Im Eimer

Ja, das hat nicht geklappt, Herr Röttgen. Niemand ist so richtig traurig, denn gestelzte Arroganz gefällt in Düsseldorf eigentlich nur auf dem Laufsteg, vielleicht noch auf der Königsallee. In der Politik ist man zwischen Rhein- und Münsterland meist eher bodenständig. Den richtigen Ton hat Röttgen nie getroffen, merkte es und reagierte nervös bis selbstzerstörerisch. Im Netz kursierten Ausschnitte aus seinen verkorkst- sarkastischen Auftritten, mit denen er sich schadete und sogar ein paar Zehntausend CDU- Wähler zu den Piraten trieb.

Nun versuchen die eher strammen Atomfreunde ihr Süppchen auf dem Eimer zu kochen, in dem Röttgen gelandet ist. Heike Göbel versucht in der FAZ (Montag, 14.5.2012, S. 11) in "Nichts mehr, wie es war" die Demontage Röttgens fortzuschreiben, und zwar hoch beglückt. Sie hofft im Sinne der Atomwirtschaft, dass "die Energiewende mit mehr Realitätssinn verwirklicht wird", nun, da Röttgen angeschlagen ist. Auch im Klimaschutz solle "wieder Augenmaß" einziehen. Röttgen sei viel zu ambitioniert gewesen, so sehr, "daß dem deutschen Weg kaum ein Land ernsthaft folgt". Röttgen habe auch deshalb verloren, weil er keine Rücksicht genommen habe auf "Industrie und Stromkunden". Ich denke, Frau Göbel schreibt wohl eher im Sinne der ersteren. Ansonsten hofft sie auf ein weiteres Wiedererstarken der FDP, um "Respekt und das Vertrauen der Wirtschaft" zurück zu gewinnen.
Es kommt vielleicht nicht besonders darauf an, aber meinen Respekt hat die FAZ verloren.

Kommentare

  1. Lieber Michael, herzl. Glückwunsch für eure gute Wahl :-) und - du hast meine vollste Zustimmung :-)

    Zu Strom: Heute las ich, dass der Strompreis bald um das Doppelte steigen werde...nicht etwa wegen fehlender Trassen, Speicherkapazitäten usw. - sondern weil die Strom-Monopole die Gunst der Stunde nutzen werden...Soziales Gewissen bzw. Verantwortung für die Gemeinschaft und dem Mittelstand? da kann man wohl lange drauf warten :-(

    herzl. Grüße

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