Zwei zu Eins

"Jesus sprach zu ihnen: „Wenn ihr die zwei zu eins macht und wenn ihr das Innere wie das Äußere macht und das Äußere wie das Innere und das Obere wie das Untere und wenn ihr das Männliche und das Weibliche zu einem einzigen macht, so daß das Männliche nicht männlich und das Weibliche nicht weiblich ist, und wenn ihr Augen macht anstelle eines Auges und eine Hand anstelle einer Hand und einen Fuß anstelle eines Fußes, ein Bild [ει̉κών] anstelle eines Bildes, dann werdet ihr in [das Königreich] eingehen.“"

Im Evangelium nach Thomas 

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"Das Thomasevangelium war lange Zeit verschollen; man kannte bloß Notizen einigerKirchenväter, die es einhellig und von Anfang an[1] zu den Apokryphen rechneten und alsgnostisch oder manichäisch ablehnten." Wikipedia

Kommentare

  1. Eine Frage, die ich nicht verstehe: wieso lehnten denn eigentlich einige Kirchenväter die gnostischen und manichäischen Strömungen ab?

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  2. Hallo Kerstin, vielleicht hilft dir ja folgendes weiter: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/598961/

    oder das hier: http://www.schmiede-des-wissens.de/thom.php

    lg

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  3. Danke lieber Steffen,
    die links sind ja "Gold wert"! Schau, das gefällt mir hier am Blog z.B. so gut, dass das klappt, dass man so ursprüngliche Quellen bekommt. Irgendwer weiss immer irgendwie weiter. Obwohl es doch nur Worte sind, die wir hier austauschen.
    Allerdings habe ich es nicht verstanden, was das soll, diese Zweiteilung in Gnostiker und sog. Rechtgläubige, gerade auf den o.g. Text. Beide Religionsformen sollten sich gegenseitig anerkennen.
    Bisschen traurig bin ich auch noch immer, weil nichts da ist, worauf ich die dort beschriebenen geistigen Organe richten könnte. Jedenfalls kommt es mir immer noch so vor. Oder anders gesagt, die Übung schaffe ich vielleicht noch, hab aber keinen Ort, worauf ich das richten könnte.

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  4. Danke Kerstin S.,

    durch Deine Nachfrage wurde ich neugierig, habe die links von Steffen angeklickt und nach Hinweis gegoogelt, finde das Judas-Evangelium, das ich bisher nicht kannte:

    http://bsiebert.bs.ohost.de/Judas/GermanGospelOfJudas.pdf

    Persönlich half ein Hinweis Rudolf Steiners:
    die Kirche lehnte die Gnostiker ab, da nach deren Anschauung, der Urschöpfergott eine unvollkommene Welt schuf und Christus ein höher entwickeltes Wesen als Gott selbst ist. Er kam, um das Werk Gottes zu vollenden.

    (für die Kirche entstünde das Problem, dem "Mensch" kann nicht mehr die Schuld an dem Übel ganz aufgebürdet werden. Im Sinne der Gnosis würde Christus uns helfen, das Erdenwerk Gottes zu vervollkommnen. Nach Steiner ist die "Ursünde" in der Göttlichen Welt zu suchen, während die Katholische Kirche sie uns von Geburt an sprichwörtlich in die Schuhe schiebt, wie ja Franziskus jetzt sehr das "Böse" betont (nach wiederholtem Hören seiner Stimme gruselt, friert meine Seele))

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  5. Hallo lieber Ernst,
    ich hab es auch getan, und ausserdem den link von dir auf meinen PC heruntergeladen. Ich will schon den ganzen Abend eine Antwort an dich schreiben, muss aber sagen, dass ich mich festgefressen habe. Ja, dieser gesamte Themenkreis rund um "den einen Gott" ist extrem spannend. Sag, meinst du Dostojewski, der russische Dichter, war Gnostiker? Die Lektüre vom Großinquisitor war meine erste Begegnung damit. Man kommt sich vor, als würde man den anderen machen lassen, und Christus bleibt Gott. Das ist vielleicht eine Sichtweise auf die Kirche! Nun verstehe ich, warum die nicht wollen, dass einer das weiss :-)
    Noch eine Frage, ich musste mittendrin aufhören zu lesen. Kannst du mir den Namen erklären: "Wir sind WIE(???) Engel" Ich kenne nur den Psalm aus dem alten Testament, der den Namen des Erzengels enthält.
    Ernst, wieso gruselt es dich denn eigentlich? Ich muss sagen, ich fürchte mich vor all dem weit weniger als davor, jahrelang hängengelassen zu werden ;-)
    Alles Liebe.

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  6. Hallo Kerstin,
    danke für die Fragen,
    die ich nicht beantworten kann.
    Habe bis auf die Bände "Rosa Mira"
    keine russischen Dichter gelesen.

    Die Vögel haben heute Morgen so fröhlich gesungen,
    sie künden von der Nähe..... ... der Frühling kommt.

    Vielleicht "gruselt" es mich,
    weil Armut für Europa zum Ideal erhoben wird,
    damit die politischen Führer das "Volk" bestehlen können,
    ohne daß die "dummen Schafe"...... .

    Wir wünwchen uns Liebe
    und wissen doch eigentlich gar nicht,
    was das ist..... .

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    1. "Liebe" Kerstin (ernst gemeint)
      das "Frösteln" durch Franziskus ist die eine Seite.
      Finde beim googeln zu Griechenlansd, diese Nachricht:

      "Auch Betriebsbesetzungen haben inzwischen einen größeren Umfang angenommen. Ganz aktuell und am populärsten dürfte die von Viomichaniki Metaleftiki (Vio.Me) in Thessaloniki sein (siehe auch Terz 03/2013), die inzwischen zum Symbol der Selbstverwaltung in Griechenland und über die Grenzen hinaus geworden ist. Nach der Wiederinbetriebnahme im Februar öffneten die Arbeiter*innen, unter Teilnahme von mehreren hundert Solidarisierenden aus ganz Griechenland und zahlreichen Journalist*innen, das Tor zur Fabrik. Seitdem hat sich die Solidaritätswelle verbreitert und verselbständigt. Auf der ganzen Welt - von Australien bis in die USA - haben sich Solidaritätskomitees gegründet. Namhafte Intellektuelle wie John Holloway, Naomi Klein oder David Harvey unterstützten die internationale Solidaritätserklärung. Im dem griechischen unabhängigen Magazin „Unfollow“ äußerte sich John Holloway: „Die Selbstverwaltung der Fabrik VIO.ME durch die Arbeiter ist eine wichtige Neuigkeit. Die Krise in Griechenland schreit zu der ganzen Welt, dass der Kapitalismus gescheitert ist. Es ist unsere Zeit gekommen zu übernehmen. Es gibt keinen anderen Weg als nach vorn.“

      http://www.terz.org/texte/texte_1304/blockupy.html

      Also ist die Krise auch eine Chance!

      Hoffen wir, die Menschen lassen sich in der Not
      nicht durch "Religion" einfangen!
      Wenn der Nuntius in Berlin nun die "Zölibatsfrage" aus der "Tasche" zieht, dann ist das nur Ablenkungsmanöver.
      Unternehmertum und Priestertum "entmündigen",
      es wird uns etwas in den Mund gelegt,
      das wir selbst nicht erarbeiten!
      Wir lassen uns materiell und spirituell abspeisen.

      Christus in uns

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  7. Guten Morgen oder Mittag, Ernst,

    Na macht nichts, schliesslich müssen wir alle ja selbst forschen. Über Nacht habe ich noch vieles im Herzen bewegt. Nun, der Hl.Thomas aus Indien und der Hl.Judas, der hingebungsvollste, sie wissen wohl viel. Sie sind sehr gut, was Erkenntnisse angeht. Zu anderen Dingen steht in deren Evangelien weniger darin. Warscheinlich sind sie deshalb nicht in den Bibelkanon aufgenommen worden, obwohl sie zum vollständigen Verständnis offensichtlich notwendig sind. Das Magdalenen-Evangelium weiss sicher auch etwas ganz eigenes.

    Fragen hätte ich ganz viele gehabt, Ernst. Beispielsweise, ist mit dem Schöpfergott (nicht Christus offensichtlich, laut deiner Definition) der Schöpfer des Weltalls gemeint, oder nur der einer Welt-in-der-Welt, wie zum Beispiel unserem Kulturleben? Das habe ich schon bei Dostojewski nicht richtig verstanden. Aber es ist ja wichtig, wenn du jetzt beginnen willst, von Agape oder Caritas, Armut und Sorgearbeit zu sprechen. Man könnte dann ja meinen, dem Christus ist es egal, auf eine Weise. Denn wer tut, der tut. Für ihn wäre dann nur die Besinnung wichtig.

    Du musst mir nicht unbedingt im Blog antworten, wenn du nicht magst, meine EMailadresse lautet meinepost(at)sonnenkinder.org. Aber so können alle mitlesen.

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    1. Liebe Kerstin, lieber Steffen,

      erst einmal danke Steffen für Deine kleine, klare Übersicht, die manche Fragen bereits klärt.

      Passend zu dem anderen thread mit dem Interview von Herrn Heisterkamp, ist Christus auch innerhalb des Islam erneuernd tätig. Etwa die Bahai, oder die Ahmadiyya-Bewegung, die mir zuerst spirituell, dann physisch bekannt wurde. Christus hat sich -mir- hinter verschiedenen Organisationen, spirituellen Bewegungen gezeigt, wo ich ihn erst einmal gar nicht vermutet hätte. Aus meiner eigenen Erfahrung leitet Christus alle Planetenzustände. Durfte verschiedene "zukünftige" Planetenverhältnisse erleben, wobei Steiner beschreibt, diese Zukunft gilt nur für uns Menschen. Vom "Vulkan" konnte ich nur die Erinnerung mitbringen, es gibt ihn, ich war "dort", jedoch fehlen mir jegliche direkte Erinnerungen über die Verhältnisse dort. Jedoch wurde bewußt, "dort" findet sich das, was wir als "Gott" so vorstellen, wobei Steiner nüchtern feststellt, im allgemeinen kommt der Mensch mit seiner Gottesvorstellung nur bis hin zu seinem Engel.

      Machen wir es anders liebe Kerstin: schau einfach, ob sich etwas im Nachtbereich als Antwort für Dich ergibt, denn wir begegnen uns natürlich hier im Internet, mehr jedoch sind wir alle ja nachts außerhalb des Körpers, können dann zumindest im Aufwachen noch etwas von jenem körperlosen Sein in die Tageswelt mit herübernehmen..... .

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    2. Lieber Ernst,

      danke u.a. für die Bahai-Info, sie scheint eine sehr auf-geschlossene Religion zu sein und sie war mir auch schon bei meiner Tagore-Recherche über den Weg gelaufen. Tagore war ein Sympathisant dieser Richtung und ohnehin Freund aller Religionen.
      Er selber engagierte sich sozial, gründete auch eine Schule in Indien, wo hinzu versch. Künste gelernt bzw. gelehrt wurden. Dort komponierte bzw. schrieb er u.a. drei Hymnen - für Indien, Sri Lanka und Bangladesh - sie bestehen heute noch. Außerdem lehnte er das Kastenwesen als unmenschlich ab und die Erbschaft des väterlichen Grundbesitzes wurde genossenschaftlich geführt unter demokratischer Mitbestimmung der Pächter usw.

      Ist schon toll was ein Mensch alles so bereissen kann in einem Leben ;-) Gewissermaßen war er somit auch ein Vertreter dieses "Zwei zu Eins" (siehe thread-titel)

      Infos zu Bahai: http://de.wikipedia.org/wiki/Bahaitum

      Danke allen, Steffen

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    3. "Fragen hätte ich ganz viele gehabt, Ernst."

      Es war diese Wiederholung, die ließ etwas in mir anklingen.

      Aus diesem Vorgang ist nun - für mich - vollkommen unerwartet eine ganz wichtige Frage letzte Nacht beantwortet worden. Die Antwort kam aus vielen Seelenenergien, da im Moment im Hintergrund sehr aktiv.

      Irgendwie will ich nicht in den mail-Austausch, es soll ruhig "öffentlich" ablaufen, auf der anderen Seite passt es vielleicht nicht dem Inhaber des Blogs, wenn wir uns zu individuell austauschen. Weil ich die Energie ernst nehme, die unabhängig Deiner Worte hier ankamen, werde ich Dir nun die rundmail schicken, welche anlässlich des Falles Mollaths versandt wurde.
      Erstens, vielleicht sind Antworten enthalten, wichtiger ist aber, Du kannst dann ganz frei erst entscheiden, ob Du eine Frage - hier - stellen willst, soz. indirekte Prüfung für uns Beide.

      Ich danke Dir erst einmal, weil durch Dich sich mir eine ganz wichtige Frage beendet hat.

      Tasten wir uns weiter..... .

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  8. Liebe Kerstin,

    einfach mal ein paar Gedanken jetzt grundsätzlich zu - Gnosis.
    Ich habe viele Jahre die Gnosis erforscht und war auch zeitweise in einer gnostischen Gruppierung tätig. Ich glaube, wenn man sich auf die früheren Gnosisströmungen einläßt (u.a. Mani, Valentinus, Basidiles etc. etc.) oder auch auf gnostisch-orientierte Einzelpersonen, dann erkennt man sehr schnell, dass es da die unterschiedlichsten Ausrichtungen, Interpretationen bzw. Christus/Gott/Heiliger Geist/Sophia etc etc - Interpretationen gibt...Als Beispiel: Einige leugnen die leibhaftige Existenz des Jesus völlig, wollen ihn bzw. Christus nur als Lichtwesen sehen, andere meinen, diese Erde sei teuflisch, eine Welt des Todes - von irgendwelchen Archonten oder Demiurgen erschaffen, denen einst zahlreiche Geist-Menschenwesen erlagen (im Paradies) - und wir müssten nun so schnell wie möglich in die unvergängliche Lichtwelt zurück usw..

    Ich für mich habe mich entschieden für die Besinnung auf den Christus (Gnosis: der Lichtfunke in dir) u.a. auch ganz so wie man es bei Steiner nachlesen kann, der dem etwas Konkretes und Geordnetes gab, das fiel bei mir auf fruchtbaren Boden (ich entdeckte sogar Parallelen z.B. zu dem eher gemäßigten Gnostiker Valentinus). Der Vateraspekt ist Jesus Chr. natürlich sehr heilig bzw. Kompendium gewesen, deswegen u.a. auch das Vater Unser (allumfassender Geist des Universums).

    Ein weiterer Gedanke noch: Im Thomasevangelium heißt es u.a. von Jesus zu seinen Jüngern, auch mal ganz kurz und knapp: Werdet ganz! - oder auch: Werdet Vorrübergehende! Das wiederum erinnert mich an "Werdet wie die Kinder!" Da schwingt doch auch etwas von Ur-Vertrauen mit. Oder auch ein - Unschuldig-Werden/Sein, vielleicht mit etwas weniger Kopflastigkeit (?) usw. An zu vielen Worten und Interpretationen kann man auch kirre werden bzw. es entstehen gerne mal Zwei-fel, also eine Zweiheit, welche ja das Gegenteil von Ganz-Sein bedeutet. Ich finde, es ist schon eine Kunst sich ein Ganzes, ein Bild aus dem ganzen Sammelsurium zu erschaffen, eine ureigene Identität zu erbauen, in der man sich aufgehoben fühlt, aber es funktioniert. Sagte Goethe ja auch: "Ich bin ein Sammelwesen und habe von vielen gelernt!"

    Sorry, wenn ich hier auch mal ganz einfache Thesen vetrete ;-)

    lg

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  9. Hallo Steffen,
    ja ich stimme dir zu, es gibt unendlich viele Geschichten. Und auch alle Forschungsergebnisse die man so in die Finger bekommt, unterscheiden sich sehr voneinander. Eins sind sie darin, dass sie geistigen Gehalt und individuelles Erleben zu Eins verschmelzen... Das finde ich ganz wunderbar faszinierend. Solange wir leben, werden wir wohl nicht müde werden und etwas neues darin entdecken können.

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