Kindle am Strand

Nein, echte Bücher sind diesmal nicht dabei, aber dafür um so mehr virtuelle, auf dem Kindle. Einige Klassiker, natürlich, die es im Kindleformat umsonst gibt, einige Krimis, meditative Texte von Almaas, etwas Mittelalterliches in Form von "Der Tod des Artus" (12. Jahrhundert) und einige Sachbücher. Nicht alles hatte ich bereits zuhause online besorgt- hier in Strandnähe gibt es W-Lan-Empfang. Damit ist jedes Buch in wenigen Sekunden verfügbar. Reizvoll ist das vor allem dann, wenn man englische Literatur bevorzugt. Im Gegensatz zu den deutschen, von der Buchpreisbindung fixierten Preisen, erhält man Literatur in anderen Sprachen zu allen möglichen Konditionen. Es gibt z.B. Pfingstaktionen mit über 80% Preisnachlass, und natürlich im Kindle-Blog täglich ein besonders attraktives, oft auch interessantes Buch. Aber auch die "esoterische" Literaturkiste ist sehr gut gefüllt. Ich brauche die meisten Bücher nicht in aufwändiger Bindung und oft schlechter Übersetzung zu sehr hohen Preisen. Vor allem dann nicht, wenn die Originale zu günstigen Preisen zu haben sind.

Vielleicht sollte man dazu noch anfügen, dass bei längerem Drücken eines Wortes ein Synonym zur Erklärung erscheint- oder, wenn man dies installiert, eine direkte deutsche Übersetzung durch ein virtuelles Wörterbuch. Dadurch sind selbst Sachtexte in fremder Sprache gut zu lesen, wenn hier und dort einige Vokabeln fehlen. Diese live-Übersetzung ist ein Feature, das nur elektronische Bücher bieten und einer der Vorteile im Vergleich zum gebundenen und gedruckten Buch.

Abgesehen davon ist das Lesen am Kindle auch in voller Sonne angenehm. Es gibt keine Hintergrundbeleuchtung, kein Blenden (wie beim iPad), kein Flackern, sondern einen langsamen, aber ruhigen Seitenaufbau in tinten-ähnlicher Schrift. Unterstreichungen macht man mit dem Finger- sie werden in einer Datei gespeichert. Man kann Markierungen auch direkt als Zitate mit automatischer Quellenangabe in soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter einspeisen. Falls man andere Geräte (Computer, iPads, iPhones, usw) hat, sind alle Bücher durch eine App auch dort verfügbar. Sie werden sogar synchronisiert, d.h. man kann unmittelbar dort, wo man auf einem Gerät aufgehört hat, am anderen weiter lesen.

Aber auch wenn man diese und viele andere technischen Finessen nicht braucht und will, ist das Kindle, das es in Zukunft in noch vielen anderen Varianten mit unterschiedlichen Features geben wird, ein angenehmer Reisebegleiter. Es wiegt gerade einmal 180 Gramm. Leicht in der Hand, leicht im Gepäck, ersetzt es doch eine ganze Bibliothek.

Kommentare

  1. Der Vorteil solcher Medien ist: man kann sie überall hin mitnehmen!
    Ich lese auch manches Buch lieber im englischen Original, am väterlichen Speicher warten noch meine Edgar Allan Poe Gesamtausgabe, und der komplette Shakespeare u.v.m. Ich glaube auf den Charme der Papierausgabe will ich nicht verzichten, praktikabler ist aber der Kindle, eindeutig, und würde auch mehr benutzt werden.
    Die Buchpreisbindung war für mich eh nur relevant als ich noch selbst Bibl.Ass. war, das war vor der Computer-Revolution, da sicherte uns sowas den Job.
    Heute muss ich da eher an das denken, was gerade von den Piraten erarbeitet wird: absolut freie Verfügbarkeit aller Informationen im Netz für alle... Da sind wir jetzt wirklich noch einen Schritt weiter, die Zeiten haben sich seit damals wirklich verändert.

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  2. Wird der Akku beim Kindle Touch nicht zu schnell leer?

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    1. Nein, wegen der fehlenden Hintergrundbeleuchtung ist der Stromverbrauch minimal. Eine Ladung sollte bestimmt 4 oder 5 Tage halten- ich habe das nicht bis zum Ende ausprobiert. Im August soll es neue Geräte mit größerem Display und Hintergrundbeleuchtung geben, dann stellt sich die Frage neu.

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  3. Auch empfehlenswert zu lesen, aber nicht auf dem Kindle, weil demnächst nicht mehr zu haben wegen gerichtlichen auseinandersetzungen:
    Schwarzbuch WWF (über die machenschaften des hochglanz-naturschutzverbandes).
    Bei meiner buchhändlerin schon nicht mehr zu bekommen, jedoch (bis jetzt) noch beim verlag zu bestellen:

    http://www.randomhouse.de/Buch/Schwarzbuch-WWF-Dunkle-Geschaefte-im-Zeichen-des-Panda/Wilfried-Huismann/e398886.rhd

    und dann button 'Random House' klicken.

    weiterhin schöne ferien am strand (kommt kein sand im Kindle?)

    Joseph Canaillo

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  4. Danke für den Hinweis, Joseph. Sand war jede Menge auf dem Display, aber nicht im Gerät. Wegpusten reicht. Jetzt ist der Urlaub aber auch vorbei.

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