Die Substanz der Stille Version 2 in anthroposophischer Übersetzung

Etwas augenzwinkernd hier eine übersetzte Version für die, die vielleicht eher Anthrospeech verstehen.. Wie immer bei Übersetzungen in andere Sprachen gibt es nachvollziehbare Reibungsverluste, wie der geneigte und verständnisvolle Leser bemerken wird..


Wenn der Astralleib vom Ich durchleuchtet und in seiner Begierdennatur zur Ruhe gebracht ist, erfährt der Übende das Wirken der geistigen Welt. Der Weltenäther in der Pflanzenwelt und in den metereologischen Erscheinungen wird wahrmehmbar. Aber der Meditierende erfährt das Wirken der Geistnatur nicht nur in den äußeren Erscheinungen, sondern auch im Inneren, in dem eine geistige Kraft entspringt.


Inmitten der ätherischen Kräfte wird die Kraft der Wärme wahrnehmbar, die sich in Selbstaufgabe entzündet. Das Reine Denken als Ätherkraft wird in der Formlosigkeit für den Meditierenden zur inneren Kraftgestalt. Es offenbart sich in Lichtgestalt und Formkraft, nichts bescheinend, sondern wirkmächtig inneren Ätherraum schaffend. 


Im durchlichteten Astralleib ruht der Meditierende in inniger Erwartung. Der Weltenäther um ihn herum kommt in Wellen heran, in dem sich Engelskräfte offenbaren. Welle für Welle brandet an das Ätherherz heran, in lichter, warmer Liebeskraft und Wirkensmächtigkeit. Inmitten des ätherischen Raums erwacht die Entelechie in erster Regung zu sich selbst. 


Sie erfährt sich in den Kräften, die bestehen werden auch zwischen Tod und neuer Geburt.

Kommentare

  1. Hier ist nur ein Wort für: geweldig! (Übersetzung: grossartig!)

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  2. Ja, das ist ja das Problem: Es klingt so formuliert sehr leicht "gewaltig". So wie wenn man ein Gitarrenstück von einem Wagner- Symphonie- Orchester aufführen lässt.

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  3. Ich glaube, es ist auch ein Problem gerade der deutschen Sprache. Darin kann man das so einfach machen, wenn man mehr oder weniger gewandt ist. 'Anthrospeech' ist ein schönes Wort dafür.

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  4. Ich kann das nicht beurteilen, weil ich diese Begriffe nur im Englischen lesen kann; da - englisch- erscheinen sie mir in der Tat als nicht so "blown up" wie im Deutschen. Ich frage mich, ob das Steinersche "Sprachkleid" nicht inzwischen zu einem historischen geworden ist- es hatte seine Zeit. wenn man es heute benutzt, dann wirkt es eben sehr schnell überaus bedeutungsschwer und wird auch in diesem Sinne missbraucht, man kann einfache meditative Grunderfahrungen - auch durch eingestreute Querbezüge- damit über Gebühr umdeuten, aufwerten, aufblasen usw. Wenn man die Grundtatsachen dann auf das zurück führt auf das, worum es sich eigentlich handelt, geht es häufig um heute verbreitete meditative Erfahrungen.

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    1. Lieber Michael,

      ich danke Dir sehr für die Substanz der Stille, und ganz besonders auch für Deine augenzwinkernde Übersetzung.

      »... weil ich diese Begriffe nur im Englischen lesen kann; da - englisch- erscheinen sie mir in der Tat als nicht so "blown up" wie im Deutschen.«
      Das kann ich ganz unmittelbar nachvollziehen: ich vergesse nie mein froh-entzücktes Erstaunen, als ich in einem englischen Buch (es war das herrliche „Poetic Diction. A Study in Meaning“ von Owen Barfield) ein Zitat aus „The Philosophy of Spiritual Activity“ las. Schon der Titel sprach mich sehr viel mehr an als der deutsche – denn was hat „Freiheit“ heutzutage oft für „blown up“ Konnotationen, die in ganz andere Richtungen führen, als in diesem Buch beabsichtigt ist...

      Ich stimme Michel daher zu - die deutsche Sprache läßt sich tatsächlich ziemlich leicht „gewaltig“ aufladen, manche „Anthrospeech“-Begriffe scheinen ein gewisses Pathos geradezu anzuziehen. Und ein solches „wirkmächtiges Pathos“ ist halt ein Kleid, das auch dann noch glitzert, wenn jeglicher Inhalt längst herausgeschlüpft ist (ich frage mich oft, ob das vor hundert Jahren möglicherweise anders war...).

      Dein ursprünglicher Text atmet für mich dieselbe Klarheit, Schlichtheit und Direktheit, wie ich sie im Englischen immer wieder erlebe, ohne jedes „wirkmächtige Pathos“, wie es sich in die „Anthrospeech-Begriffe“ heutzutage (möglicherweise war das vor hundert Jahren noch anders???) so leicht hineinlesen läßt.


      Wie schön, daß Du in allen drei Sprachen (deutsch, englisch und deutsches „Anthrospeech“) zu Hause bist, von einer in die andere übersetzen und nebenbei auch noch auf die Unterschiede im Erleben aufmerksam machen kannst!

      Herzlichen Gruß,
      Ingrid

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  5. Ab jetzt wirds spannend, Michael, eine schöne "Krankheit" die Du da gehabt hast :)

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  6. Du meinst also, Manfred, es wäre doch eine zweisprachige Version auch in Zukunft angezeigt?

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  7. ...vielleicht sogar "vielsprachig"? Je umfassender desto besser lassen sich Erfahrungen und Erlebnisse zuordnen und dadurch besser "verstehen", erfassen, weil ja doch das, was man durch Meditatives erlebt, eh keine Begriffe und Texte sind. Ich denke, wer Begriffe erlebt, der macht irgendwas falsch --- :)

    Aber eigentlich wollte ich nur zum Ausdruck bringen, dass mir Deine "Texte" sehr gut gefallen, da wird´s dreidimensional und zum begehbaren Raum.

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  8. Lieber Michael, nur falls Du es missverstanden haben könntest, mit schöne "Krankheit" hatte ich Deine "Auszeit" gemeint.

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  9. Lieber Manfred, das habe ich schon so verstanden. Ich möchte mich aber nicht weiter darüber äußern. Ich bin auch der Meinung, mich lieber nicht in der hier verwendeten (Steinerschen) Ausdrucksweise zu artikulieren- es ist für mich im Grunde eine Art Fach-Chinesisch oder etwas schon teilweise historisch gewordenes. Ich versuche, eigene Ausdrucksweisen oder alltags- taugliche zu benutzen.

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