Rupert Spira über "reine Wahrnehmung" als Übung

Spira ist mir vor einiger Zeit von Rainer empfohlen worden. Seitdem lese ich den jungen, so sehr höflichen und sachlichen Mann gern und sehe gelegentlich auch auf YouTube Videos von ihm, meist Gespräche oder eine Art Vorträge. Wo man ihn nun spirituell verorten möchte, ist mir persönlich ziemlich egal, solange man das von ihm bekommt, was man gerne möchte, nämlich Qualität. Die Texte sind durchweg so angelegt, dass man sie nicht anders auffassen kann als mit einer erhöhten Aufmerksamkeit. Ansonsten wird man bemerken, dass die Worte zwischen den Zeilen für einen selbst verschwimmen. Die neueren Arbeiten Spiras erscheinen natürlich zunächst auf Englisch, es sind aber auch einige deutsche Bücher erhältlich.

In Bezug auf das genannte Thema gibt es von mir ein Link auf meine Kindle- Seite, so dass es möglich wird, mit einem elektronischen Lesegerät oder einer App das erste Kapitel des zitierten Buches umsonst zu laden:

"Now go again deeply into the experience of the ‘hand’ and the ‘table,’ or indeed any experience of the body or world. Is it not permeated by and saturated with awareness? Is there any part of the experience that is not one with awareness? Is there any substance present, other than awareness, in the experience itself? Take any experience, a thought, image, sensation or perception and explore it in this way. Take something that is supposedly hard, soft, loud, quiet, near, far, pleasant, unpleasant, something that seems to be ‘me,’ something that seems to be ‘not me,’ something internal, external, beautiful, ugly etc.....and explore it in this way."

Es geht darum, die "Eigenschaften" der Dinge und des eigenen Leibes so weit auszublenden, dass es zu einem Evidenzerleben kommt, in dem reine Gegenwärtigkeit als Seinsgrund erfahrbar wird. 

Kommentare

  1. Lieber Michael, freut mich, dass Dir Spira so gefällt, er ist einer meiner Lieblingsautoren.

    Man kann (wenn man will) ihn wohl am ehesten in die Advaita-Ecke einordnen - er hatte ja nicht nur einen entsprechenden persönlichen Lehrer (Francis Lucille), bei ihm gibt es auch eher wenige formale Übungs/Meditationsanweisungen (wie etwa bei buddhistischen Autoren). Spira gehört m.E. allerdings nicht zu den Lehrern, die, wie so häufig in dieser Szene, den Verstand grundsätzlich kritisieren oder gleich entsorgen wollen.

    Es gibt kaum ein Buch (wie "Bewusstsein ist alles") wo ich während des lesens den Eindruck hatte, die Erfahrung, auf die der Autor hinweist, mindestens zu berühren; in diesem Sinne ein reines Arbeitsbuch, ich hoffe, "Presence" wird irgendwann übersetzt.lg

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