.
      Das Ansgar Martins einen scharfen analytischen Verstand hat und trotz seiner Jugend über ein überdurchschnittliches und profundes Wissen in religions- historischen philosophischen und anthroposophischen Fragen hat, scheint mir offensichtlich. Ich kann da auf jeden Fall von ihm lernen.
      Seine Jugend sei ihm von mir herzlich zugestanden! Weitere biografische Entwicklungen können und werden zu später Zeitpunkten erfolgen - anders geht es ja auch nicht.
      Ich habe lediglich hier im Blog die angeführten Auszüge aus "Endstation Dornach" gelesen. Mit dem, so glaube ich zumindest, gewollten leicht trashigen und provokanten Schreibstil des Buches habe ich keine Probleme. Nicht viel Weltliches ist mir fremd: Bei dem im letzten Absatz erwähnten Käseigel bei Kerzenlicht wäre ich ja gern Mäuschen gewesen.
      Weiterhin kann ich mir vorstellen, dass die ausgebildete Formulierung "Endstation" gerade aus dem Empfnden resultierend, dass man sehr wohl auch mit dem Herzen bei der Sache ist und sorgt aber von dort ( Dornach) keine Rückmeldung erfolgt, ähnlich wie Michael Eggert es hier beschrieben hat.
      Dazu muss ich aber sagen, dass ich sehr sehr wenig über diese detaillierten Zusammenhänge weiß und somit auch nur eingeschränkt mitreden kann. Ich fühle mich als Anthroposophiesympathisant oder Freund der Anthroposophie , bin aber keinesfalls belesener Fachmann.
      Deine Kritik, die du als Gegengewicht zu vorschnellen Bravorufen verstanden haben möchtest, finde ich wichtig. Ich möchte aber den Autoren nicht absprechen, dass Ihnen die Anthroposophie und Rudolf Steiner durchaus am Herzen liegen.
      Auch bin ich der Meinung, dass es hier nicht "nur" um Geisteswissenschaft geht oder besser ausgedrückt, dass ein profundes und analytisches Wissen sehr wohl gegen die ständigen Anfeindungen und falschen Behauptungen verschiedener Kritiker hilfreich ist!
      Zumindest wird Ansgar Martins auch von Peter Staudenmaier respektiert, obwohl ich beinahe glaube, dass dieser noch gar nicht realisiert hat, wie weit die "Gegenkritik" Martins geht!
      Vielleicht sollte man das einfach trennen: auf der einen Seite, die über das abstrakte Denken hinausgehende Geisteswissenschaft anzuerkennen, aber auch anzuerkennen, dass wenn man zu Unrecht mitunter auf perfide und polemische Art und Weise und durch faktisch falsche Berichterstattung angegriffen wird, es notwendig ist, mit klaren und analytischen Verstand zu antworten und zu widerlegen, weil einen anderen geistigen Zugang haben die Kritiker offensichtlich nicht!

      Herzlichen Gruß


      Anonym / Matthias

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    18. :-) Danke, nach fast zweitägigem fasten (und einem aus dem bücherschrank der alten mutter entwendetem martin walser, "jagd") sodann mit alnatura-puffdinkel-waffeln, warmem mineralwasser, kalium- und magnesium-citraten, heißer gemüsebrühe habe ich heute zum ersten male wieder substantiell essen können,auch hier gilt wohl, daß jeder seinen eigenen weg finden muß, (haferschleim?-nein danke!), herzlichen dank für deinen genesungswunsch!
      Ja, ich glaube zu verstehen, was Du meinst! Überhaupt fiel mir schon ganz früh auf, als ich zum ersten Mal mit Anthroposophie in Berührung kam, wie leicht man mit Steiner-Zitaten eben auch manipulieren kann. Und könnte. Wenn man ganz "neu" ist, zuerst diese Versuchung, zu "vertrauen": Vielleicht weiß der andere mehr, sieht mehr, ...
      Wenn der Andere aber so gewöhnlich ist, wie alle anderen Vorgesetzten oder Dünkel-Fladen bisher, da fragt man sich, warum in den Steiner-Legenden der "Steiner war so toll und wunderbar" war!
      Als Bub fragte ich mich, warum der Pfarrer keine Kranken heile. Wo er doch dem "Heil-and" nachfolgen täte. (Von Friedrich Schiller ist überliefert, daß er die Bibel, und das NT so wörtlich nahm, daß er die Betttücher und Bezüge der ärmlichen Eltern verschenken wollte, um mal gleich die Sach beim Wort zu nehmen!) Nun, "Spaß" beiseite..
      "Was also hat mir Steiners Wort heute, so ganz ohne Steiner, zu sagen?", fragte ich mich da, ganz ohne Worte.
      Erst nach und nach i n Worten.
      Wenn die jeder seins mit treiben kann, sei es recht, oder unrecht. Also muß man's recht verstehen lernen. "Recht auslegen?" Mh! Das Auslegen der Schriften durch den Gelehrten. Da sind wir beim Intellekt. Dem "Rechts-Anwalt" des sich nicht mehr wehren könnenden Autors der Zitate all. Die jüdische Tora ist ja der Zitate voll, die sich wie Jahresringe um die zentralen Texte legen. Das ist die eine Seite. Die andere ist die "Erfahrung". Das, wo Du, manroe, Schwelle, "Dann", vermutest, spürst, oder tatsächlich ganz evident als "aha" erlebst, je nachdem.
      Es gab diese Schweige-Zweige, und Zweige, in denen geredet wurde. Mir ging oft auf die Nerven, wenn ich was erfragte, im Zweig, oder Zusammenkünften ähnlicher Art, wenn es dann hieß "ja, das..! :-(, .."..ist intellektu äll"..
      :-/ mmmmmh... aber wozu dann etwa gemeinsam ein Buch lesen? Verzeih, es gibt ein chinesisches Gedicht, wo die Übersetzung lautete: "Wir sind uns Freunde, da wir nüchtern sind! Ein jeder geht für sich, wenn erst der Rausch beginnt!" Nun kann "Rausch" auch Metapher für "Erfahrung" sein, und "Freund" für den Bereich, wo wir uns aufeinander verlassen, einander verstehen, verständigen können...
      mmmmh..!, LG, m.butty

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    19. AnonymMar 4, 2012 06:59 AM

      "Oder wärerst Du eher für ein verbindliches Verbot von Bildersprache?

      Nein, ganz und gar nicht, zumal ich glaube sagen zu können, daß der Quell der Bildung aus Bildern sich speist, anfänglich und erst dann abstrahierte Begriffe generiert werden. Und in dem "ung" von Bild-ung ist die Keimzelle der Begriffe zu sehen, bereits veranlagt. Und wenn man sich zusehen lernt beim Verstehen von Begriffen, eigentlich mehr oder weniger deutlich immer im Zuhören, Lesen, Denken, da kehrt man dann den Prozess um und bildet wiederum Bilder um in einem inneren Anschauen einen solchen Vorgang sich vorstellen zu können, ihn betrachtet und dadurch erfasst. "Im Denken sehend werden...davon hängt unermesslich viel ab..." so Steiner in den Leitsätzen. Bewegt man sich fast ausschliesslich mehr oder weniger bewusst nur in Begriffen, schwindet im selben Maße auch die Fähigkeit zur Kreativität und somit wirklichen Eigenständigkeit und Freiheit dem gegenüber was man tut wenn man tut bzw. eigentlich tun könnte.

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    20. Mischa, ich habe überhaupt nichts gegen intellektuäll :-), möchte nur darauf verweisen, dass Intellektualität sowas wie Sekundärliteratur ist im Vergleich zu schöpferischem Sein und man sich bemühen sollte herauszufinden, wie man die "Startposition" im wirklich eigenen Handeln "zu Gesicht" bekommt. Oder andersrum, wie könnte man sich wirklich erlebend aneignen, ob es das in Wirklichkeit gibt, dies "Steine statt Brot" und was das bedeutet und wie es sich auswirkt, in beide Richtungen, als Empfänger und Aussender.

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  12. Huch, schon bereits wieder soviel Kommentare. Auch wußte ich nicht, daß auf einem anderen Stream bereits 147 waren, Wolfgang mittendrin schon..

    Lieber Michael, Wolfgang schrieb z.B.:
    //Aber auch die Vortragsreihen über die Evangelien - und das fünfte Ev.! - hat er nicht nur aus Langeweile gehalten. Wenn Deine Anthroposophie nur eine denkerische ist - und ohne Spiritualität und Gefühlen wie z.B. "Devotion" usw. (aus Angst, daß das ja religiös oder gar katholisch sein könnte - wie lächerlich! Woher hast Du Deine Traumas?) und wenn für Dich "der Christus" nur eine strategische Erfindung Steiners war, - //

    //Aber willst Du nun damit aufhören, z.B. die vielen Beiträge, die Steiner lieferte über die Beschaffenheit des Lebens zwischen Tod und Wiedergeburt zu studieren - weil das, was er lieferte, nicht Dein Vertrauen hat? (und er zu alt war...) Also meines hat er durchaus noch!//

    //Ansonsten beschrieb Steiner die Anthroposohie mal als "Gralswissenschaft", mal als "Christuswissenschaft". Glauben die Autoren der "Endstation" also, es hat sich bei Steiner letztenendes nur um einen großen Scharlatan und Lügner gehandelt?"//

    Es ist mir peinlich, mich da nicht richtig ausdrücken zu können, wollte mich auch kurz fassen, wegen konstitutioneller Schwächung durch Infektion, fataler Reflexe im Zusammenhang mit aller Nahrungsaufnahme, eh zum stillen Mitlesen verdammt. Wolfgangs Beitrag, direkt, emotional, lockte mich aus der Lethargie...

    Ich schrieb halt, vor allem mich auf die Vorträge über die Evangelien beziehend, bzw. auf den über das fünfte:

    //Michael hat sich, soweit ich mich erinnere, nie davon "distanziert", noch dazu "bekannt",//
    weil ich bei Dir nie gefunden hatte, daß Du Dich da so geäußert hättest, als haltest Du diese Vorträge für eine Erfindung oder einen Trick, eine Metapher, noch so geäußert habest, als wären es für Dich Realitäten aus der Antike durch Hellsehen eins zu eins dargelegt. Judy out of hall, from hall, sozusagen, zieht ja damit ihr Publikum in die Hallen.

    Aber auch mich interessiert brennend, und ich werde wohl nie erfahren, ob Steiner bei so Sachen, etwa wenn er einem Evangelienvortrag erwähnt, man hätte früher Schüler Verwesung einatmen lassen, die hätten dann in anderer Inkarnation Heilfähigkeit entwickelt, oder Räuchergefäße beschreibt, ob diese Mitteilungen "echt antik" quasi historische Quellen ersetzen, archäologische, schriftliche.
    Trotz der Gänsefüsjen habe ich mich unglücklich ausgedrückt.
    LG, mischa butty

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    1. Lieber Mischa, ich halte mich an eine Empfehlung Georg Kühlewinds, was Arbeiten im anthroposophischen Rahmen betrifft, mich nur selbst über das zu äussern, was ich durch eigene Erfahrung abdecken kann. Mag sein, dass ich das nicht an jedem Punkt durchhalte. Falls mir doch etwas dergleichen entfährt, empfinde ich Scham. Das bedeutet aber doch nicht, dass ich es meiden oder nicht gutheißen würde.

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    2. Angekommen. :-)
      Darum schrieb ich: //Aber ich glaube, sie haben//
      ...solche Bezüge auf Steiner Zitate, die immer als solche kenntlich sein sollten,von jedem, nicht bloß von Kühlewind, Dir, usw. ...
      // immer etwas vorläufiges. Solange, bis der jeweils eigene Zugang zur Geistigen Welt voll aufgeschlossen sein wird. Aber damit prahlt bekanntlich auch niemand herum, falls...//
      Auch dann ist es sicher nicht unproblematisch, wenn man plötzlich "hellsähe", mit allem Zubehör. Das wäre ja kein aufgesetztes Fernrohr,.. aber da gibt ein "Spekulatius" das andere. Jedoch gewiß würde es nicht jedes Hellsehers Aufgabe sein, Steiner (seine An-Hänger? ;-) ) öffentlich zu "bestätigen". "Stimmt alles!" :-))
      Das sind ja alles Gedanken, die ich laut denke, ohne sie, Lieber Michael, gegen oder für Dich zu richten. Ich möchte hier eher fragen, und Fragen zu stellen, kann schwierig wie Darts-Spielen sein. Ich muß jetzt erstmal lesen, was Wolfgang noch alles schrieb, denn ich glaub, das "gutheißen"/"meiden" kam -als Frage- ja von ihm!
      Die nach meiner Erfahrung von Dir wohl immer durchgehaltene Empfehlung Kühlewinds, die bestimmt auch als inspirierendes Beispiel Wellen schlägt, macht die Egoisten-Seiten so unendlich wertvoll, ...
      Herzlich, mischa butty

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  13. "ich halte mich an eine Empfehlung Georg Kühlewinds, was Arbeiten im anthroposophischen Rahmen betrifft, mich nur selbst über das zu äussern, was ich durch eigene Erfahrung abdecken kann"

    Dem kann ich nur mit ganzem Herzen zustimmen. Für mich ist das die einzig mögliche Zukunft der Anthroposophie, auch wenn es vielleicht erst einmal nicht so leicht fallen mag, sich nicht gewohnheitsmäßig wieder und wieder auf die unzähligen Bücher/Vorträge Steiners zu beziehen.

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  14. Auch von mir eine herzliche, freudige Zustimmung!
    Ja. Auch ich sehe in einer solchen Haltung die einzig mögliche Zukunft.

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  15. @Michael: findet man die Buchbesprechung von Laudert auch im Internet? Also ich hab sie nicht gefunden - müßte die Drei bestellen (worauf ich keine Lust habe...)

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  16. Anonym, diesmal ein andererSamstag, 3. März 2012 um 15:56:00 MEZ

    Von Andreas Laudert gibt es ebenfalls ein sehr zu empfehlendes Buch: "Abschied von der Gemeinde"; eine ähnliche Richtung wie "Endstation...", nicht ganz so chaotisch, dafür merkt man dem Buch aber die hohe schriftstellerische Begabung des Autors an.

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    1. www.123 :ich gestehe,ich habe nicht alle statements gelesen, aber zu e i n e m möchte ich doch etwas sagen, zu dem endlosen Unterscheiden zwischen dem "jungen" und dem "reifen" Steiner : Ist es denn nicht so, daß er bis ca. 1900 s e i n "Anliegen" in d e r F o r m vorgebracht hat, in der es den damals "auf der Höhe der Zeitbildung" stehenden "Kulturschaffenden" hätte verständlich werden können - wenn sie sich denn die Mühe gemacht hätten? Und daß , als von dieser Seite kein Echo kam, er wiederum s e i n "Anliegen" nun halt in d e r F o r m vortrug , die gewissen, nicht immer "auf der Höhe der Zeit(-bildung)" stehenden Zeitgenossen, den Theosophen, geläufig war? An s e i n e m Impuls hat sich da nichts geändert ! Er hat die S p r a c h e gewechselt, eben die F o r m der Darstellung s e i n e s "Anliegens". Und er hat gelegentlich durchblicken lassen, daß noch ganz andere F o r m e n der Darstellung möglich gewesen wären, die aber seine damaligen "Anhänger" überfordert hätten. Steiner ist weder, wie Haeckel urteilte, "Theosoph - und damit "unkritisch" - geworden", noch hat er, wie manche Anthroposophen meinen, seine eigentliche Aufgabe erst nach 1900 gefunden. Er ist einfach nur "selbstloser" geworden; d.h., einem Menschen, in dem der Geist wirklich l e b t , verlangt bereits die philosophische Sprache eine gewisse Entsagung ab.......; und dem Gebrauch der damaligen theosophischen Sprache dürfte ein Akt echter Selbstüberwindung vorausgegangen sein...... Steiner hat diese Sprache denn ja auch gewaltig umgekrempelt, um seine Leiden ein wenig zu lindern; was manche Ur-Theosophen bekanntlich auf die Palme brachte..... Okay, ich zwinge mich jetzt, aufzuhören.

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    2. Vielen Dank für diese Bemerkung. Auch wenn sie nun schon eine Weile her ist: ich habe sie erst jetzt gelesen und mich darüber gefreut – weil ich das nämlich ganz ähnlich sehe. :-)

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  17. Das Folgende ist das Problem von vielen - auch vielen Anthroposophie-Kritikern - Leuten wie Andreas Lichte (der ja sagt, daß R.Steiner nur "ein Gestrüpp von Worten verbreite") sowieso:

    "Ich sagte Ihnen, wer meine «Geheimwissenschaft im Umriß», liest, so wie man heute einen Roman liest oder ein anderes Buch, wer nur passiv sich hingeben will, für den ist diese «Geheimwissenschaft» ein Gestrüpp von Worten, sind es im Grunde genommen auch meine anderen Bücher. Nur demjenigen, der weiß, daß in jedem Augenblick, wo er sich der Lektüre hingibt, er aus seinen eigenen Seelentiefen heraus durch sein intimstes Wollen etwas schaffen muß, wozu die Bücher der anregende Impuls sein wollen, nur dem gelingt es, diese Bücher wie Partituren zu betrachten und das eigentliche Musikstück aus ihnen erst zu gewinnen im eigenen Erleben der Seele. Dieses eigene aktive Erleben der Seele aber brauchen wir.

    Rudolf Steiner, GA 198, Ende 9.Vortrag (Juli 1920)

    :-) Wolfgang

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    1. @ manroe @ wolfgang @ runde
      teil I
      "Die Geheimwissenschaft ist das größte aller Bilderbuchs, aber man muß die Bilder sich selber machen", sagte ein Freund von mir, mit den Händen gestisch in die Luft plastizierend, beim Speisen, wir alle saßen eng nebeneinander, im Begegnungszentrum in Dornach in die Runde.., nun gut, er wird das wo aufgeschnappt haben, er sagte es so, als fiel es ihm gerade selber ein, es gelang ihm nicht ganz, aber man war auch immer dankbar für Aufgeschnapptes, denn hier wurde erzählt, geprahlt, philosophiert, gebalzt, Sprach-Kung Fu, sich durchgesetzt, zugehört, sich geärgert, offen oder still, gelacht, sich gefreut, usw. Ein wenig soziale Plastik beim Mittagstisch. Wundervoll: Alles, alles außer Fernsehen und Alles außer Haute Cuisine und Fastfood auf dem Teller, von "lecker!" bis "man kann es aber essen!" :-))

      Also, ich les nicht einmal einen Krimi so, "wie einen Roman", passiv. Wenn ein Buch mir zusagt, blühen die Bilder in mir auf, ist es schlecht, wird alles in mir nervös und grau. Die "Anthropo-Sofa-Tante" sprach mir daher, ich müsse "aufpassen" und "wach sein", was ich lese, und mir antue. Es wird immer viel gewarnt. Bei Steiner. Manchmal zurecht. Andererseits war dies vielleicht den mütterlichen Frauen, die sich seiner Umgebung zu bemächtigen suchten, geschuldet. Als Abwehr und Zuvorkommnis. So trage ich nun beim lesen immer meine bunten geistigen Wollsocken, meine Nierenwärmer. So, als wüßte ich nicht, daß zuviel der Warnungen eine gesunde Vernunft-Entwicklung schädigen können, da auch diese "Warnungen" Attacken darstellen, mit der ein Immunsystem erstmal zurechtkommen muß; die Haut der Seele ist auch eine Immun-Abwehr!..

      Spaß ganz beiseite: In allem kann man lesen. Und tatsächlich ist der "Gebildete" fähig, in allem Geste oder Abbild, Erinnerung und Tanz und Tatendrang herauszulesen, es auch zuertragen, es in sich selbst zu übersetzen, um sich der Welt in einer kraftvollen Weise einzufügen. Oder schmerzlicher, zu ertragen, Gefüge zu vermissen, und statt ihrer..- tote Fertigung, zwangs-soziale Montage, Überstrapazierung von Unvereinbarkeiten - gesteigert- zu erleben. Das ist ja wichtig, um überhaupt wahrhaft politischer Mensch zu werden. Der Gebildete ist fähig, zu lesen, zu hören, zu vervollständigen. Das ganze Gebilde im geschickten Fangen achtsam zu halten so, wie Mädchen spielend den Ball fangen, selbstvergessen, wenn sie tanzen. Hätte Rilke vielleicht gesagt. Der Gebildete ist fähig, die Obertöne jeder Musik zu vervollständigen, und selber ein Stück "Vervollständigung" zu sein, wenn sein Gegenüber danach verlangt, ...

      Unsichtbar und unaussprechlich scheint mir vieles Wesentliche. Denn nur so erhalten Metaphern und Gesten einen tieferen Sinn. Das Eine steht nicht für das Andere. Sondern beide stehen für etwas, auf das sie, unterschiedlich, hinweisen. So kann zum Einen und Anderen noch Vieles hinzutreten, und ein Reigen, eine Ordnung entsteht. In uns? Oder in der Welt? Geschaffen? Eben erst entdeckt?

      Es heißt, es gäbe nichts falsches. Nur unpassendes. Darum sollte man kein Puzzlelink, keinen Spielstein im Leben leichtfertig wegwerfen. Warnungen, akzeptieren, ja. Dort, wo sie Orientieren. Wenn wir sie zu ertragen und zu ordnen gelernt haben, ein wenig..
      (m.butty)

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    2. teil II
      Das "Kambium" des Lebendigen erschafft Tänze, Bilder, Gesten. Die Borke des Erstorbenen kann den Lebensbaum schützen und stabilisieren, durch Abbilder und Echos aus dem Vergangenen. Aber nie wird aus Zusammensetzen von Erstorbenem neues Leben. Erstorbenes ist vollendetes.

      Hermann Hesse schrieb den Roman "Das Glasperlenspiel". Hesse, soweit ich weiß, wollte von Steiner nichts wissen. Im Inneren von Hermann Hesse "tönte" gerade genug der "Sphärenmusik".
      Mich hat immer geärgert, in allen mir bekannten Werken und Fragmenten Hesses nirgends ein Beispiel für ein Glasperlenspiel gefunden zu haben. Was ist denn nun ein richtiges Glasperlenspiel?
      Es wurde von Resonanzen, Verknüpfungen, geheimen Zeichen, Winken, subtilen Unterscheidungen in Resonanzen und Assoziationen ein Weniges angedeutet. Es mußte reichen, den die Romanfigur des Josef Knecht war zentraler und wichtiger, als das Spiel, welchem sein Leben gewidmet war.

      Ist die "Philosophie der Freiheit" ein Glasperlenspiel, in dem sich der junge Steiner der Spielweise der Philosophie bemächtigte? Das Glasperlenspiel Goethes mit der Botanik, ist es die "Urpflanze"? Das Glasperlenspiel Goethes mit dem Farbenreich, ist es die, nicht newtonsche, "Farbenlehre"? Das Glasperlenspiel Steiners mit der Evolutionslehre, war es das, was Haeckel auf den Baum hinauf brachte?

      Ist die "Anthroposophie" ein Glasperlenspiel, in dem sich der ältere Steiner der Spielweise der theosophischen Bilder von "Wurzelrassen und Runden" bemächtigte? Wie fatal mißverstanden, mißverstehbar und unvorhersehbar kompliziert dieses eine Erkenntnis-Spiel einmal werden würde!

      Oft trafen sich die Meister des Ordens, so Hesse in seinem Roman, um neue Zeichen, eine neue Regel gar einzuführen, um Mißverständnisse und Gefahren auszuschließen. Da wurde oft lange Zeit darüber beratschlagt und gedacht.

      "Anthroposophie" will kein Glasperlen-Spieler-Orden sein. Sie will in der Welt sein, mittendrin.
      "Der Mensch ist nur da wahrhaft Mensch, wo er spielt" heißt es. Schiller. Ästhetische Erziehung des Menschen.

      Der Nationalsozialismus war kein Spiel. Er hat die wahre Menschliche Natur beleidigt.

      Immer, wenn der Mensch den Menschen beleidigt, und das "Spiel" unterbricht, zieht die Geistlosigkeit in das Leben ein.

      Spiel? Es muß nichts großes sein, es muß nicht einmal immer "lustvoll angenehm" sein. Auch in Schwerarbeit kann immer noch etwas da sein, was "Spiel" ist, "Tanz". "Geistige Wesen" scheinen den Menschen berühren, wenn er der geheimen Regeln des "Spiels" gewahr wird.
      m.butty

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    3. @m.butty
      Du schreibst herrlich poetisch...sehr schön!
      Du sagst aber oben auch:
      "Und tatsächlich ist der "Gebildete" fähig, in allem Geste oder Abbild, Erinnerung und Tanz und Tatendrang herauszulesen, es auch zu ertragen, es in sich selbst zu übersetzen, um sich der Welt in einer kraftvollen Weise einzufügen."

      Leider gibt es dann aber auch auf jeden Fall jede Menge "Ungebildete", die Anthroposophie versuchen zu lesen - und die es nicht verstehen. Ein klassisches Beispiel ist doch Andreas Lichte: begabt, intelligent,intellektuell,vielleicht auch Poesie liebend, auch im modernen Sinne "gebildet" - aber offensichtlich nicht in dem Sinne gebildet, wie Du das hier meinst...- denn es fehlt der Zugang zum Anthroposophie-Verständnis.
      Zu Deiner Art "Gebildeter" gehört er somit auf keinen Fall!
      Ich rede jetzt nicht vom Thema "Rassismus bei Steiner" - sondern ein A. Lichte (und mit Sicherheit andere "gebildete" Anthroposophie-Kritiker) meint wirklich - so wie das Steiner sagt (Zitat R.S.:"für den ist diese «Geheimwissenschaft» ein Gestrüpp von Worten, sind es im Grunde genommen auch meine anderen Bücher")daß alles von Steiner tatsächlich ein gesponnenes "Wortgestrüpp" ist.
      Er versteht es wirklich nicht - und hält R.Steiner für eine Kombination aus psychisch krankem Mann und Scharlatan, der wirres und gesponnenes Zeugs daherredet. Und meint, daß das Gerede von R.S. häufig von vernünftigen Menschen gar nicht verstanden werden könnte...
      Ich finde es sehr treffend wenn Steiner meint:
      "Nur demjenigen, der weiß, daß in jedem Augenblick, wo er sich der Lektüre hingibt, er aus seinen eigenen Seelentiefen heraus durch sein intimstes Wollen etwas schaffen muß, wozu die Bücher der anregende Impuls sein wollen, nur dem gelingt es, diese Bücher wie Partituren zu betrachten und das eigentliche Musikstück aus ihnen erst zu gewinnen im eigenen Erleben der Seele."

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    4. Es gibt mit Sicherheit viele Leute, die dazu nicht in der Lage sind. Und das sind dann alles offensichtlich nicht "die Gebildeten" in Deinem Sinne - auch wenn sie einen hohen IQ haben, äußerlich gebildet sind, intellektuell und wortgewandt...- Leider aber nur sehr eingeschränkt "gebildet" - denn für das sich Einstellen auf Anthroposophie sind sie nicht begabt, oder nicht fähig,nicht flexibel genug - oder einfach nicht gewillt! (und letzteres - "nicht gewillt" - sollte man auch nicht unterschätzen)

      Du hast auch recht damit, daß man alles - auch den Krimi - selbst beim Lesen belebt. Aber ich rede von eigener Erfahrung, wenn ich Dir schildere, daß ich zeitweise nicht mehr dazu in der Lage war, etwas anderes als R.Steiner zu lesen!(ist allerding schon einige Jährchen zurück). Ich fand schon das Lesen von anthroposophischer Sekundärliteratur etwas graues, langweiliges und unlebendig-abstoßendes. Oder ich empfand mich selbst als korrupt, wenn ich mich auf einen andern Stil - z.B. von anthropos. Sekundärliteratur, erst recht bei anderem - einließ. Andere Bücher, z.B. Krimis, die hab ich gar nicht mehr kapiert (oder: nicht kapieren wollen und deshalb nicht können...)- war alles nur tote, graue Langeweile. Ich habe mich im Laufe der Jahre wieder "umerzogen" - behaupte aber immer noch, daß zwischen Berichten, Erfahrungen, wissenschaftlichen Büchern, philosophischen Werken, Biografien, Romanen, Krimis, religiösen Werken, New-Age-Esoterik, oder auch sonst irgendeiner Esoterik, Kurzgeschichten, Dokumentationen usw.usf. einerseits - und speziell anthroposophischen Büchern von R.Steiner andererseits (mit diesem ganzen "sinnlichkeitsfreien" Denken und Vorstellen) - ein großer Unterschied besteht (auch wenn zwischen den andern aufgezählten Dingen auch schon große Unterschiede bestehen)! Es liegt wohl daran, daß ich - sobald ich Steiner lese - diese Umstellung bei der Lektüre vornehme, die doch ganz anders geartet ist als die Umstellung auf die Lektüre von andern "Philosophen" oder Denkern oder auch Romanen oder Krimis...
      Von daher gehöre ich schon (ohne das als etwas "elitäres o.ä. zu empfinden) - wie offensichtlich viele oder alle sog. "Anthroposophen" - durchaus zu den Leuten, die wissen "daß in jedem Augenblick, wo er sich der Lektüre hingibt, er aus seinen eigenen Seelentiefen heraus durch sein intimstes Wollen etwas schaffen muß, wozu die Bücher der anregende Impuls sein wollen..."
      Grüsse...Wolfgang

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  18. Lieber Mischa

    "Der Gebildete ist fähig, zu lesen... "

    Nimm das "Bild" im Gebildeten -- es gibt einen "Komponisten" der "Bilder", es gibt in der Realität keine Wörter, es gibt in der Realität auch kein Geld und dennoch ist in ihnen zusammengefasst, was man/ich,du durch geistige Bewegung verdichtet haben. Lässt Du den Rauch einer Räucherkerze aufsteigen und fügst dem durch eine Handbewegung über die Luft eine "Absicht" bei, wird der Rauch Dir zeigen wie er fühlt und reagiert, alles stimmt, wenn man hinschaut und es sich aussprechen lässt.

    Und dann -- stelle da mal einen Konstruktivisten in dieses Szenarion hinein, das tut weh -- weil es lärmt und kracht :-)

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  19. Du, Wolfgang, ;-) ...Du schreibst:
    //Aber ich rede von eigener Erfahrung, wenn ich Dir schildere, daß ich zeitweise nicht mehr dazu in der Lage war, etwas anderes als R.Steiner zu lesen!(ist allerding schon einige Jährchen zurück).//
    Das hat man manchmal. Vor allem, wenn man jünger ist, und einer gewissen Zuwendung entbehrt. Würde ich mal sagen. So eine zwischen freilassend und fordernde Zuwendung.
    Die Mono-Lese-Kultur ersetzt dann eine Bezugsperson, die einem da ins Erwachsenenleben begleitet, in diesem heiklen Zwischenreich. Wo man noch Fast-Kind und schon Fast-Mann ist. Es gab Zeiten, da las ich nur Hesse oder Castaneda. Bevor ich nach Anthroposophistan vorstieß. In Stuttgard (1988) "machte" ich ein Jahr, "Einführung in die A.-Sophie". Sonst hätte ich von Castaneda auf Steiner umgesattelt, neue Monokultur. Dort wurde ich "geärgert" und herausgefordert, kritisiert, liebevoll, das machte mir Mut. Die Vorzüge der Vielfalt und Offenheit wurden mir schmackhaft gemacht. Merkst Du was? Wir dürfen uns nicht fragen "Wie werde ich etwas offenbar Unvorteilhaftes los?" (Rauchen, Monolektüren, Nächte durchmachen, waas der Deiwel) sondern "Was fehlt mir? Sodaß ich an einer Stelle übertreibe, weil ich an anderer Stelle etwas fürchte, oder für etwas taub geworden bin?" Man muß mit sich reden, und mit Anderen freilich auch. Es geht ja nicht um Lebensberatung. Sondern um die Eigenart des Mäntschen ;-).. wenn er spirituelle Bücher liest oder eben solche Wege beschreiten will, immer mit was aufhören zu wollen, statt sich in Ruhe zu lassen, und dazu was zu beginnen...
    LG, m.butty

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  20. Hallo m.butty,

    ich hatte auch meine Hesse- und meine Castaneda-Phase und meine LSD-Schluck-Phase- (und noch einige andere "kleinere" Phasen...)aber dennoch bleibe ich dabei - und darum geht es mir in dem letzten Beitrag - daß - bevor ich auf die Anthroposophie stieß - egal welche Phase ich hatte - mir NIE etwas so sehr "anders" vorkam als alles andere was es so gibt, als eben die Bücher von R.Seiner...Obwohl ich mich davor schon mit diversen anderen "Spiritualitäten" und "Esoteriken" befaßt hatte...
    Und ich bin davon überzeugt, daß das deshalb ist, weil es sonst nirgends so viele und detaillierte und realistische Beschreibungen von "Unsichtbarem" gibt, - und das - viel intensiver als bei sonst einem Autor - noch ständig Dein Wahrheitsgefühl anspricht und auch Dein Herz darin eine Heimat findet. Und deshalb habe ich bis heute noch das Gefühl, daß zwischen der Lektüre von Steiner-Büchern und allen andern Büchern ein größerer Unterschied ist als die Unterschiede zwischen den andern "Lektüren". Auch wenn ich inzwischen durchaus auch andere Bücher mal lese - oder Sekundärliteratur - oder gar nix - oder Zeitschriften...(Um mich danach allerdings auch wieder sehr stark "Zuhause" zu fühlen, wenn ich ein Steiner-Buch in die Hand nehme, oder auch nur Zitate lese, z.B. in einem Buch von Peter Selg oder sonstjemandem - mit einem jedesmal wieder von Neuem erstaunlichen "Verjüngungseffekt").
    Dazu ist es aber auch immer noch das Gefühl (das habe ich seit über 18 Jahren), daß die Anthroposophie etwas ganz besonderes ist - eine Art Schatz, der mit nichts zu vergleichen ist. (Obwohl ich mittlerweile natürlich einige Freunde habe, mit denen ich mein anthrop. Interesse teile, Dinge gemeinsam lese, darüber rede usw.) Und auch öfters das Gefühl, darin die Liebe des Christus zu finden... Oder überhaupt so eine Art Kraft, die in mich strömt - und die ich sonst nirgendswo her bekommen kann. Und natürlich Denkanregung, Entwicklungsanregung, Meditationsanregung wie sie mir am ehsten entspricht von allen "Angeboten auf dem Markt"...

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  21. Fortsetzg:
    Und halt auch das Gefühl, daß (Zitat R.S.) bei der anthroposophischen Lektüre etwas in mir reagiert und auch "sich erinnert" oder "herauskommt" - eben nicht nur der Verstand und der Intellekt, der reagiert, wie bei anderer Lektüre - sondern etwas,das schon in diesem Sinne antwortet:
    R.S.:
    "Nur demjenigen, der weiß, daß in jedem Augenblick, wo er sich der Lektüre hingibt, er aus seinen eigenen Seelentiefen heraus durch sein intimstes Wollen etwas schaffen muß, wozu die Bücher der anregende Impuls sein wollen."
    Und ich mich deshalb schon identifiziere mit dem hier:
    "Anerkennen kann Anthroposophie nur derjenige, der in ihr findet, was er aus seinem Gemüte heraus suchen muß. Anthroposophen können daher nur Menschen sein, die gewisse Fragen über das Wesen des Menschen und die Welt so als Lebensnotwendigkeit empfinden, wie man Hunger und Durst empfindet."

    Sicherlich ist das auch verursacht durch die Tatsache, daß ich schon viele "existentielle" Dinge erlebte. Bin schon in vielen Krankenhäusern gewesen und z.B. schon zweimal fast gestorben - und (am meisten nach dem ersten mal) dann sind da schon eine Million Fragen ans Leben dagewesen, und vieles, was ich davor gelesen und geglaubt hatte, war nicht mehr da, war unglaubwürdig, waren leere Worte.
    In diesen Situationen waren die Bücher von Steiner eine große Ausnahme: Du bist da in einer Situation, wo Dir alles übliche nix mehr bringt, wo Du nix mehr glaubst - und mit Religion eh nix mehr anfangen kannst. Und dann taucht da der Steiner auf, läßt Dich nicht mehr los, sorgt letztenendes für Dein Weiterleben und eine Kraftzunahme...- wie sollte/könnte ich das je vergessen? Geht ja nicht mal, wenn ich es wollte...
    Und dann ein paar Jahre später wache ich plötzlich in einer Intensivstation auf - und wieder - nach Herzstillstand - wars knapp...- Trotz mittlerweile "normalem" äußeren Leben empfinde ich ständig, daß das Leben etwas "Existentielles" ist - und wunder mich oft genug über Zeitgenossen, die so vieles als so selbstverständlich und "normal" hinnehmen...

    herzlichen Gruß
    Wolfgang

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  22. Ach - auch auf die Gefahr hin, daß ich Michael nerve, bereichere ich diese Site hier mal noch mit allerlei hochinteressanten Äußerungen von R.Steiner... Grüsse an alle - und lest auch schön alles, es lohnt sich...:-) Wolfgang

    "Das Sich-nicht-Erfüllen mit einem geistigen Gehalt führt zu einer Einkapselung des einzelnen Individuums. Es gibt zahlreiche Wege zur Anthroposophie. Man sollte darüber hinauskommen, sich zu stoßen an dem Wesen einzelner Menschen, die Anthroposophen sein wollen, und sollte versuchen, die Anthroposophie wirklich zu erleben. In der Gegenwart ist eigentlich Anthroposophie das einzige, das nicht dogmatisiert, und das nicht darauf erpicht ist, etwas in ganz bestimmter Weise hinzustellen, sondern das bestrebt ist, etwas von verschiedenen Seiten anzuschauen. Die Hauptsache der Anthroposophie liegt im Leben und nicht in der Form. Man ist ja wohl gezwungen, wenn man verstanden werden will, Formen anzuwenden, die gegenwärtig üblich sind. Ein Amerikaner fragte mich einmal: Ich habe Ihre Schriften gelesen, auch Ihre sozialen. Glauben Sie, daß sie auch noch für kommende Zeitalter gelten? Ich habe ihm geantwortet: Sie sind so aufgebaut, daß sie sich metamorphosieren können, und dann können ganz andere Folgerungen für die kommende Zeit sich ergeben als für die jetzige. Es kommt darauf an, daß Leben Leben findet." R.St. in GA 217a, S.44

    „Da ist es durchaus notwendig, daß man als Anthroposoph weiß, daß in dieser Lage für den Anthroposophen das Karma schwerer zu erleben ist als für andere Menschen. Zunächst sind diejenigen Menschen, die in die Anthroposophische Gesellschaft kommen, geradezu prädestiniert, das Karma schwerer zu erleben als andere Menschen. Und geht man vorbei an diesem schweren Erleben, will man sein Karma bequem erleben, dann rächt sich das eben nach irgendeiner Seite hin. Man muß auch im Karma-Erleben Anthroposoph sein können; man muß aufmerksam hinschauen können auf das Karma-Erleben, um richtig Anthroposoph zu sein. Das bequeme Erleben eines Karma, das Wollen, Karma bequem zu erleben, führt dann gerade dazu, daß es sich rächt in physischer Erkrankung, in physischen Unfällen und dergleichen." GA 237

    „Wenn dann eine anthroposophische Bewegung ehrlich ist ... was ist dazu vor allen Dingen nötig? Mut! Den lernt man sehr schnell oder gar nicht. Wirklich Mut! Mut, sich zu sagen: Das Leben der Welt muß in seinen Fundamenten neu gegründet werden. ... Allerdings es ist schwierig, daß die anthroposophische Bewegung die Schule des Mutes wird, weil sie von vielen heute nicht als das Erste ins Leben hineingestellt wird, sondern als das, was nebenherläuft. ... Es ist ein Symptom ... dafür, daß der durchgreifende Mut nicht da ist, sich ... mit dem Geistigen der Anthroposophie wirklich zu verbinden, nicht mit dem Schatten der Anthroposophie.“
    (20.7.1924, GA 217a, S. 183, "Das Leben der Welt muß in seinen Fundamenten neu gegründet werden").

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  23. "Es hieße seine Menschheit verleugnen und die Götter betrügen, wollte man nicht nach Weisheit streben. Jeder Tag und jede Stunde des Jahres ist gut angewendet, wo wir uns klar werden, daß es unsere Menschheitspflicht ist, nach Weisheit zu streben."

    "Ausschließen das Wissen von den geistigen Welten auf der Erde heißt, sich geistig-seelisch blenden für sein Leben nach dem Tode. Und man tritt einfach als ein Krüppel in die geistige Welt ein, wenn man durch die Todespforte tritt, wenn man es hier auf dieser Welt verschmäht, von der geistigen Welt etwas zu wissen, denn die Menschheit entwickelt sich zur Freiheit."

    "Diejenigen aber, die nicht feige sind, wissen, daß der Christus sich immer offenbart. Deshalb dürfen wir dasjenige, was er als Anthroposophie offenbart, als eine wirkliche Christus-Offenbarung aufnehmen. — Oft, meine lieben Freunde, werde ich gefragt von unseren Mitgliedern: Wie setze ich mich in Verbindung mit dem Christus? — Es ist eine naive Frage! Denn alles, was wir anstreben können, jede Zeile, die wir lesen aus unserer anthroposophischen Wissenschaft, ist ein Sich-in-Beziehung-Setzen zu dem Christus. Wir tun gewissermaßen gar nichts anderes. Und derjenige, der nebenbei noch ein besonderes Sich-in-Beziehung-Setzen sucht, der drückt nur naiv aus, daß er eigentlich vermeiden möchte den etwas unbequemen Weg, etwas zu studieren oder etwas zu lesen."

    "Viele unterschätzen noch immer die Gewalt dessen, was in diesen Mitteilungen aus einer höheren Welt allein schon verborgen liegt. Und im Zusammenhange damit überschätzen sie allerlei andere Übungen und Prozeduren. Ja, was nützt es mir, sagen sie, wenn mir andere erzählen, wie es in höheren Welten aussieht: ich möchte doch selbst da hineinschauen. Solchen fehlt nur zumeist die Geduld, sich immer wieder und wieder in solche Erzählungen aus höheren Welten zu vertiefen. Täten sie es, dann würden sie sehen, welche Zündekraft diese «bloßen Erzählungen» haben und wie wirklich die eigene Inspiration angeregt wird, wenn man die Inspirationen anderer mitgeteilt erhält." GA 12
    Gewiß, es müssen zum „Lernen“ andere Übungen hinzukommen, wenn der Schüler rasche Fortschritte in dem Erleben der höheren Welten machen will; es sollte aber niemand die unbegrenzt große Bedeutung gerade des „Lernens“ unterschätzen. Und jedenfalls kann niemandem Hoffnung gegeben werden, daß er durch irgendwelche Übungen rasche Eroberungen in den höheren Welten machen werde, der es nicht zugleich über sich bringt: unablässig sich in die Mitteilungen zu vertiefen, die, rein erzählend, von den Vorgängen und Wesen der höheren Welten von berufener Seite gemacht werden.
    GA 12, S. 62ff.

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  24. "Nicht für sich selbst, aus Neugier oder dergleichen, soll der Esoteriker studieren, sondern er muß sich das hingebungsvollste Studium zur Pflicht machen um seiner und der Menschen- und Weltenentwicklung willen. Und wenn wir so durch intensives Studium unsere eigene Wesenheit erkannt haben, wenn wir dadurch wissen, wie und wodurch sie entstanden ist, dann bekommen wir ein heiliges Gefühl davon. Dieses Gefühl drücken wir dann aus in dem Satze: Aus Gott sind wir geboren - Ex Deo nascimur." GA 266b, S 200f

    „Der sicherste und nächstliegende Weg für den Geistesschüler, zu solchem sinnlichkeitsfreien Denken zu kommen, kann der sein, die ihm von der Geisteswissenschaft mitgeteilten Tatsachen der höheren Welt zum Eigentum seines Denkens zu machen“.

    "Wenn jemand Anthroposophie studiert und sagt, sie lasse ihn kalt, dann kommt er mir vor wie einer, der Holz in den Ofen legt und wieder Holz hineinlegt und dann sagt: Es wird ja ewig nicht warm. - Aber er sollte nur das Holz anzünden, dann wird es schon warm werden! Die Anthroposophie kann man vortragen, sie ist das gute Holz der Seele; aber anzünden kann es jeder nur selber. Das ist das, was jeder in seinem Gemüte finden muß: das Zündholz für die Anthroposophie. Wer die Anthroposophie kalt und nüchtern und intellektuell findet, dem fehlt nur die Möglichkeit, diese sehr brennende, sehr wärmende und das Gemüt durchseelende Anthroposophie anzuzünden, so daß sie ihn mit ihrem Feuer durchglühen kann. Und so wie man für das gewöhnliche Holz nur ein kleines Zündholz braucht, so braucht man auch für die Anthroposophie nur ein kleines Zündholz. Damit aber werden wir die Michael-Kraft im Menschen entzünden können."

    "Unwissend zu bleiben, wo Erkenntnis möglich ist, bedeutet eine Versündigung gegen die göttliche Bestimmung des Menschen. Denn der Weltengeist hat in uns die Kraft gelegt, wissend zu werden; und wenn wir nicht erkennend werden wollen, so lehnen wir es ab - was wir eigentlich nicht dürften -, eine Offenbarung des Weltengeistes zu sein, und stellen immer mehr und mehr nicht eine Offenbarung des Weltengeistes dar, sondern eine Karikatur, ein Zerrbild von ihm.Es ist unsere Pflicht, nach Erkenntnis zu streben, um immer mehr und mehr ein Bild des Weltengeistes zu werden. Erst wenn wir mit diesen Worten einen Sinn verbinden können, «ein Bild des Weltengeistes zu werden», erst wenn es uns bedeutungsvoll wird, in diesem Sinne zu sagen: Wir müssen erkennen, es ist unsere Pflicht zu erkennen -, erst dann können wir das vorhin geforderte Gefühl von Ehrfurcht gegenüber der Wesenheit des Menschen so recht empfinden." GA 128, 1. Vortrag

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  25. „Was nämlich von übersinnlichen Weltinhalten gewußt werden kann, das lebt in dem Darsteller als lebendiger Seeleninhalt; und lebt man sich in diesen Seeleninhalt ein, so entzündet dieses Einleben in der eigenen Seele die Impulse, welche nach den entsprechenden übersinnlichen Tatsachen hinführen. Man lebt im Lesen von geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen auf andere Art, als in demjenigen der Mitteilungen sinnenfälliger Tatsachen. Liest man Mitteilungen aus der sinnenfälligen Welt, so liest man eben über sie. Liest man aber Mitteilungen über übersinnliche Tatsachen im rechten Sinne, so lebt man sich ein in den Strom geistigen Daseins. Im Aufnehmen der Ergebnisse nimmt man zugleich den eigenen Innenweg dazu auf.“ Die Geheimwissenschaft im Umriß

    "In alten Zeiten haben die Menschen hellseherische Offenbarungen gehabt und sie haben sie nicht verstanden; sie haben sie erst später verstehen gelernt. Heute muß der Mensch zuerst verstehen, muß anstrengen seine Intellektualität, muß anstrengen seinen Verstand, und wenn er ihn anstrengt durch das, was in der Geisteswissenschaft vorliegt, dann wird die Menschheit sich hinentwickeln wiederum zum hellseherischen Aufnehmen des Geistigen. Das ist allerdings etwas, was die meisten Menschen heute noch vermeiden möchten: ihren gesunden Menschenverstand anzuwenden, um die Geisteswissenschaft zu verstehen. Würde man es vermeiden wollen, so würde man auch vermeiden wollen, überhaupt die geistigen Offenbarungen in unsere irdische Welt hereinzulassen."

    "...Wenn man nämlich im richtigen Alter so etwas hat, was einen geistig innerlich ganz in Anspruch nimmt, was einen auch in Begeisterung bringt - Begeisterung heißt ja nicht deshalb Begeisterung, weil es nicht den Geist in Bewegung bringt, sondern gerade weil es den Geist in Bewegung bringt, heißt es Begeisterung, sonst würde es «Bestofflichung» heißen; selbst die Materialisten, wenn sie ihre Volksreden halten, sagen nicht: Wir wollen uns durchdringen mit Bestofflichung, sondern sie sagen, trotzdem sie an den Geist nicht glauben: Wir wollen uns durchdringen mit Begeisterung-, wenn man sich also wirklich durchdringt mit Begeisterung, so ist das ein Quell der Verjüngung. Das kann man allerdings bei Ratten nicht nachprüfen! Aber es ist ein Quell der Verjüngung bei Menschen. Und wenn man die Beobachtungen im Leben dahin machen würde, würde man finden, daß das, was man einem Menschen überhaupt an Verjüngung beibringen kann nach dem Quantum seiner Kraft, seiner Lebenskräfte, daß man ihm das viel besser beibringt, wenn man ihm in der richtigen Weise Zeit läßt, innerlich sich zu durchdringen mit einer geistigen Tätigkeit. Denn eine geistige Tätigkeit hat nämlich die Eigentümlichkeit, daß sie die Drüsenwände zusammenhält und stark erhält. ... ... " Rudolf Steiner
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    Wer aber im Geiste lebt, lebt frei. Denn er hat sich alles Untergeordneten entwunden.

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  26. Diese Stimmung der Seele: nicht bloß aus Pflicht, sondern aus Liebe, aus Neigung, aus Hingabe zu denken und zu tun, diese Stimmung bereitet die Seele dazu vor, ein Diener der guten Mächte von Gesundheit, von allen heilsamen Kräften zu werden, die aus der übersinnlichen Welt in unsere physische Welt hinuntergeschickt werden, ein Diener von allem Sprießenden und Sprossenden, Gedeihenden zu werden und die Seligkeit zu empfinden, die man dadurch empfinden kann.
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    Mache dich nicht durch die ungesunden geistigen Inhalte zum seelisch-geistigen Krüppel, denn wie auf jeden Menschen, so ist auch auf dich nicht nur im allgemeinen gerechnet, sondern es ist auf dich gerechnet, insofern du ein ganz persönlicher, individueller Mensch bist!
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    Alles, was die Menschheit als musikalische Kunst kennt, sind Ausdrücke, Abprägungen dessen, was unbewußt erlebt wird in den Sphärenharmonien, und musikalisch begabt sein, heißt nichts anderes, als einen astralischen Leib haben, der während des Tageszustandes empfänglich ist für das, was ihn die ganze Nacht durchschwirrt. Unmusikalisch sein heißt: diesen astralischen Leib in einem solchen Zustande haben, daß eine solche Erinnerung nicht stattfinden kann. Es ist das Hereintönen einer geistigen Welt, was der Mensch in der musikalischen Kunst erlebt.
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    Alles, was aus reinem Nützlichkeitsprinzip, aus Einzel- oder Gesamtegoismus heraus geschaffen wird, ist in Zukunft des Menschen Feind. Wir fragen heute viel zu viel nach dem Nutzen dessen, was wir tun. Wenn wir die Entwickelung wirklich fördern wollen, so dürfen wir nicht nach dem Nutzen fragen, sondern vielmehr danach, ob etwas schön und edel ist. Wir sollen nicht nur aus dem Nützlichkeitsprinzip heraus handeln, sondern aus reiner Freude am Schönen. Alles, was der Mensch heute schafft, um sein künstlerisches Bedürfnis zu befriedigen, aus reiner Liebe am Schönen, auch das wird sich in Zukunft beleben und es wird zur Höherentwickelung des Menschen beitragen.
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    Erstaunen und Verwunderung, Mitleid oder Mitgefühl und das Gewissen sind die drei Dinge, durch welche der Mensch schon im physischen Leben über sich hinausgeht, durch die in dieses physische Leben Dinge hereinleuchten, die nicht auf dem Wege des Verstandes und der Sinne in diese menschliche Seele hereinkommen können.

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  27. Also das tätige Sicherarbeiten der geistigen Welt ist es, worauf es ankommt.
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    Das wird also immer mehr und mehr sein, daß das Moralische sich im Gesicht ausdrückt.
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    Jeder Mensch ist verpflichtet, die Wahrheit zu sagen… - Jedes Menschen Pflicht ist, das Unwahre zurückzuweisen.
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    Ausschließen das Wissen von den geistigen Welten auf der Erde heißt, sich geistig-seelisch blenden für sein Leben nach dem Tode.
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    Wenn der Mensch aber durch die Pforte des Todes gegangen ist und zurückblickt auf den Tod, so ist der Tod das schönste Erlebnis, das überhaupt im menschlichen Kosmos möglich ist.
    .
    Hier sehen Sie einen Punkt, wo Sie fühlen müssen, wie notwendig es ist, daß ein ganz bestimmtes praktisches Resultat aus unseren geisteswissenschaftlichen Bestrebungen hervorgeht, daß wir nicht nur etwas lernend aufnehmen, nicht nur etwas zum Wissen machen, sondern daß durch die Aufnahme des Geisteswissenschaftlichen eine Gesamtempfindung in unsere Seele gelegt wird. Wir verbinden mit dem Begriff des Wissens die Empfindung, daß das Wissen ein göttlicher Dienst sein soll, und daß es im Grunde eine Versündigung ist gegen den göttlichen Sinn der Evolution, wenn man das Wissen profaniert, wenn man das Wissen herabzieht von seiner göttlichen Bestimmung. ...
    Wenn auch die Menschheit heute noch nicht sehr weit ist in der Entwicklung dieser Empfindung, aus dem Wissen einen Götterdienst zu machen, in dem Maße, wie die Menschheit mehr und mehr verstehen wird, wie Christus das Erdenleben vergottet, wird sie auch lernen, aus dem Wissen einen Götterdienst zu machen...Viel, viel wird davon abhängen, wenn die Entwickelung der Menschheit gesunden soll, daß solche Empfindungen, solche Gefühle entfaltet werden können....Und das wird nur geschehen können, wenn die Geisteswissenschaft sich immer weiter in der Menschheit verbreitet. Das Wissen sollte nicht dem Samenkorn gleichen, das in der Erde verfault. Was nur in den Dienst der äußeren Nützlichkeit, der äußeren mechanischen Einrichtung gestellt wird, das alles gleicht dem Samenkorn, das verfault. Was nicht gestellt wird in den göttlichen Dienst, es geht verloren. Es wird weder verwendet, um uns in der nächsten Inkarnation zu helfen, noch wird es verwendet zur Nahrung höherer geistiger Wesenheiten. Verfaulen des Samenkorns ist ein realer Prozeß; es geschieht ja etwas. ... ... Das Wissen aber, das nicht in den göttlichen Dienst gestellt wird, das wird von Ahriman ergriffen, das geht in Ahrimans Dienst über und bildet Ahrimans Macht ... ... ...R.Steiner, GA 170, 6.Vortrag

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  28. „Also nicht darum handelt es sich, den Materialismus zu widerlegen, sondern darum, die Menschheit zu bewahren davor, daß der Materialismus richtig werde; denn er ist auf dem Wege, eine Richtigkeit, nicht eine Falschheit zu sein. Wenn man von falschem Materialismus spricht, so spricht man heute gar nicht von dem, worauf es ankommt, sondern man muß sprechen davon, daß der Materialismus richtig und richtiger wird und heute in der Kultur mit jedem Tag immer richtiger und richtiger wird. Wir können es schon mit dem Beginn des 3. Jahrtausends erleben, daß die Menschheit sich so entwickelt haben wird, daß der Materialismus die richtige Anschauung ist. Nicht darum handelt es sich, den Materialismus zu widerlegen; denn er ist auf dem Marsche, richtig zu werden, sondern darum, ihn unrichtig zu machen, weil er auf dem Wege ist, eine Tatsache zu werden, weil er nicht eine falsche Theorie bloß ist." Rudolf Steiner:"Gegensätze in der Menschheitsentwicklung" GA 197, Seite 126 ff.
    Folgende Zeilen aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Urknall.
    Die Urknall-Theorien basieren auf zwei Grundannahmen: Die erste Annahme ist, dass die Naturgesetze universell sind und sich also das Universum mit den Naturgesetzen beschreiben lässt, die heute nahe der Erde gelten. ... ...
    Dazu Rudolf Steiner:
    "...Was hier auf der Oberfläche der Erde gilt, das nimmt in seiner Gültigkeit ab, indem wir in den Umkreis des Kosmos kommen. - Nur für den Inhalt seines Denkens läßt er [der Mensch]das nicht gelten. Und doch ist es mit diesem Denken nicht anders als mit dem, was man hier in den Erdenlaboratorien, in den Kliniken, überhaupt auf der Erde - bis auf das Zwei-mal-zwei-ist-Vier - von den Erdendingen erfährt. Wenn die Schwerkraft abnimmt im Quadrat der Entfernung, warum sollte denn das, was Naturgesetzmäßigkeit ist, nicht auch abnehmen mit dem Quadrat der Entfernung in seiner Gültigkeit und von einer gewissen Entfernung an nicht mehr gelten? Das ist aber das, worin die Geisteswissenschaft eindringt. Und sie muß sagen: Wollt Ihr den Orionnebel oder den Nebel in den Jagdhunden erforschen, so macht Ihr dasselbe, wie wenn Ihr Erdenbegriffe anwendet und irgendwie die Venus zum Beispiel beleuchten wolltet mit einer Erdenkerze. - Wenn man aus der Geistesforschung heraus die Wahrheit durch solche Analogien hinstellt, so kommt sie den Menschen paradox vor. Und doch, in jenem Zustande, in dem wir im Schlafe eindringen in die geistige Welt, haben wir mehr Möglichkeiten, zum Beispiel den Orionnebel oder den Nebel in den Jagdhunden zu erforschen, als mit den Möglichkeiten, die durch das Arbeiten in den Laboratorien und auf den Sternwarten zustande kommen. Man würde viel mehr darüber erforschen, wenn man über diese Dinge träumen würde, als über sie verstandesmäßig nachzudenken. Kommt man in den Kosmos hinein, dann nützt es nichts, diejenigen Dinge, die man auf der Erde erforscht hat, auf diesen Kosmos anzuwenden. So stehen wir heute mit unserer Bildung darinnen, daß wir eigentlich das, was wir in unserer kleinen Erdenzelle als richtig befinden, auf den ganzen Kosmos anwenden möchten, und leicht ersichtlich ist es, daß dabei in Wirklichkeit nicht die Wahrheit zutage treten kann."

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  29. "...Im Weltenall walten diese Kräfte des Bösen. Der Mensch muß sie aufnehmen. Indem er sie aufnimmt, pflanzt er in sich den Keim, das spirituelle Leben überhaupt mit der Bewußtseinsseele zu erleben. Sie sind also wahrhaftig nicht da, diese Kräfte, die durch die menschliche soziale Ordnung verkehrt werden, sie sind wahrhaftig nicht da, um böse Handlungen hervorzurufen, sondern sie sind gerade dazu da, damit der Mensch auf der Stufe der Bewußtseinsseele zum geistigen Leben durchbrechen kann. Würde der Mensch nicht aufnehmen jene Neigungen zum Bösen, von denen ich eben gesprochen habe, so würde der Mensch nicht dazu kommen, aus seiner Bewußtseinsseele heraus den Impuls zu haben, den Geist, der von jetzt ab befruchten muß alles übrige Kulturelle, wenn es nicht tot sein will, den Geist aus dem Weltenall entgegenzunehmen." GA 185, S.111

    "In der vollen Entfaltung des Selbstbewußtseins im Zeitalter der Bewußtseinsseele hat man sich gewöhnt, den Blick auf die räumliche Größe des Weltenalls zu wenden und die Erde wie ein Staubkorn, unbedeutend gegenüber dem physisch-räumlichen Weltall, anzusehen. Daher wird es zunächst absonderlich erscheinen, wenn ein geistiges Anschauen die wahre kosmische Bedeutung dieses angeblichen «Staubkorns» enthüllt. ... So schaut das geist-erkennende Bewußtsein das Wesen des Irdischen. Dieses steht neu belebend innerhalb des erstorbenen Makrokosmos drinnen. Wie aus dem Pflanzenkeim, der räumlich so unbedeutend klein ist, die ganze große Pflanze sich wieder bildet, wenn die alte ersterbend zerfällt, so wird aus dem «Staubkorn» Erde ein neuer Makroskosmos, indem der alte erstorbene zerfällt. Das ist ein wahres Anschauen des Erdenwesens, das überall in ihm eine keimende Welt schaut. Man lernt nur dadurch die Naturreiche verstehen, daß man in ihnen dieses Keimende empfindet. ... ..."Rudolf Steiner, GA 265, ab S.417

    "Der Christus aber in seiner ihm eigenartigen Wesenheit ist darin nicht etwa beschlossen, daß er in der Hülle des Jesus von Nazareth drei Jahre war, sondern er ist der Führer und Lenker auch aller Wesenheiten der höheren Hierarchien. Er ist ein umfassendes kosmisches, universelles Wesen, und gerade so, wie er in die Menschheitsentwickelung eintrat durch das Mysterium von Golgatha, so gab es auch Ereignisse für die Wesenheiten der höheren Hierarchien, das heißt, der Christus wurde etwas im Laufe der Zeit für alle diese Wesenheiten der höheren Hierarchien."

    "Da, wenn im letzten nachatlantischen Zeitalter zwar die äußere Kultur, die rein kombinatorische Kultur auf ein höchstes gestiegen ist, aber die Menschen stark fühlen werden das Unbefriedigende dieser Kultur, wenn die Menschen dieser Kultur gegenüber so dastehen werden, daß, wenn sie nicht in sich entwickelt hätten das Spirituelle, sie wahrhaft trostlos dieser Kultur gegenüberstehen würden, da wird von der Spiritualität her die Hoffnung aufgepflanzt sein, die sich erfüllen wird in dem nächsten Zeitraum der menschlichen Entwickelung. [...] Kurz, Trostlosigkeit und Öde würde durch die äußere Kultur über den Erdkreis gebreitet sein. Aber im letzten Kulturzeitraum wird die Seele wie auf den Trümmern des äußeren Kulturlebens reich geworden sein, da sie aufgenommen hat das spirituelle Leben. Und daß Sie dieses spirituelle Leben nicht umsonst aufgenommen haben, dafür wird Ihnen bürgen, was als starke Kräfte der Hoffnung in Ihnen leben wird, daß nach einer großen Katastrophe ein neues Menschenalter kommen wird, in dem heraufkommen wird auch im äußeren Leben in einer neuen Menschheitsbildung dasjenige, was innerlich spirituell in den Seelen vorbereitet worden ist."
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    "Das Ereignis von Golgatha ist die freie kosmische Tat der Liebe innerhalb der Erdengeschichte; sie ist auch nur erfaßbar für die Liebe, die der Mensch zu diesem Erfassen aufbringt." Aus GA 26, Leitsätze

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  30. "Wie können nun die fortschreitenden Götter den Menschen wieder zu sich heraufziehen? Um dieses zu verstehen, müssen wir hinschauen in den Rat der Götter, nicht auf die Erde. Für die Götter vollbringt der Christus die Tat, um den Göttern die Menschen zurückzuholen. Die Tat des Luzifer ist also eine Tat in der übersinnlichen Welt; die Tat des Christus geschieht in der übersinnlichen, aber auch in der sinnlichen Welt - ein Mensch kann sie nicht ausführen. Die Tat des Luzifer vollzog sich in der übersinnlichen Welt. Aber nun ist der Christus auf die Erde heruntergestiegen, um auf der Erde seine Tat zu vollbringen, und die Menschen sind die Zuschauer dieser Tat. Eine Göttertat, eine Götterangelegenheit ist das Mysterium
    von Golgatha, wobei die Menschen zuschauen. Das Tor des Himmels ist geöffnet, und herein leuchtet eine Göttertat. Die einzige Tat der Erde ist es, die ganz übersinnlich ist, daher ist es kein Wunder, wenn diejenigen, die nicht an Übersinnliches glauben, an die Tat des Christus ganz und gar nicht glauben. Göttertat ist die Tat des Christus, die Tat, welche die Götter für sich vollziehen. Seinen Glanz und seine einzigartige Bedeutung erhält das Mysterium von Golgatha dadurch, und die Menschen sind geladen zu Zeugen dieser Tat. Ein geschichtliches Zeugnis dafür ist darum auch nicht zu finden, denn die Menschen haben nur das Äußere davon gesehen; die Evangelien aber sind aus der Anschauung des Übersinnlichen geschrieben, daher sind sie leicht zu leugnen, wenn man für das Übersinnliche keinen Sinn hat." (Die Liebe und ihre Bedeutung in der Welt)

    "Gerade indem wir tiefer in das Persönliche untertauchen, erfahren wir, wie nicht nur der Mensch im allgemeinen, der abstrakte Mensch, in einer geistigen Welt wurzelt, sondern wir erfahren dann, wie jeder einzelne gerade durch sein Persönlichstes - durch das, was er in voller Individualität an einem Orte und in einer Zeit auf der Erde erleben kann — ganz elementar in einer geistigen Welt wurzelt, in einer geistigen Welt, der er angehört, und die den Charakter der Ewigkeit trägt. Und indem er so fühlt, fühlt er sozusagen die Stimme, die ihm zuruft: Mache dich nicht durch die ungesunden geistigen Inhalte zum seelisch-geistigen Krüppel, denn wie auf jeden Menschen, so ist auch auf dich nicht nur im allgemeinen gerechnet, sondern es ist auf dich gerechnet, insofern du ein ganz persönlicher, individueller Mensch bist! ... ... So führt uns die ins Menschliche vertiefte Geisteserkenntnis dazu, die Entscheidung darüber zu treffen, ob wir hingelangen oben in jenes Gebiet des menschlichen Miterlebens des Geistigen, wo auf uns gewartet wird, oder ob wir - wir gehen ja doch durch Geburten und Tode hin - einmal an jenem Punkte ankommen werden, wo uns einst das vorwurfsvolle Wort entgegentönen wird: Auf dich ist gewartet worden - und du bist nicht gekommen!“ Rudolf Steiner

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  31. „Vom Meditieren. Es ist nicht nur persönliche Angelegenheit, sondern hat Weltbedeutung. Der Kosmos ist interessiert daran, ob wir es tun oder nicht.“ R.Steiner, GA 265

    „Viele Menschen jammern zum Beispiel über Schmerz und Leid. Aber von einem höheren Gesichtspunkte aus ist es gar nicht berechtigt, darüber zu jammern, denn sind sie überwunden und ist man bereit zu einer nächsten Verkörperung, dann sind Leid und Schmerzen die Quellen von Weisheit und Besonnenheit und einem Überschauen der Dinge. Sogar in einer neueren Schrift, die aus der materialistischen Anschauungsart der Gegenwart entstanden ist, finden wir den Ausspruch, daß in der Physiognomie eines jeden Denkers etwas zu finden ist wie kristallisierter Schmerz. Das, was da der materialistisch denkende Schriftsteller sagt, ist dem Okkultisten längst bekannt, denn die größte Weisheit der Welt wird erworben durch das ruhige Ertragen
    von Schmerz und Leid. Das schafft in der nächsten Inkarnation Weisheit.“

    "Das Streicheln, das Sich-selbst-Genießen, das ist das, was wir lieben. Ahriman streichelt uns, wie wir ein Kind streicheln, das tut dem Kinde wohl. Ahriman ist es, der Entschuldigung hat für dasjenige, was wir tun, er flüstert: Das hast du eben nicht anders gekonnt, da kannst du nichts dafür usw. Luzifer, er stärkt unseren Egoismus. Da ist ein Dritter, der zu uns tritt, der Unbekannte, der zu uns tritt und uns sagt: «Du bist ein flatterhafter Mensch», das ärgert uns. Das, was wir in der Meditation als störende Gedanken erleben, das ist eben der Unbekannte, der uns das sagt und zwar sind wir es selbst. Aber es ist uns unbequem, die Entdeckung, wie wir sind! - Die Menschen gehen in die Kirchen und beten zu den Wesenheiten, die sie lieben. Wir tragen oftmals auf den Lippen den Namen des Christus, aber wir meinen Ahriman."

    „Suchet das wirklich praktische materielle Leben, Aber suchet es so, daß es euch nicht betäubt über den Geist, der in ihm wirksam ist. -Suchet den Geist, Aber suchet ihn nicht in übersinnlicher Wollust, ausübersinnlichem Egoismus, Sondern suchet ihn, Weil ihr ihn selbstlos im praktischen Leben , in der materiellen Welt anwenden wollt. - Wendet an den alten Grundsatz: «Geist ist niemals ohne Materie, Materie niemals ohne Geist» in der Art, daß ihr sagt: Wir wollen alles Materielle im Lichte des Geistes tun, Und wir wollen das Licht des Geistes so suchen, Daß es uns Wärme entwickele für unser praktisches Tun.“ RUDOLF STEINER

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  32. ...dafür ist für unsern Menschheitszyklus notwendig, daß in den Menschenseelen Platz greife das spirituelle Verständnis für das, was in unsern Religionen und Weltanschauungen lebt. Daher das Suchen des Verständnisses für das, was in Religionen und Weltanschauungen lebt. An die Stelle des geisteswissenschaftlichen Verständnisses wird noch ein ganz anderes Verständnis kommen, von dem sich heute der Mensch kaum einen Traum bilden kann. Denn so wahr eine Wahrheit richtig ist in einer Epoche, wenn sie von Wahrheitssinn durchdrungen ist, so wahr ist es auch, daß immer neue und neue Impulse in die Menschheitsentwickelung hineinkommen werden. Es ist durchaus wahr, daß das, was die Anthroposophie zu geben hat, nur für eine bestimmte Epoche gilt, damit die Menschheit, wenn sie die Anthroposophie aufnimmt, diese als verarbeitete Impulse in die weitere Zeit hineinträgt, um mit den verarbeiteten Kräften auch die späteren Kräfte aufzunehmen. ... GA 141

    "Was da der Menschheit einmal erstehen wird, das konnte in den ersten christlichen Jahrhunderten bis zu unserer Zeit nur vorbereitet werden. Daher dürfen wir sagen: Es wird künftig eine Christus-Idee leben in den Herzen der Menschen, an Größe mit nichts zu vergleichen, was bisher die Menschheit zu erkennen glaubte. Was entstanden ist als erster Impuls durch Christus und gelebt hat als Vorstellung von ihm bis heute - selbst bei den besten Vertretern des Christus-Prinzipes -, das ist nur eine Vorbereitung zu der wirklichen Erkenntnis des Christus. Es wäre recht sonderbar, könnte aber geschehen, daß denen, welche im Abendlande die Christus-Idee in solchem Sinne zum Ausdruck bringen, vorgeworfen würde, sie stünden nicht auf dem Boden der christlichen Tradition des Abendlandes. Denn diese christliche Tradition des Abendlandes reicht durchaus nicht aus, um den Christus für eine nächste Zukunft zu begreifen." GA 15, III

    "Während Jesus von Nazareth als Christus Jesus in den letzten drei Jahren seines Lebens vom dreißigsten bis zum dreiunddreißigsten Jahre in Palästina auf der Erde wandelte, wirkte fortwährend die ganze kosmische Christus-Wesenheit in ihn herein. Immer stand der Christus unter dem Einfluß des ganzen Kosmos, er machte keinen Schritt, ohne daß die kosmischen Kräfte in ihn hereinwirkten. Was hier bei dem Jesus von Nazareth sich abspielte, war ein fortwährendes Verwirklichen des Horoskopes; denn in jedem Moment geschah das, was sonst nur bei der Geburt des Menschen geschieht. Das konnte nur dadurch so sein, daß der ganze Leib des nathanischen Jesus beeinflußbar geblieben war gegenüber der Gesamtheit der unsere Erde lenkenden Kräfte der kosmisch-geistigen Hierarchien. Wenn so der ganze Geist des Kosmos in den Christus Jesus hereinwinkte, wer ging dann zum Beispiel nach Kapernaum oder sonstwo hin? Was da als ein Wesen auf der Erde wandelte, das sah allerdings wie ein anderer Mensch aus. Die wirksamen Kräfte darin aber waren die kosmischen Kräfte, die von Sonne und Sternen kamen; sie dirigierten den Leib. Und je nach der Gesamtwesenheit der Welt, mit welcher die Erde zusammenhängt, geschah das, was der Christus Jesus tat. Daher ist so oft die Sternkonstellation für die Taten des Christus Jesus in den Evangelien leise angedeutet." GA 15, III.Kap.
    .
    „Und wer sagen wollte: Man kann ohne den Christus bestehen – der würde so töricht sein, wie Augen und Ohren, wenn sie sagen wollten, sie könnten ohne Herz bestehen. Beim einzelnen Menschenleibe muß allerdings das Herz von Anfang an da sein, in den Erdenorganismus ist dieses Herz erst mit dem Christus eingezogen. Für die folgenden Zeiten muß aber dieses Christus-Herzensblut in alle Menschenherzen eingezogen sein, und wer sich nicht in seiner Seele mit ihm vereinigt, wird verdorren.“ Vortrag vom 6.3.1911, GA 127, S. 132.

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  33. "Der große Lehrer, der am tiefsten, wenn die Menschheit dazu reif sein wird, lehren kann das Wesen des Mysteriums von Golgatha, wird erfüllen das, was die orientalischen Prophezeiungen immer gesagt haben: daß der, welcher der wahre Nachfolger des Buddha sein wird, der größte Lehrer sein wird des Guten, der Lehrer des Guten aller Menschen. Deshalb nennt ihn die orientalische Überlieferung den Maitreya-Buddha. Dieser wird die Aufgabe haben, gerade das Mysterium von Golgatha den Menschen zu erklären, und er wird die tiefsten und bedeutungsvollsten Ideen und Worte dadurch finden können, daß seine Worte, durch die besondere Sprache, in der gesprochen sein wird, die eine Sprache sein wird, von der heute noch in keiner menschlichen Sprache eine Vorstellung hervorgerufen werden kann,unmittelbar magisch in die menschliche Seele hineinprägen werden die Natur des Mysteriums von Golgatha. So nähern wir uns auch in dieser Beziehung dem, was wir nennen können das zukünftige moralische Zeitalter der Menschen. Wir könnten es geradezu in gewisser Beziehung als das herannahende goldene Zeitalter bezeichnen."

    „In dem Augenblick, in dem man sich endgültig einer Aufgabe verschreibt, bewegt sich die Vorsehung auch. Alle möglichen Dinge, die sonst nie geschehen wären, geschehen, um einem zu helfen. Ein ganzer Strom von Ereignissen wird in Gang gesetzt durch die Entscheidung,und er sorgt zu den eigenen Gunsten für zahlreiche unvorhergesehene Zufälle, Begegnungen und materielle Hilfen, die sich kein Mensch vorher so erträumt haben könnte. Was immer Du kannst, beginne es. Kühnheit trägt Genius, Macht und Magie. Beginne jetzt.“
    Johann Wolfgang von Goethe

    Achte auf deine Gedanken,
    denn sie werden deine Worte.
    Achte auf deine Worte,
    denn sie werden deine Taten.
    Achte auf deine Taten,
    denn sie werden deine Gewohnheiten.
    Achte auf deine Gewohnheiten,
    denn sie werden dein Charakter.
    Achte auf deinen Charakter,
    denn er wird dein Schicksal."
    Talmud)

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  34. GA 257,6.Vortrag (Auszug):
    "Wir müssen einfach Anthroposophie wahr
    machen, wahr machen dadurch, daß wir ein Bewußtsein hervorzurufen verstehen in unseren anthroposophischen Gemeinschaften, daß, indem
    die Menschen sich finden zu gemeinsamer anthroposophischer Arbeit,der Mensch am Geistig-Seelischen des andern Menschen erst erwacht.
    Die Menschen erwachen aneinander, und indem sie sich immer wieder und wiederum finden, erwachen sie, indem jeder in der Zwischenzeit ein anderes durchgemacht hat und etwas weitergekommen ist, in einem gewandelten Zustand aneinander. Das Erwachen ist ein Erwachen im Sprossen und Sprießen. Und wenn Sie erst die Möglichkeit gefunden haben, daß Menschenseelen an Menschenseelen und Menschengeister an Menschengeistern erwachen, daß Sie hingehen in die anthroposophischen
    Gemeinschaften mit dem lebendigen Bewußtsein: Da werden wir erst zu so wachen Menschen, daß wir da erst Anthroposophie verstehen miteinander, und wenn Sie dann auf Grundlage dieses Verständnisses in eine erwachte Seele - nicht in die für das höhere Dasein schlafende Seele des Alltags - die anthroposophischen Ideen aufnehmen,dann senkt sich über Ihre Arbeitsstätte herunter die gemeinsame reale Geistigkeit. Ist es denn Wahrheit, wenn wir von der übersinnlichen Welt reden und nicht imstande sind, uns aufzuschwingen zum
    Erfassen solcher realen Geistigkeit, solches umgekehrten Kultus? Erst dann stehen wir wirklich im Ergreifen, im Erfassen des Spirituellen drinnen, wenn wir nicht nur die Idee dieses Spirituellen abstrakt haben und etwa sie theoretisch wiedergeben können, auch für uns selbst theoretisch wiedergeben können, sondern wenn wir glauben können - aber glauben auf Grundlage eines beweisenden Glaubens - , daß Geister im geistigen Erfassen geistige Gemeinschaft mit uns haben. Sie können
    nicht durch äußere Einrichtungen die anthroposophische Gemeinschaftsbildung
    hervorrufen. Sie müssen sie hervorrufen aus den tiefsten Quellen des menschlichen Bewußtseins selbst.

    und noch weiter unten:

    Ist dieses wahre Verständnis für die Anthroposophie da, dann ist dieses Verständnis der Weg nicht bloß zu Ideen vom Geiste, sondern zu Gemeinschaft mit dem Geiste. Dann aber ist
    das Bewußtsein dieser Gemeinschaft mit der geistigen Welt auch gemeinschaftsbildend.
    Und die Gemeinschaften, die vom Karma vorausbestimmt sind, werden sich bilden. Sie werden eine Wirkung des rechten
    anthroposophischen Bewußtseins sein.
    unten Fortsetzung!

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  35. Fortsetztung...
    Und im neunten Vortrag:

    Dieses Bedürfnis ist einmal ein ganz elementares seit dem Beginne des 20. Jahrhunderts und wird immer stärker werden. Das ganze 20.Jahrhundert hindurch wird, trotz allem seinem chaotischen, tumultuarischen Wesen, das die ganze Zivilisation durchsetzen wird, dieses als Bedürfnis aufzeigen: es wird sich einstellen das Bedürfnis, daß Menschen an dem andern Menschen in einem höheren Grade werden erwachen wollen, als man erwachen kann an der bloßen natürlichen Umgebung. Traumleben, es erwacht an der natürlichen Umgebung zum
    wachen Tagesleben. Waches Tagesleben, es erwacht am andern Menschen, an Seele und Geist des andern Menschen zu einem höheren Bewußtsein.
    Der Mensch muß mehr werden, als er dem Menschen immer war. Er muß ihm zu einem weckenden Wesen werden. Die Menschen müssen sich näherkommen, als sie sich bisher gestanden haben: zu
    einem weckenden Wesen muß jeder Mensch, der einem andern entgegentritt, werden. Dazu haben eben die modernen Menschen, die ins Leben jetzt hereingetreten sind, viel zu viel Karma aufgespeichert, als daß sie nicht ihr Schicksal verbunden fühlen würden, ein jeder mit
    dem, der ihm im Leben als anderer Mensch entgegentritt. Wenn man in frühere Zeitalter zurückgeht, da waren die Seelen jünger, da haben sie weniger karmische Zusammenhänge gehabt. Jetzt tritt eben die Notwendigkeit
    ein, daß man nicht nur durch die Natur erweckt wird, sondern durch die Menschen, die mit einem karmisch verbunden sind und die man suchen will.
    Und so gibt es außer jenem Bedürfnis nach Erinnerung an die übersinnliche Heimat, die durch den Kultus befriedigt werden kann, das
    andere Bedürfnis, sich erwecken zu lassen zum Geistig-Seelischen durch den andern Menschen."

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  36. "Ach - auch auf die Gefahr hin, daß ich Michael nerve, bereichere ich diese Site hier mal noch mit allerlei hochinteressanten Äußerungen von R.Steiner... Grüsse an alle - und lest auch schön alles, es lohnt sich...:-) Wolfgang"

    Lieber Wolfgang, grundsätzlich ist es ja etwas schönes, wenn man sich in der heutigen Zeit für eine Weltanschauung begeistern kann und diese Begeisterung dann auch noch mit anderen teilen will. Möglicherweise hast Du aber noch nicht von dem eher beklagenswerten Umstand gehört, dass man gerade den Anhängern der anthroposophischen Weltanschauung nicht selten vorwirft nicht viel mehr zu tun, als Steiner zu zitieren. Hast Du auch eigene Erfahrungen (Erfahrungen, auf die die Worte Steiners hindeuten)oder nur eigene Bücher?

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  37. @Uschi Steiner:
    zunächst mal antworte ich wieder in Zitaten, die auch heute und auch hier noch und auch bei jungen Leuten VIEL ZU WENIG ERNST GENOMMEN WERDEN, damit Du verstehst, was ich meine und was mein Anliegen ist mit diesen Zitaten hier... (Darunter sag ich Dir dann noch etwas anderes...)

    "Es ist auf der einen Seite notwendig, wenn man überhaupt an die geistige Welt herankommen will, wirkliche Begeisterung, wirklichen Enthusiasmus haben zu können für das Hineinkommen in die geistige Welt. Ein innerliches Schlappsein, ein innerliches Gleichgültigsein, ein innerliches Trägesein verhindert einen daran. Und so ist auf der einen Seite notwendig, daß man eine innere Beweglichkeit hat, eine richtige innere Beweglichkeit, eine innere Aktivität."
    16.8.1924, GA 243, S. 118f.

    "Das ist es gerade: der Enthusiasmus im Erleben der Wahrheit! Das ist dasjenige, was da sein muß. Das ist dasjenige, was mir seit Jahren in einer so furchtbaren Weise in der anthroposophischen Bewegung Schmerz macht, daß die Menschen so fest auf den Beinen stehen, die Jungen fast genau so fest wie die Alten. ... Leben Sie mit innerster Freude an der Wahrheit! Es gibt ja nichts Entzückenderes als das Erleben der Wahrheit. Das ist etwas, was eine viel wichtigere und wesentlichere Esoterik ist als das, was mit den langen Gesichtern herumläuft. Dieses innere Erleben der Wahrheit, das ist das, was lange vorangehen muß allem übrigen Sich-Einreden von einer Mission."
    5.7.1924, GA 317, S. 156.

    "Nehmen wir an, ein Mensch nimmt viel Geistiges in sich auf, und das Aufgenommene dringt in den Menschen ein. Wirklich fruchtbrin­gend wird es für den geistigen Menschen erst dann sein, wenn er das Aufgenommene mit Enthusiasmus und Liebe umfaßt. Da erst wird die Arbeit auch eine Arbeit des inneren Menschen, da saugt er das Geistige heraus und macht es zu einem Teil seines geistigen Ich. Das Gefühl ist es, das uns hilft, das geistig Erworbene zu unserem Eigentum zu machen."
    5.6.1910, GA 125, S. 67.

    und:

    "Viele sind unter uns, die hören sich die Lehren der Anthroposophie an und nehmen sie wie eine äußere Wissenschaft, so daß sich in den Köpfen von vielen Anthroposophie gewissermaßen nicht unterscheidet von äußerer Wissenschaft. Aber Anthroposophie ist erst dann in richtigem Sinn verstanden, wenn sie nicht bloß mit dem Kopf aufgefasst wird, sondern wenn sie uns in jeder ihrer Äußerungen Enthusiasmus gibt, wenn sie in uns so lebt, daß sie den Übergang findet von Nervensystem zu Blutsystem. Wenn wir uns erwärmen können für die Wahrheiten, die in der Anthroposophie enthalten sind, DANN ERST VERSTEHEN WIR SIE."
    13.6.1916, GA 169, S. 43.

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  38. "Wir brauchen nicht nur Gescheitheit, mit der das spirituelle Geistesgut durchdrungen werden soll, wir brauchen vor allen Dingen sehr, sehr dringlich – ja, wie soll ich es ausdrücken –, wir brauchen bei den Menschenseelen, an die das spirituelle Geistesgut herankommt, Temperament, Enthusiasmus, Feuer, Wärme. Wir brauchen Menschen, welche mit der ganzen, vollen Seele dasjenige vertreten, was spirituelles Geistesgut ist."
    19.8.1918, GA 183, S. 58.

    "Wenn genügend gearbeitet werden wird in der Richtung hin nach der Entwickelung des Enthusiasmus und des Bekenntnisses gegenüber der Wahrheit, dann muß dasjenige, was wir brauchen, damit wir wieder Aufgangskräfte bekommen in der menschlichen Zivilisation, doch erreicht werden."
    9.4.1921, GA 204, S. 60.

    "Und wünschen möchte man sich, recht sehr wünschen möchte man für die Geisteswissenschaft eine solche Anhängerschaft, die wirklich tief durchdrungen davon wäre, daß heute ein ernstes Sich-Bekennen notwendig ist zu Erkenntnissen, die einen starken Weltumschwung bewirken. Denn es geht heute mit kleinen Dingen nicht ab.
    Das ist dasjenige, wovon man wünschen möchte, daß es denn doch Platz griffe: daß Anthroposophie sich eine enthusiastische Anhängerschaft erwerben könnte, die glühend wäre für Realisierung dieser Anthroposophie."
    17.7.1921, GA 205, S. 241.

    "Wollen wir mit der Spiritualität ernst machen, dann müssen wir selbst uns mutvoll gestehen: Wenn es in uns nicht geht, mit der Welt mitzuleben, so kommt das davon her, daß wir neue Herzen haben müs­sen. Das sollen wir aber nicht bloß als Phrase empfinden. ... Deshalb: Begeisterung, meine lieben Freunde! ... Wir brauchen heute wirklich eine Über­windung des in sich Klebenden, des Müden. ... Wir haben es nötig, wirklich in Begeisterung zu kommen. ... Begeisterung trägt den Geist in sich. ... Enthusiasmus braucht man. Enthusiasmus trägt den Gott in sich. Da ist der Gott im Worte.
    Innerlich zusammenwachsen mit der Flamme, die sich heute entzün­det, auf daß die Michael-Impulse verwirklicht werden! Ohne daß Flammen da sind, können sie nicht verwirklicht werden. Aber um durchflammt zu leben und zu arbeiten, dazu ist notwendig, daß man selber Flamme wird.
    20.7.1924, GA 217a, S. 185ff.

    Das ist das­jenige, was eigentlich von Anthroposophie ausgehen soll, wach sein, Enthusiasmus haben, die Erkenntnis in wirkliche Tätigkeit, in Tat über­führen, so daß der Mensch nicht nur etwas weiß, sondern etwas WIRD durch Anthroposophie. Dann erst hat die Anthroposophie ein Ziel und kann ein solches Ziel auch wirklich erreichen.
    22.10.1922, GA 218, S. 87.

    "Und verwundert stehenbleiben können vor den Unbegreiflichkeiten selbst des allertäglichsten Daseins, das ist im Grunde genommen erst der Anfang für wirkliches Erkenntnisstreben.
    Das ist es ja, wonach von diesem Rednerpulte aus so oft der Seufzer ertönt ist: Man möge innerhalb anthroposophischer Kreise Enthusiasmus haben für das Suchen, Enthusiasmus haben für das, was eben in anthroposophischem Streben drinnenliegt. Und dieser Enthusiasmus muß wirklich damit beginnen, das Wunderbare in der Alltäglichkeit wirklich als etwas Wunderbares zu ergreifen."
    27.4.1924, GA 236, S. 82f.

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  39. Liebe Uschi Steiner, (wie heißt Du denn in Wirklichkeit?)

    ich habe durchaus schon vielerlei Erfahrungen gesammelt. Wenn Du die beiden Beiträge von mir gelesen hättest oben, bevor die Zitatesammlung beginnt (Antwort auf m.butty), dann müßtest Du eine Ahnung davon bekommen...
    (ich hatte Krankheits-, Unfall-, Drogen-, Christuserfahrungen, seltsamste Erlebnisse, schon zweimal hab ich das Leben wiedergeschenkt gekriegt, wo ich fast gestorben wäre - und auch auf die Gefahr hin, daß Du nun schlecht von mir denkst: auch Psychiatrieerfahrungen vor vielen Jahren - mit seltsamem Erleben...- auch da konnte ich im nachhinein mir vieles nur mit einigem aus der A.sophie erklären)

    Aber Du wirst verstehen, daß alle seltsamen - auch geistigen, speziell meine "Christuserlebnisse" alles meine privaten Erlebnisse sind - sowas behält man für sich...- und teilt es höchstens im vertrauten Rahmen mit Freunden! Sicher nicht im Internet.
    .
    Ich bin nicht der, den Du in mich hineinprojizierst: Der Bücherleser, der nur im Lesen lebt...-

    (Ansonsten arbeite ich seit 3 Jahren in einem - nicht-anthroposophischen - Seniorenzentrum und bin es gewöhnt, daß um mich rum nebenbei auch ständig gelitten und gestorben wird)

    Mich stört es ansonsten wirklich - egal ob bei jungen Leuten (Autoren von Büchern wie "Endstation Dornach") oder bei alten Gesellschaftsmitgliedern, daß häufig die echte Begeisterung und Liebe zur Anthroposophie (wie das Steiner oben in den Zitaten beschreibt) fehlt...
    .
    Mir geht es hier nicht darum, etwas zu beweisen mit den Zitaten - wie z.B. wenn sich Anthroposophen streiten und sich gegenseitig Zitate aus der GA um den Kopf schmeißen um ihre Meinung zu "beweisen"...
    .
    Mir geht es darum, daß man R.Steiner ernst nimmt - und sich von der Begeisterung anstecken läßt - und von vielerlei Gedanken sich auch wirklich anregen läßt.
    Für mich ist Anthroposophie nicht nur eine "Weltanschauung", wie Du das sagst:

    "...grundsätzlich ist es ja etwas schönes, wenn man sich in der heutigen Zeit für eine Weltanschauung begeistern kann..." - na schön.

    Mit sowas könnte ich ja schon gar nix anfangen.
    Da kann ich auch dem Kleintierzüchter-Verein beitreten...
    hG Wolfgang

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  40. Lieber Wolfgang, sorry, war nicht böse gemeint von mir, ich kenne Dich ja nicht und kann Dir deshalb auch nicht irgendetwas vorwerfen. War halt nur etwas genervt von den zahllosen Zitaten, aber das ist eigentlich auch egal, muss man ja nicht lesen, wenn man nicht will (außerdem gab es ja, glaube ich, einige Fans dieser ganzen Zitiererei, manroe und Ingrid)

    Ich heisse schon so (US) "in Wirklichkeit" und ich hoffe noch eine großartige Karriere zu machen als Ur-Enkelin, mit viel Trara und Brimborium, Skandalen und dem überfälligen Rücktritt des Dornacher Vorstandes, wenn demnächst die Geheimnisse meiner Geburt ans Tageslicht kommen.

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    1. Dann nenne ich Dich ab sofort US. Auch auf die Gefahr hin, daß es zu Verwechslungen kommt, wenn ich z.B. vom US-Präsidenten rede... :-)

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    2. Also "US" möchte ich hier ganz und gar nicht genannt werden, besser wäre z.B. "Uschi, die Schöne" oder so ("Mäuschen" oder "Schnucki" wäre auch noch OK)

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    3. Hallo Uschi: man weiß ja nie im Internet, ob man es wirklich mit einer Frau zu tun hat...Willst Du wirklich, daß ich Dich Mäuschen nenne? Oder Schnucki? (Das wollen nicht sehr viele Frauen, nach meiner Erfahrung...) Und willst Du nicht US heißen, da Du eine Abneigung gegen Amerika hast? Vorurteile gegen US-Bürger?
      Und: bist Du wirklich schön? Ich will ja nicht lügen, indem ich Dich mit "Uschi, die Schöne" anspreche...

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    4. "Und willst Du nicht US heißen, da Du eine Abneigung gegen Amerika hast? Vorurteile gegen US-Bürger?
      Und: bist Du wirklich schön? Ich will ja nicht lügen, indem ich Dich mit "Uschi, die Schöne" anspreche..."

      Na, was ist das denn wieder für eine schräge (Männer-)Logik? Warum soll ich etwas gegen die USA haben, nur weil ich nicht US genannt werden will?? Möchtest Du denn "Deutschland" genannt werden? (Nee, Du heisst immer nur "Anonym" und sagst andauernd, dass Du Wolfgang bist, aber Deinen Namen immer wieder vergisst...auch seltsam)

      Ja, ich bin sehr, sehr schön (so etwa wie Angelina Jolie, mindestens).

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    5. Hallo Uschi, die Schöne, liebes Schnucki-Mäuschen,

      ja - ich hab ja auch sofort gedacht, daß Du bildschön bist...Also sicher schöner wie Angelina Jolie - soo überwältigend find ich die nu wirklich nicht.
      Also was mein Name "Wolfgang" betrifft: den hab ich natürlich noch nie vergessen. (ich vergeß nur, ihn ans Ende jeder Bemerkung zu setzen...)
      Aber meine Initialen sind "WS" - und nicht Deutschland. Also wenn Du mich WS nennen willst, dann finde ich das nicht soo schlimm - Hauptsache nicht WC - und auch nicht Deutschland.
      Aber wir können ja alles auch ganz unkompliziet machen: ich nenne Dich einfach Uschi und Du mich Wolfgang. Das ist zwar langweilig - aber beim Schreiben nicht so kompliziert... :-)

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    6. ...wobei Du - sehr verdächtig! - natürlich noch die Antwort auf die Frage umgangen hast, ob Du wirklich eine Frau bist...

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  41. Also ich fänd Schnucki gut, wenn ich mich da mal mit einmischen darf :-)

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  42. Lieber Wolfgang,

    da Uschi mich in ihrer Klammer:
    »(außerdem gab es ja, glaube ich, einige Fans dieser ganzen Zitiererei, manroe und Ingrid)«
    ausdrücklich erwähnt hat, möchte ich, auch wenn’s nun schon einige Zeit her ist, doch sagen, daß ich mich zwar über Deine vielen Zitate wirklich sehr gefreut habe, als es um den Vorwurf ging, Steiner habe "Antisemitisches" geäußert. Denn da war das Thema ja ganz konkret das, was Steiner gesagt oder geschrieben hat – das kann man natürlich nur mit Zitaten belegen.

    Nun aber waren es auch mir zuviele Zitate. So schön sie auch sind – zum einen sind auch sie aus dem Zusammenhang gerissen und scheinen dem Leser also gewissermaßen „ersparen“ zu wollen, ganze Vorträge auf sich wirken zu lassen... das finde ich nicht angebracht.
    Zum anderen sagst Du:
    »Mir geht es darum, daß man R.Steiner ernst nimmt - und sich von der Begeisterung anstecken läßt - und von vielerlei Gedanken sich auch wirklich anregen läßt.«
    Ja. Das wäre wirklich schön, darüber würde auch ich mich freuen.
    Allerdings – um bei dem Bild in einem Deiner Zitate zu bleiben: man sollte nicht zuviel Holz in den Ofen legen, wenn man will, daß es sich auch ordentlich anzünden läßt... ;-)

    Herzlichen Gruß,
    Ingrid

    (die nach und nach versuchen will, die Gespräche der letzten Tage nachzulesen...)

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    1. Liebe Ingrid,

      dann Willkommen zurück - ich hoffe du hattest einen schönen Urlaub...
      Ich wünsch Dir einen schönen "Wiedereinstieg" in den Alltag.
      herzliche Grüsse
      Wolfgang

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  43. Hallo Michael,
    hier hatte ich noch ca. 3 Einträge gemacht. Wieso sind die nicht erschienen???
    hG
    Wolfgang

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  44. Huch - jetzt sind sie plötzlich da...Kapier ich nicht. Sehr seltsam...

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    1. Vielleicht zickt Google- das ist seit einigen Tagen so. Sonst hätte ich in den Tiefen der automatischen Spam- Filter Googles geschaut. Da landet schon mal, wer mit derselben IP mehrmals hintereinander etwas postet..

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  45. Lieber Wolfgang,

    viiiielen, vielen Dank! für die vielen, wunderbaren Zitate…:)Ich bin soooooo begeistert…:):):)

    Und viiiiielen, vielen Dank! Dir lieber Michael, für die Möglichkeit die Du uns hier bietest…:)
    Ich nenne das: Geistige Begegnung Anthroposophischer Giganten zum Jahresbeginn…:)

    Herzliche Grüße
    Belinda

    PS. Danke auch Ingrid, Manfred, AUI, freudean, US, Matthias und allen anderen (Anonymen…) mitwirkenden.:)

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    1. Liebe Belinda,
      das freut mich ja, wenn jemandem die Zitate gefallen! Hiermit nehme ich Dich in meine "Verwandtschaft 1. Grades" auf...
      :-)
      herzliche Grüsse
      Wolfgang

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  46. Lieber Wolfgang,

    ***Hiermit nehme ich Dich in meine "Verwandtschaft 1. Grades" auf... :-)***
    vielen Dank! Sehr gerne! Ich fühle mich seeeehr geehrt…:):):)

    Herzliche Grüße
    Belinda

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  47. ... na wer sich für solche Wesentlichen Dinge im Leben nicht nur interessiert, sondern auch "Freude" und "Begeisterung" dafür empfindet - so jemand ist "automatisch" mit mir seelenverwandt - und die Ehre ist ganz meinerseits!

    (Außerdem hab ich noch nie jemanden kennengelernt, die Belinda heißt.
    Ich kannte bisher nur:
    www.youtube.com/watch?v=QAUGG9oqDgM&feature=related
    :-)
    Herzliche Grüsse
    Wolfgang

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  48. Lieber Wolfgang,

    mich kann nichts soooooo sehr begeistern (Begeisterung ist milde ausgedrückt, es rüttelt und schüttelt mich oft und Erkenntnis-Lachen und Weinen ergreift mich…) wie die Anthroposophie…
    Mir erging es so ähnlich wie Dir (Dein Kommentar von Mar 5, 2012 01:18 PM, unten ein paar Sätze), als ich der Anthroposophie begegnete, 1994. Davor war ich 7 Jahre auf der Suche in der Eso-Szene …

    ***aber dennoch bleibe ich dabei (…) bevor ich auf die Anthroposophie stieß - egal welche Phase ich hatte - mir NIE etwas so sehr "anders" vorkam als alles andere was es so gibt, als eben die Bücher von R.Seiner...Obwohl ich mich davor schon mit diversen anderen "Spiritualitäten" und "Esoteriken" befaßt hatte...***

    ***…"Zuhause" zu fühlen, wenn ich ein Steiner-Buch in die Hand nehme, oder auch nur Zitate lese,…***

    ***Dazu ist es aber auch immer noch das Gefühl (das habe ich seit über 18 Jahren), daß die Anthroposophie etwas ganz besonderes ist - eine Art Schatz, der mit nichts zu vergleichen ist.***
    ***…wo Dir alles übliche nix mehr bringt, wo Du nix mehr glaubst - und mit Religion eh nix mehr anfangen kannst. Und dann taucht da der Steiner auf, läßt Dich nicht mehr los, sorgt letztenendes für Dein Weiterleben und eine Kraftzunahme...- wie sollte/könnte ich das je vergessen? Geht ja nicht mal, wenn ich es wollte...***

    Du hast mir aus der Seele gesprochen (Seelenverwandtschaft), weil auch für mich die Anthroposophie lebensrettend war (ich habe hier, bei egoiste schon früher ausführlich darüber geschrieben) und ich nichts Besseres, auf der ganzen Welt gefunden habe als die Anthroposophie…

    Ja, und Belinda ist ein englischer Name das in Kroatien verbreitet ist und ich bin geboren in Mostar, Bosnien, meine Großeltern kommen aus Kiew, Ukraine, meine Mutter aus Bosnien (die ihr Leben großteils in Frankreich verbracht hatte) und meine Stiefmutter, die mich großgezogen hat, ist Deutscher Herkunft…
    Mein Vater, Bruder und viiiiele Ukrainische Verwandte sind alle jetzt in Kanada, eine Schwester in Deutschland (Duisburg), eine in der Schweiz und ich in Hamburg… Ich finde es toll, so International zu sein…:)

    Und danke für den Link - Pretty Belinda… Pretty war ich früher und habe es dann an meine Nachkommenschaft weiter gegeben und teils nach innen verlagert…:):):)

    Herzlichst Belinda

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    1. Liebe Belinda,

      ich freu mich über alles, was Du oben geschrieben hast! Ja - da habe ich Dich ja voll zurecht in "meine Verwandtschaft 1. Grades" aufgenommen... :-)

      Nun ja: ganz so international wie bei Dir ist meine (Bluts-)Verwandtschaft nicht.
      Am weitesten weg (und zugleich am nähsten...) wohnt mein Vater seit ein paar Jahren: nämlich in der geistigen Welt...:-) Ich selbst wohne bei Freiburg im Südwesten - und leider war ich schon seit vielen Jahren nicht mehr im schönen Hamburg. (Ich bin nur oft in Berlin, wo ich einige Freunde und eine Schwester habe) Ich habe noch einige Vewandte (die ich z.T. auch schon besuchte)in den USA und in Kanada. Und meine Mutter wohnt im Schwarzwald - 50 km weg von mir.
      Aber viel wichtiger als meine "internationale Verwandtschaft" ist mir eigentlich meine eigene "internationale Gesinnung"...Ich freu mich grad z.B. auch, daß ich bei einer Weiterbildung (die bis November geht) neben einem Chilenen sitze, viel mit einer Äthiopierin zu tun habe,...
      Ich war soweit ich weiß vor (vielen) Jahren ca. 4 mal in Hamburg - und es ging mir - wenn ich mit dem Auto in die Stadt kam - immer so, daß ich das Gefühl hatte, daß jetzt "die große weite Welt" kommt. Das ging mir nie in andern deutschen Großstädten so - sicherlich auch nie in Berlin.
      Ich denke, es ist wegen des Hafens, wegen des Wassers. Dieses Hineinkommen in die Stadt habe ich seltsamerweise in fast stärkerer Erinnerung als die Dinge, die ich in Hamburg dann sah oder erlebte...
      Aber hier unten im Süden ists auch schön: Freiburg, der Kaiserstuhl (wärmste Gegend Deutschlands), der Schwarzwald...- Und ich bin gleich (60 km) in Basel, Schweiz. Und in 2 Stunden bei Freunden in Winterthur/Zürich.
      Und schnell mal über der Grenze in Frankreich...- Nur leider so weit bis zum Meer...- Aber man kann nicht alles haben.
      Herzliche Grüsse nach Hamburg...
      Wolfgang

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    2. Hey Wolfgang,

      wie schön. Ich lese es erst jetzt. Dann sind wir Nachbarn, denn da wohn ich auch.! Meine Eltern haben mich erst besucht, diese Freischicht.
      Gruß

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    3. Gundelfingen, nähe Obermattenbad...
      :-)

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    4. Sehr schön, am Basler Hauptbahnhof haben sie ein extra Schild mit der Zugverbindung, bzw Tram. Aber ich wohne in Freiburg. Wenn du magst, schick mit doch ein Email meinepost@sonnenkinder.org

      Kerstin

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    5. @AUI
      Kerstin? und ich dachte immer du heißt Anette ...

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    6. "Kerstin? und ich dachte immer du heißt Anette ..."

      Ich heisse Horst!

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    7. Ja, so kann's gehen, lieber Horst! Schön, dich wiederzutreffen.

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  49. Lieber Wolfgang,

    *Ja - da habe ich Dich ja voll zurecht in "meine Verwandtschaft 1. Grades" aufgenommen... :-)*
    dankeschöööööön...:):):):)

    Herzlichst Belinda

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  50. Auch verblüffend:

    "Ehe denn der ätherische Christus von den Menschen in der richtigen Weise
    erfaßt werden kann, muß die Menschheit erst fertig werden mit
    der Begegnung des Tieres, das 1933 aufsteigt."
    Rudolf Steiner, GA 346, 12-9-1924

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