Ken Wilber über "Liebe"

Wilber entwirft in seinem Vortrag (ca 13 Minuten) eine Analogie zwischen der Entwicklung der Zelle zu einem Organismus einerseits, und der spirituellen Entwicklung des egozentrischen Ich- Wesens zu einem kosmischen Bewusstsein andererseits. Das ist zwar kunstvoll ausgeführt, aber letztlich eine sehr schlichte Analogie, und sie führt, wenn man es weiter denkt, zu einer Form von spirituellem Darwinismus. Die Selbstorganisation eines Leibes als evolutionäres erstes Ziel wird analog zu einem kosmischen Bewusstsein gesehen, bei dem unter dem Diktat der so bezeichneten "Liebe" Wilbers individueller Wille des Einzelnen, seine Rechte, Argumente und Widerstände keine Rolle spielen. (Ich selbst verweigere mich z.B. einem solchen Einheitsbreibewusstsein. Falle ich damit aus der Evolution heraus? Bin ich nicht Teil von Wilbers seltsamem Liebesbegriff?)



Es gibt übrigens weitere Analogien in Wilbers Denken- so die zwischen "evolutionärer" spiritueller Entwicklung im allgemeinen-eben im Sinne eines darwinistischen Voranschreitens- und der des Individuums, das daran teilhaben muss, um den Zug nicht zu verpassen. Die Menschheit ist glücklicherweise sehr viel bunter, breiter, vielschichtiger und widersprüchlicher, als diese trocken- gespreizten Abstraktheiten Wilbers. Der Individualismus ist ja so bunt wie die Natur selbst, die sich eben so lustvoll und überflüssig schön in so zahlreichen Formen auslebt. Die freudvolle Erdzugewandheit ist aber wohl nicht Herrn Wilbers Sache. Ich denke, auch die menschliche Entwicklung, die Wilber an manchen Stellen stimmig schildert, wird bunt und vielfältig sein, nicht von dieser universellen Abstraktheit, die er da entfaltet.

Kommentare

  1. Im Gründe ist das ja, was Wilbers vorträgt, Neues Testament- aber eben in der Zwangsjacke einer quasi- organischen darwinistischen Entwicklung (zu einem Super- Organismus?). Es ist damit eine materialistische Verballhornung der Auferstehung.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. "Es ist damit eine materialistische Verballhornung der Auferstehung."

      Danke für die klaren Worte!

      Löschen
  2. Was ist bitte mit "seltsamer Liebesbegriff" gemeint? Bevor die Fragestellung aufgeworfen wurde, kannte ich nur positiv Agape Caritas meinethalben Gronbachsche sexuelle Liebe usw und negativ Hassliebe, so stelle ich mir das bislang vor.

    AntwortenLöschen
  3. Jetzt erscheint auch das richtige Video. Ich hatte wohl versehentlich ein falsches einkopiert, bei dem von etwas anderem die Rede war.

    AntwortenLöschen
  4. Sorry, jetzt mal ganz platt gesagt, auch wenn man es nicht soll, nach dem Äußeren gehen, ich weiß - aber das Aussehen von Wilber bzw. dieses Video-Foto hier mag ich nun ganz und gar nicht leiden, ist mir voll unsympathisch ... da gehe ich auch gar nicht erst rein ins Video, kenne eh schon Sachen von ihm, sprechen mich nicht an ...

    lg

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wenn man wissen möchte, wie sich eine Einweihung ohne Christus - ohne Liebe zum Individuum - ausmacht, sollte man schon etwas Wilber anschauen oder lesen. Schließlich ist so etwas attraktiv für viele intelligente Menschen. Viele lernen gerade hier, überhaupt zu meditieren.

      Löschen
    2. Lieber Michael, gut das mag sein, du wirst Recht haben irgendwo, ich mag da aber nicht mehr mitgehen oder reingehen.

      Zu Medtitation mal was anderes:

      Mein Großvater, ein einfacher Bauer mit liebvollem Gemüt, sagte einmal zu mir (nachdem er einmal von meiner spirituellen Suche und Praxis erfuhr 'in meiner wilden Zeit'):

      "Wenn ich nach vollbrachtem Tagewerk, hier hinter dem Hühnerstall auf meiner Bank sitze, mein Pfeifchen anzünde und hinausschaue in die Landschaft oder die Kühe beim Grasen beobachte, was Schöneres gibt es gar nicht für mich, da ist Ruhe, Einkehr und Zu-Friedenheit."

      Weißt du, so manchem Getriebenen unserer Zeit, der hochkomplizierten Medi-Gurus nachlaufen muss oder will, der sich ein Buch, ein Lehrer nach dem anderen reinzieht, wünsche ich manchmal diese Einfachheit und Ruhe eines Bauern. Und vieles in diesen Kreisen ist doch einfach nur Schickimicki...mir scheint es auch, dass sich hinter diesem zur Schau gestellten Spirit, nur ein um so aufgeblaseneres Ego verbirgt ...

      Ich glaube, die Weisen im Lande findest du nicht im Fernsehen...es könnte aber durchaus dein unauffälliger Nachbar sein, der jeden Morgen um 6 Uhr zur Arbeit fährt oder eben hinterm Hühnerstall sitzt und sein Pfeifchen raucht ;-)

      lg

      Löschen
    3. "das Aussehen von Wilber bzw. dieses Video-Foto hier mag ich nun ganz und gar nicht leiden, ist mir voll unsympathisch ..."

      Aber das ist doch im Grunde völlig ok und selbstverständlich ausreichend für eine sachliche Auseinandersetzung mit Ken Wilber; Michael hat ja bereits auf sein Ohr hingewiesen, Freudean vor einigen Tagen auf seinen "kurzen Atem" und allgemein wird hier in seltener Einigkeit festgestellt, dass man sich bei dem Betrachten seiner Website eher "unwohl" fühlt (oder "zu fühlen hat") schön, dass es sie noch gibt, die nüchterne anthroposophische Erkenntniswissenschaft.

      Löschen
    4. "Mein Großvater, ein einfacher Bauer mit liebvollem Gemüt..."

      Liebe/r Not-und-wendig,
      wie Du ihn schilderst, wäre er eher ein Freund von Eckhart Tolle geworden, der ja viel (eigentlich nur)von der Einfachheit und Erfülltheit des gegenwärtigen Augenblickes spricht (und der, nebenbei, für die Darstellung seiner "Lehre" 3 Bücher braucht und nicht, wie andere, 370). Was meinst Du, hätte Dein Großvater etwa zu den intellektuellen Diskursen in den Anthrokreisen, bzw. auf dieser Website gesagt?

      Löschen
    5. Ach Rainer, deine Einwürfe klingen ja immer so vernünftig ;-)
      Aber an anderer Stelle hast du ja auch schon von gewissen ausgezerrten und emotionslosen Anthros (Antlitzen) gesprochen, die du persönlich so erlebt hast ;-)

      Okay, Sachlichkeit ist schön und gut, aber es gibt eben auch einen Gegenpart dazu oder einen Parallelpart, wie auch immer. Z.B. ein intuitives Erfassen, diverse Lebenserfahrungen, manchmal auch sehr persönliche, dazu stehe ich aber...

      Es liegt dann wohl irgendwo in der Mitte, wie immer...

      lg

      Löschen
    6. Sorry Rainer, ganz vergessen, "notundwendig" ist meine blogseite, von Steffen ;-)

      "Was meinst Du, hätte Dein Großvater etwas zu den intellektuellen Diskursen in den Anthrokreisen, bzw. auf dieser Website gesagt?"

      Keine Ahnung was du damit sagen willst, dazu reichts gerade nicht bei mir. Mein Opa lebt auch nicht mehr, das war in den Achtzigern...aber vielleicht raunt er uns ja bei Zeiten ne passende Antwort zu ;-)

      Ansonsten, Tolle ist doch Ok, vielleicht treffe ich ihn ja mal durch Zufall beim Einkaufen und schnack ne Runde mit ihm ;-)) Nein, ist wohl eher so ne persönliche Sache von mir, diese Abneigung gegenüber Mediengurus...

      Gruß-Steffen

      Löschen
    7. Übrigens, Michael, die Herzchen im Hintergrund finde ich wirklich niedlich, hat was ;-)

      lg

      Löschen
    8. Sorry Rainer, - ausgezehrt - sollte es oben heißen..

      lg

      Löschen
    9. Nette Website, Steffen, vor allem, finde ich, das Beuys Gedicht (wenn man es so nennen kann) von Oktober.
      Tolle könntest Du beim Einkaufen treffen in den USA, wo genau da, weiß ich nicht. Dass meine Einwände "vernünftig" klingen ist ja nicht das schlechteste, ich gebe mir jedenfalls Mühe, nicht allzu viel Ironie/Spott zu verbreiten.liebe Grüße

      Löschen
    10. Lieber Rainer,

      es würde mich interessieren, ob Dir meine Herangehensweise (erkennbar in diesem Kommentar, mitsamt P.S.) ebenfalls unvereinbar erscheint mit „nüchterner anthroposophischer Erkenntniswissenschaft“ – und warum.
      (Es geht mir nicht um „Schlagabtausch“, Streit oder „wer hat recht“ --- sondern es würde mich wirklich interessieren. Gerade von Dir.)

      Herzlichen Gruß!
      Ingrid

      Löschen
    11. Lieber Rainer, sei ruhig mal ironisch, das würzt die Suppe bei den Egoisten ;-) Danke auch für deinen Zuspruch bezügl. Website, macht mir Freude :-)

      Tolle mal treffen, da hätt ich schon Bock drauf, ein interessanter Mensch!

      Wir hatten das ja auch mal vor (wenn auch weniger prominent ;-) - son bisschen schnacken und spazieren gehen an der Alster oder so ;-)

      Wie war das eigentlich noch, machst du auch Musik? Kannst mich auch gerne mal anmailen (bitte erfragen über Michael) - würd mich freuen, denn mir ist deine email-adresse irgendwie abhanden gekommen...

      Schöne Grüße,
      Steffen

      Löschen
    12. Liebe Ingrid, ich finde ja auch, dass Du eine von den eher fairen und einigermaßen "nüchternen" Kommentatoren hier bist, "Schlagabtausch" im negativen Sinne kann ich in Deinen Kommentaren nicht entdecken.

      Zu Deinem Kommentar auf den Du verweist: dass Thema "Liebe, Agape, Caritas,Philia, usw" ist ja nicht unbedingt ein Thema, wo viele Leser noch irgend etwas "neues" entdecken können, das wurde in ähnlicher Form schon immer mal wieder gesagt (Ähnlich wie bei dem Lieblingsthema von Gronbach, "Mann-Sein"...ich überfliege so etwas grundsätzlich, wenn überhaupt) Dein Kommentar zeigt natürlich eine ernsthafte Beschäftigung und vielleicht auch Durchdringung mit dem Thema, aber das Fazit, Dein Urteil am Ende ist mir dann A: viel zu schnell und B: zu vorhersehbar anthroposophisch: Ihm (KW) fehle das Sohnesgöttliche usw. Wer kann das beurteilen?
      Ich glaube, dass sich der Christus heute in zahllosen Manifestationen verbirgt, nicht nur in den offensichtlicheren, eindeutigen, "warmen" oder erbaulichen Lehrern und Formen, vielleicht auch in einer (nur auf dem ersten Blick erscheinenden) "intellektuellen-kühlen" Spiritualität. Herzliche Grüße

      Löschen
    13. Lieber Rainer, das ist ein guter Gedanke, dass sich ein Christus-Ich auch in einer etwas kühleren Art offenbaren kann, klar.
      Dennoch finde ich den Gedanken nicht verwerflich, bei den Lehrern und Gurus mit geschärften Sinnen hinzuschauen (auch wenn das oft mit sehr persönlichen Eindrücken zusammenhängen kann). Deswegen muss man ja diesen Lehrer nicht gleich total verwerfen oder gar hassen.

      Das Guruthema ist mir persönlich ein sehr wichtiges, habe da so meine Erfahrungen gemacht. Und ist es nicht auch ein Zeitphänomen, dass man einfach zu wenig genau hinschaut und ungeprüft läßt? Z.B. auch das: Was sagt einer und WIE lebt er das Gesagte eigentlich vor?

      Und es gibt ja nicht nur die prominenten Gurus und Autoritäten, es gibt ja auch noch die Gurus im ganz normalen Alttag bzw. sehr dominante (konditionierte) Persönlichkleiten in der Familie, in Beruf und Bekanntenkreis, wo man nur allzugern einknickt aus lauter Harmonieliebe und evtl. Ichschwäche oder aus sogen. schlechtem Gewissen. Dann sieht man dieses schlechte Gewissen vielerorts wunderbar aufblühen und die Abhängigkeit nimmt ihren Lauf - und viel weniger die gute Gewissheit, dass man selber Herr der Lage sein kann und selber denken und fühlen darf.

      Ansonsten schätze ich dein Bemühen um Objektivität natürlich sehr, das ist schon wichtig.

      Herzl. Grüße,
      Steffen

      Löschen
    14. Lieber Rainer,

      danke für Deine Antwort.
      :-) Es geht mir nicht darum, selber als „fair“ beurteilt zu werden (oder manchmal auch als „Blogsheriff“ oder, wie von Wolfgang grad im Judith-von-Halle-thread, als jemanden „harsch verabschiedend“... ;-)).
      Sondern es ist mir ein Anliegen, einen Modus für den Umgang mit Urteilskriterien zu entwickeln, in die nicht nur Wahrnehmungen der gängigen fünf Sinne Eingang finden, sondern in die auch Wahrnehmungen der übrigen Sinne, die Rudolf Steiner benennt, mit einbezogen werden.

      Für mich bedeutet das im ersten Schritt, solche „Sinnes-Empfindungen“ anzuerkennen (und nicht etwa zu unterdrücken, zugunsten einer „Nüchternheit“ um jeden Preis). Dabei geht es mir um eine „Würdigung“ dieser Empfindungen, ohne – und das fällt oft schwer – automatisch daraus irgendwelche Schlüsse zu ziehen.
      Dann kann in einem zweiten Schritt der „(hoffentlich ;-)) gesunde Menschenverstand“ sich um die gebotene Nüchternheit bemühen und die einmal anerkannten Empfindungen einer sachlichen Betrachtung unterziehen.
      Da es eine Unzahl von Fehlerquellen gibt, wenn es darum geht, die eigenen Empfindungen sachlich zu beurteilen, finde ich es an diesem Punkt wichtig, die eigenen Empfindungen mit denen anderer Menschen zu vergleichen.
      Hier kommt der Dalai Lama ins Spiel, der heuer in Wien anläßlich einer Diskussion mit Wissenschaftlern über den Wissenschaftsanteil des Buddhismus sagte: »In buddhism, more persons have to look - then reliable. (Im Buddhismus müssen mehrere schauen - dann ist's verläßlich.)« (Und unser „Mr Beam“ Prof. Anton Zeilinger erwiderte: »In science it suffices if one person finds it. (In der Wissenschaft genügt es, wenn einer es findet.)« - und mußte selber darüber lachen...)

      Im übrigen bin ich weit davon entfernt, zu sagen, daß Ken Wilber das „Sohnesgöttliche“ fehle.
      Es fehlt aber, meiner Ansicht nach, in seinem Video-Vortrag über die „Liebe“.
      Wer diesbezüglich zu einer Ansicht (ich sage noch nicht: einem Urteil) kommen kann? Jeder, der A) das Video von vorn bis hinten angesehen hat und B) eine Vorstellung davon hat, was mit dem „Sohnesgöttlichen“ gemeint sein könnte. Dazu braucht man nicht unbedingt Anthroposoph zu sein (ich habe an keiner einzigen Stelle meines Gedankenganges Anleihen bei Rudolf Steiner genommen; und ich bin ziemlich sicher, daß ich das alles auch schon vor meiner Begegnung mit der Anthroposophe vor ein paar Jahren nicht viel anders gesehen hätte).

      Herzlichen Gruß,
      Ingrid

      Löschen
    15. Lieber Steffen, ja, natürlich ist es so, dass man bei Lehrern und Gurus "mit geschärften Sinnen" hinzuschauen hat, gerade jemand wie ich, der, wie Du weisst, "relativ offen" für solche Geschichten ist. Man kann sich einen entsprechenden Lehrer anschauen, seine Bücher lesen, CDs hören und sich vielleicht auch die Menschen anschauen, die zu ihm hingehen und dann das Ganze je nach dem Grad der eigenen Offenheit, Nüchternheit, Sehnsucht, usw. auf sich wirken lassen. Das habe ich in den letzten Jahren ein paar Mal gemacht, teilweise mit viel Gewinn, häufig natürlich auch mit verschenkter Zeit.

      Es gibt eine interessante Aussage eine Lehrers, der in meinen Augen auf einen entscheidenden Unterschied zw. Anthroposophie und Advaita/Satsang hinweist: "Der sicherste Weg, den Geist und seine Welt nicht zu gefährden, besteht darin, sich einen Lehrer zu wählen, der bereits den Körper verlassen hat" (Eli Jaxon Bear, zit. nach OM C Parkin, Intelligenz d. Erwachens). Das war/ist ja auch mein Erleben gewesen: Durch Steiner/Anthroposophie werde ich nicht in einer dafür notwendigen Radikalität mit meinen verborgenen Ängsten, Schattenanteilen, usw. konfrontiert. Das geht m.E. besser mit einem lebenden Lehrer, wenn man sich darauf einlassen will, aber das sind dann natürlich sehr eigene, persönliche Gründe. Herzliche Grüße, Rainer

      Löschen
    16. Liebe Ingrid,
      wenn Du die Aussagen über KW so differenzierst, hört sich das natürlich schon anders an.
      Meine kritischen Worte bezüglich Urteilsbildungen resultieren eben auch aus meinem längeren lesen hier im Blog (und ganz generell im Netz) und ich kann schon beobachten, mit welcher Geschwindigkeit hier Urteile verbreitet werden - da schliesse ich mich auch selbst mit ein. Das liegt ein wenig an der Natur des Netzes und auch an der Natur dieses Blogs, trotz Deinem "Modus für d. Umgang m. Urteilskriterien" und trotz Michaels Fähigkeit zum Überblick und zur Sachlichkeit.

      Für mich ist das eine Übung: Eine Radikalität in der Zurückhaltung und Hinterfragung der eigenen Urteilsbildung (bzw. Äußerung v. Urteilen) auszubilden. Herzliche Grüße, Rainer

      Löschen
    17. Lieber Rainer, herzlichen Dank für deine nette Offenheit zum Thema Guru etc.

      Was mir zu deinem Satz bezügl. "Schatten" usw. einfällt:
      Glaubst du denn nicht, dass man diese Schatten und Ängste auch ohne Lehrer erkennen und händeln kann? Wir wissen doch um vieles schon, auch um unseren inneren Lichtfunken. Tritt dann nicht auf dem Weg der Spiritualität und im täglichen Umgang mit Menschen (aber auch im offenen Gespräch mit ihnen), fast wie von selbst eine Selbst(e)erkenntnis ein? Kann nicht mein Nächster sogar mein 'Guru' sein?

      Und ist es nicht so, dass gewisse Lehrer ja oft selber noch diverse (durchaus sichtbare) Schatten mit sich herumschleppen und wird dann nicht viel zu viel verherrlicht und übersehen, teils aus Verblendung oder Autoritätsangst oder gutgemeinter Höflichkeit? Hier sehe ich oft ein viel größeres Manko und wenn du so willst: Auch Ängste (so gesehen, sind wir wohl oft noch kleine Kinder).

      Mir wäre wichtig, dass ein weiser Mensch viel Lebenserfahrung mitbringt und offen ist, also Menschlichkeit und Vertrauen und vor allem Gesprächsbereitschaft siganlisiert und nicht Unnahbarkeit mit irgendwelchen Autoritäts-allüren oder materiellen Interessen u.ä. Einfach nur Mensch und darauf dann aufbauen, da kann sich viel Gutes ergeben, u.a.: Freundschaft.

      lg-Steffen

      Löschen
    18. Lieber Rainer,

      danke.
      Natürlich weiß ich sehr gut, was Du mit der „Natur des Netzes“ meinst --- und vielleicht bin ich da ja ein bisserl zu naiv; aber ich versuche jedenfalls, so gut es halt gehen will, mich dieser Form der „Natur“ nicht widerstandslos zu beugen, sondern sie im Gegenteil dem Menschlichen (und nicht dem „Allzumenschlichen“ ;-)) „untertan“ zu machen...

      Gute Nacht!
      Ingrid

      Löschen
    19. Lieber Steffen, ich glaube, dass man die von mir angesprochenen Ängste und Schatten nur bis zu einem gewissen Grad "erkennen und händeln" kann, bei mir persönlich ist die bisherige Beschäftigung mit Spiritualität bezüglich dieser Thematik eben an eine von mir lange nicht erkannte Grenze gestossen. Ich sehe es auch ähnlich wie Du, dass andere Menschen oder, wie man so sagt, "das Leben", selbstverständlich mein Lehrer sein können, das hat bei mir aber irgendwie nicht gereicht.

      In meinem Fall war es tatsächlich so, dass ein erwachter Lehrer (OM C. Parkin) mir ziemlich direkt sagte, dass ich mit meinem Jahrzehnte dauernden, intellektuell-suchenden Umgang mit Spiritualität/Anthroposophie beharrlich versuche, den Fall in meine eigene Tiefe, das Erleben der existentiellen Angst zu vermeiden. Mir hat das die Augen geöffnet.
      (Den ganzen Dialog, also meine Frage zur Anthroposophie und seine Antwort, ca 30 Min. gibt es sogar auf CD, innerhalb eines sog. Darshans,
      www.advaitamedia.com
      "Flucht in höhere Welten")

      Löschen
    20. Lieber Rainer, danke für die Antwort. Ja, so ist das bei jedem Menschen anders mit der spirituellen Suche, danke für deine Offenheit. Danke auch für den Link, das finde ich hochinteressant, höre ich mir gerne an! Schön, was sich hier alles so ergibt bei den Egoisten :-)

      Herzl. Grüße,
      Steffen

      Löschen
    21. so, hab die CD gefunden und bestellt, klingt interessant, danke :-)

      lg

      Löschen
    22. Na, dann kannste mich bald hören, viel Spaß :-) ...mein "Beitrag" ist auf Track 4, erste CD (Track 1 und 2 ist Musik). Hatte ganz vergessen zu erwähnen, dass man bei den CDs aus dem Jahr 2012 gucken muss, sonst kann man natürlich lange suchen.
      Ich nehme übrigends auch nicht alles 100% von diesem Lehrer an, sehe einige Aspekte auch kritisch, mit einem anderen persönlichen Rat von ihm konnte ich nichts anfangen.

      Löschen
    23. ja, bin gespannt Rainer...

      Das mit dem Rat annehmen oder nicht, so ist das Leben wohl. Ich habe auch schon oft treffende Ratschläge bekommen quasi fürs Leben (als die Not groß war), ganz im rechten Moment also. Wiederum gabs dann auch mal vom selben Menschen für mich völlig Inakzeptables zu hören, manchmal sogar menschlich Abstoßendes ...

      So arbeitet man sich halt durchs Leben ;-) aber Dankbarkeit bleibt ja schon noch übrig, auch dafür wie mans wohl eher nicht machen sollte, denke ich...wenigstens etwas Unantastbares ;-)

      lg

      Löschen
    24. Es ist vieles gesagt in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» GA 10, das bei richtiger Beobachtung den Menschen gerade dazu führt, von sich aus, von seiner Seele aus den Weg in die geistige Welt hinein zu finden. Gerade dieses Buch ist daraufhin angelegt, den Menschen so selbständig wie möglich zu machen, ihm gar nicht irgend etwas aufzudringen auf irgendeinem subjektiven Weg, sondern ihm nur die Hindernisse hinwegzuräumen, damit er selber die Wahrheit finden kann.

      Das beste Mittel zunächst, dieses Buch aufzunehmen, das wäre: seinen Inhalt sich in innerer Tat anzueignen. Aber da haken die Menschen ein bei dem Satz: Derjenige, bei dem die nötige Reife eingetreten ist, der findet schon, wenn er nur richtig sucht, seinen geistigen Lehrer. – Also, da haben wir es! Da schreibe ich einen Brief an denjenigen, der das Buch geschrieben hat, da wird er mein geistiger Lehrer; das ist das einfachste! – Da haben wir die Übersetzung ins Materialistische. Daß diese Stelle gerade für einen nach Selbständigkeit suchenden Menschen der heiligste Antrieb sein könnte, weiter zu suchen, um den Weg zu finden, der vielleicht in etwas ganz anderem bestehen könnte, als einen Brief an jemand zu schreiben: Du, gib mir Anweisungen –, das ist sehr vielen Lesern des Buches eben unbequem. Sie suchen nicht genügend in dem Buche. Und so gehört denn dieses Buch «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», trotzdem es unter den so geschriebenen Büchern heute vielleicht zu den gelesensten gehört innerhalb der deutschen Welt, und sogar vielfach in fremde Sprachen übersetzt ist, es gehört zu den Büchern, die am meisten mißerstanden werden. Und es ist doch kinderleicht zu verstehen, wenn man es nur vorurteilslos auf sich wirken läßt und nicht es sich ins materialistisch Bequeme übersetzt. Gewissermaßen suchen die Menschen heute auch hier dasjenige, was sie gewöhnt sind auf anderen Gebieten zu suchen. Wie sehr sind die Menschen heute von der Gewohnheit durchdrungen, sich nicht selber zu helfen, das heißt, nicht dasjenige zu lernen, womit man sich in der einen oder anderen Lage helfen kann, sondern sich helfen zu lassen und sich nicht zu bekümmern um die Prinzipien, nach denen ihnen geholfen wird. Wozu braucht man sich heute viel zu bekümmern über die Art und Weise, wie man gesundheitlich am besten lebt? Man läßt es sich verschreiben von einem, der dafür da ist, und man braucht dann nicht nachzuprüfen, nach welchen Prinzipien er verschreibt, man übergibt sein Schicksal demjenigen, der als Autorität aufgestellt ist. Warum sollte man denn nicht gerade auf dem geistigen Wege, auf dem menschlich wichtigsten Wege zunächst den Drang haben, auch sein Schicksal irgendeinem anderen zu übergeben (so gleichsam einer Art Übervater)? Aber wenn nun gerade dasjenige Werk, wodurch man dazu angeregt wird, am allermeisten sich zur Aufgabe macht, die Menschenseele selbständig zu machen?
      Rudolf Steiner, GA 174b, Seite 189f

      Gruß...Wolfgang

      Löschen
    25. Lieber Wolfgang, in meinem Dialog mit OM C Parkin ging es u.a. um dieses berühmte Buch von Steiner, bzw. um die damit verbundene Haltung, die sich in dem Titel des Buches ausdrückt: Wie komme ich dazu die "Erkenntnis der höheren Welten" erlangen zu wollen, wenn es mir noch nicht einmal gelingt, die Einfachheit und gleichzeitige Fülle des gegenwärtigen Augenblickes zu erleben? (Wobei die meisten Menschen noch nicht einmal wissen, dass sie den gegenwärtigen Augenblick nicht erleben, man hat sich dran gewöhnt, und sucht deshalb und will erlangen...) Herzliche Grüße, Rainer

      Löschen
    26. Danke Wolfgang für den Hinweis, mir ist die Schrift bekannt, sie ist mir auch wertvoll.

      Das Selbstständig-Werden und -Denken im umfassendsten Sinne, welches u.a. das Ziel und der Hintergrund dieser Schrift ist, das ist gut nachvollziehbar. Man darf dann auch hoffen, dass das auf fruchtbaren Boden fällt bei den Geistesschülern und Interessenten.

      Es kann natürlich auch ein andere Möglichkeit (Lehrer) genommen werden; für Rainer scheint ein direktes, persönliches Lehrerverhältnis zunächst einmal eine bessere Lösung zu sein. Ich erinnere mich i.d.Zsgh. auch sehr gut an die Schift - Die Theosophie des Rosenkreuzes - wo Steiner kurz und lebendig beschreibt wie es AUCH zu einer Begegnung mit einem Lehrer kommen kann (jetzt nicht die seine mit Christian Rosenkreuz). Und zwar wie zu-fällig auf einer Bank im Wartesaal eines Bahnhofs, als jemand den Zug verpasst hat und warten musste und so ins Gespräch kam mit einem 'Mitwartenden' - der also genau darauf gewartet hatte und sich später als spiritueller Lehrer entpuppte usw.

      lg

      Löschen
    27. Kleiner Nachtrag noch: Solcher Art 'Zufälle' ereignen sich natürlich auch mit ganz normalen Menschen...Muss jedoch nicht immer nur erbaulich sein, gibt auch unangenheme Begegnungen, wo dann besondere Schichten und vielleicht auch Lernmöglichkeiten angesprochen werden bzw. wo Konsequenzen gezogen werden können (Thema: Abgrenzung).

      Rainer, ich verstehe sehr gut was du meinst. Hellsichtig werden wollen bzw. etwas erlangen wollen, kann ja auch zum Ehrgeiz oder gar zu anhaltenden Frustationen führen, wenn es ausbleibt. Da muss man wohl gelassen warten können oder es mal ganz ausblenden für ne zeitlang.
      Ein ehem. anthr. Hausarzt von mir, sagte mir einmal vor Jahren, er sei immernoch nicht hellsichtig geworden und das nach Jahrzehnten - und zudem - er lese mittlerweile auch nur eine einzige Stelle in dem besagten Buch, so als Meditationsgrundlage usw. ... man wird also sehr bescheiden mit der Zeit ;-)

      Es gibt da die verschiedensten Herangehensweisen, da sind wir doch frei.

      lg

      Löschen
    28. Lieber Rainer,

      »Wie komme ich dazu die "Erkenntnis der höheren Welten" erlangen zu wollen, wenn es mir noch nicht einmal gelingt, die Einfachheit und gleichzeitige Fülle des gegenwärtigen Augenblickes zu erleben?«
      Genau das war lange Zeit auch meine Frage. Und aus diesem Grund konnte ich bis vor kurzem dieses Buch nicht lesen --- ich fand in mir einfach keine Antwort auf die Frage, warum zum Kuckuck ich überhaupt „Erkenntnisse höherer Welten“ erlangen wollen sollte.

      Und dann fand ich eines Tages zufällig in einem Antiquariat ein Skriptum. Eine rührende Kopie eines mit der Schreibmaschine abgetippten Originals, ganz vergilbtes Papier, auf dem brüchig und rissig gewordenen Deckblatt in Zierschrift: »Rudolf Steiner Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten« ... das sprach zu meinem Herzen, und ich habe es mir spontan für ein paar Euro gekauft.

      Da heißt es in der Vorrede zur dritten Auflage (Hervorhebung von mir):
      »Zunächst soll denjenigen Personen etwas gegeben werden, welche sich hingezogen fühlen zu den Ergebnissen der Geistesforschung, und welche die Frage aufwerfen müssen: Ja, woher haben diejenigen ihr Wissen, welche behaupten, etwas über hohe Rätselfragen des Lebens sagen zu können?«
      Das war für mich so etwas wie ein „Schlüssel“ zu diesem für mich bis dahin abstoßenden Titel. Nun konnte ich das Buch lesen, ohne das Gefühl zu haben, es enthalte eine „Anleitung“, der ich um jeden Preis folgen müsse.

      Es ist ein schönes Buch.
      Und ich „folge“ dennoch nicht der „Anleitung“, die es wohl auch sein kann.
      Aber ich erkenne darin einiges wieder, das ich in meinen eigenen Lebenszusammenhängen bereits erlebt habe. Und alles, was mir ganz neu ist, was ich nicht „wiedererkennen“ kann, das lasse ich einstweilen so stehen... ich bin überzeugt: wenn es für mich, auf meinem ur-eigenen Lebensweg, einmal an der Zeit sein sollte, mich damit zu befassen, dann werde ich es bemerken.

      Herzlich,
      Ingrid

      Löschen
    29. Liebe Ingrid,
      so war das bei mir auch: ich wollte wissen, woher - und mit welcher "Forschungsmethode" denn der Steiner seine Erkenntnisse hatte.
      Mittlerweile habe ich das Buch - alle paar Jahre mal les ich es - sicherlich schon 5 mal gelesen. (Auch mal mit einer privaten "Lesegruppe"). Und jedesmal stoße ich auf irgendetwas (oder auch mehreres), was mich betrifft, zumindes in der Zeit, in der ich das Buch lese...Und ich hoffe ja schon, daß mich die Gedanken beeinflussen - denn es ist ja nicht nur ein Buch, das einem zu höheren Erkenntnissen verhelfen will (danach strebe ich schon lange nicht mehr, obgleich ich täglich meine kleinen Meditationen mache) - sondern ein gutes Buch, um sozusagen ein "tauglicherer" Mensch zu werden. So sehe ich das.

      Löschen
  5. Hier noch ein Link zu Andrew Cohens prominenten UK- Anhängern, die entgegen anderslautender Behauptungen immer noch gern große Summen "spenden", um zum Ausbau der Organisation beizutragen. http://www.dailymail.co.uk/news/article-2248461/Ken-Barlows-son-humiliation-sect-The-extraordinary-saga-Coronation-Street-stars-actor-son-helping-run-troubling-cult.html?ito=feeds-newsxml

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke für den link.
      Es kann die Seele frieren.... .
      Besonders das Bild mit den Meditierenden
      vor dem Bild mit Cohen
      zeigt, wohin die spirituelle Reise geht,
      ein Weltkonzern des Bewußtseins..... .

      Allgemein:
      Falsche Christusse werden selbstverständlich Liebe predigen... .
      Was unter Christus zu verstehen ist, christallisiert sich individuell,
      kann nur individuell erlebt werden.
      Die Teilnahme an dem blog lässt den Gedanken reifen:
      "Christus" kann weder an einer Statue, einem Bild, einem Menschen
      angeheftet werden, auch nicht an Steiner (was er nicht wollte)...

      Der link zeigt -mir- nochmals die Gefahr,
      welche in dem Buch "Über die Rettung der Seele"
      zum Ausdruck kommt, einer Zeit die sich jetzt anbahnt,
      die Lievegoed als Möglichkeit beschreibt.

      Löschen
  6. Wenn wir alle ein und dasselbe Selbst, ein und derselbe Körper Christi, ein und derselbe Dharmakaya sind, dann diene ich meinem Selbst, indem ich anderen diene. Als Christus sagte: «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst», muss er wohl gemeint haben: «Liebe deinen Nächsten als dein Selbst.»
    Ken Wilber aus

    http://www.sasserlone.de/autor/50/ken.wilber/4/

    Kann jemand mich erzaehlen was das subtile Differenz auf Deutsch ist zwischen :
    wie dich selbst
    und
    als dein Selbst?
    Ins Hollaendische uebersetzt bin ich mich nicht ganz sicher.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lieber Kees,

      „als“ bedeutet hier eine Gleichsetzung der beiden Selbste (mir fällt spontan ein: „Ich nehme Dich an als meinen Ehemann.“ Der mit diesen Worten Angenommene ist seither in aller Wirklichkeit mein Ehemann.).
      „wie“ bezieht sich auf das Lieben: liebe das eine so, wie Du das andere liebst.

      Ich begreife es daher so:

      »Liebe deinen Nächsten als dein Selbst.« – Daß dein Selbst etwas anderes ist als das Selbst deines Nächsten, ist eine Illusion. Ihr seid in Wirklichkeit ein- und dasselbe. Daher versteht es sich von selbst ;-) , daß du, wenn du dein eigenens Selbst liebst, auch das deines Nächsten liebst.
      Du liebst also im Grunde dein eigenes Selbst, indem du deinen Nächsten in dieser Ken-Wilberschen Art und Weise „liebst“.

      »Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst.« – Dein Nächster und Du – Ihr seid in Wirk-lichkeit zwei unterschiedliche Individualitäten.
      Der Christus sagt: Liebe dieses andere Selbst Deines Nächsten ebensosehr, wie Du Dein eigenes Selbst liebst.

      Herzlich,
      Ingrid

      Löschen
    2. "wie dich selbst
      und
      als dein Selbst?"

      Bei "wie Dich selbst" habe/hätte ich mit meinem betrachtenden inneren Auge das Wesen/Sein meiner aktuellen Individualität mit im Auge, mein Sein, wohlwissend, dass es unvollkommen ist, dies als vergleichenden Ausgangspunkt.

      Das "als" bei "als Dein Selbst" nimmt hier den Charakter des Benennenden an, mehr benennend als vergleichend. Du bist dann eben auch das Selbst wie alle anderen auch, das Individuum ist verschwunden durch die Benennung. Der Andere bin auch Ich und umgekehrt.

      "Wie" mehr vergleichend, "als" mehr benennend, so würde ich es verstehen.

      Löschen
    3. Im ersten Falle ("wie dich selbst") heißt das: liebe den andern so, wie Du Dich, cheese curve, selber liebst.

      Im zweiten Falle würde ich es tendenziell eher so interpretieren: Liebe den andern, denn er ist Du - also er ist eins mit Dir.

      Löschen
    4. Ich hatte Ähnliches schon vor ein paar Stunden gepostet, es scheint verlorengegangen zu sein. Nun gibt es ja inzwischen schon einige Antworten (denen ich zustimme) – trotzdem auch noch von mir:

      Lieber Kees,

      „als“ bedeutet hier eine Gleichsetzung der beiden Selbste (mir fällt spontan ein: „Ich nehme Dich an als meinen Ehemann.“ Der mit diesen Worten Angenommene ist seither in aller Wirklichkeit mein Ehemann :-)).
      „wie“ bezieht sich auf das Lieben: liebe das eine so, wie Du das andere liebst.

      Ich begreife es daher so:

      »Liebe deinen Nächsten als dein Selbst.« – Daß dein Selbst etwas anderes ist als das Selbst deines Nächsten, ist eine Illusion. Ihr seid in Wirklichkeit ein- und dasselbe. Daher versteht es sich von selbst ;-) , daß du, wenn du dein eigenens Selbst „liebst“, damit automatisch auch das Selbst deines Nächsten „liebst“.
      Indem du deinen Nächsten „liebst“ in dieser Ken-Wilberschen Art und Weise, „liebst“ du also automatisch auch dein eigenes Selbst, und umgekehrt.

      »Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst.« – Dein Nächster und Du – Ihr seid in Wirk-lichkeit zwei unterschiedliche Individualitäten.
      Der Christus sagt: Liebe dieses andere Selbst Deines Nächsten ebensosehr, wie Du Dein eigenes Selbst liebst.
      ;-) Das klappt freilich nicht automatisch.

      Herzlich,
      Ingrid

      Löschen
    5. Danke ihr Lieben in die Runde,jetzt ist es etwas deutlicher,auch weil es Selbst und selbst gibt mit S und s

      Das Selbst was man ist und das selbst das man hat

      ,also daraus spricht mehr unpersoehnliches bei Wilbur

      Das selbst was man spricht mir mehr an als das Selbst das man hat

      Löschen
    6. Liebe Ingrid,
      es gefällt mir aber viel besser, dieses "nicht automatisch", sonst kommt man sich doch auch irgendwie vor, als bräuchte man mich gar nicht dazu... Nur weil ich selbst keinen brauche, um mich zu verwirklichen.
      Aber: die beiden brauchen sich, allerdings eben nur dafür, sich als Freie lieben zu können.

      Löschen
    7. Es war etwas weggefallen,mein letzter Satz:

      Das selbst was man Ist. spricht mich mehr an als dat Selbst das man. hat.
      Sein und haben

      Löschen
  7. Vielen Dank für dieses Video! Das klingt doch noch anders als das, was ich aus Wilbers Büchern in Erinnerung hatte.

    Ken Wilber, der früher (wie man in dem Video erfahren konnte, das Michael zuerst versehentlich hereingestellt hatte) an den Netzhäuten geschlachteter Rinder die „mechanics of vision“ erforschte, hat also nun gewissermaßen den „toten“ Teil der Liebe erforscht.
    Interessant.
    Ich bin ziemlich sicher, diese toten Netzhäute konnten trotz Wilbers Forschungen nicht sehen. Mit den „mechanics of love“ verhält es sich nicht viel anders:

    Ken Wilber setzt „Love“ gleich mit der Kraft, die durch das ganze Universum geht, seit dem Urknall und auch bis in alle Zukunft --- der Kraft, die einzelne winzige Partikelchen bewegte, sich zu Atomen zusammenzuschließen, dann Atome zu Molekülen, Moleküle zu Zellen, Zellen zu Organismen und so weiter, über Pflanzen und Tiere bis zum „Emerging“ des Menschen.
    Er spricht ganz richtig davon, daß schon die alten Griechen diese Kraft kannten, die nach Vereinigung strebt... und er nennt diese Kraft bei demselben Namen wie sie: Eros.
    (Sokrates übrigens nannte Eros nicht einen Gott, sondern einen Daimon...)

    Und Ken Wilber übersieht, indem er ausdrücklich „Eros“ gleichsetzt mit „Love“, daß schon die alten Griechen neben Eros auch noch Philia kannten, die Freundesliebe (ohne das treibende Begehren des Eros), und vor allem auch
    Agape (das lateinische Wort dafür ist, wie Kerstin erwähnt, Caritas) – die herabsteigende Liebe, die nicht, wie Eros, begehrend von unten hinaufstrebt, sondern die, nach Plotin, »ein vom Subjekt ausgehendes, freies Tun [ist], wodurch das Geringere erhöht wird« (im Neuen Testament wird mit diesem Wort die „göttliche Liebe“ bezeichnet).

    Wenn man sich dessen bewußt ist, daß Ken Wilber hier also nur einen Teil der „Liebe“ betrachtet, dann ist es sehr interessant, seinem Gedankengang weiter zu folgen:
    Denn wollten wir Eros alleine walten lassen, dann würde die Welt wohl tatsächlich so funktionieren, wie Wilber es schildert: wir würden dazu getrieben, uns unter Aufgabe unserer Individualität zu immer größeren „Holons“ zusammenzuschließen, um schließlich zu enden in dem, was Michael als „Einheitsbreibewußstein“ bezeichnet.

    In einem solchen Weltbild finde ich weder Raum für Freiheit noch für Liebe, wie ich sie begreife (denn eine Tat aus Liebe ist für mich eine freie Tat, nicht verursacht durch „simply the drive to higher levels of unity“).

    Ganz klar: in diesem „integralen“ Weltbild fehlt etwas. Man muß dieses hier Fehlende nicht unbedingt mit dem Namen „Christus“ bezeichnen. Aber auch für mich ist es das „Sohnesgöttliche“, das hier fehlt.
    Und daran liegt es wohl auch, daß es einige von uns so kalt anweht aus diesem „Integral“:
    Kälte ist die Abwesenheit von Wärme.

    Lieben Gruß aus warmem Herzen - und Gute Nacht!
    Ingrid

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. P.S.: Ich hatte gestern zuerst das Video angesehen, in dem Ken Wilber über „visual mechanics“ spricht, und dabei etwas bemerkt. Ich schob es zunächst auf meine persönliche emotionale Verbundenheit mit dem Thema – denn ich bin seit Jahren immer wieder in engem Kontakt mit Peter Grunwald, einem Menschen, der auf ganz intuitive Weise nicht die tote Mechanik des Sehens erforscht, sondern die lebendige Funktionsweise (Peter hat sich bisher nicht mit Anthroposophie beschäftigt; und ich staune, wie seine Intuitionen von Jahr zu Jahr mehr mit dem zusammenstimmen, was ich bei Rudolf Steiner lese... aber das nur am Rande).
      Am Abend sah ich dann das Video über die „Liebe“ an, und da war es wieder, wenn auch seltener und nicht ganz so deutlich. Und wieder war ich nicht sicher, ob ich aus meiner eigenen Emotionalität heraus etwas „hineininterpretierte“ (denn ich hatte gerade meine 89jährige und bisher quicklebendige und ganz und gar selbständige Mutter mit einem Oberschenkelhalsbruch ins Spital gebracht...).
      Jetzt habe mir beide Videos noch einmal angesehen, in einer so-nüchtern-wie-nur-möglichen Stimmung. Und es ist immer noch da, das, was ich gestern herauszuhören meinte.

      Und so möchte ich Euch nun fragen, ob vielleicht auch eine(r) von Euch es hören kann in Ken Wilbers Stimme: etwas wie verhaltenes Schluchzen...
      ???

      Fragenden Gruß in die Runde,
      Ingrid

      Löschen
    2. ich hielt es für ein greisenhaftes beben in der stimme, im sinne analog zitternder hände / greisenhafter zwerchfell-tremor beim atmen, nur sporadisch auftretend / ..niesen und gähnen sind ätherische gesten, die im astralen im lachen und weinen ihre entsprechung finden.. ob das beben nun "ätherischer" natur war, oder unbewußt seelischer, also astraler natur, hrm? ..keine ahnung, ingrid.. ein freund von mir, der gerne andere verspottete, hatte allerdings oft -ein lachen- das bei genauem "in die abgründe" lauschen .. tatsächlich wie verzweifeltes geheul .. und weinen klang.. hmmm... :-/
      mischa butty

      Löschen
    3. Liebe Ingrid, dank dir und deiner Scharfsinne, schau ichs mir wohl doch noch mal an, hast mich neugierig gemacht (ich liebe so Details an Menschen und Dingen, die ja gerne übersehen oder überhört werden ;-)

      lg-steffen

      Löschen
    4. ..ich hätte doch "greisenhaft" .. in hasenöhrchen.. schreiben sollen, den so ohne ..ist das nicht gerade nett.. hier hat mich auch wieder unreflektiert ..typisch "anthroposophischer wort-schatz" :-/ eingeholt .. mit den meister- joda -ohren (aus krieg der sterne, uraltes wesen und lehrer der jedi-ritter)und haarlos.. wirkt ken wilber eben wie der straighte alte herr, ein "weisheits-erfüllter greis" .. rüstig und energisch .. in der klassischen "waldorf-terminologie" wird der "überzogene intellektualismus" ja mit "greisenhaft" analogisiert.. dennoch.. das zeitweilige beben in der stimme, wo ingrid eine art schluchzen vernommen zu haben meint, ist auf jeden fall da, und "macht irgendwie auch was her" (und ich glaub' zu ahnen, was sie meint .. etwa, daß wilber selbst -quasi-leiden könnte unter der härte seiner verallgemeinerung, oder?)
      m.butty

      Löschen
  8. @freudean:(von Wolfgang)
    Entschuldige, daß ich das hier rein stelle, aber nun schaust Du nicht mehr in den Blog, wo wir es von Judith von Halle hatten - und mir ist es sehr wichtig, daß Du meine Anwort noch liest. Deshalb stell ich das hier rein. Du hattest als letztes über JvH gesagt:
    (freudeanSamstag, 15. Dezember 2012 16:56:00 MEZ)
    "Ich bedanke mich auch für den link zu Junko Althaus. Ich denke, sie gibt eine sehr stimmige Antwort auf den Versuch von JvH den ätherischen Christus zu vereinnahmen.Ich halte das, was JvH da schreibt und wie sie es schreibt, wirklich für sehr peinlich.
    Danke auch, Ernst, für den link über die Weihnachtstagung und den Ereignissen rund um diese!
    Das war sehr spannend für mich zu lesen, und ich verstehe jetzt etwas mehr über die anthroposophische Bewegung."
    Meine Antwort darauf ist:
    (AnonymSamstag, 15. Dezember 2012 18:59:00 MEZ)
    Wie kommst Du, Freudean, auf die Idee, daß JvH den ätherischen Christus vereinnahmen will?
    Das ist doch einfach eine fette Lüge - und eine unglaubliche Verleumdung!
    Ich habe damals mit Althaus über ihre Fehlinterpretationen diskutiert - und bin mir seither klarer als je zuvor, daß das, was Du hier sagst, das peinlichste schlechthin ist! Wirklich sehr, sehr peinlich!!! Man kann halt Anthroposophie nicht verstehen, wenn man sich nicht anstrengt!
    Manchmal muß man sich schon fragen, wieso die Leute beim Lesen von jeder Logik absehen, z.B. Junko Althaus in dem Artikel über Judiths oben erwähntes Buch. Althaus schreibt:

    "Frau von Halle beschreibt die Möglichkeit einer unmittelbaren Begegnung mit dem ätherischen Christus im Sinne einer Einweihung, welche vom Besucher des ersten Goetheanums mit der fertig gestellten Figur des Menschheitsrepräsentanten hätte erfahren werden sollen. Nach ihrer Ansicht ist diese Einweihungsmöglichkeit nicht eingetreten, weil das erste Goetheanm zerstört und die Christus-Figur nicht fertig gestellt wurde."

    Das sagt Junko soweit ja richtig: JvH beschreibt also diese Möglichkeit der Einweihung - und selbstverständlich sagt Judith von Halle nicht, daß man NUR so den ätherischen Christus erfahren könne - JvH ist ja selbstverständlich ausnahmslos mit absolut allem einverstanden, was R.Steiner sagt.
    Aber sie erzählt davon, was R.Steiner mit dem ersten Goetheanum wollte...
    (Fortsetzung folgt)

    AntwortenLöschen
  9. Fortsetzung:
    Weiter unten sagt Althaus dann aber:

    "Wer diese Stelle liest, kann die Empfindung haben: "Die allgemeine Trennwand zwischen dem Christus im Ätherischen und uns ist nicht beseitigt worden, weil das erste Goetheanum seine eigentliche Mission nicht erfüllt hatte. Die Trennwand zwischen dem ätherischen Christus und uns ist so geblieben." (Das ist also kein Zitat von Judith von Halle – sondern von Althaus!!!)

    Das ist natürlich barer Unsinn! Die Fehlinterpretation schlechthin!!! Das erste Goetheanum ist abgebrannt - und deshalb kann man nicht auf diese Art den ätherischen Christus erleben, wie das Steiner wollte (im Sinne einer Möglichkeit der "Einweihung" in diesem Gebäude) Das heißt selbstverständlich, daß das Erleben des C. im Ätherischen genauso für jeden stattfinden kann, wie es Steiner beschrieben hat. Durch diesen logischen Fehler von J. Althaus am Anfang wird der ganze Text zu einem überflüssigen Irrtum, einer Fehlinterpretation.
    Judith von Halle hat oft in den letzten Jahren gesagt, daß wir Anthroposophen uns nicht unter (den selbstgemachten) Druck setzen lassen sollten, wenn wir noch kein solches Erlebnis gehabt hätten. Denn Steiner sagte, daß das genau jetzt beginnt - und noch 3000 Jahre dauert! Und in GA 131, dem dritten Vortrag (bitte nachlesen!!!), da sagt er sogar, daß die Ursache für das sog. Erscheinen darin läge, daß der Christus zum Herrn über das Karma wird - und zwar ab dem Ende des 20. Jh. - und das bewirke dann bei einigen das Gefühl, welches sich in das Licht verwandle (das also von einem selbst ausgeht) und das den ätherischen Christus dann beleuchtet. Junko Althaus hat schön geschrieben - aber leider alles völlig falsch. Sie versteht JvH nicht, sie hat das Buch von grundauf nicht kapiert - und wer sich von ihrem Schreibstil einlullen läßt oder gar überzeugen läßt - bezüglich Judith von Halle - der hat auf eigenes Denken verzichtet!
    Gruß
    Wolfgang Stadler

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. an Wolfgang Stadler,
      warum bezichtigtst Du "freudean" der "Lüge", auch noch "fette Lüge".

      Wenn, kann es nur darum handeln, Du bist der Ansicht, freudean gibt in Deinen Augen (sprichwörtlich) etwas Falsches wieder.

      Auch wenn Du wie ein "Ritter" (Wolfgang S. kämpfte eine Zeit lang für Halle auf diese Weise, mit dem Rücken zur "Dame") für Frau Halle eintrittst, tust Du ihr keinen gefallen, "so" aufzutreten, wie mit der "fetten Lüge".
      Du magst uns Kritiker an Halle bedauern, weil Du Dich im Licht der Erkenntnis wähnst, gestattet dies Dir aber, uns bösen Willens zu unterstellen. Alleine wenn Du bei Herrn Tradowsky nachfragst, ob die geschilderte Szene mit den 12en in Berlin stimmt, wird er dies bestätigen müssen, so viel Charakter habe ich an ihm schon wahrgenommen, als ich einige Meter von ihm entfernt im Rudolf Steiner Haus sein Gesicht sah, kurz überlegte, ihn anzusprechen, es aber sein ließ.

      Ich denke, Du wirst Dich bei Frederike entschuldigen?!
      Mir sind Deine Beschimpfungen egal, Du schadest nur Dir selber!

      Löschen
    2. @Ernst und Frederike:
      Ach so: Freudean ist Frederike? Hab ich vergessen. - Ok Ernst: danke für diese Info. Gegenüber Damen bin ich ein gentleman...:-)
      (Und versehentlich hatte ich mir einen blöden Mann vorgestellt, der das sagt, und so auch geschrieben - und nicht eine sympathische Frau, wie das Frederike zweifelsohne ist!)

      Aber, Ernst, es ist halt so, daß Frederike JvH verleumdet, wenn sie behauptet, daß JvH "den ätherischen Christus vereinnahmen will". Das wirft ein so bescheuertes Licht auf JvH - ausgerechnet zu der Frau, die selbst in einer solchen tiefen Liebe zu Christus lebt - wovon jeder von uns sich ein ganz großes Stück abschneiden sollte! Das ist - ohne freudean "Bösartigkeit" vorzuwerfen - eine ziemlich große Tumbheit! - Und die gute Frederike sagt auch noch, daß JvH sich damit "peinlich" äußere. Ich weiß gar nicht, ob ich das eher für kindisch halten soll - oder eher für so wenig intelligent, wie die Pharisäer waren, als sie Christus "Blasphemie" vorwarfen. (Nicht daß ich JvH mit Christus vergleichen will, - natürlich nicht - aber es ist ein Bild, ein Vergleich...)

      Löschen
    3. @Ernst und Frederike:
      Ach so: Freudean ist Frederike? Hab ich vergessen. - Ok Ernst: danke für diese Info. Gegenüber Damen bin ich ein gentleman...:-)
      (Und versehentlich hatte ich mir einen blöden Mann vorgestellt, der das sagt, und so auch geschrieben - und nicht eine sympathische Frau, wie das Frederike zweifelsohne ist!)

      Aber, Ernst, es ist halt so, daß Frederike JvH verleumdet, wenn sie behauptet, daß JvH "den ätherischen Christus vereinnahmen will". Das wirft ein so bescheuertes Licht auf JvH - ausgerechnet zu der Frau, die selbst in einer solchen tiefen Liebe zu Christus lebt - wovon jeder von uns sich ein ganz großes Stück abschneiden sollte! Das ist - ohne freudean "Bösartigkeit" vorzuwerfen - eine ziemlich große Tumbheit! - Und die gute Frederike sagt auch noch, daß JvH sich damit "peinlich" äußere. Ich weiß gar nicht, ob ich das eher für kindisch halten soll - oder eher für so wenig intelligent, wie die Pharisäer waren, als sie Christus "Blasphemie" vorwarfen. (Nicht daß ich JvH mit Christus vergleichen will, - natürlich nicht - aber es ist ein Bild, ein Vergleich...)

      Löschen
    4. "...wenn sie behauptet, daß JvH "den ätherischen Christus vereinnahmen will".

      Ich frage mich, wie das überhaupt gehen könnte, den ätherischen Christus zu vereinnahmen -- ?

      Löschen
  10. Tschuldigung, was ist das bitte für ein Übersetzer? Ist mir da was entgangen?
    http://www.amazon.de/Gnade-einer-Krankheit-bew%C3%A4hrt-gro%C3%9Fe/dp/3442427401/ref=sr_1_15?ie=UTF8&qid=1355942993&sr=8-15

    AntwortenLöschen
  11. Meine Wahrnehmung: Ken Wilber will wichtig sein.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielleicht das häufigste Mißverständnis in Anthroposophistan: Die Verwechslung von Wahrnehmung und Urteil.

      Löschen
    2. Und das bedeutet, als Antwort auf den Kommentar, der eine subjektive Wahrnehmung, kein Urteil transportierte?

      Löschen
    3. »Vielleicht das häufigste Mißverständnis in Anthroposophistan: Die Verwechslung von Wahrnehmung und Urteil.«
      :-) Ja freilich.
      Und nicht zu vergessen alles, was irgendwo dazwischen liegt. :-)

      Allerdings erlebe ich das auch außerhalb von „Anthroposophistan“ nicht gerade selten.

      Meine Überzeugung: Ken Wilber will etwas zum Fortschritt dessen beitragen, was er unter „Bewußtseinsevolution“ versteht.
      Mein bisheriger Eindruck: er übersieht dabei, daß er von unvollständigen Prämissen ausgeht, die zwar den Eros als reale Kraft einbeziehen, nicht aber die Agape.
      Mein Urteil steht noch aus, dazu müßte ich mich sehr viel ausführlicher mit ihm befassen.
      Meine Entscheidung: ich gebe mich im Augenblick damit zufrieden, in Bezug auf Ken Wilber zu keinem endgültigen Urteil zu kommen, da mein Interesse an ihm nicht ausreicht für eine ausführliche Auseinandersetzung und ich meine Zeit lieber für anderes verwende.

      :-) Zum Beispiel für solche anregenden Blog-Diskussionen...

      Gute Nacht!
      Ingrid

      Löschen
    4. ein guter Entscheid - eine gute Nacht!

      Ein paar weitere Infos zu Ken Wilber: http://www.strippingthegurus.com/stgsamplechapters/wilber.asp

      Löschen
    5. "Not even the Dalai Lama can sustain nondual awareness through deep sleep, Wilber informed me, as he can (Horgan, 2003a). So weit zu Wilbers Ego.

      Löschen
    6. Lieber Michael,

      »...So weit zu Wilbers Ego.«
      Also, das finde ich nun doch ein wenig unfair.

      In Wilbers eigenen Worten zum Thema „constant consciousness“ finde ich nichts Überhebliches, sondern eine ziemlich sachliche Schilderung seines damaligen Weges. Es steht auch nichts davon drin, daß er der einzige Mensch der Welt wäre, dem das gelungen sei. Wilber erwähnt ganz im Gegenteil spirituelle Lehrer wie beispielsweise Rinpoche, der „also stressed the importance of carrying the mirror-mind into the dream and deep sleep states.“ Und offenbar hat er auch kein Problem damit, zu erzählen, wie er dieses ununterbrochene Bewußtsein während einer schweren Infektionskrankheit nicht mehr aufrechterhalten konnte...

      Vom Dalai Lama spricht Wilber in diesem Zusammenhang überhaupt nicht (und ich habe auch keine Ahnung davon, ob der Dalai Lama das Erreichen dieser „constant consciousness“ überhaupt anstrebt und, falls ja, ob er diesbezüglich bisher gescheitert ist...). Das stammt offenbar aus einem Interview, daß John Horgan mit ihm geführt hat. Wenn ich Horgans Gedanken zur ironischen Wissenschaft dazuhalte, dann liegt für mich der Schluß nahe: Horgan alles zu glauben, was er über Wilber sagt, hätte eine gewisse Ähnlichkeit damit, Zander alles zu glauben, was er über Steiner sagt.

      Im übrigen finde ich in dem von „Anonym“ verlinkten Text von Norman Einstein eine Information, die mich wirklich überrascht:
      Ken Wilbers erstes Buch „The Spectrum of Consciousness“ wurde, so scheint es, von zwanzig Verlegern abgelehnt, bevor – drei Jahre später – das Verlagshaus der Theosophical Society es annahm.

      :-) Das alles bedeutet auch weiterhin nicht, daß ich beabsichtige, mich jetzt voller Enthusiasmus auf Ken Wilbers Bücher zu stürzen. Mir genügen die drei, die ich bisher von ihm gelesen habe.
      Mich interessiert zunächst die Art, wie „Anhänger“ und „Feinde“ mit Wilber umgehen, wesentlich mehr als die Inhalte, die er vermittelt (ähnlich ist es für mich bisher mit Judith von Halle).

      Herzlich,
      Ingrid

      Löschen
  12. Die obig angeführte "Analogie von der Liebe" ist keine bloße Analogie. Und das Schlichte mag schlicht sein, kann nichtsdestoweniger aber trotzdem der Wahrheit entsprechen. Wir Menschen tragen unter anderem in uns: Reptilienhirn, Säugetierhirn, Großhirn, die sich eben, wie allseits bekannt, im Laufe der Entwicklung zum Menschen hin gebildet haben. Auch ansonsten sind wir aus all den Elementen zusammengesetzt, die auch im äußeren Kosmos auffindbar sind.
    Liebe erzeugt, erschafft, schöpft. Ob man nun die körperliche Liebe im Sinne hat, oder die menschlich-humane. Sie verwendet schon Vorhandenes und bildet aus diesen Grundlagen eine völlig neue Einheit heraus = umfassen und umschliessen. Aber das sind alles Tatsachen, so offensichtlich wie eure offene Hand, die gerne zupackt und sich Dinge aneignen will. Das reine Begreifen ist ein Akt des Kosmos, ein Hauptakt.
    Die Liebe kann deshalb auch nicht vordiktiert sein bzw, werden, ist sie doch der Grund alles dessen, was es gibt, bei der Selbstliebe angefangen bis hin zur erweiterten Liebe allen Seins. Es gab viele Dikatoren in der Welt, doch noch niemand hat uns die Liebe aufzwingen können. Christus versucht uns zu überzeugen, und die etwas forschere Geistlichkeit scheitert regelmäßig, wenn sie darüber hinauszugehen versucht, selbst mit den vielleicht allerbesten Absichten.

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Danke für Ihre Mitarbeit im Blog.

Egoistisch am meisten gelesen: