Diese Nacht

Nacht aller Nächte, Nacht, deren Stille so tief ist, dass er von innen her leise zu läuten beginnt, ein Ton, verloren erst, kaum wahrnehmbar, aber dann die Weite erfüllend.

Kommentare

  1. Also ich habe mich mal wieder hinreissen lassen, am Nachmittag mit in die Kirche zugehen, eine ganz normale städtische Gemeinde, leider leider, hab es bereut. Bisher ist man wegen der Kinder gegangen unter dem Ökumenischen Gedanken usw usw
    Ich weiss nicht, welcher Geist sich einen solchen dürren Gottesdienst ausdenkt, vollkommen geistentleert, sinnlos, das fühlte man ja seit längerem und hat es unter dem Begriff Toleranz einfach mitgemacht. Diesmal war es anders.
    Nach einer halben Stunde standen mir ehrlich gesagt die Tränen in den Augen, die Umstehenden lächelten weil sie es für Rührung hielten, und ich wusste auch dass ich keinerlei Recht hatte und habe, den anderen ihre Freude zu nehmen. Ich hatte aber das zutiefst aus dem innersten Rückenmark kommende Empfinden dass aus dieser Art Gottesdienst nicht nur jedweder Geist, sondern auch die Seele entschwunden ist. Diese dürren Sandalenträgerliedchen, die grauen gelangweilten Gestalten, keiner von denen schien auch nur bemerkt zu haben dass ich in dieser gesamten Adventszeit trotz Radiohören (!) nicht ein einziges richtiges Advents- oder Weihnachtslied gehört habe, geschweige denn gesungen. Auf nichts kann man sich mehr verlassen. Aber wenn du es hinterher zur Sprache bringst, sind sie verletzt, man kann es unmöglich tun. Man kann es auch deshalb nicht tun, weil man nicht das Recht dazu hat.
    Das Dumme war, dass ich inmitten des Kirchenschiffs sass (mit Begleitung). Als irgendwann alle zur Kommunion vorgingen, habe ich mich so unauffällig wie möglich nach draussen geschlichen, das Gesicht voller Tränen, ich konnte auch die Viertelstunde im Auto draussen nicht aufhören. Ich möchte mal wissen, ob sich auf dieser Welt noch irgendjemand bewusst ist, was man mit dem was darin stattfindet, einem religiösen Menschen eigentlich antut.
    Ich kenne jedenfalls auf allen Seiten ausschliesslich Menschen, denen eine gute Messe nichts, aber auch gar nichts bedeutet, und die den Verlust überhaupt nicht wahrnehmen. Ich kann das nicht anders beschreiben, diese geistige Folter...
    Nie wieder, ich gehe da überhaupt nicht mehr hin, auch nicht an Weihnachten, und zwar deshalb weil ich es nicht mehr aushalte.

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  2. Ich muss denken eines Spruches von Angelus Silezius und an deine Name Kerstin....
    Auf hollaendisch wurde kerst-in christ-inne bedeuten

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    1. In einer Orgel müssen die vielen Pfeifen und die Register eine Einheit bilden. Klemmt es hier oder dort, ist eine Pfeife verstimmt, dann ist dies zunächst vielleicht nur für ein geübtes Ohr vernehmbar. Sind mehrere Pfeifen nicht mehr richtig gestimmt, gibt es Disharmonien, und es wird unerträglich. Das ist ein Bild für unsere Gemeinschaft in der Kirche. Wie in der Orgel eine berufene Hand immer wieder die Disharmonien zum rechten Klang vereinen muss, so müssen wir auch in der Kirche in der Vielfalt der Gaben und der Charismen immer neu durch die Gemeinschaft des Glaubens den Einklang im Lob Gottes und in der geschwisterlichen Liebe finden. Je mehr wir uns durch die Liturgie in Christus verwandeln lassen, umso mehr werden wir fähig sein, auch die Welt zu verwandeln" (Papst Benedikt XVI.).

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    2. Kann jemand mich erzaehlen warum Benedikt hier von geschwisterlichen spricht und nicht von bruederlichen was man (ich) also erwartete?

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    3. Weil er unter "Gemeinschaft in der Kirche" alle Gläubigen meint, ausgenommen die evangelischen.

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    4. Es ist wohl ein Zugeständnis an die „political correctness“, von „Geschwisterlichkeit“ zu sprechen statt von „Brüderlichkeit“ --- „geschwisterlich“ bedeutet wohl einfach, daß Benedikt sich mit seinem „wir“ nicht nur auf Männer, sondern auch auf Frauen bezieht.
      Selbstverständlich hier, innerhalb der „Kirche“, nur auf die „Rechtgläubigen“ --- Nichtchristen und auch die evangelischen Christen (der evangelischen Kirche sprach er, als er noch Ratzinger hieß, ausdrücklich die „Kircheneigenschaft“ ab, daher kann sie auch keine „Schwesterkirche“ sein) sind natürlich nicht inbegriffen in diesem „wir“.
      Auch hier in Österreich wird immer häufiger von „geschwisterlich“ gesprochen und immer seltener von „brüderlich“...

      Nicht nur in kirchlichen Zusammenhängen übrigens:
      Nach einem Vortrag von Gerald Häfner voriges Jahr, in dem auch von Rudolf Steiners Gedanken zur Dreigliederung des sozialen Organismus die Rede war, kam tatsächlich die Frage aus dem Publikum, warum er nicht lieber von „Geschwisterlichkeit im Wirtschaftsleben“ gesprochen habe statt von Brüderlichkeit... und ich habe mich sehr gefreut, als Gerald Häfner antwortete, er habe nicht im Sinn, die Frauen dadurch irgendwie zu diskriminieren, aber das Wort „Brüderlichkeit“ erscheine ihm einfach passender für das, was hier gemeint war.
      „Sprechen Sie es einmal aus, hören, schmecken Sie dem Laut, dem Klang nach, vielleicht empfinden Sie dann, was ich meine“ forderte er uns auf, und sprach mir damit so sehr aus dem Herzen, daß mir spontan die Tränen kamen – ich hatte schon nicht mehr damit gerechnet, daß es außer mir noch einen Menschen gibt, der das empfinden kann. (Und noch einmal freute ich mich, als Häfner nachher mit den Worten auf mich zukam: „Ich habe gesehen, daß Sie das empfinden können!“ :-)).

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    5. liebe Ingrid, darf ich nachfragen?

      IH: ""ich hatte schon nicht mehr damit gerechnet, daß es außer mir noch einen Menschen gibt, der das empfinden kann. ""

      Aus dem Verband des obengenannten kann ich nicht gut verstehen, was du mit dieser Aussprache meinst. Es kann doch nicht sein das es so schlecht mit der Menschheit bestellt ist?

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    6. ich verstehe es noch immer nicht, weil wenn ich nur etwas sehe und bemerke rundum den Pabst, Frauen gibt es dabei selten, nur als Publikum am Pietersplatz als devote Nonnen, aber weil ich nicht katholisch bin verstehe ich auch nicht was Liturgie in Christus gerade fuer ein Gemeinschaft des Glaubens bedeuten konnte.

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    7. Lieber Kees,

      :-) es gibt viele Menschen in meiner Umgebung, denen Dinge wie das „Binnen-I“ ungeheuer wichtig sind. Die sich, wenn sie Frauen sind, tatsächlich „diskriminiert“ fühlen, wenn jemand „man“ schreibt, die empört von einem Chorleiterlehrgang abreisen, weil er nicht ChorleiterInnenlehrgang heißt, und weil einer der Referenten es wagt, die Frage zu stellen: „Findet sich für dieses Stück ein Dirigent?“ --- das alles hat zur Folge, daß es nur mehr wenige Menschen zu geben scheint, die noch einen anderen Unterschied entdecken können zwischen den Worten „brüderlich“ und „geschwisterlich“, außer daß das erste sich der äußeren Form nach ausschließlich auf Männer zu beziehen scheint, während das zweite jede Art von Geschwistern meint, männliche wie weibliche.
      Für sehr viele Menschen ist Sprache heute offenbar etwas, das lediglich der Information und Kommunikation dient, so, als hätten die Menschen irgendwann vereinbart, zu einem pflanzlichen Gebilde mit Wurzeln, einem Stamm und einer Krone mit Blättern und Ästen „Baum“ zu sagen; als könnten wir ebensogut „Quaxi“ sagen, aber weil man sich vor langer Zeit (wie immer das auch geschehen sein mag) auf „Baum“ geeinigt hat, bleiben wir halt dabei...

      Da hat es mich zutiefst gefreut, als Gerald Häfner öffentlich für das Wort „Brüderlichkeit“ eintrat, weil es eben sehr viel mehr ist als nur die Bezeichnung des Verhältnisses zwischen männlichen Geschwistern.
      Ich denke an den Beginn des Johannesevangeliums:
      »Im Anfang war das Wort. Und das Wort war bei Gott. Und ein Gott war das Wort.«
      In dem Wort „Brüderlichkeit“ empfinde ich jedenfalls das „Göttliche“ sehr viel stärker als im Wort „Geschwisterlichkeit“.

      ---

      Oh. Nun lese ich Deinen letzten Kommentar und sehe, daß Du Dich ja gar nicht auf meinen kleinen „Exkurs“ bezogen hast mit Deinem Nachfragen:

      »weil wenn ich nur etwas sehe und bemerke rundum den Papst, Frauen gibt es dabei selten, nur als Publikum am Pietersplatz als devote Nonnen, aber weil ich nicht katholisch bin verstehe ich auch nicht was Liturgie in Christus gerade fuer ein Gemeinschaft des Glaubens bedeuten konnte.«

      Also, ich bin zwar auch nicht katholisch, aber dennoch ziemlich sicher: mit den vielen Pfeifen und Registern der Orgel, die eine Einheit bilden und von „berufener Hand“ zum „rechten Klang“ vereint werden müssen, meint Benedikt nicht nur die Männer, die zu Priestern geweiht wurden, sondern alle (katholisch) getauften Menschen, die der (katholischen) Kirche angehören.
      Im übrigen beobachte ich seit Jahren, daß unter den Laien, die in einer Kirche mitarbeiten (und ohne die sehr vieles gar nicht funktionieren würde), oft sehr viel mehr Frauen sind als Männer...

      :-) Meinen „Exkurs“ lasse ich jetzt dennoch stehen... auf die Gefahr hin, daß mich jemand auslacht :-)

      Gute Nacht,
      Ingrid

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    8. Benedikts Sülze ist mir immer wieder unangenehm. Ich denke auch, dass mit den Pfeifen alle, Männer und Frauen, gemeint sind. Jede/r halt auf seinem Platz, wichtig in dem Falle scheint, sich an die vorgegebenen katholischen Noten zu halten. Eine Grundlage für die untergeordneten Stellung der Frau in der Kirche findet sich bekannterweise bereits bei Paulus, der den Christus im Kopf des Mannes ortet und da hat sich, so weit ich weiß, wenig verändert, auch wenn ein oberflächliches „geschwisterlich“ dazu kommt.

      Ich finde es interessant, wie Du Deine Eindrücke beschreibst, Ingrid. Dass „brüderlich“ auch etwas Warmes mittransportiert, das kann ich auch wahrnehmen. Und doch sehe ich es anders als Du. Ich bemühe mich, das „I“ nicht zu vergessen, auch wenn es manchmal sperrig daher kommt, weil ich das für eine Frage der Kultur halte. Auch wenn Religionen aus einem einseitigen patriarchalen Verständnis heraus gewachsen sind, bin ich der Ansicht, dass es längst an der Zeit ist, das zu berichtigen. Ich habe auch gehört, dass Steiner ein „Vaterunser“ für die Christengemeinschaft geschrieben hat. Solch ein Gottesverständnis ist für mich unverständlich. Wenn Jesus sich auf seinen Vater bezieht, dann ist dies für mich ein Ausdruck der damaligen Kultur.

      Ich erinnere mich an ein ZEN Wochenende, an dem ich teilgenommen hatte und den Versuch einer Teilnehmerin, darauf aufmerksam zu machen, dass in der Ausschreibung die weibliche Anrede fehlte. Ein anderer Teilnehmer meinte darauf, dass die Natur des Geistes jenseits von weiblich und männlich sei. Nun, das mag auf der absoluten Ebene ja stimmen, auf der relativen Ebene, der dualen Ebene verhält es sich anders. Solange eine jahrtausend jährige Tradition der Erniedrigung des Weiblichen nicht die notwendige Wertschätzung erhält, halte ich ein Fortschreiten auf der absoluten Ebene für nicht möglich. Die Frau meinte, man/frau könnte sich doch aus Respekt die Mühe machen und differenzieren – da meinte der Andere: wozu soll ich mir die Mühe machen und setzte sich wieder hin zu seinem ZEN-Ding.

      Ich behaupte sogar, dass wir Frauen über ein gemeinsames, kollektives Bewußtsein dieser langen Tradition der Erniedrigung verfügen. Auch wenn ich heute nicht die Empfindung habe, in meinem persönlichen Leben unterdrückt zu sein, so habe ich doch Anteil an dieser gelebten Geschichte.
      Dasselbe, denke ich, gilt auch für den Mann.

      Ich finde es sehr wichtig, eine neue Geschichte zu schreiben.

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    9. Liebe Friederike,
      es ist halt so: wenn man dasjenige zurückweist, was die eigene Kultur hervorgebracht hat, entsteht dadurch eine Lücke, die durch nichts anderes auszufüllen ist. Für mich ist schwer zu verstehen, wieso man denn auf die Traditionen von anderen zurückgreifen muss. Natürlich sind das auch Wege, gute Wege, zur Befreiung des Geistes. Und dass natürlich alle Menschen ungeachtet ihrer Herkunft weise sein, Lehrer sein können, steht ausser Frage.
      Nun gibt es ja diejenigen, die einfach politisch korrekt eine "Göttin" anbeten, die sich als weibliche Trinität zeigt. Emil Bock hat dazu im Büchlein "das dreifache Mariengeheimnis" etwas geschrieben. Es gibt eben eine besondere Note, ob du Gott als "Die Mondin" finden willst, oder ob es sich um eine Sonnen-Gestalt handelt. Die Begriffe müssen stimmen, damit das Neue Testament eben richtig gedeutet werden kann. Er erklärt in dem Büchlein auch, warum es nicht einfach eine weibliche Trinität neben der männlichen gibt, sondern darum, wie bei dem Vorgang der Inkarnation weibliches auf männliches Geistiges folgt und dann Irdisches und das ineinander Verwobensein der Begriffe.
      So hast du auch eine Möglichkeit durch den christlichen Weg Alte Wege zu begreifen, gleich von welchem Fleck der Erde sie ausgehen.

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    10. Liebe Friederike,

      »Dass „brüderlich“ auch etwas Warmes mittransportiert, das kann ich auch wahrnehmen.«
      Darüber freue ich mich. Danke, daß Du das mit-teilst.
      „Brüderlich“ transportiert auch für mich etwas Warmes, Menschliches und dabei ganz Klares, Deutliches --- etwas, das ich mir für unser aller Umgehen miteinander wünsche, ohne daß es darauf ankommt, ob man nun ein Bruder ist oder frau eine Schwester...

      Ich begreife natürlich, was Du zur patriarchalen Geschichte sagst, und zu der Notwendigkeit, eine neue, andere Geschichte zu schreiben.

      Das Binnen-I mag ich nunmal nicht, das vermeide ich daher nach Möglichkeit – aber selbstverständlich füge ich die weibliche Form hinzu, wenn ich den Eindruck habe, jemand könnte sich sonst nicht eingeschlossen oder sonstwie in ihren Gefühlen verletzt fühlen.
      Aber ich tu es nicht gern. Denn ich würde die neue Kultur, die neue Geschichte sehr viel lieber auf andere Weise schreiben als gerade mithilfe von weiblichen Endungen an den Substantiven.
      Ich finde nämlich, dadurch wird die Aufmerksamkeit unterschwellig gerade auf das gelenkt, was eben nicht (mehr) die Hauptsache sein sollte: die Frage, ob der Mensch, den man vor sich hat, weiblich oder männlich ist.
      Ich persönlich werde lieber als Mensch angesehen, ganz unabhängig von meinem Geschlecht (;-) es sei denn natürlich, es geht um Dinge, bei denen es gerade auf dieses Geschlecht ankommt ;-)).

      Ich freue mich immer, wenn ich in einem englischen Buch Worte wie „friend“ lese, oder „teacher“ – und mit großer Selbstverständlichkeit bezieht sich der nächste Satz mit einem „she“ auf dieses Wort. Der neutrale Artikel „the“ schafft Raum für ein Verständnis dieser Substantive, das die bestimmten Artikel „der“ oder „die“ im Deutschen zumindest erschweren, wenn nicht gar verunmöglichen.
      Ich würde mir wünschen, daß wir hier im Deutschen ganz neue Wege finden... zum Beispiel, indem wir allmählich von der Gewohnheit abgehen, alles in Substantiven auszudrücken.

      :-) Vor kurzem nahm ich teil an einem Kurzworkshop zum besseren Sehen ohne Brille. Das letzte Seminar, das ich bei diesem Sehlehrer mitgemacht hatte, fand auf Englisch statt, da hatte er in einem bestimmten Zusammenhang von „God’s light“ gesprochen.
      Nun hieß es auf Deutsch „Gottes- oder Göttinnen-Licht“ --- :-) und ich war sofort abgelenkt vom Thema und malte mir unwillkürlich aus, wie er irgendwo von „Gottes Licht“ erzählt und eine oder mehrere Teilnehmerinnen sofort energisch widersprechen, weil sie es als Zumutung empfinden, daß die Gottheit männlich sein solle... ich fragte ihn nachher. Er bestätigte mir das in allen Einzelheiten und meinte „Für mich ist es fein, Gott oder Göttin, wie sie es lieber wollen, das spielt mir keine Rolle.“ – allerdings hatte sich auch schon mal eine Frau beschwert, als er in einer Einzelstunde vom „Göttinnen-Licht“ sprach... sie entrüstete sich, Gott sei Gott, und das müsse auch so bleiben! Und so fand er sich in Diskussionen verwickelt, die nicht das geringste mehr mit dem für alle Menschen gemeinten„Sehweg“ zu tun hatten, von dem er eigentlich hatte sprechen wollen...
      Ich machte ihm dann einen Vorschlag und freute mich sehr, als er am nächsten Tag einfach vom „göttlichen Licht“ sprach – damit können hoffentlich auch in Zukunft alle zufrieden sein, und es lenkt nicht ab vom eigentlichen Thema.

      Wenn ich Chorleitung zu unterrichten hätte, würde ich aufgrund dieser Überlegungen also nicht fragen: „Findet sich für dieses Stück ein Dirigent oder eine Dirigentin?“ oder auch umgekehrt „eine Dirigentin oder ein Dirigent?“, und schon gar nicht „ein/e DirigentIn?“ (denn wie soll man das aussprechen?) --- sondern ich würde diese Substantive überhaupt vermeiden und stattdessen fragen: „Wer möchte dieses Stück dirigieren?

      Herzlichen Gruß,
      Ingrid

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    11. Liebe Kerstin,

      es geht mir gar nicht darum, unsere Kultur (ich gehe davon aus, dass Du die christliche meinst)zurückzuweisen. Ich wende mich sehr interessiert (Dank der Anthroposophie) unserer/meiner Kultur zu und gerade deshalb weise ich einiges ganz entschieden zurück. Man KANN sich auch für eine andere Tradition interessieren, diese erforschen, was sehr bereichernd sein kann. Man/frau verliert dadurch nicht, sondern kann etwas gewinnen.

      Der Gedanke, eine männliche Trinität durch eine weibliche Trinität zu ersetzten oder eine solche (weibliche) neben die männliche zu stellen, liegt mir ganz fern. Das wäre ja genauso banal und einseitig.
      Es gab eine Zeit, da kamen verschiedene Bücher über die Göttin in der Frau heraus, und ich denke, da wurde etwas nach geholt, und es hat dem Selbstwert einiger Frauen einfach gut getan.
      Das mag ein Übergang sein.
      Wesentliches zu dem Thema Menschwerdung (androgyn),Geschlechter, Geschlechterteilung finde ich bei Steiner und ich stehe dazu sehr in Resonanz. Hier nur ein kurzer Ausschnitt aus der Akasha Chronik, den die meisten von euch wahrscheinlich kennen.
      „So sind Mann und Weib in der äußeren Gestalt verschieden; im Innern schließt sich bei beiden die seelische Einseitigkeit zu einer harmonischen Ganzheit zusammen. Im Innern verschmelzen Geist und Seele zu einer Einheit. Auf die männliche Seele im Weibe wirkt der Geist weiblich und macht sie so männlich-weiblich; auf die weibliche Seele im Manne wirkt der Geist männlich und bildet sie so gleichfalls männlich-weiblich.“
      Ich frage mich, warum und wie es denn dazu kam, dass aus diesem Zusammenspiel heraus ein Geschlecht anfing, Macht über das andere auszuüben, bzw. dass sich das eine über das andere erhöhte – weiß das jemand? Gibt es dazu Hinweise in der Anthroposophie?

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    12. Liebe Friederike,
      man erkennt leicht, dass sowohl die spirituelle und kulturelle Vielfalt als auch Geschlechtergleichheit Gebiete sind, an denen wir noch viel arbeiten werden. Man macht sich einfach erst seit so kurzer Zeit Gedanken darüber in unserem Sinne. Und es liegt daran, dass wir uns heute auf diesen Gebieten bewegen. Es ist ja auch nichts Statisch festes, sondern die anderen Spiritualitäten, Kulturen machen ja auch ihre Fortschritte, und auch die Männer beginnen ja, ihr Karma in dieser Hinsicht langsam abzuleben. Heute blicke ich auf einen glänzenden, vollen Mond hinaus.
      Um deine Frage zu beantworten müsste man die einzelnen Zeitepochen anschauen und deren Bedeutung...

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  3. Grüß dich lieber Kees,
    klar, das ist mein Name - Christina - Kerstin. Verrätst du mir Kees?

    "Das Licht der Herrlichkeit scheint mitten in der Nacht.
    Wer kann es sehn? Ein Herz das Augen hat und wacht."

    Schön dass du dich interessierst. Es war schon ein schöner Abend gestern, mit der Familie, aber was den Kultus angeht, ehrlich, ich lasse mich vielleicht noch für eine lateinische Messe im Münster erweichen oder Vergleichbares, vielleicht auch eine Christengemeinschaft, aber falls nicht erreichbar, bleibe ich lieber zu Hause, ich hab da mehr davon wenn ich mit euch rede oder etwas anderes Sinnvolles tue, ich meine, irgendwie muss man doch von Gott reden können, von Christus, als Christ-In...

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  4. Liebe Kerst-in.
    Ich war getroffen von der Empfundene Leere im vollen Kirche und wegen der Leere hatte ich den Spruch - wenn Christus tausendmal in Betlehem geboren waere,aber nicht in den Menschen,dann waeren sie noch verloren. Und da fand ich deine Name sehr treffend,deine Traene konnten gerade mit dieser Geburt zu tun haben.ich habe kein Dienst beigewohnt heute, sitze mit ein Buch von Bock. Zeischen Betlehem und Jordan auf dem Stuhl und vertiefe mich so in die Gedanken die dort geschrieben sind,deshalb vielleicht gerade auch diesenSpruch von Silezius, aber deine Spruch ist auch treffend und schoen.

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  5. Liebe Kerstin,

    auch ich bin sehr berührt von dem, was Du von Deinen heutigen Kirchenerfahrungen erzählst.
    Ich habe heute Früh ganz anderes erlebt - in einer katholischen Kirche: ich sang (selber nicht katholisch) das Sopransolo in Mozarts „Krönungsmesse“ und einiges aus Bachs „Weihnachtsoratorium“ und empfand die Gestaltung des Hochamtes (nicht nur, was die Musik betrifft) als sehr stimmig, weihnachtlich, zu Herzen gehend, christlich.
    Zum Glück erlebe ich das gar nicht so selten – und bin froh, daran teilhaben und mitwirken zu dürfen.

    Freilich kenne ich es auch anders, ähnlich, wie Du es schilderst. Auch ich werde dann sehr traurig und fühle mich allein in einer Schar von Menschen, die gar nicht bemerken, daß sie etwas Kostbares verlieren oder längst verloren haben...
    Ich versuche dann, in meinem Singen etwas davon auszudrücken, was ich empfinde.
    Und wenn nach der Messe auch nur ein einziger Mensch auf mich zukommt und mir dafür dankt, dann weiß ich, daß ich trotz allem an etwas mitgewirkt habe, für das es sich lohnt.

    Natürlich ist es als Sängerin sehr viel leichter, das eigene Mit-wirken zu bemerken.
    Aber ich bin überzeugt: nicht nur Gesang, sondern auch Gedanken sind Wirk-lichkeiten.
    Und indem wir einen Verlust empfinden, bilden wir gewissermaßen ein „Gefäß“, in dem das Verlorengegangene in geistiger Form bewahrt wird...

    Danke dafür, daß Du Deine Empfindungen hier mitgeteilt hast.

    Herzlichen Gruß,
    Ingrid

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  6. Der Verlust empfinden ist schon ein Gewinn, irgendwo in ein Spruch Steiners, danke fuer eure Beitraege hier.
    Herzlich kees

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    1. Grüß dich Kees,
      ja ich finde das auch. Daher möchte ich nochmal genauer beschreiben, dass es auch daher kam dass begriffen wurde, wie wenige wir eigentlich sind, die das Gnadengeschenk überhaupt erkennen. Natürlich ist das unser eigenen Wirken.
      Ich finde es äusserst bemerkenswert, wie man überhaupt eine schöne Stimme richtig trainieren kann z.B. Es ist ja nicht nur an Weihnachten so, sondern auch das ganze Jahr über, nur, an Weihnachten ist es überdeutlich.
      Ich kann dazu nur sagen dass ich es liebe zu singen. Während der Messe habe ich aus folgendem Grund aufgehört, es zu tun: die Lieder sind fast ausschliesslich für Sopranstimmen geschrieben. Warum, weiss ich nicht. Ich weigere mich einfach, mir die Stimme durch das Gekrächz zu verderben, dass ich hervorbringen würde. Ich bin mir auch ehrlich gesagt zu schade dafür, meine Stimme hat bessere Kompositionen verdient...
      Im Alltag brauche ich nicht zu singen, da wird man von allen Seiten mit Profimusik zugeballert. Also ist es völlig überflüssig, dass ich mich mit einbringe. Es wird gar nicht erwartet. In meiner ersten Wohnung als junge Frau habe ich einige Male selbst gesungen. Am nächsten Tag begegneten mir im Lift ein paar Nachbarinnen, kichernd zur Seite blickend. Seitdem singe ich auch in meinen eigenen vier Wänden nicht mehr. Die meisten Leute singen halt nicht mehr.
      Ich wollte ein paar Mal in meiner Biografie meine untrainierte Stimme wieder zum Klingen bringen, indem ich mich in einer Singgruppe oder Chor beteiligte. Gerade weniger gute Chöre meinen leider oft, einfach drauflossingen zu können. Ich bin gewohnt, vor jeder Sitzung wenigstens eine halbe Stunde Singübungen zu machen. Diese ist zwar scheinbar etwas langweilig, hat aber einen gewaltigen Effekt. Ganz ähnlich halt wie Bodybuilding für Muskeln.
      Ich habe keine Lust, mir durch das Singen mit einer untrainierten Stimme, die Stimme zu verderben. Ich habe auch keinerlei Freude daran, mir selbst mit krächziger Stimme zuzuhören.
      Diejenigen Leute, die mit einer schönen Stimme gesegnet sind und das Glück hatten so leben zu dürfen dass sie sie ausbilden konnten, verstehen sehr häufig mein Problem nicht. Ich kann nicht einfach einsteigen und sein wie sie. Es müsste sich jemand finden, der, von einer ausgeglichenen Lebenssituation ausgehend, so dass man eben regelmässig trainieren könnte, die Geduld aufbringt, ein regelmässiges, mehrfach pro Woche stattfindendet Singtraining durchzuführen. Erarbeitet werden muss (!) ein immer wieder zu singendes, ansprechendes Repertoire, damit Musik wieder im Alltag stattfindet und nicht wieder ins Nichts absinkt. Das Ganze dann noch darauf angepasst, dass dabei kein großer Star, sondern eben nur ich dabei herauskommt. Und das macht heute eben keiner mehr.

      Aber für weniger mag ich mich auch nicht mehr hergeben.

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    2. Liebe Kerstin. Nun viel ueber singen hab ich nicht zu sagen. Ich tue es auch nicht viel,aber zum Glueck mit den Jahresfeste im Kreis einiger Anthroposophen tun wir das miteinander. Zuhause eigentlich nur im Badezimmer , aber dabei bin ich auch so dass ich nachher mir keine Gedanke mache ob vielleicht die Nachbarn ungefragt als Publikum fungiert haben;) und bis heute habe ich noch kein Klagegesang vernommen,obwohl die Chance das es ein Lobgesang wurde eigentlich ausgeschlossen ist meine Selbsterkenntniss ernst nehmende.

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    3. Hi lieber Kees,
      vor allem viel ist wichtig, so dass es eine Selbstverständlichkeit ist! Es gibt so viele Anthroposophen mit Stimmen, eine schöner als die andere. Dass ihr zu den Jahreskreisfesten zusammenkommt, das glaub ich dir! Gemeinsam ist es halt am Schönsten, aber allein eigentlich auch...
      Meine Seniorin hat ein Gesangsbuch geschenkt bekommen zu Weihnachten, zum Glück, denn jetzt singen wir dort. Alte und Kinder lassen sich sehr gerne auf diese Weise beschenken.
      Aber auch das Kultivierte Singen wäre mal wieder fein, dass man sich auch ausgelastet fühlt.
      Danke für das Zuhören, ich finde das klappt hier sehr gut!!! So unter uns...

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    4. Hili Kerstin,
      so gleich ein neues anruf Wort geschaffen ;)

      Danke für das Zuhören, ich finde das klappt hier sehr gut!!! So unter uns...

      Es ist meine Wahrnehmung so in verschiedene Foren, das es da wie mit Wellen geht, manchmal ist es sehr Stille und manchmal auch wird es lebhafter, so wie jetzt im vergangenen Weihenachtszeit.
      Und besteht ein Forum laenger ohne bestimmte Gespraechsthemen wie hier beim Egoisten, dan bluted so ein Forum langsam Tod. zB die Fortsetzung der gespaltete RSL ist jetzt kaum mehr als ein Geburtstagserinnerungsforum und auf Yahoo regt sich auch kaum jemand mehr. Also ich denke diese Foren haben ein Geburt ,ein Leben und eigentlich auch ein Sterben, nur das mann sie dann nicht aufhebt, sondern in einer art Coma-situation sein lasst. Aber alles haengt m.e. zusammen mit der Interesse die Menschen bereit sein fuer anderen auf zu bringen. So lange das dauert wird es gehen.... so unter uns(;-)

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    5. Hi lieber Kees,
      ja, der Michael trägt schon eine Verantwortung, seitdem er allein der Konzentrationspunkt ist. Früher gab es ja noch Herrn Grauer & Co. sowie diverse Blogs. Man musste seine tägliche Runde drehen um durchzukommen... Es gab ja auch nichts anders als Blogs.
      Alles liebevoll gestaltet: der Admin war der Webemaster, die Kommentatoren die Gemeinschaft der Paladine, du musstest durch ein goetheanisches Gedicht dich durchraten, um hinzukommen, und dann wurden die ganzen Doc.s und Org.s von den neuesten Autoren durchgelinkt...
      Aber so...
      Ich bin ja immer etwas besorgt, denn nach wie vor find ich Blogs viel intellektueller, weil mehr Text reinpasst, als Anderes, bzw Mailinglisten sind es ebenfalls.
      Was, wenn andere Quellen mal problematischer werden? Heute würde man sich frei und aus Spass und Vergnügen für Blogs und Mailing entscheiden. So ist das.

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    6. liebe Kerstin.
      Die Unterschiede der verschiedene Blogs,Foren, Mailinglisten bin ich mir nicht so gut bewusst. Hauptsache fuer mich ist das es ein Moeglichkeit gibt sich mit Menschen zu verstaendigen, die sich auf grosse Reiseabstand befinden und die angeblich einige der Interessen teilen so dass Austausch stattfinden kann. Daneben ist mir das wichtigste auch zu kommunizieren met Menschen face a face, aber das ist dann weniger mit Gedanken so wie mann die schriftlich erstellt.

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  7. Liebe Kerstin,

    wie schade, daß wir so weit voneinander entfernt leben – sonst hätte ich Dir spontan eine Gesangstunde angeboten, mit ausführlichem Gespräch über vieles, was in Deinen Zeilen anklingt.
    »Das Ganze dann noch darauf angepasst, dass dabei kein großer Star, sondern eben nur ich dabei herauskommt.«
    :-) Damit hast Du mein allerwichtigstes Anliegen als Gesangslehrerin sehr schön auf den Punkt gebracht.


    Ich gehöre wohl heute zu »denjenigen Leuten, die mit einer schönen Stimme gesegnet sind.« Und ich stimme Dir zu, daß ich Glück hatte, so zu leben, daß ich diese Stimme ausbilden konnte.
    Allerdings hätten wohl nicht viele Menschen das damals als ein Glück bezeichnet.
    Denn ich war schwer krank, 100% arbeitsunfähig wegen Körperbehinderung – und die Musik und die Sehnsucht, Singen zu lernen, das war so ungefähr das einzige, was ich noch hatte im Leben. Wäre ich damals, mit 19 Jahren, nicht krank geworden, ich hätte wohl ganz andere Wege eingeschlagen...
    Meine langjährige Auseinandersetzung mit meiner Stimme brachte es mit sich, daß ich schließlich nicht nur gesund, sondern auch noch Sängerin geworden bin. Obendrein habe ich die Stimmlage gewechselt und singe heute nicht die Alt-, sondern die Sopransoli...

    »die Lieder sind fast ausschliesslich für Sopranstimmen geschrieben. Warum, weiss ich nicht.«

    :-) Wie gut erinnere ich mich an das Gefühl, daß alle Kirchenlieder für den Gemeindegesang viel zu hoch geschrieben sind und ich lieber ganz schweige, als zu „krächzen“...
    Heute behaupte ich: das liegt vor allem am „Energieniveau“ der jeweiligen Gemeinde. Das ist meiner Erfahrung nach (in Österreich! In Deutschland mag es anders sein, das weiß ich nicht) in katholischen Kirchen oft sehr viel niedriger als in evangelischen, weshalb ganz normale, nicht sängerisch ausgebildete Menschen in evangelischen Gottesdiensten oft ganz ohne „Krächzen“ sehr viel höher und insgesamt „freier“ singen können als in katholischen Messen.
    Freilich ist es sehr schwierig, für Unerfahrene meist ganz unmöglich, sich gegen eine solche „Niedrigenergie“-Gemeinde durchzusetzen, sich innerlich (und auch äußerlich) aufzurichten und aus vollem Herzen zu singen --- als einzige. Denn so ein „Gemeinde-Energieniveau“ wirkt sehr suggestiv...
    Vor einigen Jahren, ich hatte gerade ein Konzert in Innsbruck gesungen und war am nächsten Tag mit der Mutter der Dirigentin in die katholische Messe gegangen, machte ich mir diesen „Spaß“ und sang die Kirchenlieder, nicht extra laut, aber sehr freudig, ohne mich um die schweigende oder zaghaft „krächzende“ Mehrheit rundherum zu kümmern. Nach der Messe fragte mich meine Sitznachbarin, mit sehr „schüchterner“ Ausstrahlung und großen Augen: „Wie macht man das, so zu singen?“ Ich antwortete ihr, ganz ehrlich: „Das Allerwichtigste ist, daß man keine Angst hat!“ --- Und ich war sehr berührt von ihrer Gegenfrage: „Wie macht man das, keine Angst haben???“ - - -
    Ja. Diese Frage birgt für mich den Schlüssel zu sehr, sehr vielem im Leben.

    Liebe Kerstin, ich wünsche Dir von Herzen, daß Du einen Chor findest, in dem Du Dich wohlfühlst und Dich einbringen kannst! Ob es nun Singübungen gibt vor jeder Probe oder nicht, das ist nicht unbedingt das Allerwichtigste: wenn das „Energieniveau“ und die „menschliche Wärme“ stimmen (was ja miteinander eng zusammenhängt), vor allem beim Chorleiter, aber auch bei den Chormitgliedern, dann kann man sich da meist sehr schön „mitnehmen“ lassen, auch wenn man selbst keine Ausbildung hat.

    Herzlichen Gruß,
    Ingrid

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    1. Hi liebe Ingrid,

      klasse, wenn es einfach wäre, dann käm' ich sofort zu dir. Würde auch mal einen Satz Gesangsstunden nehmen so wie ich früher Klavierunterricht hatte. Muss an Imme Atwoods Harfenzimmer denken, in unserem Haus. Sie hat ganz eigentümlich gespielt und gesungen, nie vorher habe ich so etwas gehört. Auch die Harfe sah besonders aus und war es.
      Das hätt ich gern mal gewusst was dahinter steckt, das Geheimnis Musik...
      Man kann seine ganze Philosophie daran ableiten, vielleicht zur Freude anderer sich selbst entdecken. Auch das geht zu zweit oder im kleinen Kreis sicher gut. Ich finde nämlich, du kannst Musik nicht schauspielern, sondern du musst darin du selbst sein...
      Mein alter Chor war ursprünglich ein Jugendchor. Nach Jahren sind sie immer noch zusammen und touren durch die nähere Umgebung, sind beliebte Gäste wärend religöser Treffen und im Chorwettstreit, wenn mehrere Chöre auftreten. Sogar Händels Messias haben wir gesungen, hab eine Kassette davon, einen Mitschnitt. Fast haben sie Kammerchorqualität, aber sie haben sich nicht angemeldet die Bezeichnung führen zu dürfen, ich weiss nicht welche Kriterien es da gibt. (So war das vor 20 Jahren). Wichtiger als das ist für sie auch das Erlebnis, sich zusammenzufinden, auch am WE mit dem Bus als Chor zum Singen gefahren zu werden etc etc sowas ist doch wie ein Sommerfest.

      Nur ganz allein mag ich wegen Lampenfiebers nicht auf der Bühne stehen, aber die Sopran-Kollegin macht das ab und zu, aus selbigem Grund wie der ganze Chor: Freude am Singen.

      Früher konnte ich vom tiefen a bis zum hohen e singen, mit Training und so dass es schön klingt, und glücklicherweise reicht mein Atem lang, so dass ich nicht viel Luft holen muss. Ich wurde vom Dirigenten immer so hingesetzt, dass ich die Altofraktion manchmal auch die Tenöre stimmlich stützen konnte. Es ist nämlich eine Kunst, Harmonie zu bilden, ein Miteinander zu haben, das man hören kann.

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