Zeitzeichen Zwölf- eine Kuschel- Tagung?

Bei der Michaeli- Tagung Zeitzeichen Zwölf vom 28. bis 30. September in Köln "Identität der Anthroposophischen Gesellschaft" geht es um ein wirklich spannendes Thema, das jedenfalls uns Anthro- Blogger seit Jahren beschäftigt, aber auch viele Mitglieder, die sich ja auch nicht ungern mit masochistischen Wehe- Schreien ("Der Impuls der Weihnachtstagung ist versandet", etc) selbst kasteien. Gern wird auch ein bestimmter Grund für das Scheitern aufgeführt- nehmen wir z.B. mal Junko Althaus, die nicht müde wird, den Mangel an Beschäftigung mit Karmafragen und die nachwirkende Dominanz von Marie Steiner als Gründe aufzuführen. Aber derlei Positionierungen - jeweils aus unterschiedlicher Perspektive- erlebt man überall.

Fragen nach der Identität der Anthroposophischen Gesellschaft stellen sich auch dann, wenn ein neues "Sehertum" - jedenfalls eine nicht nachvollziehbare Erkenntnismethode mit sehr konkreten geistigen "Enthüllungen" bei Judith von Halle in die Gesellschaft drängen oder wenn viele echte Geistsucher ihr Heil in der "integralen" Anthroposophie suchen, die auch methodische Anleihen bei autoritären New-Age-Gurus macht. Die traditionelle Gesellschaft hat zunehmend finanzielle Probleme, was auf Mitgliederstagnation und Überalterung schließen lässt; die organisatorischen Konzepte, sich auf Vorträge und Zweigarbeit zu verlassen, scheinen immer weniger attraktiv zu sein.

Ist also von der kommenden Tagung der michaelische Ruck zu erwarten, der diese Spannungsfelder bearbeitet und tatsächlich Neues anstossen kann? Vom Tagungsplan her ist Skepsis angebracht. Virginia Sease spricht über "Die Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft, ein michaelischer    Kristallisationspunkt", Wolf-Ulrich Klünker über "Albertus Magnus und Thomas v. Aquin -    Individualität und karmische Signatur", Peter Selg über "Das Wesen und die Zukunft" der AAG, Paul Mackay über eine "Schöpfung aus dem Nichts?". Das Alles bleibt höchst vergangenheitslastig und unkonkret und hätte zu jedem beliebigen Zeitpunkt vorgetragen werden können- 1970, 2001, egal. Es klingt weniger nach Selbstbesinnung, Aufarbeitung, konkreter Auseinandersetzung als nach der üblichen Selbstzelebrierung der Anthroposophischen Szene, die meiner Ansicht nach der Hauptgrund für die Agonie ist. Etwaige Hoffnungen, das Mutterschiff käme vielleicht in der Gegenwart an, werden durch dieses Tagungsprogramm schnell zerstreut. Es klingt nach geistigem Kuscheln.

Kommentare

  1. Symptomatisch ist diese Nachricht,
    die ja auch bei "Anthroposophens" auf ein gewisses aha-Interesse stoßen wird:

    "Mythos Kaspar Hauser Neue Geschichten aus der Gruft

    Manche halten Kaspar Hauser für einen Hochstapler, andere für den Erbprinzen von Baden. Nun mischt sich die Politik ein, da zwei Särge, die zur Lösung des Rätsels um Hausers Herkunft beitragen könnten, spurlos verschwunden sind."

    http://www.sueddeutsche.de/panorama/mythos-kaspar-hauser-neue-geschichten-aus-der-gruft-1.1450850

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  3. Ich bitte um Verständnis, dass ich noch so weitläufige Posts, die "jüdisches Denken" zum Thema haben, nicht freigeben möchte.

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  4. Deren Uhren, so scheint mir, zeigen allerdings volle 24 Stunden. Es ist also noch genügend Zeit! Ansonsten, wir können ja nochmal den Herrn Aquin fragen --- Jahr für Jahr ...

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  5. ...oder "Gottvertrauen" gibt nur Sinn über/durch Selbstvertrauen, weil ansonsten man nicht weiss wohin damit, sollte sich was einstellen. Oder wir fragen mal Herrn Goethe -- immer wieder.

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  6. Lieber Michael,

    danke für den Hinweis auf Junko Althaus - ich hatte in den letzten Monaten angenommen, sie sei nun doch müde geworden. Nun aber gibt es wieder neue Beschuldigungen gegen Marie Steiner, in einem Ausmaß und einer Fixierung, die mich, wäre ich „Karmaforscherin“, wohl auf so manche „Spur“ bezüglich Althaus' früherer Inkarnation (inklusive bis heute nachwirkender „Restverstrickung“) leiten könnte... Aber ich habe gegen so etwas eine ähnliche Abneigung wie offenbar Marie Steiner und widerstehe also der Ver-leitung. :-)

    ===

    Ich begreife natürlich gut, was Du mit „Selbstzelebrierung“ und „geistigem Kuscheln“ meinst :-) --- aber wie müßte denn Deiner Ansicht nach ein Tagungsprogramm aussehen, das tatsächlich einen „michaelischen Ruck“ erwarten ließe?

    Herzlichen Gruß,
    Ingrid

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  7. Liebe Ingrid, inzwischen habe ich erfahren, dass es ganz freie Arbeitsformen, ausgehend von Zweigen und deren Anliegen, auf der Tagung geben wird. Insofern muss ich meine Kritik stark relativieren. Ich denke, dass das der Ansatz ist: Methodisch offene Arbeitsformen, die den Menschen Gelegenheit geben, sich zu begegnen und auszutauschen, Anliegen zu vermitteln, usw. Die Gesellschaft wächst meiner Meinung nach dort- weniger in den "großen Vorträgen". Ansonsten wäre ein michaelisches Thema meiner Meinung nach etwas, was den Finger in die Wunde legt- z.B. die sehr starke Differenz zwischen postuliertem Anspruch und den Realitäten im sozialen Umgang, in den Arbeitsverhältnissen. Da geht es derartig schief- ich denke, das müsste man aufarbeiten und betrachten. Und natürlich auch die aktuellen Strömungen, Konflikte und Gefahren innerhalb der AAG. Wie stellt man sich dazu?

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  8. Ich grüße dich Michael und euch anderen hier,
    ich lese schon mehr mit bei den Egoisten als ich kommentiere.
    Wäre ich zurzeit nicht krankgeschrieben – die Behandlung dauert noch einige Wochen – würde ich ja zu Michaeli auch nach Köln hinfahren. Es war so geplant, dass ich mit Carla van Dijk und Immo Lünzer eine Arbeitsgruppe zu Karmapraxis an der Tagung anleiten sollte. Nun werden die Beiden das vollziehen – hoffentlich schaffen sie es so, dass etwas aus der realen Erfahrungsecke in das sonst überwältigend intellektuelle Klima hineinkommt.
    Nun ja, die alten Strukturen und Denkweisen haben eine zähe Überlebensstrategie. Überall wo ich hinschaue oder hingekommen bin in den letzten Jahren – ob Portugal, Spanien, Italien, Russland, die Schweiz, England oder Skandinavien – wird noch sehr viel versucht, mit der Empfindungs- und der Verstandesseele die Anthroposophie zu „entwickeln“ und es kommt nur gemoderte und geflickte Kleider heraus aus dem GA-Schrank, die jedoch nicht passen, wie viel man sie wäscht und in die frische Luft aufhängt. Auf die Idee, sich neue Kleider selbst zu schneiden, kommt nur diejenigen, die sich nicht vor karmischen oder andere Geist-Erkenntnissen hüten oder Angst haben, und dies ist wohl nur möglich in der Bewusstseinsseele zu lernen.
    Und das mit dem Karmathema kann man ja auch ganz anders behandeln (ich glaube, es zu versuchen) als Frau Althaus, so dass kein neues Streitgift auf dem Kompost der anthroposophischen Geschichte gelegt wird. Dieser Kompost braucht doch selbsterlebtes Material, das den Umschmelzungsprozess nur so viel anfacht, dass die alten Leichen nicht weiter herumgeistern müssen.

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    1. Sehr geehrter Herr Sæther

      Bei mir ist keine blosse Meinung, sondern eine gut begründete Kritik an meine konkreten Gedanken willkommen, so wie ich selber in meinem Artikel tue. Aber eine solche Halbkritik, die Sie hier machen, um sich über mich zu stellen, lieber lassen. Jeder soll aus seiner wahren Kompetenz heraus arbeiten und so dem Anderen begegnen, wenn man wirklich ein Forscher ist.

      Junko Althaus



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  9. Lieber Jostein, das Problem ist, dass die Umgehung der selbst reflektierten, souveränen Bewusstseinsseele eben nicht geht, da sich ansonsten Allerlei aus dem eigenen Trüben sammelt- der nicht eingelöste Anspruch, das Gerede darüber, vergiftet das Wasser. Aber nun gut, es ist wie es ist, man muss das manchmal auch allein machen. Schade, dass Deine geplante Kooperation in Köln nicht klappt- ich wünsche gute Genesung. Ich selbst werde auch aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen können.

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  10. Lieber Jostein,

    „... wird noch sehr viel versucht, mit der Empfindungs- und der Verstandesseele die Anthroposophie zu „entwickeln“ und es kommt nur gemoderte und geflickte Kleider heraus aus dem GA-Schrank, die jedoch nicht passen, wie viel man sie wäscht und in die frische Luft aufhängt.“

    :-) Sehr schön ausgedrückt!
    Ich persönlich finde ja schon die Absicht problematisch, die Anthroposophie zu „entwickeln“. Mir genügt es, mich selbst zu entwickeln... und ob das dann tatsächlich aus der Anthroposophie heraus geschehen sein oder gar ein Beitrag zur „Entwicklung“ der Anthroposophie gewesen sein wird, das läßt sich wohl erst im Nachhinein ermessen.

    „Auf die Idee, sich neue Kleider selbst zu schneiden, kommt nur diejenigen, die sich nicht vor karmischen oder andere Geist-Erkenntnissen hüten oder Angst haben, und dies ist wohl nur möglich in der Bewusstseinsseele zu lernen.“

    Weil ich weiter oben von meiner Abneigung gegenüber der „Karmaforschung“ gesprochen habe: ich will mich keineswegs vor karmischen Erkenntnissen „hüten“. Ich reagiere nur etwas allergisch, wenn jemand öffentlich nicht nur von seinen eigenen „Einblicken“ in das Karma eines anderen Menschen erzählt (auch dann, wenn dieser andere längst verstorben ist), sondern auch noch mit erhobenem Zeigefinger verkündet, was dieser andere in diesem oder einem früheren Leben hätte anders machen sollen.

    Und nach allem, was ich bisher darüber gehört oder gelesen habe (es ist allerdings nicht gerade viel), habe ich halt so meine Zweifel, ob es immer gelingt, „Karmaforschung“ ganz ohne persönliche Interessen zu betreiben. Und tatsächlich, vor solcher „Karmaforschung“ will ich mich dann wirklich lieber hüten.

    Wenn Du es anders machst, und ohne daß neues Streitgift auf den Kompost gelangt, dann soll’s mich freuen. :-)
    Denn natürlich stimme ich Dir zu:
    „Dieser Kompost braucht doch selbsterlebtes Material, das den Umschmelzungsprozess nur so viel anfacht, dass die alten Leichen nicht weiter herumgeistern müssen.“

    Kräftigende Genesungswünsche an Dich - und auch an Dich, Michael!

    Herzlichen Gruß

    Ingrid

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    1. Sehr geehrte Frau H

      Die persönlichen Meinungen, die Sie hier ohne Begründungen ausführen, werden erst eine überzeugende Kraft haben, wenn Sie unbefangen und empirisch untersucht haben, wie ich in meiner Karmaforschung tatsächlich arbeite.

      Sonst bleibt alles nur Ihre "Meinung und Vermutung" ohne empirische Untersuchung. Das hat nichts mit einer wirklichen Erkenntnis zu tun. Mindestens muss man diese Tatsache hinstellen können, wenn man im Namen der Anthroposophie (geistes-)wissenschaftlich arbeiten will.

      Ich bin nichts gegen Ihre Abneigung, das ist ihr Recht. Aber was Sie hier behaupten, hat nichts mit der Erkenntnis zu tun, solange Sie meine Methode nicht empirisch überprüft haben. Aus dem ähnlichen Grund, den Sie hier "aufzählen", wurde Steiner selber 21 Jahre lang nicht von einer wirklichen Karmaforschung sprechen können.

      Junko Althaus



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    2. Liebe Junko Althaus,

      ich freue mich, daß Sie sich hier zu Wort melden - ich gestehe, daß ich das ein wenig gehofft hatte.
      Und bevor ich Ihnen antworte, möchte ich die Gelegenheit ergreifen, Ihnen eine Frage zu stellen. Ich hätte sie gern direkt in Ihrem Blog gestellt, aber die Kommentarfunktion dort ist ja abgeschaltet...

      Meine Frage bezieht sich auf das, was Sie in Ihrem Artikel Wie kann man die Weihnachtstagung erlösen? Teil 1 schreiben:
      »Er sagte, wenn ein Eingeweihter so etwas tut, und die Sache misslingt, dann muss er es mit dem Tod bezahlen.«
      und
      »So wie er selber sagte, man muss es mit dem Tod bezahlen, wenn es nicht gelingt.«

      Bitte, würden Sie mir Ihre Quelle nennen? Ich würde diese Äußerung Rudolf Steiners sehr gern im Zusammenhang nachlesen.

      Auf alles andere antworte ich Ihnen heute noch.

      Herzlichen Gruß,
      Ingrid Haselberger

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  11. Liebe Ingrid, nur jetzt so viel: ich habe gerade dein Kommentar gelesen und freue mich darüber. Nun muss ich schnell zum Buss laufen, um zum Artzt zu fahren. Ob ich dann später hier etwas poste, liegt in meinem Ich und nicht im Karma. Gott sei dank, dass ich nicht todeskrank bin, sondern auf dem Weg der Genesung!. Bis bald!

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  12. Lieber Jostein,

    »Ob ich dann später hier etwas poste, liegt in meinem Ich und nicht im Karma.«

    Das ist eine sehr interessante Unterscheidung, die Du da triffst.
    Ich selber habe ja das Gefühl, daß so manche Dinge, die ich früher als „in meinem Ich und nicht im Karma liegend“ betrachtet habe, sich später doch als „im Karma liegend“ entpuppten - das gilt übrigens auch für Internet-Aktivitäten
    (einmal angenommen, ich habe den Begriff „im Karma liegend“ überhaupt verstanden).

    Herzlichen Gruß, mögest Du den Bus erreichen, wenn das in Deinem Karma liegt ;-)

    Ingrid

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  13. ... also beim (")Karma(") würde mich sehr interessieren, wie ihr das unterscheidet, liebe Ingrid, lieber Jostein, ab wann etwas Karma sein soll oder gar ist.

    Ist Karma nicht nur ein Platzhalter für die Geschichte des Unsichtbaren? Gibt es einen Unterschied zwischen Karma und Unbewusstheit? Wenn grundsätzlich ein jeglich Gehandeltes gleichzusetzen wäre mit Karma, dann gibt es nur Karma und man sollte aufhören darüber zu "forschen". Selbsterkenntnisbemühungen, mehr gibt es doch gar nicht, oder?

    "Ich persönlich finde ja schon die Absicht problematisch, die Anthroposophie zu „entwickeln“.

    Danke für diesen Satz, Ingrid, er benennt den Wendepunkt um den es geht.

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  14. Lieber Manfred,

    ich setze „Karma“ weder gleich mit „jeglichem Gehandeltem“ noch mit „Unbewußtheit“.

    Also, ich bin auf diesem Gebiet wirklich keine Expertin - ich kann nur versuchen, zu formulieren, wie ich persönlich „Karma“ bisher verstehe.
    Und ich antworte Dir auf Deine Frage ganz aus meinem eigenen Empfinden heraus, ohne erst nachzulesen, was Rudolf Steiner oder sonstjemand dazu gesagt hat - und ganz ohne Anspruch auf „Richtigkeit“:

    „Karma“ ist für mich die Gesetzmäßigkeit des Wirkens: was auch immer ich tu (wobei ich hier „Tun“ hier sehr weit fasse: auch Gedanken können solches „Tun“ sein) - sei es nun absichtlich-bewußt, gewohnheitsmäßig-bewußt, unbewußt-gewohnheitsmäßig, ganz unbewußt oder sogar entgegen dem, was ich bewußt zu erleben meine -, das zeitigt seine Wirkung nicht nur unmittelbar von mir nach „draußen“, in die Welt, sondern auch in umgekehrter Richtung, zu mir zurück.
    Während Wirkungen in der Richtung „von mir weg“ in der Regel recht schnell zu erkennen sind, ist es mit dem, was auf mich zurückwirkt, oft nicht so. Denn damit solche Rück-Wirkungen sich „erfüllen“ können, müssen oft erst ganz bestimmte Voraussetzungen eintreten, darauf „warten“ diese „Rückwirkungen“; manchmal sind das Voraussetzungen, die aus irgendeinem Grund in ein- und demselben Erdenlebeneben nicht mehr gegeben werden können. Dann wird diese Rückwirkung sozusagen „aufbewahrt“, um sich in einem späteren Erdenleben (nicht notwendigerweise gleich im nächsten) auszuwirken und so der „Erfüllung“ näherzukommen.
    Es gibt dabei auch Metamorphosen: die „aufbewahrte Rückwirkung“ verwandelt sich und sieht schließlich, in anderem Umfeld und im Zusammenwirken mit anderen Wirkungen und Rückwirkungen, ganz anders aus, als man es sich ursprünglich hätte vorstellen können...
    Ob nun eine solche „Rückwirkung“ noch im selben Leben stattfindet, oder ob sie sich erst in einem späteren Leben auswirkt: das „Gesetz“, das dafür sorgt, daß sie sich zu irgendeinem Zeitpunkt in irgendeiner Weise auswirkt, das ist für mich das „Karma“.

    Sodaß ich hier in diesem meinen Leben inmitten von mannigfachen „Karma-Wirkungen“ stehe: die „aufbewahrten Rückwirkungen“ aus diesem und allen früheren Leben, und auch all das, was ich in jeder Sekunde meines Lebens (sei es nun bewußt oder unbewußt) neu be-wirke und damit wieder auf mich zurückwirken lasse, zu irgendeiner Zeit, in irgendeiner Form... lassen muß (wenn unbewußt; der „schlafende Wille“ fühlt sich dann gar nicht als „Wille“ an) oder lassen will (wenn bewußt, sozusagen mit „erwachtem Willen“) - - -

    Und nun fällt mir wieder mal Rilke ein, der im Jahr 1904 an Franz Xaver Kappus schreibt: »Man hat schon so viele Bewegungs-Begriffe umdenken müssen, man wird auch allmählich erkennen lernen, daß das, was wir Schicksal nennen, aus den Menschen heraustritt, nicht von außen her in sie hinein. Nur weil so viele ihre Schicksale, solange sie in ihnen lebten, nicht aufsaugten und in sich selbst verwandelten, erkannten sie nicht, was aus ihnen trat; es war ihnen so fremd, daß sie, in ihrem wirren Schrecken, meinten, es müsse gerade jetzt in sie eingegangen sein, denn sie beschworen, vorher nie Ähnliches in sich gefunden zu haben. Wie man sich lange über die Bewegung der Sonne getäuscht hat, so täuscht man sich immer noch über die Bewegung des Kommenden.«

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  15. Zur „Karmaforschung“ (mit der ich mich, wie gesagt, bisher so gut wie nicht befaßt habe) möchte ich nur sagen: ich habe eine sehr sehr große Scheu davor, das Karma irgendeines anderen Menschen (sei es ein jetzt Lebender oder auch ein Verstorbener) zu „beforschen“, um daraus irgendwelche „Schlußfolgerungen“ zu ziehen, die geeignet wären, das Handeln jetzt Lebender zu beeinflussen. So etwas empfinde ich irgendwie als „Frevel“ (möglicherweise wäre es weniger „frevelhaft“ für mich, wenn der Betreffende selbst darum bittet, und wenn man auch zu niemand anderem als zu ihm darüber spricht...).

    Wenn ich allerdings ahnend empfinde (nicht: „intellektuell konstruiere“), was in meinem eigenen Karma liegt, und mich davon (klarbewußt oder auch ahnend-unbewußt) leiten lasse, dann ist das etwas ganz anderes. Vor solcher Karmaforschung habe ich selbstverständlich keine Scheu. Denn sie hilft mir dabei, alles, was in meinem Schicksal liegt, anzunehmen, statt dagegen anzukämpfen (wie ich es ja schon in meinem „Schicksalsaufsatz“ anzudeuten versucht habe).

    ---

    Lieber Jostein, ich würde mich sehr freuen, wenn Du, als Experte, ebenfalls auf Manfreds Fragen antwortest. Und ich möchte eine eigene Frage anschließen (denn es will mir noch nicht gelingen, in Worte zu fassen, was ich hierzu empfinde) - sie betrifft die Bedeutung des Christus als „Herr des Karma“. Wie würdest Du das beschreiben?

    Herzlichen Gruß in die Runde,

    Ingrid

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  16. Liebe Ingrid,

    ...wenn wir die alte Moral - z.B. - abreissen, weil deren Schutzwälle nicht mehr rechtens wirken und zumeist lediglich ersetzen durch das, was zumeist unter der Fahne der Freiheit gehandelt wird, wären da dann nicht, erkundet man dieses neue Reich nach der alten Moral, das dann auftaucht, jene Gesetze denen man begegnen kann die, die man die des Karma nennen sollte, weil dem so ist?

    Wir bewegen uns lebend in einer "Substanz" aus Gesetzmässigkeiten, die unmittelbar gesetzmässig wirkt wie der Schatten der uns folgt und alles wiedergibt und getreulich abbildet was wir tun, auch gedanklich. Nach denen sich richten zu lernen, erkennend, sie zu bemerken, die wirkliche Freiheit ist? Weil ein jeder Ton seine Wirkung tut und das Echo dieses, wiederum ... es also ein rechtes Handeln gibt, das durch die wirkliche Freiheit zu erlauschen und zu erforschen Not-wendig wäre, weil dem so ist? Nicht unser Handeln selbst wäre eine karmabildende Quelle, sondern die Unwissenheit über die (noch) im Verborgenen lenkenden und bewirkenden Gesetze(?) Wäre ich dazu befähigt nach diesen Gesetzen zu handeln, würde ich nichts verletzen. Wäre eine solche Tat auch Karma? Zähltest Du das dazu oder würdest Du hier auch eine Unterscheidungslinie ziehen? Gutes Karma, schlechtes Karma, alles Karma(?)

    Nicht der Pullover den ich stricke ist Karma-Substanz, sondern die Möglichkeit stricken zu können, tue ich dies nachlässig, dann wirkt Karma, tue ich es recht natürlich auch, aber es zeitigt nicht gerade Auswirkungen der Art, dass ich mich durch sie irgendwie genötigt fühle.

    "ich setze „Karma“ weder gleich mit „jeglichem Gehandeltem“ noch mit „Unbewußtheit“."

    Die Gesetzmässigkeit des Wirkens, sagst Du. Jene Gesetzmässigkeiten ergeben allerdings nur Sinn, wenn ich handle, sie korrigieren, "bewachen" mein Tun, weil sie sogleich im Beginn des Tuns mit eingeflochten werden, sind. Lerne ich jene Gesetzmässigkeiten kennen, vermag ich doch immer besser auf Basis jener das in die Tat umzusetzen, was ich (")will("). Ich stehe so gesehen jenen Gesetzmässigkeiten mehr oder weniger bewusst gegenüber und habe eben aufgrund dessen mehr oder weniger zu erleben, was es bewirkt... In diesem Sinne meinte ich meinen obigen Satz. Karma ohne mich ergibt keinen Sinn. Erforsche ich Karma, bzw. besagte Gesetzmässigkeiten, werde ich es doch immer - zumindest zunächst - mit dem schlafenden Potential meiner Unbewusstheit zu tun bekommen und daran erwachen.

    Mir kommt es zumeist, redet man über Karma, immer so vor wie bei denen, die mit Gott reden, jeden Abend, mit Gott und er auch zu ihnen spricht, Gott. Diese Gewissheit hat mich schon immer verdutzt. Ich meine erleben zu können, dass ich einverwoben, ja geborgen bin in besagte Gesetzmässigkeiten, sie "sehen" mich, ich lausche ihnen, wir können miteinander sprechen, es ergeben sich Antworten, Ein-Sichten, VÖLLIG jenseits dessen, was ich meine Individualität oder gar mein Ich nennen würde, oder gar jene kräftig sich verteidigende Egoität als Egoist, der man zu sein glaubt, weil man - in meinen Augen - Freiheit falsch interpretiert. Würde man zu diesen Gesetzmässigkeiten Gott sagen, würde ich dem zustimmen.

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  17. Lieber Manfred,

    nur kurz heute (ich stecke mitten in der Vorbereitung eines Konzertes heut Abend):

    »Nicht unser Handeln selbst wäre eine karmabildende Quelle, sondern die Unwissenheit über die (noch) im Verborgenen lenkenden und bewirkenden Gesetze(?)Wäre ich dazu befähigt nach diesen Gesetzen zu handeln, würde ich nichts verletzen. Wäre eine solche Tat auch Karma? Zähltest Du das dazu oder würdest Du hier auch eine Unterscheidungslinie ziehen? Gutes Karma, schlechtes Karma, alles Karma(?)«

    Also, die Fragen, die Du hier stellst, wollen nicht recht zu meinem Begriff von „Karma“ paassen.
    Wie gesagt, ich verstehe darunter nicht eine „Tat“, und auch nicht ein „Gesetz“ im moralischen oder juristischen Sinne, sondern eine Gesetzmäßigkeit, ähnlich den Naturgesetzen: wenn ich mich eines Hebels bediene, nenne ich mein Handeln ja auch nicht die „hebelgesetzbildende Quelle“. Ebenso spreche ich nicht von „gutem“ oder „schlechtem“ Hebelgesetz, je nachdem, was ich mit diesem Hebel anstelle...

    Darin aber stimme ich Dir zu: je mehr ich mir dieser Gesetzmäßigkeiten bewußt bin, desto weniger werde ich mich von ihnen „genötigt“ fühlen (das ist übrigens ebenfalls ganz ähnlich wie beim Hebelgesetz... ;-)).

    Herzlichen Gruß,
    Ingrid

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  18. Liebe Ingrid,

    ... ich sehe das mit den Gesetzmässigkeiten "ähnlich den Naturgesetzen" ebenso - - - aber sie sind lebendig(er) als jene, weil sie einen unmittelbareren Bezug zu uns haben, das wollte ich anklingen lassen, irgendwie bestehen wir aus/durch ihnen/sie, scheinen gleichsam auch in ihnen zu "schweben", ähnlich den Naturgesetzen die uns umgeben. Man kann sich das alles von aussen anschauen, aber auch mal sich reinsetzen und eine Runde drehen :-), bei Karmischem geht das, bei den Naturgesetzen nicht. Aber vielleicht drehen wir ja auch nur einen karmischen Knoten(?)

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  19. (Liebe) Frau Althaus,

    Sie wissen, dass wir auch mal aneinander geraten sind :-)... Ich habe grad eben in Ihrem blog zum "Karma der anthroposophischen Bewegung..." mit verstärkter Aufmerksamkeit gelesen und kann nicht finden, dass Sie hier irgendwie ein "Streitgift" produzieren, sondern ganz im Gegenteil hineinblicken lassen in den Verlauf von Zusammenhängen, die dem freiheitlichen Verlauf menschlichen Geistes ein ersichtliches Fundament zu geben vermögen, wenn man begreift, dass "man darf, ja sogar sollte..." -- ich hoffe Sie verstehen, wie ich das jetzt hier meine.

    Mich persönlich würde von tiefstem Grund aufrichtig interessieren von Ihnen zu hören, was denn nun Karmaforschung ist und wie oder was dafür vonnöten ist. Ganz kurz und knapp, so glaube ich, würde mir reichen, weil ich etwas in mir damit dann abgleichen möchte. Denn ich glaube es hat "einfach nur" was mit einer inneren aufrichtigen, ehrlichen und wahrhaftigen Haltung sich selbst und dem Geist gegenüber zu tun, getragen von dem Wissen, dass man eben nicht allein ist, ganz umfassend, bzw. auch!! zu einer erweiterten gesünderen Form und Anschauung des sogenannten "Egoisten" in mir vorzudringen vermag, dies auch nur ganz kurz umrissen.

    Herzlichen Gruß
    Manfred Röhr

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    1. Lieber Herr Röhr,

      ich habe lange nicht bemerkt, dass Sie hier geschrieben haben. Ich kann nicht alle Sachen durchlesen, deshalb habe ich die Funktion der Kommentare in meinem Blog ausgeschaltet. So wie im Blog steht, nehme ich nur noch über Mail die Reaktionen von den Menschen entgegen.

      Von Ihren Worten erlebe ich aber eine wahre Offenheit zu verstehen, was heute als eine Karmaforschung geboren werden will. Und das freut mich. Mir gibt es eine Sicherheit, dass Sie jemand sind, der die "Zusammenhänge" und die Freiheit des Geistes schätzt. Das ist für mich absolut wichtig.

      Ich bin jetzt dabei, die Schriften für die Biographie-und Schicksalsforschung zu verfassen im Sinne des Studien-und Forschungsmaterials, weil schon öfters von uns unsere schriftliche Arbeit über die Methode und die Themen von den Ausbildungs-Teilnehmer und -Absolventen gewünscht wurde. Die konkrete Arbeitsweise, wie ich oder mein Mann Christian vorgeht, ist bis heute wirklich "esoterisch", aber nicht im okkulten Sinn, sondern, im wirklichen Wortsinn nach der Esoterik geblieben, weil die Methode, die Arbeits-Gesichtspunkte, die biographischen und karmischen Gesetzmässigkeiten, die alle von uns erarbeitet wurden, nur mündlich den Ausbildungsteilnehmern übergeben werden. Nur sie haben bis jetzt dieses Wissen und die Werkzeuge erhalten. Sonst haben wir nie wirklich richtig weiter gegeben.

      Jetzt ist es aber so, dass das erste Manuskript bald fertig wird. Das ist die allererste Grundlage für die Karmaforschung. Es geht dabei um die individuelle Anlage, die in der Biographie sichtbar wird. Meine Methode der Karmaforschung beginnt mit einer empirischen biographischen Betrachtung. Die Karmaforschung geht aus der exakten biographischen Arbeit hervor. Die Vision aus einem früheren Leben wird bei mir gar nicht extra erstrebt. Die Sache wird bei mir ganz empirisch, goetheanistisch, logisch bearbeitet. Dabei spielt neben R. Steiner auch der ursprüngliche Aristotelismus eine wesentliche Rolle. Eine echte Karmaforschung im meinem Sinne beginnt an der exakten Beobachtung an sich selber und an dem Lebenslauf.

      Herzlichen Gruss
      Junko Althaus
















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  20. Liebe Frau Althaus,

    und nun meine Antwort auf Ihren Kommentar weiter oben:

    Was habe ich denn Ihrer Ansicht nach behauptet?

    Ich habe von meiner eigenen, persönlichen Abneigung gegen die Erforschung des Karmas anderer Menschen gesprochen (es sei denn, diese Menschen hätten selbst darum gebeten, und man würde etwaige Forschungsergebnisse auch nur ihnen persönlich mitteilen). Und ich habe gesagt, daß ich es geradezu als „Frevel“ empfinde, solche Forschungsergebnisse (seien sie nun „wahr“ oder „falsch“, das spielt mir hier gar keine Rolle) dann zu veröffentlichen, gar mitsamt einer Beurteilung des Lebens und Handelns dieser anderen Menschen.
    Dabei bleibe ich. So etwas würde ich selbst dann als „falsch“ empfinden, wenn es inhaltlich „richtig“ sein sollte.

    Eine Begründung für diese meine Abneigung habe ich angedeutet: mir fehlt einfach das Vertrauen, daß Menschen, die karmische Forschungsergebnisse in der Weise veröffentlichen, wie beispielsweise Sie es tun, dabei ganz ohne eigenes Interesse handeln, und ohne ihren Forschungsergebnissen - ob sie das nun bemerken oder nicht - etwas aus der eigenen diesmaligen Persönlichkeit „beizumischen“ (und ich muß leider sagen: der Tonfall, in dem beispielsweise Sie solche Artikel verfassen, ist nicht geeignet, mir dieses Vertrauen einzuflößen). Und durch solche „Beimischungen“, so empfinde ich es, kann sehr leicht, wie Jostein es ausdrückt, „neues Streitgift auf den Kompost der anthroposophischen Geschichte gelegt“ werden - was ich als ganz und gar nicht hilfreich empfände.

    Sie haben natürlich recht, ich habe Ihre Methoden der Karmaforschung nicht „unbefangen und empirisch untersucht“. Das habe ich auch in Zukunft nicht im Sinn - denn, wie schon gesagt, es spielt mir gar keine Rolle, ob Ihre Art, zu karmischen Forschungsergebnissen zu gelangen, mich überzeugen würde oder nicht. Meine Abneigung (die ich oben auch als „Allergie“ bezeichnet habe), bezieht sich gar nicht so sehr auf das Forschen an sich, sondern vor allem auf die Art der Veröffentlichung.

    Im übrigen habe ich keineswegs behauptet, das, was Sie geschrieben haben, sei inhaltlich „falsch“.
    Ich glaube allerdings auch nicht, daß es „richtig“ ist. Ich enthalte mich hier einfach des Urteilens, und auch des Meinens und Vermutens. Wie ich ja schon geschrieben habe - ich habe mich bisher nicht eingehend damit befaßt und bin mir natürlich dessen bewußt, daß mir die Voraussetzungen für ein inhaltliches Urteil fehlen.

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  21. So wie ich Rudolf Steiner bisher verstanden habe, teilte er in seinen „Esoterischen Betrachtungen karmischer Zusammenhänge“ seine Forschungsergebnisse in Bezug auf das Karma einzelner historischer Persönlichkeiten nicht deshalb mit, um diese konkreten Schicksale bekanntzumachen in der Welt, oder gar um Konsequenzen für künftiges Handeln daraus abzuleiten. Sondern er nahm die Schicksale dieser einzelnen Persönlichkeiten, die ihm „durchsichtig“ geworden waren, als Beispiele, um daran zeigen zu können, „wie Karma überhaupt bei den Menschen wirkt.“
    Dabei war es ihm nicht nur bewußt, sondern er wies auch ausdrücklich darauf hin, daß es ein „gewagtes Unternehmen“ ist, über solche Dinge zu sprechen, selbst wenn es sich nicht um nahestehende Personen, sondern um „fernerliegende“ karmische Zusammenhänge handelt:

    Zu Beginn des siebenten Vortrags aus GA 235, gehalten am 8. März 1924 in Dornach, sagte Rudolf Steiner:
    »In den Betrachtungen über das Karma möchte ich heute, nachdem ich das letzte Mal mehr die Bildung der karmischen Kräfte geschildert habe, gewissermaßen den Grund legen, um das Verständnis für das Karma dadurch hervorzurufen, daß man hinschaut auf einzelne Schicksale im Leben von Menschen, um die karmische Bestimmtheit, Bestimmung, sagen wir, dieser einzelnen menschlichen Schicksale ins Auge zu fassen.
    Solche Schicksale können natürlich nur als Beispiele dienen; aber man kann schon, wenn man an konkrete menschliche Schicksale anknüpft und das Karma dabei ins Auge faßt, man kann schon, von da ausgehend, Einblicke dann gewinnen in die Art, wie Karma überhaupt bei den Menschen wirkt.
    Es wirkt ja natürlich so vielfältig, als es Menschen auf Erden gibt. Die karmische Gestaltung ist durchaus individuell. Man kann also nur, wenn man auf das einzelne eingeht, eben in Beispielen sprechen.
    Nun möchte ich heute Beispiele anführen, die ich untersucht habe, die mir durchsichtig geworden sind in ihrem karmischen Verlaufe. Es ist allerdings schon ein gewagtes Unternehmen, über, wenn auch fernerliegende, karmische Zusammenhänge im einzelnen zu sprechen...
    Nun wollen wir heute einmal auf bestimmte, wenn auch fernerliegende karmische Beispiele eingehen, ganz, ich möchte sagen, dieses gewagte Unternehmen wirklich vollführen, über einzelne Karmas zu sprechen, soweit das eben nach den Untersuchungen, die mir obgelegen haben, geschehen kann. Beispiele sollen es also sein.«

    Und am nächsten Tag begann er seinen Vortrag mit den Worten:
    »Ich sagte gestern, daß ich, trotzdem die Behandlung einzelner karmischer Zusammenhänge etwas Gewagtes ist, dennoch als Beispiele solche karmischen Zusammenhänge hier in der Darstellung entwickeln möchte, und zwar anknüpfend an diejenigen Persönlichkeiten, von denen ich gestern einzelne biographische charakteristische Daten Ihnen vorgebracht habe.«

    Liebe Frau Althaus, sehen Sie: das ist eine Einleitung, und eine Begründung für die Mitteilung der karmischen Zusammenhänge in den Erdenleben einzelner Menschen, die ich akzeptieren kann, ohne daß sie in mir Abneigung erweckt. Und wenn ich weiterlese, dann finde ich (bisher; ich habe noch nicht alle „Karmabände“ gelesen) auch wirklich eine große Behutsamkeit im Umgang mit den Schicksalen dieser einzelnen Menschen - und jedenfalls keine einseitigen „Parteinahmen“, Schuldzuweisungen oder Verurteilungen.

    Ich hoffe, Sie begreifen nun besser, wie ich es meine.

    Selbstverständlich steht es Ihnen frei, es auch weiterhin damit so zu halten, wie Sie es bisher getan haben - ebenso wie es mir freisteht, meine persönliche Meinung dazu zu sagen.

    Herzlichen Gruß,
    Ingrid

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  22. Ich fände es immens wichtig hier mal darzustellen warum es zu der Weihnachtstagung hat kommen müssen. Sie ist doch ein Kristallisationspunkt in unserer menschlichen Entwickelung. Was wurde verschlafen und warum? Wie oder woran könnte man heute die vielleicht noch gleichen Verhaltensweisen erkennen? Oheime, was quälet euch? Oder warum fragt niemand danach?

    Wolfgang, hättest Du Lust und Freude daran einen kurzen geschichtlichen Überblick zu geben? Möglichst kurz und prinzipiell? Ich bin dazu nicht belesen genug. Mir kommt es vor wie dem schlafenden Wunsch der menschlichen Geschichte einen liebevoll fragenden Kuss zu geben, wirklich aufrichtig, damit das Herz aufgeht und die Quelle wieder zu rieseln beginnt.

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  23. Liebe Ingrid,

    die Menschen sind heute schon so weit, dass sie ihre persönlichen Meinungen sagen, auch Jemandem, allerdings erlebe ich darin eine Art Einbahnstraße deshalb, weil noch viel zu wenig wirklich gefragt wird, stattdessen bleibt man weiterhin vergraben im persönlichen "Schutzbunker". Das mit Dir und Junko, jetzt, ist doch wie ein Auffahrunfall in besagter Einbahnstrasse. Transparenz scheint es heute nur ahrimanisch zu geben, wie z. B. bei der neuen "Gesundheitskarte". Ich bin davon fest überzeugt, dass wir lernen müssen uns sichtbar zu machen, um die Chance zu bekommen am Seelich-Geistigen des Anderen erwachen zu können, was zugleich die Inkarnation des lebendigen Buches wäre, die Auferstehung der Schatten in Form von Büchern.

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    1. Lieber Manfred,

      ich kann natürlich nur für mich sprechen - aber ich sehe es keineswegs als „Auffahrunfall“, sondern ich sehe es als Begegnung.
      Ich sehe eine persönliche Meinung auch nicht als „Schutzbunker“, sondern als möglichen Ausgangspunkt.
      Für mich ist unsere Begegnung hier daher keineswegs eine „Einbahnstraße“ - ich würde mich wirklich freuen, wenn das Gespräch mit Junko Althaus an diesem Punkt nicht versiegte, sondern weiterginge.

      Herzlichen Gruß,
      Ingrid

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    2. Lieber Manfred,

      "Oder warum fragt niemand danach?"

      Vielleicht ist ja Frage nicht gleich Frage und Antwort nicht gleich Antwort. Soll heißen: WIE frage ich und warum frage ich und - welche Antwort erwarte ich? Bin ich erwartungslos, vorbehaltlos, weitreichend?

      Frage ich also, z.B.: Oheim was quälet dich? - dann frage ich sicher nicht (so kommt es mir in heutiger Zeit vor) nur wenige bezügl. eines ganz bestimmten Ereigenisses usw. - dann frage ich doch stellvertretend für Parzival (in mir) die ganze Welt, den Weltengeist - "mitten hindurch" . Meine Frage wäre also auch: Welchen Stellen-Wert (welchen Platz) nimmt der Mensch HEUTE eigentlich ein?

      Ich (persönlich) kann diese Frage nur schwer (aus)halten, wenn sie dauerhaft auf eine einzelne Gruppe, auf ein einzelnes Ereignis bezogen ist, obwohl ich natürlich Anteil nehme an Einzelschicksalen und Einzelfragen ... Diese meine Gedanken, mein Wesen, sehe ich bestätigt dadurch, dass doch kein rechter Grund (auch buchstäblich) gefunden wird, seit Jahren schon nicht und so manches fällt dabei ins Bodenlose (vor dem man sich nicht fürchten sollte, vielleicht solls ja gerade bodenlos sein).

      Der Grund, das Fleckchen Erde erweitert sich also nach und nach, vielleicht durch Abnutzung in zu engem Kreise, ES braucht also mehr Platz - bzw. - der 'Grund und Boden' und somit auch das Fragen, sollte vielleicht größer, weiter werden.

      Ich 'fürchte' also, Du wirst auf deine ehrliche und mitfühlende Frage keine rechte Antwort bekommen ...
      Und - ich schlage 'einfach' vor: Erschaffe etwas ganz neues auf deinem Grund und Boden. Und nimm dabei einzelne, kostbaren Perlen der Vergangenheit mit, für (d)einen fruchtbaren Acker, der dann viele nähren kann.

      herzl. Grüße

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    3. gute Zeiten:

      Es fand sich kürzlich dieser Beitrag im Internet.
      „Dalai Lama: "Religion passt nicht mehr in unsere Zeit"“
      darin
      "Alle großen Weltreligionen, mit ihrer Betonung der Liebe, Mitgefühl, Geduld, Toleranz und Vergebung können innere Werte fördern. Die Realität unserer heutigen Welt ist jedoch, dass diese ethische Festigung durch die Religion nicht mehr länger adäquat ist", so das aktuelle Statement auf der offiziellen Facebook-Seite des spirituellen Führers des tibetischen Volkes. "Aus diesem Grund komme ich zunehmend zu der Überzeugung, dass die Zeit gekommen ist über (neue) Wege der Spiritualität und Ethik jenseits der Religionen nachzudenken."

      http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.de/2012/09/dalai-lama-religion-passt-nicht-mehr-in.html

      Der Dalai Lama führte in Wien seine Ideen aus. Seine Erkenntnis kann wie ein Schock für die führenden Religionsvertreter wirken, durchaus auch in der Handhabung „Anthroposophie“, also den Vorstand in Dornach erschüttern, vor allem weil Steiner so viel über die tibetische Kultur ausführte, früher hier auf dem blog von Michael, jetzt leicht im Internet zu finden.

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  24. Lieber notundwendig (wie Dein Name schon sagt) ;-)

    Mein "Oder warum fragt niemand danach?" ist natürlich nicht gemeint als Frage von mir sondern bezogen auf DIE Haltung im Menschen, die es als Not und wendig in sich erlebend erkennen und (")fragend(") um- und einsetzen müsste, die jenes "Stirb und werde..." ja geradezu erhöhen sollte zum "...wenn Du nicht fragst auf dieser Erde, wirst Du verkommen..." --- da würde dann auch obiges "Sterben" nicht mehr das bringen wofür es steht, weil es selbst dann, begreift man jenes Fragen nicht, keinen wirklichen Wert ergeben könnte, man wird dann wohl erkennen nur, dass man eine unnötige Inkarnation (fast) hatte im Hinblick auf die Ent-Wickelung dessen, was wir als "Siehe der Mensch..." kennen.

    Und was hat das nun mit Karma zu tun? Der werdende Mensch zeitigt ein solches, er setzt es raus, jeder jedem entgegen und wir schwimmen und verstricken uns darin. Der Ausweg und die Lösung kann nur in dem bestehen, dass man die erlösende Tür findet, um jenes Geflecht von aussen ersichtlich dann aufzulösen imstande wäre, WEIL obiges Fragen jene Tür erzeugt und uns offenbaren wird, dass wir alle zusammen uns andernfalls ein Gefängnis bauen, erkennen wir jenes Fragen nicht, eine Haltung meinerseits all dem gegenüber, was man als bereits geschehen sehen, erleben, erforschen oder sonstwie erleiden muss und dann auch wird.

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    1. Lieber Manfred,

      zunächst - sorry, ganz vergessen - das war ich, Steffen.

      Nur kurz: Was Karmafragen angeht, da bin ich eine absolute Null. Ich folge (und erfrage) so schlecht und recht dem was mir begegnet und mache das Beste und manchmal auch das Schlechteste draus. Manchmal schwebe ich da zwischen plattem Ursache/Wirkungs-Denken, dann wieder der Versuch eines liebvollen Freilassens und Differenzierens (verbunden mit offener Unkenntnis) oder auch mal widerstrebend (und zurückziehend)- bezügl. dem was mir und der Welt wiederfährt.

      Karmazusammenhänge im Sinne von Parzival's Geschichte und dem Final - "Was quälet Euch?" kann ich sehr gut nachempfinden und verinnerlichen, da komme ich auch zu einer gewissen Einfachheit und Gelassenheit, zu Gedanken anderer Art die dann mehr dem Herzen entspringen (und die sich als solche auch sehr positiv aus-wirken).

      alles in allem - its a long way to paradise ;-)

      LG

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  25. Lieber Ernst,

    wie die Religionen so auch der Staat, er muss als in uns selbst befindlich entdeckt werden. Das Christentum hat es uns ja bereits schon vorgemacht indem es uns sagt, dass es gar keine Religion IST, sondern eine TATSACHE!!

    Siehe der MENSCH ist religionsfrei, andernfalls würde er sich nämlich NIE entdecken. UND, was sollte das Ganze dann, wenn er immer hinterherläuft und nicht einmal bemerkt, dass er läuft?? Stehen bleiben und die Gegenwart entdecken! Welch ein Erwachen!

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  26. "Das Christentum hat es uns ja bereits schon vorgemacht indem es uns sagt, dass es gar keine Religion IST, sondern eine TATSACHE!!"

    Christentum, was ist das, die Geschichte der Katholischen Kirche, der Evangelischen Kirche, der Christengemeinschaft?!

    Es fiel ein eindringlicher Hinweis ein, Rudolf Steiner charakterisiert die Katholische Kirche als Verhinderung des Christus. Weil es nun kein Hickhack geben sollte, der Ansatz Rudolf Steiners: sein Impuls sollte den Menschen ermöglichen das Erleben des Äthersichen Christus nicht bloß als Traum, als Fata Morgana im Bewußtsein abzutun, sondern ernst zu nehmen. Er verwies hier besonders auf die Erlebnisse des Menschen am Morgen, im Aufwachen. Der Satz "siehe der MENSCH ist religionsfrei" entspricht ja nicht der Lebenswirklichkeit, wenn der Mensch "in" Religionsformen aufwächst, von ihnen geprägt wird. Das Verdienst von Frau Althaus ist, sie hat Fakten der AAG zusammengefasst, aus Quellen, die nicht mehr öffentlich zugänglich sind.
    Die "TATSACHE", das sind erst einmal persönliche Erlebnisse. Steiner kündigte an, Christus werde in der Zukunft mitten unter Menschen erscheinen, sich zeigen. Mir sind bis heute noch keine solche neuen Gruppenerfahrungen bekannt. Es besteht ja die Gefahr, nach Steiner, die Christus-TAT könne der Menschheit verloren gehen. Vielleicht hilft uns östliche Erfahrung, Wissen, Sichtweise, gerade um die Geschichte des Goetheanums zu verstehen, in die wir mehr oder weniger individuell uns verbunden oder verstrickt fühlen. Vielleicht treffen sich die verschiedenen Strömungen und es gäbe Gelegenheit für Christus......

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    1. "Das Christentum als mystische Tatsache" - - ist ein Werk Rudolf Steiners, in meinen Augen eine Pflichtlektüre. Wenn man das Fazit dann verstanden hat erkennt man, dass Steiner dem Dalai Lama voraus war, wenngleich es eigentlich nebensächlich ist. Sprich, man nehme den Begriff des Christentums als solchen wie er ohne Vorbehalte ins Denken übernommen werden sollte.

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    2. "...dass Steiner dem Dalai Lama voraus war."
      Kommt es darauf an, wer wem voraus war?!
      Die Bedeutung der Worte des Dala Lama liegen doch darin, sie werden gehört. Das Besondere liegt hier in den Prophezeiungen die Steiner zur tibetischen Religion, Kultur tätigte und die sich nun in gewisser Weise erfüllten. Steiner sprach von der großen Bedeutung der tib. Kultur für die Welt, da sie noch viele Schätze aus Atlantis..... .

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  27. »Das Verdienst von Frau Althaus ist, sie hat Fakten der AAG zusammengefasst, aus Quellen, die nicht mehr öffentlich zugänglich sind.«

    Das ist nicht ganz richtig: die Quellen, aus denen Frau Althaus auszugsweise zitiert, sind durchaus öffentlich zugänglich. Es handelt sich dabei um die ersten beiden Bände der Dokumentation „Wer war Ita Wegman?“ von J.E.Zeylmans van Emmichhoven.

    Ich habe mir die beiden Bände vor kurzem besorgt und lese sie gerade.
    Es ist wirklich ganz sein Verdienst, hier sehr viele Fakten in mühevoller Arbeit zusammengetragen haben.

    Im Vorwort zur ersten Auflage schreibt der Autor:

    »Vieles Geschichtliche bleibt noch im dunkeln. ... Ganz besonders hoffe ich, daß Marie Steiner-von Sivers' wahre Bedeutung für die Anthroposophie in Zukunft mehr als bisher sichtbar werden wird. Daß dieser einflußreichen Persönlichkeit in diesem Werk [nämlich der von ihm vorgelegten Dokumentation, I.H.] nicht ausreichend Rechnung getragen wird, liegt in der Natur des Unternehmens. Daß ihre Tätigkeit nur selten zur Sprache kommt, bedeutet nicht, daß ich ihre Wirksamkeit nicht mit innerer Dankbarkeit und Liebe bedacht hätte; während der jahrelangen Forschungsarbeit war sie mir ständig im Bewußtsein.«

    Ich bin davon überzeugt, daß eine solche „innere Dankbarkeit und Liebe“ zu jeder einzelnen Individualität, mit der man es zu tun hat, die Voraussetzung ist für eine Karmaforschung, die diesen Namen verdient.

    Eine solche liebevolle Einstellung zu allen Individualitäten, über die sie schreibt, vermisse ich allerdings schmerzlich in den Aufsätzen von Junko Althaus.

    Herzlichen Gruß,
    Ingrid

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  28. Beziehe mich auf Originalworte von Frau Althaus:

    „Das dritte Band von Emanuel Zeylmans über Ita Wegman ist vergriffen. Es war keine gute Sache, zuletzt das Druck-Recht seiner kostbaren Bücher in die Hände zu legen wie des Natura-Verlags (jetzt im Verlag am Goetheanum integriert), denn seitdem können die Dornacher-Funktionäre über das Buch, in dem die wichtigsten Materialien über den konkreten Verlauf des Massen-Ausschlusses 1935 zu finden sind, verfügen wie sie wollen. Sie wollen natürlich dieses Buch verschweigen, weil es ihre Zwecke stört, so dass es nie mehr wieder gedruckt wird. Das ist nichts anderes als ein systematisches und organisiertes Verbrechen gegenüber der Wahrheit. Zugleich bedeutet es eine schwere Demütigung und Verachtung des individuellen Ich.“

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    1. Nun ja - soviel ich verstanden habe, konnte auch Frau Althaus diesen dritten Band bisher nicht lesen, eben weil er vergriffen ist.
      Die Zitate, die sie anführt, sind jedenfalls aus den ersten beiden Bänden. Ich empfehle allen, die sich wirklich ein Bild machen wollen, diese beiden Bücher zu lesen.

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  29. ... ich habe so den Eindruck, die "Prominenz" redet nicht mit uns, naja, ist wohl auch ein unwichtiges Thema - -

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  30. ... ich denke mal, man ist sicher so oder so in Verbindung, denn man macht sich doch (meistens) seine Gedanken bzw. Nachgedanken, wenn man hier Antworten und Beiträge gelesen hat ... quasi eine Arbeit im stillen Kämmerlein ;-)

    lg

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  31. Nun ja Steffen, wenn man es nimmt wie Du es meinst, klingt es beruhigend, wenn man es denkt was Du sagst, eher nicht.

    Was meinst denn Du worunter Steiner gelitten hat, an sich selbst oder mit seinem Selbst? Weih-Nachten kommt jedes Jahr, immer wieder -- mit unendlicher Geduld?

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  32. Mein Gedanke war, dass vielleicht auch eine Frau Althaus hier weiterhin mitliest, aber vielleicht nicht unbedingt weiter antworten möchte, warum auch immer - aber dass sie sich dennoch sicher Gedanken machen wird, reflektieren wird über das was sie geschrieben hat und über das was andere geschrieben/gedacht haben, jedenfalls hielte ich das für normal. Also, in so einem Falle ginge die Arbeit, ein Lernen (bzw. eine andere Art von Arbeit) dann auch weiter ...

    Zu R. Steiner, zunächst mal ganz allgemein:
    Ich glaube er hat ständig gelitten, vielleicht auch an sich selbst...
    Z.B. wenn er sagt, dass die ständigen Privataudienzen (Menschen mit ihren Schicksalen und Fragen) bzw. wie er sagt - "Transpirationen des allzu Persönlichen", ihn ausgezerrt hätten.

    Ich sehe hier eine weitreichende und heilsame Lehre.
    U.a. die, dass man achtsam mit sich selbst und vorsichtig mit anderen umgehen sollte. Zudem - so auch etwas wegkommen könnte vom allzu nahen Aufeinanderhocken unter einem großen, schweren Schirm einer spirituellen Institution. Sich halt liebevoll überlegen, wie alles etwas freier werden könnte, sodass auch hier eine spirituelle Lockerung stattfinden kann...und dann vielleicht in selbstgewählten, kleinen Gruppen zunächst weiterarbeiten (und üben). Dies wäre auch kein Verrat an der Sache und an Steiner...

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  33. Lieber Steffen,

    ich verstehe sehr gut was Du hier sagst, aber wenn ich es mal so auf mich wirken lasse was hier geschieht, da wird an grösste Themen gerührt, da verteidigen "Fachleute" ihre Vorgehensweisen, erzeugen "Geräusche" und wenn man darauf reagiert, dann ziehen sie sich zurück, ja wohin eigentlich? Ins goldene Verlies, wo das Gesetz des Schweigens waltet? Meditatives Stillesein bräuchte dann aber andere Inhalte.

    Darin erlebe ich die eigentliche Krankheit und das schon zu meinen Kindheitstagen -- "Du darfst!! mir mal die Butter reichen..." als Erziehungsgrundton z.B. Es ist eine lähmende "Giftspritze" jemanden damit allein zu lassen, was man selbst mit angerissen hat. Weil man so gezwungen!! wird, fast schon im Sinne der BILD (Bild Dir Deine Meinung!)Inhalte mit sogenannt Eigenem durchzumischen, statt miteinander zu reden.

    Wenn man nicht bereit ist zu einem wenigstens ansatzweise verständigen Ende zu bringen, was man mit hat anklingen lassen, Inhalte zumindest einigermassen auch zu einem erkleckklichen Ende zu bringen, dann sollte man wirklich schweigen. "Leute, ich habe grade Husten, ich melde mich später...", das wäre ja schon mal was.

    Bitte nicht persönlich nehmen im herkömmlichen Sinne, aber: "Ich sehe hier eine weitreichende und heilsame Lehre." Wovon redest Du eigentlich? Erlebst Du es immer noch so? Aufeinanderhocken? "...wie alles etwas freier werden könnte...?" ??? Ein Verrat an Steiner wäre das sicherlich nicht, was Du hier sagst, aber in meinen Augen halt an sich selbst. Und, wie soll das gehen, dies etwas freier? Wer macht das und vor allem wie?

    Wenn die Menschen so höflich zueinander sind, Rücksicht nehmen... -- schau mal da hinein, dann wirst Du wohl sehen müssen, dass all dies Vorstellungen sind, die dem entnommen wurden, was eben NICHT frei ist, sondern aus deren eigner Vorstellung entstammt. Deren eigner DaVor-Stellung im Glauben(?) man handle richtig und vor allem Rück-Sichts-VOLL, statt nach vorn zu blicken, ins Gesicht desjenigen, den ich vor mir sehe und ihn traue zu fragen in all meiner Erbärmlichkeit: "Oheim, was quälet Dich!?!?"

    Diese ganze Rücksicht, dieses ganze Verständnis inclusive der angeblichen Liebevollheit, was sind denn deren Quellen?? Eigene Vergangenheiten sind das, VOR-Stellungen, Befürchtungen, Ängstlichkeit gesehen zu werden, daran krankt der "Mensch" -- und schreibt Bücher und gibt Kurse. DA kann man sich dann am allerbesten hinter (s)einer "Autorität" verschanzen und das Unglück des Menschen weiterhin am Köcheln halten.

    "Geht zusammnen, sprecht zusammen, wisset dass Euer Geist gleichen Ursprungs ist und mit allen anderen zusammenwirkt, ebenso wie die Impulse der kreativen Intelligenz (der Logos) am Anfang nahe ihrer Quelle miteinander vereinigt bleiben..." --- aus dem RIG VEDA

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    1. So und ich mach jetzt tatsächlich mal Schreibpause, ist erstmal genug ...

      Schönes Wochende!

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  34. Lieber Manfred,

    ich nehme jetzt mal an, mit den „Fachleuten“, die sich zurückziehen, meinst Du Junko Althaus.

    Nun.
    So mancher vermißt hier etwas, das ich „Schwellenbewußtsein“ nennen möchte: das Bewußtsein, daß man einen „Raum“ betritt, in dem man - sowohl bei sich selber als auch bei allen anderen - einer „inneren Stille“ sicher sein kann, so wie sie früher (als noch keine Touristenhorden hindurchgeführt wurden) ganz selbstverständlich in einem Tempel, einem Dom, sogar auch in der kleinsten Kirche geherrscht hat.

    Manche Menschen sind nun einmal nur in einer solchen Atmosphäre dazu bereit, über Dinge zu sprechen, die ihnen heilig sind.
    Auch wenn, wie Beuys sagt, die Mysterien heute im Hauptbahnhof stattfinden - nicht alle Menschen wollen mit ihrem innersten Heiligtum auf den Bahnhof ziehen. Ich kann das sehr gut begreifen.

    Wer sich für das Allerheiligste in einem Menschen interessiert, hat die Schwelle zu achten, die dieses Allerheiligste vom Alltag trennt.

    Junko Althaus teilt in ihrem Blog sehr viel aus ihrem Inneren mit, sodaß es jedermann lesen kann, ganz ohne eine „Schwelle“. Manche dieser Texte (zum Beispiel dieser und dieser) berühren auch die Frage, die Du ihr oben gestellt hast.

    Auch wenn ich persönlich einige ihrer (vor allem der neueren) Texte problematisch finde: ich respektiere es zutiefst, daß sie ihre Zeit nicht hier an unserem „Stammtisch“ verbringen will.

    Herzlichen Gruß,
    Ingrid

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  35. Manfred, schau dir diesen Satz noch mal an:
    Transpirationen des allzu Persönlichen. Wir können dennoch sehr gerne persönlich und intensiver werden im privaten mailaustausch!
    Aber ich kenne das gut, was du oben meintest mit dem Gesehen-werden, am Ball, im Gespräch bleiben usw. Viele Leut unserer Generation haben darunter gelitten, dass man nicht oder wenig mit einander spricht oder allein gelassen wird mit dem was einmal angefangen wurde o.ä. - ja, das alles irgendwie oberflächlich zu sein scheint usw. Ja, das mit dem Husten finde ich lustig und plausibel, stimmt auch ;-)

    Frau Althaus sehe ich allerdings nicht als Prominenz, zu der ich über Gebühr aufblicken müsste oder sollte, auch andere Autoren nicht, es sind doch Menschen wie du und ich, mit all ihren Vorzügen und Schwächen und Eigenheiten...ich schaue zum Menschsein auf. Und wenn sie nicht antworten mag, dann ist das eben so. Vielleicht zwingt es einen ja auch, mehr inne zu halten, vorrübergehend still zu werden, wo sonst übermäßige Wortwechsel und endlose Gebilde entstehen würden, die niemanden befrieden auf Dauer? Aber vielleicht mag sie ja auch keine Kritik oder ist sehr empfindsam oder gar empfindlich, wer weiß das schon.
    Ich denke aber, sie weiß es, wenn es gut ist ;-)

    lg

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  36. Steffen, ich verstehe diesen Satz spontan -- "Transpiration...", allerdings hat er zwei Seiten und wenn Du mich hier ansprichst und anscheinend meinst ich gehöre zu den Ausschwitzern solltest Du meine Frage nochmals lesen, ob Steiner persönlich gelitten habe an seinem oder mit seinem Selbst. Und ob Du es nun glaubst oder nicht, so persönlichen oder privaten Austausch suche und brauche ich gar nicht, denn ich bin schon der Ansicht bezogen auf mich, dass ich mich zwar persönlich aber um der "Dinge" wegen für etwas einsetze. Ich gehöre allerdings auch nicht zu denen, die meinen, indem sie sich rar machen es ihren "Wert" steigert oder es sogar ein Ausdruck eines Wertes ist. Aber vielleicht habe ich auch übersehen und es ein wenig falsch eingeschätzt, dass es nämlich wie Ingrid sagt, sich hier wohl doch eher um einen Stammtisch handelt, sorry Michael, ich habe das immer anders erlebt und tue es eigentlich auch weiterhin.

    Und was die Prominenz betrifft, ich hatte sie in "--" gesetzt. Und was Frau Althaus betrifft, bin doch ich hier der Einzige, der sie verteidigt hat und ich stehe immer noch zu dem, was und wie ich es oben gesagt habe. Es kommt nämlich sehr stark darauf an WIE man WO hineinsieht, um für sein Denken etwas zu erhalten, das man dann als ein richtiges Licht empfängt und auch so erlebt.

    Liebe Ingrid, ich verstehe ebenfalls sehr gut was Du mir gesagt hast, allerdings das mit der Schwelle sehe und "interpretiere" ich dann doch noch ein wenig..., ja vielleicht aktueller, denn jene Schwelle wie Du sie andeutest, denn eigentlich, hier in der Realität, gibt es sie gar nicht mehr, der einzige Grund, warum man sie noch glaubt zu bemerken, ist die Furcht, die allerdings respektiere ich auch. Wir stehen bereits drin in jenem Raum, den die Schwelle markiert, deswegen wütet es doch hier so in der Welt, mal genau hinschauen, möglichst nicht mit dem "wissenschaftlichen" Blick.

    Und dann kommt noch hinzu dies merkwürdige Selbstverständnis heute im Hinblick auf "mein" (S(?))selbst, was so gern als individuell, selbst-ständig, ich-mach-das-allein-Drama daherkommt und und und.

    Ich gehe sogar so weit, dass das, was hier grad stattfindet (stattfinden könnte) etwas von einer kleinen "Weihnachtstagung" hat an der Steiner zugrunde gegangen ist, wegen all dieser "Ausschwitzer" und sich Sonstwieseher in ihrer tollen Individualität und "freien" "Denk"spur. "Oheim, was quälet Dich??--(!)" ist dran, damit dieser Raum hier mit Lebensluft geflutet werden kann, andernfalls ersticken wir ganz langsam und meinen das wäre richtig so.

    Ansonsten bedanke ich mich aufrichtig für eure Worte --

    Manfred

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  37. Danke Manfred für die vielen guten klaren Gedanken. Dieses Ausschwitzen bekam eine doppelte Bedeutung, die mir erst nicht auffiel. Ja, wir sind im freien Fall und es lähmt halt noch die Furcht dies zuzugeben. Ich erlebte den Dalai Lama als Fragenden, aber ehrlich in der Analyse. Es findet demnächst eine Tagung zu Kaspar Hauser statt, die Michaeli-Tagung in Köln.

    Leider ging eine Antwort oben verloren, wurde nicht veröffentlicht zu Deinem Hinweis auf die "mystische Tatsache", vielleicht technische Probleme. "Michael" gab uns ja viele Freiheiten und sie wurden früher von Dritten auch bewußt gestört, eine gewisse Zensur ist deshalb berechtigt, wenn sie den Inhalt als solches nicht betrifft. Ein Bekannter, ein Freund mit sehr individuellen Ansichten hat vor Monaten seinen "Abschied" kund getan und vor etwa 2 Wochen geschrieben, er habe noch einige Tage zu leben. Die "Schwelle" von der Du schreibst, wir erleben sie alle doch mehr oder weniger bewußt, doch wir verstehen uns noch nicht, das ist kein Mangel. Die Klarheit Deines letzten Beitrages ist wohltuend im Geistesraum. Junko Althaus hat auf ihrem blog nun klar hingestellt, was in der AAG so störend wirkte, es ist der "HaSS", wie ihn Ita Wegmann charakterisierte. Und er ist leider tatsächlich letzten Endes in Kuschelmanier zugedeckt worden und wird weiter zugedeckt. Meine Ehefrau hat mich immer genervt mit Ihrer Meinung, ich sei die Inkarnation von Nietzsche, sie hat es Herrn Willmann am Telephon erzählt, worauf er antwortete, Nietzsche sei sein Hauptstudium gewesen. Irgendwo sind wir doch in uns all diese Persönlichkeiten. Ich schrieb Herrn Saether direkt, denn die Verwendung seines Wortes "Gift" in einem Wort, hatte Junko Althaus veranlasst, hier zu schreiben, aber sie wollte keineswegs teilnehmen, an unseren Gesprächen. Ich persönlich gehe davon aus, wir sind viel weiter, als wir ahnen.......

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  38. 1. Wird wegen der Länge in zwei Teile getrennt
    Liebe Online-Freunde, zunächst möchte ich mich entschuldigen, dafür, dass ich am „Tisch“ nicht mehr erschienen bin, was ich gedacht hatte, und dann, dass dieser Kommentar so lang ist. Dann will ich Ernst danken, der mich in einer E-Mail kundgab, darüber, wie meine Ausführungen vor 12 Tagen zu solchem Betrieb führten, dass Junko Althaus vier Tage später sich meinen „Halb-Kritik“ entbot. Erst heute las ich alles, was in der Zwischenzeit hier erörtert worden ist. Da ich sehe, dass du, Junko, dich in den weiteren fruchtbaren Gesprächen auf diesem Gelände, demgemäß wie du es von anderen verlangst, nicht teilgenommen hast, weiß ich nicht, ob diese Antwort dich erreicht.

    Was ich in den 14 Jahren, die ich in Deutschland gelebt, gelernt habe, ist, dass man sich auf Deutsch logisch und konsequent ausdrücken muss. Gibt es nur ein kleiner Hauch von etwas Underliegendes oder Doppeldeutiges in einer Bemerkung, ist es sehr leicht, missverstanden zu werden. Etwas Ähnliches kommt auch im Schwedischen vor, aber im den norwegischen und dänischen Sprachen kann man solche „Untersätze“ mitklingen lassen und man wird verstanden.

    Trotz meinen Bemühungen zur Klarheit, verfalle ich jedoch ständig zu Äußerungen, die in allermöglicher anderer Weise verwertet werden, als es beabsichtigt war. Es war hier nicht meine Absicht, zu sagen, dass Junko Althaus mit dem, was sie auf ihrem Blog über ihre Forschung so freimütig vermittelt, offenkundig solches Material veröffentlicht, das „Streitgift“ sei. Ich erwähnte ihren Name in dem Zusammenhang, weil Michael in seiner Hauptpost auf sie hingewiesen hatte. Allerdings habe ich angenommen, dass einiges, was sie in der letzten Zeit über Karmaforschung geschrieben hat, im anthroposophischen Umfeld von Lesern so verstanden werden könnte, dass es durchaus zu weiteren Konfrontationen und unfruchtbaren Positionierungen führen würde.

    Bereits vor 13 Jahren ist mein Buch veröffentlicht worden über meine Überlegungen, wie man versuchen könnte, in den Fußtapfen Rudolf Steiners zu arbeiten, wenn es um das Karmathema geht. Hätte ich geahnt, welchen Aufruhr meine Ehrlichkeit bringen würde, hätte ich wohl einen anderen Weg gewählt, um meine spirituellen Erfahrungen und Erkenntnisse durchzuarbeiten. Dass sie solche gewaltigen Auseinandersetzungen und undienlichen Positionierungen wachrufen sollten, waren nicht zu erwarten auf der Grundlage der karmischen Hintergründe, die ich geschaut hatte. Nichtsdestotrotz habe ich mich entschlossen, mit meiner offenen Arbeitsweise (seitdem sind ja zwei weitere Bücher erschienen) fortzusetzen, obwohl von offizieller anthroposophischer Seite kein einziges positives Feedback über diese Bemühungen und Versuche gekommen ist.

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  39. 2.
    Wäre ich von irgendwelchen egoistischen Anlässen oder Meinungen in Bezug auf die Karmaarbeit in diesen Jahren getrieben worden, hätte ich am besten gänzlich gelassen, sich mit eigenen Erkenntnissen ins Rampenlicht zu stellen. Im Übrigen ist es den Anderen zu überlassen, zu prüfen, wie man erscheint, wenn man so etwas anbietet. Eine gewisse Selbstblindheit haben wir wohl alle. Ich leugne auch nicht, dass ich Schwächen habe, die ich zuerst anfangen kann, zu transformieren, sofern andere helfen, dass ich sie erkenne. So möchte ich auch Manfred danken. Vielleicht hast du an mich gedacht, als du von „höflich“ sein und „Rücksicht nehmen“ schriebst.

    Auch dank an Ingrid – für deine klaren und artikulierten Begründungen vom 15. und 17. September im Zusammenhang mit Junko Althaus. ”…der Tonfall, in dem beispielsweise Sie solche Artikel verfassen, ist nicht geeignet, mir dieses Vertrauen einzuflößen.” Dieser Satz wiedergibt genau, was ich anfangs sagen wollte. Es geht also mehr um die Art und Weise und nicht um die Inhalte oder um Meinungen. Auf der anderen Seite bringt es nichts, mich als „Experte“ in Bezug auf das Karmathema zu bezeichnen. Ich bin kein Spezialist und gehöre nicht zur „Prominienz“. Ich habe einige Erfahrungen in diesem Bereich, die ich mit anderen teilen möchte, sofern ein gegenseitiges Interesse entsteht. Ich habe im Laufe der Jahre versucht, mich anderen Anthroposophen zu nähern und die Zusammenarbeit mit einer Menge von Menschen zu suchen, die innerhalb der anthroposophischen Esoterik aktiv etwas mit entwickeln wollen, aber oft strandete eine Weiterarbeit an die Egos – die Doppelgänger –, die miteinander in die Fehde kamen. Außerdem sehe ich ein Hauptpunkt im Zitat von Steiner, das Ingrid brachte:

    „Es wirkt ja natürlich so vielfältig, als es Menschen auf Erden gibt. Die karmische Gestaltung ist durchaus individuell. Man kann also nur, wenn man auf das einzelne eingeht, eben in Beispielen sprechen.“
    (GA 235, Vortrag vom 8. März 1924)

    Das meiste, was ich als Beispiele (auch alles über mich in meinem ersten Buch) veröffentlicht habe, folgt dieser „Regel“ vom Individuellen. So verstanden, würde ich behaupten, dass es unmöglich ist, eine Methode der Karmaforschung zu entwickeln, welche jemand anderen als man selbst anwenden könnte. Die Methode liegt in der individuellen Vorgehensweise, die selbst eine karmische Basis hat. Rudolf Steiners Anthroposophie kann auch nur „fortgesetzt“ werden, wenn solche einzelnen Beiträge präsentiert werden, auf die sich andere beziehen könnte. Wenn wir über „die Philosophie“ sprechen, meinen wir allerdings alle unterschiedlichen individuellen Beiträge, die Philosophen seit Thales von Milet erschaffen haben. „Die Anthroposophie“ in 1000 Jahren wird die Beiträge einschließen, die alle „Anthroposophen“ seit Steiner als der erste Anthroposoph vorgebracht haben werden. In dieser Hinsicht gesehen, wäre eine Entwicklung von Anthroposophie möglich.

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  40. Lieber Jostein,

    wie schön, daß Du Dich nochmal zu Wort gemeldet hast - ich freue mich sehr über das, was Du sagst.
    „So verstanden, würde ich behaupten, dass es unmöglich ist, eine Methode der Karmaforschung zu entwickeln, welche jemand anderen als man selbst anwenden könnte.“
    Ja. Das ist mir unmittelbar nachvollziehbar.

    „Es geht also mehr um die Art und Weise und nicht um die Inhalte oder um Meinungen.“
    Auch hier stimme ich Dir zu.
    Ich habe mich in den letzten Tagen viel mit dem Thema beschäftigt und komme vorläufig zu folgendem Ergebnis:

    Freilich wird man sich bemühen, eine Schulfibel so zu gestalten, daß Geschichten drinstehen, die die Kinder interessieren, die sie gern weiterlesen wollen.
    Aber man bleibt doch später nicht dabei, diese Geschichten wichtiger zu nehmen als das, was man daran eigentlich lernen kann: nämlich Lesen und Schreiben, und Grammatik und Aufbau der Sprache...

    Ist es nicht ebenso mit dem. was Rudolf Steiner in seinen „Karmabänden“ mitteilt?
    Sollte „Karmaforschung“ nicht vor allem bedeuten, ein „Organ“ für die „Grammatik“ des Karma zu entwickeln, damit wir in Zukunft bewußter damit umgehen können?

    Bezogen auf die Geschichte der AAG:
    Ich halte es nicht für sinnvoll, in der Schmutzwäsche der Vergangenheit herumzuwühlen mit dem Ziel, einen oder mehrere „Schuldige“ ausfindig zu machen. Darin erblicke ich, ebenso wie wohl Du, nur neues „Streitgift“ (in dem Sinne, daß es „durchaus zu weiteren Konfrontationen und unfruchtbaren Positionierungen führen würde“).

    Ich kann mich auch nicht davon überzeugen, daß wir Heutigen irgendetwas „unternehmen“ könnten, um karmische Verstrickungen aus der Vergangenheit anderer Individualiäten zu „lösen“. Daher halte ich es auch nicht für sinnvoll, anderen Menschen zu sagen, was sie in Bezug auf karmische „Reste“ aus der Vergangenheit „falsch machen“.

    Wenn wir selber in irgendeiner Form damals beteiligt gewesen sein sollten, dann wird unser ur-eigenes Schicksal die ganz individuelle Gelegenheit zu einer solchen „Lösung“ bieten - und zwar selbst dann, wenn uns keine Einzelheiten aus unseren vergangenen Erdenleben bewußt wären.

    (Fortsetzung folgt)

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    1. Liebe Ingrid,

      eine fast phantastische Umschreibung von Erkenntnisbemühung - ich bin z. B. immer noch der Ansicht, um verzeihen zu können muss man auch was wissen und Frau Althaus trägt hierzu was zusammen. Liest man es dann in einem solchen Sinne kann ich beim besten Willen keine "Gifte" erkennen. Es sei denn irgendwelche persönlichen Schichten lenken etwas um - -.

      Was mich wirklich geistig fast "böse" werden lässt, wenn man Klarheit weichredet. Da würde dann ich "Gifte" erleben.

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    2. „So verstanden, würde ich behaupten, dass es unmöglich ist, eine Methode der Karmaforschung zu entwickeln, welche jemand anderen als man selbst anwenden könnte.“
      Ja. Das ist mir unmittelbar nachvollziehbar.

      Ach nee, Ingrid und auch Jostein natürlich. Letztlich ist alles persönlich wenn man es "richtig" machen will, aber dennoch gibt es genau deshalb und dafür etwas, was man durchaus als methodisch bezeichnen sollte, ja sogar müsste.. als fruchttragendes Bindeglied nämlich auf dem Wege zu einer gesunden Ent-Wickelung, den Pfad, den man aufnehmen muss, um mit und an sich selbst etwas zu bewirken, was dann auch heilsam sein wird.

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    3. "Ich halte es nicht für sinnvoll, in der Schmutzwäsche der Vergangenheit herumzuwühlen mit dem Ziel, einen oder mehrere „Schuldige“ ausfindig zu machen."

      Wer sagt denn, dass das ihr Ziel sei???!! WER?? Ausserdem ist es keine "Schmutzwäsche" - es sei denn man macht eine daraus - wenn man aufzuzeigen versucht wieso, warum, wodurch menschliches Umsetzungsbemühen für einen grossen Keim "daneben" gegangen ist.

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  41. (Teil 2)

    Viel wichtiger, als den Irrwegen anderer Menschen nachzuspüren, finde ich es, die Erkenntnisse zu achten, bei denen diese Individualitäten am Ende ihrer damaligen Erdenleben angelangt waren.
    Die folgenden Zitate entnehme ich dem 2. Band der Dokumentation „Wer war Ita Wegman?“ von Emanuel Zeylmans van Emmichhoven:

    Am 12. Dezember 1942 veröffentlichte Marie Steiner im „Nachrichtenblatt für Mitglieder“ einen Aufsatz, in dem es unter anderem heißt:
    »Wir stehen als Gesellschaft vor der Frage von Sein oder Nichtsein. ... Doch es geschehen noch Wunder. Sie geschehen, wenn die moralische Substanz eine so starke ist, daß sie das Wunder rechtfertigt. Was können wir tun, um unsere moralische Substanz zu retten?
    Wir können verzeihen! Jeder kann dasjenige verzeihen, was ihm zu verzeihen obliegt. Wir können das Vergessenswerte vergessen, nicht im alten, uns zugefügten Unrecht kramen. Wir können einen Strich machen unter all die alten Geschichten, die uns zermürben und denen wir, sofern wir jung sind oder abseits leben, nicht mehr in der Lage sind, auf den Grund zu blicken. Wir können uns an das Wort halten: Was fruchtbar ist, allein ist wahr. - Wir müssen wieder zusammenarbeiten können, in Eintracht und ohne Ausschluß der uns antipathischen Menschen, - keinem, welcher der Sache und Rudolf Steiner treu ist, die Mitarbeit verwehrend; nicht uns abschließen und verrammeln vor denen, die geistige Erkenntnis suchen, wie nur Rudolf Steiner sie geben kann; nicht die suchenden Seelen zurückstoßen, deretwegen er den Weg des Martyriums bewußt gewählt hat: aus Liebe zur Menschheit, zur ganzen irrenden Menschheit. Liebe wurde in ihm Erkenntnis, - und kann es einst in uns werden, wenn wir diesen Weg betreten.«


    Ita Wegman dankte Marie Steiner in einem persönlichen Brief für diese Worte, die »einen tiefen Eindruck auf mich gemacht“ haben, und die sie »groß und zukunftsvoll« nennt (der ganze Aufsatz Marie Steiners mitsamt der kurzen Antwort Ita Wegmans findet sich auch hier, S 119 f).

    Und einige Tage vor ihrem Tod sagte Ita Wegman, mit Bezug auf Marie Steiner:
    »Die Tragik ist mit diesem Leben beendet. Es steht nichts mehr zwischen uns, was einem zukünftigen gemeinsamen Arbeiten für Rudolf Steiner im Wege stehen würde.«

    Das möchte ich respektieren - und versuchen, daran weiterzubauen, anstatt diese Fundamente wieder einzureißen.


    Lieber Jostein, und zum Abschluß möchte ich Dich noch einmal fragen, wie Du den Christus als „Herrn des Karma“ begreifst.

    Herzlichen Gruß,
    Ingrid

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    1. Dank für die wertvolle Recherche, die eine ganz andere Sprache spricht als die Behauptungen und emotionalen Einlassungen von Frau Althaus.

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    2. "aus Liebe zur Menschheit, zur ganzen irrenden Menschheit."
      Diese Aussage zur "ganzen irrenden Menschheit" ist so überwältigend, da kann, weil es das Schicksal so wollte, auf dem Steinsitz des Albertus Magnus ich zu sitzen kam (Krypta Regensburg während Gottesdienst) - letzte Inkarnation vor Marie Steiner - nur etwas "Katholisches" zum Ausdruck kommen. Nicht der erkennende Mensch, sondern der von Anfang an sündenbeladene Mensch wird angenommen, der ständig irrende Mensch, wo dann nur Steiner der Heilsbringer ist, so der Ton von Marie Steiner. Ist das der Stolperstein der Anthroposophen, diese in sich selbst verwundene esoterische Logik.
      Ich kann mich in die Seele von Junko Althaus einfühlen.. ..wie sie aus dem Osten kam, der Sehnsucht, des Suchens, dann der Schlag ins Gesicht, Japaner hätten nach Aussage Steiners kein "ICH", was ihr ins Gesicht gesagt wird. Fast will sie umkehren, nach Japan zurück, doch offensichtlich gibt es Schicksalsmomente, die sie in Europa bleiben lassen, bis hin zu einer Heirat. Sie ringt mit Steiner, erkennend, gibt an, sie nimmt auch hellsehrisch Dinge wahr und gibt nun für Michaeli 2012 eine Prophetie bekannt, die für sich interessant ist und die Frage entstehen muß "flunkert" Frau Junko Althaus, schaut sie Dinge, welche sie veröffentlicht um zu blenden, oder hat sie tiefer in das Karma des "Goetheanum" geschaut. Natürlich dürfen "wir" sie fragen, wann gibst Du uns das bekannt, was Du andeutest, oder wird sich etwas ereignen, warum sprichst Du davon, machst die Menschen irgendwie "heiß". Das Suchen nach Erkenntnis in der Vergangenheit ist notwendig, der Schlüssel für die Zukunft, damit Grundlage für die Gegenwart. Lieber Michael, die "Einlassungen von Frau Althaus" erlebe ich als tiefe Sehnsucht nach Wahrheit, eine Seelenglut die ringt. Verzeihen um des Verzeihenswillen ist gar nicht so gut. Als Herr Theodor Willmann mit mir über Frau Clara Kreutzer sprach, da sagte er mir, ich solle sie in Ruhe lassen, denn ich hatte auf meine Art mit ihr geistig gerungen, Herr Willmann hat von sich aus das angesprochen, also irgendwie esoterisch das mitbekommen. Ich sprach später mit Frau Kreutzer, entschuldigte mich für mein Verhalten. Sie antwortete nur, mit einer Handbewegung, das sollen die Götter richten. Frau Althaus hat im Priesterseminar den sehr alten Herrn Willmann 1997 sprechen hören, vor den Seminaristen. An ihm hat sie das erlebt, beim Sprechen, was wir innerlich mit Steiner verbinden, wenn wir die Worte von Marie Steiner verinnerlichen. Diese Treue zur Anthroposophie, mit all ihrem Karma, ist die Treue zur Wahrheit und diese ist für mich im Bemühen von Frau Althaus erlebbar, wahrnehmbar.
      "Der Verlust sei Gewinn für sich", so ein markanter Spruch von Steiner.

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    3. ... welche wertvolle Recherche, Michael, oder bin ich erblindet? Habe ich was übersehen?

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    4. ... wie wäre es z. B. mal damit Scaligero zu verzeihen?

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  42. "Der Verlust sei Gewinn für sich", so ein markanter Spruch von Steiner."

    Lese erst jetzt den öffentlichen Brief an Frau Glöckler, die mir ja persönlich wegen Christus schrieb und nun nach Angaben von Frau Junko Althaus auf ihrem blog eine esoterische Klassenstunde erweiternd einrichten will. Insofern ist doch das Bemühen von Frau Althaus, unabhängig eventuell zu findender Emotionalität in ihrer Sprache, für die Gegenwart, für das Geschehen auf dem Dornacher Hügel erhellend, aus Sicht der Vergangenheit. Wer kann wagen eine II und III "Klasse" einzurichten, am Goetheanum. Wer ist der "Lehrer" der Klassen. Wird da der Menschheit etwas vorgegaukelt, ein tieferer Sinn der Weihnachtstagung, die Rudolf Steiner wiederholt als gescheitert ansah. Ich hatte ja berichtet, zerriß 1973 öffentlich im "Speisehaus" unterhalb des Goetheanum während der "Michaelitagung" den Mitgliedsausweis, da äußeres Zeichen nicht mehr die geistige Mit-gliedschaft erweisen kann. Viele Feinde der Geisteswissenschaft werden gezielt in der AAG eingetreten sein, eine Patenschaft kann da nicht schützen. Neugierig, ohne diese Neugierde geht es nicht, kann man/frau sein, was Frau Junko Althaus geistig schaute und sie wird es einlösen, einlösen müssen, da sie ihr Schauen so öffentlich machte, sie hat sich verpflichtet und wird sich daran messen lassen, viel Zeit kann da auch nicht verstreichen.

    Es macht mir nun wir-kl-ich Freude geistiges Mitglied zu sein, ohne Ausweis, dafür mit viel, viel Einsatz......

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  43. Lieber Ernst, ich denke auch die echte Karte hat man in sich ---

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    1. Für diffuse Selbstgefühle mag das reichen. Aber sonst ist man entweder Mitglied (trotz alledem), oder man ist es nicht. Man geht ein Verhältnis ein, kein Bekenntnis, kein Glaube. Aber das Verhältnis hat man nur, wenn man es auch eingeht.

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  44. "Aber das Verhältnis hat man nur, wenn man es auch eingeht."
    Ist intimer als eine EhE, das Verhältnis und nur "Scheidung" Ausschluß durch den Vorstand, oder Austrittserklärung beendet das Verhältnis.
    Danke für die Klarstellung.

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  45. ...und ein echtes Verhältnis, wo hat es seine Wurzeln? Bei mir hat es was mit der Beziehung zu Steiner zu tun und dem, wo er hinschaut. Und dass er es nicht allein umsetzen kann, deswegen mag ich ja auch keine Egoisten. Bist Du jetzt auch Mitglied geworden oder worauf möchtest Du Dich nicht einlassen?

    Wenn man die Klassenstunde betritt, bei uns ist es zumindest noch so, muss man immer die blaue Karte vorzeigen, sonst lassen sie Dich nicht rein obgleich sie einen bereits Jahre kennen. Deswegen gehe ich DA nicht mehr hin.

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  46. Lieber Manfred,
    „Ach nee, Ingrid und auch Jostein natürlich. Letztlich ist alles persönlichich...“
    Ich kann natürlich nicht für Jostein sprechen - aber mich hast Du mißverstanden, wenn Du glaubst, ich spräche hier von einer bloß „persönlich-subjektiven“ Angelegenheit.
    Nein. Sondern ich verstehe das, wovon Jostein spricht, durchaus als eine Methode, die Erkenntnisse und nicht bloß Meinungen ermöglicht. Die sich aber dennoch nicht wie eine fertig entwickelte „Technik“ an andere Menschen weitergeben läßt.

    Lieber Ernst,
    „Verzeihen um des Verzeihenswillen ist gar nicht so gut.“
    So wie ich die Worte Marie Steiners begreife, geht es ihr weder um „Verzeihen um des Verzeihens willen“ noch um „Katholisches“ noch auch um Vergebung etwa im Sinne von Ho’oponopono, sondern um ein ganz konkretes, persönliches Verzeihen mit dem Ziel, dadurch in Zukunft ein neues Miteinander zu ermöglichen.
    Ita Wegman scheint diese Worte jedenfalls so verstanden zu haben - sie hat Marie Steiner dafür gedankt und die „Tragik“ als mit diesem Erdenleben beendet angesehen. Und M. P. van Deventer, die davon berichtet, setzt hinzu: »Von da ab war ihr Blick nur noch auf die Zukunft gerichtet.«

    Es ist mir einfach wichtig, daß diese Sätze nicht in Vergessenheit geraten neben allem anderen - jetzt kann sich jeder selbst ein Bild machen.

    Und ich will das alles nun nicht weiter kommentieren.

    Herzlichen Gruß,
    Ingrid

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  47. Liebe Ingrid,

    das Verhältnis von Ita Wegmann zu Marie Steiner mag ja zwischen den beiden wieder i.O. sein, aufgrund von Verzeihen wahrscheinlich, aber es geht ja nicht nur um deren Verhältnis, wie immer es auch gewesen sein mag, sondern darum, dass durch ihr Verhältnis etwas an dem was auch über sie gelaufen ist eine andere Richtung entstanden ist oder erst gar nicht zustande gekommen ist, so verstehe ich das zumindest und DESWEGEN ist es schon wichtig das vermeintlich Althaus´sche "Gift" zu verdampfen, um besser, klarer und vor allem tiefer erfassen zu können, was seinerzeit hätte besser laufen können und vor allem warum und wofür.

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  48. Lieber Manfred,

    weiter oben meinst Du: „ich bin z. B. immer noch der Ansicht, um verzeihen zu können muss man auch was wissen und Frau Althaus trägt hierzu was zusammen.“.
    Also, erstens finde ich, das Verzeihen sollten wir denen überlassen, denen ein Unrecht angetan worden ist. Ich jedenfalls habe hier niemandem etwas zu verzeihen.
    Und zweitens ist es mir persönlich lieber, mich für solches „Wissen“ an belegbare Tatsachen zu halten - eben deshalb lese ich ja mit großem Interesse die beiden Bände, in denen J.E. Zeylmans van Emmichhoven so vieles zusammengetragen hat (und versuche, auch den dritten, vergriffenen, antiquarisch aufzutreiben).

    Ansonsten stimme ich Marie Steiner zu, die im weiter oben zitierten und verlinkten Aufsatz auch noch sagt:

    »Was in diesen letzten Jahrhunderten Bewußtseinserrungenschaft des Einzelnen sein konnte, muß nun allmählich von Gruppen, von Gemeinschaften erobert werden. Keine Aufgabe aber ist schwerer, denn eine Gemeinschaft ist eine fluktuierende Masse; sie wechselt beständig nicht nur ihr äußeres Antlitz, sondern auch ihr Innengesicht. Kaum hat die eine Menschenschicht durch Lebenskämpfe und Erfahrungen eine reifere Stufe der Bewußtseinsvertiefung erlangt, so drängt die nächste Generation, oder solche, die früher abseits standen, als Nachschub heran, der nun von neuem mit dem Sammeln von Erfahrungen zu beginnen hat, und der dadurch den schon errungenen Reifezustand auf eine frühere weniger reife Stufe zurückdrängt. Wenn alte Probleme vor diesem jungen Nachschub auftreten, so beurteilt, verurteilt er sie gern, ist schnell fertig mit dem Wort – doch fehlen meistens die nötigen Unterlagen für die Urteilsbildung. In komplizierten Fällen hat er auch gar nicht die Möglichkeit, sie zu erlangen. Er ist auf das ihn umschwirrende Gerede angewiesen, und dieses hat es in sich, daß es nicht nur wie Proteus die Formen wechselt, sondern auch die Substanz fälscht, die Tatsachen sogar oft in ihr Gegenteil verkehrt. Da sich die Konflikte im Laufe von Jahren und Jahrzehnten aufgebaut haben, geht ihr Sachlichkeitswert durch Sympathien und Antipathien und durch die Wunschnatur des Menschen verloren. Wer nicht von Anfang an wissend alles mitgemacht hat, wird bald in ein undurchsichtiges Gewebe verstrickt und sieht Gespenster, nicht Wirklichkeiten. Er tappt im Dunkel, die Wahrheit entzieht sich ihm.«

    Herzlichen Gruß,
    Ingrid

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  49. Lieber Manfred,

    "was seinerzeit hätte besser laufen können und vor allem warum und wofür."

    Hast du denn ansatzweise eine Antwort gefunden?

    Die 'Gift-Theorie' liegt vielleicht insofern nahe, damals wie heute, weil es doch auch um die Doppelgänger-Thematik bzw. um die menschlichen Schatten geht, über die man so ungern 'springen' - bzw. die man so ungern oder schwer erkennen (und empfinden) kann und mag. Insofern wäre natürlich ein offenes Gespräch hierüber sehr wichtig, aber nur wenn man vorbehaltlos und objektiv (das h. menschlich gesinnt) um eine gewisse Konstruktivität bemüht ist.

    LG

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    1. Lieber Steffen,

      ...das ist natürlich nicht einfach zu beantworten, aber man sollte nach meinem Empfinden wesentlich mehr und direkter miteinander umgehen. Ich erlebe noch viel zu viel von dieser neu errungenen individuellen "Freiheit" und dem inneren, teilweise neuGIERIGEN Autoritätsglauben. Dieses freiwillig (")unterwürfige(") sich wegsaugen lassen... . Und um dies im gesundenden Sinne zu stärken: "Oheim..." und "am seelisch-geistigen des Anderen zu erwachen..." und dann dreht sich wieder der Kreis durch den das Karma zermahlen wird, um aus diesem Sternenstaub dann einen Dünger zu erhalten, der uns geistig frisch hält.

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    2. Manfred, dein -

      "Oheim..." und "am seelisch-geistigen des Anderen zu erwachen..." und dann dreht sich wieder der Kreis durch den das Karma zermahlen wird, um aus diesem Sternenstaub dann einen Dünger zu erhalten, der uns geistig frisch hält."

      Schön gesagt :-)

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  50. Da die Frage gestellt wurde, „Kann es sich erweisen "Anthroposophie passt nicht mehr in unsere Zeit".“
    fiel (mir) später auf, „Zeit“ das passt ja zu der Tagung
    "ZeitZeichenZwölf - Identität der Anthroposophischen Gesellschaft"
    darin:
    „Es ist auch möglich, nur für einen Tag einen Raum zu belegen.
    Wichtig ist nur, dass Sie Mitglied der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft sind und nicht im Widerspruch zu ihr stehen.
    Möge es mit Ihrer Hilfe uns allen gelingen, zur "Identität der Anthroposophischen Gesellschaft" vorzudringen.“
    http://www.zeitzeichenzwölf.de/zweigleben-weltweit-mitmachen
    „Im Widerspruch“ signalisiert, als hätten die Veranstalter die Hoheit über das Wesen „Anthroposophie“, um diesen „Widerspruch“ gegebenenfalls festzustellen. Wäre es nicht klüger von „Opposition“ zu schreiben, weil das klar „Feindschaft“ benennt.
    Genügt es also nicht „Mitglied“ der AAG zu sein, um einen Raum zu mieten?! Mit obiger verpflichtenden inneren Erklärung wird „Geisteswissenschaft“ in ihrer Freiheit begrenzt, denn es könnte doch passieren, bei einer solchen Veranstaltung kommen Wahrheiten zu Tage, die ganz im Sinne der Forschungstätigkeit von Frau Junko Althaus…… und der Dornacher Auffassung, was Anthroposophie sei.
    Insofern, bei aller Vielfalt des Tagungsprogramms, hat die erste Einschätzung von Michael ins Schwarze getroffen haben. Bedenklich sind Spaziergänge auf den Spuren des „Albertus Magnus“ (also von Marie Steiner in ihrer vorhergehenden Inkarnation), ein Schelm, wer Böses dabei denkt, denn das führt doch glatt in die Krypta, wo einst Steiner mit seiner zweiten Ehefrau stand und ihr erklärte, was sie in einer früheren Inkarnation.. …die Katholische Kirche lässt grüßen…..

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    1. "Im Widerspruch"
      die fruchtbare Verbindung der websiten klärt nun, warum es tatsächlich "Widerspruch" heißen muß. Das Wort wird verständlich, durch die Aussagen aus dem Vorstand der AAG, Frau Michaela Glöckler, Worte, die Christian und Junko Althaus dankenswerterweise veröffentlichten.
      Wenn die Meinung, mehr oder weniger öffentlich, da in einer Zeitung, der Hausschrift der Anthroposophen verbreitet wird, der Vorstand des Goetheanums bekommt seine Weisungen direkt aus der Geistigen Welt, dann wird sogar der Papst überholt, der zwar Stellvertreter Christi ist, aber noch nicht behauptet, direkt seine Weisungen von Christus, oder Gott zu erhalten.

      Interessant ist, auch die erste Klasse ist dreifach unterteilt, wahrscheinlich auch die zweite Klasse.

      Was mich abstößt, durchaus auch am Plan Steiners, die anderen Klassen, sie sind ja esoterische Klassen, für die leitenden Anthroposophen aufzubauen und für den Vorstand eine exklusive Dritte Klasse. Mit Verlaub, meiner Meinung nach hat sich da Steiner total verhoben, das konnte nur schief gehen, vor allem wenn die ernstzunehmende Meinung Marie Steiners damals bestand, daß soz. lauter "Waschlappen" im Vorstand waren. Wir dürfen und müssen hier uns an dem Forschungsmaterial ausrichten. Dankbar bin ich dem Christian Rosenkreuz-Zweig in Hamburg, der die Aussage von Herrn Jakob Streit zur Weihnachtstagung veröffentlichte. Ich kann jetzt erst den manchmal schimpfend-anklagenden Ton eines ehemaligen AAG-Mitglieds verstehen, wie der Vorstand in Dornach bezeichnet wird. Dem schließe ich mich nicht an. Was war damals nur 1973 in Dornach los, als meine Person in den Kreis der Mitglieder trat, als eine Dame mich ansprach, sie wollte eigentlich die AAG verlassen, weil es in ihr keine Liebe gibt.... ist ja wiederholt bekannt gemacht worden. Fehlt der Mut des Vorstandes, endlich die Dinge, die zu bereinigen sind, aufzugreifen. Die "anklagende" Person schickte dieser Tage eine Rundmail mit der Veröffentlichung eines Buches über Steiner, über dessen Wirkung, Schatten, die Gefahr der Demokratie usw.. Ein dickes Buch über 400 Seiten. Welche Angst haben Dritte nur vor der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners, denn diese ist von der AAG zu trennen, hat seit der von Steiner als misslungenen Impuls charakterisierten Weihnachtstagung eben kein "Gefäß", im Sinne des Wirkens des Ätherischen Christusses. Dieser ist indviduell auf uns angewiesen, wie wir auf ihn.
      Die Klärung ist gut, wie Christian und Junko Althaus erhellen.
      Hat nichts mit der Karmafoschung zu tun, sondern klares, logisches Erfassen der Situation.

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    2. http://philosophie-der-freiheit.blogspot.de/2012/09/erkenntnis-dialog-zum-artikel-wurzelnd.html

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  51. "Was mich abstößt, durchaus auch am Plan Steiners, die anderen Klassen, sie sind ja esoterische Klassen, für die leitenden Anthroposophen aufzubauen und für den Vorstand eine exklusive Dritte Klasse. Mit Verlaub, meiner Meinung nach hat sich da Steiner total verhoben, das konnte nur schief gehen, vor allem wenn die ernstzunehmende Meinung Marie Steiners damals bestand, daß soz. lauter "Waschlappen" im Vorstand waren."

    Es entsteht nach Darstellung der Hintergründe (durch Ehepaar Althaus) zu den Impulsen von Frau Glöckler die berechtigte Frage, ob die dargestellten "Pläne" Steiners dem tatsächlichen Impuls Steiners entsprechen. Wollte Steiner das, was Glöckler ihm zuschreibt. Entbehrte Dornach nicht nur der Liebe, sondern herrschte dort die Lüge?! Offensichtlich. Immerhin konnte ich die Urne Steiners, geschmückt mit Rosen, dreimal persönlich rituell umrunden, als es noch den Urnenraum gab. Bin also meine eigene Nachfolge mit dem Geistesimpuls Steiners....

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