Johannes Tauler: Versinken im inneren Nichts

Kommentare

  1. Es gibt ganz schöne Zitate von Tauler, so ganz im alten christlichen Stile bzw. gleichnishaft:

    "Das Pferd macht den Mist im Stall, und obgleich der Mist einen Unflat und Stank an sich hat, so zieht dasselbe Pferd doch den Mist mit großer Mühe auf das Feld - und daraus wächst sodann schöner Weizen und der edle, süße Wein, der niemals wüchse, wäre der Mist nicht da. Also trage deinen Mist – das sind deine Gebrechen, die du nicht abtun, ablegen noch überwinden kannst – mit Mühe und mit Fleiß auf den Acker des liebreichen Willens Gottes in rechter Gelassenheit deiner selbst. Es wächst ohne allen Zweifel in einer demütigen Gelassenheit köstliche, wohlschmeckende Frucht daraus."

    oder:

    "Üben mußt du dich, willst du ein Meister werden. Doch erwarte nicht, daß der Herr dir Gnade eingießt ohne deine Mitarbeit. Man soll nicht glauben, daß Vater, Sohn und Heiliger Geist in einen Menschen einströmen, der sich nicht in der Tugend übt."

    Johannes Tauler, (um 1300 - 1361), Straßburger Dominikaner und Mystiker, möglicherweise Schüler Meister Eckarts

    lg

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  2. Ansonsten - ein sehr eindrucksvoller Vortrag und Vortragender (der sieht fast wie ein Mönch aus geheimnisvollem, düsterem Mittelalter aus) - des Nichts, des ES eines Johannes Taulers.

    ES er-Innert mich auch an die Worte des Lao Tse's oder Tschuang Tse oder an die alten Rosenkreuzer - das ES als göttlicher Urgrund, der dunkle Schoß alles Schöpferischen usw.
    Aber - die Kunst zu leben, auch als Nichtmönch, also inmitten des alltäglichen Lebens in Beruf und Gesellschaft, das ist für die alten Chinesen das WU Wei gewesen, die aufmerksame, tätige Kunst - "die Türen zu öffnen und zu schließen" außen wie innen etc.

    lg

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  3. Lieber Steffen,
    aus einer inneren, freundschaftlichen Treue, gewachsen durch Wochen und Monate, habe ich nun doch neugierig Deinen zweiten Kommentar gelesen und darauf erst das Video laufen lassen. Es bereitete einen besonderen Genuß, Sprache, Gestik Mimik, die Einheit des künstlerischen Bemühens.... .
    Am Ende tauchten dann veschiedene weitere "Angebote" auf. Besonders die Gespräche Satans führen weiter. Hier ein Beispiel:
    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=r47mupL7xCg

    Ja, Michael beschenkt uns mit seinen links, wenigstens mir durch die Jahre. Es waren die letzten Wochen und Monate ja etwas gespickt die seelischen Wogen hier, ein auf und ab, passend zu dem jetzigen Video und auch mich ereilte gestern morgen das Miterleben des Schwellenübertritts meines Schwiegervaters, ein Geschenk des Lebens, wo der philosophisch-anthroposophische Ernst sich selbst prüfend erlebt, was nur angedichtet unassprechbar sich vielleicht dann doch in der Zukunft gedanklich formen lässt. Passend zum tibetanischen Totenbuch, auch zu den Videos des Mannes, habe ich eingewilligt, dem Wunsche eines Freundes folgend, ihn zum Dalai Lama morgen zu begleiten... ...und so werde ich eine Wirkensstätte Steiners, Wien, erstmals betreten dürfen und den Vertreter überlieferter atlantischer Mysterien erstmals in der phyisischen Welt.... . - Denke, wir sind nachsichtig genug, gereift in den Wogen hier, um kühn unsere inneren Kräfte..... ....Danke, daß Du Dich nicht fotgestohlen hast, Ernst

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  4. Lieber Ernst,
    zum Erlebnis des Schwellenübertritts deines Schwiegervaters möchte ich dir, aller Zuversicht dessen Unversehrtheit zum Trotz, mein herzliches Beileid zum Ausdruck bringen. Es handelt sich ja doch um eines, wenn nicht das intensivste Erlebnis, welches den Menschen gegeben ist.
    Ich glaube nicht mehr, dass es den Tod gibt. Nur Verwandlungen, Zustände. Das Nichts gibt es nicht, sonst könnten wir es auch erleben. Aber es ist ja immer etwas da...
    Schön, auch dich immer wieder hier zu treffen.

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  5. Lieber Ernst das freut mich, danke :-)

    Ja, Michael bereichert sehr mit seinem Blog, auch dafür danke. Und die einstigen Turbulenzen muss ich auch nicht mehr haben, viel zu aufwühlend ;-)

    Ich wünsche dir eine überaus interessante und fruchtbare Zeit mit dem Dalai. Ich schätze an ihm sehr seine Herzlichkeit und vor allem seinen sprühenden Humor (sein lautes, kindliches Lachen) bzw. seine Selbstironie. Ich erlebte ihn nur in einigen Fernsehinterviews, wie er z.B. mal amüsiert Ego und Begehren etc. sprach. Am lautesten mußte er lachen, als es auf Sexualität bzw. Enthaltsamkeit eines Mönches zu sprechen kam und er kiechernd meinte wie lang doch der Weg sei hin zur Buddha-Natur ;-) auch er selbst könne das bei sich nur mit Humor und Gelassenheit tragen oder ertragen ;-)))

    Viel Freude dann in Wien, wird bestimmt aufregend und auch so ists sicher sehr schön dort und beschaulich! Vielleicht gehst ja auch noch in ein Kaffeehaus mit leckerer Sachertorte ;-) das hätt ich mir jedenfalls gegönnt, als alte Naschkatze ;-))

    lg

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  6. Lieber Ernst, auch ich wünsche Dir eine schöne Zeit in Wien!
    Übrigens wird der Dalai Lama morgen (26.5.) im Rahmen des Symposiums Geist und Materie - neue Modelle der Wirklichkeit mit verschiedenen Wissenschaftlern diskutieren (u.a. mit unserem „Mister Beam“, dem Quantenphysiker Anton Zeilinger). Ab 9.30 gibt es eine Übertragung per live-stream.

    Herzlichen Gruß in die Runde,
    Ingrid

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  7. liebe Kerstin, ich glaube an das Nichts im Sinne von schöpferischer Stille, die mit dem Höchsten und mit allem in Verbindung steht, zu vordererst mit dem Herzheiligtum, dem großen Besänftiger und Erkenner...
    Und ebenso an die Existenz unserer Geistseele, die aus dem Fluidum der Liebe, der Vernunft und vor allem aus dem Angenommensein entstand, ensteht und immer noch wächst und auch lernt, in deinem eigenen Tempo...

    Also sind wir Kinder Gottes :-)

    Doch - verschwinden werden wir niemals in irgendeinem Nichts, in eine Art schwarzes Kosmo-Loch sich verflüchtigend in tausend Teilchen oder so ... Aber schöpferisch in der liebenden Mitarbeit des Göttlichen, des Ganzen, stehen wir bestimmt, das können wir auch heraus-finden bzw. erkennen, beobachten und vor allem auch spüren...Spüren unter anderem durch das Mantram der Dankbarkeit, Staunen und durch Mitgefühl, wie ja auch Steiner einmal sagte :-)

    lg

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  8. Lieber Ernst, habe mir gerade deinen Videovorschlag mal angeschaut und habe mich an manchen Stellen köstlich amüsiert ;-)) herrlich auch wie das "Äffchen" da gewählt wurde als Sohnemann, welches dann auch noch sehr interessiert und wunderbar naiv fragt und hinterfragt...

    Es verdeutlicht meines Erachtens AUCH die einseitige Bewertung des sogen. Bösen (Satan), aber auch das Wesen des alten Testamentes....manchmal habe ich den Eindruck, als hätten das damals irgendwelche alten, knurrigen Männern fabriziert und nicht das Göttliche selbst habe da ein Wörtchen 'mitgeredet', eben auch aus einem weiblich/männlichen Aspekt heraus ;-)

    lg

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  9. Steffen,

    wenn ich mich nicht irre, ist hierbei die alte heidnische Sichtweise sehr gut, die ohne Bewertung auf Nichts und Etwas, Alles oder Nichts oder wie du es bezeichnen willst, schauen konnte. Werden und Vergehen wurden als solches akzeptiert. Es waren ja auch unsichere und gefährlichere Zeiten als heute. Erst mit dem Christentum haben ja einige dann ihr eigenes Urteil eingebracht, wegen der Erkenntnis des Baums von Gut und Böse oder so... An solchen Entwicklungen kann man erkennen, wie der Mensch sich mit seinen Eigenbeiträgen in den Weltenplan einbringt und tatsächlich etwas bewirkt, welches ohne ihn nicht da wäre. Es macht eben schon einen Unterschied, WIE man mitwirkt. Aber es ist etwas anderes gemeint, als man oberflächlich denken könnte.
    Heute haben wir wieder eine Zeit, in der Vieles sich verwandelt. Es scheint, als wäre man wieder an dem Punkt, wo die Alten damals Da-Sein oder Nicht-Sein mit Demut hinnahmen. Trotzdem ist alles ganz anders als es damals hätte sein können. Und wir haben auch die Erkenntnis der Wiedergeburt.

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  10. liebe Kerstin, liebe Ingrid H., lieber Steffen, lieber Michael,
    dank erst einmal für Wünsche, Gedanken, Impulse.
    Ein Freund wollte unbedingt den Dalai Lama erleben, wünschte mich als Begleitung. Erst während der Reise ergab sich der tiefere Sinn, spätestens am Morgen vor dem Vortrag in Wien, als in einem kleinen Seitental vor Wien ein Rotschwänzchen sich kurz auf den Kopf setzte (Schlafsack), munter weiterflog. Der Dalai Lama sprach von den Tieren, eigentlich unsere Vorbilder im Umgang miteinander(Aufrichtigkeit). Es gäbe viel zu berichten, was die Medien nicht veröffentlichen, aber hier den Raum sprengen würde, vielleicht ergibt sich zum tib. Buddhismus ein eigener Beitrag, in dem das dann dargestellt werden kann. Kurz nur, der Dalai Lama spricht davon, weder Meditation, noch Ritual können gegenwärtig die Probleme der Menschheit lösen. Er sprach von der Erziehung der Kinder, als einzige Lösung für das Jahrhundert und so schloß sich in Wien der Kreis zu Rudolf Steiner, der dort hautnah in die Erziehung von einigen Kindern eingebunden war, daraus lebendig seine Impulse zur Schulerziehung.... . Ohne tiefer einzusteigen hier, der "Humor" zeigt sich doch als gezielter Einsatz, besonders da, wo ER seine Naschsucht mit dem Honig als Karma hinstellt, demnächst als Biene auf der Welt erscheinen zu müssen. Ein gewisser Schnittpunkt, da Steiner aufzeigt, die östliche Vorstellung sei irrig, da der Mensch ausnahmsweise höchstens sich innerhalb eines hochenwickelten Säugetieres "inkarnieren" muß. Zu Wien noch: traf erstmals "wildfremde" Menschen, etwa beim Kartenkauf, die unmittelbar von Herz zu Herz sprechen, keine echte oder gespielte Freundlichkeit, sondern gelebte Herzlichkeit, ob Mann oder Frau. Erfuhr nach der Rückkehr, die Verwandtschaft meines Schwiegervaters lebte in Wien (danke Kerstin für Deine "Anteilnahme" - für mich hat der Tod nichts Trauriges, eher im Sinne Steiners, es gilt den Menschen beim Tode zu helfen, im Schwellenübertritt). Etwa acht Tausend Menschen und am Schluß tauchte noch der Außenminister auf... ... das war schon ein mächtiger Schnittpunkt....

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  11. Lieber Michael,

    sorry dass ich diese Seite zweckentfremde, aber mir erscheint es wichtig, dass so viel wie möglich Menschen mitmachen, wenn sie es wollen…

    Also, um 13:00 Uhr MEZ soll jeder der will eurythmisch das Hallelujah mit machen, das heißt zum 100-jährigen Jubiläum, die Eurythmie wieder in die Welt setzen…
    Dieses Projekt ist eine Initiative von Eurythmy Irland.

    Frohe Pfingsten…:):):)

    Herzliche Grüße

    Belinda

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  12. Lieber Ernst, natürlich alles in Maßen mit dem "Naschen" bzw. ein Stückchen Torte hin und wieder oder aktuell ein schmackhaftes Stück Rhabarberkuchen (jetzt aus dem Garten, bis Johanni) - wird sicher nicht gleich umhauen oder mich gar als höheres Säugetier wiederkommen lassen ;-))

    Übrigens, Zucker bzw. Schokolade wird in der anthroposophischen Ansicht bzw. "Medizin" - für Kinder empfohlen, die nicht sogleich einschlafen können abends - das berühmte Nachthupferl, da Zucker gerade bei Kindern ermüdend auf das Gehirn wirken soll (nur das Zähneputzen nicht vergessen ;-)) ...

    Allerdings - nicht jeder verträgt Zucker bzw. den Rohrzucker, man kann dann auch mit Honig oder Sirup würzen ...

    Und bei diesen Tier-Wiedergeburten bin ich mir nicht sicher, ob da wirklich schon die allerletzten Wahrheiten ausgesprochen wurden ;-)

    Schöne Pfingsten :-)

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  13. Liebe Kerstin,

    ja da ist was dran was du schreibst...auch das:

    "Heute haben wir wieder eine Zeit, in der Vieles sich verwandelt. Es scheint, als wäre man wieder an dem Punkt, wo die Alten damals Da-Sein oder Nicht-Sein mit Demut hinnahmen. Trotzdem ist alles ganz anders als es damals hätte sein können. Und wir haben auch die Erkenntnis der Wiedergeburt."

    So in etwa sehe ich das auch...man könnte mutmaßen - in heutiger, hektischer Zeit, wo nicht wenige Menschen auch aus ihrer Bahn geworfen werden, sehnt man sich wieder nach Ruhe, Geborgenheit und sicher auch nach etwas mehr Abgeschiedenheit und Abstand vom großen Trubel (in allerlei Szenerien, auch in den spirituellen)... und sicher auch nach alten, spirituellen Werten und Einsichten, sowie Herzlichkeit oder maßvollen, geregelten Abläufen...so gehts mir jedenfalls....

    es kann auch was ganz Neues entstehen gerade auch in sozialen Zusammenhängen, was ja schon vielerorts geschieht, durch Mut und Tatkraft...

    lg

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  14. Ich frage mich grade, wie das Kinski wohl interpretiert, dargestellt hätte (?)

    ...bin immer noch dabei seine Eigenheit in mir abzuschütteln ---

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  15. "...bin immer noch dabei seine Eigenheit in mir abzuschütteln ---"

    ...von diesem in diesem Video hier vortragenden.

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  16. Künstler dürfen so sein ;-)) und so sehe und empfinde ich das AUCH, im künstlerischen Sinne ... aber auch im humoristischen ;-)

    und dennoch, etwas schütteln mußte ich mich hier und da auch ;-)

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  17. Jeder sollte so sein, wie er oder sie am besten kann. Ich mag solche Künstler, denen es um die Kunst an sich geht! Das muss doch für sie so sein, wie für mich die Begleitung von Menschen. Ja, ich bin oft nahe am Tod, sehe die Gebrechen, selbstverschuldete und nicht selbst verschuldete. An sich ist gut, wenn man rechtzeitig ins Reine kommt. Und: wichtig ist glaube ich nur, dass man selbst im Lebensstrom steht, gleich ob der sehr ruhig oder turbulent ist, ob man noch auf dieser oder schon jener Seite der Schwelle ist. Ich denke auch an den Kreis hier, hier ist es ja auch so.
    Aber es stimmt, Selbstverwirklichung muss heute nicht unbedingt mehr heissen, mit allem mitzumachen, sondern eher eine moderatere Lebensform, die ja ruhig auf ihre Weise den Zeitgeist berührt. Man kann sicher sein, dass Steiner da eine Menge noch zu sagen weiss... Jedenfalls ist es kein Rückzug, sonder eher bewusste Orientierung nach Sinnvollem.

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  18. Irgendwann kommt jeder einmal mit dem Tod in Berührung. Gut ist es, wenn man vor allem lebendiges Karma angesammelt hat, oder selbst etwas gestalten kann.

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