Steiners "negative Energie"

In der heutigen Astronomie, in der es von dunkler Materie und schwarzen Löchern als Erklärungsmodellen nur so wimmelt, sind Rudolf Steiners Ausführungen zur Physik, die er in folgendem Text allerdings zunächst auf die menschliche Physis bezieht, nicht mehr besonders fantastisch:


"Über ätherische Saugkräfte sowie negative Energie sprach Steiner ausführlich während des zweiten naturwissenschaftlichen Kurses am 10.3.1920 in Stuttgart im Zusammenhang mit Wärmephänomenen. Dort wurde auf die Existenz von Saugwirkungen als dem Negativ der für die materielle Welt kennzeichnenden Druckwirkungen hingewiesen; als Fazit längerer Überlegungen zum physikalischen Wärmebegriff (...), sagte Steiner:
"Wir sind genötigt, durch die Kraft der Tatsachen selber, uns Menschen durchaus nicht materiell vorzustellen, sondern in uns Menschen vorauszusetzen etwas, was nicht nur keine Materie ist, sondern was in all seinen Wirkungen sich zu der Materie so verhält wie die Saugwirkung zur Druckwirkung. Und stellen Sie in Reinheit unser menschliches Wesens vor, so müssen Sie es sich vorstellen als dasjenige, was die Materie fortwährend vernichtet, aufsaugt. Dass die moderne Physik diesen Begriff gar nicht entwickelt, diesen Begriff der negativen Materie, die sich zu der äußeren Materie so verhält wie die Saugwirkung zu einer Druckwirkung, das ist das Unglück dieser modernen Physik." (GA 321, S. 161)"

Da der menschliche Ätherleib nach Steiner eine individuelle Abschnürung einer Umkreiskraft ist, ist die Analogie vielleicht nicht zu weit hergeholt: "Also von allen Seiten der Weltperipherie, des Umkreises, werden die Gesetze wirksam, wenn der menschliche Ätherleib gebildet wird." (GA 224, S. 94)
___
Zitate aus: Peter Selg, Vom Logos menschlicher Physis Bd II, Dornach 2000, S. 464 ff

Kommentare

  1. Das waren noch Zeiten / Naturwissenschaftler: ;-)

    "Max Planck: "Meine Herren, als Physiker, der sein ganzes Leben der nüchternen Wissenschaft, der Erforschung der Materie widmete, bin ich sicher von dem Verdacht frei, für einen Schwarmgeist gehalten zu werden.

    Und so sage ich nach meinen Erforschungen des Atoms dieses: Es gibt keine Materie an sich.

    Alle Materie entsteht und besteht nur durch eine Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingung bringt und sie zum winzigsten Sonnensystem des Alls zusammenhält. Da es im ganzen Weltall aber weder eine intelligente Kraft noch eine ewige Kraft gibt - es ist der Menschheit nicht gelungen, das heißersehnte Perpetuum mobile zu erfinden - so müssen wir hinter dieser Kraft einen bewußten intelligenten Geist annehmen. Dieser Geist ist der Urgrund aller Materie. Nicht die sichtbare, aber vergängliche Materie ist das Reale, Wahre, Wirkliche - denn die Materie bestünde ohne den Geist überhaupt nicht - , sondern der unsichtbare, unsterbliche Geist ist das Wahre! Da es aber Geist an sich ebenfalls nicht geben kann, sondern jeder Geist einem Wesen zugehört, müssen wir zwingend Geistwesen annehmen. Da aber auch Geistwesen nicht aus sich selber sein können, sondern geschaffen werden müssen, so scheue ich mich nicht, diesen geheimnisvollen Schöpfer ebenso zu benennen, wie ihn alle Kulturvölker der Erde früherer Jahrtausende genannt haben: Gott! Damit kommt der Physiker, der sich mit der Materie zu befassen hat, vom Reiche des Stoffes in das Reich des Geistes. Und damit ist unsere Aufgabe zu Ende, und wir müssen unser Forschen weitergeben in die Hände der Philosophie." (1)


    Matthias

    AntwortenLöschen
  2. Ich finde, dazu paßt dann auch:

    "Wahrhaftig würde man die Erde nur dann beschreiben, wenn man sie als die Kolonie der Menschenseelen im Weltenraum beschriebe. Und so sind alle Sterne Kolonien von Geistwesen im Weltenraum, Kolonien, die man kennenlernen kann. Unsere eigene Seele, indem sie durch die Pforte des Todes gegangen ist, bewegt sich durch diese Sternenkolonien hindurch, macht ihren weiteren Weg der Entwickelung durch bis zu einer neuen Geburt in Gemeinschaft mit jenen Seelen, die dort schon sind als Menschenseelen, in Gemeinschaft mit den Wesen der höheren Hierarchien oder auch niederer Hierarchien, und kommt dann, entsprechend dem, wie Karma ausgearbeitet ist, wie der Mensch reif geworden ist, wiederum zurück, um einen Erdenleib anzunehmen. So daß wir also, wenn wir Karma verstehen wollen, wiederum zu einer Sternenweisheit, zu einem spirituellen Untersuchen des Menschenweges zwischen Tod und neuer Geburt in Verbindung mit den Sternenwesen kommen müssen."
    .
    "Dieses Christentum, neu begriffen, das muß ausrotten das Widerchristentum, das Antichristentum der modernen materialistischen Weltanschauung, die von der Erhaltung des Vergänglichen, des Stoffes und der Kraft phantasiert. Und so weit ist es gekommen, daß dasjenige, was Christentum ist: die Ewigkeit des Geistes, die Vergänglichkeit des Stoffes, zu bekennen, daß das heute als ein Wahnsinn gilt gegenüber dem festbegründeten Phantasmus von der Erhaltung des Stoffes und der Kraft."

    AntwortenLöschen
  3. Johannes Kepler(1571-1630):

    "Unsere Andacht [Gott auf die wahre Weise zu feiern, zu verehren, und zu bewundern] ist um so tiefer, je besser wir die Schöpfung und ihre Größe erkennen. Wahrlich, wie viele Loblieder auf den Schöpfer, den wahren Gott, hat David, der wahre Diener Gottes gesungen! Die Gedanken dazu hat er aus der bewundernden Betrachtung des Himmels geschöpft. Die Himmel verkünden die Herrlichkeit Gottes, sagt er....Ich will nicht davon reden, daß mein Gegenstand ein gewichtiges Zeugnis für die Tatsache der Schöpfung ist, die von Philosophen geleugnet worden ist. Denn wir sehen hier, wie Gott gleich einem menschlichem Baumeister, der Ordnung und Regel gemäß an die Grundlegung der Welt herangetreten ist und jegliches so ausgemessen hat, daß man meinen könnte, nicht die Kunst nehme sich die Natur zum Vorbild, sondern Gott selber habe bei der Schöpfung auf die Bauweise des kommenden Menschen geschaut".

    AntwortenLöschen
  4. Ja, Kepler ist wirklich gut, schön die Auffrischung bzw. die Erinnerung daran(und die des M. Planck ebenfalls)- andererseits, man kennt es ja, aber welche Konsequenzen ergeben sich daraus für das heutige (teils komplizierte) soziale Leben, wäre mal ganz interessant finde ich...Die Zeiten dieser wunderbaren Leute (auch die der Dichter) waren sicher noch etwas unkomplizierter und ruhiger, immer auch etwas in Aufbruchstimmung in vielerlei Hinsicht usw. ... es gab ja noch kaum die techn. Errungenschaften und Einflutungen in dem Maße wie heute; oder kaum Umweltprobleme, auch wenn sie sich Anfang des 20. Jahrhundert schon ankündigten, kaum so krasse Wirtschaftsprobleme usw.

    Manchmal wünscht man sich geradezu in diese, vielleicht nur vermeintlich beschaulicheren Zeiten zurück...

    schönen Sonntag allen..

    AntwortenLöschen
  5. Hallo Michael,

    ich weiß nicht, ob Du schon darüber informiert bist: ich habe eben eine email von Josef Morel vorgefunden, in der er mir mitteilt, daß Dr. Wolfgang Garvelmann letzte Nacht verstorben sei. Er hat ja auch bei Dir hier immer wieder etwas veröffentlicht - ich denke, Ihr kennt Euch. Ende März wollte er auch noch einen Vortrag (passend zum letzten seiner Aufsätze bei Dir hier...) über den anthroposophischen Schulungsweg halten - in der "Kulturschreinerei" von Judith von Halle in Dornach. (Er nahm ja auch immer teil bei unseren Treffen über die Mysteriendramen mit J. v. Halle)
    Ich habe keine Ahnung, woran er so plötzlich verstorben ist.
    herzliche Grüsse
    Wolfgang Stadler

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lieber Wolfgang, vielen herzlichen Dank für die Information. Ich bin sehr betroffen. Ja, wir kannten uns lange, am Anfang vor allem aus beruflicher Perspektive. Wir haben uns auch viel gestritten, aber ohne darüber entzweit zu sein. Er war sehr betroffen, weil er das Gefühl erhielt, dass seine Aufsätze kaum noch Interesse fanden- dass er etwas "aus der Zeit" fiel, obwohl er so lebhaft daran Teil hatte. Gerade in letzter Zeit hatte er auch die innere Sicherheit, spirituell Entfaltung zu finden, ganz Neues zu entdecken. Sein letzter bei den Egoisten publizierter Aufsatz http://www.egoisten.de/meditation/garvelmann/garvelmann11.html war ihm besonders wichtig.

      Löschen

Kommentar veröffentlichen

Danke für Ihre Mitarbeit im Blog.

Egoistisch am meisten gelesen: