Junko Althaus über die aktuelle Rassismus- Diskussion

In ihrem Blog "Die Philosophie der Freiheit" schreibt Juno Althaus im Beitrag "Die Reformation der Anthroposophie in der Herstellung Eines Menschheitsbewusstseins durch den Christus - Teil 1":

"Wo sehen wir konkret, dass dieser bedeutsame Einschlag der Wiederkunft Christi noch nicht zu Lebzeiten Steiners geschehen war und erst nach seinem Tod um die Mitte des 20. Jahrhunderts voll zu einer Wirklichkeit wurde?
Das sieht man z.B. in der Problematik, die öfters von der Aussenseite angesprochen wurde - der Umgang der Anthroposophen mit den Ausdrücken Steiners in Bezug auf die Rassen und Völker. Darin begegnen wir einem Problem, das noch auf eine wirkliche Heilung wartet. Es hilft allerdings nicht, wenn man Steiner als Rassist hinstellt. Bei ihm ist es kein Rassismus vorhanden, sondern er besass ein hierarchisches Denken, das mit einem Überlegenheitsgefühl gegenüber den bestimmten Völkern verbunden war. Es hat keinen Sinn Steiner Rassismus vorzuwerfen.


Aber es hilft auch nicht, wenn man sich verhält - so wie viele Anthroposophen - besonders in Dornach aber auch woanders genauso -, als ob ein solches Problem gar nicht vorhanden wäre und bloss sich und die Ausdrücke Steiners einseitig zu rechtfertigen. Damit werden die Menschen nie aufhören, das Problem anzusprechen, denn das Problem wird durch eine solche intellektuelle Rechtfertigung nie aufgelöst. Eine starre und einseitige Rechtfertigung führt die Menschen, die es tun, zu einer moralischen Gleichgültigkeit. So entfernt man sich von dem Impuls des ätherischen Christus. Man muss heute jedenfalls an die Problematik mancher Ausdrücke Steiners in entschiedener Klarheit herangehen."

Kommentare

  1. Ein sehr lesenswerter Artikel von Junko Althaus, ich nehme mir jetzt die Freiheit, einen längeren Auszug daraus zu posten:

    In der Tat konnte Steiner anders als damals in der Theosophischen Bewegung eine wirklich zeitgemässe und gesunde Arbeitsart durch das Integrieren der östlichen Weisheiten zustande bringen. Er ist erstaunlich weit über die Grenze der Geistigkeit Europas hinausgegangen. Niemand konnte in Europa so viel die wahre Dimension der östlichen Weisheit im Buddhismus und Hinduismus durch den modernen Erkenntnis-Geist beleuchten wie R. Steiner. Darin sieht man seine Grösse ..

    Man kann gut von Christus im Sinne des Mysterium von Golgatha in Palästina sprechen, wenn man durch die traditionell-christlichen-Mysterien-Schriften wie z.B. Bibel, Evangelien tief genug zu einem Christusimpuls inspiriert wird. Im 21. Jahrhundert kann man aber durch eine solche Art der Inspiration allein nicht im Verständnis über den ätherischen Christus weiterkommen, wenn dabei etwas Neues hinzukommen kann....

    Steiner konnte alle wichtigen und wesentlichen Themen - mindestens anfänglich, weil er in einem solchen Prozess mit einem unbefriedigenden Gefühl starb -, die aus dem Geist Europas in der Zukunft geistig tragend sein können, in einer grossartigen Weise beleuchten. Dennoch konnte er keinen wirklichen Durchbruch tun, weil sein Bewusstsein und das Bewusstsein der Anthroposophen - aber auch das Bewusstsein der damaligen Menschen noch nicht "menschheitlich" genug war. Steiners Bewusstsein blieb damals zuletzt doch noch "europäisch-christlich".
    (Man muss vielleicht an dieser Stelle präziser sagen: Steiner hat ein neues globales Menschheitsbewusstsein eingeführt, hat aber diese Arbeit nicht vollständig beenden können. Es war eine Konstitution der Menschheit, die nicht zu überwinden war. Es gibt verschiedene Stufen im Meschheitsbewusstsein. Das Überlegenheitsgefühl der weissen Menschen gegenüber den anderen Völkern war damals objektiv gesehen nicht zu überwinden. Das war noch nicht möglich und das hat aber auch den Sinn, wieso es damals nicht anders gehen konnte. ..
    Aus diesem Grund ist Steiner keinerlei vorzuwerfen, dass sein Bewusstsein damals menschheitlicher hätte sein sollen oder müssen. Nein, ganz im Gegenteil. Es war damals für die Menschheit noch nicht möglich.

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  2. (Wolfgang) Hab neulich den Text vollständig von Junko Althaus auch gelesen, stimme auch in vielem zu.
    Und ich bin auch der Ansicht (wie ich neulich irgendwo der Ingrid antwortete), daß sich mit dieser Thematik jeder Anthroposophie-Interessierte mal beschäftigen sollte.
    Aber müssen wir nun tag-täglich und in allen Blogs nur noch diese Thematik von R.Steiner diskutieren? Also ich habe einfach noch 1000 andere Dinge, die mich an der Anthroposophie interessieren - und vieles davon, wo ich meine, daß es mir und meiner Entwicklung etwas bringt...- Woher soll man denn die Zeit nehmen, sich auch noch ständig mit den ewig-gleichen problematischen Äußerungen von Steiner zu befassen?
    Wenn ich das tue - dann bleibt in meiner Freizeit nix mehr übrig für die "eigentliche" Anthroposophie...Ich klink mich hiermit zu dieser Thematik und Junko Althaus' Gedanken einfach mal aus.

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    1. Klink mich auch aus und geh mal 'ne weile wieder um den Block. ;-)


      Anonym als Matthias

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    2. Matthias, ich komm mit, wenn du nichts dagegen hast. Es ist gerade so schön draußen!

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    3. @ freudean

      Statt gemeinsamen Spazierngehens ;-)

      Ich hoffe, es ist nicht zu kitschig, bitte schnell die Werbebanner wegschalten.

      Schönen Abend!
      http://www.youtube.com/watch?v=ltOj_qGlS3g&feature=endscreen


      Matthias

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    4. Das Kitschige stört mich nicht - danke Matthias.

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    5. und hier noch eine kleine (sehr kleine) Lehrstunde bzw. Historie bezügl. Buddha: http://www.youtube.com/watch?NR=1&feature=endscreen&v=UuYFlfNm05o

      lg

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  3. "Dennoch konnte er keinen wirklichen Durchbruch tun, weil sein Bewusstsein und das Bewusstsein der Anthroposophen - aber auch das Bewusstsein der damaligen Menschen noch nicht "menschheitlich" genug war."

    Ach ne --- (??????)

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  4. Liebe freudean

    ... wie war das denn nun mit "den peinlichen Bauarbeitervorträgen", würde da gern nochmal was zu hören.

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    1. Lieber Manroe,
      mein "Fiffi" hat gerade keine Lust auf deinen Knochen. Viel zu schön draußen.
      Trotzdem herzlichen Gruß

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    2. ...na gut, dann leg ich ihn zurück --- :-)

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    3. ... nicht zurücklegen, er fängt sonst noch mehr zu stinken an, so etwas gehört auf den Komposthaufen.

      Lassen wir die Elementarwesen, in Wechselwirkung mit den Gestirnen, den überholten Knochen zerlegen, pulverisieren.
      Und lassen wir auch Steiner mal träumen und sich entspannen - in diesen weichen Farben ... nach all der Vertikalen, auch mal in der Horizontalen ein bißchen Frieden finden und loslassen.

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    4. Liebe freudean,

      ...das war ja gar nicht mein Knochen, sondern Deiner und ich wollte ihn lediglich dem rechtmässigen Eigentümer zurückbringen. Aber Du hast recht, man sollte loslassen können, von Einsicht getragen, das finde ich erhellend. Aber auf den Komposthaufen würde ich ihn dennoch nicht werfen, das wäre mir zu achtlos, er war gut durchgetrocknet und stank überhaupt nicht. Ich würde ihn im Sinne eines Wahrbilds aufbewahren, zum Gedenken.

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  5. liebe Freudean, das muss sich auch auf unseren Dackel übertragen haben...er hat heute erneut seinen Knochen vergraben ;-)) und das ohne auf den Mondkalender zu schauen, immerhin bei Mond in Fast-Jungfrau-Erde ;-)))

    schönen Abend allen :-)

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    1. Alles Liebe dir, Steffen, ich lass jetzt auch ein bißchen los.
      Schönen Abend an alle auch von mir.

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  6. ja, mach das nur, kann nur gut werden im Vollmondlöwen ;-))) Scherz ;-)))

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  7. @freudean
    :-) Ei, geh, Du bist mir eine! Hoffentlich ist der manroe jetzt nicht vor das Herz gstoßn, vor den Kopp gstoßn derf er ja sein.
    @ alle: Ja, lassen wir die Horizontale hochleben. "Mut zur Lücke", ist das Modewort zur Zeit. Wenn's nich mit den Zähnen.., achja.. apropokropolis Zähnezeigen...?
    'S war übrigens ein Vollmond in Konjunktion zum ..na, wem wohl?.. zum Mars, und, offen gestanden, harrharr :-)) Man hat es gemerkt, Mars Oppposition Sonne, und da noch der Volle Mond drauf, es ist jetzt noch ein bißchen, klingt aber aus.
    Mancher war da halt in Resonanz. Den einen sticht dann der Hafer, und der traut sich plötzlich was, wo er sonst zu schüchtern für, der andre sitzt auf spitzen Krümeln, ..Wenn uns der Mars piekst, dann gibt es halt was zu bereinigen, tut man das dann, tut er nix mehr. Es genügt, den Dingen die Spitze zu nehmen, und alles ist wieder rund! :-)
    Möge eure Welt wieder rund sein. Liebe Grüße, m.butty

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    1. :-) Ei, Du bist mir aber auch einer!, Du Schreiberkünstler....

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  8. Damit hier drin auch mal was Schönes steht, hier ein Gedicht von Christian Morgenstern für Rudolf Steiner - das mir sehr gut gefällt und das ich sehr gut nachempfinden und verstehen kann:

    Zur Schönheit führt Dein Werk

    (Nach der Lektüre des Helsingforser Cyclus 1911 - Helsinkfors ist heute Helsinki)

    Zur Schönheit führt Dein Werk
    denn Schönheit strömt
    zuletzt durch alle Offenbarung ein,
    die es uns gibt.
    Aus Menschen-Schmerzlichkeiten
    hinauf zu immer höhern Harmonien
    entbindest Du das schwindelnde Gefühl,
    bis es vereint
    mit dem Zusammenklang
    unübersehbarer Verkünder GOTTES
    und SEINER nie gefassten Herrlichkeit
    mitschwingt im Liebeslicht
    der Seligkeit...
    Aus Schönheit kommt,
    zur Schönheit führt
    Dein Werk.

    Christian Morgenstern

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  9. (Wolfgang) Und hier noch ein zweites Gedicht von Christian Morgenstern aus (wie auch das erste oben) dem Gedichtband "Wir fanden einen Pfad":

    So wie ein Mensch, am trüben Tag, der Sonne
    vergisst, -
    sie aber strahlt und leuchtet unaufhörlich, -
    so mag man Dein an trübem Tag vergessen,
    um wiederum und immer wiederum
    erschüttert, ja geblendet zu empfinden,
    wie unerschöpflich fort und fort und fort
    Dein Sonnengeist
    uns dunklen Wandrern strahlt.

    Christian Morgenstern

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  10. auch das war natürlich "für Dr. Rudolf Steiner"

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  11. Wer vom Ziel nicht weiß,
    kann den Weg nicht haben,
    wird im selben Kreis
    all sein Leben traben;

    kommt am Ende hin,
    wo er hergerückt,
    hat der Menge Sinn
    nur noch mehr zerstückt.

    Wer vom Ziel nichts kennt,
    kann’s doch heut erfahren;
    wenn es ihn nur brennt
    nach dem Göttlich-Wahren;

    wenn in Eitelkeit
    er nicht ganz versunken
    und vom Wein der Zeit
    nicht bis oben trunken.

    Denn zu fragen ist
    nach den stillen Dingen,
    und zu wagen ist,
    will man Licht erringen;

    wer nicht suchen kann,
    wie nur je ein Freier,
    bleibt im Trugesbann
    siebenfacher Schleier.

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