Transzendent



Während der erste eisige Regen fällt, der endgültig die Kraft des vegetativen Jahreslaufs bricht, richtet sich die edle Rose auf, streckt sich und legt alles in den Duft einer schon etwas welken Blüte.

Und wirklich.

Gehen wir dem Duft nach, nur dem Duft und nichts als dem Duft: Dann entfaltet sich das ganze Jahr vor uns. Der Wind, die Wetter, die schwerbäuchigen Wolken. Die Sonne, erst lockend, dann Wachstum treibend, dann sich gegenläufig wendend, verdichtend und verzweigend. Die Blüte selbst, die Raum bildende, strenge, sachliche, schöne Form. Die Farbe, ein seiner Schwere enthobenes Grün. In diesem Rot sind wir seelisch vereint, von Schönheit berührt, denn in der Farbe kommt uns die Erde auf halbem Wege entgegen.

In ihrem Duft träumen wir, selbst transzendent geworden, der ihrer Schwere enthobenen Erde nach.

Kommentare

  1. Freude fühle ich beim Anschauen des Bildes und beim Lesen der Worte.

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    1. Danke. Freut mich und die Rose. Das Foto war praktisch "live". Sie ist wirklich eine Schönheit. Vielleicht magst Du mal pm schreiben?

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