Rudolf Steiner: Das Ei des Kolumbus oder: Der sinnlose Kampf gegen den Materialismus


»Und hat ein Anthroposoph Sinn dafür, so wird er überall bis in die intensivsten Impulse seines Willens hinein durch den theoretischen und praktischen Materialismus beirrt, zurückgestoßen. (...) Und daraus muss dann das allgemeine Gefühl entstehen: Wie beweise ich theoretisch und praktisch dem Materialismus seine Falschheit? - Und das ist ja der Drang, der nun in sehr vielen Anthroposophengemütern ist, irgendwie dem Materialismus die Falschheit zu beweisen. Das ist das Lebensrätsel, das vielen von uns theoretisch und praktisch aufgegeben ist: Wie kommt man damit zurecht, dem Materialismus die Falschheit zu beweisen?
Der eine, der eine Schule durchgemacht hat, ein Gelehrter geworden ist - exempla sind in der Anthroposophischen Gesellschaft durch­aus da -, fühlt, wenn er dann anthroposophisch aufgewacht ist, unge­heuer den Drang, den Materialismus zu widerlegen, den Materialismus zu bekämpfen, alles mögliche gegen den Materialismus zu sagen. Nun fängt er an, den Materialismus zu bekämpfen, zu widerlegen, glaubt vielleicht gerade dadurch, so recht in der Michaelischen Strömung drinnen zu sein. 


Ja, meistens gelingt das schlecht, und man kann schon sagen: Diejenigen Dinge, die gesagt werden gegen den Materialismus, sie werden ja sehr häufig aus sehr gutem Willen heraus gesagt, aber sie gelingen eigentlich nicht; sie machen keinen Eindruck auf diejenigen, die eben Materialisten in theoretischer oder praktischer Beziehung sind. Warum das? Das ist gerade dasjenige, was Klarheit des Urteils ver­hindert.
Da steht nun der Anthroposoph und will, um nicht stecken zu blei­ben mit seiner Initiative, Klarheit haben über das, was ihm an den Materialisten entgegentritt. Er will die Unrichtigkeit des Materialis­mus in allen Hintergründen finden, und er findet in der Regel nicht viel. Er glaubt, den Materialismus zu widerlegen - aber der steht im­mer wieder auf. Woher kommt das?
Jetzt kommt eben das, was, ich möchte sagen, das Ei des Kolumbus ist. Woher kommt das, meine lieben Freunde?


Sehen Sie, es kommt daher, dass der Materialismus eben wahr ist - was ich schon öfter gesagt habe -, dass der Materialismus nicht unrecht hat, sondern recht hat! Davon kommt es. Und der Anthroposoph sollte auf eine besondere Art lernen, dass der Materialismus recht hat. Er sollte es nämlich auf die Weise lernen: dass der Materialismus recht hat, aber nur für die physische Leiblichkeit gilt. Die anderen Menschen, die Materialisten sind, die kennen nur die physische Leiblichkeit, oder glauben sie wenigstens zu kennen. Das ist der Irrtum, nicht im Materialismus liegt der Irrtum. Wenn man auf materialistische Art Anatomie, Physiologie oder das praktische Leben kennenlernt, so lernt man die Wahrheit kennen, aber sie gilt nur für das Physische. Und dieses Geständnis muss ganz aus dem Innersten des Menschenwesens heraus ge­macht werden: dass der Materialismus recht hat auf seinem Gebiete, und dass es gerade das Glänzende der neueren Zeit ist, das Richtige auf dem Gebiete des Materialismus gefunden zu haben. Aber die Sache hat eben ihre praktische Seite, ihre praktisch- karmische Seite.«

GA 237, Esoterische Betrachtungen Karmischer Zusammenhänge Band 3, S 155f
(Dank an Ingrid)

Kommentare

  1. Passt ja fast zu Ostern, dieses Ei des Kolumbus ;-)

    Ja, spannend wird es doch wirklich, wenn das was im Ei des Kolumbus schlummert, das Geheimnisvolle, endlich ausgeschlüpft ;-)

    lg

    AntwortenLöschen
  2. Der wirkliche Philosoph ist der Gefangene, der aus der Höhle in das Licht der Wahrheit entflohen ist, und er besitzt wirkliches Wissen. Diese unmittelbare Verbindung mit der Wahrheit oder, wie man im christlichen Sinne sagen kann, mit Gott, ist die neue Wirklichkeit, die nun anfängt, stärker zu werden als die Wirklichkeit der Welt, die wir mit unseren Sinnen wahrnehmen.
    Werner Heisenberg, Physik und Philosophie

    AntwortenLöschen
  3. Und da wir ja bald Ostern haben, auch hier nochmals ein großes Dankeschön an den Don-Michael, für den Hasen im Mond aus Karls Jahr ;-)

    http://not-und-wendig.blogspot.de/2012/03/der-hase-auf-dem-mond-aus-karls-jahr.html

    lg

    AntwortenLöschen
  4. Erwin Schrödinger, der große österreichische Naturwissenschaftler (Nobelpreis für Physik 1933) leitete einen Vortrag zum Thema "Der Geist der Naturwissenschaft" (Eranos-Jahrbuch 1946, Seite 491-520) mit einem Zitat aus Schankaras Kommentar zu den Vedantasutren ein. Er bemerkt, ohne Kritik daran zu üben, dass die Naturwissenschaften, die das Objekt, das "Nicht-Selbst", untersuchen, von den indischen Denkern, "welche an Tiefe und Großartigkeit der Konzeption nicht hinter Plato, Spinoza oder Kant zurückstehen", vernachlässigt wurden. "Es war ihnen nicht darum zu tun. Denn vornehmstes Ziel ihres Nachdenkens war das ‚Ich, das aus Denken besteht', das Ich und seine Beziehung zur Gottheit." (Ebenda, Seite 492. In einer Fußnote zitiert Schrödinger noch das Buddhawort: "Alles, was wir sind, ist das Ergebnis dessen, was wir gedacht haben: Es gründet sich auf unsere Gedanken, es besteht aus unseren Gedanken.)
    Der Geist als Wesen der Wissenschaft

    In Bezug auf sein Thema meint Schrödinger: "Das Subjekt jeder Wissenschaft ist immer der Geist, und ... es steckt in ihr nur so viel echte Wissenschaft, als Geist in ihr steckt." In einem anderen Zusammenhang hob er hervor, dass die Naturwissenschaften, dieses Unternehmen, in das die europäische Menschheit seit mehr als einem Jahrhundert den größten Teil ihrer Energien und Ressourcen gesteckt hat "zu allem, was unserem Herzen wirklich nahe ist und was uns wirklich nahe geht, ein beängstigendes Schweigen bewahrt." (Mind and Matter, University Press, Cambridge 1958) Unter diesen Dingen, die uns "wirklich etwas angehen" und zu denen die Wissenschaft schweigt, nennt Schrödinger auch - "Gott und Ewigkeit".
    Schrödinger wünschte sich eine "Blutübertragung von Ost nach West", um die westliche Wissenschaft vor geistiger Anämie zu bewahren......

    AntwortenLöschen
  5. DANKE für das Schrödinger-Zitat!

    Nicht zu vergessen Max Planck, den ein gewisser Matthias ;-) hier mit einer sehr bemerkenswerten Äußerung zitiert hat...

    Sehr interessant finde ich auch diesen Satz Albert Einsteins (zitiert nach dem Buch Lichtfänger - die gemeinsame Geschichte von Licht und Bewusstsein des Quantenphysikers Arthur Zajonc):
    »Es scheint, als müsse der menschliche Geist zuerst unabhängig Formen konstruieren, bevor wir diese in den Dingen finden.«

    Und nun eine Buchempfehlung - nochmal Arthur Zajonc: Aufbruch ins Unerwartete – Meditation als Erkenntnisweg.
    Das englische Original trägt den Titel (der mir sehr viel besser gefällt):
    Meditation as Contemplative Inquiry – When Knowing Becomes Love. Da heißt es:
    »As a scientist who delights in the clarity of physics and in the profound philosophical puzzles it poses, I do not seek a diminishment of science but rather a transformation and extension of its methods. The same values of clarity, integrity and collegiality can infuse contemplative exploration as have supported natural scientific exploration. Once we appreciate the full multidimensional nature of the human being and of our universe, we will be better equipped to deal with its problems.«

    AntwortenLöschen
  6. Ja, ich kann allen Zitaten hier ( besonders dem einleitenden Zitat von Rudolf Steiner viel abgewinnen und sie regen mich zum Denken an.
    Bei dem Zitat von Heisenberg sehe ich große Parallelen zu Rudolf Steiners Aussagen.-
    "Der wirkliche Philosoph ist der Gefangene, der aus der Höhle in das Licht der Wahrheit entflohen ist, und er besitzt wirkliches Wissen. Diese unmittelbare Verbindung mit der Wahrheit oder, wie man im christlichen Sinne sagen kann, mit Gott, ist die neue Wirklichkeit, die nun a n f ä n g t , s t ä r k e r zu werden als die Wirklichkeit der Welt, die wir mit unseren Sinnen wahrnehmen."
    Diese ganz neue "Entwicklungsoption" finde ich sehr schön.

    Ingrid, hast du das Buch von Arthur Zajonc gelesen? Geht er eher allgemein und theoretisch oder konkret/ prakmatisch auf das Thema Mediation ein?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lieber Michael W.,

      ja, ich habe alle beide Bücher Zajoncs gelesen.
      Im zweiten spricht er auch sehr konkret über Meditation („pragmatisch“ gefällt mir in diesem Zusammenhang nicht).

      Der link, den ich beim englischen Titel angegeben habe, führt zum „Blick ins Buch“ - da kannst Du Dir selbst ein Bild machen.

      Herzlichen Gruß,
      Ingrid

      Löschen
  7. Lieber Steffen,

    Du fragst mich:
    Liebe Ingrid, ja erforschen soll sie, so sagt er, aber nicht definieren! Wie könnt er das gemeint haben?
    und beziehst Dich damit auf das Chargaff-Zitat, das Michael W. hier hereingestellt hat.
    Ich antworte Dir hier, weil es mir besser in diesen „thread“ zu passen scheint.

    Nun, „de-finieren“ beinhaltet das lateinische Wort „finis“, Grenze, Ende.
    Wörtlich genommen, bedeutet „definieren“ also: etwas über die Grenzen sagen.
    Ich verstehe Chargaff so (und stimme ihm darin von ganzem Herzen zu!), daß die Naturwissenschaft sich darauf beschränken möge, jeweils den Teil der Wirk-lichkeit zu erforschen, der ihr gerade zugänglich ist (und das wird im Laufe der Entwicklung selbstverständlich ein immer größerer Teil sein), statt zu de-finieren, wo die Grenzen der gesamten Wirklichkeit seien, als ob der der Naturwissenschaft derzeit zugängliche Teil schon das Ganze wäre, als ob es außer ihm nichts mehr gäbe.

    In dem, was Michael W. erwähnt, sagt Chargaff auch nicht, daß es seiner Ansicht nach der Philosophie oder der Religion zustehe, die Wirklichkeit zu „definieren“. Das wäre wohl geradeso verfehlt...
    Chargaff sagt aber, die Naturwissenschaften seien kein Ersatz für Philosophie und Religion.
    Auch hierin stimme ich ihm zu.

    Und ich finde es wunderbar, daß wir die Geisteswissenschaft haben.

    Wie schon weiter oben im Zusammenhang mit Schrödinger gesagt wurde: die Naturwissenschaft hat das „Nicht-Ich“ zu ihrem Objekt gemacht. Dessen sollte sie sich bewußt bleiben.
    Die Geisteswissenschaft hingegen beschäftigt sich nicht mit der Außen-, sondern mit der Innenwelt – und damit mit dem Ich.
    Das hindert nicht, daß auch die Geisteswissenschaft eine Wissenschaft ist.
    Wie Rudolf Steiner sagte (und Arthur Zajonc faßt es in meinem Zitat oben in seine eigenen Worte):

    »Der Geheimwissenschafter will den Wert der Naturwissenschaft nicht verkennen, sondern ihn noch besser anerkennen als der Naturwissenschafter selbst. Er weiß, daß er ohne die Strenge der Vorstellungsart, die in der Naturwissenschaft waltet, keine Wissenschaft begründen kann. Er weiß aber auch, daß, wenn diese Strenge durch ein echtes Eindringen in den Geist des naturwissenschaftlichen Denkens erworben ist, sie festgehalten werden kann durch die Kraft der Seele für andere Gebiete.«
    (GA 13, S 37)

    Herzlichen Gruß,
    Ingrid

    AntwortenLöschen
  8. Liebe Ingrid, danke!

    Das Definieren, genau, das hat seine Grenzen.

    Diese Hürde zu überspringen, in neue Dimensionen hinein, dafür sind Religion und Philosophie eine gute Grundlage, das Herz muss halt hinzukommen (der Sitz des Atman, der Liebe usw.) welches im übrigen ja auch denken kann, auch kausal und somit die Suche nach dem Göttlichen bzw. nach den letzten Ursachen des Lebens und der Schöpfung, mit Ehrfurcht beginnen kann :-)

    lg

    AntwortenLöschen
  9. Oder wie Schiller einst sagte:

    "Gott nur siehet das Herz. Drum ebe, weil Gott nur das Herz sieht, sorge, daß wir doch auch etwas Erträgliches sehn!"

    Friedrich von Schiller

    AntwortenLöschen
  10. Vielen Dank für Eure Sichtweisen!

    Bei mir ( noch nicht ausgereift) taucht so eine wage Verbindung zu einem Teil des Johannis- Prologs auf, hier einmal aus dem Gedächtnis:
    ...
    Den göttlichen Weltengrund hat noch nie ein Mensch mit Augen geschaut,

    der eingeborene Sohn, der im Schoß des Weltenvaters war,
    er ist der Führer zu diesem Schauen geworden...

    Da klingt mir doch ein Entwicklungsgedanke an, wie auch bei Heisenberg oder wie bei Rudolf Steiner mit dem Erscheinen des Christus im Ätherischen, dass zukünftig deutlicher werden wird.

    LG


    Michael W.

    AntwortenLöschen
  11. Lieber Michael, ich danke dir auch.

    "Da klingt mir doch ein Entwicklungsgedanke an, wie auch bei Heisenberg oder wie bei Rudolf Steiner mit dem Erscheinen des Christus im Ätherischen, dass zukünftig deutlicher werden wird."

    Ja, das empfinde ich auch so.

    Und das was Schrödinger oben 'sagt' zu den Naturwissenschaften(lern):

    "zu allem, was unserem Herzen wirklich nahe ist und was uns wirklich nahe geht (hat die Wissenschaft), ein beängstigendes Schweigen bewahrt." (Mind and Matter, University Press, Cambridge 1958) Unter diesen Dingen, die uns "wirklich etwas angehen" und zu denen die Wissenschaft schweigt, nennt Schrödinger auch - "Gott und Ewigkeit".

    Das spricht mich auch sehr an.

    Dann:

    "Schrödinger wünschte sich eine "Blutübertragung von Ost nach West", um die westliche Wissenschaft vor geistiger Anämie zu bewahren." ..

    Nun, diese 'Blutübertragung' aus dem Osten, ich meine jetzt speziell die eines Shankara, die wünsche ich mir persönlich eigentlich nicht so sehr (wohl aber kann ich teile davon integrieren und mich davon inspirieren lassen). Deswegen nicht so gern, weil ich speziell den Shankara als für zu asketisch und mönchisch halte, aber das ist meine persönliche Einschätzung...Da freue ich mich jedesmal über das, was Steiner über das Hinauswachsen, quasi das Transformieren des allzu Persönlichen und Begehrlichen gesagt hat, und das ohne asketische Unterdrückung.
    Hier mal der Link zu dem Vortrag, aus - Die drei Aspekte der Persönlichkeit:
    http://www.anthroposophie.net/lexikon/db.php?id=123

    LG

    AntwortenLöschen
  12. "Er weiß aber auch, daß, wenn diese Strenge durch ein echtes Eindringen in den Geist des naturwissenschaftlichen Denkens erworben ist, sie festgehalten werden kann durch die Kraft der Seele für andere Gebiete."

    Wenn man diesen Satz bei Steiner richtig liest, den Ingrid oben hier reingestellt hat, ergibt und erschliesst sich einem doch der Stellenwert der Wissenschaft. Und aus dieser Position heraus wird Kritik an Steiners Werk geübt?!?? -- Achja, geübt, das könnte ich gelten lassen.

    AntwortenLöschen
  13. @ Stefan

    ich weiss nicht viel über Shankara. Allerdings ist er nicht der jüngste Philosoph des Advaita. Er soll ca. 788 n. Chr. Geb. geborren sein.
    Eine jüngere Form des Advaita ist:

    Shuddhadvaita, die Philosophie der reinen Nichtdualität, wurde von Vallabha (1479 – 1531), einem Zeitgenossen Chaitanyas begründet. Er lehnt die Maya-Lehre Shankaras ab, wonach Universum und Individualität bloße Illusion seien. Für ihn ist die ganze Welt Gottes Energie und trotz des ständigen Wandels real. Wie andere vishnuitischen Philosophen unterscheidet auch er zwischen Gott, Materie und den individuellen Seelen.

    Sehr interessantund aktull ist auch Ramana Maharshi und wohl der bekannteste Vertreterdes Advaita Vedanta ist Ramana Maharshi
    http://de.wikipedia.org/wiki/Ramana_Maharshi

    in dessen indirekter Nachfolge sich Andrew Cohen sieht. Diese Nachfolge ist aber umstritten....

    http://de.wikipedia.org/wiki/Ramana_Maharshi

    Anbei noch ein Artikel, der mich gerade beschäftigt und der auch zumThema passt:

    http://www.kitesh.de/Individualit%E4t.html


    Herzlichen Gruß

    Michael W.

    AntwortenLöschen
  14. Maharshi ist für mich an der Quelle dessen, was heute ein universelles Selbsterleben bedeutet, zweifellos. Viele Worte hat er ja nicht gemacht. Klar, dass eher blasse Geister sich in seiner Nachfolge sehen.

    AntwortenLöschen
  15. Er hier ist auch nicht schlecht und ne echte Marke ;-) Es gibt ein schönes Büchlein von/über ihn:
    "Ich Bin" (da wo keine Angst ist) - Autor: Robert Powell

    http://www.rainbow-spirit.de/Magazin_2/nisargadatta.htm

    AntwortenLöschen
  16. Nisargadatta Maharaj - Ja, er wurde glaube ich der Bidi-Baba genannt.

    Der von Steffen angegebene Link führt zu einem interessanten Interview.

    In diesem Sinne dieser kopierte Hinweis, der in der gleichen Tradition steht.

    "Wissen entsteht durch Verschwinden von Nichtwissen

    Die Lehrbücher des Vedanta beginnen meist mit der Analyse der avidya ("Unwissenheit"), ausgehend von der Überzeugung, dass "Wissen" sich einstellt, sobald "Nichtwissen" vergeht. Das meistgebrauchte Beispiel ist das Verwechseln eines Stückes Seil mit einer Schlange. Während ein Wanderer von einer gewissen Entfernung aus nicht erkennen kann, ob es sich bei einem Gegenstand, der auf dem Weg liegt, um ein Stück Seil oder eine Schlange handelt, wird er beim Näherkommen sehr eindeutig erkennen, was er vor sich hat. Falls es sich als ein Stück Seil herausstellt, muss der Wanderer nicht erst eine Schlange vertreiben, ehe er seinen Weg fortsetzen kann. Ähnlich muss man nicht erst "Wissen" erwerben, um es an die Stelle des "Nichtwissens" zu setzen, sondern es zeigt sich von selbst, sobald das Nichtwissen verschwindet."

    -
    Ich habe allerdings Probleme damit, was dann zum Teil später im Neo- Advaita daraus gemacht wurde, zum Teil hanebüchener und nihilistischer Unsinn.

    AntwortenLöschen
  17. "Ich habe allerdings Probleme damit, was dann zum Teil später im Neo- Advaita daraus gemacht wurde, zum Teil hanebüchener und nihilistischer Unsinn"

    Interessantes Thema, wen und was meinst Du aber konkret?

    AntwortenLöschen
  18. Es gibt so eine Floskel im Neo-Advaita, die teilweise von Satsang- Lehrern gebetsmühlenhaft wiederholt wird: "Du bist bereits DAS", soll heissen, du bist bereits erleuchtet, weisst es aber nicht.
    Oder:

    Alles findet nur als Maya im "großen Bewusstsein" statt und es ist egal, was und wie etwas sich in diesem "großen Bewusstesein" abspielt ( nihilistisch).
    Damit habe ich persönlich Schwierigkeiten und empfinde das als unwahr.

    Wenn du mal bei google unter Neo-Advaita yielleicht youtube Videos suchst ;-) wirst du mich vielleicht verstehen können.- Wie gesagt, meine subjektive Meinung!

    Schönen Sonntag!

    AntwortenLöschen
  19. Ich muss da nicht unbedingt auf youtube entsprechende Videos anschauen - ich kenne mich in der "Szene" gut aus und bin mit ihr verbunden.

    Deinen Einwand kann ich verstehen, es ging mir anfangs ähnlich. Allerdings ist es sinnvoll, den Kontext zu sehen, in dem bestimmte Aussagen gemacht werden. Wenn ein Lehrer einem Schüler sagt "Du bist bereits DAS", will er ihn vielleicht nur auf seine häufig angestrengt-verkrampfte Haltung hinweisen, mit allerlei Übungen immer irgendwo hinkommen zu wollen, etwas (vermeintlich "höheres") erreichen zu wollen - ohne dass ein solcher Schüler sich der unmittelbar vor ihm (in ihm) liegenden Tiefe seines Bewusstseins überhaupt gewahr wird.

    Bei vielen Advaita Lehrern (Parkin, Gangaji, Shapiro, u.a.) gibt es zumeist eine paradoxe Haltung: Du kannst für die Erleuchtung einerseits nichts tun (Das wäre sonst nur wieder das Alltags-Ich, welches meint, sich zur Erleuchtung oder zum höheren Bewusstseinszustand hinarbeiten zu können); andererseits musst Du sehr viel tun: Anhalten (mit den sich abspielenden mentalen Reaktionen), still sein.

    Es gibt auch Lehrer wie Karl Renz oder Tony Parsons, die einen nihilistischen Zug haben, da habe ich auch meine Schwierigkeiten.
    Bei allen Lehrern (im Grunde auch bei Steiner)ist es aber natürlich entscheidend, dass man ihm mit einem gewissen Vertrauensvorschuss begegnet, man kann ansonsten noch soviel gedanklich-kritische Einwände an ihn herantragen - man berührt ihn und seine Aussagen kaum damit. Noch alberner ist es, wenn man meint, sagen zu können, wie ein erleuchteter Lehrer zu leben und zu handeln habe.

    Ebenfalls einen schönen Sonntag!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja ok, ich hatte keine Lust Namen zu nennen und zu diskreditieren.
      Diese Lehrer scheinen ja für einige Schüler "dran" zu sein - für mich nicht oder zumindest in der Form einer engen Guru- Schüler Beziehung nicht.

      Mir schwebt da noch ein deutschsprachiger Satsanglehrer aus der Linie H.W. Poonjajs vor Augen - den halte ich persönlich für unglaubwürdig.

      Die von dir erwähnte paradoxe Haltung verschiedenen Advaita Lehrer halte ich nur für teilweise zutreffend. Auch die Advaita Lehrer geben ja zunächst einmal Hinweise ( Pointers) über das WORT. Anschließend wirken diese Worte u n d der Schüler versucht sie (wie auch immer) für sich wirksam zu machen. Das geschieht dann meistens eher unkonventionell und nicht durch formelle Meditation wie Zen oder Vipassana sondern eher in Überprüfungen wie Ramana Maharshi in seinen 40 Versen aufzeigt oder wie sie Nisargadatta empfiehlt und wie sie aus seiner Bigraphie hervorgehen.

      Für mich sind das alles Übungen, die getan sein wollen. Allerdings kommen auch formell Meditierende in der Regel zu diesem "Erleuchtungs-Ergebnis".

      Ich persönlich habe es nicht so mit den persönlichen Lehrern - profitiere aber sehr wohl von den Büchern verschiedener Lehrer.
      Grundsätzlich bringe ich da einen Vertrauensvorschuss mit.
      Manche Bücher lege ich ganz schnell wieder zurück, manche kann ich über einen längeren Zeitraum kaum aus der Hand legen, z.B. haben mich die Bücher besonders von E. Tolle (und auch Parsons, Maharshis, usw, etc) längere Zeit begleitet.
      Tolle hat mich letztendlich so dicht an Rudolf Steiner herangebracht, wie ich es vorher nicht war und wohl zuvor noch nicht sein konnte.
      Ich bin im Grunde genommen überhaupt nicht mehr an einer "persönlichen Erleuchtung" interessiert, merke ich gerade mal wieder......


      Gruß!

      Michael W.

      Löschen
    2. Ich finde das sehr interessant, habe aber keine Ahnung von den verschiedenen Lehrern bzgl. Satsang. "Ich bin im Grunde genommen überhaupt nicht mehr an einer "persönlichen Erleuchtung" interessiert, merke ich gerade mal wieder......" Erscheint mir auch in sich widersprüchlich, d.h. als eine Art Ego-Falle. Das wäre wie der Hund, der nach dem eigenen Schwanz schnappt. Kann man ewig machen, aber solange man in der Selbstbezüglichkeit bleibt, bleibt man eben dort. Aber auch das Schielen auf "Weiterkommen" bleibt ein ewiges Schielen.

      Löschen
    3. @ Michael W. & Michael E.

      Die gegenwärtige Satsang/Advaita Szene ist tatsächlich äußerst schillernd und unübersichtlich, es ist für einen Aussenstehenden anfangs (und auch später) eher schwierig, wirkliche Lehrer von Pseudolehrern unterscheiden zu können. Es gibt darunter viele Menschen, die eine anfängliche Erleuchtungserfahrung (oder etwas ähnliches) gehabt hatten und dann vorschnell (ohne dass diese Erfahrung vertieft oder vom Leben geprüft wurde) selbst öffentlich Satsang geben. Das ist dann natürlich nicht viel mehr als eine weitere Maske des Ego.

      Grundsätzlich kann man sagen (auch wenn das kitschig klingen mag), dass die Ernsthaftigkeit der Sehnsucht einen zum "richtigen" Lehrer führt.

      Die Frage nach "Übungen", Meditation, usw. wird von den jeweiligen Lehrern auch sehr unterschiedlich, manchmal äußerst differenziert oder paradox, beantwortet.

      OM C. Parkin, (der nach einer Nahtoderfahrung erwacht ist und den ich sehr schätze) z.B. auf die Frage nach innerer Bemühung und Meditation: "Du kannst nichts machen. Vielmehr musst du das aufgeben, was du ständig machst. Du hälst dich ständig irgendwo fest, das ist das Machen. Du hälst dich an Bildern fest, du hälst dich an Gefühlen fest und an Gedanken. Prüfe, woran du dich überall festhälst. Das ist das Machen und dieses Machen muss aufgegeben werden. Wenn es nichts mehr gibt, an dem du dich festhälst, nichts, dann fällst du ins Selbst und in DAS, was du wirklich bist, ganz natürlich
      ...Nein, ich rede nicht vom Handeln. Wenn ich sage "Machen", dann spreche ich vom Denken. Das ist das Machen.("Die Geburt des Löwen", S.110).

      Löschen
  20. Ja ich schiele auch immer wieder mal und wenn ich schon schreibe:
    "Ich habe allerdings Probleme damit, was dann zum Teil später im Neo- Advaita daraus gemacht wurde, zum Teil hanebüchener und nihilistischer Unsinn."

    kann ich auch konsequenterweise 2 Beispiele dafür bringen:

    http://www.youtube.com/watch?v=-VPOB2FnSVg&feature=related
    ohne weiteren Kommentar ;-)


    http://www.youtube.com/watch?v=6G-bt6bBrKM&feature=related
    Renz hat bis zu einem gewissen Punkt etwas... aber letztendlich .... nihilistisch !

    AntwortenLöschen
  21. @Michael, Anonym

    auch ich finde Eure Gespräche und Informationen sehr interessant.
    Wichtig und interessant ist für mich (vielleicht für Euch ja auch), wie denn nun die hier geschilderten Äußerungen z.B. zu Satsang oder seriösen, östlichen Lehrern - z.B. die Leere der Leere bzw. der ICH BIN-Erleuchtung aus bewußter Ersterbung des Anhaftens o.ä. - zu der Lehre, den Impulsen und den Mitteilungen R. Steiners steht.
    Nach meinem Begreifen hat Steiner z.B. eine Nirvana-ausrichtung oder ähnliches, eher abgelehnt bzw. gar nicht so auf dem Plan gehabt, sah doch seine Aufgabe viel eher in aktiven spirituellen und weltlichen Kulturimpulsen oder im Erleben höherer Welten und ganz zentral: Im Erschauen und Erleben des KONKRETEN Christusimpulses (was mir als Abendländer sehr nahe liegt).

    So manch östlicher Lehrer würde dies wohl eher als befremdlich empfinden, vielleicht sogar nur als weitere, wenn auch interessante und zauberhafte Zutat zu der großen Maya(?)

    Ich bin jedenfalls von beiden Impulsen fasziniert bzw. infiziert ;-) bekomme aber nicht immer eine Brücke gebaut zwischen diesen beiden...man muss sich wohl irgendwann mal entscheiden...sehe hier große Fragen der Ausrichtung und des Zieles des Menschen schlechthin...aber auch evtl. Gefahren auf dem Weg, stellen sich mir, warum auch immer ...

    Oder sehe ich das falsch mit den Vergleichen? - dann bitte gern korrigieren o.ä, :-)

    P.S.:
    Michael W. - ich habe das Interview mit Nisargadatta Maharaj nochmals aufgegriffen bzw. verewigt in meinem Blog "not-und-wendig":
    http://not-und-wendig.blogspot.de/2012/03/ich-bin.html

    Finde ihn auch sehr faszinierend (und auch interessant-einfach und klar!)...Und der Mensch Nisargadatta ist ja im Grunde auch ein ganz einfacher 'Kerl' so scheint mir...immer hellwache Augen und freundlich und wenn er lacht, sieht man keine Zähne im Mund, herrlich...er wohnt wohl in Sri Lanka in einer kleinen 2 Zimmerbude, meine ich, unten einen Zigarettenladen für indische Kräuersticks und oben ein Raum für Besucher ..

    Hier noch mal ein schönes Zitat aus dem ICH BIN:

    "Du musst nicht zur Erleuchtung vorstoßen, denn du bist erleuchtet. Sie stößt zu dir vor, wenn du ihr eine Chance gibst. Lass deine Anhaftung an das Unwirkliche entgleiten, und das Wirkliche wird schnell und sanft dessen Platz einnehmen. Hör damit auf, dir einzubilden dies zu sein oder jenes zu tun, und du wirst erkennen, dass du an der Quelle und im Herzen von Allem bist. Auf diese Weise wird die große Liebe über dich kommen, die nicht Wahl oder Bevorzugung darstellt, sondern eine Kraft, die alle Dinge liebenswert und liebenswürdig macht.

    Er bekräftigt jedoch, es gebe dafür keine Bedingungen und keine nötigen Aktivitäten:

    "Es gibt keine zu erfüllenden Bedingungen. Nichts muss getan werden, nichts muss aufgegeben werden. Schau einfach hin, und bedenke, was auch immer du wahrnimmst, bist nicht du, und gehört nicht dir. Es ist innerhalb des Bewusstseinsfeldes, aber du bist weder das Feld noch dessen Inhalt, ja noch nicht einmal der Beobachter des Feldes (Vyakta). Es ist deine Einbildung du müsstest irgend etwas tun, die dich in die Erwartungshaltung bezüglich deines Bemühens verstrickt - die Motivation, die Sehnsucht, das Scheitern, das Gefühl der Frustration, all dies hält dich zurück. Schau einfach auf das, was sich auch immer ereignet, wissend, dass du über den Dingen stehst.

    LG

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @ Steffen
      "Ich bin jedenfalls von beiden Impulsen fasziniert bzw. infiziert ;-) bekomme aber nicht immer eine Brücke gebaut zwischen diesen beiden...man muss sich wohl irgendwann mal entscheiden...sehe hier große Fragen der Ausrichtung und des Zieles des Menschen schlechthin...aber auch evtl. Gefahren auf dem Weg, stellen sich mir, warum auch immer ..."

      Da stimme ich Dir vollkommen zu, man kommt irgendwann zu dem Punkt, wo man sich innerlich verbindlich für eine Richtung entscheiden muss. Man kann durchaus den "anderen Weg" gewissermaßen von Außen mit Interesse verfolgen und das ein und andere davon auch annehmen; letztendlich gibt es aber gerade zwischen Advaita und Anthroposophie ganz grundsätzliche, sich ausschließende zentrale Aspekte.

      Ich war lange Jahre Anthroposoph, bin dann schließlich bei Parkin, Tolle und Advaita gelandet, u.a. da ich mit der Überfülle an "Wissen" irgendwann nichts mehr anfangen konnte. Es geht mir nur noch um die direkte und konkrete Erfahrung.

      Die "Gefahren auf dem Weg" gibt es auf allen Wegen, ich kenne sowohl in der Advaita als auch in der Anthroposophie Menschen, die in der Psychiatrie gelandet sind; wenn man seinen nüchternen Verstand nicht vollständig entsorgt, muss man da aber keine Bedenken haben.

      Herzliche Grüße

      Löschen
    2. @Anonym

      Herzlichen Dank für deine Gedanken und Einschätzungen zu meiner Frage :-)

      Und ja, es ist sehr schön, dass Don-Michael hier so eine offene und undogmatische Haltung und Plattform anbietet. Kommt es dann zu so einem ehrlichen Austausch wie in den letzten Tagen, dann um so wertvoller.

      Einen schönen Tag!

      lg

      Löschen
  22. @ Steffen

    ich sehe da auch wie du Unterschiede. Innerhalb der Advaita Vedanta Richtung gibt es bereits Ausrichtungen, die den Begriff Maja ablehnen und i n n e r h a l b der "Erscheinungen", Gott sehen.

    Ja und glaube ähnlich wie du, dass man sich hinsichtlich der Ausrichtung entscheiden muss. Ich persönlich bevorzuge ein gewisses und vermehrtes auf die Erde- kommen des Geistes indem ich als Mensch aktiv versuche dem "Geist" entgegenzukommen und mich mit meinem Geistigen dafür zu öffnen.
    Statt der ablehnenden und ausschließenden Geste ( nicht dieses, nicht das ) bevorzuge ich die integrierende Geste ( sowohl dieses als auch das) jedenfalls bis zu einem bestimmten Punkt.

    Das ist aber lediglich meine Tendenz.
    Ich mag keine nihilistischen Konzepte.

    Es gibt einen Meditationsspruch von Steiner, der mir oftmals geholfen hat. Ich nehme an, die meisten hier kennen ihn.

    "Da wirkt in mir die Drachenkraft ...."

    auch mit dem steht man dann über manchen Dingen und hat trotzdem noch "Platz" nach oben :-)

    Michael W.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vier Vorträge Steiners über das menschliche Gemüt und den Drachen: http://anthroposophie.byu.edu/vortraege/223b.pdf
      "Und es ward der Drache, die alte Schlange, heruntergeworfen vom Himmel zur Erde. Da hatte sie aber zunächst keine Stätte. Dann aber errichtete sie ihr Bollwerk im Wesen des Menschen, und so ist sie nun in der menschlichen Natur verschanzt." (Steiner, eine Legende referierend)

      Löschen
  23. Ich habe noch mal einen, wie ich finde, sehr interessanten Artikel zu Buddhismus und Anthroposophie rausgesucht.
    http://www.kitesh.de/Den_gemeinsamen_Namen_suchen_Eine_Synthese_von_Christentum_und_Buddhismus.html


    Werde mich erstmal eine Zeit ausklinken, weil ich Zeit brauche, die Informationen selbst einmal angemessen zu verarbeiten.

    Tschüss in die Runde

    Michael W.

    AntwortenLöschen
  24. @Michael und Michael (und dem Michael-Drachenkampf ;-)))

    Ich danke Euch! Ich glaube, die Vorträge habe ich auch in Buchform vorliegen, ich schau es mir an.

    PS: Oben sollte es heißen bei mir: Die LEHRE der Leere, sorry..

    lg - Steffen

    AntwortenLöschen
  25. Nachtrag: Ja, Michael W. - solche Lehrer(en) gab es auch im Osten, die die Maya weniger streng oder ganz anders ansahen...Tagore habe ich da in Erinnerung, der in allem das Göttliche weben und funkeln sah (u.a. aus dem Sanskrit schöpfte)...

    Und das beschrieb Steiner dann ja auch sehr schön, wenn auch in seinen Worten (hier aber noch ohne die Drachenkomponente) - in seinen 'Gemüts-Vorträgen':

    "Das ist schließlich dasjenige auch, was die Natur dem menschlichen Gemüte geben soll. Naiv, nicht durch Spekulation, soll der
    Mensch in der Lage sein, beim Anblicke dieser oder jener Naturwesenhaftigkeit Freude, Sympathie, ja vielleicht inneres
    Jauchzen, inneren Enthusiasmus gegenüber den Gestaltungen,
    gegenüber dem Sprießen und Blühen in der Natur zu empfinden. Und dann soll in bezug auf das, was er sich nicht ganz
    klar macht bei diesem Jauchzen, bei diesem Enthusiasmus, bei
    dieser überströmenden Freude über die Natur, in seinen Untergründen eigentlich die Empfindung leben, wie er in seinem
    ganzen Gemüte sich so innig verwandt fühlt mit dieser Natur,
    indem er sich sagen kann, wenn es ihm auch nur dumpf zum
    Bewußtsein kommt: Das haben die Götter aus sich heraus als
    ihren Spiegel in die Welt hineingestellt, dieselben Götter, denen
    mein eigenes Gemüt entstammt, dieselben Götter, von denen
    ich auf einem andern Wege komme. - Und eigentlich sollte alles
    innere Jauchzen über die Natur, alle Freude über die Natur, alles
    was als ein so befreiendes Gefühl in uns aufkommt, wenn wir
    die Frische in der Natur innerlich lebendig nacherleben, darauf
    gestimmt sein, daß das menschliche Gemüt sich verwandt fühlt
    mit dem, was in der Natur draußen als Spiegel der Gottheit lebt."

    lg und gute Nacht...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @ Stefan und Michael

      Wunderschönes Zitat- Danke!
      Und vielen Dank für die Hinweise auf Steiners Vorträge über den Drachen!

      Ich habe auch noch einen ;-)

      Alexander von Humboldt:

      “... in den Wäldern des Amazonenflusses, wie auf dem Rücken der hohen Anden erkannte ich, wie von einem Hauche beseelt, von Pol zu Pol nur ein Leben ausgegossen ist in Steinen, Pflanzen und Tieren und in des Menschen schillernder Brust.
      Über erwarte ich von dem Gefühl durchdrungen, wie mächtig jene Jenaer Verhältnisse auf mich gewirkt, wie ich, durch Goethes Naturansichten gehoben, gleichsam mit neuen Organen ausgerüstet worden war...

      Michael W.

      Löschen
  26. Sorry, sollte natürlich heissen:

    "Überall war ich von dem Gefühl durchdrungen, wie mächtig jene Jenaer Verhältnisse auf mich gewirkt, wie ich, durch Goethes Naturansichten gehoben, gleichsam mit neuen Organen ausgerüstet worden war..."


    Meine " Sekretärin Dragon" ist mal wieder etwas widerspenstig...

    LG

    Michael W.

    AntwortenLöschen
  27. wer ist michael eggert. wofür steht er .

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wer fragt? Aber um die Frage dennoch zu beantworten: Ich würde mich als neugieriger, toleranter Rosenkreuzer sehen, dem die methodische Vielfalt und das reale "Praktizieren" am Herzen liegen, aber natürlich auch die umfassenden Perspektiven, die man von Rudolf Steiner erhält.

      Löschen
  28. „.....das der Materialismus recht hat auf seinem Gebiet.“ Ich kenne keinen geistigen Lehrer, der die Materie annimmt, durchwandert, wie es Steiner tut. Diese Haltung ist für mein Dasein und die Wahl meiner Praxis entscheidend. In der hinduistischen Philosophie und im Advaita,dem großen indischen Bewußtseinslicht finde ich dieses Wesentliche nicht.
    Auch fehlt mir da die soziale Integration. Eine Reise nach Indien ist für mich wie eine Reise in die Vergangenheit. Vor 25 Jahren war es eine Reise ins Mittelalter,die mir Bewußtsein und Knochen erschüttert hat.
    Auch wenn heute Globalisierung und Kapitalismus in Indien eingezogen sind, so unterstreicht es für mich noch den Kontrast zwischen glitzernder Matrialität und Millionenslum in einem Land mit einem derart beeindruckenden geistigen Erbe.
    Advaita im Westen, denke ist, ist wieder etwas anderes,weil er auf christlichen Boden fällt.
    Ich betrachte maya nicht als Illusion, sondern als Wirk-lichkeit.
    Das Verwebtsein der Matrie mit geistigen Impulsen und die Wechselwirkung zwischen Materie und Geist, wie sie Steiner beschreibt, finde ich bisher einzigartig.
    Es gibt Elemente in der Anthroposophie, die für mich nicht annehmbar sind. So finde ich mich heute in der Situation, über verschiedene Geistesrichtungen meine Schritte zu setzen. Eine Devotion einer bestimmten Richtung gegenüber fällt dadurch weg, was auch seine Schwierigkeiten mit sich bringt. Es wird alles wirklich viel individueller, und von da her kann ich gut verstehen, dass den alten Nußbaum hochzuklettern, jetzt, gerade, die nächste Handlung sein kann, die hin zu mir und hin zu einem größeren Ganzen führt.

    AntwortenLöschen
  29. Lieber Steffen,

    „Ich bin jedenfalls von beiden Impulsen fasziniert bzw. infiziert ;-) bekomme aber nicht immer eine Brücke gebaut zwischen diesen beiden...man muss sich wohl irgendwann mal entscheiden...“

    ich denke dass das SOWOHL ALS AUCH (vielleicht) eine Brücke sein könnte…?
    Denn das was in den Satsangs „gelehrt“ wird, das Loslassen, ist genau so wichtig wie das was in Anthroposophie, das Ergreifen (initiativ werden) ist. Das ist meine Erfahrung… Wahrscheinlich ist es für jeden SO, wie er es gerade braucht…:)

    Lieber Anonym, (von: Mar 25, 2012 11:05 PM)

    „Ich war lange Jahre Anthroposoph, bin dann schließlich bei Parkin, Tolle und Advaita gelandet, u.a. da ich mit der Überfülle an "Wissen" irgendwann nichts mehr anfangen konnte. Es geht mir nur noch um die direkte und konkrete Erfahrung.“

    und bei mir war es genau umgekehrt. Nach dem ich in der Esoterik-Szene 7 Jahre lang lernte loszulassen (viiiiieles ausprobiert, auch viele Satsangs und Retreats mitgemacht) und dabei fasst verloren ging (verlor den Boden unter den Füßen), wurde ich zu Anthroposophie geführt, um wieder das Leben ergreifen zu lernen, wieder auf die Erde zu kommen und die freie Tat zu lernen und erleben…
    Ich denke dass ich lernen musste Herr meine Selbst zu werden, was nicht durch Loslassen geschieht (obwohl das zu lernen auch wichtig ist), sondern durch Selbsterziehung.
    Ich erlebe Beides, das Loslassen und die Selbsterziehung (wenn ich mal ab und zu darin Erfolge habe) als aufbauend und als puuuure Freude…:)
    Wie fremd gesteuert und fremdbestimmt man im Alltag ist (z.B. wenn man berufstätig ist und Familie hat), merkt man, wenn man versucht täglich und pünktlich (also um bestimmte Zeit), vier Wochen lang (ohne Notiz und ohne Handy-Wecker), für nur 5 Minuten sich willentlich herauszuziehen um die 1. Nebenübung (Gedankenkontrolle oder Konzentrationsübung) zu machen…
    Viele die ich kenne (ich auch) müssen Jahre oder Jahrzehnte üben…:(

    Es ist eigentlich bekannt dass die (manche?) östlichen Lehren in die Richtung „Lehren“, dass man möglichst NICHT wiedergeboren werden muss, in Gegensatz zu Anthroposophie wo man dann empfindet dass man wiedergeboren werden WILL…

    Lieber Michael W.,

    „Meine " Sekretärin Dragon" ist mal wieder etwas widerspenstig...“ :):):)

    und meine „Sekretärin“ heißt Saphira, ein wunderschöner Drache aus dem Film: Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter
    http://www.youtube.com/watch?v=bXBYuld-JPg (Eragon und Saphira - Ich bin du und du bist ich)

    Herzliche Grüße aus sonnigem Hamburg:)

    Belinda

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. "Nach dem ich in der Esoterik-Szene 7 Jahre lang lernte loszulassen (viiiiieles ausprobiert, auch viele Satsangs und Retreats mitgemacht) und dabei fasst verloren ging (verlor den Boden unter den Füßen), wurde ich zu Anthroposophie geführt, um wieder das Leben ergreifen zu lernen, wieder auf die Erde zu kommen und die freie Tat zu lernen und erleben…"

      Danke für die ausführliche Antwort; da ist etwas dran, den Boden kann man schnell unter seinen Füßen verlieren, allerdings in wahrscheinlich fast allen spirituellen oder religiösen Richtungen. Problematisch ist es dann, wenn man seine Persönlichkeit oder Ich überwinden will, obwohl man noch keine Persönlichkeit oder Ich richtig entwickelt hat, oder wenn man meint, sich für Gott oder das "höhere geistige" öffnen zu wollen und dabei nicht erkennt, dass man haufenweise sonstige Wünsche verdrängt. Dann kommt es zu den üblichen Spaltungen unter denen die Menschen leiden.

      Mit der Anthroposophie "das Leben zu ergreifen" oder "wieder auf die Erde zu kommen" habe ich leider in meiner Anthrozeit nie erleben können (höchstens das sprechen darüber); liegt vielleicht auch an mir.

      Bei welchen Satsang-Lehrern warst Du?

      lg

      Löschen
  30. Liebe Belinda, lieben Dank für deine Einschätzung :-)

    Sehr schön von deinen Erfahrungen zu hören bzw. - deine Frische und deine Natürlichkeit hier immer wieder zu erleben :-)

    Ja, das Konkrete ist mir auch wichtig, aber natürlich auch das Loslassen - oder die subtilen Zwischenräume, Selbsterkenntnis usw. - das ist ein spannender Lernprozess ..

    (P.S - den schönen Drachenfilm kenne ich auch ;-)

    lg

    AntwortenLöschen
  31. Hallo Belinda,

    danke für den Drachenfilm.

    Ich lese zurzeit nebenbei ( nicht nur) zur Entspannung
    http://fiction.blog-haus.net/2011/04/patrick-rothfuss-der-name-des-windes/


    DIE BÜCHER ( TRILOGIE) sind noch nicht verfilmt worden aber es gibt einen von einem engagierten Fan angefertigten Trailer, den ich ganz gut finde!

    http://translate.googleusercontent.com/translate_c?hl=de&langpair=en%7Cde&rurl=translate.google.de&twu=1&u=http://www.youtube.com/watch%3Fv%3Dqhe_kgofY9A%26feature%3Drelated&usg=ALkJrhgZnKxGWEnCmzFYVK6ERykCJiN2vw

    Das Buch ist für Liebhaber des Genres empfehlenswert.


    LG

    Michael W.

    AntwortenLöschen
  32. Immer wieder muss ich an dieses junge Mädchen denken aus einer Doku, die ich vor Zeiten einmal gesehen habe, Gothic war sie, Anbeterin des Todes angeblich. Ich glaube sie wollte nur rocken und extravagante Mode tragen, eine junge Frau eben. Hat eine Lehre begonnen als Mitarbeiterin eines Bestattungsunternehmens, worin sie übrigens jeder bestärkt hat (sehr guter Beruf! In der Tat).
    Daran muss ich immer wieder denken wenn ich so als Seniorenbetreuerin arbeite. Man kommt mit Unzulänglichkeit, Loslassen und Vergehen wirklich jeden Tag in Berührung, und muss Stille ertragen können in Gegenwart leidender Menschen.
    Wie ich hier Anfangs dazugestossen bin, habe ich nicht verstanden was unter Loslassen eigentlich gemeint ist, und mittlerweile begriffen, das liegt daran, dass das sozusagen mein Beruf ist. Den Gegenpol bilden heisst sich ein bleibendes Zuhause schaffen das wächst gedeiht und lebendig ist. Dazwischen lebt der Mensch, zu dem beides gehört.
    Etwas Seltsames ist doch der Mensch. Ich meine, jedem von uns geht es doch auf seine ganz eigene Weise so, dass er oder sie das Gleichgewicht halten muss. Und irgendwo dort finden wir uns, da finden die Begegnungen statt. Bewegung und Stille, aus beidem entsteht ein Weiterkommen, kann innerlich oder äusserlich erlebt sein.
    Ist das Satsag ODER Anthroposophie?
    Ich kann das gar nicht mehr so genau definieren. Ab einer bestimmten Entwicklungsstufe ist man soweit zu erkennen dass Geist fliesst. Geist ist so, wie wir ihn formen, darin liegt auch eine Verantwortung gegenüber der geistigen Welt. Und dann hilft einem nur dass man im Real Life von Liebe getragen gehandelt hat, dann kann man dasselbe auch ins Geistige bringen, und diese Welt ist auch von Liebe erfüllt. Das bedeutet "Sündenflut", dass sich das abträgt. Am Ende ist Alles Eins.

    AntwortenLöschen
  33. "Am Ende ist Alles Eins." Mag sein, aber glücklicherweise gibt es ja kein Ende. Und so leben wir weiter in dauernder Bezogenheit und Verantwortung.

    AntwortenLöschen
  34. OK. Es ist wie mit dem gesamten Kosmos, auch in den aktuellen Filmen im Egoisten-Blog. Da hat auch Einstein berechnet, dass man sich das Universum zwar als riesige Kugel vorstellen kann - Aber hinter ihren Rändern ist ja - Nichts! Daher muss man, könnte man an diese geraten, logischerweise wieder an den Anfang geraten. Flöge man eine gerade Linie quer durch, käme man wieder hierher, nach Hause.
    Ähnlich stelle ich es mir auch mit dem individuellen Leben vor, denn es gibt ja nur das Raum-Zeit-Kontinuum. Viel zu entdecken in der Wissenschaft! Man glaubt immer nur an diese Aufsplitterung in Wissenschaft und Übersinnliches. Aber es gibt nur eine Welt.

    AntwortenLöschen
  35. Lieber Anonym,

    „Problematisch ist es dann, wenn man seine Persönlichkeit oder Ich überwinden will, obwohl man noch keine Persönlichkeit oder Ich richtig entwickelt hat, oder wenn man meint, sich für Gott oder das "höhere geistige" öffnen zu wollen und dabei nicht erkennt, dass man haufenweise sonstige Wünsche verdrängt. Dann kommt es zu den üblichen Spaltungen unter denen die Menschen leiden.“

    ja, da stimme ich Dir absolut zu.

    „Mit der Anthroposophie "das Leben zu ergreifen" oder "wieder auf die Erde zu kommen" habe ich leider in meiner Anthrozeit nie erleben können…“

    Ich denke dass man das Leben nur aus Freiheit heraus ergreifen kann und in der Anthroposophie findet man genügend Anregungen…:)

    „Bei welchen Satsang-Lehrern warst Du?“

    Am öftesten war ich bei Eli Jaxon-Bear und bei vielen anderen gelegentlich (wahrscheinlich wollte ich die „Lehren“ der Erleuchteten NUR vergleichen…), deren Namen ich mir nicht merken konnte (einer hieß Swami usw…?), wollte, da mich die Namen der Erleuchteten nie so interessiert haben wie DAS, was ich da hörte oder erlebte und überhaupt hat mich recht wenig interessiert WER, etwas sagte oder tat, sondern WAS, gesagt wurde, d. h. ich suchte Inhalte oder Begegnungen die meine Seele berühren.

    Ich war z. B. bei Andrew Cohen und er erzählte dass das Ego weg muss, abgetötet werden muss und in mir wehrte sich alles dagegen, weil (so dachte ich) es andere Wege geben muss… Ich wollte nie irgendetwas in mir abtöten…
    Dann war ich bei Eli Jaxon-Bear und er sagte genau Gegenteil davon, dass wenn man sein Ego tötet, dann bleibt kein Heilige übrig, sondern ein „Mörder“…:( hmm.

    Die Satsangs waren nur ein Teil meiner Esoterik-Aktivitäten (z. B. Reiki Einweihung, Prana-Heilung, Heilung nach Horst Krone, geführte und freilassende Meditationen, Medium - Durchsagen aus der geistigen Welt, Vorträge, Seminare und, und, und) die ich mitgemacht habe.
    Ich erinnere mich jetzt auch nicht wie meine Reiki-Lehrerin, bei der ich Einweihungen gemacht habe heißt(ich müsste jetzt meine Urkunden suchen um nachzuschauen), aber ich erinnere mich sehr genau an ihr liebevolles Wesen…:)
    All das war nicht DAS was ich suchte aber der Weg oder besser gesagt der Umweg (in der Esoterik-Szene) war wohl für mich nötig, da ich nichts Besseres kannte… Bis ich der Anthroposophie begegnete… Und sie berührte zu tiefst meine Seele…:)

    Nachhinein bin ich dennoch dankbar für das Wissen und die Erfahrungen in der Esoterik-Szene.

    Auch bei Anthroposophie ist für mich nicht so von Belang dass das Rudolf Steiner alles gesagt hat, was in der GA drin steht… Für mich sind die Inhalte und die Anthroposophie als Wesen wichtig und ich warte (ich wiederhole mich gerade zum x-ten mal) sehnsüchtig darauf das man (wir), irgendwann mal sagen: Die Anthroposophie sagt… und nicht immer Rudolf Steiner sagt…
    Sogar Rudolf Steiner hat immer wieder gesagt: „Die Anthroposophie spricht…“
    Irgendwie schaffen wir den Sprung von Steiner zur Anthroposophie nicht…???
    Kannst Du verstehen was ich meine?

    Herzliche Grüße:)

    Belinda

    AntwortenLöschen
  36. @ Belinda

    "Sogar Rudolf Steiner hat immer wieder gesagt: „Die Anthroposophie spricht…“"

    Ach, ist das so? Ich zumindest kann mich daran gar nicht erinnern. Kannst du mir ein paar Zitate mit Quellenangabe nennen, wo Steiner das gemacht haben soll?

    "Irgendwie schaffen wir den Sprung von Steiner zur Anthroposophie nicht…???"

    Du meinst also: der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen ...

    Übrigens, warum lässt sich bloß die Relativitätstheorie nicht von dem Namen Einstein trennen?, auch sehr merkwürdig, nicht wahr.

    anonym1

    AntwortenLöschen
  37. Lieber anonym1,

    ***"Sogar Rudolf Steiner hat immer wieder gesagt: „Die Anthroposophie spricht…“"

    Ach, ist das so? Ich zumindest kann mich daran gar nicht erinnern. Kannst du mir ein paar Zitate mit Quellenangabe nennen, wo Steiner das gemacht haben soll?***

    bitte, sehr gerne…

    Aus Anthroposophische Leitsätze

    „Die Anthroposophie spricht von dieser Umgebung als von der ersten verborgenen Welt, in der sich der Mensch befindet…“.
    (…)
    „Anthroposophie spricht da aus der inspirierten Erkenntnis heraus vom Astralleib, wie sie der Erinnerung gegenüber vom Ätherleib spricht.“
    (…)
    „Anthroposophie weist aus der imaginativen Erkenntnis auf diese Wirklichkeit hin. Sie verweist von dem Schattenden auf das Leuchtende. Sie tut dies, indem sie von dem Ätherleibe des Menschen spricht.“
    (…)
    „Anthroposophie will auf der Grundlage sicherer Geist-Erfahrung die Antwort auf diese Frage geben.“

    Also, Die Anthroposophie spricht, weist, tut, will..., schließlich ist sie ein Wesen...:)


    ***"Irgendwie schaffen wir den Sprung von Steiner zur Anthroposophie nicht…???"

    Du meinst also: der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen ...***

    Aber, aber! Warum denn so pikiert?:) Und NEIN!!! ICH MEINE ES GANZ UND GARNICHT SO!!!

    Denn, jeder der Anthroposophie liebt, liebt auch Rudolf Steiner… Ich beispielweise wie einen nahen Verwandten und ich bin ihm seeeeehr dankbar für die GA und verneige mich vor seiner Größe, aber mir lag noch nie der Personenkult und Steiner wollte das auch nicht…

    Mir geht es in erster Linie um Anthroposophie… Daher bin ich manchmal „unglücklich“, weil dauernd über Rudolf Steiner gesprochen wird und über die Anthroposophie weniger. Dabei weiß (fast) jeder dass Worte wirkende Kräfte sind (Am Anfang war das Wort…) und wie soll die Anthroposophie leben, wenn wir immer den Steiner davor stellen. Bei der großen Verehrung des Vaters vergisst man das Kind(bildlich gesprochen)…
    Das gefällt ihm bestimmt auch nicht, schließlich hat er „seinem Kind“, der Anthroposophie sein Leben geweiht… Ihm ging es ausschließlich um die Anthroposophie… Und mir auch…

    Herzliche Grüße

    Belinda

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. " Ihm ging es ausschließlich um die Anthroposophie… Und mir auch…"

      Das wäre in meinen Augen aber fatal. Ich denke, dass es ihm ausschließlich um den Menschen gegangen ist und um das, was den Menschen in Wirklichkeit ausmacht. Einzig aus diesem Grund hat er meiner Ansicht nach die Anthroposophie in die Welt gesetzt, damit der Mensch sich und die Welt darin wiederfindet.

      " weil dauernd über Rudolf Steiner gesprochen wird und über die Anthroposophie weniger."

      Das Sprechen über Steiner hat hier aber eher wenig mit Personenkult zu tun. Wie soll der überhaupt aussehen? Das geflügelte Wort: Der Doktor hat gesagt ... dürfte doch schon seit einiger Zeit von der Mehrzahl der Anthros zu den Akten gelegt worden sein und ein Heiligenschrein mit Steinerbildchen ist mir noch nirgendwo untergekommen und dürfte bestenfalls in den Privatgemächern von einigen verwirrten Seelen anzutreffen sein.

      anonym1

      Löschen
    2. Liebe Belinda,
      habe Deine Hinweise auf die Verwendung von "Anthroposophie" gelesen. Steiner hat leider etwas übernommen, was er gar nicht wollte, nämlich die Verwendung des Wortes "Anthroposophie". Letzten Endes führte das auch zu den jetzigen Verwirrungen, weil eben Steiners eigene Intention, die Nicht-Verwendung des Wortes nicht zum Tragen kam. Habe etwas in den Leitsätzen gelesen. Steiner will etwas in der Menschheit befeuern, das mit diesem Leitsatz gut charakterisiert ist:

      "14. Die zweite Gestalt des «Ich», die in der Darstellung des dritten Leitsatzes* angedeutet worden ist, tritt als «Bild» dieses Ich auf. Durch das Gewahrwerden dieses Bildcharakters wird auch ein Licht geworfen auf die Gedankenwesenheit, in der das «Ich» vor dem gewöhnlichen Bewußtsein erscheint. Man sucht durch allerlei Betrachtungen in dem gewöhnlichen Bewußtsein das «wahre Ich». Doch eine ernstliche Einsicht in die Erlebnisse dieses Bewußtseins zeigt, daß man in demselben dieses «wahre Ich» nicht finden kann; sondern daß da nur der gedankenhafte Abglanz, der weniger als ein Bild ist, aufzutreten vermag. Man wird von der Wahrheit dieses Tatbestandes erst recht erfaßt, wenn man fortschreitet zu dem «Ich» als Bild, das in dem Ätherleibe lebt. Und dadurch wird man erst richtig zu dem Suchen des Ich als der wahren Wesenheit des Menschen angeregt."

      http://www.anthroposophie.net/steiner/leitsaetze/bib_steiner_leitsaetze_014.htm

      Durch all die Leitstätze Steiners lebt der Wunsch, die Vertreter seiner Geisteswissenschaft mögen sich respektieren, verstehen usw. Daran mangelte es manchmal sehr, schauen wir die Geschichte an, wie sie nun so drastisch von Junko Althaus in den letzten Tagen veröffentlicht wurde. Doch "wir" schreiten voran.
      Durch die verschiedenen Texte der Teilnehmer hier, als Letztes das sehr persönliche Bild von "m.butty", dem "Ätherherz" Junko Althaus, aber auch der Traurigkeit, welche Judith von Halle nach dem Lesen der Worte empfand, die von Dritten ihr zugeschickt wurden, bildete sich während der gesamten letzten Nacht das Ur-Bild des Ätherleibes, soz. der reine Körper, der Ätherkörper. Bin erstaunt, wie sich durch die Worte der Teilnehmer Leitsatz Nur 14 von Steiner findet, der genau das Erlebnis in Worte fast. Also vom Ätherherz als Hinweis von Junko Althaus über Umwege des stigmatisierten Körpers hin zum österlichen Geschehen, aus "unserem" Ringen. Will das extra betonen! Dazu gehören auch die Kritriker, sogar ihr manchmal aufflammender Hass gehört dazu.

      Steiner spricht wiederholt von den führenden Anthroposophen. Er setzte seine Hoffnung in Führende Personen. Das konnten wir uns abschminken, die gab es so nicht. Wir verdanken jedoch Vielen ihr persönliches Ringen, das mit uns lebt, so doch auch das Leben kürzlich Verstorbener als Willensimpulse.......
      Steiner verwendete öfter das Wörtchen "ernst" im Zusammenhange seiner Geisteswissenschaft.
      An diesem "ernst" mangelte es,
      weil die Menschen oft doch nur in der Verwirklichung ihrer persönlichen Biographie verstrickt waren.

      Heute am Palmsonntag eine Radiopredigt. Es fällt auf, Christus wird als Jesus nur charakterisiert, als derjenige, der mit uns das Leid, den Schmerz lebt. Christus als Erkenntnisträger, als Befeuerer der Freiheit, vielleicht ist das, was mit dem Ätherischen Christus "in" uns erwacht, erwachen wird.....

      Löschen
  38. Und, liebe Belinda, was die Formulierung „Die Anthroposophie spricht…“ angeht (die anscheinend nur in den Leitsätzen auftaucht), dürfte selbige meiner Ansicht nach dort nur als ein Stilmittel anzusehen sein, um die eigene Persönlichkeit aus dem Inhaltlichen herauszuhalten. Überall wo in deinen Zitaten "die Anthroposophie spricht" etc. steht, kann man m. E. sinngemäß getrost das Wörtchen "Ich" einsetzen und würde damit den Tatsachen gerecht, denn Steiner war bestimmt nicht ferngesteuert, als er die Leitsätze geschrieben hat :-)

    anonym1

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Danke für Ihre Mitarbeit im Blog.

Egoistisch am meisten gelesen: