Substantiell

"Ein bedeutender Esoteriker der Gegenwart, Eckhart Tolle, kam aus einer Depression, die ihn in die Nähe des Selbstmords führte, zu seinem persönlichen Umschlagpunkt, als er den Gedanke fasste: "Ich kann nicht länger mit mir leben." Tolle wurde plötzlich mit existentieller Wucht bewusst, dass offenbar zwei Iche in seiner Seele vorhanden sind. Und dass jenes traurige Selbst, mit dem er glaubte identisch zu sein und auf weiteres leben zu müssen, keine substantielle Realität besitzt.

Das war der Anfang eines neuen Lebens - ein Schlüsselerlebnis mit unabsehlichen Folgen für die eigene biografische Gestalt. Statt in Verzweiflung und Selbstaufgabe zu enden, wandelte sich Tolle innerhalb weniger Jahre zu einem Lehrer des spirituellen Weges. (...)

Innere Erfahrung beinhaltet aber, einen leibunabhängigen Beobachter auszubilden, wie es in dem Schlüsselerlebnis von Eckhart Tolle sich andeutet. Dieser Beobachter ist der Keim des eigenen höheren Ichs, von dem alle weitere Entwicklung ausgeht."

 Florian Roder, Die Mondknoten im Lebenslauf, Verlag Freies Geistesleben

Kommentare

  1. Gutes Buch. Bist Du im Mondkoten? Wenn er Dich richtig rockt, wird alles gut.

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  2. Ich bin glücklicherweise durch- habe immer in den Mondknoten körperliche Krisen erlebt, und immer sehr ähnliche.

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  3. "Innere Erfahrung beinhaltet aber, einen leibunabhängigen Beobachter auszubilden, wie es in dem Schlüsselerlebnis von Eckhart Tolle sich andeutet"

    Na, das ist ja wieder einmal typisch old-school anthromäßig: Die höhere Erfahrung des Anderen (des "bedeutenden Esoterikers") kann nicht konstatiert werden, ohne eine nachfolgende leicht oberlehrerhafte "geisteswissenschaftliche" Korrektur. Woher weiß F.Roder, ob Tolle nicht einen "leibunabhängigen Beobachter" längst ausgebildet hat (aber diesen Umstand vielleicht anders nennt)?

    Wäre auch nicht uninteressant zu erfahren, ob Roder von eigenen Erfahrungen berichten könnte.

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    1. Ich denke, das ist ein Missverständnis, das durch das stark verkürzte Zitat entstanden ist. Geht also auf meine Kappe- das Original verläuft über anderthalb Seiten. Roder bestätigt Tolle, ohne irgend etwas "korrigieren" zu wollen.

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    2. Ich bewundere einfach jeden, der in sich die geisteswissenschaftlichen Fähigkeiten erweckt hat. Eine Kunst, die übersinnlichen Organe ausgebildet zu haben. Manche können das ja ohne Lehrer, andere sind Autodidakten.

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  4. "Manche können das ja ohne Lehrer, andere sind Autodidakten."

    genau so isses, aui...und man muss es auch nicht geisteswissenschaft nennen
    ;-) und bewundere nicht zu viel, kann schnell auch in langweiliges rosarot und abhängigkeit enden ;-)

    selbst ist die frau!!

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    1. Hallo Anonym,
      schon schon, aber niemals etwas wagen in Bezug auf das Leben, bedeutet sehr bald verbrannte Erde. Und das wirkliche Wagnis besteht eben darin, sich auch auf etwas einlassen zu können.

      Am Anfang weiss man nicht, wohin die Reise geht, eben darum, weil das ja alles erst auf dem Weg entsteht. Deshalb geht man ihn ja. Dazu braucht man die kunst, Vertrauen zu können.

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