Licht und Schatten

"Once you’ve mentally adjusted to shooting only in black-and-white, you start to see shadows everywhere" schreibt ein Fotograf bei einem Test von Leica- Kameras.

So geht es uns selbst auch, wenn wir, uns an der Kante des Selbstbewusstseins haltend, beginnen, uns selbst als rein moralisches Wesen zu erleben. Es ist einfach der Übergang in eine andere Schicht des Selbsterlebens, wenn wir beginnen, in Wärme zu denken. Wenn man in Wärme denkt, dann gibt es keinen Raum mehr. Aber es gibt alle Abstufungen der Wärme, individuelle Cluster davon, aber auch das Fehlen der Wärme. Diese Wärme ist nur ein anderer Begriff für Moral - nicht als Muster, Norm und Besserwisserei aufgefasst, sondern als Substanz des Seins selbst, das aufscheint am Grund des aufgeklärten Willens.

In Licht und Schatten, an der Kante des eigenen Wesens, die Linien des eigenen Erscheinens anschauend, ist das Erschrecken doch erst einmal groß. Objektiv betrachtet, wenn man die Intentionen anschaut, die wirklich im eigenen Leben stecken, dann sieht man jetzt, wie dilettantisch man sich letztlich bei dem Versuch angestellt hat, die eigenen großen Intentionen
zu erfüllen. Aber die Momente des Lebens in der Wärme entschädigen für das ramponierte Selbstbild, das am Ende auf seine Art doch gestrandet ist. Vor den Augen der Wärme haben wir uns nicht selten wie ein Fremder aufgeführt, ein der Wärme Entfallener, ein ins eigene Spiegelbild Verlorener. Aber dreht man sich um und blickt in den Sternenhimmel, entpuppt sich Wärme als Fülle, in der die Person sich als real und präsent erlebt- aber frei von Konzepten und Konventionen seiner Denkgewohnheiten.

Über den sinkenden Schatten der Landschaft erhebt sich die Sichel des Mondes.

Kommentare

  1. "sondern als Substanz des Seins selbst, das aufscheint am Grund des aufgeklärten Willens."

    Wollte nicht der Erste sein, der einen Kommentar schreibt, will aber nach dem Hören des Beitrages von "hr" Worte formulieren, es versuchen.

    Als sich der Text von Dir, Michael, fand, da war es wieder, dieses Gefühl einer inneren Verbundenheit, die oftmals verblüffte. Tauchte in der Nacht zuvor in die Tiefe der Seele(n), fand dort, was Steiner sagte, wir alle sind von Natur aus veranlagt, die schlimmsten Verbrechen zu begehen. Also der Keim liegt in Jedem von uns. Daß es nicht geschieht, hängt mit Kosmischen Vorgängen zusammen. Da sah ich nun, zu was wir(ich) fähig bin und Schamesröte muß bei diesem Erkenntnisleben aufsteigen, die Kräfte zu erleben, die wie "Substanz" in uns sind. Die Worte "an der Kante des eigenen Wesens" drücken das Erlebnis gut aus.

    Las gestern bereits die pdf-Datei, den Hinweis von "hr", hörte heute Nacht dann am Computer den neuen link, den Ton-Beitrag.
    Da ging mir auf, wie eigentlich "Substanzlos" die Vorträge Steiers insofern sind, da wir nur das Hineintragen können, was bereits in uns ist, wir das Geschriebene nur beleben können, aus uns. Wir müssen bereits eine Fähigkeit haben, die Gedanken Steiners zu verlebendigen. Doch zu oft finden wir die sich widersprechenden Gedanken, die er bewußt einbaute.
    Das Ton-Werk des WDR zeigt die Geistige Situation Europas, der Welt in einer solchen Dramatik.. ... die Ton-Hintergründe verlebendigen die Situation. Keine Phantasiefiguren, echte Teilnehmer. Die Hauptaussage, das (Geld)System ist kriminell in sich.

    "sich als real und präsent erlebt-aber frei von Konzepten und Konventionen seiner Denkgewohnheiten."
    Das war in den Worten des Dalai-Lama in Wien enthalten. Das geschieht im Gerichtssaal in München, wenn nun die CDU aufschreit.
    Ich hatte meinem Interviewpartner bewußt noch mehrere rundmails mit Anhängen geschickt, gehofft, es werde Abstand genommen, wegen der Inhalte. Aber es sind ja die Inhalte, weswegen das Interview nun doch stattfindet. Kann mich nicht verweigern.

    Wahrscheinlich bekommen doch mehr Leute mit, wie ernst die Lage ist. Es war mutig, den WDR-Beitrag zu veröffentlichen, danke nochmals an "hr".
    Vielleicht hat es doch sein Gutes, wenn ich seit einigen Jahren, trotz manchmaliger Verbindungsprobleme im Internet, gezielt an Professoren, Universitäten Material versende, immer auch mit an die "universitären Hilfskräfte".
    Sah gestern ein Bild von Franziskus, grimmig dreinblickend und er hatte den Hirtenstab seines Vorvorgängers in der Hand, den Ratzinger gegen ein einfaches, schön-goldenes Symbol ausgetauscht hatte.... ...Die Seele kann frieren, an der "Kante des eigenen Seins". Im heilsamen Erkennen findet sich der Mut, wird jenes ICH-BIN in uns lebendig..... für das Rudolf Steiner dienend wirken wollte....

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  2. Nachtrag,
    so wie das Tongemälde vom WDR die Realität besser beleuchtete, als die pdf-Datei, so zeigt dieses Bild den Konflikt (in den meine Person mit verwickelt ist).

    http://www.sueddeutsche.de/panorama/reformplaene-des-papstes-franziskus-will-macht-der-kurie-beschneiden-1.1648836

    Das Interview hängt damit zusammen. Einfließen in das Interview wird auch, was Dank des blogs mit heranreifte. Die Zeit ist reif....

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  3. (Also, ich glaub ich wird das nicht mehr lernen)

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  4. Lieber Anonym,
    Deine Bemerkung lässt nun mehrere Tage nachdenken.
    Dabei fällt dies auf "...sondern als Substanz des Seins selbst, das aufscheint am Grund des aufgeklärten Willens."

    Es gab nun das erwähnte Interview. Stellte dabei fest, wie umfangreich mein Gesprächspartner recherchiert hatte. In dem Gespräch gab ich zum Ausdruck, lasse den Willen zu der Veröffentlichung ganz frei. Habe auch nicht nach dem Impuls nachgefragt, doch hängt er mit Psychiatrie, der Fall Mollath, Betreuungsrecht usw. zusammen. Denn Herrn Mollath wurde sein Hab und Gut einfach per Betreuungsrecht "gestohlen", amtlich sozusagen. Jetzt dämmert es im Hintergrund einigen Leuten doch, da läuft etwas schief, gewaltig schief. Dieser Beitrag trägt zur Aufklärung bei:
    http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/quer/130418-quer-studiogespraech-100.html

    Mein Gesprächspartner wußte auch nicht, Tennesse Eisenberg war Waldorfschüler. Ich habe auch einige Dinge neu erfahren, vor allem wie im Hintergrund Medien meine Willenstätigkeit aufmerksam verfolgen, gerade wegen der vielen rundmails.
    Mir fiel durch das Interview auf, wie vernetzt wir Menschen sind, wenn wir voneinander lesen, ohne direkten Kontakt. Es ist notwendig, sich aufzuklären. Damit der "Wille" entfacht wird, bedarf es des eigenen Grundes und eines Ereignisses von Außen, außer man/frau kommt mit einem vorgeburtlichen Willensimpuls ins Leben.

    Mein Erlebnis, das oben geschildert ist, das zu einem Kommentartext führte, es passt zur Dramatik in Boston, aber so, Jeder von uns ist im Grunde seines Wesens fähig, solch Böses zu tun, das war das Erschrecken in mir.
    Vielleicht als Ausgleich gestern, ohne das beherzte Eingreifen, den gekonnten Griff, dann Operation einer jungen Ärztin, "Schnittpunkte" des Lebens, wäre ich heute (nach meinem Empfinden) nicht mehr am Leben. Es zeigte mir, wie verwundbar wir sind und wie wir bei aller Widrigkeit und gegenseitigem Mißverstehen irgendwie doch in keimender Liebe neben dem "aufgeklärten Willen" miteinander voranschreiten. Das Interviewgespräch zeigte aber auch, es sind Einzelne erst, welche den Mut haben, mit dem aufgeklärten Willen .... ...und das führt wieder zu Wien, wo der Dalai Lama sagte, nicht Meditation, nicht Gebet, es ist die TaT, welche den Frieden begründet....

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  5. Finde jetzt zufällig diese beiden Beiträge:


    http://www.jungewelt.de/2013/04-13/003.php

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/anschlag-auf-oktoberfest-1980-taeter-war-in-neonazi-szene-verstrickt-a-793437.html

    Da Franz Joseph Strauß eine wichtige Rolle in dem anthroposophischen Symbol-Drama spielte, wird mir erst jetzt bewußt, wie ernst mein Interviewpartner den Hinweis aufnahm, wie durch Hellsichtigkeit wahrgenommen wurde, noch während des Kompromisses, der hätte weiter laufen können, war von bestimmten Kreisen daran gedacht worden, die gesamte Familie auszulöschen, später war überlegt worden, nur den Vater zu töten, doch hielt ein Gedanke von der Tat ab: "vielleicht schadet uns Herr (hier war mein Name) im Nachtodlichen noch mehr".

    Wer obige links liest, der ahnt, wie sich ein gesellschaftliches Drama abspielte, das tatsächlich ein Teil des fünften, vielleicht bereits sechsten Mysteriendramas Rudolf Steiners war. - Nun gilt es aufmerksam auf Regensburg zu blicken, wo so grausam Tennesse Eisenberg ums Leben kam, wo aber das Landgericht Regensburg seit 1989 ein staatliches Unterbringungsverfahren gegen meine Person nicht beendete, auch das sagte ich dem Interviewpartner. "Wir sitzen in einem Boot" so Dr. Manfred Krüger, Pate meiner Mitgliedschaft. Ich würde mal gerne mit dem Vorstand am Goetheanum alles besprechen, gerade nach dem Bilde von Herrn Jelle van der Meulen.

    Vor allem bedarf es des Mutes zur Erkenntnistat. Solche Dinge lassen sich nicht "lernen" - das wollte ich noch sagen, lieber Anonymus....

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