Michaela Glöckler zum Konflikt zwischen Sergej Prokofieff und Judith von Halle

In Anthroposophie weltweit (englischsprachige Version, Heft 7-8/13) nimmt nun auch Michaela Glöckler als Mitglied des Hochschulkollegiums Stellung zum genannten Konflikt- auch wenn man ihre Mitteilungen auch als Vermeidung einer Stellungnahme verstehen könnte. Der Anlass für ihre Äußerungen ist ihre dadurch gegebene Verwicklung, dass sie offenbar mit Vorwürfen von Mitgliedern konfrontiert war, sie habe einseitig Stellung gegen Sergej Prokofieff bezogen: "Dear friends, I am writing to you, not only because of the conversations, written requests and comments that I – as many of us at the Goetheanum– have received since the publication of Sergei Prokofieff’s book Zeitreisen – ein Gegenbild anthroposophischer Geistesforschung. Eine Darstellung für Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft – but also because of the opinion expressed towards me in such conversations that I was clearly on the side of Judith von Halle and therefore an “opponent” of the views expressed by Sergei Prokofieff. Since many members experience the beginnings of a polarization that puts a strain on the social climate I decided to issue a personal statement."

Die Nachfragen sowohl von Parteigängern von Halles als auch denen Prokofieffs hätten sich gehäuft, teils in schriftlicher, teils in mündlicher Form. Glöckler verweist darauf, dass der Konflikt nicht alleine eine Sache der leitenden Mitglieder sei, sondern eine innere Frage an jedes einzelne Mitglied: "The resulting spiritual and social tensions need to be dealt with in a constructive way, but they are not only the task of the leadership at the Goetheanum – they are close to the heart of every active member." Die leitenden Mitglieder hätten die Freiheit, sich zu jeder Angelegenheit persönlich zu äußern, sollten aber auch klar machen, ob ihre Äußerungen als persönliches Statement oder in ihrer Funktion als Vorstandsmitglied zu verstehen seien. Obgleich Prokofieffs Standpunkt eindeutig persönlicher Natur gewesen sei, habe er dies im genannten Buch nicht klar genug geäußert. Dadurch sei Klärungsbedarf entstanden. Die Aufgaben des Vorstands - die Glöckler in der Folge weiter ausführt- stünden im Widerspruch zu Äußerungen -namentlich im Rahmen von Konflikten-, die einen autoritativen, ja manipulativen Charakter hätten ("to express its views in conflicts as the present one in a pontifical- manipulative way"). Das Aushalten von widersprüchlichen Meinungen sei schon deshalb notwendig, da sich heute geistige Erfahrungen Einzelner häuften ("We do have a growing number of members in the Anthroposophical Society and in the School of Spiritual Science who have clairvoyant faculties and who speak or write about them"). Auch Rudolf Steiner habe sich nie als "authoritative teacher" gesehen, sondern als jemand, der Prozesse aktiv tätig begleitete. Das Prinzip sowohl der Weihnachtstagung wie auch der christlichen Initiation erfordere eine solche selbstlose Hingabe, auch im Kontext von Konflikten. Sie selbst, Michaela Glöckler, verfolge diese Prinzipien im Rahmen ihrer Arbeit in der medizinischen Sektion. Subjektive Attacken seien zerstörerisch ("Pure rhetoric and subjective criticism (that attacks the person) in social life invite luciferic-ahrimanic demons, poison the atmosphere and curb people’s enthusiasm for work") Die Interessen der Mitglieder, die sich in den Stellungnahmen bezüglich von Halles oder Prokofieffs artikulierten, nähme sie sehr ernst, schaue jeden Fall individuell an, würde aber keine prinzipielle Stellung einnehmen. Fairness und Respekt füreinander seien essentiell, um ein Klima zu erzeugen, das durchdrungen sei von den Prinzipien der "Nebenübungen" Rudolf Steiners.

Kommentare

  1. Frau Dr. Glöckler ist kein Vorstandsmitglied, sondern Leiterin der medizinischen Sektion am Goetheanum, also Mitglied des Hochschulkollegiums.

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  2. Hat MG Als Leiterin der Medischen Sektion nicht ein Vorwort geschrieben beim Buch von JvH ueber Demenzerkrankung?

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    1. Das ist keine Frage, sondern eine Feststellung.

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    2. Der ganze ‘Problemfall Judith von Halle’ und die scharfe Behandlung hier durch Michael ist einleuchtend auseinandergesetzt in seiner Rezension Zombies & Demenz.

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    3. Man sieht an diesem Büchlein, wie flach und phrasenhaft die eigentlich anthroposophische Arbeitsweise Frau von Halles ist, wenn der glamourhafte hellseherische Nebel nicht auftritt. Simple kausale Bezüge und flacher populistischer Kulturchauvinismus, die Ahriman-Luzifer-Keule, und das war es schon mit von Halles "geisteswissenschaftlicher" Arbeit und Fähigkeit. Schrecklich und erschreckend, dass so etwas ein Vorwort von Glöckler erhält und, so geadelt, weitere Anhänger generiert.

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    4. Good review. (Zobies & Demenz.) I agree with that.

      There is an certain inner connection between (1) twofold melt down of judgements, particularly relevant for spiritual researchers, Steiner about that in GA 257, second lecture and (2) development steps on the way of forming holy spirit among subjects (persons concepts and ownership relative to themes, topics) according spritual laws, particularly relevant for spitual scientists, Steiner about that in GA 124, lecture eight. Maybe I will write about that subject somewhere in 2013 om my blog Cahier (Dutch language) after I finished studying Von Halle's book about Emmerick and Prokofieff. Otherwise in 2014.

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    5. Is that foreword by Glöckler somewhere available on the internet?

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    6. Steiner kannte ja die Szene, die ihn umgab, durch Reuss (über den er sich überaus kritisch geäußert hat) und durch Maryon (deren Arzt war Felkin). Es gab eine gemeinsame Vergangenheit mit vielen dieser Gruppen durch den Bezugspunkt Blavatsky. Den Versuch, vor allem Stella Matutina als die dediziert magisch arbeitende Gruppierung zu rehabilitieren, hat von Halle in ihrem Buch über Emmerick und Prokofieff unternommen. Sie hat sogar Steiner als spirituellen Meister dieser Gruppierungen bezeichnet. Das war der Ansatzpunkt für mich, intensiv den Umkreis dieser Logen zu bearbeiten. Aleister Crowley ist zwischen ihnen allen ein Bindeglied; er hat z.B. den OTO von Reuss komplett übernommen. Dazu muss man sagen, dass Steiner Reuss 1906 gebeten hat, ihm als Stellvertreter des Yarker-Logen-Rituals eine Lizenz für die Durchführung des Ritus im Rahmen seiner esoterischen Schulung zu überlassen. Diese Schulung war selbständig gestaltet und nahm nur Theosophen auf. Aber Reuss erhielt jährlich eine Gebühr dafür, von Marie Steiner. Eine persönliche Bindung zu Reuss gab es nicht. Wenn man bedenkt, wie viel Ärger das Steiner schon zu Lebzeiten eingebracht hat (von den späteren Angriffen diesbezüglich zu schweigen), ist es schon merkwürdig, dass von Halle nun ausgerechnet die Londoner "Rosenkreuzergruppen" ins Spiel bringt, in denen Crowley ebenfalls tätig gewesen ist, aber auch viele andere sehr spezielle und übel beleumundete Zeitgenossen.

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    7. Thank you for this information. I wil take that with me during further study of that book from von Halle.

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  3. Wieso muss man Stellung nehmen zwischen zweien, die einem gleich wichtig sind?

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  4. Here that foreword from Michaela Glöckler. I don't like it also.

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    1. Nur die letzten drei Zeilen in dieser Buchbeschreibung stammen aus dem Geleitwort Michaela Glöcklers. Der erste Absatz ist nicht von ihr.

      Ich wundere mich über Michaels Rezension, denn das Buch macht auf mich einen vollkommen anderen Eindruck.
      Es ist in sachlichem, schlichten Ton gehalten und hat gar nichts „Sensationelles“.

      Michael scheint Anstoß zu nehmen an der Formulierung der „hygienischen“ Behandlung von Äther- und Astralleib – nun, „Psychohygiene“ ist seit Viktor Frankl ein allgemein anerkannter Begriff (und ihre Hauptaufgaben scheinen mir durchaus zu dem zu passen, was Frau von Halle schreibt).

      Auch daß JvH sich „runde oder spiralige Räume“ wünscht, ist für mich nicht verwunderlich; vor einigen Jahren kam eine Wiener Studie (wenn auch aus anderen Gründen als JvH, nämlich durch Messung der Gehirnaktivität) zu dem Ergebnis, daß wir uns in runden Räumen wohler fühlen. Warum sollte das nicht umsetzbar sein? Wir haben längst die Möglichkeiten dazu.
      Und auch daß die Pfleger kontinuierlich für die Kranken da sind, ist bei uns in der Hauskrankenpflege längst umgesetzt: ich kenne etliche pflegebedürftige Menschen, deren Betreuer mit ihnen wohnen und im vierzehntägigen Turnus wechseln… diese Pfleger sind meist ganz wunderbare Menschen, die tatsächlich, wie JvH es schildert, ihre ordnenden Ich-Kräfte dem Kranken zur Verfügung stellen.

      Was JvH über das „Auflösen der Stofflichkeit in uns“, die „Materievernichtung“ sagt, scheint mir zum 11. Anthroposophischen Leitsatz zu passen – man kann sich leicht vorstellen, was geschieht, wenn der „Wiederaufbau“ ausbleibt, von dem Rudolf Steiner spricht:
      »Das Selbstbewußtsein, das im «Ich» sich zusammenfaßt, steigt aus dem Bewußtsein auf. Dieses entsteht, wenn das Geistige in den Menschen dadurch eintritt, daß die Kräfte des physischen und des ätherischen Leibes diese abbauen. Im Abbau dieser Leiber wird der Boden geschaffen, auf dem das Bewußtsein sein Leben entfaltet. Dem Abbau muß aber, wenn die Organisation nicht zerstört werden soll, ein Wiederaufbau folgen. So wird, wenn für ein Erleben des Bewußtseins ein Abbau erfolgt ist, genau das Abgebaute wieder aufgebaut werden. In der Wahrnehmung dieses Aufbaues liegt das Erleben des Selbstbewußtseins. Man kann in innerer Anschauung diesen Vorgang verfolgen. Man kann empfinden, wie das Bewußte in das Selbstbewußte dadurch übergeführt wird, daß man aus sich ein Nachbild des bloß Bewußten schafft. Das bloß Bewußte hat sein Bild in dem durch den Abbau gewissermaßen leer Gewordenen des Organismus. Es ist in das Selbstbewußtsein eingezogen, wenn die Leerheit von innen wieder erfüllt worden ist. Das Wesenhafte, das zu dieser Erfüllung fähig ist, wird als «Ich» erlebt.»

      Auch daß der Mensch der westlichen Welt heute vor allem die „unteren Sinne“ gebraucht, ist nicht eine Erfindung Frau von Halles, sondern darauf macht Rudolf Steiner aufmerksam (wie sie in FN 17 zitiert: GA 206, S 34f).
      Und über „westlich-ahrimanische“, „östlich-luziferische“ Kultur und die Aufgabe Europas in der Mitte dieser beiden habe ich ebenfalls schon bei Steiner gelesen…

      Ich beziehe mich auf die 2010 erschienene zweite, erweiterte Auflage.
      In ihrer Vorbemerkung erklärt JvH, daß sie die Inhalte ihres bereits in erster Auflage erschienenen Buches in einem Vortrag so zu präsentieren hatte, daß sie auch von Menschen aufgenommen werden konnten, die »mit der Anthroposophie nicht oder nur marginal vertraut sind« (es war bei einer Tagung anläßlich des 25-jährigen Jubiläums eines Altersheimes, zu der auch Michaela Glöckler eingeladen war. Daher ihr Geleitwort). Nach dem Vortrag stellten, wie JvH sagt, bemerkenswerterweise »auch viele der anwesenden Anthroposophen fest, dass der Vortrag leichter erschließbar gewesen sei als die Lektüre des Büchleins.« Begreiflicherweise ließ JvH diese Erfahrungen anschließend in die Umgestaltung des Buches für die Neuauflage einfließen.

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    2. Aha. So Glöckler foreword is presumable larger then the last three sentences. By the way: dementia is a world-wide spread phenomenon: Dementia cases 'are set to soar' (BBC News, 16-12-2005)
      Quote:
      "The report said most people living with dementia are in the developing world, with five million in China alone. This compares with 4.8 million in Western Europe and 3.4 million in North America. (2005)"

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    3. Das Buch von von Halle über Demenz ist für mich ein ganz flacher Beitrag, der in einem Satz behauptet, die "ahrimanisierte" böse Gegenwartskultur produziere reihenweise Demente. Wahr ist, dass statistisch durch die böse Schulmedizin Menschen immer älter werden. Das ist alles. Dass Menschen vor allem die "unteren" Sinne wie den Gleichgewichtssinn benutzen, die "oberen" wie den Hör- oder den Sinn, der das Gehörte verständlich macht, nicht, halte ich für einen Denk- Kurzschluss. Wir benutzen immer alle Sinne. Wahrscheinlich meint von Halle wieder vage eine "höhere" Wahrnehmung, aber das kann man nicht an den Sinnen festmachen. Das ist einfach Bullshit.

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  5. Lieber Michael,
    vielen Dank fürs Aufmerksammachen auf die Worte Michaela Glöcklers - ich habe mich sehr darüber gefreut.
    Aber warum auf englisch? Spricht etwas dagegen, die deutsche (ich nehme an: Original-)Version zu zitieren?

    Etwas mißverständlich finde ich es, wenn Du schreibst:
    »Die Aufgaben des Vorstands - die Glöckler in der Folge weiter ausführt- stünden im Widerspruch zu Äußerungen -namentlich im Rahmen von Konflikten-, die einen autoritativen, ja manipulativen Charakter hätten ("to express its views in conflicts as the present one in a pontifical- manipulative way“).« – denn daraus könnte man schließen, Frau Glöckler spräche hier von tatsächlich geschehenen „autoritativ-manipulativen“ Äußerungen des Vorstands.
    Das ist jedoch nicht der Fall. Sie erklärt vielmehr, warum der Vorstand/die Hochschulleitung davon Abstand genommen hat, in diesem Konflikt autoritativ Stellung zu nehmen:
    »Es kann nicht im Interesse einer unter solchen Bedingungen arbeitenden Hochschulleitung sein, sich in geistigen Auseinandersetzungen wie diesen ‹päpstlich-meinungsbildend zu äußern.« Im weiteren spricht sie vom – von Rudolf Steiner vorgelebten – Prinzip des Autoritativen im Wirken, nicht in der Lehre.
    Und sie wünscht sich ein Klima, in dem die »Arbeitsergebnisse von Judith von Halle sachbezogen diskutiert werden können«, in dem aber auch eine »konstruktive Auseinandersetzung mit den Sorgen, die sich Sergej Prokofieff um die weitere Entwicklung unserer Anthroposophischen Gesellschaft macht« möglich würde.
    Damit spricht sie mir aus dem Herzen, ebenso wie mit ihrem Schlußsatz:
    »Je intensiver jeder von uns an dieser Klimabildung mitarbeitet, umso stabiler kann das Fundament für die Weiterentwicklung unserer Anthroposophischen Gesellschaft und Hochschule werden.«

    Herzlichen Gruß,
    Ingrid

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    1. »Es kann nicht im Interesse...., Ingrid, das ist in meinen Augen lediglich Glocken-Blabla einer Glöcknerin.

      Ramon Brüll läßt sich aus über die sinkende Mitgliederzahl in der Anthroposophischen Gesellschaft. Was für ne Lachnummer! Siehe: „Facebook- Medienstelle Anthroposophie“ - Kolumene: „Gut gebrüllt“. „Ramon Brülls Kolumne beleuchtet diesmal das Nachwuchsproblem der Anthroposophischen Gesellschaft.“ Beleuchtet, eben und dabei bleibst dann auch. Da lob ich mir den „Bergarbeiter“. Der funzelt nicht nach Lust und Laune in der Gegend herum, sondern leuchtet dort, wo er selber Hammer und Meißel ansetzen will.

      Denjenigen, die sehen wollen, denen steht das bereits seit Jahrzehnten vor Augen. Was? Kein Klima, also auch kein Leben, also auch kein Wachstum. So einfach ist das, erst einmal.

      Klima bedeutet dem Wort nach: Neigung. Mithin ist Klima die Eigenschaft, für Anderes so einen Raum zu schenken, in dem das wiederum seine Eigenschaften zur Entfaltung bringen kann. Klima ist also ein bedingungsloses Geschenk.

      Davon haben die alten Anthrohasen keine Ahnung. Doch, Ahnung schon, aber es sind halt „Angsthasen“. Hingegen; die „Sportsfreunde Stiller“, in ihrem neuen Lied: „Applaus, Applaus“. Darin tönt das hier: „Will ich mit dem Kopf durch die Wand, gibst Du mir Hammer und Meißel in die Hand.“

      In anthroposophischen, wie heißt das noch? Zusammenhängen? Da ist das Gegenteil der Fall. Kommst Du mit Hammer und Meißel, kommen die mit Hammer und Sichel. Also Kommune, eben einer bereits bestehenden Gemeinschaft. So einer, in die man sich einzugliedern hat. Genauer: „Bitte hinten anstellen und dabei schon mal die Hausordnung lesen.“

      Ingrid, Du siehst, Frau von Halle ist mir kein Thema. Aber das: „ Je intensiver jeder von uns an dieser Klimabildung mitarbeitet, umso stabiler kann das Fundament für die Weiterentwicklung unserer Anthroposophischen Gesellschaft und Hochschule werden.“ (M. Glöckner) Unserer?!

      Eben, Frau Glöckner, eben so erlebte und erlebe ich das. Eurer!

      So, das war mal ne Lachnummer meinerseits. Warum?

      ~ Burghard

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    2. Liebe Ingrid, es ist ja zumindest nicht ganz auszuschließen, dass Frau Glöckler indirekt mit "pontical-manipulative way" die Stellungnahme von Sergej Prokofieff meint, mitsamt der Spannungen, die sich daraus für sie ergaben und die nun eine Stellungnahme nach der anderen nötig machen. Aber das kann natürlich nur eine Möglichkeit sein. Im übrigen ist es sicher hübsch, sich ein gedeihliches Klima innerhalb der AG zu wünschen, aber das erscheint wie Pfeifen im Walde- wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, kann man sich wünschen, die Kinder würden die Brunnen meiden; es nützt dann aber nicht viel. Entschlossene und konkrete Rettungsmaßnahmen erscheinen mir sinnvoller als das übliche rituelle Abbeten der "Nebenübungen".

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    3. @Burghard: "Klima bedeutet dem Wort nach: Neigung. Mithin ist Klima die Eigenschaft, für Anderes so einen Raum zu schenken, in dem das wiederum seine Eigenschaften zur Entfaltung bringen kann. Klima ist also ein bedingungsloses Geschenk." Wunderbar!

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    4. Lieber Michael,
      das wird natürlich jeder so verstehen, wie er will.
      Es geht mir nicht um ein „Pfeifen im Walde“ – aber insbesondere im Zusammenhang mit diesem Absatz:
      »Bezüglich des Buches von Sergej Prokofieff war es sein ausdrücklicher Wunsch, dass die Mitglieder des Vorstands und des Hochschulkollegiums sein Buch vor der Drucklegung nicht zur Kenntnis bekommen sollten. Daher handelt es sich in diesem Falle um seine persönliche Stellungnahme zur Arbeit Judith von Halles. Dem wurde aus Gründen des freien Geisteslebens und des kollegialen Mittragens seitens der Verantwortlichen am Goetheanum entsprochen. Weil dies jedoch im Buch selbst nicht klar genug zum Ausdruck kommt, waren die Protestreaktionen sehr verständlich und die Stellungnahme des Vorstands notwendig.«
      beziehe ich die Worte Frau Glöcklers auch weiterhin auf die Klarstellung des Vorstandes in AWW 5/2013 - auch, weil ich weiß, daß es Menschen gibt, die mit der damaligen Erklärung unzufrieden waren und sich vom Vorstand eine eindeutige Positionierung gewünscht hätten.

      Und: es wäre natürlich interessant, was Du unter „entschlossenen und konkreten Rettungsmaßnahmen“ verstehst.

      Herzlich,
      Ingrid

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    5. P.S.: Und übrigens halte ich "pontifical-manipulative way" für eine Übersetzung, Frau Glöckler schrieb „päpstlich-meinungsbildend“, was meiner Ansicht nach nicht ganz dasselbe ist.

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    6. Liebe Ingrid, das, was ich unter Rettungsmaßnahmen verstehen würde, wird schon realisiert - etwa von Anna- Katharina Dehmelt (http://www.infameditation.de/anthroposophische-meditation/) und der Gruppe, die sich mit Fragen der Meditation beschäftigt. Es tut sich ja, wie auch Glöckler andeutet, viel. Und meine Theorie ist die, dass sich Phänomene wie die, mit denen wir uns hier gerade auseinander setzen, vor allem deshalb auftreten, weil es ein Vakuum ungestillter Bedürfnisse in dieser Hinsicht gibt. Steiner selbst hat ja z.B. Lange Jahre rituelle Formen, angelehnt an die Freimaurer, in die esoterische Schulung eingebracht, fand das aber so nach 1914 nicht mehr zeitgemäß. Heute wäre die Frage, was die AG außer Zweigarbeit gestalten könnte, um den heutigen Bedürfnissen nach lebendiger Esoterik zu entsprechen. Wo kann Anthroposophie dienlich sein in Hinblick auf existierende spirituelle und religiöse Institutionen? Es geht nicht nur um Theorie und Diskussion, sondern auch um Praxis. Die "Herbstakademien" und das "Institut" sind sicher ein Anfang, so wie andere Initiativen auch. Aber ein zentraler Dialog und die Suche nach neuen methodischen Formen sehe ich noch nicht. Im Rahmen erweiterter Fragestellungen würde sich das festgefahrene Konfliktpotential womöglich erübrigen. Das spezielle, zweigähnliche und bildhafte (nicht imaginative) Arbeiten von von Halle entspräche einem Spezialbedürfnis unter vielen.

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    7. Lieber Michael,

      danke.

      »Und meine Theorie ist die, dass sich Phänomene wie die, mit denen wir uns hier gerade auseinander setzen, vor allem deshalb auftreten, weil es ein Vakuum ungestillter Bedürfnisse in dieser Hinsicht gibt. … Es geht nicht nur um Theorie und Diskussion, sondern auch um Praxis.«

      Das ist ganz meine Ansicht.
      Praxis – das ist im übrigen auch das, was ich unter „autoritativ nicht im Lehren, sondern im Wirken“ verstehe.

      :-) Und es spricht ja wohl nichts dagegen, daneben auch das nicht zu vergessen, was Michaela Glöckler den „Geist der Nebenübungen“ nennt…

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    8. Das ist alles lieb gemeint. Ich zum Beispiel habe unglücklicherweise erst einen tieferen Einblick in Anthroposophie haben können, als ich schon "draussen" war, nicht mehr wirklich in eine Gemeinschaft eingebunden. Nie wieder liess sich das herstellen seitdem.

      Ich habe mehrere gute Bücher zu den Nebenübungen daheim. Niemals kann ich praktisch erkennen, ob ich sie richtig durchführe, weil niemals ein anderer da ist, der es sieht. Ganz einfach.

      Ich hab das auch aufgehört inzwischen, was soll schon sein. Ich mache schon lange nichts mehr in der Richtung.

      Ansonsten muss ich sagen dass ich die AAG manchmal nicht recht verstehe. Geht man beispielsweise zur Kirche, dann habe die da ein breites Angebot von Frauenzirkeln, von Strickclubs bis hin zu piratigen Feministinnentreffen. Lesegruppen über Lesegruppen, von der Bibel bis zu Utta Danella und Danielle Steel. Sowohl traditionelles wie auch modernes Angebot. Wo ist das Problem?

      Ich persönlich werde durch ein solches Angebot allerdings natürlich niemals erreicht. Ich bin die Hälfte der Zeit weg, und wenn ich mal frei habe, so erschöpft, dass ich lieber daheim vor dem Fernseher bleibe. Diejenigen, die dahin gehen, denen ist so ein Abend, das weiss ich genau, ohnehin nicht halb so wichtig wie mir, hat einfach nicht die Selbe Stellung im Leben. Für mich wäre es die einzige Möglichkeit, überhaupt ohne Geld investieren zu müssen, rauszugehen. Die anderen dagegen haben Familie und DAS ist ihr Mittelpunkt, das Andere steht halt am Rande, so wie ich auch. Ihnen ist es halt egal, wenn mal ein Kurs ausfällt, und es fällt auch nicht so auf, wenn eines der unwichtigen Würstchen mal nicht mehr mitkommt. Es geht ja um was anderes.

      Wozu sollte jemand wie ich den Aufwand überhaupt noch betreiben? Es ist besser, sich für was sinnvolleres einzusetzen.

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  6. /PART 1/
    Hello and greetings to the occasional English-speaking visitor! (The last contribution here was from July 13). Perhaps the subject was just small fire with less wood in reserve. In any case I would like to contribute with some thoughts.

    There's nothing soooo strange with Prokofieff's retaliation, or Halle's retaliation against retaliation, so long we don't submerge ourselves in subtile ironical discussions, bibliographical rethoric (including pure blog amusement) about the whole thing and above all the "personalities". We can be thankful for what's just happening, we all can learn a lot from it. How often did R.Steiner himself explained that we can never reach the "truth" of a tree unless we continuously go around it and observe it from every possible angle. So the intensive discussions about the circumstances and the personalities of the observers themselves are less useful, we should better turn our attention to the essence of the subject. The shocking aspect of many of Halle's descriptions (by the way it could be any other person in this world, stigmatized or not) is certainly the subjacent holy presentation of materialistic processes. Steiner was always "angry" (but angry according to a serious and explainable anthroposophical knowledge-acquisition process, not free emotions, impressions or opinions) about such kind of descriptions. This is evident in his lifelong warnings that "the heart is not a pump", that "the brain is not a tool expressing the spirit", that "the moon and its cycles is not the agent of ocean tides", that "spiritual experiences cannot be retained in physical memory", etc. etc. (we could fill pages with such themes). He was also often "angry" about things being done by people, like Bailey's mysticism, or Blawatsky's diluted materialism (the great dame never abandoned the idea of an original atom, or 'Uratom', to describe the spiritual essence of mankind) and the cabarettist phantasy of the Krishnamurti child presented as Christ's reincarnation. He was also "angry" with Carl Louis Fredrik van Grasshoff (the true name of Mr. Max Heindel) who practiced an indecent spiritual plagiarism of Steiner's work and later founded a kind of mystical second-hand anthroposophy in California. And he once warned the persons attending one of his lectures, that they should be careful after getting out of the room -- because outside in the street Lucifer was the first thing waiting for them; Lucifer would immediately attack the souls of the listeners and try to stick like a magnet to each of the words coming from Steiner's mouth. He also pointed out that the same even happens with the words people read from his books.

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  7. /PART 2/
    Well, my point here is to remember that the appearance of a beatified visionary person inside the anthroposophical milieu, speaking about her spiritual visions and her deep theological insights to an enlightened audience of first-class anthroposophists, has in itself no apocalyptical significance. The time is ripe for such things, and certainly much more is on the way, with every kind of colourful variants. After all, we are just in the birth moment of the new Michaelic Era, with the decisive confrontation with Mr. Ahriman and his legions, plus the lovely "invasion" of Christ's essence in the etherised human blood transforming a lot of things in single persons and society as a whole, continuously day and night, everywhere in the world. Here in middle Europe we tend to develop a theatrical and stressful atmosphere of discussions about single events with single persons. Instead of feeding so much passionate journalistic discussions about the evident fabulous mosaic and spiritual spectacle behind Judith von Halle's karma (or the purity or impurity of intentions of certain people in Dornach) I would like to call our attention to a real Armaggedon taking place right now before our eyes: the huge offensive (only comparable to the times of Gondishapur and Mohamed's reaction to it) directed to a robotizing of human souls around the globe. In fact, millions of children are being born practically with a malformation of their soul architecture due to every kind of electronic gadgets that are assuming more importance than any human being in their environment. When THIS and the NEXT generations will be full adults, then we will have in the planet the beginning of the new race of androids that will fight against "normal" mankind, as Steiner explained. Then we will laugh about Judith von Halle and other stories.

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  8. /PART 2/
    Well, my point here is to remember that the appearance of a beatified visionary person inside the anthroposophical milieu, speaking about her spiritual visions and her deep theological insights to an enlightened audience of first-class anthroposophists, has in itself no apocalyptical significance. The time is ripe for such things, and certainly much more is on the way, with every kind of colourful variants. After all, we are just in the birth moment of the new Michaelic Era, with the decisive confrontation with Mr. Ahriman and his legions, plus the lovely "invasion" of Christ's essence in the etherised human blood transforming a lot of things in single persons and society as a whole, continuously day and night, everywhere in the world. In Middle Europe we tend to develop a theatrical and stressful atmosphere of discussions about single events with single persons. Instead of feeding so much passionate journalistic discussions about the evident fabulous mosaic and spiritual spectacle behind Judith von Halle's karma (or the purity or impurity of intentions of certain people in Dornach) I would like to call our attention to a real Armaggedon taking place right now before our eyes: the huge offensive (only comparable to the times of Gondishapur and Mohamed's reaction to it) directed to a robotization of human souls around the globe. In fact, millions of children are being born practically with a malformation of their soul architecture due to every kind of electronic gadgets that are assuming more importance than any human being in their environment. When THIS and the NEXT generation will become full adults, then we will have in the planet the beginning of the new race of androids that will fight against "normal" mankind, as Steiner explained. Then we will laugh about Judith von Halle and other stories.

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    1. Nein, ich teile diesen Kulturpessimismus gar nicht. Während unsere Generation so viel Mühe hatte, überhaupt eine Persönlichkeit und Rolle im Leben zu finden, uns selbst im sozialen Kontext mit Anderen mitteilen zu können, gehen junge Menschen auch durch die Neuen Medien heute früh durch verschiedene Rollen hindurch, passen sich in einer sich schnell wandelnden und universellen Welt ständig an und lernen hundertmal schneller als wir. Die mechanischen Denkmechanismen sind ausgegliedert in eine vibrierende Netzkultur, so dass das reine, nackte Menschliche direkt unter der Oberfläche sichtbar und spürbar wird. Wir sind es, die die Chwierigkeiten haben, wir sind es, die in ihren Ideologien fest sitzen. Viele der Jungen können schon mit 25 Jahren nichts mehr von uns lernen, da wir nichts zu bieten haben. Unsere Spiritualität ist altbacken, bieder und verschüttet. Wir reden nur davon, und fallen auf billige Puppenspieler wie eine von Halle herein, weil sie uns Bilder einer Pseudo- Spiritualität bietet. Das ist wirklich armselig. Das ist immer noch die gute alte theosophische Second- Hand- Spiritualität. Nicht Frau von Halle ist das Problem, sondern die, die sich an einer solchen Mahlzeit sättigen müssen. Nein, wir haben wenig zu bieten. Die Jungen müssen und werden ihren Weg auf ihre eigene Art finden, in einer Welt, die sich immer schneller dreht, immer illusionärer wird, aber zugleich auf die innere Mitte verweist, auf den Lebensquell, der "draußen" nicht mehr zu finden ist.

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  9. I'm not used to blogs (I try to keep a safe distance from this kind of artificial social existance that takes place above all in the intellect). But somehow I discovered your words by chance today. Thanks for the comments. I agree with almost everything you say, and immediately feel a sort of compassion (nota bene: no mystic here, just a friendship feeling) when I recognize that you pertain to a spiritually enraged and deceived generation, living encapsulated in Central Europe and largely blind about what's really going on in the rest of the world. So you have the natural right to go on sheding digital tears and injecting some smoke in the lungs, near the heart, because you seem to be a personality that was hard punished in the past. Above all you seem to be unaware of what it means to be in the middle of an epochal worldwide consciousness-metamorphosis. That's something we can only perceive 100% in kindergartens and schools. That's where the immediate future is being prepared (when you and me are gone to the other half of life). My previous spontaneous contribution just tried to attract the attention of readers to this peculiar area, where even modern spirituality-seeking people like you, seem to show a naive, spiritist and almost militarized devotion to electronics as a new-world way of teaching children how to prepare for life's war. Good-bye, I won't be back here (exactly to avoid that digital seduction of feeling like really living with others only when I have a 11000101011000111... sequence at my disposal). I suggest German-language readers to take some time to read "Digitale Demenz. Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen", ISBN 978-3-426-27603-7. Don't be affraid, the author is no anthropop of any colour.

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    1. Lieber anonymer Schreiber, vielleicht kommen Sie ja noch einmal zufällig hier vorbei. Ich gehöre in der Tat zur älteren Generation, die nicht mit diesen Medien aufgewachsen ist und wusste, was Spielen ist- eine unendliche Hingabe an ganz Weniges und Unsensationelles- etwas, was heute wahrscheinlich den Kinderpsychologen auf den Plan rufen würde, weil " dieses Kind ja gar nichts Sinnolles tut". Dabei ist die Hingabe in der Zeitlosigkeit des Spielens etwas, was innerlich zur Reife und Entwicklung gehört. Heute werden die Kinder in der Tat ständig digital und sensorisch gefüttert. Die Reife zwischen Sensorik, Empfinden und Verarbeiten wird permanent gestört, und man sieht sehr viele Erscheinungen einer hypernervösen Entwicklung. Hohe Intelligenz, geringe soziale Kompetenz, manchmal rudimentäre emotionale Reife sind die Randbedingungen für erhebliche Schwierigkeiten. Es ist eine merkwürdige Frühreife bemerkbar, was die Persönlichkeitsentwicklung betrifft. Ich spreche oft mit Psychiatern darüber und habe auch selbst viel Erfahrung. Aber trotz allem- wenn man gesprächsbereit ist, entfaltet sich doch schnell ein Vertrauensverhältnis. Man kann Wege finden, die Einseitigkeiten auszugleichen. Und es sind viele ganz erstaunliche Begabungen zu finden. Man kann das Verlorene (die Kindheit) betrauern, aber man muss doch schauen, was man konstruktiv machen kann. Man darf doch keine Generation einfach verloren geben. Ich sehe sehr wohl die Gefahren dieser viel zu frühzeitigen Pseudoreife. Man kommt an gefährliche Untiefen, aber auch an das Andere heran- an das, was in diesen Kindern tatsächlich lebt. Dazu gehört ein unerhörter Ich- Sinn, d.h. Eine Wahrnehmung der Persönlichkeitsstruktur Anderer. Oft reden sie im Vertrauten über die Erwachsenen, als wären die die Verlorenen. Sie durchschauen sehr viel mehr, als den Erwachsenen bekannt ist. Daher kann man sich ihnen auch nur nähern, wenn man sich tatsächlich offenbaren kann, d.h. Im Bemühen um die eigene Ehrlichkeit. Ich denke, Sie und ich haben nur unterschiedliche Perspektiven.

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